Vogt Die Erfindung des Lichttonfilms III g

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g) Schallwiedergabeapparate

Abb. 17. Schematische Darstellung eines Triergon-Lautsprechers -- "Statophon" genannt (DRP 368 287).
Abb. 18. Statophon-Kombination für die Wiedergabe von Tonfilmen und "Fernkonzerten".
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Abb. 18. Statophon-Kombination für die Wiedergabe von Tonfilmen und "Fernkonzerten".

Als wir unsere Arbeiten begannen, gab es Schallwiedergabeapparate -- die Lautsprecher --, die heute in jedem Heim zu finden sind, noch nicht. Nur das Kopftelefon war vorhanden und die aus Glimmermembrane und Nadel bestehende Schalldose am Trichter der Schallplatten-Apparate. Gelegentlich hörte man auch von Versuchen, größere Schall-Lautstärken, die in VergnÜ- gungsstätten und Tanzlokalen benötigt wurden ,durch einen akustisch gesteuerten Preßluftstrom zu erzielen. Aber dieses "Exhaustophon", wie es genannt wurde, gab mehr Zischen von sich als Musik. Kurz und gut, ein brauchbares Organ zur Erzielung größerer naturgetreuer Schallmengen war 1920 nicht vorhanden. Dieses zu schaffen stand als weitere technische Aufgabe vor uns.
Nach langem Hin und Her kamen wir zu dem Ergebnis, daß das Prinzip der elektrostatischen Anziehung bei richtiger Ausführung das Geeignete für uns sein müßte. Man habe, so folgerten wir, bei diesem die Möglichkeit, relativ große und leichte Flächen im akustischen Rhythmus durch elektrische Spannungsschwankungen zu erregen und darauf komme es doch an, so schien es uns jedenfalls damals. Den prinzipiellen Nachteil der elekrostatischen Schwingungssysteme, die, in quadratischer Progression mit der Annäherung der Membrane an die ruhende Elektrode anwachsende Feldstärke, auch ein das Klangbild fälschender, Klirren ver- ursachender Vorgang, hofften wir durch vermehrte, mit dem sich verkleinernden Luftspalt anwachsende Membrandämpfung überwinden bzw. kompensieren zu können.

Abb. 19. Joseph Massolle erklärt die Wirkungsweise des Statophons.
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Abb. 19. Joseph Massolle erklärt die Wirkungsweise des Statophons.

Das Schema nach Abb. 17 zeigt ein solches elektrostatisches Telefon, von uns Statophon genannt. Gegenüber der mit Löchern NN versehenen, ruhenden massiven Elektrode B befindet sich die schwingende dünne Elektrode, die Membrane M. Der Abstand zwischen B und M wird durch den Abstandsring D und die Schraube S bestimmt. Die Elektrode M besteht aus einer gespannten isolierenden Glimmerscheibe, die an ihrer äußeren Seite durch einen Silberbelag leitend gemacht wurde. Dieser leitende Belag ist mit dem äußeren Befestigungsring R R leitend ver- bunden.Zwischen beiden Elektroden liegt eine Gleichstromvorspannung, der die im akustischen Rhythmus erfolgenden Wechselspannungen überlagert sind. Die Vibrationen der Membrane werden als Schall auf die angrenzende Luftschicht übertragen.
Brauchbare elektrostatische Lautsprecher zeigt die Abb. 18. Eine leitend gemachte Glimmerscheibe von etwa 40 cm Durchmesser, und einer Dicke von 0,1 mm ist vor dem durchbohrten ruhenden Belag vermittels einer ringartigen Spannvorrichtung eingespannt. Die Erregung erfolgte wie oben bereits beschrieben. Die erzielten Resultate ermutigten uns sehr zur Weiterarbeit. Nun trat die praktische Seite, das Membranproblem, in den Vordergrund. Dünne und sehr große Glimmerplatten waren erforderlich. Wir setzten alle Welt in Bewegung, um Glimmerkristalle bis zu einem halben Meter Durchmesser zu bekommen, hoffend, dann aus diesen die erforderlichen Membranen abspalten zu können. Nach vieler Mühe fanden wir schließlich eine Firma in Indien, die uns diese großen fehlerlosen Glimmerstücke lieferte. Durch langsames Einschieben eines dünnen Papierstreifens spalteten wir von diesem Block die erforderlichen, etwa 1/10 mm dicken Membranen ab. Dies war eine sehr mühselige Operation. Oft verunglückte eine hoffnungsvoll entstehende Glimmerfolie durch einen einzigen voreiligen Griff. Nach dem Abspalten mußten die Membranen auf einer Seite mit einem Metallbelag überzogen werden. Wir verwendeten hierfür die im Glasbläsergewerbe bekannte ammoniakalische Silbernitratlösung.
Die schon erwähnte Abb.18 zeigt eine Kombination von"Statophonen", wie sie bei Tonfilmvorführungen benutzt wurden. Sie sind für die Wiedergabe unterschiedlicher Tonbereiche konstruiert.
Die Abb. 19 zeigt Massolle, den Verfertiger derselben, einen dieser neuartigen Lautsprecher seinen Zuhörern erklärend.

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(Deutsches Museum - Abhandlungen und Berichte - 32. Jahrgang 1964 - Heft2)
Mit freundlicher Genehmigung Deutsches Museum
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