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Ernemann

Kasch Steuerung

19 Beiträge in diesem Thema

Hallo Kollegen,

 

kennt von Euch zufällig jemand die unten abgebildete Kasch Steuerung? Ich hoffe darauf, dass es sich um eine Kleinserie von einem der üblichen Kinoausstatter handelt. Wenn ja, hat vielleicht auch jemand Schaltunterlagen dazu?

 

Vielen Dank und viele Grüße

Pascal

20181227_205236.jpg

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Glaube ich weniger, ist ja aus diversen Jahrgängen der Schützfertigung zusammengebaut. Pascal, das ist nicht schwierig, herauszubekommen was was macht. Die 5 poligen Schütze dürften die für den Motor sein, als Phasenwender mit gegenseitiger Verriegelung und Selbsthaltung. Die werden heute m.W. so nicht mehr hergestellt.

Dann dürfte das die Formate 1.37 = Zu, 1,66 und 1,85 und CS = Auf haben. und eventuell noch das 2.0 oder ein STOP.

Fährt immer von ZU gegen AUF und wird über die Mikroschalteröffner des Motors aufs Format gebracht.

Die verdrillten Schwachstromkabel mit den 42V gehen an die Mikroschalter, die schwarzen 1,5mm² NYM an die Tasten, U,V,W ist Netz mit 380V, MP ist Nullleiter für den 220V/42V Trafo und R,S,T geht an den 380V Motor. Soweit meine Erkenntnisse über diese alten Steuerungen.

Jens

bearbeitet von Jensg (Änderungen anzeigen)

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Hallo Pascal,

 

von der Art her erinnert das tatsächlich an Schlosser Schneider und seine Jovo Produkte. Wir haben so etwas als Vert Kaschsteuerung. Prizipiell 2 Endstellungen mit 1 Zwischenhalt, der von jeder Position aus eingefahren werden kann.  (Hier wohl nur in 1 Richtung, und dann wieder über die andere Endstellung. m.E. braucht man 1 Relais mehr)

Davon habe ich auch die Dokumentation. Sie lag in dem Schaltkasten.

Die von Jens genannte Schütz Mischbestückung und die Lüsterklemmen anstelle von Reihenklemmen lassen mich daran aber dann  wieder zweifeln. Und der Trafo für die Steuerung war ebenfalls auf der Klemmleiste abgelegt, mit einer Feinsicherung im Stromkreis. Zudem hatte der Motorstromkreis einen (vorgeschriebenen) Motorschutzschalter vor den Schützen.

Schneider war/ist zwar "nur" ein Manufakturfertiger, dennoch war die Ausführung Industrieüblich und VDE gemäß.

Dass eines der Motorschütze mal getauscht wurde, das kann sein.

Und so richtig schwierig ist die Schaltung ja nicht zu durchschauen.

Die symmetrische Telefonleitung geht zu den Fernsteuertasten, die mit den Zahlen zum Steuergeber, und dann Netz- und Motoranschluß (dieser bitte über MSS 0,6A).

Drähte verfolgen, Schaltung aufzeichnen, und dann wird vieles deutlicher.

 

-St

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Solche Drehstrom-Wendeschütze mit Softanlauf und integrierten Sicherheitsfunktionen bis hin zur Verriegelung gibt es doch sicher auch schon fertig als integrierte Baugruppen für Hutschiene, oder? Sicher, eine grundsätzlich funktionierende Schaltung mit Standard-Schützen kann man einfacher reparieren, und auch der Funktionstest ohne angeschlossenen Motor ist einfacher machbar.

 

Ich habe vor einiger Zeit mal einen nagelneuen JOVO Motor mit reichlich Mikroschaltern für Kollegen geschossen, aber leider war die Steuerung nicht dabei, und Schneider konnte auch nur soweit helfen, als daß 'normalerweise die Steuerung immer dabei ist'. Der kauft das denke ich auch nur zu und hat selbst wohl mehr Ahnung von Mechanik als von der Elektrik.

 

- Carsten

 

 

bearbeitet von carstenk (Änderungen anzeigen)

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Macht man heute mit kleinen Bausteinen mit Touchscreen und Drehgeber an der Trommelwelle bei Riemenantrieben oder an der Motorwelle bei Winkelgetriebemotoren. Bin ich auch dran, als Ersatz für so manche SPS-Lösungen. Ist dann auch Netwerkfähig, der Touchscreen dient dann im Grunde nur der einfacheren Bedienung und Sollwertprogrammierung. Eine kleine Positionierungssteuerung für kleinen Aufgaben mit mehreren Transistorausgängen zum Relais schalten. Geht auch mit 'nem Arduino, Rasperry usw., wenn man programmieren will.

Jens

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Man kann alles selbst machen, aber der zentrale Teil mit Sicherheitskomponenten ist schon netter als erprobtes Modul aus dem Industriebereich zu beziehen. Wer will schon eine amoklaufende Vorhangsteuerung, weil der Controller grade einen Schluckauf hat.

 

- Carsten

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Herzlichen Dank für Eure Antworten. Wo ich Jovo-Antrieb lese, fällt mir ein, dass ich mit den Steuerungen auch eine Zugmaschinen abgebaut habe. Und siehe da, es ist eine Jovo-Zugmaschine. Anbei ein Bild der Zugmaschine und auch eines der zweiten Steuerung. Dort sind die Schütze noch einheitlich, vermutlich waren bei der anderen die beiden mal defekt. Carsten,  über schaltunterlagen würde ich mich sehr freuen.  Sicher kann man das auch rausfinden, aber mit Unterlagen ist es natürlich bequemer;)

 

Viele Grüße

Pascal

20181228_183141.jpg

20181228_183238.jpg

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PDF war doch nicht soweit weg wie gedacht...

Bildet vermutlich deine Schaltung nicht vollständig ab, aber besser als garnichts...

 

Wenn Du eine der Steuerungen los werden willst, mach mir ein Angebot, die Kollegen wären vermutlich froh über eine halbwegs bezahlbare simplere Alternative. Da hat zwar irgendein Spezl was mit SPS und was weiss ich nicht noch alles gebaut, aber leider nix dokumentiert und die sind für Änderungen nicht mehr greifbar, und die Lösung ist nicht wirklich für den Kinoeinsatz brauchbar.

 

- Carsten

Schaltplan AVZ 25-50 P1.PDF

bearbeitet von carstenk (Änderungen anzeigen)

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Noch eine Frage zu den Endschaltern: Sehe ich das richtig, dass Endschalter 1 und 2 sowie Endschalter 5 und 6 jeweils gleich eingestellt werden müssen? Endschalter 3 und 4 stehen unterschiedlich, sodass es für BW aus der jeweiligen Richtung passt, richtig?

 

Danke und viele Grüße

Pascal

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Hm, kenne die Dinger mit den Endschaltern nur als von Zu auf AUF die Positionen anfahrend. Klar kannst du auch eventuell ein Format von AUF auf ZU nutzen. Nur ist das im Kinobetrieb unüblich gewesen. Vorhang/Kasch bei Beginn ZU, dann auf das kleinere Format fahren fürs Vorprogramm und dann, nach Vorhang ZU, auf CS fahren hinter dem Vorhang. Lichtspieltheaterbetrieb halt. Da gabs nicht, Vorprogramm in CS und dann auf BW fahren. Das geht vernünftig nur mit Positionsgeber/Drehgeber auf der Trommelwelle.

Die alten Formate waren 1.37, 1.66, 2.0 und CS. Als dasn 1.85 dazu kam, nutze man ein Format um. Drehschalter im BWR, keine Relaissteuereung. Die mit Relais waren dann schon für die Tasten, aber immer von ZU gegen AUF.

Jens

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So wie ich den Schaltplan von Carsten lese, kann man sowohl von CS, als auch von N nach BW fahren. Über zwei extra Endschalter weiß die Steuerung wo die Kaschierung grade steht. 

Beim Saalverdunkler geht es ja auch mit Schützen und Endschaltern von hell und von dunkel nach halb. Ist ja das gleiche.

 

Grüße Pascal 

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Das kannst Du, die Steuerung kann aus jeder in jede Stellung fahren. Du hast auch richtig erkannt, dass die beiden Endlageschalter gleich stehen müssen, während die mittleren Schalter je nach Fahrrichtung auf den Zwischenstop justiert werden müssen.

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Die einfacheren älteren Steuerungen waren mit Umpolschaltern direkt in den Motoren realisiert. Da war 'zwischendrin' nix mit Richtungsumkehr, man musste in die Endpositionen. Mit Drehstrommotor und Wendeschütz geht das aus jeder beliebigen Position heraus.

 

- Carsten

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Die mit direkter Fahrbarkeit in alle Zwischenstellung, Kaschierungsautomat (im Prinzip ein Aufzugssteuerwerk), gab es schon immer bei Jovo.

Nur, die relativ komplexe Relaissteurung hatte ihren Preis, den nicht jeder ausgeben wollte. Für die günstige Lösung gab es dann halt die Variante, bei der Zwischenstellungen je Schaltung nur über Zu, bzw. Auf angefahren werden konnten.

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Und dabei nicht vergessen, das an Mikroschalter über Nocken fahren bedeutet, das die Positionen nicht gleich sind, ob man von Auf oder von Zu anfährt. Daher klappt das mechanisch nicht, an die gleiche Position zu fahren. Das geht nur dann, wenn die Schalter oben an der Vorhangschiene sind, oder mit den Endschaltern (da gibts nämlich immer nur eine Richtung), oder mit Drehgeber, die keine mechanische Rampe auf der Nocke kennen.

Beim Aufzugswek sind die Schalter auch am Stockwerk und nicht auf der Seiltrommel angebracht, deshalb funktioniert das auch. Je nach Bremse mal besser oder weniger gut je nach Beladung.

Jens

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Bei Aufzügen, Jens, ist auch so ein Mitlaufwerk dran, was indirekt mit der Stellung der Kabine übereinstimmt, und mit den Nocken relativ genau die Bremsstellung einfährt.

 

Die ostzonale Kaschierungswinde KA 65, 2 End und 3 Zwischenstellungen, ist relativ genau einer Aufzugsanlagensteuerung nachempfunden, sogar mit Bremsmagnet für den Motor. Die Relais entsprechen im Detail den Typen einer Flohr-Otis Aufzugsanlage der 50er.

Laut Anleitung kann das Gerät nämlich auch für Schranken und Kleinaufzüge benutzt werden, z.B. als Aktenaufzug hab ich in einem alten Postamt die gleiche Winde schon gesehen.

Die Steuerung der letzten Ausführung, mit TTL IC kam von Takraf, VEB Voigtländischer Aufzugsbau. Und auch die Rückmeldeleuchten für den Standort sind aus dem Aufzugsbau. Im Kino bräuchte man die, siehe Schneider Winden, wohl kaum.

 

-St

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