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70 mm - Vorführtermine (In- und Ausland)


cinerama
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@cinerama hat leider recht: Die richtige Initiative, nur eben viele Jahre zu spät. Die zeitgenössischen Originalkopien sind stark verändert, die Mehrzahl der neuen Kopien vermag nicht den "Aha-Effekt" bei Publikum auszulösen, der 70-mm-spezifisch ist.

 

Ein Grund für jahrzehntelanges Nichtstun mag auch sein, daß früher manche Menschen mit kultureller Entscheidungsbefugnis gerade "Monumentalfilme" nicht leiden konnten bzw. aus ideologischen Erwägungen strikt ablehnten, hin bis zum blanken Haß und geäußerten Vernichtungsphantasien.

 

Lawrence=Herrenmenschen-Faschismus

Ben-Hur= Amerikanisches Gefrömmel

Ryan's Tochter=Unpolitisches Frauenkitschkino (und das Ende der 1960er!)

usw.

 

Musicals, Komödien, Kriegsfilme und Abenteuerfilme standen ohnehin unter Generalverdacht, allenfalls PLAYTIME und 2001 wurden ideologisch mit Hängen und Würgen noch durchgewinkt.

(Wer das nicht kennt, dem empfehle ich ein paar Lese-Stichproben in der "fortschrittlichen" Filmpresse von 1960-1980...und man achte auf die Namen der Autoren und ihre weitere Tätigkeit in TV/Print/Gremien usw.)

 

Interessanterweise fanden manche nichts dabei, einem David Lean

die Herstellung von "Militärverherrlichungskino" vorzuhalten und andererseits - natürlich mit einem historisch-distanzierenden Feigenblatt - ehrfürchtig die Propagandaschinken einer Leni Riefenstahl zu beweihräuchern. Sind ja so bildgewaltig, da sehen wir vom Ideologischen mal ab.

 

Was nicht paßt, wird passend gemacht.

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magentacine schrieb:

@cinerama hat leider recht: Die richtige Initiative, nur leider viele Jahre zu spät. Die zeitgenössischen Originalkopien sind stark verändert, die Mehrzahl der neuen Kopien vermag nicht den "Aha-Effekt" bei Publikum auszulösen, der 70-mm-spezifisch ist.

 

Ich gebe hier zu bedenken, dass die historische Vergleichsmöglichkeit jener Medien, mit denen man das damalige 70-mm Filmempfinden verglichen hatte, ebenfalls historischer Qualitätsentwicklung und Ausdifferenzierung ausgesetzt ist.

 

Mir scheint es also einen Unterschied zu machen, ob man einen damaligen 70-mm-Bildeindruck gegen das damalige analoge Farbfernseh-Röhrenbild, z.B. mit seinen damaligen Filmabtast-Parametern, vergleichen konnte (und diese "Abstands"-Erinnerung als Erfahrung erlebte) oder ob man heutige 70-mm-Kinoerlebnisse z.B. mit einer heutigen 2K-Heim-Beamer-Seherfahrung (samt digitalem 2K-BRD-Zuspieler) vergleicht.

 

Klar, dass heutige 70-mm-Präsentationen (im Medienumfeld-Vergleich) wesentlich schlechter abschneiden, weil der erinnerte und einstige "Höhenunterschied" zum übrigen Medienumfeld damals um so viel größer war (und jetzt dahinschmilzt).

 

Und dies scheint mir in Sachen "70-mm" das eigentliche Drama zu sein: Es ist die Erinnerung an dieses "Bigger Than Life & TV", das sich heute als 'Erfahrung der Distanz' kaum mehr vermitteln läßt.

 

Um diesen Verlust der "Distanz zum Übrigen" zeigen und überhaupt erfahrbar machen zu können, bräuchte man wirklich die rotstichtigen Orginale (da hat @cinerama recht), aber man bräuchte auch im Foyer den Röhrenfernseher mit einer authentischen "TV-Erfahrung" von 1959 (gibt bei youtube-com als clips, siehe: "RCA color tv set from 1956 with Bonanza clip")

 

Und noch etwas: Magenta ist die Trägerschicht der Schärfe; wenn alles farblich Wolkige aus der Y- und C-Schicht sich in Archivluft aufgelöst hat, bleibt heute der Knackscharf-Eindruck übrig, der auch nicht der damaligen Erfahrung entsprochen haben dürfte. Es kam eben immer drauf an, von was eine Kopie gezogen wurde. Und da ist mir ein 2K, 4K, 6K oder wasK-Scan vom Original-Negativ (und dann digital ausgeliefert auf Discs) einfach lieber, als mit den üblichen Unperfektionen im Film-Kino umgehen zu müssen. Die Zeit ist einfach vorbei und deshalb "Die richtige Initiative, nur leider viele Jahre zu spät."

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Interessanterweise fanden manche nichts dabei, einem David Lean

die Herstellung von "Militärverherrlichungskino" vorzuhalten und andererseits - natürlich mit einem historisch-distanzierenden Feigenblatt - ehrfürchtig die Propagandaschinken einer Leni Riefenstahl zu beweihräuchern. Sind ja so bildgewaltig, da sehen wir vom Ideologischen mal ab.

 

Was nicht paßt, wird passend gemacht.

Diese Denkmuster lassen sich auch in die Zukunft disponieren: sprich im "auftragsgemässen Abhandeln" einiger übersehener "Publikumsphänomene" der 1960er Jahre, die wohl erst in dem Moment ins Auge fallen, wenn Kinofilme den Fernsehfilmen immer ähnlicher werden.

"Bigger than life" sei, so das Berlinale-Interview mit dem diesjährigen Retroleiter, auch nur als "ironische" Reflektion zu verstehen. Will heissen: In Wahrheit bleibe man der Wahrheit des "Autoren" treu.

Das Motto lautet traditionell: Distanz zum Überwältigungskino!

 

Nur Leni brennt in unser aller deutschen Seele - schauen wir nur tief hinein, und sie blickt zu uns zurück (frei nach Nietzsche persifliert).

Allenfalls das Timbre von EL CID kann da einen Mythenforscher noch entzücken, wie man dem Interview entlehnt: über Filmrestaurierung, Kinogeschichte, Genreeinordnung oder kunstästhetische Thesen findet man keine Diskussionsansätze, allenfalls nur kursorisches Streifen der Genres und eines Vergnügens, das man 45 Jahre lang schweigend umgangen ist.

 

Allemal amüsant die Verhaltenspsychologie einiger Kinemathekare, wenn sie ins Kino gehen: meist sitzen sie in den hintersten Reihen oder am Ausgang oder verlassen vorzeitig den Raum, um jedweder Nähe zur Leinwand (oder zum Publikum) zu entfliehen.

 

Wollte man - getreu der Maxime "Your are in the show with Todd-AO" - den Phänomenen in der Kinematographie wie Sensorik, Einfühlung, Haptizität oder physiolgische Teilhabe auf den Grund gehen, so würde eine Diskussion mit Cinéasten, die sich vor der Leinwand fürchten, anstatt sich ihr mediengerecht auszusetzen, immer wieder in einem Orkan der Missverständnisse enden.

 

 

Zitat Rother:

 

Wir haben versucht, den Titel ein bisschen ironisch einzusetzen in Anspielung auf den überwältigenden Bildeindruck, den die Einrichtung der 70-mm-Kinos für das damalige Publikum mit sich brachte. Heute kennen wir ähnlich überwältigende Bildeindrücke als Normalität in den Multiplexen oder etwa im IMAX

 

Na, meinetwegen - jeder sieht das, was er sehen möchte.

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Allenfalls das Timbre von EL CID (70mm, soll nur nicht gezeigt werden wegen Rotstich) kann da einen Mythenforscher noch entzücken, wie man dem Interview entlehnt.

 

Gab es eine Aussage spezifisch zu El Cid ?

 

Die Äußerung über den Bigger than Life Effekt, den man jetzt auch in Imax und Multiplex hat ist ja so peinlich, das kann ich garnicht fassen....

 

Noch mal als Nachtrag: Wurde die Aussage mit dem Imax und den Multiplexen tatsächlich so gemacht ?

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Zitat Rother:

 

Wir haben versucht, den Titel ein bisschen ironisch einzusetzen in Anspielung auf den überwältigenden Bildeindruck, den die Einrichtung der 70-mm-Kinos für das damalige Publikum mit sich brachte. Heute kennen wir ähnlich überwältigende Bildeindrücke als Normalität in den Multiplexen oder etwa im IMAX

 

Und man müßte noch hinzufügen:

 

Heute kennen wir ähnlich überwältigende Bildeindrücke durch die digitale Projektion.

 

Ist leider so!

 

 

Und ob die Salve mit Verve und Bravura von @cinerama in Richtung Rother diplomatisch hilfreich ist, wenn man auch die Handwerkskünste des Kinos bewahren möchte, wage ich zu bezweifeln, zumal die erfolgte Zäsur vom "Bundesfilmpräsidenten" zu seinem Nachfolger nicht wahrgegeben wird. Letzlich will die Behörde nur zeigen, dass sie die 70-mm-Retro auch ohne und notfalls gegen die "Spezialisten" selbst durchführen kann. Schon das zeigt Mut, Souveränität und Pepp, was man goutieren sollte.

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Welcher Bundesfilmpräsident? Der Bernd Neumann als Nachfolger von Naumann etwa? 8)

 

Es kam eben immer drauf an, von was eine Kopie gezogen wurde. Und da ist mir ein 2K, 4K, 6K oder wasK-Scan vom Original-Negativ (und dann digital ausgeliefert auf Discs) einfach lieber, als mit den üblichen Unperfektionen im Film-Kino umgehen zu müssen. Die Zeit ist einfach vorbei [...]"

Das ist ja sowieso Geschmackssache. Aber trotz der Einebnung der Fallhöhe gibt es so einige junge Leute auf den "posthumen" Festivals, denen die eine oder andere Träne im Auge stand, da sie aus ihrer Filmvorführer- und Kinogängerpraxis scharfe Raumbilder so noch nicht kannten.

 

Und: derartig beschriebene Scans, Ausbelichtungen und DCPs von historischen Large-Format-Filmen, sofern es sie denn gäbe, bilden ja wirtschaftlich ebenfalls keinen Kino-Marktplatz.

Also ändert sich im Kino wenig am Stellenwert des Repertoires, was mit langfristigen Dispo-Zielen einerseits zusammenhängt, wäre anzunehmen, und andererseits der inflationären Verfügbarkeit der Monumentalfilme auf allen Kanälen in Feiertagsausstrahlungen seit etwa 1981 geschuldet ist.

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Diese Denkmuster lassen sich auch in die Zukunft disponieren: sprich im "auftragsgemässen Abhandeln" einiger übersehener "Publikumsphänomene" der 1960er Jahre, die wohl erst in dem Moment ins Auge fallen, wenn Kinofilme den Fernsehfilmen immer ähnlicher werden.

"Bigger than life" sei, so das Berlinale-Interview mit dem diesjährigen Retroleiter, auch nur als "ironische" Reflektion zu verstehen. Will heissen: In Wahrheit bleibe man der Wahrheit des "Autoren" treu.

Das Motto lautet traditionell: Distanz zum Überwältigungskino!

 

 

wenn sich die retrospektive eines A-festivals auaschließlich dem 70mm film widmet (zum ersten mal weltweit, oder hat das Cannes, Venedig oder ein anderes A-festival das je gemacht?) dann ist das keine "distanz zum überwältigungskino" sondern allemal eine "gesuchte" nähe und beschäftigung mit dem 70mm filmformat.

 

Gerade Du hast doch diese sonderreihe immer wieder eingefordert ... jetzt ist sie da (in ca. 1 Monat gehts los) und Du trägst schon bedenken vor und unterstellst "auftragsgemäßes abhandeln" ... und alles bevor überhaupt 1 meter breitfilm durch die projektoren gelaufen ist und bevor weder das genaue programm noch die begleitrunden etc. verkündet worden sind. Die "Denke" soll einer verstehen???

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Habe auch kräftig geworben dafür, bis zu letzten Sekunde, übrigens auch für einen Besuch Ihrer Veranstaltungen bei so einigen skeptischen Fachleuten, bis einem die Stimmbänder heiser wurden.

 

Das mit dem verordneten "Auftrag" aber ist Fakt.

Für's Publikum allein relevant bleibt, dass es etwas geboten bekommt. In 9 Tagen also das bis dato umfangreichste 70mm-Festival der Geschichte. Gut vorstellbar, dass sich ein paar Filmemacher und Kinomacher davon inspirieren lassen, wenn sie den richtigen Film erwischen.

 

Das Programm ist mittlerweile auch fertig, aber das wissen Sie doch?

 

 

Mir scheint es also einen Unterschied zu machen, ob man einen damaligen 70-mm-Bildeindruck gegen das damalige analoge Farbfernseh-Röhrenbild, z.B. mit seinen damaligen Filmabtast-Parametern, vergleichen konnte (und diese "Abstands"-Erinnerung als Erfahrung erlebte) oder ob man heutige 70-mm-Kinoerlebnisse z.B. mit einer heutigen 2K-Heim-Beamer-Seherfahrung (samt digitalem 2K-BRD-Zuspieler) vergleicht.

Ginge man vom Alltagsbetrieb der HD-Bildschirme und einem 70mm-Festival (jetzt im Februar 2009) aus, wird es noch komplizierter: damaliges Röhrenbild tiefenscharf aufgenommener Fernsehserien lag dem Look und der Farbsättigung der zeitgleich laufenden Todd-AO-Premien näher als die heute PAL-Ausstrahlung, wenn sie auf einem Full-HD-LCD-Fernseher ausgehalten werden muss.

Über 2k Full-HD-Beamer zuhause verfügen ja bislang nur wenige! Aber diese Systeme werden sich in direkter Konkurrenz zu den ortsfesten Filmtheatern an üblichen Versammlungsorten etablieren und das Kino entmachten

Insofern kommt diese 70mm-Retrospektive "im letzten Augenblick".

 

An einem Vergleich alt gegen neu besteht m.E. seitens von Studios und Veranstalter ohnehin kein Interesse.

Trifft leider zu.

 

Ein Grund für jahrzehntelanges Nichtstun mag auch sein, daß früher manche Menschen mit kultureller Entscheidungsbefugnis gerade "Monumentalfilme" nicht leiden konnten bzw. aus ideologischen Erwägungen strikt ablehnten, hin bis zum blanken Haß und geäußerten Vernichtungsphantasien.

 

Kann ich vollauf bestätigen. Betrifft auch einige Kinematheken in früheren Dekaden in Europa, die tonnenweise 70mm-Material besassen und mitunter sogar zur Müllkippe fuhren, weil rotstichig und zu sandalenlastig.

 

Wurde die Aussage mit dem Imax und den Multiplexen tatsächlich so gemacht ?

"So steht es geschrieben, so soll es geschehen" (Sethos I.): http://www.berlinale.de/de/das_festival..._2009.html

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Wo ist denn die "Salve" geblieben?

 

Nicht kneifen, denn die Frage nach den Handwerkskünsten bei den Filmkuratoren, die keine Kinokuratoren sein wollen, traf voll ins Schwarze.

 

Man sollte nur selbstreflexiv wahrgeben, dass man es selbst nicht in die Behörde geschafft hat, obwohl man die nötige Kompetenz aber das zu dünnhäutige Nervenkostüm hatte. This is my 2 penny opinion.

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Das Wort "Bundesfilmpräsident" stammt ursprünglich von Mr. Color. Wir haben immer herzlich gelacht, weil das eine Berufsbezeichnung war, die eine Haltung beschrieb, lange lange bevor es den "Bundeskulturminister" gab... :D

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Mir scheint es also einen Unterschied zu machen, ob man einen damaligen 70-mm-Bildeindruck gegen das damalige analoge Farbfernseh-Röhrenbild, z.B. mit seinen damaligen Filmabtast-Parametern, vergleichen konnte (und diese "Abstands"-Erinnerung als Erfahrung erlebte) oder ob man heutige 70-mm-Kinoerlebnisse z.B. mit einer heutigen 2K-Heim-Beamer-Seherfahrung (samt digitalem 2K-BRD-Zuspieler) vergleicht.

 

Ginge man vom Alltagsbetrieb der HD-Bildschirme und einem 70mm-Festival (jetzt im Februar 2009) aus, wird es noch komplizierter: damaliges Röhrenbild tiefenscharf aufgenommener Fernsehserien lag dem Look und der Farbsättigung der zeitgleich laufenden Todd-AO-Premien näher als die heute PAL-Ausstrahlung, wenn sie auf einem Full-HD-LCD-Fernseher ausgehalten werden muss.

Über 2k Full-HD-Beamer zuhause verfügen ja bislang nur wenige! Aber diese Systeme werden sich in direkter Konkurrenz zu den ortsfesten Filmtheatern an üblichen Versammlungsorten etablieren und das Kino entmachten

Insofern kommt diese 70mm-Retrospektive "im letzten Augenblick".

 

 

Auf die künftige Diskussion, wenn in den Festivalkinos erst mal die analoge Filmprojektion ausgebaut ist, ob man denn überhaupt noch bei Retrospektiven mit "Film" arbeiten soll ("wo das keiner mehr so richtig kann"), darf man jetzt schon warten.

 

Das ist dann sehr schnell wie bei den antiken Papyrosrollen: "Um Gottes Willen! Das darf nur noch der Kunsthistoriker mit Glasierhandschuhen anfassen und projizieren darf man das überhaupt nicht mehr!" Das klingt noch komisch; warte aber erst mal ab, wenn's kein KODAK und ORWO mehr gibt und es nur noch das gibt, was einst materialtechnisch als Rohfilm produziert wurde (und nix Neues mehr).

 

Wenn man also die bisherige Schlacht mit den Behörden verloren hat, sollte man sich rechtzeitig auf die nächste vorbereiten. Die Behörden wissen es m.E.n. selbst nicht, wie sie mit dieser Situation umgehen sollen, ob sie also ein "Film-Kino" unbedingt brauchen -- oder ob es sich letztlich nur um den "Content" handelt, den man auch (viel leichter und besser) digital projizieren und darbieten kann.

 

Dem kommt bereits in den Presseverlautbarungen diese ominöse Formulierung von "Mix aus alt und neu" entgegen.

Nachtigall ik hör dir trapsen!

Wenn wir da nicht aufpassen, kehren die den Diskurs einfach um!

 

Die Diskussion um ein "Museumskino" ist m.A.n. allerdings noch völlig offen, auch wenn Rother geschickt gesagt hatte, dass er immer schon gerne eins haben möchte, wenn er nur Geld hätte, was er leider nicht hat. (Den Diskurs zwischen beiden kann man online nachlesen.) -- Auf diese Weise geht man geschickt in einer Behörde miteinander (und mit Anspruchsstellern und Kritikern von Außen) um. Um uns in Lohn und Brot zu bringen, würde ich konsultativ vorschlagen, hier anzusetzen und zu fragen anfangen, wie die es denn mit der Zukunfts-Strategie als "Filmmuseum" halten möchten -- oder ob sie nur an eine Fernsehstube denken.

 

Eigentlich können die mit ihrer Behörden-Geschichte nur verlieren, wenn sie Film als Darstellungsmedium aufgeben. Hier sollte man ansetzen.

 

Abgesehen davon zeigt @cineramas Zitat und die Vintage-TV-Tube-Clips, dass es auch beim Fernsehmuseum nicht bei einer bisherigen Showroomstube bleiben kann, denn Opticon- und Vidicon-Fernsehröhren liefern aufnahmeseitig noch heute an anderes Bild als CMOS-Chips. (Der Einwand mit dem Hinweis auf Bildkreis und Schräfentiefe war sehr treffend)

 

Das Fernsehmuseum sollte man (wie bei der Materialfrage des Films) auch nach den materiellen Grundlagen des televisionären Sehens befragen, weil youtube.clips mit historischem Videocontent gibts inzwischen genug, dafür braucht man kein teures Fernsehmsueum (um später nur Clips im Netzwerk herumzusenden). Auch hier gibts Angriffs- und Zugriffspunkte, denn arg viele andere Loriots (mit ihrer legitimierenden Massenattraktivität) gibts in Deutschland halt nicht.

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Wurde die Aussage mit dem Imax und den Multiplexen tatsächlich so gemacht ?

"So steht es geschrieben, so soll es geschehen" (Sethos I.): http://www.berlinale.de/de/das_festival..._2009.html

 

Angesichts dieser Aussage bin ich überrascht, dass wir die Sonderveranstaltung 70mm überhaupt bekommen, wo wir solch überwältigende Bilder auch in Multiplexen und Imax-Kinos sehen ;)

 

Ich kenne ja den Herrn Rother nicht, aber man hat doch den Eindruck einer gewissen Distanz zum großformatigen Film wenn man das Interview durchliest.

 

Von daher bin ich froh, dass es trotzdem dieses massive Aufgebot von 70mm Filmen zu sehen gibt und danke allen, die sich über die Jahre dafür eingesetzt haben.

 

Wann wird nun das gesamte 70mm Programm bekanntgegeben ? Ich hörte mal Ende Dezember aber nun ist Anfang Januar und ich konnte noch nichts dazu finden.

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Ich kenne ja den Herrn Rother nicht, aber man hat doch den Eindruck einer gewissen Distanz zum großformatigen Film wenn man das Interview durchliest.

 

 

Politik ist dann, wenn die Dinge weniger von persönlichen Überzeugen als von strategischen Überlegungen geleitet werden. Deutlicher als durch eine 70-mm-Retro zu demonstrieren, dass die Zeit des Bundesfilmpräsidenten wirklich vorbei ist, kann man es eigentlich nicht.

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Politik ist dann, wenn die Dinge weniger von persönlichen Überzeugen als von strategischen Überlegungen geleitet werden. Deutlicher als durch eine 70-mm-Retro zu demonstrieren, dass die Zeit des Bundesfilmpräsidenten wirklich vorbei ist, kann man es eigentlich nicht.

 

Ich bin in den entsprechenden Bereichen ja nicht so involviert aber es scheint mir doch gewisse Spannungen hinter den Kulissen gegeben zu haben...

 

Mir gefällt auch der Begriff Bundesfilmpräsident :lol:

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Mir gefällt auch der Begriff Bundesfilmpräsident :lol:

Das zielt offenbar auf den HHP, Ex-Direktor bis 2006. Kein Bösewicht zwar (sofern man ihn mit einem Josef Ackermann vergliche), aber mit seinem Liberalismus zu einem Türöffner für alle Seichtigkeiten und New Wave Cultures in diesem Medien-Museum avanciert. Schöpfer der Retrospektive "Traumfrauen", "City Girls" sowie Förderer der Grossausstellung "Fernsehen macht glücklich" (und heute nicht ganz zufällig Mitglied im Senderrat des rbb)

 

Wo ist denn die "Salve" geblieben?

 

Nicht kneifen, denn die Frage nach den Handwerkskünsten bei den Filmkuratoren, die keine Kinokuratoren sein wollen, traf voll ins Schwarze.

 

Man sollte nur selbstreflexiv wahrgeben, dass man es selbst nicht in die Behörde geschafft hat [...]

Der Tanker ist seit Jahrzehnten in die falsche Richtung gefahren, und ich betrachte diese Retrospektive als "Abschiedsgruß" der Kinemathek. Auch im jüngsten Gespräch mit einem Senior-Mitarbeiter der Dt. Kinemathek verspürte ich Konformität in der Befürchtung, dass ortsfeste Kinos in der Multimedia-Revolution ausgehebelt werden könnten. Zwar verfechten gerade die Seniors am vehementesten die neuen Künste, die im Digitalen entstehen (frei nach Freyermuth), aber vom Kino der Zukunft spricht keiner mehr. Interessant wären durchaus die Extremszenarios hierzu, die sich aber keiner getraut offen auszusprechen (insofern paart sich digitale Euphorie mit tumbem Konservatismus, als ginge es nur um Austausch von Bildwerfern und pure "Bereicherung" durch zusätzlichen Content: also ungebrochener Fortschrittsglaube und inhaltlicher Strukturkonservatismus.)

 

Die niedergeschriebene Auffassung des neuen Direktors ist, sich keinem fossilierten Museumsbetrieb widmen zu wollen (die meine wäre orthogonal entgegengesetzt), zusammen mit seinem Vorgänger lobte er das unverbrüchliche Bündnis mit der "Schwesterinstitution", der 'Kino Arsenal' (beide unter einem Dach und abhängig vom selben Fördertopf des BKM). Eine Distanz also zum Urmaterial, was ganz im Sinne des Direx natürlich den Theoremen der Postmoderne entspricht: Reflexion des Alten über neue Produktionsinstrumente in aktuellen Bezügen mit gebrochenen Zitaten fragmentarischer Artefakte, die man wie einen Mosaikstein der Vergangenheit in eine modernes Tableau einzubauen glaubt usw. usf. ... Freies Beispiel: Aufstellen eines historischen Kino-Leuchtanzeigers in einem der Container-Museumssäle im Sony-Areal Potsdamer Platz.

Kommentiert und beschriftet von Museumskuratoren, die allerdings keine Erfahrungen in Filmproduktion/Postproduktion/Kino/Verleih/Kopierwerk/Filmtechnik oder Berlin-Geschichte besitzen, zumal bereits die Stellenausschreibungen einer deutschen Kinemathek für die Position des Technischen Leiters schon nicht mal mehr das Kopierwerk nennen, sondern primär "herausragende IT-Kenntnisse" anfordern.

Auf die künftige Diskussion, wenn in den Festivalkinos erst mal die analoge Filmprojektion ausgebaut ist, ob man denn überhaupt noch bei Retrospektiven mit "Film" arbeiten soll ("wo das keiner mehr so richtig kann"), darf man jetzt schon warten.

 

Das ist dann sehr schnell wie bei den antiken Papyrosrollen: "Um Gottes Willen! Das darf nur noch der Kunsthistoriker mit Glasierhandschuhen anfassen und projizieren darf man das überhaupt nicht mehr!" Das klingt noch komisch; warte aber erst mal ab, wenn's kein KODAK und ORWO mehr gibt und es nur noch das gibt, was einst materialtechnisch als Rohfilm produziert wurde (und nix Neues mehr).

Nun, auf der von einem der ranghöchsten Kinematheks-Abteilungsleiter angesetzen Tagung der Kommunalen Kinos verkündete dieser, dass es bald schon kein Rohfilmmaterial mehr gebe - und wenn Filme nicht digitalisiert würden, so gäbe es bald gar keine Filme mehr.

Es ist mir neu, dass das bereits eingestellt wurde - und bleibt kontraproduktiv in der Erfüllung aktueller Archivpflichten, die Sicherheitspakete auf Polyestermaterial zu schnüren hätten, anstatt die Gerüchteküche vom "Ende" anzuheizen. Ausserdem liefert Fuji weiterhin Rohfilme jedweder Art und hätte hierfür auch einen Markt zu bedienen.

Wüßte auch nicht, ob solche Endzeit-Verkündungen vom Bundesarchiv geteilt würden: im Gegenteil, scheint mir (und meine Nähe zum BArch möchte ich nicht verleugnen).

Hauptthemen der letztjährigen KoKi-Tagung waren You-Tube-Clips und Found Footage-Produktionen als inhaltliche Herausforderung für Kommunale Kinos der Gegenwart sowie das Plädoyer des Berliner Kinematheks-Abteilungsleiters und seines Münchner Kollegen, die unzumutbare Suche nach Archiv-"Film"-Kopien zugunsten auch mal einer DVD oder - völlig ausreichend - einer 1.3k-Projektion aufzugeben. Der mangelnde Wille der KoKis hierzu sei allerdings beklagenswert, hiess es.

 

So viel Zynismus und "geballte Kompetenz" fand ich bezeichnend.

 

Wenn man also die bisherige Schlacht mit den Behörden verloren hat, sollte man sich rechtzeitig auf die nächste vorbereiten.

Herzlichen Dank, aber nach der 18-jährigen "70mm-Schlacht" gibt's jetzt andere Schauplätze.

Obwohl der neue Direx als einziger im Hause über praktische Kinoerfahrung verfügt, erweisen sich seine Aussagen (bspw. zu Multiplex-Standards, zu Filmgüten, Kinobetrieben oder zu Ein- und Ausbauten von Projektionsanlagen) als so desillusionierend, dass eine Aufklärungsarbeit wohl erst zu einer Zeit fruchten würde, wenn alles vorbei ist, und dann erst der Groschen fällt.

Man nahm billigend des Abriss des Royal-Palastes (32 Meter curved screen) als potentielles Retro-Kino in Kauf und drückte den früheren Festivalleiter De Hadeln immer wieder an die Wand, wenn dieser seit Anfang der 1990er Jahre beständig eine 70mm-Retrospektive gefordert hatte (und als einziger dazu auch Sachverstand besass).

Dieselben Personen, in Kooperation mit den Mängelleistern der CinemaScope-Retrospektive von 1993 (technisch wie historiographisch) hat nunmehr das Kuratorium mit einer Fortsetzung der "bewährten" Arbeit beauftragt. Würde man einmal die ersten Seiten der damaligen Publikation hier zitieren, wäre allgemeine Sprachlosigkeit die Folge.

Dem kommt bereits in den Presseverlautbarungen diese ominöse Formulierung von "Mix aus alt und neu" entgegen.

Nachtigall ik hör dir trapsen!

Wenn wir da nicht aufpassen, kehren die den Diskurs einfach um!.

Ist nicht mein Problem, wenn verdreht wird. Um so klarer können sich unabhängig von einem Fernsehmuseum die kompetenten Kräfte formieren, die nie und nimmer in irgendein Stellenprofil des heutigen Museums passen würden. Viele Mitglieder dieses Filmvorführerforums zählen hierzu: kreativer, inspirierter, erfahrener und gradliniger als die Filmveranstalter aus dem Sony-Zentrum.

Warum also den Weg durch die Institutionen beschreiten wollen, wenn man dort allein mit seinen Zielen stünde? Was sollte am Potsdamer Platz denn an Kinokultur gedeihen? Der Austausch der analogen gegen digitale Bildwerfer und fortan das Reich der individuellen Freiheit auf Erden? Im Gegenteil: Jedes bezirkliche Grundversorgerkino oder entlegene Szenekino mit Alttechnik fördert mehr Leben und regionale Kulturverantwortung, als die Kellerkinos im Sony-Zentrum, selbst wenn dort 4k-SXRD-Beamer stünden: man fühlt sich elend dort.

Um uns in Lohn und Brot zu bringen, würde ich konsultativ vorschlagen, hier anzusetzen und zu fragen anfangen, wie die es denn mit der Zukunfts-Strategie als "Filmmuseum" halten möchten -- oder ob sie nur an eine Fernsehstube denken.

Von diesem Ansatz rate ich schärftens ab. Ein Teil meiner Mitstreiter, Mentoren und Sammlerfreunde, die ein museales Kino befürworten, wünschen keine Diskussionen mehr zu Kinematheksproblemen. Einige verfügen über (auch Berliner) Erfahrungen seit den 1970er Jahren. Da werde ich nicht der Tor sein wollen, der erfahreneren Personen die Potsdamer-Platz-Verhältnisse schmackhaft machen möchte.

 

Die kinematheksseitig verantwortete 70mm-Filmretrospektive in diesem Jahr ist keinesfalls Anzeichen einer revokativen Umorientierung.

Es gilt trotzalledem, diese grosse Publikumsretrospektive, aufgestellt mit beträchtlichem finanziellem Aufwand, im schönen "Kino International" in vollen Zügen zu geniessen, dafür an allen Fronten zu werben, aber jedwede "Verbesserungsvorschläge" bei Potsdamer-Platz-Institutionen zu vermeiden, zumal dies in keinem Verhältnis zur Effizienz der Verbesserungen stünde. Wer sich weiterhin Illusionen darüber macht, verliert Zeit. Ich kenne die dortigen Strukturen seit Kindheitstagen, d.h. Heinz Rathsacks Zeiten - es ist unmöglich, effizient dort zu arbeiten und mehr als zusammgeschusterte Ergebnisse abzuliefern. Ausserdem ist das Haus von Mittelkürzungen betroffen. Man müsste schon die Fernsehabteilung (eigentlich Aufgabe der Sender, sowas herzurichten) oder die Abteilung Publikationen auflösen, um eine Abteilung "Filmerbe" einzurichten. Dann kämen aber plötzlich alte Kameratechniker oder Kopierwerkstechniker hinzu, die sofort mit dem heutigen Leiter des Filmarchivs in Konfrontation geraten würden. Ich rate ab.

 

Wir sehen uns dann vielleicht im Februar alle im Foyer des "Kino International" und können mit einigen ernsthaft Fachkundigen zusammenkommen, die sich langfristig für dieses Thema interessieren und aus dieser Retrospektive ihre Schlüsse ziehen.

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Update:

 

8. 70mm-Festival - Oslo 2009 - Norsk Filminstitutf/Filmhus Oslo, Anfang März 2009:

 

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u.a.

 

Tlws. ein Nachspiel der Berlinale, allerdings zu anderen technischen Bedingungen. (Panastereo-Magnetton-Prozessoren und unverzerrte Projektion.)

 

 

Es folgen Frankfurt am Main sowie eine weitere dt. Metropole.

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8. 70mm-Festival - Oslo 2009 - Norsk Filminstitutf/Filmhus Oslo, Anfang März 2009:

 

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u.a.

 

Tlws. ein Nachspiel der Berlinale, allerdings zu anderen technischen Bedingungen. (Panastereo-Magnetton-Prozessoren und unverzerrte Projektion.)

 

 

Es folgen Frankfurt am Main sowie eine weitere dt. Metropole.

 

Klingt interessant insbesondere im Hinblick auf Khartoum und Lord Jim, die man demnach wohl auch in Berlin erwarten darf, ebenso wie Star!, WSS und Lawrence :)

 

Was heisst unverzerrte Projektion in Oslo, klingt so als wäre in Berlin mit verzerrter Projektion zu rechnen ?

 

Welche Filme werden denn in Berlin in einem oder gar beiden Festivalkinos verzerrt laufen ? So eine Katastrophe wie UP70/MGM Camera 65 ohne Vorsatzlinse wird es doch wohl hoffentlich nicht geben ?

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War lediglich eine Güteversicherung für Oslos Kinemathek, zumal man dort immer hochwertige Technik erlebt hatte.

 

Angeliefert wurden an der Spree inzwischen über 50 Jahre uralte Objektivvorsätze für anamorphotisches 70mm. "The Best we can do..."

(Dagegen war der brandneue, geliehene 1.5x-Anamorphot für AROUND THE WORLD IN 80 DAYS in Karlsruhe Oktober 2008 fast ein genialer Geschäftseinfall gewesen.)

 

Aber nach 46 Jahren, ab Mitte Februar, ist das schöne "Kino International" vielleicht auch nicht mehr 70mm-fähig. Was ausgebaut wurde, kehrt nicht zurück (denkmalgeschützte Pyrcon UP 700-Bildwerfer), und das, was eingebaut wurde (bedauerlicherweise ramponierter DP-70-Bildwerfer), ist unkomplett (die 70mm-Zubehörs kommen deshalb auch von Leihgebern.)

 

Aufbruch zum Abbruch.

 

Empfehlenswert ist hier aber die BARAKA-Vorführung, deren zeitgenössische Kopie von 1993 die geringsten Verfälschungen aufweist und immerhin Magnetton besitzt!

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Angeliefert wurden an der Spree inzwischen über 50 Jahre uralte Objektivvorsätze für anamorphotisches 70mm. "The Best we can do..."

 

auch wir haben für BEN HUR und MEUTEREI AUF DER BOUNTY die alten original Ultra Panavision Vorsätze mit neuen Grundoptiken von Schneider eingesetzt. Das Ergebnis war keinesfalls sub-optimal, sondern bewies eine vorher nicht erwartete und immer noch vertretbare güte dieser anamorphotischen Vorsätze.

 

Der bei der 35mm Cinestage Kopie von AROUND THE WORLD IN 80 DAYS genutzte Schneider 1,5x Anamorphot ...

DSC_8593.JPG

... hilft bei Ultra Panavision 70mm (x1,25) ja nicht wirklich weiter.

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Die 1.5x-Optik meine ich natürlich nicht als Ultra Panavision-Lösung, sondern nur, wie auch beschrieben, als Lösung für die spezielle Anamorphose bei CineStage. Das kann ich (weil 30 Jahre mit diesen Formaten zu tun) durchaus noch auseinanderhalten... :)

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auch wir haben für BEN HUR und MEUTEREI AUF DER BOUNTY die alten original Ultra Panavision Vorsätze mit neuen Grundoptiken von Schneider eingesetzt. Das Ergebnis war keinesfalls sub-optimal, sondern bewies eine vorher nicht erwartete und immer noch vertretbare güte dieser anamorphotischen Vorsätze.

Sehe ich anders: die Steinheil-Optiken waren bereits konstruktiv problematisch. Durch Alterung der Linsen (ähnlich der Alterung von Farbfilmkopien) sind die Resultate auch nicht besser geworden. Allenfalls durch die geringe Anamorphose fällt der Rückstand nicht in dem Masse ins Auge, wie anamorphotische Projektion im Faktor 2x.

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auch wir haben für BEN HUR und MEUTEREI AUF DER BOUNTY die alten original Ultra Panavision Vorsätze mit neuen Grundoptiken von Schneider eingesetzt. Das Ergebnis war keinesfalls sub-optimal, sondern bewies eine vorher nicht erwartete und immer noch vertretbare güte dieser anamorphotischen Vorsätze.

Sehe ich anders: die Steinheil-Optiken waren bereits konstruktiv problematisch. Durch Alterung der Linsen (ähnlich der Alterung von Farbfilmkopien) sind die Resultate auch nicht besser geworden. Allenfalls durch die geringe Anamorphose fällt der Rückstand nicht in dem Masse ins Auge, wie anamorphotische Projektion im Faktor 2x.

 

bitte nicht verwechseln ... STEINHEIL lieferte seinerzeit "nur" die grundoptiken, der anamophotische Vorsatz kam von panavision. Die STEINHEIL grundoptiken würde ich auch nicht empfehlen wollen, sie sind einfach sehr gelb (geworden).

 

Wir haben für unsere Ultra Panavision vorführungen die STEINHEIL optiken durch moderne Schneider 70mm 8-perf objektive ersetzt und den alten Panavision vorsatz darauf angepaßt. das ergebnis konnte sich sehen lassen.

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bitte nicht verwechseln ... STEINHEIL lieferte seinerzeit die grundoptiken, der anamophotische teil wurde von panavision dazu geliefert. Die STEINHEIL grundoptiken würde ich auch nicht empfehlen wollen, sie sind einfach sehr gelb geworden.

 

Wir haben die STEINHEIL optiken durch moderne Schneider 70mm 8-perf optiken ersetzt und den alten Panavision vorsatz darauf angepaßt. das ergebnis konnte sich sehen lassen.

Kenne ich nur als Pärchen, mit dem Steinheil-Emblem auf dem Grundobjektiv und einer noch schlechteren Vorsatzoptik. So schlecht, kontrastschwach und dunkel, dass wir lieber sphärisch spielten :wink:

 

Geschäftspost der MGM:

 

Aus diesen Ausführungen können Sie klar und eindeutig erkennen, dass für die Vorführung von 70 mm BEN-HUR Kopien, die nach einem genauen fotografischen System das Bild komprimieren, neue Typen anamorphotischer Vorsatzlinsen verwendet werden müssen. Diese neuen Objektive, sowie die rotationssymmetrischen, normalen Projektionsobjektive sind z.Zt. nur bei einer Firma zu erhalten, und zwar bei der

Panavision Incorporated,

1917 Pontius Avenue,

L o s A n g e l e s 25 ,

California

 

Der Preis für ein Paar zusammengehörender, normaler und anamorphotischer Vorsatz-Objektive beträgt 2.500 Dollar = 10.000 DM

Während die Bestellung der Objektive bei der Panavision Inc. Direkt erfolgt, findet die Auslieferung durch die Firma Steinheil GmbH, München, Germersheimer Strasse, statt.

 

 

Jedenfalls heute m.E. nicht mehr propagierenswert (ausgenommen im Einzelfall), schon gar nicht mit den horizontal berechneten Xenonblöcken, völlig anderen Farbtemperaturen sowie höheren Auflösungen an Kontrast und Schärfe.

 

Man kann auch für 35mm einen "guten" Zeiss-Anamorphoten der 1960er Jahre mit einem Ultra HD-Plus von Isco kompilieren, gehen tut das alles irgendwie.

Eben Notlösungen, mehr nicht.

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