Magnetton

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Auf einer 35mm Filmkopie wurden vier Magnettonsspuren nachträglich auf die Kopie gespritzt und der Ton in vier Kanälen (Links, Mitte, Rechts und Effektkanal) auf die Filmkopie aufgezeichnet. SPARTACUS von Stanley Kubrik und BEN HUR mit Charlton Heston waren die ersten deutschen Filme, die in ausgesuchten Theatern in diesem Verfahren aufgeführt wurden.

Mitte der 60 Jahre kam das 70mm Filmformat auf. Da diese Filmformatgröße genügend Platz hatte, standen 6 Magnettonspuren zur Verfügung. Die aber in den ersten Jahren in Links, Links Mitte, Mitte, Rechts Mitte, Rechts und Effektkanal aufgeteilt waren (Damals waren die Leinwände wesentlich größer als sie es heute sind). Meines Wissens ab dem Film ODYSEE 2001 von Stanley Kubrick 1968 wurde die Aufteilung geändert in Links, Mitte, Rechts, Surround Links, Surround Rechts und Subwoofer, also vergleichbar mit den heutigen Digitaltonsystemen. Durch den relativ schnellen Bildtransport von 24 Bildern in der Sekunde war der Ton für damalige Verhältnisse das Beste, das in der Kinotontechnik möglich war und schlug den Lichtton um Längen. Es wurden teilweise 35mm Filme auf 70mm umkopiert, nur um den 6 Kanalton zu ermöglichen.
Natürlich hatte dieses Magnetton-System auch erhebliche Nachteile, die hier nicht verschwiegen werden sollen. Als erstes waren diese Kopien sehr teuer. Eine Magnettonkopie kostet erheblich mehr als eine Lichttonkopie. Eine 70mm 6 Kanal Magnettonkopie kostete etwa das 10 fache einer 35mm Lichttonkopie. Zum Anderen mußten diese Kopien sehr umsichtig behandelt werden. Außerdem konnte es passieren, daß sich die Abtasttonköpfe magnetisierten und so die Tonspuren teilweise gelöscht wurden oder daß sich die Magnettonspur vom Filmmaterial löste, so daß die Zuschauer ausgezahlt werden mußten. Der Verschleiß (Abschliff) an Tonköpfen war ebenfalls enorm. Nach ca. 50 Durchläufen mußten sie gereinigt und/oder getauscht und die ganze Tonanlage neu eingestellt werden.

Es soll auch nicht verschwiegen werden, dass einige Filmtheater nicht richtig mit den Kopien umgegangen sind und nach und nach das 70mm Format in Deutschland aus Kostengründen nicht mehr hergestellt wurde. Ein weiterer Faktor war die Umorientierung der Gesellschaft hin zum bequemeren Fernsehen und daraus resultierend das große Kinosterben Anfang bis Mitte der 70er Jahre. Der letzte deutsch sysnchronisierte Film, der in Deutschland als 70mm Kopie in ausgesuchten Kinos kam, war IN EINEM FERNEN LAND. In den USA und Groß Britannien werden weiterhin noch 70mm Kopien veröffentlicht, allerdings nicht mit Magnetton, sondern in dts Digital. Lediglich den Abtaster für dts 70mm Kodierung müssen sich die Kinos zulegen. Ein Film, der in den USA als 70mm 6Track Digital lief, ist TITANIC von James Cameron. Diese englischen Kopien laufen auch bei uns in ausgewählten Filmtheatern (z.B. gab es von Hamlet einige Kopien, die in verschiedenen Großstädten liefen)



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