"Film Fading to Black" Herstellung von Kinefilm-Kameras eingestellt
#1
Geschrieben 20 October 2011 - 13:57
über den inzwischen erreichten Wendepunkt von Film zu Digital bei Aufnahme und Wiedergabe
http://magazine.crea...fading-to-black
erhältlich auch als pdf der CC-Ausgabe #27 mit dem Schwerpunkt "Film Fading To Black":
http://magazine.crea...ad/27/print.pdf
hat bei Salon.com am 13. Okt. zu einer weiteren Auseinandersetzung unter dem Titel "RIP The Movie Camera 1888-2011" geführt:
http://www.salon.com...2011/singleton/
ARRI, Panavision und Aaton stellen keine neuen Kinefilm-Kameras mehr her; der Bedarf liegt inzwischen bei Null.
Sowohl bei CC als auch bei Salon.com werden beide Artikel jeweils heftig diskutiert.
Diese beiden Veröffentlichungen haben bei den Kollegen, die bei der AMIA-Maling-Liste aktiv sind, zu einer interessanten Diskussion rund um Thesen von Leo Enticknap geführt:
http://lsv.uky.edu/s...110&L=amia-l#65
http://lsv.uky.edu/s...110&L=amia-l#70
http://lsv.uky.edu/s...110&L=amia-l#71
http://lsv.uky.edu/s...110&L=amia-l#73
Ich fand im Diskurs insbesondere die Analogie schlüssig, wonach absehbar die junge Generation, die sich jetzt mit 1080p BD kinematisch sozialisiert, den "Rückschritt" auf Filmkopien nicht mehr tolerieren wird und eine "Verhunzung" der künstlerischen Intentionen des Bilderschöpfers durch eine Filmkopie statt digitalem Remaster und Präsentation nicht mehr nachvollziehen wird können, so wenig wie man die Mona Lisa noch bei Kerzenschein im Louvre akzeptiert (was eine ursprüngliche Produktions- und Darbietungsumgebung simulieren würde). Statt dessen werden die Alten Meister bei modernsten, farbtemperatur-abgestimmten LEDs "zum Glühen" gebracht, wie sie in Innenräumen der Meister und seine zeitgenössischen Bewunderer einst nie sehen konnte.
Filmvorführungen von einem Film Print dürften daher binnen Kurzem zum Vermittlungsproblem oder wenigstens zur Vermittlungsaufgabe werden und das heißt:
Sie sind nicht mehr voraussetzungslos zu verstehen ("Warum ein so schlechtes Bild im Kino mit Flackern?" etc.) und werden zum Gegenstand der historischen Kunsterfahrung (Entertainment inklusive).
Das scheint mir derzeit der große Paradigmenwechsel zu sein, der mit dem zunehmend abnehmenden Geschrei um 3D überlagert wird.
Der hier zur Zeit sich darbietende Detail-Diskurs über die Farb- und Lichtbestimmung der BD-Ausgabe von BEN-HUR spricht dafür, IMHO, Bände.
+++
#2
Geschrieben 21 October 2011 - 15:04
Leo Enticknap spricht in diesem Posting bei AMIA-L von heute über seine studienbegleitende Berufserfahrung als Filmvorführer und vergleicht die Notwendigkeit, Film-Projektion weiterhin erlebbar zu halten, mit Dampflokomotiv-Eisenbahnmuseen:
http://lsv.uky.edu/s...l&F=&S=&P=27959
Und hier seine Einschätzungen, wie schwierig die Erhaltung von Film-Projektion in den einzelnen Bereichen (Mechanik, Lichtquelle etc.) werden dürfte:
http://lsv.uky.edu/s...l&F=&S=&P=23236
Interessant auch, dass er die Erhaltung der digitalen Kino-Tonverfahren mit dem aufwändigen Erhalt von obsoleten Videorekorder-Systemen vergleicht.
#3
Geschrieben 22 October 2011 - 03:50
ATRIUM sagte am 20 October 2011 - 13:57:
Das wird in der Art heute kommuniziert, trifft aber nur den Sachverhalt darbender und zerrütetter Betriebe.
Flackernde und wackelnde Bilder waren seit den 20er Jahren von den Standards nicht mehr akzeptiert worden. Faszinierend immer wieder, was man für Erfindungen aus dieser Zeit entdeckt. Setzt man sich darüber hinweg, ist das keine Frage der Technik, sondern m.E. der Wirtschaft.
Und: es wäre ja auch nicht statthaft, digitale Projektion anzugreifen, nur weil die Mehrheit der 3D-Wiedergaben stockduster ist, obwohl es auch anders geht.
Aber die Jugend ist einerseits verwöhnt durch klinisch-gesäuberte Panel-Bilder, ohne aber immer auch Werturteile über ein photographisch hochwertiges Bild fällen zu können. Oft klaffen da die Ansprüche und das Sehvermögen weit auseinander. Wie sonst wären opulente photographische "Meisterwerke" wie TRANSFORMERS denkbar?
Entscheidend ist dann, wie es mit Kino weitergehen soll, wenn alles elektronisch vernetzt ist. Die DCI-Revolution trifft nicht das, worauf es ankommt, sondern übertönt relevante Fragen nach dem "danach" und bleibt erstaunlich konservativ.
#4
Geschrieben 26 October 2011 - 17:36
http://latimesblogs....m-cameras-.html
http://www.variety.c...9?refCatId=1009
http://www.btlnews.c...film-inventory/
http://www.hollywood...-auction-245647
http://auctions.tige...20/category/ALL
#5
Geschrieben 26 October 2011 - 19:57
#6
Geschrieben 26 October 2011 - 20:14
von "bodenlosem Preisverfall" hat –– NOCH -- keiner Gesprochen, außerdem gibt's in Tinseltown so viel Geld in der Branche, dass 20,000 USD für ne Kamera gut in die heimische Vitrine zum nostalgischen Anschauen passt. Wer möchte von den Kennern nicht eine Kamera, mit der u.a. "Lawrence" gedreht wurde, in seinem Heim persönlich vorfürbar haben, um damit vor dem Pool prahlen zu können?
IMHO.
#7
Geschrieben 26 October 2011 - 22:36
#8
Geschrieben 27 October 2011 - 08:38
ATRIUM sagte am 26 October 2011 - 20:14:
IMHO.
Wohl doch nicht so viele ... einer der "LAWRENCE" Panavison 65mm Kameras stand seit vielein, vielen Jahren bei Martin Hill zum Verkauf ...
#9
Geschrieben 27 October 2011 - 14:14
just IMHO.
#10
Geschrieben 27 October 2011 - 20:06
Was kann man daraus schließen? Weiter als bis hierher gar nichts. Märkte sind ziemlich dumm. Sie vergessen schnell die Vergangenheit, und noch weniger ist es ihnen zueigen, in die Zukunft zu schauen. Jedenfalls über, sagen wir, die nächsten drei Monate hinaus. Keine Ahnung, wie lange die Sandwich-Produktion von Kinofilmen (noch) anhalten wird. Vielleicht ist sie wirklich so schnell zu Ende, wie Du es erwartest. Vielleicht haben wir auch eine lange Übergangszeit vor uns. Warten wir es ab. Der heutige Marktpreis für Filmkameras wird es uns jedenfalls nicht verraten. Nur das Gegenteil würde er klar indizieren: Purzelte der Preis für gebrauchte Kameras ins Bodenlose - dann wäre mit Sicherheit das Ende der analogen Filmaufnahme gekommen. - Ende der ökonomischen Betrachtung.
#11
Geschrieben 04 November 2011 - 02:05
Dort sein Beitrag vom 13. Okt. 2011 über den Verlust an filmischen Beschränkungen, die erst großes cinematographisches Können ermöglichen:
"What digital filmmakers can gain from film’s passing"
http://www.eoshd.com...m-films-passing
#12
Geschrieben 19 November 2011 - 21:02
http://www.indiewire...35mm-projection
Daraufhin hat Leo Enticknap aus UK heute eine recht ätzende Replik bei AMIA-L geschrieben, die noch nicht auf der Website von AMIA-L dynamisch verlinkt ist, deswegen hier als Zitat:
Zitat
Quote from the petition:
Revival houses perform an undeniable service to movie watchers - a chance to watch films with an audience that would otherwise only be available for home viewing.
Agreed. And that audience isn't any the less communal if they're watching a DCP. Trust me. You can still be scared when King Kong stomps around munching the natives, shed a tear when Ingrid Bergman gets on the plane and giggle as Bruce Willis is introduced to The Gimp. None of that is going to change. But, apart from in a tiny handful of theatres worldwide, you can no longer watch King Kong's rampage on an alumised, tobacco-smoke resistant screen, lit by a carbon arc lamp and projected on a nitrate print through a really s****y (by 21st century standards) 1930s, f5 lens that is only able to focus a small patch of the dead centre of the image. Yet I'm not aware of the format purist brigade having fought campaigns against the introduction of safety film, the xenon lamp, computerised glass grinding in lens manufacture and the banning of smoking in theatres.
If the concern of this theatre owner is that the transition to DCPs is going to mean that, in the short term at least, a significant number of archive and rep titles simply won't be available for screening at all, then this is a valid concern that the archive community needs to engage with. When a government-funded scheme to provide British arthouses with digital projectors was launched 5-6 years ago, one of my concerns at the time was that its backers seemed to believe that every film currently available on 35mm would suddenly become available on DCP as if by magic. They didn't, and they still aren't. The cost of digital projectors is also an issue, and again, providing help for venues that are likely to be hit hard by it is something else we need to look at. The same goes for projectionists whose jobs are disappearing. I know that many mainstream theatre chains have done good work in helping these folks transition into management and other roles, and hope very much that ways can be found to help smaller venues do likewise.
But nostalgia is not a valid reason for keeping an obsolete technology on life support in the mainstream. Film is a wonderful preservation medium - still the best for moving images that was ever invented, bar none. But as a technology for facilitating theatrical, commmunal viewing access, it has now been superseded by any objective measure, just as the alumised screen and the carbon arc lamp have. Thanks largely to the VPF business model, theatre conversions are now at around 70% in the US and 60% in Europe. We can no more stop the wholesale transition to DCP projection in 2011 than we could have prevented silent films going away in 1931. The emphasis now has to be on developing ways to produce high quality DCPs of existing titles cheaply and efficiently (and ideally proactively, in response to theatres' and programmers' demands), and of mitigating the cost of equipment and the disappearance of projectionists' jobs - not on delaying the inevitable.
Leo
---
Leo Enticknap
Institute of Communications Studies
2.35, Clothworkers' Building North
University of Leeds
LS2 9JT
United Kingdom
****
Um also mehr als das auf DVD und BD verfügbare Repertoire an Filmtiteln verfügbar zu machen, wird letztlich um Etatmittel gerungen werden müssen, um außerhalb von DVD- und BD-Editionen bzw. "TV-Ereignissen" von den vielen rudimentären Filmtiteln der Filmgeschichte DCPs (und letztlich zunächst Digitalisierungen) zu produzieren, von den Rechtekomplikationen mal ganz abgesehen.
Also: Wer soll das bezahlen ?
#13
Geschrieben 19 November 2011 - 23:01
"But nostalgia is not a valid reason for keeping an obsolete technology on life support in the mainstream."
Kein Einwand. Nur war/ist das angestoßene Thema
" ... to request that the studios not go through with their plans to stop sending archival 35mm prints out to repertory cinemas."
Scheint mir irgendwie eine andere Argumentationsebene. Davon abgesehen wundere ich mich (und fände die Diskussion um 35mm-Archivkopien vertiefenswert) - um so mehr, als L.E. unter seinen teaching interests angibt
" ... the history of moving image technologies and the practice and ethics of archival film preservation and restoration."
Nanu - ein Archivar, der das 35mm-Filmbandoriginal nicht mehr schätzt?
http://www.enticknap...index_about.htm
#14
Geschrieben 20 November 2011 - 07:56
Sam sagte am 19 November 2011 - 23:01:
Er "wettert" gegen die weit verbreitete Ansicht, dass die Präsentation eines "Repertoire"-Filmes nur bei Filmband-Vorführung eine artgerechte Darbietungsweise sein soll und dass diese Art der Diskussionen oftmals mehr emotional als rational geführt werden.
Ich würde Herrn Enticknap wegen diesem einen Statement jetzt nicht mangelnde Achtung vor dem 35mm Filmband unterstellen. Verfolge seine Posts in der AMIA-L seit vielen, vielen Jahren und in deren Gesamtwürdigung erscheint er mir als ein Mann, der stets fundiert argumentiert und einen breiten praktioschen Erfahrungsschatz zu erkennen gibt.
#15
Geschrieben 20 November 2011 - 09:44
ATRIUM sagte am 20 October 2011 - 13:57:
Hat der Louvre nicht Fenster?
#16
Geschrieben 20 November 2011 - 15:46
Der Einwurf von Leo Enticknap hat die gewünschte sardonische Wirkung gehabt; er hat heute morgen, deutscher Zeit, nochmals nachgelegt. Durch den Zeitverzug beim Aufsetzen des dynamischen Links auf der Website des AMIA-L-Archivs, auch diese Mail, aufgrund ihrer grundlegenden Bedeutung, im Zitat als Wortlaut:
Zitat
Dawn Riordan writes:
"This does come across as a very cynical – and snide – remark that lumps in all repertory houses as using outdated and badly maintained equipment & environment. Perhaps the majority of art houses in his world are such creepy places, but in mine they are not."
You totally misunderstand my point. This was, using the example of King Kong, that the FILM projection equipment in use in theatres today creates a totally different aesthetic output to that which was in use in 1933. Therefore, if you reject DCP projection entirely on the curatorial grounds that it is inauthentic to the production period, then in order to be ethically consistent, you must also reject today's generation of film projection equipment, too. Here are some of the differences.
The projector in use would have used die cast iron components in the film transport (crucially, the intermittent) mechanism, resulting in vertical stability that doesn't even come close to that achieved today's aluminium and nylon moving parts. The light source would have been a carbon arc, which has a very different colour temperature to today's xenon bulbs. The lens would have had a far wider aperture and far lower depth of field than today's Iscos or Schneiders, meaning that focus and illumination across the screen would have been a lot less even. In a 1930s suburban theatre (large, single auditorium) there would typically have been a throw of 150 feet plus to a relatively small screen (12 - 15 feet by 6 - 8 ). The screen itself would have been no gain or negative gain, and probably metal coated to resist tobacco smoke. The screen illumination would have been 8-10 ft/l at most, compared to the 16 that is considered the default standard today. The photocell in the projector would have been selenium - far less gain and response than today's. Amplifiers would be vacuum tube (thermionic valve)-driven, and the speakers doped paper cone. A 5khz response range would be doing well. Today's systems can resolve a higher response range than most human ears.
So, all but a tiny handful of theatres that project film today will be giving their customers a totally different aesthetic experience to that experienced by audiences who saw a film made one or more generations ago on its initial release. I have yet to hear any rational argument, supported by objective data, as to why modern film projection provides an authentic viewing and listening experience, but DCP projection fundamentally does not.
What I am hearing, loudly and often, are expressions of emotion as to why we should try to stave off the inevitable and keep projecting film. This does seem to be film-specific, and I can't work out why. I have never heard anyone argue or assert that it is fundamentally unethical to present images originated on 2" quad in the form of modern digital copies, or analogue audio recordings in digital form. Yet in the case of images originated on film, this belief still appears to exist and to be widespread.
"The DCP technology is first and foremost a money-saving move by the film industry; no more print production, no more storage of prints, everything on reusable hard drives. No one in the exhibition industry is profiting by conversion to DCP."
And is saving money in itself a bad thing? My car does more miles per gallon than my last car did. It still gets me to work in the morning, and so I'm not complaining. Perhaps one issue in play here is the decades old "film vs. video" issue, which was characterised by value judgments and assertions that the electronic image could never be as "good" as film. Before high definition digital images became a mainstream technology, this was a pretty solid case to make: by any objective measure, even the highest quality incarnations of standard definition video (e.g. Digibeta) could not come close to matching the resolution and colour depth even of decades-old film emulsions. Watching something originated on film in the form of a telecine transfer was genuinely inferior: you were losing image information, and lots of it. But high def digital has changed that. Last night I was shown a scanner that resolves three pixels per individual grain of film. Hi def digital is a cost cutting technology relative to film, but it is also a genuine step forward in what electronic imaging can achieve. I can't think of any objective measure where, in most circumstances, it also sacrifices image information.
"The VPF model is in place for large circuits with multiple screens, showing first run product. Smaller art houses cannot get into the VPF program if they are not running first run films."
Exactly. Hence my point that the VPF model's widespread acceptance by the big chains is in the process of tipping the economies of scale against smaller, independent theatres that want to go on screening film. The current situation is misleading, because the conversion has resulted in tons of good quality film projectors being ripped out of theatres and placed on the market for next to nothing. You can get an as-new one for a few hundred. But that situation will not go on for long. Up until now, a big chain of 3,000 screens would buy projector bulbs by the truckload. The economies of scale involved in this enabled a small independent to buy one or two at a price they could afford. That is not going to last much longer.
"The many people I know who run art houses make film presentation a priority; people who work at multiplexes could care less. DCP is a system that multiplex people can run (when it’s operating correctly) and still be ignorant of best projection practices. Many good art houses have operators skilled in projection systems, and it’s their expertise that gives us a bright, sharp picture, perfect pitch sound and an amazing experience in the cinema."
I have been in multiplexes, arthouses and all sorts of other theatre where the technical presentation ranges from amazing to unwatchable. I have also projected in venues that are well equipped and can put on a good show, and ones that are poorly equipped and with no money from maintenance, where I was prevented from putting on a good show for reasons outside my control. There are some independent projectionists and techs who do amazing work. There is also a role call of theatre shame, unwritten but memorised by heart among archive and studio print managers, to where they absolutely will not allow their prints to be sent, because they know that they will be shown badly and come back trashed.
Yes, digital projection takes the craft skill out of theatrical presentation. But it also, potentially, removes the inconsistency. Theatre staff who want to put on a proper show will still be able to add tweaks and touches to a DCP presentation to make this happen. But bad ones who couldn't care less will, I think, have to work a lot harder to wreck the experience. And let us also remember that the working conditions for many projectionists are not that great. I have some wonderful memories of my time in the booth, but I do not miss hauling heavy prints up dozens of stairs, going 15 hours without seeing daylight or another human being, straining my eyes to adjust focus and racking, breathing in ozone fumes from the xenon bulbs, etc. etc.
But ultimately, the philosophical discussion is futile. Theatrical film projection in 2011 is almost over in all but a tiny handful of venues, just as the silent movie was almost over in 1931 in all but a tiny handful of venues. We can either be in denial about that, or work to find ways of ensuring that independent venues can transition to digital projection (such as the taxpayer-funded programs in a number of European countries have been doing), concentrate on helping projectionists to stay in the sector but contributing in other ways, and finding ways to ensure that arthouse, rep and archival re-release titles become available on decent quality DCPs as quickly as possible.
Leo
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"Film Fading to Black" auch deshalb, weil die einst inferiore Technologie der Fimpräsentation nurmehr durch die technische Entwicklung der letzten Jahre superior geworden ist.
Es bleibt die kulturpolitische Frage, was eigentlich "förderungswürdig" sein sollte: Schon beim Kauf veraltete D-Projektionssysteme zu subventionieren, bei denen der Theaterbesitzer wieder auf AfA-Rücklagen verzichten kann und ins nächste Messer der Nachfolgeinvestition läuft (und sich die Marktbereinigung damit nur verzögert), oder aber die Förderung und gezielte Ingangsetzung der Erschließung weiter Teile der Fimgeschichte durch Digitalisierung und DCIs, insbesondere ihrer kommerziell unattraktiven Anteile ?
Das scheint mir mehr eine politische Frage zu werden...
+++
#17
Geschrieben 20 November 2011 - 16:19
http://www.nytimes.c...se-of-loss.html
+++
#18
Geschrieben 20 November 2011 - 20:18
ATRIUM sagte am 20 November 2011 - 15:46:
Du hast mich nicht verstanden. Ich zielte auf die zeitgerechte Situation mit Kerzenlicht ab. Sicher, das Gemälde ist älter als die Louvre-Galerien, doch die Erfindung des Fensters ist älter als das genannte Gemälde. Darüber hinaus konnte man Fenster immer passend verhüllen, es brauchte nie grelles Sonnenlicht auf Mona Lisa fallen.
#19
Geschrieben 21 November 2011 - 19:35
http://www.faz.net/a...e-11528760.html
+++
#20
Geschrieben 21 November 2011 - 20:41
Diesen ersten Satz der Einleitung finde ich schon bezeichnend für die Abscheulichkeit der Arbeitgeber (Marguerite Duras).
Wenn es beim schweizerischen Filmarchiv auch so ein Gezwänge wird, dann kann ich nur noch achselzuckend festhalten, daß im Gegensatz zur Aussage von Sir Arthur Elton* von den Lehrern nichts zu erwarten ist. Freddy Buache, Hervé Dumont, Marc Wehrlin, mit denen allen ich persönlich zu tun hatte, sind Enttäuscher in Reinkultur, wenn nicht sogar wahre Täuscher. Ich habe Lügengeschichten erlebt, Ausreden, leere Versprechungen. Frédéric Maire hat noch eine Chance. Wie hat Buache im Vorwort zu Les cinémathèques, ISBN 2-85956-732-1, 1983, gepowert: Lʼordinateur va remplacer la mémoire dʼun seul capitaine qui savait tout de sa cargaison, état des copies et valeurs subjectives des contenus. ( . . . ) Les cinémathèques risquent de nʼêtre alors que lʼenvers de ce quʼelles furent: non plus des sources jaillissantes et mal captées, mais des bureaux parmi dʼautres bureaux, soumis à lʼordre stérile de la robotique.
Übersetzung: Der Rechner wird das Gedächtnis eines einzelnen Kapitäns ersetzen, der alles kannte seiner Fracht, Zustand der Kopien und subjektive Werte der Inhalte. Die Filmarchive drohen nichts anderes zu sein als das Gegenteil davon, was sie waren: nicht mehr sprudelnde und schlecht gefaßte Quellen, sondern Verwaltungsposten unter anderen Verwaltungsposten, der sterilen Ordnung der Robotik unterworfen.
Digitaldatenanhäufung ist alles andere als Filmerhaltung, die Entmaterialisierung ist Entfernung vom Gegenstand Film, Entfernung des Films. Ich werde immer wieder sagen, daß Computertechnik, Binär-Numerik, Video, Fernsehen, alles in Ordnung ist, jedoch nie und nimmer irgend etwas mit Film zu tun haben. Man kann mit elektronischen Geräten nicht filmen. Das ist begriffliche Lüge wie die Sache mit der Schreibmaschine. Schreiben tut man von Hand, ich meine mit der Hand auf dem Schiefer oder dem Papier, das Maschinelle ist Tippen, Setzen, Tasten, Eingeben, aber nicht Schreiben. Zur Erhaltung filmischen Erbes taugt nur die Filmtechnik, und zwar durch Weiterentwicklung bei gleichzeitigem Fortführen der Tradition. Es ist viel gewonnen, wenn da und dort wieder am Schneidetisch gearbeitet wird, es wird davon in Foren berichtet. Helmut Herbst**, 1989:
»Lob des Widerstands
Doch unten in den Katakomben, wird es da weiterhin jene geben, die mit krakelnder Feder über Lithosteine gebeugt, in Säure- und Chemikaliendämpfe gehüllt, mit Radierplatten und nostalgischen Filmen hantieren, nicht gerade bei Kerzenschein, aber doch bei schlechter Beleuchtung und ebenso schlechtem Leumund?
( . . . )
Der klassische künstlerische Prozeß ist materialbezogen. Bei ihm führt die handwerkliche Auseinandersetzung mit dem Material zu künstlerischen Lösungen. Ihm gilt es, immer wieder den Widerstand des Trägermaterials niederzuringen.«
Wenn das Kino den Bach hinuntergeht, bitte. Film verschwindet nie. Er wird immer wieder neu geboren werden wie das Buch, das Gemälde, die Schraube, das Gewebe. Ich bleibe beim Film.
________________________________
* Pionier des britischen Dokumentarfilms, Autor, Produzent, Regisseur, Kritiker
** Geboren am 2. Dezember 1934

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