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  1. Da das hier etwas ausartet und in Sachen Corona Diskussionen eh unmöglich sind, führen wir jetzt auch Corona-Beschränkungen ein 😪: Welche besonderen Regeln gelten im Forum in Bezug auf Corona (COVID-19): Zulässig sind ausschließlich fachspezifische Diskussionen und Beiträge mit Bezug auf den Betrieb eines Kinos, insbesondere: • Maßnahmen zu Umsetzung von Corona-Regeln im Kinobetrieb. • Aufstellung eines Hygiene-Konzepts • Infektionsschutz und Infektionsschutz-Mittel • Regelungen zu staatlichen Hilfsmaßnahmen, wie Kurzarbeitergeld und weiteren Unterstützungs- / Überbrückungsleistungen Nicht zulässig sind hingegen allgemeine Diskussionen zur Corona-(COVID-19)-Pandemie, insbesondere: • allgemeine Diskussionen und Beiträge zu Corona-Maßnahmen ohne Bezug zu dem Betrieb eines Kinos • allgemeine Diskussionen über gesetzliche Regelungen ohne Bezug zu dem Betrieb eines Kinos. • Meinungsäußerungen in Beiträgen zu Verbreitung von Verschwörungstheorien sowie Hetze und Ausgrenzung von Personenkreisen • Verlinkungen auf externe Seiten und Einbindung von Content zu nicht kino-relevanten Themen mit Pandemie-Bezug Bei einem festgestellten Verstoß wird der Beitrag entfernt und der Urheber des Beitrags kann für eine Woche gesperrt werden; bei wiederholten Verstößen auch auf unbestimmte Zeit. Die Bewertung eines Beitrags und die Feststellung eines Verstoßes liegt im ausschließlichen Ermessen der Moderatoren.
    20 points
  2. Drei große Schuhkartons hatte ich. Drei große Schuhkartons, in denen sich der Verschnitt meiner S8-Filme seit dem Jahr 2000 befanden. Alles von 5cm bis 2m Länge. Komplett durcheinander, sehr verstaubt, teils geknickt, da die Kartons zu voll gestopft waren. Und am Wochenende hat Kalle lernen wollen, wie das mit der Klebepresse nun genau geht. Ich hab's ihm gezeigt, und er wollte gar nicht mehr aufhören... hat es seiner kleinen Schwester auch gezeigt und die beiden haben unermüdlich alte Filmschnipsel aneinander geklebt. Drei Schuhkartons voll! All das passet exakt auf eine 180m Filmspule. Nach Reinigung, Ausbesserung von einem halben Dutzend zu loser Klebestellen und einigem "geradebiegen" verknickter Filmstücke ist sie nun fertig, dei psychedelische Retrosepktive der letzten 13 Jahre! Da reiht sich rosaner K40 an solarisierten Tri-X, da sind gecrosster E100D und Kameratests, verrissene Schwenks, Leute die ins Bild laufen, total unscharfes, Cutscenes aus langen Zeitrafferszenen, Zeitlupierte Bewegungsstudien, vergessenes Tageslichtfilter, gefilmtes am Lagerfeuer, umgekippte Stativaufnahmen, einiges kopfstehendes, Chemieunfälle, solarisiertes, total verstaubtes und zerkratztes, gemaltes, gebleichtes, getontes, K40-Entwicklungsversuche... und eine Menge Reminiszenzen, die an die geschnittenen Versionen der Familienfilme erinnern. Und all das mit wildesten, da zufälligen Zeitsprüngen. Ich bin erstaunt, wie viel Spaß diese Spule macht. Mit passender Musik dazu und einem Glas Wein in der Hand kann man die halbe Stunde wirklich sehr unterhaltsam genießen. Eine Retrospektive der anderen Art. Kann ich sehr zur Nachahmung empfehlen -- solche Reste sollte man eben doch nicht wegwerfen! (Und mehr Platz ist in meinem Arbeitszimmer nun auch)
    13 points
  3. Und bitte beim Schreiben im Forum eine Maske tragen!!!
    12 points
  4. Sie wohnt in Champigny-sur-Marne, rue du Panorama, in einem Reihenhaus und arbeitet im selben Ort. Weil sie mit ihrer Schwester zusammen zwei kleine Kinder aufzieht, geht sie in die Fabrik. Die Fabrik. Zum Großteil Frauen, Dutzende hintereinander an Tischen, Montage von feinmechanischen Apparaten. Es ist Dienstag, der 15. November 1960, am Wochenende ist beim Versuchsatomkraftwerk Kahl in Unterfranken der Betrieb aufgenommen worden. Wenn in den Radionachrichten in der Frühe davon berichtet wurde, hatte sie es nicht wahrgenommen. Jeanne ging an dem Dienstag sowieso mit grenzenlosem Unmut zur Arbeit, es kotzte sie einfach alles an. Über die Monate hatte sich so etwas wie Verachtung in ihr angesammelt, das sich möglicherweise sogar in mehr verwandeln könnte. Wieder die gleichen schwarzen und grauen Metallteile. Sie liegen stets geordnet und in der Reihenfolge des Zusammenbaus vor den Frauen da, darauf wartend, zu einem Produkt zu werden, das in einigen Tagen oder Wochen von irgend jemandem gekauft werden würde, jemand, der es in den Sommerferien mitnehmen wird ans Meer oder wohin auch immer. Sie brauchte gar nicht lange sitzen, bis die ewig gleiche Stimmung in dem Fabrikraum schon kaum mehr auszuhalten war. Jeanne-Lise griff, in der rechten Hand ein Blech, mit der linken in eine Schachtel. Darin waren Drehteile gesammelt, dieses mit einem Einstich, durch das es sich von den anderen absetzt. Einen kurzen Moment nur zuckte ihre Hand, in dem Moment hielt sich sich an einem Gedanken fest, und der wurde gleich zu einer Bewegung, allerdings zu einer neuartigen, zumindest ungewohnten Bewegung. Jeanne drehte die Stütze um. Alles andere lief auf die alte sichere Art ab, das Federwerk, die Platinen, Schrauben darauf, so weit wie jedes Mal. Während der Pause lief sie innerlich einige Male hin und her zwischen Verkniffenheit und bitterem Herausplaudern vor den anderen, doch dann sackte alles in sich zusammen. Sie ließ es sein, spürte plötzlich, wie heiß der Tee ist, setzte ihre Tasse ab und seufzte. Niemand erfuhr, daß sie aus Zorn auf das Unternehmen in den noch halbfertigen Mechanismus einer Beaulieu MR 8 eine der Werkstützen verkehrt herum eingeschraubt hatte. Sie brauchte nur noch die Feder der Filmvorratsanzeige einzuhängen, die gefährlich dicht bei einem der Zahnräder liegt, und das Schicksal wird eingeladen sein, den Rest eines Tages nachzutragen. Die Feder wird sich mit dem Zahnrad verhaken, sie wird brechen und den Filmvorrat nicht mehr anzeigen, sie wird abgerissen werden, das Getriebe vielleicht blockieren. Es spielte keine Rolle. Nach dem Mittagessen mit den Kindern hatte Jeanne-Lise wieder anderes im Sinn. Einen oder zwei Morgende trat ihr die verkehrte Stütze noch ein Mal vor ihr inneres Auge, danach vergaß sie alles. Es gibt Wichtigeres im Leben. 5. Mai 2014, nach 53 Jahren und beinahe sechs Monaten entdeckt jemand die von den Prüfern übersehene Tat. Ein Techniker beginnt zu ahnen, welchen Haß da jemand auf die Teppich-Etage gehabt hatte. Marcel Beaulieu trat immer im chicen Anzug auf, gab sich weltoffen, modern. Auf wessen Kosten er Geld machte, mit welchen Folgen für die französische Industrie, das kam nie zur Sprache. Er war nur einer unter vielen, es wird sie immer geben, die miesen Typen. Diese Geschichte ist nun endlich erzählt worden.
    12 points
  5. Sehr geehrter Herr Gerbershagen, auf Youtube sind Sie mit einem Clip vertreten, in dem Sie sich als CEO (früher sagte man altmodisch dazu Vorstandsvorsitzender) vorstellen und die Nutzer ihrer Produkte (=Kunden, die Geld in die Kasse bringen, wenn man sie nicht vergrault) ermuntern sich bei Ihnen persönlich zu melden und Ihnen eine Rückmeldung vom Markt zu geben. Diese Gelegenheit möchte ich hiermit ergreifen. Ich bin heute ein exotischer Mensch – zusammen mit einer Nischenkundschaft – verwende ich analogen Schmalfilm in den Formaten 16mm, Super8 und gelegentlich Doppel8. Alles Filmformate, die von Kodak einmal entwickelt und vertrieben wurden. Vertrieben wird heute auch noch – nämlich der Kunde und zwar von Kodak. Natürlich hat durch den Boom der digitalen Speichermedien die Nutzung von analogem Film- und Fotomaterial sehr gravierend abgenommen. Das Allerweltstagesgeschäft des „knipsenden Laien“ läuft rein digital. Große Teile des kommerziellen Geschäftes ebenfalls. Es ist eine Entscheidung der Nutzer zu billigerem Datenträger versus sehr unsicherer Datenstabilität. 100 Jahre alte Analogfilme sind heute noch problemlos abrufbar. Ob das mit 100 Jahre alten digitalen Daten auch der Fall sein wird? Aber das ist nicht der Gegenstand meiner Mail an Sie. Es geht um die „Zuverlässigkeit“ (=Unzuverlässigkeit) von Kodak als Lieferant von Schmalfilmmaterialien der 16mm und 8mm Formate. Zur Erinnerung die diesbezügliche Chronik: • Der K40 als Farbumkehrmaterial wird eingestellt und als Nachfolger der 64er-Film präsentiert. Verbunden mit der Aussage dieses Geschäft fortführen zu wollen. • Dann wird auch der 64er eingestellt und auf 100D-Material umgeschwenkt. • Dabei stellt sich heraus, dass bei 64T und 100D es seit vielen Jahren keinen Neuguß der Emulsionen gegeben hat und nur alte Lagerbestände konfektioniert und abverkauft werden. Über die Qualitätsmängel bei 100D Kassetten in Super8 (=Klemmer) kann man lange Klagemails schreiben. Ein in der Schmalfilmszene bekanntes Dauerärgenis – man hat bei Kodak immer eine Überraschungskassette und fragt sich, „geht sie durch oder klemmt sie wieder unrettbar“. • Dann die Kodak-„Strategie“ nur noch Farb-Negativ-Film in 8mm bzw. 16mm anzubieten. Na toll – was soll damit der Amateur der Farbumkehrfilm nutzen will? Soll ich jetzt Negativ-Film im Projektor vorführen oder selber im „Badewannenlabor“ das Negativmaterial so gut es geht zu Umkehrmaterial entwickeln? • Dann fällt auf, dass für die Schmalfilmmaterialien in der derzeitigen Kodak-Organisation eigentlich keiner mehr zuständig zu sein scheint. Sie sind für Fotofilme zuständig. Aber niemand für 16mm und 8mm-Formate. Daher die direkte Frage an Sie: Wer ist jetzt bei Kodak bzw. Kodak-Alaris für den Bereich Schmalfilme zuständig? • Kodak jammert die ganze Zeit über den Rückgang bei analogen Foto- / Filmmaterialien. Aber Kodak selber ist es, durch die o.g. Geschäftspolitik, der sich selber den Restmarkt kaputtmacht. Zuverlässigkeit und den guten Ruf hat Kodak durch das o.g. Verhalten verspielt. Genauer gesagt, man hat den Endkunden bewusst belogen und sich als sehr unzuverlässiger Lieferant positioniert, dessen Aussagen „keinen Pfifferling mehr Wert sind“. • Bemerkenswert ist jetzt noch die Ankündigung den Tri-X als Schmalfilm preislich signifikant zu verteuern. Was bekommen wir als Kunden dafür ? Wieder überlagerte Altware eines Uraltrestgusses, schlecht konfektioniert aber dafür zu höheren Preisen ? • Kann man Kodak überhaupt noch als Lieferant trauen? Setzt Kodak-Alaris die „Tradition der letzten Jahre“ von Kodak fort und belügt die Kundschaft weiter? Oder sollte man in Bezug auf Schmalfilmmaterialien sich nur noch auf ADOX, ORWO, FOMA verlassen und auf die Zukunft von Ferrania hoffen? Ich bin auf eine Antwort von Ihnen gespannt. Aber bitte eine belastbare Antwort mit Zahlen und Fakten – bitte keine wachswindelweichen, unverbindlichen Statements, von denen Sie schon heute wissen, dass Sie den Schmalfilmern weltweit die Geschichte „vom Pferd“ verkaufen. Mit freundlichen Grüßen Dipl.-Ing. (Univ.) Volker Leiste Am Meilwald 17 D-91054 Erlangen
    10 points
  6. Letztes Wochenende war so schönes Wetter, da fuhr ich mit Familie und ein paar Freunden in deren kleines Häuschen in der Lüneburger Heide, um ein paar Tage im Wald (und nachts im Zelt) zu verbringen. Es war traumhaft schön und entspannend, Kamin und Rotwein bis spät in die Nacht, Modellflugzeuge, Grill-Orgien und alles was dazu gehört. Die Kamera durfte natürlich nicht fehlen. Sonntagsregel-gemäß nahm ich die Bolex H8 DS8 und eine Rolle E100D mit. Leider hatte ich den Beli vergessen (der steckte auf der H16) und musste so Belichtung schätzen und ggf. das iPhone fragen, ich bin aber ganz zuversichtlich, dass das was wurde. Als zweite Kamera (und wie eigentlich immer) hatte ich die 310xl mit, in meinem Rucksack schlummerten zufälligerweise noch ein paar RevueChrome Rot-Weiss aus Deidesheim, MHD 1987. Spontan füllte ich die kleine Canon damit, schraubte die UWL auf und legte sie der Allgemeinheit hin. Vor allem die Kinder waren begeistert und haben den größten Teil der alten Kassettenfilme dann auch (nach ganz kurzer "Hier drücken und halt möglichst still" Einführung) belichtet. Hier sieht man Johann (fast drei Jahre) als stolzen Kameramann: Ich freue mich schon sehr auf die Aufnahmen aus Knieperspektive und aus nächster Nähe. Zumindest von aussen beobachtet sah es aus, als habe der kleine Mann Talent! Mein Plan ist, diesen durch die Kinder entstandenen Film in den "perfekten" E100D aus der Bolex einzuschneiden, quasi jeweils als Gegenschuss. Da der RevueChrome (aka MovieChrome) farblich doch sehr auffällt und einen großen Retro-Effekt mitbringt, könnte das glaube ich nett aussehen. So habe ich z.B. Kunstflugmanöver meines alten Freundes mit der Bolex gefilmt, da erscheint dann bald auch ein Kind mit der Kamera, dass dann auf seine Art das Geschehen einfängt... und genau das werde ich dann einschneiden. Im Moment trocknen gerade die ersten zwei Kassetten RevueChrome in der Duka, der Rest kommt in den nächsten Tagen dran. Wer sagte neulich noch, Selbstentwickler hätten nicht genug Durchsatz? Bei mir warten jetzt (allein an Farbmaterial) noch 1 weiterer RevueChrome, die 30m Rolle DS8, vier E100D aus Kalifornien und zwei Filme vom Regular 8 aus einem Tauschhandel. Der Rest der Chemie darf dann wohl noch den KB- und MF-Film-Rückstau baden. Ach, ich liebe unser Hobby einfach!
    10 points
  7. Hallo aus Deidesheim, eigentlich hatte ich mir in den letzten Wochen immer vorgenommen, mich in das Forum etwas mehr einzubringen, auch wenn ich schon seit längerer Zeit bemerkt habe, wie polemisch teilweise untereinander umgegangen wird; das muss ich mir - mit Verlaub gesagt - nicht auch noch antun. Dennoch muss ich zu einigen Anmerkungen, die gestern und heute veröffentlicht wurden, kurz Stellung beziehen: 1. Nachdem Wolfgang Schultz nach der letzten Waghäusel-Börse 2012 beschlossen hatte, diese aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr fortführen zu können, habe ich mich persönlich dafür stark gemacht - auch aus freundschaftlicher Verbundenheit zu ihm (auch wenn er kein Vollblutfilmer ist, wie Aaton11 behauptet) - diese Veranstaltung am Standort Deidesheim zu etablieren. Das Deutsche Film- und Fototechnik Museum hat als Veranstalter mit seinem ganzen Team hervorragende Arbeit geleistet und das Überleben der Filmbörse dadurch eigentlich erst ermöglicht! Vermutlich können manche Forenten auch nicht nachvollziehen, welche Arbeit - vor allem im Vorfeld - eine solche Börse macht. 2. Meine persönliche Erkenntnis vom letzten Samstag ist die, dass die Filmbörse im Jahre 2014 an einem Punkt angelangt ist, wo - aus den unterschiedlichsten Gründen - keine Steigerungen, sowohl an Ausstellern, als auch an Besuchern, mehr möglich sind; es wird schon schwer werden, die Zahlen für 2015 überhaupt so einigermaßen halten zu können. Es ist vielleicht nicht allen bekannt, dass ich aus der Branche komme und seit fast 30 Jahren alle Befindlichkeiten der (Schmal-)Filmer kenne; auch wenn ich deshalb kein Prophet bin, prognostiziere ich für die nächsten 2-3 Jahre dennoch einen weiteren dramatischen Schwund an "gleichgesinnten Börsianern" und/oder Schmalfilm-Freaks, die sich wohl aus mehreren Interessensgruppen zusammen setzen, aber nur in der Summe der Teilnehmer (Aussteller und Besucher) eine solche Veranstaltung, auch für den (oder einen) Veranstalter rentabel machen. Soweit mal meine Überlegungen. Kämpft weiterhin für Eure Interessen, die ja auch teilweise meine sind, geht das Ganze aber in Zukunft etwas lockerer und nicht so verbissen an; vor allem seid bitte fair mit- und untereinander. In diesem Sinne einen Gruss Euer Michael Ritter
    10 points
  8. Hallo, Dazu möchte ich auch gern etwas schreiben. Es ist doch nicht nur die Technik allein, es ist auch das Flair, die Atmosphäre, oder? Einige Beispiele, auch wenn sie vom Film selbst etwas abweichen. Nehmen wir die Schallplatte oder die Audiotechnik selbst. Jede Richtung erzeugt automatisch eine Gegenrichtung. Beispiel Audioszene in Japan dem Land der absoluten High Tech. Dort bauen Japaner nicht einfach nur Röhrenverstärker selbst, nein es kommt noch härter. Es müssen Trioden aus den 30er Jahren sein keine Röhren aus den 50ern. Man lötet auch nicht mit Neoprendraht, nein stoffumsponnene Drähte müssen es sein. Kondensatoren werden nicht gekauft, sondern selbst gewickelt. So weit würde ich selbst nie gehen, aber diese Menschen haben Freude daran. Ich habe einen Freund der hat eine Riesensammlung aller Elektronenröhren die es wohl je gab und er sitzt selbst jeden Abend da und lötet. Er sagte zu mir, Du wenn Du die Rauschwerte betrachtest, das kann heute jeder Conrad- Chip besser, aber das Flair, der Hörgenuß einer Schaltung die "lebt", das Glühen der Röhren, das ganze Drum Herum, das ist es. Da hat man an Hornlautsprechern Spaß und nicht an 5.1 Anlagen. So bin ich zum Schmalfilm gekommen. Mein Onkel hatte eine Leinwand die immer von selbst wieder zusammen klappte und mit einem 40cm Holzlineal gestützt werden mußte. Der Projektor, ein WEIMAR 3 hatte diese Riesenglimmlampe mit der man die Geschwindigkeit per Stroposkopeffekt einstellen konnte. Damit haben wir Filme von uns selbst als Kinder angeschaut und auch Trickfilme "nur" in SW, aber der Spaß. Wenn der Film rückwärts lief und wir haben die Geburtstagstorte wieder ausgespuckt und ganz sauber auf dem Teller zusammen gefügt......... Ja natürlich kann ich das mit einem DVD Player heute auch, sogar ohne Streß nur per Tastendruck...... aber es ist nicht das Gleiche. Auch ich arbeite von berufswegen mit hochmodernen professionellen HD Kameras. Ja diese Bilder beeindrucken in ihrer Auflösung, sind clean und crisp. Da frage ich mich auch manchmal, warum gebe ich so viel Geld aus für Filmmaterial das dann noch körnig ist und das Bild wackelt im Projektor. Ja Leute ich habe einen Knall, aber ich kann es nicht ändern, ich mag auch das andere, auch in Schwarz Weiß. Das geht mit in der Photographie genau so. Da quäle ich mich mit 100 ISo herum, benutze einen 3 fach Blitz und der anderer erledigt das mit 8000 ISO ohne Blitz und die Speicherkarte kann man löschen. Bei einer Seshion mache ich 36 höchstens 72 Bilder und der ander knallt so locker 300 - 400 Bilder weg. (oder waren es gar 3000 ) Alles nur Mist oder Splien? Nein! Der andere hat es nicht einfacher als ich. Ich habe bewußt auf den Auslöser gedrückt, er nur einfach so. Ich muß aus 72 Bildern wählen, er muß sich durch 3000 quälen. Von der Nachbearbeitung reden wir lieber gar nicht erst. Ich sage nur "Vollautomatik", jeder weiß was ich meine. Ja Schmalfilm liefert keinen 5.1 Souround Sound. Auch die Qualität ist nicht mehr über den anderen Medien. Allerdings, als ich jetzt Velvia auf DS 8 mal eingescannt habe, mußte ich sagen..... soooo schlecht ist die Qualität nun auch wieder nicht. Von 9,5 oder 16mm rede ich gar nicht erst. Was fasziniert mich nun noch an Vorgestern? Ich habe ein Medium das ich anfassen kann und ich habe es als Hardware vor mir. Egal wie alt mein Projektor ist, so lange es noch Strom aus der Steckdose gibt und eine Lampe zum Auswechseln, bin ich dabei. Ja und wie ist es mit dem anderen Kram? Wenn man Lust hat, zieht man es ja noch von der Karte auf den PC, wenn. Ansonsten wirds gelöscht und weg. Ist es dann auf dem PC, verschwindet es in irgend einem Ordner, den man oft nicht wiederfindet. Sind die Aufnahmen "wertvoll" wandern sie wenigstens auf einen externen Datenträger. Wenn nicht... nach dem nächsten PC Crash oder einem neuen Gerät, sind die Daten einfach nur noch Geschichte, sonst nichts. Wenn man sie dann doch noch irgendwann wiederfindet.... mal kurz auf dem PC Monitor angesehen, Fernsehen oder Beamer ist ja schon sooo anstrengend und sooo umständlich. Das war es dann auch. Ja und was bleibt dann von der ach so guten Qualität? Leute, unsere Faulheit ist es, unsere Dummheit und unsere Bequemlichkeit. Warum? Schaut doch einfach mal nur auf unsere Autos. Früher haben wir selbst nach dem Ölstand geschaut, nach Kühlwasser usw. Was machen wir heute... wir warten bis eine rote Lampe blinkt oder das dämliche Auto mit uns redet. Früher haben wir Karten studiert, uns eine Route eingeprägt und heute schimpfen wir über das so dumme Navi. Nein nicht das Navi ist dumm, wir sind blöd. Früher hatten wir einen Terminplaner, heute muss das dusselige Handy das erledigen, einschließlich Weckruf am Morgen,Wecker sind ja out. Na und wenn das doofe Ding nicht mehr will, geht die Welt unter, Ja wirklich? Früher haben wir gezielt nach Wissen gesucht, Bücher studiert usw. Heute wird gegoogelt und Wikipedia weiß ja eh immer alles besser, stimmt das ? Leute, nicht die Technik ist das Problem, wir sind das Problem. Wir verdummen, verblöden, vergreisen, werden bequem, faul und nachlässig..... und wir finden es auch noch toll, es ist ja so schön. Als es noch keine Handys gab, haben wir da gelebt oder nicht? Haben wir trotzdem Freunde und eine Frau fürs Leben gefunden oder nicht? Als es noch keine leistungsstarken PCs gab, haben wir da nicht gelebt, gearbeitet und unser Leben im Griff gehabt, oder etwa nicht? Nein, ich bin keine Hasser von Fortschritt und Technologie !!! Aber wir können selbst entscheiden wie wir damit umgehen. Die Frage ist doch, lassen wir uns von der Technik beherrschen oder herrschen wir über die Technik. Wir haben das Hirn, wir haben den Verstand, wir haben die Technik doch erst geschaffen. Sorry wenn ich abgeschweift bin. Aber ich denke, die Diskussion, Film oder Video, Schallplatte oder CD, Buch oder I Pad, Liebe oder Cyper Sex geht tiefer als nur in technische Fragen. Mit meinem Beitrag möchte ich einfach nur zu etwas anregen. Den Rest muß jeder für sich ganz persönlich selbst entscheiden. Liebe Grüße otti der Matthias
    10 points
  9. Hallo Volker, denke auch, daß es ein typisch deutsches Mentalitätsproblem darstellt, wenn zuguterletzt alles zerredet, problematisiert und dadurch im öffentlichen Diskurs allenfalls noch mitleidig belächelt und zum Schluß totgesagt wird. Wo bleibt der gesunde Pragmatismus??? Ich finde, wir sollten uns darüber klar werden, welche Zielperspektiven ein technisch wie kulturhistorisch determinierter Meinungsaustausch und ein Forum wie dieses hier eigentlich hat: 1. Gleichgesinnte zusammenbringen, die sich sonst niemals kennenlernen würden 2. Ermöglichung der gemeinsamen Suche nach Lösungen für alle technischen und logistischen Probleme, die ein sterbendes Medium nun mal aufwirft 3. Gemeinsame Wahrnehmung der Aufgaben rund um den Erhalt technischer / cineastischer Kulturgüter (Film ist immer noch Kulturgut!) 4. Erhaltung und Pflege des Pluralismus: jeder von uns hat je und je andere Schwerpunkte innerhalb seines Interessengebietes und damit ebenso individuelle wie auch sachlich facettenhafte Erfahrungshorizonte. Schön, wenn diesen eine kommunikative Komponente gegeben wird, so entsteht nämlich Information (Information = Wissen in Bewegung). 5. Generierung von Synergieeffekten im Vollzug der Punkte 1.-4. und deren Zusammenfassung und Zugänglichmachung (hermeneutischer Zirkel) Erst in der Synthese der Einzelmeinung /-beiträge entsteht ergo der Wissensspeicher, der dasjenige know-how erhalten hilft, welches sonst innerhalb einer oder weniger Generationen zusammen mit der überholten / veralteten / zu kostspieligen / nicht mehr aktuellen Technologie unwiederbringlich verlorenginge (Vergleiche das Wissen um die letzten Details beim Schallplattenschnitt oder bei der Konstruktion und Fertigung einer Dampflokomotive). Wie war es denn beim Tonband? Schon in den 80er Jahren totgesagt und von der Digitaltechnik in den 90ern endgültig aus der flächendeckenden Verwendung als Standard-Schallspeicherverfahren in professionellen Bereichen verdrängt, werden neue Bänder nach wie vor produziert und erfreuen sich auch nach wie vor einer Beliebtheit bei einer zugegebenermaßen zwar defensiven, oder qualitätsbewusten Minderheit (oder Elite???). Wäre das so wenn alle gesagt hätten, es ist "vorbei"??? Dem Universum ist das bis zum nächsten Urknall herzlich egal. Auf einen paradiesischen Endzeitzustand dürfen wir auch nicht hoffen. Was zählt, ist das hier und heute. Benjamin Franklin sagte: Was hilft es, bessere Zeiten zu wünschen und zu hoffen? Ändert euch nur selbst, so ändern sich auch die Zeiten. Ohne Mühe geht nichts." Ich finde, wir haben durchaus mannigfaltige Gründe dafür, die Flinte nicht ins Korn zu schmeißen, nur weils jetzt etwas schwieriger oder teurer wird oder irgendjemand sich mal negativ auskotzt. Manchmal ist es halt frustrierend und dann wird`s halt mal ein bisserl emotional. Wir sind halt Menschen, keine Roboter. Die Parole heißt: Weitermachen und das Wissen in Bewegung halten! Die Büchse der Pandora ist eben keine Gewürzdose! Herzlichst, Martin
    10 points
  10. Um den Thread "Etwas Theorie" nicht noch weiter off-topic zu schieben, hier ein paar Anmerkungen, die mir schon länger fällig zu sein scheinen: Für den Amateur gibt es kein Falsch und Richtig. Die Beschäftigung soll Vergnügen bereiten, und die Ergebnisse müssen keinem Maßstab genügen außer dem eigenen. Das ist der Unterschied zum Berufsfilmer, der sich sein Werkzeug nicht auf dem Flohmarkt oder bei eBay zusammensuchen wird. Wer mit anderer Leute Zeit und Geld operiert, hält sich an technische Normen und geht auf Nummer Sicher. Wenn ich eine Kamera bei einem Geräteverleih miete, kann ich davon ausgehen, daß Auflagemaß und Bildstand stimmen, daß Magazine sauber laufen und keine Schrammen produzieren. Daß die Optiken regelmäßig auf dem Prüfprojektor landen und Schärfenmarkierungen stimmen. Das ist der professionelle Ansatz: Man unternimmt alles, um Risiken zu vermeiden und sein Werkzeug in bestmöglichen Zustand zu versetzen. Auch als Amateur kann man so vorgehen; also Geräte von Händlern kaufen, sie für einige hundert oder tausend Euro überholen und in Tiptop-Zustand versetzen lassen. Es ist eine Frage der Mentalität, und wenn jemand sich nur mit perfektem Werkzeug wohlfühlt, ist das für ihn DAS RICHTIGE. Für ihn selbst - nicht unbedingt für andere! Man kann das Hobby auch von der Bastelseite angehen. Kann sich Geräte, die früher unbezahlbar waren, bei eBay kaufen und damit experimentieren, kann sein Material selbst entwickeln und dabei etwas lernen. (Die, die aus Fehlschlägen oder Schaden nichts lernen, geben es ohnehin rasch wieder auf.) Man kann alles ausprobieren, was einem einfällt und ist keinem Rechenschaft schuldig. Wenn man das Filmhobby als eine Variante von "Jugend forscht" betreibt, genießt man den Luxus, nichts zu müssen. Wer also neben Gelassenheit, Humor und Selbstkritik auch Ausdauer hat, um solange zu tüfteln, bis er zum anvisierten Ergebnis kommt (oder einem noch besseren), für den ist es DAS RICHTIGE. Für ihn selbst - nicht unbedingt für andere! Ich habe für beide Seiten Verständnis, weil ich mich gern auf Technik verlasse. Wenn ich hin und wieder professionell etwas für andere drehe, wird jedes Magazin auf Andruck, Friktionszug und Lichtdichtheit geprüft und regelmäßig eine Testaufnahme gemacht, handentwickelt und zur Kontrolle projiziert. Da ist Erbsenzählerei absolut angebracht. Wenn ich aber auf dem Flohmarkt eine 6x6-Balgenkamera kaufe, benutze ich das Maß an gesundem Urteilsvermögen, wie es einem früher jedes Fotobuch vermittelt hat. Verschluß geht, die volle Sekunde stimmt nach zehn, zwölfmal Spannen und Auslösen ungefähr, die Irisblende geht leicht und ohne Spiel, der Balgen hat keine sichtbaren Risse. Also belichte ich einen Testfilm, entwickle ihn nach Vorschrift und sehe mir das Ergebnis an. Wenn die Kamera soweit gute Ergebnisse liefert, genügt mir das, denn ich verwende sie als Amateur. Weder reise ich damit in den Dschungel, um die seltene pausbäckige Haselmaus (musculus ligonis peacemanis) abzulichten noch fotografiere ich hochbezahlte Bikini-Models am Strand von Cannes damit. Man könnte zu Recht einwenden, daß eine Schmalfilmkamera etwas komplizierter ist als eine 6x9-Einfachstkamera. Dennoch läßt sich das Wesentliche (Bildstand, Schärfe, Blendenfunktion) mit einem einzigen Testfilm überprüfen. Die Belichtungsmesser-Problematik wird maßlos überschätzt, es gibt schließlich Handbelichtungsmesser, deren Bedienung niemanden überfordern wird, der sich experimentell auf das Thema Schmalfilm einläßt. Vielleicht findet man es frivol, wenn einer Filmtechnik zum Ein-Euro-Tarif kauft, der Begriff der Wegwerfmentalität geht aber komplett an der Wirklichkeit vorbei. Weggeworfen werden Kameras und Projektoren von Besitzern, die keine Verwendung mehr dafür haben, egal ob das Gerät einmal einen Monatslohn gekostet hat, egal ob es ein Produkt schweizer oder deutscher Feinmechanik oder unreparierbares Einwegprodukt ist. Was bei eBay nicht verkauft wird, landet im Abfall. - Werkzeuge sind da, um benutzt zu werden, und wer zehn Super-8-Kameras kauft, davon vier "schlachtet", um damit vertraut zu werden und sich aus den übrigen sechs zwei funktionierende zusammenbastelt, der handelt ebenso rational wie ein anderer, der sich ein Spitzengerät kauft und es für Hunderte oder Tausende wie einen edlen Oldtimer restaurieren läßt, bevor er einen Meter Film belichtet. Der Berufsfilmer MUSS (professionell arbeiten). Der Amateur KANN (spielerisch-bastelnd oder professionell arbeiten). Es gibt so viele interessante Themen im Schmalfilmbereich - ist es wirklich nötig, immer wieder diesen Graben zwischen Perfektion und Spielfreude auszuheben und zu behaupten, nur die eigene Position sei RICHTIG ? Es gibt kein FALSCH und RICHTIG, wo es um Liebhaberei geht.
    10 points
  11. Sinnloser Thread … hiermit geschlossen.
    9 points
  12. Haben wir hier schon tausend Mal im Forum besprochen. Es gibt eine Zielgruppe männlich, im mittleren Alter die in Ihrem Zuhause eine hyperperfekte Technik verbaut haben und diese oftmals mit einer gewissen Hingabe pflegen und ergänzen. Diese Leute sind oft der Gesellschaft überdrüssig und stören sich an der Imperfektion eines Abends mit vielen fremden Menschen, die möglicherweise noch laut Popcorn kaufen. Diese Zielgruppe ist nicht relevant für das Kino. Wir sind ein Ort für alle, vor allem aber für die, die gerne einmal aus ihren muffigen vier Wänden herauskommen wollen und mit der Familie und den Kindern etwas erleben möchten. Da bringt einem sein High End Keller mit irgendwelchen Auflösungsspitzen gar nichts. Bleibt weiterhin einsam und bewegungslos. Es geht schon lange nicht mehr nur um überragende Technik, es geht ums drumherum und einfach mal was anderes zu machen. Restaurants gehen auch nicht massenhaft in die Schließung obwohl die Leute Zuhause Küchen für 50 tausend Euro haben und sich alles Bio kaufen und selber kochen können. Hat aber auch gar nix mit dem Thema zu tun hier.
    9 points
  13. @mercy Bitte entschuldige den etwas ruppig ausgedrückten Satz, der unten gleich kommt. Er ist keinesfalls persönlich gemeint. Mir ist nur leider wirklich keine nettere Formulierung eingefallen. Es ist einfach schlichtweg verkehrt, zu meinen, dem Kinobetreiber würde vom Verleih in dieser Art auch nur irgendein Geschenk gemacht. Genau diese Ar***kriecherattitüden sind der Grund, warum es keine einheitliche Front von Kinomachern gegen solches Verhalten von Verleihern/Vertrieben/Produzenten geben wird. Und das wissen die auch ganz genau. Und deswegen kommen sie mit solchen Erpressermethoden überhaupt nur durch.
    9 points
  14. Seit heute ist es über unsere Online Seite möglich, Kinogutscheine als Ostergeschenk oder einfach nur so zu bestellen. Bis Mittag für über 1000 Euro bestellt. Einige mit mutmachen Zeilen, wie diese, dazu: Hallo liebes Kino-Team. Ich möchte gerne 2 Kinogutscheine bestellen - je 20 Euro. Ich weiß, dass Sie mir beide schicken werden, werde aber einen vernichten und die ungenutzten 20 Euro als Danke an euch 'geben'. Danke, dass eure Kinos so viel schöner und persönlicher und gemütlicher als die großen Ketten sind. Danke für die klasse Mitarbeiter, die immer freundlich und kompetent sind. Ich wünsche Ihnen allen das Beste und hoffe, dass wir uns alle bald gesund wiedersehen.
    9 points
  15. Am Abend des 6. September 2000 habe ich einen Drehstrommotor mit einem Frequenzwandler zusammen installiert und die Matipo mit der Nummer 322 ist nach vielen Jahren eines traurigen Daseins an der Bahnstraße 21 in Bern in meinem Betrieb in Basel wieder in Bewegung gekommen. Rostlöser, Öl und noch ein Mal Öl, putzen, einstellen . . . Meine erste Kopie hatte ich am 8. September auf Eastman 5302 fertig. Sprungschrammen im Negativ, Träger, Tonspur, und Kratzer im Positiv, Träger, Tonspur. Die Anstände waren bald behoben. Ich habe nicht den vollständigen Apparat, der Sockel fehlt. Nr. 322 ist noch als Fragment ihres ursprünglichen Zustands erhalten, nämlich der Kopf mit den Filmhaltern und mit dem mechanischen Teil der Lichtersteuerung. Diese Ruine kaufte ich Jahre zuvor Walter Ritschard für 400 Franken ab. An jenem Nachmittag ahnte ich nur, daß da eine Matipo ein örtliches Schicksal erlitten hatte. Später, beim Nachdenken über die Berner Filmtechnikszene, fiel mir das Buch von Milton Ray Hartmann ein, sein „Lebenswerk“. Zwischen den Zeilen dieses Buches lese ich von den Wechselfällen, denen meine Matipo vermutlich ausgesetzt gewesen war. Nichtsdestotrotz funktioniert Nummer 322 einwandfrei. Nach einigen wenigen Handgriffen, die ich während meiner Anstellung bei der Zürcher Cinégram 1987-88 an einer Bell & Howell C machte, setzte ich mich also vor über 12 Jahren zum ersten Mal mit der Französin auseinander. Das läßt sich so beschreiben: Wie bei den meisten Kopierapparaten aus der ersten Blütezeit des Stummfilms, Lumière, Stineman, Ernemann, Bamberg, Vinten, Prévost, sitzt der Kopist mit Blick aufs Kopierfenster frontal davor. Dieses ist mit einer rot gefärbten Glasscheibe ausgestattet, durch die hindurch der Vorgang beobachtet werden kann. Das ist auch nötig, denn für brauchbare Kopie sind fehlerlos brennende Lampe und perfekter Transport der Filmstreifen erforderlich, die man überwachen muß. Beim Anlaufenlassen hat der Kopist die letzte Möglichkeit, einen Versatz zu entdecken und anzuhalten. Alles, was beim Kopieren als unbrauchbar weggenommen werden kann, braucht nicht entwickelt zu werden. Beim Kopieren wird am leichtesten Ausschuß produziert und auch am schnellsten. Auf dem Bild ist der Moment kurz vor dem Anlauf festgehalten. Der Operateur hält mit der linken Hand den Kupplungshebel, den er um 90 Grad nach links außen dreht, um alles in Gang zu setzen, und mit der rechten Hand bremst er sachte die mit den Wickelkernen verbundenen Flansche, weil die Maschine gerne den Film vom Kern abreißt. Die Aufwickelfriktionen können nämlich nur schwer so eingestellt werden, daß sie dem Film am Anfang und nach 300 Metern gerecht werden. Zu schlaff gewickeltes Material ist ebenso unerwünscht wie beschädigte Perforation in den innersten Windungen. Einzige Abhilfe leisten größere Wickelkerne, die Debrie aber nie angeboten hat. Die Matipo hat einen Kurbeltrieb, der dem Greiferrahmen eine gleichmäßige Aufabbewegung erteilt. Eine zweite Scheibe versetzt den Doppelgreifer in der Tiefe und eine dritte Kurvenscheibe führt einen Rollenarm, an dem der Andrückrahmen des Filmkanals eingehängt ist. Im Zusammenspiel zieht der Greifer die Filme um einen Schritt nach unten, gefolgt vom Andruck des mit einem Glasklotz und der Rotscheibe besetzten Rahmens, wonach der Greifer nach oben läuft, der Verschluß Licht freigibt und wieder verdeckt, bis fast gleichzeitig Greifereinstich und Abhebung des Druckrahmens vor sich gehen. Die Scheiben können einzeln gegenüber der Kurbel verstellt befestigt werden. Auch der Verschluß kann um etwa 20 Grad in beide Richtungen verdreht montiert sein, abgesehen von der zwischen 75 und 120 Grad verstellbaren Öffnung. Eine kreisrunde Öffnung im Verschlußblech, abgedeckt mit einem Stück roter Folie, hilft beim Einspannen der Filme. Der Kopist dreht am Handrad auf dieses Rotfenster, wobei der Greifer voll im Zug steht. Er legt den Negativvorspann mit Bildstrich auf Fenstermitte, den Rohfilm darauf, schließt die Filmbahn (Schnapper) und hakt den Andrücker an der Mitnahmegabel ein (Rückzug). Wenn er es richtig gemacht hat, steht das Bild Ende Zug jeweils vor dem Fenster. Die Machine à tirer les positifs, Matipo, klappert gerne mit 12 bis 14 Bildern pro Sekunde. Schneller ist möglich, führt aber zu verstärktem Verschleiß. Der Apparat braucht schon genug Öl, das man über sieben einzelne Leitungen einbringt. Heikelste Stelle ist das Schraubengetriebe im Innersten der Boîte. Wie es dazu gekommen war als Verbindung der Antrieb- und der Abtriebwelle, ist mir bis heute unklar. Es wäre auch ein kegliges Getriebe möglich gewesen, das bedeutend günstiger herzustellen ist und einen größeren Wirkungsgrad hat. Nun noch ein Mal ein Blick auf das Bild! Hinter dem Lochblech an der Maschinenrückseite befindet sich eine Widerstandssäule auf Keramikkörper. Zwanzig Abgriffe liefern abgestufte Lampenspannungen, zwischen denen über Relais umgeschaltet wird, je nach der Lochung im untersetzt mitlaufenden Steuerstreifen, den wir rechts vorne sehen. In die Lochungen fallen Tasthebel von Mikroschaltern, die jeweilen einen Lampenkreis ansteuern. Damit bei einem bestimmten Tempo genau während des Filmtransports von einer Szene zur nächsten umgeschaltet wird, werden in ebenfalls genau bestimmtem Abstand von der Klebestelle Kerben aus dem Negativrand gestanzt. Ein weiterer Mikroschalter mit Rolle auf der Filmkante wird von den Kerben betätigt, worauf eine vorgespannte Hebeleinrichtung, man sieht zwei Handhebel aus ihrer Rechtecköffnung stehen, ausgelöst wird. Zusammen mit dem Lochstreifen ist die Codierung für die Lampe gegeben. Das Doppelhandrad mit zusätzlichen Griffhebelchen rechts von der Filmbahn dient der Verstellung der ganzen Filmbahn dem Greiferantrieb gegenüber — vertikale Einmittung des Bildes — und Verstellung des Bildfensters innerhalb der Filmbahn zum Abfangen der leichten Versätze aus den unterschiedlichen Kameras. Hier kann auch Stoß an Fuß oder Kopf eingestellt werden: Das Kopierfenster ist 19,2 mm hoch und die leichte Überlappung wird ein Mal am Kopf des Bildes gewünscht, ein anderes Mal am Fuß oder Mitte Bildstrich. Auf der linken Seite der Filmbühne kann der Kopist einen Schieber auf Vollbild und Tonfilmbild einstellen. Was er nicht ohne weiteres beeinflussen kann, ist die Beleuchtung der Filmränder zum Mitkopieren der Randnummern. Auf der Seite der künftigen Tonspur ist bei Schieberstellung fürs Academy-Bild die Randbelichtung gegeben, in Vollbildstellung dagegen nicht. Wenn Kameraleute einmal umgerollten Film belichten, landen die Fußnummern auf der Matipo-falschen Seite und erscheinen nur mit Academy-Ausschnitt. Im Maschinenfuß sind Motor und Dynamo untergebracht. Der Dynamo ist mit einer Kette am Motor angehängt und liefert eine Gleichspannung für die Lampe. Das Witzige daran ist, daß man sich nicht um die Anpassung des Lampenstroms kümmern muß, wenn man die Bildfrequenz ändert. Das einzige Problem einer Tempoänderung ist die Verschiebung des Schaltpunktes für den Lichterwechsel, wofür es jedoch eine Lösung gibt. Den Filmlauf sieht man besser auf diesem Bild, das den Kopf von Nr. 322 zeigt. Ich habe die Aufnahme 2008 gemacht während der letzten Wochen unseres Betriebes an der Schillerstraße. Die Matipo von Debrie kommt mit 2½ Fuß Vorspann aus. Gibt man ½ Fuß für den Anlauf zu, kann das erste zu kopierende Bild drei Fuß oder 90 cm vom äußersten Vorspannzipfel entfernt kommen. Entsprechend braucht man auch nicht mehr Rohfilm. Nach dem letzten Bild kann man anhalten und den Rohfilm mit zwei Fuß Zugabe abschneiden. Mit keiner anderen Kopiermaschine ist so sparsames Arbeiten möglich. Die Schwächen müssen natürlich auch erzählt werden. Da ist zunächst das häßliche Abschmieren von Schnitten. Die seitlich führende Andrückschiene ist zu lang konstruiert, so daß Unregelmäßigkeiten in der Filmbreite zu Unruhen führen können. Besonders mit geschrumpftem Ausgangsmaterial unter Polyesterrohfilm hat man eine nur schwer lösbare Aufgabe. Weiter ist die Bildstandsleistung nicht vergleichbar mit derjenigen aus einer Präzisionsanlage. Das heißt, mehr als Mustern und Masse abziehen kann man mit der Matipo nicht. Für Trickarbeiten ist halt einfach die Spezialeinrichtung angesagt, wo feste Paßstifte oder bewegte Sperrstifte in die Perforation greifen. Auch kann man mit der Debrie keine Rücksicht auf die unterschiedlichen geometrischen Verhältnisse mehrerer Kameras nehmen. Der Abstand zwischen Greifer und optischer Achse läßt sich nur um zwei Lochabstände verändern, Mitte ist +12. Ich hoffe, mein Beitrag findet Interesse und löst etwas Diskussion aus. Jede/r Vorführer/in hat mit Filmkopien zu tun. Immer war jemand vorher am Werk, ein/e mehr oder weniger geschickte/r Kopist/in.
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  16. Nach dem Durchforsten von zig 15m-Entwicklungsspulen und Schuhkartons mit kodakWarensendungsbeuteln voller Schnipseln, Szenen und Sequenzen, ist mir ein vor ca. 10 Jahren - natürlich noch auf Kodachrome- angefangenes Projekt zwischen die Finger gekommen, daß sich damals nicht recht zusammenfügen wollte. Hatte sogar schon den Titel gefilmt - aber dann das ganze abgebrochen. Jetzt - mit 10 Jahren Abstand und in einer völlig neuen Lebenssituation - fügen sich die Einstellungen merkwürdigerweise fast wie von selbst aneinander - und der von mir schon damals als Soundtrack angedachte Popsong (In My Room von den Beach Boys - auch der Titel des Films) paßt wie angegossen. Und zuguterletzt heute beim Kramen noch einen Abspann (ein Film von...) gefunden, damals auf Kodachrome "auf Vorrat" gefilmt. Das ich im Jahr 2014 also nochmal einen Film auf K40 fertigstelle...
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  17. Hallo Ulrich, Ich teile deine Meinung voll und ganz. Jeder von uns hat aber neben seinem Schmalfilmleben noch ein zweites Leben, Familie, Firma oder was auch immer... Für meine Person gilt: Ich habe eine kleine Firma, die mich meist so in Atem hält, dass das Hobby oftmals zu kurz kommt. Ist also genauso wie beim Familienvater, der nebst Frau und Kinder noch Brötchen verdienen muss. Mir wären die Filmpreise eigentlich völlig egal, hätte ich das nötige Geld dafür. So aber kommen dauernd erst die existentiellen Sachen und erst danach kommt das Hobby. Das ist auch der Grund, warum so manche Idee und Bastelei auf der langen Wartebank liegen und eventuell gar nie umgesetzt werden können... Wenn dann zu allem Überfluss auch noch gesundheitliche Probleme mit im Spiel sind, dann wirds erst richtig lustig. Da fragt man sich dann eben hin und wieder, für wen und was und warum drehe ich denn überhaupt einen (teuren) Film...? Könnte ich dieses Geld nicht eventuell sinnvoller in eine schöne Reise oder sonstwas investieren... immerhin... es könnte ja allenfalls das letzte Mal sein, dass du aus dem "Loch" rauskommst, bevor du danach im Altersheim im Rollstuhl an die Sonne geschoben wirst... Fassen wir also zusammen: Erst kommt die Gesundheit, danach das Leben selber, erst danach kommt dann noch die Freude am Hobby... ganz klare Prioritäten, die ich da setze... Rudolf
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  18. Leute, jetzt werdet doch mal realistsich ! Vor allem Alle im Forum, die ihr so negativ daher kommt. Bleiben wir bei den Fakten: Der alte Platzhirsch Kodak beliefert uns nicht mehr Im Moment leben wir vom Aufbrauchen von eingefrorenen Altbeständen und haben immer wieder Ärger mit der Qualität von Kodak-Kassetten Die Zukunft von Fuji-Material ist ungewiss bis hin zu "Ende absehbar" Ohne einen neuen Hersteller von Farb-Umkehr-Material ist unser Hobby zukünftig nur noch sw Jetzt wagt eine Gruppe das technische und unternehmersiche Risiko einen neuen Farb-Umkehrfilm herauszubringen. Und was macht ein Teil der Szene, der sich hier artikuliert? Statt sich zu freuen wird gejammert, orkelt und nur das Negative herausgekehrt. Von uralten Ferrania-Emuslionen von vor 40 und mehr Jahren wird eine zweifelhafte Qualität für die Zukunft herbeiorakelt ohne aber überhaupt eine belastbare technische Information zu haben. Das ist ungefähr so, als von einem Autohersteller abzuraten weil ein Automodell vor 40 Jahren technische Probleme hatte (Also: Leute kauft niemals einen Alfa Romeo, denn der Alfa Sud ist vor 40 Jahren weggerostet - so wird hier vom Prinzip argumentiert) - Friedemann verzeih' bitte ;-) Und dann die Kritiker gegen alles und jedes weil ihnen die Wittner-Preise zu teuer sind. Ja Leute, dann macht doch Euer Filmmaterial selber in Eurer Küche. Baut euch selber jeden Kleinkram mühsam als Einzelanfertigung zusammen.... dann werdet ihr schon sehen wie teuer es dann wird und wenn ihr dann das Rechnen gelernt habt (Kalkulationsrechung) werdet ihr feststellen welche gigantische Leistung Wittner macht und welches unternehmerische Risiko er auf sich nimmt . Ich bin mir ziemlich sicher, dass alle, die hier über Wittners Preise jammern selber niemals ein substantielles Beteiligungsangebot an Wittner gesendet haben um eine neue Quelle für Farb-Umkehr-Material mit zu finanzieren. Und für all' seinen Aufwand und sein unternehmerisches Risiko ist es nur recht und billig, dass Wittner auch ein angemessenes EBIT erzielt. Skalierungseffekte durch hohe Mengen wie zu den Hochzeiten bei Kodak wird es bei einer Kleinstserienproduktion weder technisch noch betriebswirtschaftlich geben können, weil die Produktionsfixkosten überproportional sind. Also können beim besten Willen neue Filme nicht mehr zu den Preisen (bezogen auf Kaufkraft) von anno 1980 angeboten werden. Fazit: Leute meckert nicht, seit dankbar dass Wittner und Ferrania den Start von neuem Farb-Umkehr-Material versuchen. Schreibt lieber E-Mails an Ferrania und Wittner, dass ihr schon neugierig auf das neue Material seit und viel Erfolg wünscht. (der Morbus Criticus - als Gesellschaftskrankheit - ist nur eins: contraproduktiv !)
    9 points
  19. Leute ... alle erstmal kalt duschen gehen und ordentlich abkühlen ... hier ist bis morgen "dicht"!!
    9 points
  20. Bitte zerredet dieses wertvolle Projekt nicht schon, bevor es erscheint. Denn es soll ja erscheinen. Und da es sich bereits rechnet, wenn 20-25 Kameras weltweit verkauft werden, drücke ich die Daumen, dass der Markt dies noch her gibt. Zu der Tatsache, dass die Kamera mit S8 Kassetten arbeitet gibt es meiner Ansicht nach keine Alternative. Spulenlösungen sind totale Nische in der Nische, selbst aufgewickelte S8/DS8-Materialien sind nahezu unbekannt auf dem Markt - und "Profis" fassen das heute nicht mehr an. Da ist die Vision3-Kassette wirklich die einzige Alternative. Und das Bildstandsproblem ist ja hoffentlich durch die kameraeigene Andruckplatte gelöst. Meckern hilft den Initiatoren nicht, sondern vertreibt nur mögliche Interessenten. Das wäre schade - denn in 4-5 Monaten soll es ja schon soweit sein. Freut Euch lieber, dass wir so etwas vielleicht noch erleben werden. Ich hätte nicht damit gerechnet... Alle Projekte aus den letzten Jahren, die ich kenne, sind auf der Strecke geblieben. Außer Laberrabarber nix gewesen.
    9 points
  21. Hallo, Filmfreunde, nah und fern! Ich bringe euch Lesestoff für den Sommer und den Herbst. Dieser Ikone von Doppel-8-mm-Kamera muß ich Reverenz erweisen. Wieder ein Mal sind Geheimnisse gelüftet worden, aber lest bitte selbst. Die Leicina ist 60.pdf
    8 points
  22. Hier muss ich widersprechen. Kein Lockdown ist irgendwo sinnlos. Hätte D keinen Lockdown hätte wir das Niveau nicht bei 23k halten können, sondern wären jetzt bei 100k und überfüllten Intensivstationen. So war es auch in Spanien. Der Lockdown hat dazu geführt, dass dort jetzt langsam wieder was gemacht werden kann Ganz einfaches Prinzip und in Zahlen weltweit zu belegen. Also bitte keine Falschbehauptungen streuen.
    8 points
  23. Der größte Verdienst des neuen Super8-Heftes ist, wie ich finde, dass damit Schmalfilm in der Popkultur angekommen ist. Als ich 2012 mit Schmalfilm anfing, galt es in meiner Altersklasse als überholt, etwas für Nerds, zwar mit Charme, aber etwas, das Pappa wegen Video nicht mehr benutzte und der Liebhaber-Opa gerade noch. Man sah immer wieder Berichte über kauzige ältere Herren, "die noch auf Film drehen", immer mit süffisanten Unterton, dass Video ja viel besser sei. Das ist nun ganz anders: Super 8 ist auf Instagram präsent, junge Leute Anfang zwanzig (die es sich leisten können und einen anderen Look wollen) drehen kurze Urlaubs-, Musik- Kunst- oder Sportfilme, die Macher sehen nicht alt aus, sondern höchstens die Entwickler und Scanner, die die Aufnahmen mit jahrzehntelanger Erfahrung in die digitale Welt überführen. So geben sich Jung und Alt die Hand. Diese frische Welle, die unser Lieblingshobby erfasst hat, spiegelt auch das Heft wieder. Ob das Substanz hat oder nicht, wusste man früher nicht und auch heute nicht, das zeigt die Zeit. Trotzdem ist das Vielfalt und Originalität, die einen sehr positiv stimmt nach der Schwarzseherei der vergangenen Jahre. Auf zu neuen Ufern sozusagen, und was wäre besser als filmische Begleitung geeignet als SUPER 8!
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  24. Ich find es so unendlich großartig, dass der Schmalfilm wiederkommt. Nachdem auch cine 8-16 aufgegeben hatte, ist die Präsenz eines anfassbaren Magazins gar nicht hoch genug zu bewerten. Und dann noch in so hoher Qualität und in reisegerechtem Format! Ich wünsche mir, dass diese Initiative ein 1A Katalysator für den Ausbau der "neuen Super 8 Filmer" wird. Für uns alten Säcke wird es aber garantiert genauso interessant. 🙂
    8 points
  25. Meine Güte, nach Deidesheim kommen doch keine 1000 Leute. Und an der Grippe sind 2018 ganze 25.000 Leute allein in Deutschland gestorben. Lasst euch nicht von den Ticker-geilen Medien verrückt machen. Lieber Händewaschen und statt n-tv mal wieder Super 8 gucken. Und wenn jemandem nach Horten ist: Ektachromes sind viel wertstabiler als Nudeln und Klopapier!
    8 points
  26. Das Filmvorführerforum ist ein offenes Forum, das zum Gedankenaustausch und zur Diskussion einlädt. Jeder hat das Recht seine Meinung zu äußern, eine Zensur findet bis auf wenige Ausnahmen (Beleidigungen etc.) nicht statt. Es ist nicht im Sinne einer offenen Diskussionskultur, dass nach Gutdünken Themen durch den Themenersteller geschlossen werden. Solche eigenmächtigen Maßnahmen sperren andere Forumsteilnehmer einseitig von der Diskussion aus. Wenn der Wunsch nach Schließung eines Thema besteht, dann bitte die Moderatoren anschreiben, den Schließungswunsch begründen und wenn das Moderatorenteam eine Schließung für gerechtfertigt hält, wird dem auch entsprochen. Bitte diese Hinweise zukünftig beachten … eigenmächtige Schließungen werden sofort wieder rückgängig gemacht und Verwarnungen ausgesprochen. Weitere Maßnahmen behalten wir uns ausdrücklich vor.
    8 points
  27. gefunden hier: http://www.sprachlog...inungsfreiheit/
    8 points
  28. Mann Mann Mann. In diesem Land und erstrecht für dieses Forum würde ich ja kein Produkt auf den Markt bringen wollen. Es wird zerredet, gemutmaßt und voreilig geschlussfolgert, vor allem aber entschieden und bessergewusst sobald auch nur die ersten Packshots kursieren... Unerträglich. Ein Wunder, dass Wittner Euch Chefmiesepeter überhaupt noch bedienen mag. Ich versteh mittlerweile ganz gut, warum sich so viele Schmalfilmdienstleister dem Telefon verweigern... Da würde einem ja Blumenkohl am Ohr wachsen. Der Vorfrühling hat so grauenhaft kahle Bäume, die Hipster nehmen Euch die Scherben weg (die ihr eh nur hortet, statt sie zu verwenden), Kim-Jong-Un teilt seine 5 ASA Emulsion nicht mit Euch, Wittner erdreistet sich, eine Marge haben zu wollen und sich seinem caritatativen Auftrag zu entziehen, Aviphot ist lichtleitender Müll, Simons Stundensatz viel zu hoch und bitte auf CHF 100 pro Wartung zu pauschalisieren, Suterscope ja viel zu breit und die Logmar mit ihrer vielen Elektronik ja viel zu modern. Grauenhaft. Einfach mal Filmen und Abwarten, Leute.
    8 points
  29. Am besten, man setzt sich beim Blümchenkaffee (wahlweise Brombeertee) zusammen und bespricht genau in einer Selbsthilfegruppe oder in einem zu gründenden e.V. alle Risiken, persönliche Vorahnungen (Rheumaschmerz, Spannungskopfschmerz, Verdauungsstörungen), die im Zusammenhang mit Ferranias Engagement auftreten. Anwesende Bedenkenträger dürfen nicht nur, sondern müssen sich dazu äußern, und zwar zweimal täglich, damit der Thread zweistellige Seitenzahlen erreicht, bevor der erste Testguß erfolgt ist. Gegen Herrn Wittner kann der Verein dann eine Erzwingungsklage anstrengen, denn schließlich ist es ja seine Aufgabe als karitative Einrichtung, der kulturtragenden Gruppe der Schmalfilme billiges Filmmaterial zu organisieren. Sämtliche Enttäuschungen und durch die Fotoindustrie verursachten Traumata ab dem Stichjahr 1961 müssen detailliert aufgeführt werden, das entstehende "Schwarzbuch Schmalfilm" wird an die UN-Menschenrechtskommission weitergeleitet. Merke: Nur ausführlichstes Unken, Nölen und Schlechtreden stellt die zukünftige Versorgung mit Umkehr-Filmmaterial sicher.
    8 points
  30. Die erste Wahrheit ist: Schmalfilmkameras für den Amateurbereich werden seit Jahrzehnten nicht mehr hergestellt (ist hier gerade nicht Thema, aber durchaus eine mittelbare Ursache der Probleme). Die zweite Wahrheit ist: Es gibt noch einige ganz wenige kleine Unternehmen, die aus den wenigen verfügbaren Rohstoffen ein gewisses Angebot an Schmalfilmmaterialien bereitstellen, in der Vielfalt eigentlich mehr als es je gab, in der Massentauglichkeit und Zuverlässigkeit naturgemäß nicht mehr auf dem Standard der 70er Jahre. Die dritte Wahrheit ist: Auf Grund der uralten und immer noch gültigen Gesetze des Marktes - die ich hier nicht schon wieder erläutern möchte - ist das Material aber teuer, für den Amateur fast zu teuer. Das ist unangenehm, vielleicht kritikwürdig, soweit Monopolstellungen missbraucht werden, aber Dubioses kann ich nicht erkennen. Die Preise werden klar genannt Die vierte Wahrheit ist: Jeder hat das Recht, das angebotene Material zu kaufen und zu nutzen oder es sein zu lassen. Schmalfilm ist kein Grundbedürfnis des Menschen, das zu sozialverträglichen Preisen angeboten werden muss. Wer filmen will, kann auch Digicams nehmen. Das machen 99% aller Amateure ohnehin schon und das würden sie auch tun, wenn die Aviphot-Kassette 2,50 Euro kosten würde und ihre Entwicklung im Preis inbegriffen wäre. Mich schmerzen die aktuellen Preise auch, aber gerade dadurch habe ich Zugang zu anderen Formaten, zur Selbstentwicklung und letztlich auch zu einem anderen Blick auf das Hobby gefunden. Ich filme halt immer soviel, wie mein Budget hergibt. Ein Urlaubsfilm kann mit 20 Minuten auch sehr schön sein. Und die fünfte Wahrheit ist: Es macht mir immer noch Spaß! Das waren die fünf Schmalfilmwahrheiten des Ulrich Busse ;-)
    8 points
  31. Hach ja... da hat sich Manfred endlich entschieden, und schon werden ihm wieder französische Flausen in den Kopf gesetzt und die Entscheidung gehörig ins Wanken gebracht. Die perfekten Bolexe liegen jetzt wohl weiter nur im Schrank herum und die anfälligen 9,5-Kameras mit ihrem offenbar etwas beliebig konfektionierten Film werden weiterhin Kreuzfahrt für Kreuzfahrt für Frust und nachfolgenden Testfilm-Zwang sorgen. Was nützen die theoretischen Vorteile von Neuneinhalb, wenn in der Praxis alles Budget für missratene Filme und Testfilme nebst deren schwankender, teuer zu versendender Entwicklung draufgeht? Nichts. Nimm die Bolexe, Manfred. Die haben und machen keine Zicken. Das Material dazu ist grundsätzlich professionell konfektioniert und tausendfach bewehrter im praktischen Einsatz. Entwickelt bekommst Du es flugs und in jedem Land. Rückwärtsfilmen: Tust Du nicht. Zu schmaler Rand neben der Perfo? Ich hab noch nie gehört, dass das bei jemandem ein Problem war. Und das ach so ideal ausgenutzte 9,5 Bildformat: Auch ein Selbstbetrug, denn der Steg zwischen den Bildern ist ja wesentlich dicker als bei den seitlich perforierten Formaten. Du hast da drei schweizer Edelfuhrwerke in Bestzustand in der Vitrine stehen, fährst aber mit der 2CV-Ente und schlechtem Benzin umher. Wo und wann willst Du damit ankommen?
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  32. Nein, Wittner hat’s schon recht gesagt, wenn auch nicht durchgehend auf Deutsch. Motion picture film ist bei uns Kine- oder Kinofilm. Die Negativperforation nach ISO 491 ist die seit 1908 bekannte Lochform von Bell & Howell, gewonnen aus einem runden Stempel, der zwei Flächen ab hat. Damals kam die junge Firma mit einem Perforationsapparat heraus, der ein Welterfolg wurde. Welt bedeutet dabei die Filmhersteller, von denen die meisten Bell-&-Howell-Perforierer kauften. Bis in die 1930er Jahre beherrschte Bell & Howell die Filmtechnik wie kein anderes Unternehmen. Das zunehmende Tempo in den 1920er Jahren und der Tonfilm brachten zusätzliche Belastung der Kopien. Beim Anfahren muß die Schwungmasse auf der Tonwelle beschleunigt werden und durch die Aktkoppelung werden die Friktionen stärker angezogen, damit 600 Meter gleich stramm gewickelt werden wie 300. Einrisse von den scharfen Lochecken aus waren die Folge. Bei Bell & Howell machte der Franzose Joseph Dubray den Vorschlag einer rechteckigen Lochform mit verrundeten Ecken. Die Außenmaße sind gleich wie gehabt. Eigentlich nichts Neues, denn das hatten Krüsi und Dickson bei Edison schon 1891. Eastman-Kodak schlägt etwas Ähnliches in der Normenarbeit vor, doch das Loch ist etwas höher und der Eckenradius etwas größer. Die zusätzliche Lochhöhe sollte Ein- und Auslauf der Zähne der Kopierapparate verbessern. Die Perforation Dubray-Howell ist 1938 beim ANSI, die Perforation Kodak Standard wird 1939 in die Normen aufgenommen. 20th Century-Fox kommt 1953 mit CinemaScope und einer eigenen Perforation der Kopien. Um Platz zu schaffen für vier Magnetpisten, wird das Loch schmaler gemacht und der kleine Eckenradius von DH übernommen. Ihr dürft drei Mal raten, wer die Perforierer fürs American CinemaScope geliefert hatte. So gibt es bis heute beim 35-mm-Film vier genormte Perforationstypen: BH, DH, KS, AC. Die ISO-Bezeichungen sind N, DH, P, AC. Kleinbild-Fotofilm erhält den Perforationstyp P(ositiv). DH und AC gibt es nur mit vollem Lochabstand, BH und KS mit vollem und verkürztem für Bild- bzw. Tonnegative. Da Tonnegativfilme stets kontinuierlich bewegt werden, gibt es keinen Anlaß, sie mit der alten Bildnegativ-Lochform zu versehen. Die vielen Bildkameras, deren Paß- und Sperrstifte die alte Lochform verlangen, halten BH am Leben. Im Ostblock gab es eine Einheitsperforation. 35-mm- und 70-mm-Film war durchaus nach KS perforiert. N mit vollem Lochabstand ist für Hintergrundprojektoren. Die letzte Änderung an genormten Perforationen war 1989 die Einführung eines winzigen Radius’ in den Lochecken von Typ N durch Eastman-Kodak.
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  33. Der Klassiker - die typischen Brandursachen im Haushalt sind Zigaretten etc. und Elektrogeräte sowie menschliches Fehlverhalten/Fehlbedienungen (bevorzugt im Küchenbereich). Besonders gut brennen Waschmaschinen etc. Hier kommt alles zusammen: Strom, Feuchtigkeit und teilweise erhebliche Staubansammlungen. Dann noch ein Zündfunke aus einer schadhaften Baugruppe, /Kontaktschwierigkeiten und schon brennt es. Auch Einbaukühlschränke, eingebaute TV-Geräte - immer die gleiche "Kundschaft" Bisweilen auch durchgeschmorte Bauteile/Baugruppen (Fertigungsmängel bis hin zu Überbrückungen durch Tierchen oder verschüttete Flüssigkeiten). Eine pot. Brandursache sind auch schadhafte Kabel (Quetschstellen, lockere Kontakte durch Ziehen am Kabel statt am Stecker). Riskant ist es, ohne Atemschutz in verqualmte Räume vorzudringen. Die Rauchgasintoxination ist ein signifikantes Risiko. 3...4 tiefe Atemzüge reichen zur Bewußtlosigkeit. Und dann läuft die Lebensuhr schnell rückwärts.... Reanimationsgrenze ist nach ca. 14 Minuten erreicht. Was von Laien total unterschätzt wird ist der Brandrauch und sein Niederschlag: 1) 1 kg verbranntes PVC kann bis zu 2000m² Oberflächen mit Dioxinen verseuchen 2) Schwelbrände in elektrischen Anlagen in Anwesenheit von Kupfer ergibt einen prima Katalysator zur Dioxinerzeugung Gruß Volker (nebenher Zugführer Feuerwehr, Einsatzleiter ABC-Einsätze und Brandschutzbeauftragter)
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  34. Hallo Filmfreunde! Wer mich kennt weiss, dass ich mich alljährlich für einige Monate nach dem Süden begebe, dieses Jahr aber wegen eines Unfalls vor ein paar Tagen zurückkehren musste und nun erst mit der neuesten Lage im Schmalfilm-Sektor konfrontiert wurde. Die Kommentare sprechen Bände, ich kann praktisch allen Kommentaren nur zustimmen. Jammern nützt nichts, ebensowenig weitere und oder ähnliche Lamenti abgeben. Wir ernsthaften Filmer müssen uns neu orientieren: Auf zu neuen Ufern! Auf zu neuen Ufern? Zu allererst muss das Forum diszipliniert werden. Längst lese ich nicht mehr alle Beiträge, insbesonders die der bekannten Hickhack-Schreiber, deren Beiträge gelöscht gehören und diese Schreiber im Wiederholungsfalle mit Ausschluss belegt müssten. Auch unsinnige, lächerliche, teilweise sich lange hinziehende, meist unsinnigen Wortspiele sind zu unterlassen. So "lustig" wie diese den Schreibenden erscheinen mögen, so langweilig sind sie für viele Forumsbesucher und stören die ganze Übersichtlichkeit. Wir haben im Forum viele an der Sache interessierte "normale" Filmamateure sowie einige hochbegabte Teilnehmer verschiedenster Fachrichtungen, die am Erhalt der Analogfilmszene interessiert sind und auch bereit sind, sich dafür einzusetzen. Ich weiss, dass sich allmählich ein kleiner innerer Kreis sehr ernsthafter Analogfilmer bilden wird. Dieser "verschworene Kreis" kann mit Ideen, Einsätzen, Aktionen und teilweise im Rahmen der finanziellen Einsätze einiges bewirken, vielleicht mehr, als man sich vorstellen kann. Eine weitere Idee wäre nicht mehr die Bezeichnung "Schmalfilm-Amateure", sondern man sollte loglischerweise nur noch vom Analogfilm (oder Chemie-Film usw.) sprechen. Die neue Analogfilm-Zeit ist nun da und man muss sich damit abfinden. Abfinden werden sich auch alle diejenigen müssen die meinen, sie können sich heute noch in der neuen Analogfilm-Zeit immer noch gross bereichern: Diese Zeiten sind für alle Zeit vorbei, auch für die sogenannt "Grossen". Nach meiner momentanen Erholungsphase von voraussichtlich 4-6 Wochen werde ich mich wieder in den Süden begeben und wie vorgesehen Ende Oktober wieder zurück sein. Herzlichst escalefilm Ualy
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  35. Da hast Du aber einiges aus dem Schmalfilm-Knigge vergessen, mein Lieber! g) Gefilmt wird nur bei strahlender Sonne und schönstem Wetter h) 100 ASA sind viel zu viel und die Leute früher wussten schon, warum sie nur 25 ASA angeboten haben i) Schwarzweiss-Material ist vollkommen ungeeignet und reizlos zum Filmen j) Kassettenklemmer hat es nie gegeben, die liegen grundsätzlich an Wartungintervallen > 1 Jahr k) Ein DIN-konformer Urlaubsfilm kostet grundsätzlich €438,62 l) Früher war alles besser m) Der K40 war sowieso der beste Film überhaupt n) Neue User sind grundsätzlich erstmal als Troll einzustufen o) Kameras gehören in der Vitrine gehortet um "für alles gewappnet" zu sein p) Bei Ebay erworbene Artikel sind grundsätzlich vollkommener Schrott, bis sie Stück für Stück aus Messing neu nachgefertigt wurden q) Traue nur "einem, der sich auskennt" oder "einem, der es wissen muss" r) YUV != RGB, Lichter müssen rosa und Flachbildschirme sind allesamt Teufelswerk s) Was im Forum geschrieben wird kann Weltwirtschaftskrisen auslösen und Kartelle zerschlagen t) und überhaupt, der K40 u) Kameras die man selbst besitzt sind die einzigen guten überhaupt und frei von sämtlichen konzeptionellen Mängeln w) Bei Schneider werden erst 60 Jahre alte Objektive heute nicht mehr gewartet x) letzter Beitrag zu dem Thema Ja, es war und ist nicht immer leicht, all diese ätzenden, zersetzenden Regeln und aggressiv-borniert vorgetragenen Standpunkte richtig in den großen Papierkorb der Allgemeinheit einzusortieren. Das traurigste daran ist aber nicht nur die vom Regelorden reflektierte Geisteshaltung, sondern wie unglaublich viele ehemals (und heute noch) aktive Schmalfilmfreunde zumindest *diese* Stammkneipe hier still verlassen haben. Ich freue mich, dass ein kleiner harter Kern aus kreativen, freundlichen und interessanten Zeitgenossen durchgehalten hat und weiter durchhalten wird. Und deshalb bin ich auch sicher, dass auch Rudolf und Jörg Polzfuss (und vielleicht sogar noch mehr?) wieder zurückkehren werden.
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  36. Zum Filmomat: Auf der Messe des analogueNOW!-Photoweekends wurde der „Filmomat reinvented“ gezeigt, also die zweite Generation des Geräts, die jetzt auch bis zu vier Kleinbild-Filme parallel entwickeln kann oder eben 15m Super 8 und 16 mm. Der Schmalfilmeinsatz war tatsächlich auf der Messe zu sehen als Prototyp . Äußerst spannend für mich ist auf jeden Fall, dass es gelungen ist, eine neue Schmalfilm-Spule zu drucken! Zumidest beim Prototyp war die Spule in allerbester Qualität 3D-gedruckt! Man sieht die feinen, grauen Rillen auf den von Friedemann geteilten Fotos oben. Die ganze Spule ist übrigens deutlich kompater als eine Lomospule, der Durchmesser ist weit geringer. Der Filmomat selber fasst ja 3 Bäder. Umkehrentwicklung schwarz-weiß wäre also mit etwas Aufwand verbunden und funktioniert nur, wenn man während des Prozesses die Chemikalien in den Bädern austauscht, wäre aber machbar. Wie die Zweitbelichtung abläuft und ob sie in dieser neuen Kunststoff-Metallspule funktioniert, habe ich leider nicht mehr fragen können. Für wen das ganze noch nicht interessant klingt: Lukas plant offenbar eine deutlich einfachere Version des Geräts. Spannend wäre das sicher! Verkauft hat es sich jedenfalls recht bislang gut vom Amateur bishin zum kleinen Fotoladen, wurde mir gesagt. Zum Festival Neben allerlei photographischen Höhepunkte zwischen Workshops, Ausstellung, Nassplatten, mehrfarbigen Cyanotypien, Flohmarkt, Messe und lecker Essen gab‘s auch 2021 wieder einen FILM-Abend, diesmal komplett ausgerichtet von den dresdner schmalfilmtagen. Auftakt des Abends war der S8-Workshop-Film. @Dagie hat einen Super 8 Workshop gegeben am Samstag bis mittags und grade trocken wurde der dort entstandene Film (Entwickler: Compostol) abends schon projiziert. Man war also deutlich schneller als damals bei Kodachrome, auf den man ja zwei Wochen warten musste, bis der mit der Post zurückkam. Da der Workshop-Film aber als Negativ vorlag, haben wir ihn schlicht auf eine separate Leinwand projiziert, digital abgefilmt und live ins Positiv umgekehrt über den Beamer ausgespuckt. Wem im Kino eine Leinwand zu wenig ist, der kam hier also auf seine Kosten. Sehr gefreut hat mich natürlich, dass Dagie von derlei „Installation“ durchaus entzückt war 😊 Anbei ein paar Schnappschüsse davon. Danke übrigens an @k.schreier und @Patrick Müller, die neben anderen (wie auch Dagie 😉 ) den Abend mit Kopien ihrer Filme bereichert haben!!!
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  38. Ich habe selber entschieden unser Kino zu schließen. Ich bin Unternehmer und kann für mein Unternehmen entscheiden. Bei jeder Entscheidung, die ich treffe möchte ich mir noch morgens im Spiegel in die Augen schauen können. Ich habe schlichtweg die verdammte Verantwortung für meine Gäste. Was bringen mir die paar lausigen Kröten Umsatz jetzt? Selbst wenn ich keinen Anspruch auf Kurzarbeitgeld usw. hätte, weil ich selbst zu gemacht habe (was im übrigen niemals der Fall ist) ...... So what!?! Was ändert das !? Bin ich halt 2 Wochen eher pleite. Das macht den Braten nicht mehr fett....
    7 points
  39. Gute Idee als erstes zur MABA und dann zu mir. MABA: - die Buchstaben und das Logo sollten ursprünglich nie Maschinenbau bedeuten, es gibt keine Abkürzungsgrundlage. Diese sind des Klanges wegen so gewählt worden und ähneln der Aussage Maschinenbau. Das LOGO ist angelehnt an das alte LOGO der Hauptabteilung4 ZW (Zentralen Werkstätten des Fotochemischen Kombinates, welche ein Eigenständiger Betrieb in der ORWO darstellte) - Die ZW War ein Ratio Mittel Betrieb und die MABA ist eins zu eins der ZW, sprich gleiches Gelände, gleiche Mitarbeiter usw. nur anderer Name zuständig waren wir früher für die Konstruktion, Fertigung, Instandsetzung sowie Weiterentwicklung der Anlagen immer nach gestellter Anforderung. In der ORWO wurde die Chemie selber angefertigt, die Folien gegossen usw. Ebenfalls war die Filmproduktion nur ein kleiner Teil der ORWO, die Produktion erstreckte sich weiter auf Kunststoffe, Kunstfaser, Chemie - Zur Fertigung einer Anlage bedarf es einem vollständigen Stahlbau, Einer Schlosserei, Schweißerei, einer Zerspannung (Drehen, Fräsen, Rund & Flachschleifen, Hobeln, Erodieren), Eines Eigenen Werkzeugbau, Wuchten, Fein und Feinstmechanik, Reinräume zum Messen und zur Fertigung, Profilbau, Brüniererei usw. Alles dies ist nach wie vor in der MABA erhalten und aktiv bzw. kann sofort aktiviert werden. Auf Grund der wirtschaftlichen Anforderungen durch das zusammen brechen des und der Kombinate kamen, andere Firmen auf die Gelände in Wolfen und Bitterfeld sowie andere Standorte. Die MABA beliefert diese Standorte mit Maschinen und Anlagen und dann in folge mit Teilen und der Instandsetzung dieser. Immer unter dem Aspekt der Anforderungen. - Die ORWO Anlagen wurden demontiert und hauptsächlich zu Zwei Werken in Europa verbracht, dort aufgebaut und von der MABA weiter gewartet bis zum zusammenbrechen der Foto Industrie. Einige sind dann weiter in andere Werke gelandet. - Die ORWO bzw. die ZW war ein zusätzlicher Devisen Bringer und hat Anlagen ebenfalls bis 1989 in die ganze Welt geliefert und ständig dort vor Ort gewartet. - Die MABA knüpfte im Bezug der Filmtechnologie daran an, parallel wurden ab 1991 Chemische, Pharmazeutische, Landwirtschaftliche, und alle anderen Industrie Anlagen gefertigt welche meist unter Anderen Namen in die Welt geliefert wurden. Erkennbar meist nur am Druckgeräte Siegel oder Materialstempel(wo MABA drauf steht) Unser Portfolie erstreckt sich von Phama, Glas und Dämmstoff Industrie, zur Folien und Solar Industrie, Chemische Industrie, Landwirtschaft Industrie, Analog Film Industrie usw. von der Verpackung bis zur Herstellungsanlage. die nachfrage nach Produkten für die Filmindustrie ist in der Vergangenheit durch die Digitalisierung fast auf null gegangen und schlummerte vor sich hin. Bis auf wenige Firmen herrschte bis dato kaum mehr nachfrage. Zu dem derzeit bekannten Firmen welche für den Endverbraucher Filmtechnik anbieten muss Mann die Hintergründe betrachten.: - alle Firmen bis auf eine, haben nach Kapitalistischen denken gedacht sie können einfach die Anlagen demontieren und wieder aufbauen und einfach so Produzieren. Dem ist nicht so. - wenn Anlagen derzeit laufen, dann sind diese meist nicht in der Originalen Toleranz und laufen völlig auf verschleiß, bzw. sind schon komplett defekt und es werden statt 4, 5, 6, 7, 8 Anlagen nur eine betrieben weil die anderen ausgeschlachtet werden. - Perforieren ist nicht perforieren: die Schrittmaße sind nicht festgelegt auf ein Xmaß. Sondern sind immer ausgelegt auf den jeweiligen film (frisch oder alt, welche Chemie usw.), den dieser schrumpft oder weitet sich und darauf ist das Stempelmaß angesetzt. Daher kann mit Sicherheit gesagt werden das nur 1-2 Firmen im Moment exakte Qualität im ursprünglichem Maß Liefert. Die anderen liefern auch gute Perforation aber unter anderen Toleranzen. Dies wird kaum auffallen da den meisten der vergleich fehlt. Und bitte vergleicht nicht einen 30Jahre alten Film mit einem Neuen. Wir haben die Matrizen und Stempel Werkzeuge nach wie vor, doch auf Grund der geringen Stückzahl und Arbeitsaufwand ist eine Fertigung heute sehr kosten intensiv. Derzeit befinden wir uns in der Filmtechnik in einer sehr Kritischen Phase, die Anlagen sind bis dato gelaufen, auch unter dem Aspekt das wir bis ca. 2008 gute Reserven an die Kunden geliefert haben. Ebenso sind die Anlagen anstatt im 24/7 betrieb meist nur im 8/4 betrieb ab 2008 gelaufen. Doch nun sind langsam dieser Reserven aufgebraucht, vom wissen her haben wir es erhalten können und auch auf einem kleinen kreis übertragen können, doch wird dieses nicht abgerufen wird es dies wahrscheinlich in ein paar Jahren nicht mehr geben. Es ist dann auch nicht mehr wieder zu erlangen für niemanden. Selbst Agfa hat es nicht geschafft mit sehr viel aufwand und Leuten es zu kopieren. Wir wären nach wie vor in der Lage alle gesamten Maschinen und Anlagen neu zu fertigen, doch sind die Kosten und der dagegen stehende Absatz der Produkte nicht in Relation. Zu mir.: Mir liegt sehr viel am erhalt dieser Technologie, begründet in der Verbundenheit zu meinem Heimatort. Ich kenne definitiv die ORWO besser als manch einer denken mag. Ich bin nicht der klassische BWL auf dem GF Stuhl, sondern habe mehrere Berechtigungen in verschiedenen Meisterpflichtigen Gewerken. Dies kommt nicht vom keine Ahnung haben. Sondern vom selber können, arbeiten und vielen Prüfungen neben der Täglichen Arbeitszeit. Ich bin kein Filmer und werde es auch nie, aber ich bin der Praktische Techniker der sich als GF auch die Arbeitshose anzieht und wenn möglich die Finger schmutzig machen tut, dies auch an der feinsten Feinmechanik. Und speziell der Filmproduktionsanlagen. Google kann jeder, aber es steht nicht alles in Google. Ich bin Ostdeutscher und genau so groß geworden, dieses ehrliche bodenständige denken und handeln ist in der MABA unser Täglich Brot, dies macht uns aus es ist unser Erfolg und darum gibt es uns bis heute. Wenn wir auch mal nicht weiter kommen dann machen wir mit dem Ideenreichtum so lange weiter bis wir es geschafft haben und vergessen nie die Erfahrungen unserer Vorfahren sondern binden diese bewusst mit ein. Wir arbeiten auf Augenhöhe und Ehrlichkeit mit allem unseren Kunden zusammen, wir möchten die beste Lösung für unser Kunden, selbst wenn dies auch für uns weniger Ertrag bedeuten würde. Aber der Kunde weis, wir sind ehrlich und haben zu seinem nutzen gehandelt. sollte ich irgend wo Fehler drin haben dann bitte ich dies zu übersehen, da meine Hauptbeschäftigung nicht Forum schreiben darstellt. weiter werde ich mich diesbezüglich nicht mehr äußern. Danke
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  40. Fazit Deidesheim: Das war wieder richtig super! Schon der Freitag Abend ging sehr angenehm los: es waren gut 20 Forenten, die sich im Museum anfanden. Herr Ritter war ein rührender und hervorragender Gastgeber. Es gab variöse Bierspezialitäten, viel zu bereden und viel sich-kennenlernen. Jedes Gesicht, das man endlich einem Usernamen zuordnen konnte, verbesserte die Stimmung in der Gruppe. Ist ein besonderes Gefühl, neue Leute zu treffen, und es fühlt sich an, als kenne man sich schon ewig... TK-Chris hat einen meisterhaften Vorführer abgeben und hatte etliche Perlen dabe, Diener übrigens zu unglaublich fairen Preisen überlies. Als ich mit den Dänen nach sehr langer Autofahrt endlich ankam, liefen gerade die letzten Sekunden von "Le Ballon Rouge" (16mm) in sagenhaften Technicolorfarben. Danach gab es ein Päuschen und dann eine gute Mischung mitgebrachter Experimental-, Projekt-, Kunst und Alltagsfilmchen; inkl. Live-Vertonung von Patrick :) Ein besondere Highlight war mir k.schreiers Found-footage-Collage mit kongenialer Tonspur von Fairchild Cinephonic. Was für ein tolles Gefühl es ist, Filme die man schon von Youtube kennt, mal auf richtig großer Leinwand zu sehen. Und so ein Beaulieu 708 ist schon eine helle Sache, muss man neidlos anerkennen. Und sein Bildstand ist wohl der beste, den ich je gesehen habe – die Logmar-Testfilmchen sahen ziemlich nach Dias aus... Dank Herrn Ritters Organisation fielen wir gegen 21:30 im Deidesheimer Hof ein und konnten und im Séparée mit herrlichen Weinen und bestem Essen fröhlich plaudernd auf den Samstag einstimmen. So ganz ohne Kater überlebt man solche Messen ja nicht. :) Nach gutem Frühstück (ich will in Hamburg bitte auch ein Hotel mit Saumagen auf dem Frühstücksbüffet) wurde aufgebaut und eingerichtet. Praktisch, so ein pittoresker kleiner Ort, in dem "noch schnell was aus dem Hotel holen" nur 5 Minuten Fußweg durch strahlende Sonne und aufblühende Natur bedeutet. Und dann würde es voll, gefühlt deutlich voller als letztes Jahr! Die Stände waren umlagert, das Preisniveau überwiegend superfair, mit jedem Handel zogen sich vier Mundwinkel höher und eine Tasche wurde schwerer. Man kam kaum zur Ruhe, ständig neue Dinge, Menschen und Stimmen, die Aufmerksamkeit verdienten. Ich hätte so viele Gespräche gern noch viel länger geführt und so viele Kisten tiefer durchwühlt, aber man kann sich ja leider nicht klonen. Der Logmarstand war ziemlich umlagert, viele ungläubige Gesichter, begeistertes anfassen und begutachten allerseits. Viel tiefes Interesse, technisches Nachfragen, anerkennendes Nicken und infektiöses Habenwollgucken. Herr Feilen führte u.a. zwei Testfilmchen vor; die einzige Kritik bekam Kodak fürs Einstellen des E100D... Die Stimmung in der Halle war durchweg großartig. Geschäftiges Treiben, angeregtes Reden, herzliches Begrüßen und überall freundliche Gespräche. Ich glaube, ich habe niemanden unglücklich die Halle verlassen sehen. Zwischendurch zusammen mit Niklas Rühl filmen eines Lossau-Logmar-Interviews im Ort. Das hat Spaß gemacht, zusammen vier E100D in 45 Minuten zu verbraten... Ausklang schließlich mit ein paar bekannten im wirklich einzigartigen Museum (in dem einem auf Wunsch jede Vitrine "zum Anfassen" geöffnet wird und in dem man Menschen sieht, die mit konzentriert geschlossenen Augen die Gerüche von Bolex- und Beaulieu-Vitrine vergleichen), danach Kaffee mit Übergang in Gerstensaft und dergleichen, bis die Füße endlich hochgelegt werden konnten. Ein toller Tag mit zudem feiner Ausbeute, auch wenn das Menschen treffen natürlich das Beste war! Neben mir stehen reisebereit: - 1200m Das doppelte Lottchen in 16mm - 4 Castrolfilme zum Thema Autorennen - Catozzo Metall Deluxe S8 mit Klebeband - Eine 310xl mit Nicht-klebender Tasche und Zubehör (für den Verleih) - eine Nizo 6080 - Beaulieu 4008 Ladegerät - 3 Kaccemas - 5 Agfa Moviechromes - 30+7,5m ScotchChrome DS8 - zwei hier belichtete Vison 3 Kassetten - konkrete Aussicht auf ein 5,5er EBC-Fujinon \o/ - 1 BCFI Anmeldebogen - das Wissen um neue Freundschaften - 1 Koffer mit Schmutzwäsche Was gefehlt hat: Herr Klose, dem etwas familiäres dazwischen kam. Und Simon, ich hab ihn zumindest nicht gefunden. Und Silas und Olaf, deren Autos wohl lieber HD-Video wollen. Und jemand, der Provia ordert und konfektioniert. Ich freue mich auf nächstes Jahr!
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  41. Ferrani und Wittner gemeinsam aktiv ? Warum denn nicht? Ich betrachte die Sache mal aus dem Blickwinkel eines einfachen Hobbyfilmers - also aus meiner Sichtweise. Zeitreise zurück in die 1970er/1980er Jahre: Ich gehe in das örtliche Fotogeschäft meines Vertrauens (Foto Schneider in Garmisch, Pini bzw. Sauter in München). Sage was ich haben möchte. Entweder ist es sofort auf Lager oder wird bestellt und ist nach spätestens 1 Woche da. Die Filme schickte ich in den gelben Tüten nach Stuttgart oder die Agfa-Tüten halt' an die AGFA-Adresse. Und nach 5...10 Tagen waren sie wieder bei mir im Briefkasten. Das gute Fotofachgeschäft war damals ein "Vollsortimenter". Und heute: Ich suche mir im Internet kreuz und quer die Sachen meines filmerischen Bedarfs zusammen. Tausche Geheimtipps aus , hoffe darauf, dass eine Werkstatt meine Sachen repariert (Lieferzeiten, ist der alte Mechanikermeister noch fit...). Beim Händler A) kaufe ich zum aktuellen Tagespreis das Filmmaterial x. Zum Entwickeln schicke ich es zu B). Filmkitt gibt es supergut bei C). Spulen, ach ja Spulen - Moment wo bekomme ich die? Mal bei D) oder E) nachfragen. Reparaturen - oje rumtelefonieren und schließlich bei F) oder G) hinschicken.... Mein Interesse ist das Filmen und nicht nach dedektivische Auskundschaften von Bezugsquellen.... Da ist Wittner doch recht nahe am alten Ideal des Vollsortimenters. Zwar auf moderne Weise via Internet - das ist dann halt so. Aber es funktioniert. Filmamterial, Filmkitt, Spulen, Ersatzteile für die Schieberegler am 708EL-Projektor, der Ersatzakku für die 4008 ZMII, die Augenmuschel für die Nizo 561 macro, dto die Batterien für den Belichtungsmesser, "für alle Fälle der Zukunft" den Filmspalter für Doppel-8-Material. Die Treibriemen, das Ersatzzahnrad. Die Lampen für Projektion oder Lichtton.... Per Mausklick bei Wittner erhältlich. Das ist Service, das ist weitgehend Vollsortiment. Das macht das Weiterleben des Schmalfilms für mich als Nutzer angenehm und teilweise erst problemlos möglich. Wittner treibt irgendwie immer wieder Filmmaterial auf. Muß nur auf seiner Homepage nachsehen. Muß mich um nichts mehr groß kümmern...... Wittner hat halt' für mich das große Sortiment als rundum-Sorglos-service zu heutigen Verhältnissen. as haben andere nicht. Fotoimpex hat nicht diese Bandbreite für den Schmalfilmer - das hindert Fotoimpex - oder andere Händler im www aber nicht daran, auch ihr Sortiment auszuweiten. Aber schlußendlich ist das Ganze auch eine betriebswirtschaftliche Frage. Auf einem engen Markt ist nicht der Platz für zu viele Wettbewerber. Und wenn kein ausreichendes EBIT übrigbleibt, dann lohnt ich das kommerzielle Geschäft nicht mehr. Deswegen habe ich überhaupt nichts gegen einen starken Handelspartner. Er darf aber nich völlig abheben und es preislich übertreiben. Jammert doch nicht über Wittner - oder wohlt ihr Kahl'sche Verhältnisse ?
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  42. Herr Wittner berichtete, dass sein Entwickungsdienstleister Ende letzten Jahres erhebliche 6-stellige Summen in neue Maschinen investiert hat, um auch langfristig gewappnet zu sein. Als Kunde trage man derlei Zukunftsinvestitionen dann eben mit -- quasi als Obulus für eine lange Schmalfilmzukunft. Warum er das nicht klarer kommuniziert weiß ich auch nicht. Ich jedenfalls unterstütze bzgl. Entwicklung Andec, wenn ich es nicht selber mache. Herrn Drasers Dienstleistungsportfolio ist ja schon deutlich umfänglicher, DAS finde ich unterstützenswert.
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  43. Zufälle gibt es. In Australien kamen vor einigen Monaten 17 Minuten Super-8-Szenen aus der alten Eumig-Fabrik in Wiener Neudorf zum Vorschein. Ein Filmfreund berichtete mir davon. Jetzt kam das Material als DVD zurück nach Deutschland und Österreich. Die Szenen sind vermutlich von H. C. Opfermann gedreht, dem bekannten Fachbuchautor. Das Material gibt wunderbare Einblicke in die Produktion von Filmgeräten bei Eumig in Österreich. Leider ist die Abtastung miserabel geraten, aber daran war nun nichts mehr zu ändern. Sie erfolgte schon in Australien. Seien wir also froh, überhaupt noch mal auf diese Szenen schauen zu können. Aus den stummen Minuten habe ich einen Zusammenschnitt mit neuer Vertonung gemacht – und das Material noch etwas aufgemöbelt… http://www.filmkorn.org/blick-in-die-eumig-fabrik-1965/
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  44. Und wenn wir anfangen von allem, alles zu horten: Wie groß soll denn jedes Lager sein? Filme, Kleber, Lampen, Ersatzteile, Ersatzkameras und Projektoren u.s.w. Ich filme munter umher und habe für mich beschlossen mich nicht länger von angenommenen Hiobsbotschaften verrückt machen zu lassen. Funktioniert prima und schont die Nerven. Die können wir wohl alle für andere Dinge gebrauchen.
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  45. Kein Infobedarf zur Reparatur mehr, JanHe ist mit einer Pentaka aus meiner Sammlung los :).
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  46. Na, hier geht's ja rund. Vielleicht können wir uns auf Fakten einigen, die persönlichen Befindlichkeiten mal beiseitelegen: 16 Bilder pro Sekunde sind ziemlich die Untergrenze für die Illusion des bewegten Bildes. Das ist seit der Stummfilmzeit bekannt und vielfach ausgetestet. Im Berufsfilm hat man noch während der Stummfilmzeit höhere Frequenzen benutzt, eben wegen der besseren Bewegungsauflösung, lange bevor der Tonfilm eine Erhöhung der Laufgeschwindigkeit erzwang. An den Amateurfilm wurden geringere Ansprüche gestellt, und mit Einführung der Schmalfilmformate war es ein Bestreben der Industrie, das doch sehr teure Hobby durch Preissenkungen (16mm ab 1923, 8mm ab 1932) zur Massenbewegung zu machen. Die "Standardfrequenz" 16 bzw. 18 B/s war ein Zugeständnis an Filmverbrauch und die Brieftasche des Schmalfilmers, man ahmte auch damals keine kinoähnliche Vorführung nach, sondern begnügte sich mit kleineren Bildern, bei denen die Mängel des Formats nicht störend in Erscheing traten (vgl. Lit.). Das menschliche Auge kann Bewegungen viel besser auflösen als eine Filmaufzeichnung mit 16, 18 oder auch 24 B/s - die Grenze liegt vermutlich irgendwo zwischen 50 und 60 Bildern pro Sekunde. Bei Objektbewegungen ab einer gewissen Winkelgeschwindigkeit beginnt der "Shuttereffekt", also ein Ruckeln oder Zittern des bewegten Objektes. Ebenso verhält es sich mit Schwenks. Daher findet man in alten Schmalfilmbüchern auch genaue Angaben, wie rasch mit welcher Brennweite "panoramiert" werden solle, ehe das Zittern einsetzt, außerdem den Rat, raschbewegte Objekte nicht quer zur Aufnahmeachse aufzunehmen, sondern diagonal. Das Zittern ist bei gleicher Bildfrequenz umso stärker, je kleiner der Öffnungswinkel der Umlaufblende ist. Sehr alte Schmalfilmgeräte mit ungünstigem Schaltverhältnis haben z.T. nur 90 oder 100-Grad-Offensektor, die beste Bewegungswiedergabe findet man bei sog. XL (=eXisting Light) Kameras, die ein schnelles Schaltwerk und einen großen Offensektor (bis 230 Grad) besitzen. Aufnahmen mit 18 B/s können also sehr unterschiedlich ausfallen, je nachdem, womit sie gedreht sind. Martins Straßenbahnbeispiel möchte ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Anfang der 1990er habe ich mit einem Freund einen kleinen Dokumentarfilm über örtliche Straßenbahnen auf S-8 gedreht, leider mit 18 B/s (180 Grad Offensektor), weil keine anderen Kameras zur Verfügung standen. Nahezu alle Aufnahmen der Fahrzeige haben deutlich sichtbares Zittern, wenn sie nicht auf die Kamera zu- oder von ihr wegfahren bzw. nur langsam anhalten oder abfahren. Gleiches gilt für kreuzende Radfahrer und Passanten. In diesem Thread sind so viele falsche Begriffe aufgetaucht, daß man seitenweise Korrekturen anmerken könnte. Tu ich nicht, aber es sollte doch gesagt werden, daß Bezeichnungen wie 18p im zusammenhang mit Schmalfilm komplett sinnfrei sind. "p" bedeutet "progressiv" im gegensatz zu "interlaced", also aus zwei Halbbildern/Zeilensätzen aufgebaut. Film, ob Schmal- oder Normal, ist immer progressiv. Ein mit 18 Bildern aufgenommener Film ist bei Projektion mit 3-Flügelblende nicht "54p", wie behauptet wurde, sondern hat weiterhin eine temporale Auflösung von 18 Hz, lediglich die Zahl der Lichtblitze wurde erhöhte und das Flimmern gegenüber 18 oder 36 Lichtblitzen/s vermindert. Auch ein Pixelbild erhält keine höhere Auflösung, wenn es nur höher skaliert wird. Die hier aufgeführten Phänomene der "Super Resolution" und "Kornverschmelzung" existieren, haben aber mit der Frage nach der Bewegungsauflösung gar nichts zu tun, sondern erzeugen, wie hier nachlesbar, nur weitere Verwirrung. Es steht jedem frei, sich "privatphysikalische" Erklärungen zurechtzulegen ("Ich denk mir das mal so:..."). Die Wahrnehmungsphysiologie hat diese Fragen aber schon seit vielen Jahren wissenschaftlich beantwortet und gute Bücher zum Thema Kinematografie (Weise, Mehnert, Opfermann) erklären das auch populär verständlich. Ich bin sicher, daß jeder Schmalfilmer den qualitativen Unterschied zwischen 18 und 24 B/s sehen und erkennen kann. Ich finde es absolut nachvollziehbar, wenn jemand sagt, daß ihn das nicht stört oder er es gewohnt ist oder das für ihn zum Schmalfilmerlebnis dazugehört. Aber technische und physikalische Tatsachen schlichtweg zu leugnen, nur um das Hobby "zu verteidigen" (gegen wen eigentlich?), scheint mir irgendwie unsinnig.
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  47. Der Abgrund der digitalen Archivierung von Filmen besteht in der Entmaterialisierung. Geblendet von der vermeintlich coolen Möglichkeit, bei Bedarf aus Binärdaten wieder einen Film zu machen, gibt man den fotochemischen Film glatt auf. Der Überlauf zur Elektronik ist Beweis dafür, daß nur ganz, ganz Wenige eine Filmkultur kennen und wertschätzen. Mit Filmkultur meine ich zunächst das Optische vom jappsenden Plastikstreifen über die Fotochemie bis zur Projektion mit Mechanik und Funzel, dann Berufe (Rohfilmherstellung, Kameraleute, Beleuchter, Entwickler, Cutter, Kopisten, Vorführer) und als wichtigste bei diesem Thema Fachleute der Archivierung. Wenn dereinst in tausend Jahren jemand aus einem File (möglicherweise heisst es dann 文 件 夹) den Goldrausch von Chaplin wiederbeleben will, kann er nur Solches ausbelichten. Einen Stummfilmprojektor wird man wahrscheinlich in tausend Jahren noch nachbauen können, aber die Filmtechnik überlebt nur, wenn man sie weiterlebt. Ohne mich über die Qualität der aktuellen Duplikate der Chaplin-Originale auszulassen, möchte ich an dieser Stelle wiederholen, daß es seit 2002 filmtechnische Mittel gibt, denen keine Computer-Technik auch nur entfernt nahe käme*. Die Frage nach der Auflösung 8K, 16K, egal wie weit man das treibt, ist schon damit beantwortet, daß im einen Fall ein frischer Film mit Perforation und allem Drumherum vorliegt, im anderen Fall eben nichts Faßbares mehr. Man will entweder mit Gegenständen zu tun haben oder nicht. ___________________________________ *Es gibt silberlose Filme mit Auflösungsvermögen von 4000 bis 5500 Linienpaaren je Millimeter Oberfläche. Auf einem Quadratmillimeter können theoretisch 16 bis 30 Millionen Punkte festgehalten werden.
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  48. Meine Meinung: 1. Es wird böse enden. 2. Wir werden alle sterben. 3. Es ist wichtig, den Leuten klar und knallhart zu sagen, wie sie ihr Hobby auszuüben haben. 4. Sonst könnte ja jeder kommen. 5. Dass Hersteller zwanzig Jahre nach Produktionsende nicht mehr alle Ersatzteile einer Kamera auf Lager haben, ist ein Zeichen, dass es zuende geht. 6. Es könnte noch regnen. 7. Wenn meine Schmalfilme in 75 Jahren die Farben verlieren, werden gewisse Leute mich kennen lernen. 8. Ich sage nur: Augsburg. 9. Der Wiesbadener weiß Bescheid, leider wird ihm nächste Woche das Bein abgenommen. Zucker. Es trifft immer die Besten. 10. Ich warte seit über 105 (ein-hun-dert-fünnef!) Jahren auf die Kamera, die ich zu Monsieur L. und seinem Bruder nach Lyon geschickt habe. Kann nur abraten. 11. Eugen Bauer ist tot, Charles Pathé ist tot, Alexander Ernemann ebenso. Zufall? Ich glaub nicht dran. Von Günther Noris will ich gar nicht reden. 12. Meine Umkehrfilm-Versandbeutel bleichen im Sonnenlicht aus, aber das geht euch am A... vorbei. 13. Die Entwicklung war mir seit 1959 sonnenklar. Interessiert aber keine Sau. 14. Gebrauchte Schmalfilmkameras sollten nur nach Eignungsprüfung weiterveräußert werden dürfen. Um Missbrauch zu verhindern, ansonsten gnadenlos kontrollierte Verschrottung. 15. Es gibt einfach zu viel verschiedene Filmtypen. Das macht die Leute rasend. Ein Kodachrome, ein Ektachrome, und alles war gut. 14. Es wird böse enden. Mehr sag ich nicht. In diesem Sinne, euer Jeff
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