Digital Theater System

aus Filmvorfuehrer, der freien Wissensdatenbank

(Weitergeleitet von Dts)
center


dts auf dem Film
vergrößern
dts auf dem Film
dts Nahaufnahme
vergrößern
dts Nahaufnahme

Mit dem Film "Jurassic Park" präsentierte Mitte 1992 dts Corp. ein weiteres digitales 6 Kanal System. Die einzelnen Kanäle sind wie bei Dolby Digital in Links, Mitte, Rechts, Surround Links, Surround Rechts und Subwoofer aufgeteilt und besitzen fast das selbe Klangspektrum (20 Hz bis 20 kHz; außer Subwoofer mit 20-80 Hz, Surround mit 80Hz-20kHz und einer leicht höheren Dynamik von 96 dB). Faktisch ist im Saal der Unterschied zwischen den beiden Systemen fast nicht zu hören. Technisch ist dts wesentlich einfacher aufgebaut. Der Ton befindet sich, je nach Filmlänge, auf ein oder zwei CD-Roms und ist datenreduziert mit APT-X100 bei einer Datenrate von ca. 1400 kBit/s (dies entspricht einem single speed cd-rom). Synchronisiert wird der Ton zum Film mittels eines Timecodes (besteht aus Punkten und Strichen) der zwischen der Lichttonspur und des eigentlichen Bildes kopiert wird und mit einem kleinen Abtaster gelesen wird. Da jedes einzelne Bild einen eigenen Timecode hat, wird der Ton selbst bei Filmriss oder wenn einzelne Bilder aufgrund eines Filmrisses fehlen immer nachgeführt. Sollte der Timecode ausfallen wird der Ton ca. 10 sec weiter von der CD gespielt, bevor auf den Lichtton zurückgeschaltet wird. Die ersten dts-Decoder verfügten über zwei CD-ROM-Laufwerke, neuere sogar über drei, was die max. Gesamtlänge auf 300 Min. erweitert. Ein dts System besteht (Minimumkonfiguration) im Prinzip aus einem 386 PC mit 2 (oder 3) SCSI 2*fach CD-Roms und zwei speziellen Decoderkarten. Eine der neuesten Entwicklungen ist der dts-Effektkanal.Mit diesem können über den Timecode gesteuert bis zu sechs Effektgeräte (Stroboskope, Nebelmaschinen usw.) im Saal angesteuert werten. Erstmals wurde die Erweiterung in ausgewählten Kinos (z.B. Cinema-München) im Trailer zu "Jurrasic Park 2 - Lost World" vorgestellt.

1998 wurde beim Trailer zu dem Film "Flubber" in einem Kino in London eine neue Möglichkeit des Effektkanals gezeigt. Dort wurde, mittels Laserprojektion, Flubber (der Hauptdarsteller des Filmes, ein lebendiger Geleeklumpen) synchron zum Ton an die Seiten- und Rückwände des Kinos projiziert. Im Herbst 1997 wurde zum Film "The Jackal" das "Rear Window Captioning System" vorgestellt, eine weitere Ergänzung zum dts-Standard. Dabei sind auf der (extra ?) CD Untertitel für Hörgeschädigte. Die Untertitel werden dann hinten im Saal spiegelverkehrt auf einer Leuchtzeile dargestellt. Wer die Schrift lesen möchte, kann sich einen (vom Kino gestellten) Spiegel an den Sitz des Vordermanns hängen und die Untertitel mitlesen.

Im Berliner Zoo-Palast gibt es Funk (FM)-Kopfhörer, mit denen man während der deutschen Vorstellung den O-Ton über dts-CD in Zweikanalton hören kann. Dieses System wurde in America z.B. auch bei The Jackal, Titanic und The Mask of Zorro eingesetzt um Sehbehinderten (moviegoers who can't see well), einer Erzählung der Vorgänge auf der Leinwand zu geben.

Im Heimbereich gibt es dts für Laserdisc und für DVD.


Vorteile (im Kino):
  • kein wesentlicher Verschleiß des Timecodes
  • durch Einsatz der original CDs kann die Originalversion gezeigt werden (was bei Auftreten von deutschen Untertiteln meist Lacher hervorruft und oft sind deutsche Versionen anders geschnitten was jedoch beim dts nichts ausmacht)
  • geringe Kompression (4:1)
  • digitales Tonsystem für 70mm
Nachteile (im Kino):
  • CDs sind ein externes Medium und müssen angefordert werden und können beim Weiterversand verloren gehen (dts Amerika verspricht Ersatzlieferung innerhalb eines Tages, in Deutschland ist es jedoch schon öfters vorgekommen, das keine CDs mehr lieferbar waren)
  • der Timecode muß zur CD passen, was besonders beim Spielen von unterschiedlichen Sprachversionen zu Problemen führen kann (z.B. bei Titanic gab es das Problem, dass die englischen CDs ca. 20min nicht mit den Timecode der deutsche Kopie funktionierten, so dass der Film in diesem Zeitraum in deutsch gezeugt werden mußte.



'Persönliche Werkzeuge