So, hier Teil 4 der "Bastelstunde":
Ich habe letztens eine Beaulieu 4008 ZM II für nicht auszuschlagende 30€ auf dem Flohmarkt ergattert und stand somit natürlich auch vor dem Akku-Problem. 100€+ für einen Ersatz waren für mich außer Frage. Der originale war noch drin, das machte es viel leichter.
Meine Lösung ist zwar nicht die kompakteste, dafür super simpel und günstig, und verwendet weitestgehend die Teile des Original-Akkus. Was ich auch schön finde ist, daß ganz gewöhnliche AAA-NiMH Akkus verwendet werden können, so kann man für den Fall der Fälle (falls keine Steckdose oder keine Zeit zum Laden vorhanden ist) beliebig viele günstige Ersatzakkus mitführen. (Auch hier: Falls jemand genau diese Idee vor mir hatte bitte ich um Nachsicht, ich konnte nichts davon finden.)
Das Wissen über die interne Struktur des Akkus setze ich mal voraus - wer das nicht weiß, dem sei dieses Youtube-Video und diese Anleitung ans Herz gelegt, da sieht man eigentlich alles nötige.
Der Deckel ist sauschwer abzubekommen, wie vielerorts erwähnt. Was bei mir half, war den Akku vorsichtig mit einem Tuch um den geriffelten Ring (gegen Kratzer) in verschiedenen Drehwinkeln im Schraubstock leicht zusammenzudrücken - das hat das verbackene Gewinde freibekommen, danach konnte ich den Deckel leicht mit einer Spitzzange in den beiden Löchern abschrauben. (Belederung hat bei meinem von vornherein gefehlt.) Beim Abschrauben den Akku natürlich nicht im Schraubstock belassen, denn sonst quetscht man ja das Gewinde fest zusammen und nichts kann sich drehen!
Dann den ganzen Akku zerlegen, alle Metallteile aufheben (vorerst auch die toten NiCd-Zellen) und aufpassen, daß die Plastik-Isolierungen nicht beschädigt werden.
Der Deckel hat ein M40-Gewinde, das ist leider nicht so verbreitet wie das M40,5 aber z.B. einige Exa / Exakta-Kameras hatten dieses Maß, und die Zwischenringe sind sehr günstig auf i-bäh zu bekommen. Meiner hat 4,50€+Porto gekostet, Länge 30mm:
Dann ein Batteriehalter für 6x AAA-Batterien, kostete 1,65€+Porto:
Der Platz ist wirklich knapp, deshalb muß der Batteriehalter etwas "beschnitzt" werden - ich habe mit einer kleinen Metallsäge die äußeren Kanten/Ecken entfernt. Außerdem muß noch mindestens einer der Grate entfernt werden, die die Batterien ca. 1mm auseinanderhalten (da, wo der Cutter ist, war besagter Grat), dann passt das Paket gerade so in den M40-Ring:
Ein Kabel noch an die "Mittelanzapfung" des Packs löten für den Beli-Motor (im Zweifelsfall mit eingelegten Batterien messen, wo 3,6V anliegen) - vorsichtig und kurz löten, sonst schmilzt das Plastik! (hab ich hier leider kein Photo von, da ich schon alles mit Isolierband überklebt hatte)
Der Pluspol (der in der Mitte der Original-Batterie zu sehen ist) ist ja tatsächlich die Stirnseite der ersten Original NiCd-Batterie - die habe ich beherzt mit Kombizange aufgeknackt (wer mit Photochemikalien sicher umgehen kann, braucht sich vor ein paar Gramm NiCd-Geschmiere nicht fürchten...), gereinigt und das "+"-Kabel drangelötet. Minus kommt an den Außenkontakt (etwas freikratzen, sonst hält hier kein Lötzinn), und der mittlere Kontakt an den Ring, dann alles zusammensetzen wie vorher (am besten natürlich ohne eingelegte Akkus 😉 )
Dann einen Pappe-Ring reinlegen (zur Isolierung und Schutz des Isolier-Plastiks), unten ein wenig Luftpolsterfolie reinpacken, und das Akku-Paket reinschieben. Ich habe das Ende mit Isoband umwickelt, zur zusätzlichen Isolierung, und damit die Akkus nicht rausspringen. Dann den M40-Zwischenring drauf, nochmal Luftpolsterfolie, Deckel draufschrauben, fertig:
Nun ja, die Akkus hatte ich schon - wenn man die dazukauft, sind es vielleicht etwas mehr als 10€, aber definitiv günstiger als das, was sonst so angeboten wird.
Die Schmierung der Kamera wird wesentlich mehr Arbeit, das ist mir klar. Wenigstens laufen Blenden- und Zoom-Motor sehr glatt und leise, aber das Laufwerk braucht definitiv etwas Zuneigung und Pflege... ein nächstes Projekt.