35mm-Vorführtermine
#1
Geschrieben 10 Februar 2010 - 21:25
Unter 70mm-Vorführtermine wurden verschiedene Sonntagstermine von 70mm-Actionfilmen in der Karlsruher Schauburg genannnt. Es werden aber auch einige Schätzchen auf 35mm gespielt und die Ankündigung dazu habe ich noch nirgends gefunden, ausser im Flyer des Kinos bzw. den Schaukästen.
Vielleicht interessiert es den einen oder anderen:
14.3.2010 James Bond - Goldfinger
25.4.2010 Indiana Jones and the kingdom of the crystal skull (OV)
2.5.201 Jagd auf Roter Oktober
9.5.2010 James Bond - Feuerball
23.5.2010 Matrix
30.5.2010 Zwei stahlharte Profis
Aus gewöhnlich gut informierten Kreisen :-) habe ich gehört, dass Anfang Juni eine Vorführung von Sergio Corbuccis "Il Mercenario" geplant ist.
#2
Geschrieben 11 Februar 2010 - 09:44
IB Tech oder Fuji? Kommen die von Interneg.?
#3
Geschrieben 11 Februar 2010 - 09:48
eastwood sagte:
IB Tech oder Fuji?
GOLDFINGER, THUNDERBALL und IL MERCANARIO ist beides IB Technicolor.
Das "Gold" in GOLDFINGER wurde dabei eigens in 4 Prozesslinie aufgedruckt, nannte man das Degussa Verfahren, sehr selten!!
#4
Geschrieben 11 Februar 2010 - 10:18
Die alten IB Tech Sachen sind ja schärfetechnisch um LÄNGEN besser. Zumindest ist das mein persönliches Empfinden.
#5
Geschrieben 11 Februar 2010 - 21:20
Zitat
Das "Gold" in GOLDFINGER wurde dabei eigens in 4 Prozesslinie aufgedruckt, nannte man das Degussa Verfahren, sehr selten!!
Richtig, wobei man vielleicht noch erwähnen sollte, das sich während der Dreharbeiten der Degussa-Consultant mit dem Technicolor-Consultant eine legendäre Schlägerei geliefert hat, weil jeder die Goldfarbe auf Bondgirl Shirley Eaton auftragen wollte. Der Degussa-Consultant gewann, weil er dem Technicolor-Consultant seinen Musterkoffer (gefüllt mit der schweren Goldfarbe) über die Rübe zog.
#6
Geschrieben 24 Februar 2010 - 09:04
Sonntag, 21. März um 13.00 Uhr
in der Sonntags-Matinee Reihe "Abenteuer Erde"
"Herrscher des Urwalds"
Belgien 1958 - 90 Minuten
Aufgenommen in 35mm CinemaScope® (1:2.55)
Präsentiert in 35mm CinemaScope® (1:2,55)/ 4-Kanal-Stereo-Magnetton / Deutsche Fassung
Regie: Heinz Sielmann, Henry Brandt
Kamera: Paul Grupp, Kurt Neubert
Deutsche Erstaufführung: 10. März 1959
Authentische 35mm 4-Kanal-Magnetton (DeLuxe) Kopie aus dem Jahre 1959
"Der Film beginnt mit einer kurzen Darstellung der Entstehung des Urwaldes, der Savanne und der Gebirge. Dann wechselt der Blick aus der unwirklich anmutenden tropischen Hochgebirgsvegetation zu den typischen Tieren der weiten afrikanischen Savanne zu Elefanten, Antilopen, Löwen und den Schreiseeadlern. In der Nacht gehen die Flußpferde, Leoparden und Hyänen auf Nahrungssuche. Ein Erdferkel reißt mit seinen steinharten Krallen die Termitenwälle ein und leimt die Termiten an seiner langen klebrigen Zunge fest. Auf den afrikanischen Vogelsee kommen täglich Scharen von Kronen-Kranichen. Ihre Tänze werden von den jungen Mädchen der Watussis nahezu vollendet kopiert.
Jedes Jahr, wenn die große Trockenheit kommt, beginnt eine Zeit der Not für Mensch und Tier. Zauberer versuchen zwar den Regen zu beschwören, doch der fällt hunderte Kilometer weiter im Kongo-Regenwald. Für die Aufnahmen im tropischen Regenwald benötigte das Filmteam mehr als 10 Monate. Prächtige Kongo-Pfauen stolzieren ins Bild, Palmfruchtgeier, Kronenadler, Nashornvögel, das Okapi, das Riesenschuppentier, der Urwald-Waran und schließlich und endlich die Gorillas. Zum ersten Mal wird das Leben einer Gorilla-Familie über sieben Monate studiert und gefilmt. Es ist eine beeindruckende Szenerie: Vor der Kamera steht ein fünf Zentner schwerer und zwei Meter großer Gorilla, der die Bananenstämme wie Streichhölzer knickt. Trotz dieser respekteinflößenden Erfahrungen bezeichnen sich die Menschen in dieser Region - die Pygmoiden - als "Herrscher des Urwaldes". Wie ihre Riten zeigen, ist ihr Leben eng mit der Natur und der Tierwelt verbunden."
Text: 16. Internationales Dokumentarfilm-Festival, München
Der Film wurde weltweit in den 50/60er Jahren von 20th Century Fox sehr erfolgreich vertrieben.
In den USA hieß der Film "Masters of the Congo Jungle" und den Kommentar sprach Orson Welles.

US-Erstaufführungsplakat
Einige screen-shots:






Die 35mm CinemaScope 1:2,55 4-Kanal-Magnettonkopie (DeLuxe) weist trotz Ihres Alters (über 50 Jahre alt) noch eine erstaunliche Dichte auf. Sehr schön gefiel uns bei der ersten Sichtung die Qualität der Tonmischung. Besonders die Tier- und Dschungelgeräusche sind hervorragend und athmospärisch dicht über alle 4 Kanäle gemischt. Hier hat man sich sehr viel Mühe bei Aufnahme, Tonschnitt und Mischung der Geräusche und Musiken (Richard Cornu) gegeben. Die Synchronisation (des Sprechers Kurt Joachim Fischer) lag in den bewährten Händen von Josef Wolfs Ultra Film in Berlin.

Heinz Sielmann und König Leopold III. (schaut durch die Kamera) während der Dreharbeiten zu HERRSCHER DES URWALDS.
Zur Zeit der Entstehung des Filmes (1959) war, wie der Name schon sagt, das Land BELGISCH-KONGO eine belgische Kolonie, später dann unter dem Diktator Mobutu nannte es sich "Zaire", heute die DEMOKRATISCHE REPUBLIK CONGO.
Der Film wurde mit ARRI II. sowie Bausch & Lomb CinemaScope Vorsätzen gedreht.
Zur Vorführung des Filmes am 21. März wird einen historische ARRI II. 35mm Kamera auf Holzstativ sowie Original Bausch & Lomb CinemaScope Vorsatz im Foyer zu besichtigen sein. (Dank an @magentacine für diese wertvollen Exponate)
Die Vorführung findet in Zusammenarbeit mit der Heinz Sielmann Stiftung statt.

Der Eintritt zu Film und begleitender Ausstellung ist kostenlos ...
#7
Geschrieben 16 März 2010 - 08:33
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Schönes Anzeigenmotiv von Kurt Dill - handgezeichnet -

Aus dem handcolorierten Fotosatz:




Vorführung diesen Sonntag, 21. März um 13.00
Südkurve Schauburg, Karlsruhe
Museumskopie aus der EA in 4-Kanal-Magnetton und CinemaScope
Eintritt frei ...
#8
Geschrieben 18 März 2010 - 15:01
... ein gewaltiges Filmwerk voll ungeheurer emotionaler Kraft ...
Aus Tradition ... am Karfreitag, 2. April 2010 um 13.00 Uhr in der Schauburg, Karlsruhe ...
"BEN HUR"
35mm Kopie in 4-Kanal-Magnetraumton
deutsche Fassung
Eine der wenigen Gelegenheiten, den Film in einer noch farblich zufriedenstellenden Kopie (leicht gefadet) auf der Südkurve zu sehen und Miklós Rózsa's grandiose Musik in 4-Kanal-Magnettontechnik zu hören.
Selbstverständlich komplett mit Ouvertüre, Pause etc.





farbrekonstruierte Scans aus der original MGM-Camera65 Kopie
#9
Geschrieben 18 März 2010 - 15:14
life of brian
natürlich auch 24.12.
Bilder in der Gallery
#11
Geschrieben 29 Juni 2010 - 06:54
Kommenden Sonntag, 4. Juli um 15.00 Uhr
Schauburg, Karlsruhe - Großer "Cinerama" Saal

"Panzerkreuzer Potemkin"
BRONENOSEZ POTEMKIN
SU 1925
Regie: Sergej Eisenstein
Ko-Regie: Grigori Alexandrow
Produktion: Erstes Studio des Goskino
Russische 35mm Kopie mit russischen Zwischentiteln
Gezeigt wird die sogenannte "Jubiläumsfassung", über die Ulrich Wünschel schreibt:
"Im Jahre 1975 wurde in der Sowjetunion eine „Jubiläumsfassung“ von Panzerkreuzer Potemkin erarbeitet, die damals als die vollständigste galt. Originalgetreu war sie jedoch nicht, denn für eine Tonspur, auf der Musik und Geräusche untergebracht waren, hatte man das Bildformat beschneiden und die Bildgeschwindigkeit erhöhen müssen. Unter der Maßgabe „Ein sowjetischer Film braucht sowjetische Musik!“ wurden von den sowjetischen Musikwissenschaftlern Arsenij Lapissow und Alexander Kliot Auszüge aus verschiedenen Symphonien von Dimitri Schostakowitsch zusammengestellt und von dem Orchester der Leningrader Philharmonie eingespielt. Die verwendeten Auszüge entstammen den Symphonien Nr. 4, Nr. 5, Nr. 8, Nr. 10 und Nr. 11.
Als „Patchwork“ haben einige Kritiker die Verwendung der Symphonien Dimitri Schostakowitschs abgetan. Doch was ist eigentlich in der Musik Dimitri Schostakowitschs enthalten, und warum verbindet sie sich so perfekt mit Panzerkreuzer Potemkin? Die Werke von Dimitri Schostakowitsch sind musikalischer Zeuge, Chronist und Ankläger der Stalinisierung der Sowjetunion. Ihre Entstehung war begleitet von den Vorwürfen des Formalismus, von Aufführungsverboten, von der Angst vor staatlicher Willkür, von „Chaos statt Musik“ (einem vernichtenden Artikel aus der Feder Joseph Stalins über der Oper Lady Macbeth von Mzensk), von der Titulierung „Volksfeind“ auf Konzertplakaten. Künstlerische Entfaltung in Unfreiheit. Doch vor allem seine Symphonien lassen all dies hinter sich: Sie sind Musik auf der Höhe des 20. Jahrhunderts, von seltener Tiefe, Ironie, Intelligenz, Erschütterung und Hoffnung. Die Musik kann uns zu einem besseren und umfassenderen Verständnis der Entwicklung der Sowjetunion führen: vom Geist des Aufbruchs während der Oktoberrevolution zu dessen Vereinnahmung und Verstümmelung durch Joseph Stalin, von der Tauwetter-Periode unter Nikita Chruschtschow zum Stillstand und schließlich zum Niedergang der Ära von Leonid Breschnew."
© Auszug aus http://www.frankstro...de/deutsche_Ver ... jekt1.html
Mit Einführung und anschließendem Filmgespräch ...
#12
Geschrieben 01 Juli 2010 - 06:28
Als das Restaurierungsprojekt 2005 begann, saßen wir im BArch und betrachteten die bestmögliche Gosfilmofond-Kopie: von schrecklichen Internegativen und Anschlussfehlern durchsetzt.
Da E.P. zunächst an syntaktischer Vollständigkeit interessiert war, wurde die Diskussion über die Ausgangsmaterialien auf die Folgewoche vertagt.
In der unglücklicherweise das Originalnegativ keine Ausführgenehmigung bekam, auch wenn man spezielle Printer mit eingeführt hätte.
Glücklicherweise existierten aber nachwievor die drei Nitro-Originalkopien der englischen Fassung der 30er Jahre, deren Kopierung mir vorteilhaft erschien.
Wurde also gemacht und das Ergebnis war recht gut und Welten anders als die "Jubiläumsfassung von 1975". Die Wiederaufführung der Restaurierung von 2005 in der Volksbühne war ein Triumpf.
Wie es nun zum Wiedereinsatz dieser "Geisterkopie" kommt, mag der Veranstalter beantworten. Völlig inakzeptabel in meinen Augen.
Und in anbetracht der hier kommerziellen Bewerbung (die als solche nicht kenntlich gemacht ist) auch leicht dubios.
#13
Geschrieben 01 Juli 2010 - 07:25
cinerama sagte:
Ich liebe diese Rollenverteilung: Wir legen die Eier und Du gackerst dazu :-)
Diese Kopie zu zeigen war eine bewußte Entscheidung des Dozenten, der dies in der Einführung auch begründen wird. Vielleicht führen Dich deine Kino-"Rundgänge" vorbei, dann kannst Du es Dir in der Einleitung anhören und anschließend mitdiskutieren.
Habe überhaupt nichts dagegen und würde es sehr begrüßen, wenn Du in Berlin (oder anderswo) Deine favorisierte Fassung vorstellst ... dafür, da gehen sicher alle Forumsuser mit mir konform, darfst Du dann auch hier hinweisen ...
#14
Geschrieben 01 Juli 2010 - 13:45
Schade - sowas ist ein eines öffentlichen Forums nicht würdig.
-
Zufällig telefonierte ich letzte Woche im Auftrag eines Kulturvereins mit S.K. von TF in München. Vielleicht mag sich preston sturges sich an die Realitäten halten?
Anstatt die Wahrheit auf den Tisch zu bringen - oder auf die bessere Fassung zu warten - liest man jetzt von dieser wirklich grausamen Film-Verstümmelung.
Richtig haben es die M.M.-Kinobetriebe in Essen gemacht - Respekt: Plazierung im richtigen Kinosaal (Baujahr übrigens im gleichen Jahrzehnt des Panzerkreuzer-Drehs),:
http://www.lichtburg...en.de/downloads ... _Flyer.pdf
Und hier das übliche Gegacker (der Film wurde vorbildlich photochemisch umkopiert!):
Die digitale Frischzellenkur hat dem "Panzerkreuzer" in punkto Bildqualität ungemein gut getan und zeigt zudem Szenen, an deren Veröffentlichung seinerzeit weder die russischen noch die deutschen Machthaber interessiert waren.
Aus: http://www.derwesten...kultur/film/Res ... 17783.html
Die Kulturstiftung des Bundes hat den Verstümmelungen und auch den technischen Verschleißerscheinungen ein Ende bereitet: Ihrer Initiative ist es zu verdanken, dass das Meisterwerk endlich wieder komplett und restauriert zu sehen ist. Bis heute verschlägt der Film dem Publikum den Atem, vor allem wegen der dramatischen und Eisensteins kühne Montage, der Rhythmus der Schnitte, die Brillanz der Lichtführung, der Kontrast zwischen Chaos und Elegie, vor allem aber die soziale Konfrontation sind ein einzigartiges kinematographisches Spektakel.
Aus: http://www.kulturkur...ung_116247.html
Am 27. Januar präsentiert die "Lichtburg" in Essen eine Fassung des Klassikers "Panzerkreuzer Potemkin", die fast originalgetreu ist. Der Film von Sergej Eisenstein (1925) wurde seinerzeit erheblich zensiert und deshalb konnte man ihn viele Jahrzehnte nur in einer unvollständigen Version schauen. Das Original der Filmmusik war ebenfalls lange Zeit unauffindbar. Der Filmhistoriker Enno Patalas konnte eine historische Kopie wiederherstellen. Zum ersten Mal wurde die restaurierte Version auf der Berlinale 2005 vorgeführt.
Aus: http://www.dw-world....3034644,00.html
Auch die Rezitationen über Leonid Iljitsch Breschnev helfen diesem Film in seiner Verstümmelung nicht weiter.
Aus: http://www.ueber-set...com/filmbilder/ ... emkin(1925)007.jpgBin ein grosser Freund verschiedener Versionen und auch älterer Kopien und Formate, selbst wenn der Rotstich einem wie ein Krebs die Waden beisst. :lol:
Aber ein solcher PANZERKREUZER - das ist tiefste Provinz.
#15
Geschrieben 01 Juli 2010 - 13:48
Eine Einführung wurde von Naum Kleiman vom Moskauer Filmmuseum gegeben.
Die dort gezeigte Fassung machte einen sehr guten Eindruck.
#17
Geschrieben 01 Juli 2010 - 15:18
Ich werde es in hundert Jahren nicht verstehen. :roll:
Nichts gegen eine sachliche Diskussion ...
#18
Geschrieben 01 Juli 2010 - 15:51
Schau Dir das Ergebnis erst einmal unvoreingenommen ein - und dann die restaurierte Fassung, die ja in Dtld. erhältlich ist, zum Vergleich.
So was geht einfach nicht ohne Anmerkung, denn die Altfassung schädigt das Team um Eisenstein und POTEMKIN als historisches Gut.
Oder spielt hier jemand noch die 16mm-Kurzfassungen von METROPOLIS aus den 60er Jahren? (Die besser aussahen als die POTEMKIN-Fassung von 1975 auf 35mm). Oder CLEOPATRA in der 155 Minuten-Version der deutschen Fox?
Ich halte das - offen gesagt - für einen Rückschlag in den Bemühungen um das Erbe.
Ein Mindestmass an Kundigkeit und kritischem Umgang mit den verfügbaren Quellen - das darf man erwarten.
Was absichtlich hier totgeschwiegen wird.
#19
Geschrieben 01 Juli 2010 - 21:21
Ich kenne diesen Film nur mit Tonspur und einer symphonischen Musik. Als Einleitung spricht der NS Wochenschausprecher einen kommunistischen Text, herausgebracht für die KPD und um 1930 SO in weimardeutschen Filmtheatern gezeigt, gezogen auf Agfa Nitratmaterial, ist das die Kopie, die mir vorlag und die ich als der dem Entstehungsjahr nächstliegende kenne.
Im großen Saal vorführen, das ist mit dieser Kopie aus Sicherheitsgründen heute verboten.
Warum die Kritik an einer Vorführung einer neueren Fassung? Diese ist bestimmt nicht suboptimaler, als irgendeine andere.
Ich kenne den P. nicht aus meiner Programmkinozeit der 80er, sondern nur aus der privat archibvierten KPD Kopie bei uns.
Nimm mir die Kritik nicht übel, aber das hier
Zitat
lkann ich so nicht stehenlassen. Das Filmtheater stammt nämlich aus 1953, der Originalbau ging im NS Größenwahn in den Bomben unter.
#20
Geschrieben 02 Juli 2010 - 17:29
cinerama sagte:
Oder spielt hier jemand noch die 16mm-Kurzfassungen von METROPOLIS aus den 60er Jahren? (Die besser aussahen als die POTEMKIN-Fassung von 1975 auf 35mm). Oder CLEOPATRA in der 155 Minuten-Version der deutschen Fox?
Ich halte das - offen gesagt - für einen Rückschlag in den Bemühungen um das Erbe.
Ein Mindestmass an Kundigkeit und kritischem Umgang mit den verfügbaren Quellen - das darf man erwarten.
Was absichtlich hier totgeschwiegen wird.
Was hat denn METROPOLIS in 16mm und CLEOPATRA in einer gekürzten Fassung mit PANZERKREUTZER POTEMKIN zu tun?
Und die Wiederaufführung der Restaurierung von 2005 in der Volksbühne Berlin war auch nicht für alle Kritiker ein Triumpf, sondern wurde durchaus kontrovers diskutiert.
Stummfilm Experte Daniel Kothenschulte schrieb seinerzeit in der Frankfurter Rundschau über die 2005 Fassung ...
"Die neueste Rekonstruktion des großen Filmhistorikers Enno Patalas leistet im Grunde nichts, was nicht schon seine letzte Fassung des Films von 1986 aus dem Münchner Filmmuseum erreichte. Wieder ist Edmund Meisels für die kürzere deutsche Zensurfassung komponierte Musik umarrangiert worden, um auf die Originalversion zu passen – die sich ihrerseits nur in wenigen Augenblicken von Naum Klejmans sovjetischer Rekonstruktion von 1976 unterscheidet. ... Hier hätte man das Projekt ebenso gut absagen können. Was hier entstand, war nur eine weitere luftige Stadtschlossfassade. Ein Potemkinsches Dorf"
Enno Patalas sagt selber ...
"Insgesamt kommt die neue "Berliner Fassung" auf 1335 Einstellungen, 15 mehr als die bisher vollständigste, die "Jubiläums-Fassung".
Die russische Jubiläumsfassung von 1976 des PANZERKREUZER POTEMKIN gilt durchaus als eine bemühte Rekonstruktion des Filmes, auf der weitere Rekonstruktionen aufbauen und referenzieren.
Keineswegs also als "Geisterkopie" oder "grausame Film-Verstümmellung" ... da liegst Du mit Deiner Meinung alleine.
Warum sich also nicht einmal auf die russische Rezeptionsgeschichte des Filmes einlassen? Oder sogar auf die Musikfassung der Pet-Shop Boys zu PANZERKREUZER POTEMKIN?
Oder gar eine weitere Neu-Komposition ... ??

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