Geschichte des Filmtons
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Bekanntlich waren die ersten abendfüllenden Filme Stummfilme, die ohne Ton vorgeführt wurden. Man ging um 1910 dazu über den Film mit einem Piano zu begleiten, um die Dramaturgie eines Films besser untermalen zu können. Auch gab es (ab 1889) Versuche den Filmton mittels Grammophon dem Zuschauer nahe zubringen (sogenannte sound on disc systeme). Allerdings kann man sich vorstellen, dass die Synchronität nicht immer gewährleistet war. Der erste große Film mit einem sound on disc System war 1926 Don Juan von Warner Brothers in Vitaphone. Dabei wurde einfach die Handlung erzählt und einige Soundeffekte eingebaut.Mitte der 20er wurden mehrere Lichtonverfahren entwickelt (variable-area (ähnlich dem heutigen)und variable-density (basiert auf Graustufen)). Bei Lichtton wird die Tonspur mittels einer Glühlampe (seit einigen Jahren werden jetzt auch Laser / LEDs eingesetzt) auf einer Photozelle abgetastet und das gemessene Signal an den Verstärker geleitet. Als Erfinder des Lichttonverfahrens kann man den deutschen Ingenieur Hans Vogt bezeichnen. Siehe auch Hans Vogt: Die Erfindung des Lichttonfilms Der Monolichtton (Sound on disc (Vitaphone)) und sound on film (Movietone) bekämpften sich während der 20er Jahre, bis in den frühen 30er Movietone als Sieger hervorging und sound on disc von Warner langsam bis 1933 auslief. Es gab noch andere Systeme, wie z.B. Fantasound (in New York's Colony Theater waren 3 Lautsprecher hinter der Leinwand und 65 Lautsprecher im Raum angebracht) welches 1940 mit Disneys Fantasia erstmals zum Einsatz kam. Dabei wurden 9 Kanäle aufgenommen, dann auf 4 Kanäle heruntergemischt und synchron zum Film auf einer extra Kopie gespielt. Wegen der hohen Kosten (85000$) wurde das System auf Anraten der Regierung (defense priorities) eingestellt.
Links sehen sie eine Skizze des Monolichttons wie er bis in die 70er Jahre hinein verwendet wurde. Die Reintonblende diente dazu den Ton in leisen Passagen möglichst ohne Rauschen und Störgeräusche durch Staub vorzustellen. In den 70er wurde, als Ray Dolby ein Verfahren zur Klangverbesserung entwickelte (Dolby A), ein zweite Tonspur für Stereo Ton hinzugefügt.Ende der 60er Jahre mit der Entwicklung des anamorphotischen Cinemascopebildformates (1:2.35 also sehr breites Bild) wurden erste Versuche mit Mehrkanaltonverfahren gemacht. Auf einer 35mm Filmkopie wurden vier Magnettonsspuren nachträglich auf die Kopie gespritzt und der Ton in vier Kanälen (Links, Mitte, Rechts und Effektkanal) auf die Filmkopie aufgezeichnet. SPARTACUS von Stanley Kubrik und BEN HUR mit Charlton Heston waren die ersten deutschen Filme die in ausgesuchten Theatern in diesem Verfahren aufgeführt wurden.
Mitte der 60 Jahre kam das 70mm Filmformat auf. Da diese Filmformatgröße genügend Platz hatte, standen 6 Magnettonspuren zur Verfügung. Die aber in den ersten Jahren in Links, Links Mitte, Mitte, Rechts Mitte, Rechts und Effektkanal aufgeteilt waren (Damals waren die Leinwände wesentlich größer als Sie es heute sind). Meines Wissens ab dem Film ODYSEE 2001 von Stanley Kubrick 1968, wurde die Aufteilung geändert in Links, Mitte, Rechts, Surround Links, Surround Rechts und Subwoofer, also vergleichbar mit den heutigen Digitaltonsystemen. Durch den relativ schnellen Bildtransport von 24 Bildern in der Sekunde war der Ton für damalige Verhältnisse, dass Beste was in der Kinotontechnik möglich war und schlug den Lichtton um Längen. Es wurden teilweise 35mm Filme auf 70mm umkopiert nur um den 6 Kanalton zu ermöglichen.Natürlich hatte dieses Tonsystem auch erhebliche Nachteile, die hier nicht verschwiegen werden sollen. Als erstes waren diese Kopien sehr teuer. Eine Magnettonkopie kostet erheblich mehr als eine Lichttonkopie. Eine 70mm 6 Kanal Magnettonkopie kostete etwa das 10 fache einer 35mm Lichttonkopie. Zum anderen mußten diese Kopien sehr umsichtig behandelt werden. Außerdem konnte es passieren, dass sich die Abtasttonköpfe magnetisierten und so die Tonspur teilweise gelöscht wurde oder das sich die Magnettonspur vom Filmmaterial löste, so dass die Zuschauer ausgezahlt werden mußten. Der Verschleiß an Tonköpfen war ebenfalls enorm. Nach ca. 50 Durchläufen mußten sie gereinigt/getauscht und die ganze Tonanlage neu eingestellt werden. Es soll auch nicht verschwiegen werden, dass einige Filmtheater nicht richtig mit den Kopien umgegangen sind und nach und nach das 70mm Format in Deutschland aus Kostengründen nicht mehr hergestellt wurde. Ein weiterer Faktor war das große Kinosterben Anfang bis Mitte der 70er Jahre. Der letzte deutsch sysnchronisierte Film der in Deutschland als 70mm Kopie in ausgesuchten Kinos kam, war IN EINEM FERNEN LAND. In den USA und Groß Britannien werden weiterhin noch 70mm Kopien veröffentlicht allerdings nicht mit Magnetton, sondern in dts Digital. Lediglich den Abtaster für dts 70mm Kodierung müssen sich die Kinos zulegen. In den USA lieft TITANIC von James Cameron als 70mm 6Track Digital . Diese englischen Kopien liefen auch bei uns in ausgewählten Filmtheatern (z.B. gab es von Hamlet einige Kopien, die in verschiedenen Großstädten liefen).

