Die beantworte ich gerne.
Erstens muß sie den harten Arbeitsalltag aushalten. Da scheiden die Bolex-H schon aus, weil man nicht nachschmieren kann. Nach 50 Rollen Film müßten Fett und Öl nachgeschoben werden, 5000 Fuß oder 1,5 km. Bei den Federwerkmodellen läuft die kritischste Verzahnung, die zwischen Kupplungsrad und Ritzel auf Vorwicklerwelle, trocken, Abnutzung setzt ein.
Zweitens wird von einer Berufskamera erwartet, daß sie die technischen Errungenschaften auf dem Gebiet enthält. Das sind ein Präzisionsfilmantrieb, ein Spiegelreflexsucher zusammen mit genügend starker Vergrößerung eines Mattscheibenbildes und entweder geräuscharme Funktion für Aufnahmen mit O.-Ton oder weitgehend beliebige Geschwindigkeiten; Beispiel Mitchell NC (geräuscharm bei 24 B./s) oder High-Speed-Modell (bis 128 B./s). Die Paillard-Greifer sind lärmig. Der Prismenreflexsucher bei Paillard ist einfach zu lichtschwach und optisch einschränkend.
Drittens steht und fällt professionelle Nutzung einer Kamera mit dem Service, den die Herstellerin selber leistet. Gibt diese auf, bricht der Wert eines Produktes sofort ein. Aaton ist weg, ARRI hat den Film verlassen, fast alle haben losgelassen. Debrie-CTM ist ein Witz heute, wenn man da wegen einer Kamera oder einer Kopieranlage anruft, wird abgewiegelt. Panavision ist noch aktiv und was mit IMAX zusammenhängt. Bolex International ist auch ein Witz, ein schlechter.
Das heißt alles nicht, daß ich mich nicht weiter dafür einsetze, daß Bolex benutzt werden, wohl wissend, daß kaum ein/e Kunde/Kundin von mir 50 Hundertfüßer binnen eines Jahres verdreht.