Geschichte der Projektion

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Die Camera Obscura war seit der Jahrtausendwende den Gelehrten bekannt. Im 16. Jahrhundert bereits zogen Schausteller durch Europa und unterhielten ihr Publikum mit wundersamen Darstellungen. Dabei machten sie sich die Tatsache zunutze, dass Licht, das durch eine kleine Öffnung fällt, das Abbild von Gegenständen und Bildern, die sich vor der Lichtöffnung befinden, seitenverkehrt auf helle Wände projeziert. Sehr bald lernte man, dass mit Hilfe von Spiegeln und einer in der Öffnung eingesetzten Linse das Projektionsbild erheblich verbessert werden konnte.


Bild:laterna_magica.jpg

Einen Zwischenhalt auf dem Weg zur modernen Filmvorführung bildete im 17.die Laterna Magica, eine Art Grossmutter des heutigen Diaprojektors. Mit dieser Zauberlaterne ermöglichte man die Projektion von vielen Bildern vor einem grösseren Publikum.


Erst mit der Entdeckung des stroboskopischen Effekts in der Mitte des 19. Jahrhunderts jedoch lernten die Bilder zu laufen. Wenn das menschliche Auge ca. 24 Bilder pro Sekunde in schneller Abfolge wahrnimmt, ensteht der Eindruck eines "lebenden" Bildes. Dem englischen Forscher M. Faraday gelang die Entdeckung des stroboskopischen Effekts, als er herauszufinden versuchte, warum wir die Bewegung eines Speichenrades, das hinter einem Lattenzaun vorbeifährt, als stehend oder rückwärtslaufend wahrnehmen. 845 entwickelte der Österreicher Franz von Uchatius ein eigenes Projektionsgerät für eine Scheibe mit 12 transparenten Bildern. Vor jedem Bild brachte er eine Linse an und liess das Projektionslicht hinter den Bildern rotieren, so dass diese auf den selben Punkt einer Leinwand projeziert wurden. Das genau umgekehrte Verfahren wird heute benutzt, wo das Licht stationär ist und die Bilder weiterbewegt werden. Seine Apparatur war damals ein grosser Verkaufsschlager.


1891 dann meldete Thomas Alva Edison sein Kinetoscope zum Patent an. Es handelte sich hierbei um einen Ein-Mann Guckkasten, in dem man gegen Bezahlung einer Münze eine kurze Szene durch eine Art Trichter betrachten konnte. Der Film bestand aus einer Endlosschleife. Der erste Edison Parlor wurde am 14. April 1894 in New York eröffnet. Bild:Kinetoscope.jpg


Bild:first_kiss.jpg Dies ist eine der ersten Kurzszenen, die Edison selbst aufgenommen und in seinen Kinetoskopen vorgefüht hat.


Den Brüdern Skladanowsky gelang es erstmals im November 1895 in Berlin, Filme vor einem grossen Publikum öffentlich vorzuführen. Ihr Bioskop genannter Doppelprojektor funktionierte im sogenannten Überblendverfahren. Das abwechselnde Öffnen zweier Linsen vor den beiden Filmstreifen sorgte für den stroboskopischen Effekt. Für dieses Verfahren mussten die Einzelbildchen des Originalfilmes aber zerschnitten und abwechselnd auf die zu zeigenden Filmstreifen aufgeklebt werden. Die nachträgliche Perforation sorgte zusätzlich noch für ungleiche Bildstände und somit ein starkes Flimmern bei der Projektion. Bild:bioskop_skladanowsky.jpg


Bild:cinematograph_lumiere.jpg Am 28. Dezember 1895 dann stellten die Brüder Lumière in Paris ihren Cinématographen der Öffentlichkeit vor. Dies war ein handlicher Apparat, der zugleich als Aufnahme-,Kopier- und Projektionsgerät diente. Ihre grundlegende Erneuerung von Edisons Kinetoskop war die Installation eines Greifers im Innern der Kamera. Dieser ergriff den Filmstreifen an den Perforationslöchern und transportierte ihn ruckartig weiter. Für den Bruchteil einer Sekunde bleibt der Film vor der Linse stehen und ein einzelnes Bild wird belichtet. So konnte der Cinématograph bereits 16 Bilder pro Sekunde zeigen.


Der Berliner Erfinder Oskar Messter verhalf 1896 dem Malteserkreuzgetriebe zum Durchbruch, welches die flimmerfreie Projektion ermöglicht. Dieser Mechanismus erlaubte auch bei ungleichen Kurbelgeschwindigkeiten der einzelnen Vorführer einen gleichmässigen Filmtransport. Bild:malteserkreuz.jpg


Bild:projektionsschema.jpg Ein Projektor ist, einfach gesagt, eine Kamera, die umgekehrt funktioniert. Um ein Bild aufzunehmen braucht es eine geringe Lichtmenge, aber um ein Bild zu zeigen benötigt man eine ungleich stärkere Lichtquelle, die ausserdem noch klein genug ist, um hinter die Optik eines Projektors zu passen. Dazu muss sie noch stark genug sein, damit ein 35 mm Bild um ein 300 000faches (je nach Leinwand sogar mehr) zu vergrössern. Bis in die sechziger Jahre wurden bei kommerziellen Projektoren Kohle-Bogenlampen verwendet. Heute kommen Xenonkolben zum Einsatz, deren Lebensdauer bis zu 1'500 Projektionsstunden beträgt Bedenkt man, wie oft ein Film durch einen Projektor läuft (ca. 30 Mal pro Woche), dann kann man sich auch vorstellen welche ausgetüftelte Mechanik notwendig ist, um den Film möglichst ohne grössere Friktion von der Abspul- auf die Aufspulrolle zu transportieren.


Heute arbeiten die meisten Projektoren halbautomatisch. Das heisst der Operateur muss den Film vor der Vorstellung manuell einlegen, danach übernimmt ein Automat den Verlauf der Vorstellung. Die Geschichte der Automaten begann bei den Walzenschaltern und Lochkarten-Systemen, führte über die Matrix-Programme bis zu den mit moderner Software betriebenen Computersteuerungen. Diese übernehmen sämtliche Funktionen wie etwa das Öffnen des Vorhangs, das Abdunkeln des Saallichts, das Starten des Projektors, die Tonspurerkennung, etc. Eine weitere Neuerung kam mit der Einführung der Tellersysteme. Hier wird der Film von übereinandergelagerten Tellern auf- bzw. abgerollt. Das mühsame Einsetzen und Herumtragen von schweren Filmspulen entfällt so zu einem grossen Teil. Bild:projektorraum.jpg
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