Das ist nicht so leicht zu beantworten. In unserem Modell gibt es einen Magnet-Sensor, der der LED signalisiert, in welcher Stellung sich gerade die Motorachse befindet. Der Sensor kann auch den Drehwinkel des Magneten auf der Achse wahrnehmen. Dementsprechend flackert die LED synchron zum Filmtransport. Und dann kann man per Drehknopf den Zeitpunkt, die Länge, die Anzahl und die Helligkeit des Flackerns beeinflussen. Inwieweit sich diese LED-Steuerung von der Motorsteuerung physisch trennen und womöglich separat einbauen lässt, kann momentan nur Jan Kulka beantworten. Aber ich glaube kaum, dass wir das nochmal separat dokumentieren werden.
Wenn Du Dir aber unsere ersten LED-Tests ansiehst, dann wirst Du erkennen, dass wir in unserem Versuchsaufbau die LED direkt an einem Labornetzteil angeschlossen, und dann schrittweise nach oben geregelt haben. Das wäre also die einfachste Methode - einfach ein passendes Netzteil anschliessen. Wichtig ist, dass sich die LED nicht über 65 °C erhitzt, weil sie sonst kaputt geht. Deshalb braucht man eine gute Kühlung, und die Wasserkühlung aus dem Gaming-Bereich hat sich als höchst effizient erwiesen. Wie man das alles in einen Projektor einbaut, ist eine andere Frage. Hier könnte man sich an unseren Fotos – oder später – an unserem Tutorial orientieren.
Was aber in der Diskussion um die Lichtausbeute immer ignoriert wird: Mit Halogen (oder Xenon) und mit mechanischer Sektorenblende werden auch ca. 50 % des Lichts verschenkt! Eine LED, die – egal mit welcher Frequenz – an und aus flackert, spart nicht nur Strom, sondern sie wird auch weniger heiss! Das Argument also, wir würden hier Licht verschwenden, könnte man ebenso auf jeden anderen Filmprojektor auf diesem Planeten einwerfen.
Man muss aber auch nochmal unterscheiden zwischen der Temperatur der LED selbst und der Temperatur auf dem Film. Selbst wenn die LED auf 65 °C gekühlt ist, reicht alleine die Energie, die auf den Film prallt, um ihn im Stillstand zu schmelzen. In dieser Hinsicht unterscheidet sich das gar nicht so sehr von Halogen. Ob es möglich ist, mit einem optimierten optischen System dieselbe – oder gar eine höhere – Lichtausbeute mit einer schwächeren LED zu erzeugen, die dann auch weniger Hitze erzeugt und bei voller Helligkeit ein dauerhaftes Standbild erlaubt, ist die große Frage. Und ob wir das mit unseren Ressourcen hinbekommen, ist dann die zweite Frage. Das Spectral-Projekt ist ja nun vorbei und es gibt keine Förderung mehr, d.h. ab jetzt geht es nur noch ehrenamtlich weiter.
Und bestimmt lassen sich all diese Komponenten auch mit anderen Projektormodellen umsetzen. Bei uns war irgendwann klar, dass Eikis am meisten Platz im Gehäuse bieten. Unter den Eikis ist die RT-Reihe weltweit am weitesten verbreitet und auch am preiswertesten. Deshalb sind wir dann diesen Weg gegangen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich der Umbau relativ leicht auf spätere Eiki Modelle übertragen lässt, z.B. NTs oder SLs. Beim allerletzten Modell SSL bin ich eher skeptisch, der ist sehr viel schmaler und ziemlich vollgepackt.
Was mich aber noch darüber hinaus interessieren würde: Könnte man nicht das Ganze komplett externalisieren, indem man eine externe Box baut mit Netzteil, Treiber, Kontrollknöpfen und LED, und dann wird das Licht einfach über einen flexiblen Lichtleiter hinausgeleitet, und am anderen Ende sitzt ein rundes Endstück, das genau in die Halogen-Halterung des Projektors passt, und erlaubt, dass man das Ende des Lichtleiters so nah wie nur irgend möglich an das Filmfenster heran bringt (bzw. an die Sektorenblende oder den Dowser)? Wäre es dann nicht möglich, möglichst viel Licht und möglichst wenig Hitze auf den Film zu transportieren? Das runde Endstück könnte noch zusätzlich einen Lüfter beinhalten, der in Richtung Filmfenster bläst – oder nur eine Düse, und der Lüfter sitzt auch in der externen Box... Dann könnte jeder jeden Projektor umrüsten, fast ohne Modifikationen (bis auf das Loch im Gehäuse für den Lichtleiter... ) Das wäre doch was, oder?