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  1. 13 points
    Drei große Schuhkartons hatte ich. Drei große Schuhkartons, in denen sich der Verschnitt meiner S8-Filme seit dem Jahr 2000 befanden. Alles von 5cm bis 2m Länge. Komplett durcheinander, sehr verstaubt, teils geknickt, da die Kartons zu voll gestopft waren. Und am Wochenende hat Kalle lernen wollen, wie das mit der Klebepresse nun genau geht. Ich hab's ihm gezeigt, und er wollte gar nicht mehr aufhören... hat es seiner kleinen Schwester auch gezeigt und die beiden haben unermüdlich alte Filmschnipsel aneinander geklebt. Drei Schuhkartons voll! All das passet exakt auf eine 180m Filmspule. Nach Reinigung, Ausbesserung von einem halben Dutzend zu loser Klebestellen und einigem "geradebiegen" verknickter Filmstücke ist sie nun fertig, dei psychedelische Retrosepktive der letzten 13 Jahre! Da reiht sich rosaner K40 an solarisierten Tri-X, da sind gecrosster E100D und Kameratests, verrissene Schwenks, Leute die ins Bild laufen, total unscharfes, Cutscenes aus langen Zeitrafferszenen, Zeitlupierte Bewegungsstudien, vergessenes Tageslichtfilter, gefilmtes am Lagerfeuer, umgekippte Stativaufnahmen, einiges kopfstehendes, Chemieunfälle, solarisiertes, total verstaubtes und zerkratztes, gemaltes, gebleichtes, getontes, K40-Entwicklungsversuche... und eine Menge Reminiszenzen, die an die geschnittenen Versionen der Familienfilme erinnern. Und all das mit wildesten, da zufälligen Zeitsprüngen. Ich bin erstaunt, wie viel Spaß diese Spule macht. Mit passender Musik dazu und einem Glas Wein in der Hand kann man die halbe Stunde wirklich sehr unterhaltsam genießen. Eine Retrospektive der anderen Art. Kann ich sehr zur Nachahmung empfehlen -- solche Reste sollte man eben doch nicht wegwerfen! (Und mehr Platz ist in meinem Arbeitszimmer nun auch)
  2. 10 points
    Hallo, Dazu möchte ich auch gern etwas schreiben. Es ist doch nicht nur die Technik allein, es ist auch das Flair, die Atmosphäre, oder? Einige Beispiele, auch wenn sie vom Film selbst etwas abweichen. Nehmen wir die Schallplatte oder die Audiotechnik selbst. Jede Richtung erzeugt automatisch eine Gegenrichtung. Beispiel Audioszene in Japan dem Land der absoluten High Tech. Dort bauen Japaner nicht einfach nur Röhrenverstärker selbst, nein es kommt noch härter. Es müssen Trioden aus den 30er Jahren sein keine Röhren aus den 50ern. Man lötet auch nicht mit Neoprendraht, nein stoffumsponnene Drähte müssen es sein. Kondensatoren werden nicht gekauft, sondern selbst gewickelt. So weit würde ich selbst nie gehen, aber diese Menschen haben Freude daran. Ich habe einen Freund der hat eine Riesensammlung aller Elektronenröhren die es wohl je gab und er sitzt selbst jeden Abend da und lötet. Er sagte zu mir, Du wenn Du die Rauschwerte betrachtest, das kann heute jeder Conrad- Chip besser, aber das Flair, der Hörgenuß einer Schaltung die "lebt", das Glühen der Röhren, das ganze Drum Herum, das ist es. Da hat man an Hornlautsprechern Spaß und nicht an 5.1 Anlagen. So bin ich zum Schmalfilm gekommen. Mein Onkel hatte eine Leinwand die immer von selbst wieder zusammen klappte und mit einem 40cm Holzlineal gestützt werden mußte. Der Projektor, ein WEIMAR 3 hatte diese Riesenglimmlampe mit der man die Geschwindigkeit per Stroposkopeffekt einstellen konnte. Damit haben wir Filme von uns selbst als Kinder angeschaut und auch Trickfilme "nur" in SW, aber der Spaß. Wenn der Film rückwärts lief und wir haben die Geburtstagstorte wieder ausgespuckt und ganz sauber auf dem Teller zusammen gefügt......... Ja natürlich kann ich das mit einem DVD Player heute auch, sogar ohne Streß nur per Tastendruck...... aber es ist nicht das Gleiche. Auch ich arbeite von berufswegen mit hochmodernen professionellen HD Kameras. Ja diese Bilder beeindrucken in ihrer Auflösung, sind clean und crisp. Da frage ich mich auch manchmal, warum gebe ich so viel Geld aus für Filmmaterial das dann noch körnig ist und das Bild wackelt im Projektor. Ja Leute ich habe einen Knall, aber ich kann es nicht ändern, ich mag auch das andere, auch in Schwarz Weiß. Das geht mit in der Photographie genau so. Da quäle ich mich mit 100 ISo herum, benutze einen 3 fach Blitz und der anderer erledigt das mit 8000 ISO ohne Blitz und die Speicherkarte kann man löschen. Bei einer Seshion mache ich 36 höchstens 72 Bilder und der ander knallt so locker 300 - 400 Bilder weg. (oder waren es gar 3000 ) Alles nur Mist oder Splien? Nein! Der andere hat es nicht einfacher als ich. Ich habe bewußt auf den Auslöser gedrückt, er nur einfach so. Ich muß aus 72 Bildern wählen, er muß sich durch 3000 quälen. Von der Nachbearbeitung reden wir lieber gar nicht erst. Ich sage nur "Vollautomatik", jeder weiß was ich meine. Ja Schmalfilm liefert keinen 5.1 Souround Sound. Auch die Qualität ist nicht mehr über den anderen Medien. Allerdings, als ich jetzt Velvia auf DS 8 mal eingescannt habe, mußte ich sagen..... soooo schlecht ist die Qualität nun auch wieder nicht. Von 9,5 oder 16mm rede ich gar nicht erst. Was fasziniert mich nun noch an Vorgestern? Ich habe ein Medium das ich anfassen kann und ich habe es als Hardware vor mir. Egal wie alt mein Projektor ist, so lange es noch Strom aus der Steckdose gibt und eine Lampe zum Auswechseln, bin ich dabei. Ja und wie ist es mit dem anderen Kram? Wenn man Lust hat, zieht man es ja noch von der Karte auf den PC, wenn. Ansonsten wirds gelöscht und weg. Ist es dann auf dem PC, verschwindet es in irgend einem Ordner, den man oft nicht wiederfindet. Sind die Aufnahmen "wertvoll" wandern sie wenigstens auf einen externen Datenträger. Wenn nicht... nach dem nächsten PC Crash oder einem neuen Gerät, sind die Daten einfach nur noch Geschichte, sonst nichts. Wenn man sie dann doch noch irgendwann wiederfindet.... mal kurz auf dem PC Monitor angesehen, Fernsehen oder Beamer ist ja schon sooo anstrengend und sooo umständlich. Das war es dann auch. Ja und was bleibt dann von der ach so guten Qualität? Leute, unsere Faulheit ist es, unsere Dummheit und unsere Bequemlichkeit. Warum? Schaut doch einfach mal nur auf unsere Autos. Früher haben wir selbst nach dem Ölstand geschaut, nach Kühlwasser usw. Was machen wir heute... wir warten bis eine rote Lampe blinkt oder das dämliche Auto mit uns redet. Früher haben wir Karten studiert, uns eine Route eingeprägt und heute schimpfen wir über das so dumme Navi. Nein nicht das Navi ist dumm, wir sind blöd. Früher hatten wir einen Terminplaner, heute muss das dusselige Handy das erledigen, einschließlich Weckruf am Morgen,Wecker sind ja out. Na und wenn das doofe Ding nicht mehr will, geht die Welt unter, Ja wirklich? Früher haben wir gezielt nach Wissen gesucht, Bücher studiert usw. Heute wird gegoogelt und Wikipedia weiß ja eh immer alles besser, stimmt das ? Leute, nicht die Technik ist das Problem, wir sind das Problem. Wir verdummen, verblöden, vergreisen, werden bequem, faul und nachlässig..... und wir finden es auch noch toll, es ist ja so schön. Als es noch keine Handys gab, haben wir da gelebt oder nicht? Haben wir trotzdem Freunde und eine Frau fürs Leben gefunden oder nicht? Als es noch keine leistungsstarken PCs gab, haben wir da nicht gelebt, gearbeitet und unser Leben im Griff gehabt, oder etwa nicht? Nein, ich bin keine Hasser von Fortschritt und Technologie !!! Aber wir können selbst entscheiden wie wir damit umgehen. Die Frage ist doch, lassen wir uns von der Technik beherrschen oder herrschen wir über die Technik. Wir haben das Hirn, wir haben den Verstand, wir haben die Technik doch erst geschaffen. Sorry wenn ich abgeschweift bin. Aber ich denke, die Diskussion, Film oder Video, Schallplatte oder CD, Buch oder I Pad, Liebe oder Cyper Sex geht tiefer als nur in technische Fragen. Mit meinem Beitrag möchte ich einfach nur zu etwas anregen. Den Rest muß jeder für sich ganz persönlich selbst entscheiden. Liebe Grüße otti der Matthias
  3. 10 points
    Hallo Volker, denke auch, daß es ein typisch deutsches Mentalitätsproblem darstellt, wenn zuguterletzt alles zerredet, problematisiert und dadurch im öffentlichen Diskurs allenfalls noch mitleidig belächelt und zum Schluß totgesagt wird. Wo bleibt der gesunde Pragmatismus??? Ich finde, wir sollten uns darüber klar werden, welche Zielperspektiven ein technisch wie kulturhistorisch determinierter Meinungsaustausch und ein Forum wie dieses hier eigentlich hat: 1. Gleichgesinnte zusammenbringen, die sich sonst niemals kennenlernen würden 2. Ermöglichung der gemeinsamen Suche nach Lösungen für alle technischen und logistischen Probleme, die ein sterbendes Medium nun mal aufwirft 3. Gemeinsame Wahrnehmung der Aufgaben rund um den Erhalt technischer / cineastischer Kulturgüter (Film ist immer noch Kulturgut!) 4. Erhaltung und Pflege des Pluralismus: jeder von uns hat je und je andere Schwerpunkte innerhalb seines Interessengebietes und damit ebenso individuelle wie auch sachlich facettenhafte Erfahrungshorizonte. Schön, wenn diesen eine kommunikative Komponente gegeben wird, so entsteht nämlich Information (Information = Wissen in Bewegung). 5. Generierung von Synergieeffekten im Vollzug der Punkte 1.-4. und deren Zusammenfassung und Zugänglichmachung (hermeneutischer Zirkel) Erst in der Synthese der Einzelmeinung /-beiträge entsteht ergo der Wissensspeicher, der dasjenige know-how erhalten hilft, welches sonst innerhalb einer oder weniger Generationen zusammen mit der überholten / veralteten / zu kostspieligen / nicht mehr aktuellen Technologie unwiederbringlich verlorenginge (Vergleiche das Wissen um die letzten Details beim Schallplattenschnitt oder bei der Konstruktion und Fertigung einer Dampflokomotive). Wie war es denn beim Tonband? Schon in den 80er Jahren totgesagt und von der Digitaltechnik in den 90ern endgültig aus der flächendeckenden Verwendung als Standard-Schallspeicherverfahren in professionellen Bereichen verdrängt, werden neue Bänder nach wie vor produziert und erfreuen sich auch nach wie vor einer Beliebtheit bei einer zugegebenermaßen zwar defensiven, oder qualitätsbewusten Minderheit (oder Elite???). Wäre das so wenn alle gesagt hätten, es ist "vorbei"??? Dem Universum ist das bis zum nächsten Urknall herzlich egal. Auf einen paradiesischen Endzeitzustand dürfen wir auch nicht hoffen. Was zählt, ist das hier und heute. Benjamin Franklin sagte: Was hilft es, bessere Zeiten zu wünschen und zu hoffen? Ändert euch nur selbst, so ändern sich auch die Zeiten. Ohne Mühe geht nichts." Ich finde, wir haben durchaus mannigfaltige Gründe dafür, die Flinte nicht ins Korn zu schmeißen, nur weils jetzt etwas schwieriger oder teurer wird oder irgendjemand sich mal negativ auskotzt. Manchmal ist es halt frustrierend und dann wird`s halt mal ein bisserl emotional. Wir sind halt Menschen, keine Roboter. Die Parole heißt: Weitermachen und das Wissen in Bewegung halten! Die Büchse der Pandora ist eben keine Gewürzdose! Herzlichst, Martin
  4. 10 points
    Um den Thread "Etwas Theorie" nicht noch weiter off-topic zu schieben, hier ein paar Anmerkungen, die mir schon länger fällig zu sein scheinen: Für den Amateur gibt es kein Falsch und Richtig. Die Beschäftigung soll Vergnügen bereiten, und die Ergebnisse müssen keinem Maßstab genügen außer dem eigenen. Das ist der Unterschied zum Berufsfilmer, der sich sein Werkzeug nicht auf dem Flohmarkt oder bei eBay zusammensuchen wird. Wer mit anderer Leute Zeit und Geld operiert, hält sich an technische Normen und geht auf Nummer Sicher. Wenn ich eine Kamera bei einem Geräteverleih miete, kann ich davon ausgehen, daß Auflagemaß und Bildstand stimmen, daß Magazine sauber laufen und keine Schrammen produzieren. Daß die Optiken regelmäßig auf dem Prüfprojektor landen und Schärfenmarkierungen stimmen. Das ist der professionelle Ansatz: Man unternimmt alles, um Risiken zu vermeiden und sein Werkzeug in bestmöglichen Zustand zu versetzen. Auch als Amateur kann man so vorgehen; also Geräte von Händlern kaufen, sie für einige hundert oder tausend Euro überholen und in Tiptop-Zustand versetzen lassen. Es ist eine Frage der Mentalität, und wenn jemand sich nur mit perfektem Werkzeug wohlfühlt, ist das für ihn DAS RICHTIGE. Für ihn selbst - nicht unbedingt für andere! Man kann das Hobby auch von der Bastelseite angehen. Kann sich Geräte, die früher unbezahlbar waren, bei eBay kaufen und damit experimentieren, kann sein Material selbst entwickeln und dabei etwas lernen. (Die, die aus Fehlschlägen oder Schaden nichts lernen, geben es ohnehin rasch wieder auf.) Man kann alles ausprobieren, was einem einfällt und ist keinem Rechenschaft schuldig. Wenn man das Filmhobby als eine Variante von "Jugend forscht" betreibt, genießt man den Luxus, nichts zu müssen. Wer also neben Gelassenheit, Humor und Selbstkritik auch Ausdauer hat, um solange zu tüfteln, bis er zum anvisierten Ergebnis kommt (oder einem noch besseren), für den ist es DAS RICHTIGE. Für ihn selbst - nicht unbedingt für andere! Ich habe für beide Seiten Verständnis, weil ich mich gern auf Technik verlasse. Wenn ich hin und wieder professionell etwas für andere drehe, wird jedes Magazin auf Andruck, Friktionszug und Lichtdichtheit geprüft und regelmäßig eine Testaufnahme gemacht, handentwickelt und zur Kontrolle projiziert. Da ist Erbsenzählerei absolut angebracht. Wenn ich aber auf dem Flohmarkt eine 6x6-Balgenkamera kaufe, benutze ich das Maß an gesundem Urteilsvermögen, wie es einem früher jedes Fotobuch vermittelt hat. Verschluß geht, die volle Sekunde stimmt nach zehn, zwölfmal Spannen und Auslösen ungefähr, die Irisblende geht leicht und ohne Spiel, der Balgen hat keine sichtbaren Risse. Also belichte ich einen Testfilm, entwickle ihn nach Vorschrift und sehe mir das Ergebnis an. Wenn die Kamera soweit gute Ergebnisse liefert, genügt mir das, denn ich verwende sie als Amateur. Weder reise ich damit in den Dschungel, um die seltene pausbäckige Haselmaus (musculus ligonis peacemanis) abzulichten noch fotografiere ich hochbezahlte Bikini-Models am Strand von Cannes damit. Man könnte zu Recht einwenden, daß eine Schmalfilmkamera etwas komplizierter ist als eine 6x9-Einfachstkamera. Dennoch läßt sich das Wesentliche (Bildstand, Schärfe, Blendenfunktion) mit einem einzigen Testfilm überprüfen. Die Belichtungsmesser-Problematik wird maßlos überschätzt, es gibt schließlich Handbelichtungsmesser, deren Bedienung niemanden überfordern wird, der sich experimentell auf das Thema Schmalfilm einläßt. Vielleicht findet man es frivol, wenn einer Filmtechnik zum Ein-Euro-Tarif kauft, der Begriff der Wegwerfmentalität geht aber komplett an der Wirklichkeit vorbei. Weggeworfen werden Kameras und Projektoren von Besitzern, die keine Verwendung mehr dafür haben, egal ob das Gerät einmal einen Monatslohn gekostet hat, egal ob es ein Produkt schweizer oder deutscher Feinmechanik oder unreparierbares Einwegprodukt ist. Was bei eBay nicht verkauft wird, landet im Abfall. - Werkzeuge sind da, um benutzt zu werden, und wer zehn Super-8-Kameras kauft, davon vier "schlachtet", um damit vertraut zu werden und sich aus den übrigen sechs zwei funktionierende zusammenbastelt, der handelt ebenso rational wie ein anderer, der sich ein Spitzengerät kauft und es für Hunderte oder Tausende wie einen edlen Oldtimer restaurieren läßt, bevor er einen Meter Film belichtet. Der Berufsfilmer MUSS (professionell arbeiten). Der Amateur KANN (spielerisch-bastelnd oder professionell arbeiten). Es gibt so viele interessante Themen im Schmalfilmbereich - ist es wirklich nötig, immer wieder diesen Graben zwischen Perfektion und Spielfreude auszuheben und zu behaupten, nur die eigene Position sei RICHTIG ? Es gibt kein FALSCH und RICHTIG, wo es um Liebhaberei geht.
  5. 9 points
    Am Abend des 6. September 2000 habe ich einen Drehstrommotor mit einem Frequenzwandler zusammen installiert und die Matipo mit der Nummer 322 ist nach vielen Jahren eines traurigen Daseins an der Bahnstraße 21 in Bern in meinem Betrieb in Basel wieder in Bewegung gekommen. Rostlöser, Öl und noch ein Mal Öl, putzen, einstellen . . . Meine erste Kopie hatte ich am 8. September auf Eastman 5302 fertig. Sprungschrammen im Negativ, Träger, Tonspur, und Kratzer im Positiv, Träger, Tonspur. Die Anstände waren bald behoben. Ich habe nicht den vollständigen Apparat, der Sockel fehlt. Nr. 322 ist noch als Fragment ihres ursprünglichen Zustands erhalten, nämlich der Kopf mit den Filmhaltern und mit dem mechanischen Teil der Lichtersteuerung. Diese Ruine kaufte ich Jahre zuvor Walter Ritschard für 400 Franken ab. An jenem Nachmittag ahnte ich nur, daß da eine Matipo ein örtliches Schicksal erlitten hatte. Später, beim Nachdenken über die Berner Filmtechnikszene, fiel mir das Buch von Milton Ray Hartmann ein, sein „Lebenswerk“. Zwischen den Zeilen dieses Buches lese ich von den Wechselfällen, denen meine Matipo vermutlich ausgesetzt gewesen war. Nichtsdestotrotz funktioniert Nummer 322 einwandfrei. Nach einigen wenigen Handgriffen, die ich während meiner Anstellung bei der Zürcher Cinégram 1987-88 an einer Bell & Howell C machte, setzte ich mich also vor über 12 Jahren zum ersten Mal mit der Französin auseinander. Das läßt sich so beschreiben: Wie bei den meisten Kopierapparaten aus der ersten Blütezeit des Stummfilms, Lumière, Stineman, Ernemann, Bamberg, Vinten, Prévost, sitzt der Kopist mit Blick aufs Kopierfenster frontal davor. Dieses ist mit einer rot gefärbten Glasscheibe ausgestattet, durch die hindurch der Vorgang beobachtet werden kann. Das ist auch nötig, denn für brauchbare Kopie sind fehlerlos brennende Lampe und perfekter Transport der Filmstreifen erforderlich, die man überwachen muß. Beim Anlaufenlassen hat der Kopist die letzte Möglichkeit, einen Versatz zu entdecken und anzuhalten. Alles, was beim Kopieren als unbrauchbar weggenommen werden kann, braucht nicht entwickelt zu werden. Beim Kopieren wird am leichtesten Ausschuß produziert und auch am schnellsten. Auf dem Bild ist der Moment kurz vor dem Anlauf festgehalten. Der Operateur hält mit der linken Hand den Kupplungshebel, den er um 90 Grad nach links außen dreht, um alles in Gang zu setzen, und mit der rechten Hand bremst er sachte die mit den Wickelkernen verbundenen Flansche, weil die Maschine gerne den Film vom Kern abreißt. Die Aufwickelfriktionen können nämlich nur schwer so eingestellt werden, daß sie dem Film am Anfang und nach 300 Metern gerecht werden. Zu schlaff gewickeltes Material ist ebenso unerwünscht wie beschädigte Perforation in den innersten Windungen. Einzige Abhilfe leisten größere Wickelkerne, die Debrie aber nie angeboten hat. Die Matipo hat einen Kurbeltrieb, der dem Greiferrahmen eine gleichmäßige Aufabbewegung erteilt. Eine zweite Scheibe versetzt den Doppelgreifer in der Tiefe und eine dritte Kurvenscheibe führt einen Rollenarm, an dem der Andrückrahmen des Filmkanals eingehängt ist. Im Zusammenspiel zieht der Greifer die Filme um einen Schritt nach unten, gefolgt vom Andruck des mit einem Glasklotz und der Rotscheibe besetzten Rahmens, wonach der Greifer nach oben läuft, der Verschluß Licht freigibt und wieder verdeckt, bis fast gleichzeitig Greifereinstich und Abhebung des Druckrahmens vor sich gehen. Die Scheiben können einzeln gegenüber der Kurbel verstellt befestigt werden. Auch der Verschluß kann um etwa 20 Grad in beide Richtungen verdreht montiert sein, abgesehen von der zwischen 75 und 120 Grad verstellbaren Öffnung. Eine kreisrunde Öffnung im Verschlußblech, abgedeckt mit einem Stück roter Folie, hilft beim Einspannen der Filme. Der Kopist dreht am Handrad auf dieses Rotfenster, wobei der Greifer voll im Zug steht. Er legt den Negativvorspann mit Bildstrich auf Fenstermitte, den Rohfilm darauf, schließt die Filmbahn (Schnapper) und hakt den Andrücker an der Mitnahmegabel ein (Rückzug). Wenn er es richtig gemacht hat, steht das Bild Ende Zug jeweils vor dem Fenster. Die Machine à tirer les positifs, Matipo, klappert gerne mit 12 bis 14 Bildern pro Sekunde. Schneller ist möglich, führt aber zu verstärktem Verschleiß. Der Apparat braucht schon genug Öl, das man über sieben einzelne Leitungen einbringt. Heikelste Stelle ist das Schraubengetriebe im Innersten der Boîte. Wie es dazu gekommen war als Verbindung der Antrieb- und der Abtriebwelle, ist mir bis heute unklar. Es wäre auch ein kegliges Getriebe möglich gewesen, das bedeutend günstiger herzustellen ist und einen größeren Wirkungsgrad hat. Nun noch ein Mal ein Blick auf das Bild! Hinter dem Lochblech an der Maschinenrückseite befindet sich eine Widerstandssäule auf Keramikkörper. Zwanzig Abgriffe liefern abgestufte Lampenspannungen, zwischen denen über Relais umgeschaltet wird, je nach der Lochung im untersetzt mitlaufenden Steuerstreifen, den wir rechts vorne sehen. In die Lochungen fallen Tasthebel von Mikroschaltern, die jeweilen einen Lampenkreis ansteuern. Damit bei einem bestimmten Tempo genau während des Filmtransports von einer Szene zur nächsten umgeschaltet wird, werden in ebenfalls genau bestimmtem Abstand von der Klebestelle Kerben aus dem Negativrand gestanzt. Ein weiterer Mikroschalter mit Rolle auf der Filmkante wird von den Kerben betätigt, worauf eine vorgespannte Hebeleinrichtung, man sieht zwei Handhebel aus ihrer Rechtecköffnung stehen, ausgelöst wird. Zusammen mit dem Lochstreifen ist die Codierung für die Lampe gegeben. Das Doppelhandrad mit zusätzlichen Griffhebelchen rechts von der Filmbahn dient der Verstellung der ganzen Filmbahn dem Greiferantrieb gegenüber — vertikale Einmittung des Bildes — und Verstellung des Bildfensters innerhalb der Filmbahn zum Abfangen der leichten Versätze aus den unterschiedlichen Kameras. Hier kann auch Stoß an Fuß oder Kopf eingestellt werden: Das Kopierfenster ist 19,2 mm hoch und die leichte Überlappung wird ein Mal am Kopf des Bildes gewünscht, ein anderes Mal am Fuß oder Mitte Bildstrich. Auf der linken Seite der Filmbühne kann der Kopist einen Schieber auf Vollbild und Tonfilmbild einstellen. Was er nicht ohne weiteres beeinflussen kann, ist die Beleuchtung der Filmränder zum Mitkopieren der Randnummern. Auf der Seite der künftigen Tonspur ist bei Schieberstellung fürs Academy-Bild die Randbelichtung gegeben, in Vollbildstellung dagegen nicht. Wenn Kameraleute einmal umgerollten Film belichten, landen die Fußnummern auf der Matipo-falschen Seite und erscheinen nur mit Academy-Ausschnitt. Im Maschinenfuß sind Motor und Dynamo untergebracht. Der Dynamo ist mit einer Kette am Motor angehängt und liefert eine Gleichspannung für die Lampe. Das Witzige daran ist, daß man sich nicht um die Anpassung des Lampenstroms kümmern muß, wenn man die Bildfrequenz ändert. Das einzige Problem einer Tempoänderung ist die Verschiebung des Schaltpunktes für den Lichterwechsel, wofür es jedoch eine Lösung gibt. Den Filmlauf sieht man besser auf diesem Bild, das den Kopf von Nr. 322 zeigt. Ich habe die Aufnahme 2008 gemacht während der letzten Wochen unseres Betriebes an der Schillerstraße. Die Matipo von Debrie kommt mit 2½ Fuß Vorspann aus. Gibt man ½ Fuß für den Anlauf zu, kann das erste zu kopierende Bild drei Fuß oder 90 cm vom äußersten Vorspannzipfel entfernt kommen. Entsprechend braucht man auch nicht mehr Rohfilm. Nach dem letzten Bild kann man anhalten und den Rohfilm mit zwei Fuß Zugabe abschneiden. Mit keiner anderen Kopiermaschine ist so sparsames Arbeiten möglich. Die Schwächen müssen natürlich auch erzählt werden. Da ist zunächst das häßliche Abschmieren von Schnitten. Die seitlich führende Andrückschiene ist zu lang konstruiert, so daß Unregelmäßigkeiten in der Filmbreite zu Unruhen führen können. Besonders mit geschrumpftem Ausgangsmaterial unter Polyesterrohfilm hat man eine nur schwer lösbare Aufgabe. Weiter ist die Bildstandsleistung nicht vergleichbar mit derjenigen aus einer Präzisionsanlage. Das heißt, mehr als Mustern und Masse abziehen kann man mit der Matipo nicht. Für Trickarbeiten ist halt einfach die Spezialeinrichtung angesagt, wo feste Paßstifte oder bewegte Sperrstifte in die Perforation greifen. Auch kann man mit der Debrie keine Rücksicht auf die unterschiedlichen geometrischen Verhältnisse mehrerer Kameras nehmen. Der Abstand zwischen Greifer und optischer Achse läßt sich nur um zwei Lochabstände verändern, Mitte ist +12. Ich hoffe, mein Beitrag findet Interesse und löst etwas Diskussion aus. Jede/r Vorführer/in hat mit Filmkopien zu tun. Immer war jemand vorher am Werk, ein/e mehr oder weniger geschickte/r Kopist/in.
  6. 9 points
    Bitte zerredet dieses wertvolle Projekt nicht schon, bevor es erscheint. Denn es soll ja erscheinen. Und da es sich bereits rechnet, wenn 20-25 Kameras weltweit verkauft werden, drücke ich die Daumen, dass der Markt dies noch her gibt. Zu der Tatsache, dass die Kamera mit S8 Kassetten arbeitet gibt es meiner Ansicht nach keine Alternative. Spulenlösungen sind totale Nische in der Nische, selbst aufgewickelte S8/DS8-Materialien sind nahezu unbekannt auf dem Markt - und "Profis" fassen das heute nicht mehr an. Da ist die Vision3-Kassette wirklich die einzige Alternative. Und das Bildstandsproblem ist ja hoffentlich durch die kameraeigene Andruckplatte gelöst. Meckern hilft den Initiatoren nicht, sondern vertreibt nur mögliche Interessenten. Das wäre schade - denn in 4-5 Monaten soll es ja schon soweit sein. Freut Euch lieber, dass wir so etwas vielleicht noch erleben werden. Ich hätte nicht damit gerechnet... Alle Projekte aus den letzten Jahren, die ich kenne, sind auf der Strecke geblieben. Außer Laberrabarber nix gewesen.
  7. 8 points
  8. 8 points
    Nein, Wittner hat’s schon recht gesagt, wenn auch nicht durchgehend auf Deutsch. Motion picture film ist bei uns Kine- oder Kinofilm. Die Negativperforation nach ISO 491 ist die seit 1908 bekannte Lochform von Bell & Howell, gewonnen aus einem runden Stempel, der zwei Flächen ab hat. Damals kam die junge Firma mit einem Perforationsapparat heraus, der ein Welterfolg wurde. Welt bedeutet dabei die Filmhersteller, von denen die meisten Bell-&-Howell-Perforierer kauften. Bis in die 1930er Jahre beherrschte Bell & Howell die Filmtechnik wie kein anderes Unternehmen. Das zunehmende Tempo in den 1920er Jahren und der Tonfilm brachten zusätzliche Belastung der Kopien. Beim Anfahren muß die Schwungmasse auf der Tonwelle beschleunigt werden und durch die Aktkoppelung werden die Friktionen stärker angezogen, damit 600 Meter gleich stramm gewickelt werden wie 300. Einrisse von den scharfen Lochecken aus waren die Folge. Bei Bell & Howell machte der Franzose Joseph Dubray den Vorschlag einer rechteckigen Lochform mit verrundeten Ecken. Die Außenmaße sind gleich wie gehabt. Eigentlich nichts Neues, denn das hatten Krüsi und Dickson bei Edison schon 1891. Eastman-Kodak schlägt etwas Ähnliches in der Normenarbeit vor, doch das Loch ist etwas höher und der Eckenradius etwas größer. Die zusätzliche Lochhöhe sollte Ein- und Auslauf der Zähne der Kopierapparate verbessern. Die Perforation Dubray-Howell ist 1938 beim ANSI, die Perforation Kodak Standard wird 1939 in die Normen aufgenommen. 20th Century-Fox kommt 1953 mit CinemaScope und einer eigenen Perforation der Kopien. Um Platz zu schaffen für vier Magnetpisten, wird das Loch schmaler gemacht und der kleine Eckenradius von DH übernommen. Ihr dürft drei Mal raten, wer die Perforierer fürs American CinemaScope geliefert hatte. So gibt es bis heute beim 35-mm-Film vier genormte Perforationstypen: BH, DH, KS, AC. Die ISO-Bezeichungen sind N, DH, P, AC. Kleinbild-Fotofilm erhält den Perforationstyp P(ositiv). DH und AC gibt es nur mit vollem Lochabstand, BH und KS mit vollem und verkürztem für Bild- bzw. Tonnegative. Da Tonnegativfilme stets kontinuierlich bewegt werden, gibt es keinen Anlaß, sie mit der alten Bildnegativ-Lochform zu versehen. Die vielen Bildkameras, deren Paß- und Sperrstifte die alte Lochform verlangen, halten BH am Leben. Im Ostblock gab es eine Einheitsperforation. 35-mm- und 70-mm-Film war durchaus nach KS perforiert. N mit vollem Lochabstand ist für Hintergrundprojektoren. Die letzte Änderung an genormten Perforationen war 1989 die Einführung eines winzigen Radius’ in den Lochecken von Typ N durch Eastman-Kodak.
  9. 8 points
    Der Klassiker - die typischen Brandursachen im Haushalt sind Zigaretten etc. und Elektrogeräte sowie menschliches Fehlverhalten/Fehlbedienungen (bevorzugt im Küchenbereich). Besonders gut brennen Waschmaschinen etc. Hier kommt alles zusammen: Strom, Feuchtigkeit und teilweise erhebliche Staubansammlungen. Dann noch ein Zündfunke aus einer schadhaften Baugruppe, /Kontaktschwierigkeiten und schon brennt es. Auch Einbaukühlschränke, eingebaute TV-Geräte - immer die gleiche "Kundschaft" Bisweilen auch durchgeschmorte Bauteile/Baugruppen (Fertigungsmängel bis hin zu Überbrückungen durch Tierchen oder verschüttete Flüssigkeiten). Eine pot. Brandursache sind auch schadhafte Kabel (Quetschstellen, lockere Kontakte durch Ziehen am Kabel statt am Stecker). Riskant ist es, ohne Atemschutz in verqualmte Räume vorzudringen. Die Rauchgasintoxination ist ein signifikantes Risiko. 3...4 tiefe Atemzüge reichen zur Bewußtlosigkeit. Und dann läuft die Lebensuhr schnell rückwärts.... Reanimationsgrenze ist nach ca. 14 Minuten erreicht. Was von Laien total unterschätzt wird ist der Brandrauch und sein Niederschlag: 1) 1 kg verbranntes PVC kann bis zu 2000m² Oberflächen mit Dioxinen verseuchen 2) Schwelbrände in elektrischen Anlagen in Anwesenheit von Kupfer ergibt einen prima Katalysator zur Dioxinerzeugung Gruß Volker (nebenher Zugführer Feuerwehr, Einsatzleiter ABC-Einsätze und Brandschutzbeauftragter)
  10. 8 points
    Hallo Filmfreunde! Wer mich kennt weiss, dass ich mich alljährlich für einige Monate nach dem Süden begebe, dieses Jahr aber wegen eines Unfalls vor ein paar Tagen zurückkehren musste und nun erst mit der neuesten Lage im Schmalfilm-Sektor konfrontiert wurde. Die Kommentare sprechen Bände, ich kann praktisch allen Kommentaren nur zustimmen. Jammern nützt nichts, ebensowenig weitere und oder ähnliche Lamenti abgeben. Wir ernsthaften Filmer müssen uns neu orientieren: Auf zu neuen Ufern! Auf zu neuen Ufern? Zu allererst muss das Forum diszipliniert werden. Längst lese ich nicht mehr alle Beiträge, insbesonders die der bekannten Hickhack-Schreiber, deren Beiträge gelöscht gehören und diese Schreiber im Wiederholungsfalle mit Ausschluss belegt müssten. Auch unsinnige, lächerliche, teilweise sich lange hinziehende, meist unsinnigen Wortspiele sind zu unterlassen. So "lustig" wie diese den Schreibenden erscheinen mögen, so langweilig sind sie für viele Forumsbesucher und stören die ganze Übersichtlichkeit. Wir haben im Forum viele an der Sache interessierte "normale" Filmamateure sowie einige hochbegabte Teilnehmer verschiedenster Fachrichtungen, die am Erhalt der Analogfilmszene interessiert sind und auch bereit sind, sich dafür einzusetzen. Ich weiss, dass sich allmählich ein kleiner innerer Kreis sehr ernsthafter Analogfilmer bilden wird. Dieser "verschworene Kreis" kann mit Ideen, Einsätzen, Aktionen und teilweise im Rahmen der finanziellen Einsätze einiges bewirken, vielleicht mehr, als man sich vorstellen kann. Eine weitere Idee wäre nicht mehr die Bezeichnung "Schmalfilm-Amateure", sondern man sollte loglischerweise nur noch vom Analogfilm (oder Chemie-Film usw.) sprechen. Die neue Analogfilm-Zeit ist nun da und man muss sich damit abfinden. Abfinden werden sich auch alle diejenigen müssen die meinen, sie können sich heute noch in der neuen Analogfilm-Zeit immer noch gross bereichern: Diese Zeiten sind für alle Zeit vorbei, auch für die sogenannt "Grossen". Nach meiner momentanen Erholungsphase von voraussichtlich 4-6 Wochen werde ich mich wieder in den Süden begeben und wie vorgesehen Ende Oktober wieder zurück sein. Herzlichst escalefilm Ualy
  11. 8 points
    Da hast Du aber einiges aus dem Schmalfilm-Knigge vergessen, mein Lieber! g) Gefilmt wird nur bei strahlender Sonne und schönstem Wetter h) 100 ASA sind viel zu viel und die Leute früher wussten schon, warum sie nur 25 ASA angeboten haben i) Schwarzweiss-Material ist vollkommen ungeeignet und reizlos zum Filmen j) Kassettenklemmer hat es nie gegeben, die liegen grundsätzlich an Wartungintervallen > 1 Jahr k) Ein DIN-konformer Urlaubsfilm kostet grundsätzlich €438,62 l) Früher war alles besser m) Der K40 war sowieso der beste Film überhaupt n) Neue User sind grundsätzlich erstmal als Troll einzustufen o) Kameras gehören in der Vitrine gehortet um "für alles gewappnet" zu sein p) Bei Ebay erworbene Artikel sind grundsätzlich vollkommener Schrott, bis sie Stück für Stück aus Messing neu nachgefertigt wurden q) Traue nur "einem, der sich auskennt" oder "einem, der es wissen muss" r) YUV != RGB, Lichter müssen rosa und Flachbildschirme sind allesamt Teufelswerk s) Was im Forum geschrieben wird kann Weltwirtschaftskrisen auslösen und Kartelle zerschlagen t) und überhaupt, der K40 u) Kameras die man selbst besitzt sind die einzigen guten überhaupt und frei von sämtlichen konzeptionellen Mängeln w) Bei Schneider werden erst 60 Jahre alte Objektive heute nicht mehr gewartet x) letzter Beitrag zu dem Thema Ja, es war und ist nicht immer leicht, all diese ätzenden, zersetzenden Regeln und aggressiv-borniert vorgetragenen Standpunkte richtig in den großen Papierkorb der Allgemeinheit einzusortieren. Das traurigste daran ist aber nicht nur die vom Regelorden reflektierte Geisteshaltung, sondern wie unglaublich viele ehemals (und heute noch) aktive Schmalfilmfreunde zumindest *diese* Stammkneipe hier still verlassen haben. Ich freue mich, dass ein kleiner harter Kern aus kreativen, freundlichen und interessanten Zeitgenossen durchgehalten hat und weiter durchhalten wird. Und deshalb bin ich auch sicher, dass auch Rudolf und Jörg Polzfuss (und vielleicht sogar noch mehr?) wieder zurückkehren werden.
  12. 7 points
    Und wenn wir anfangen von allem, alles zu horten: Wie groß soll denn jedes Lager sein? Filme, Kleber, Lampen, Ersatzteile, Ersatzkameras und Projektoren u.s.w. Ich filme munter umher und habe für mich beschlossen mich nicht länger von angenommenen Hiobsbotschaften verrückt machen zu lassen. Funktioniert prima und schont die Nerven. Die können wir wohl alle für andere Dinge gebrauchen.
  13. 7 points
    Das Leben holt jeden irgendwann ein... (Aussage meines Arztes nach meinem Herzinfarkt) Es wird echt langsam unerträglich, einem Herzinfarkt nicht unähnlich, sich all die negativen Themen in diesem Forum anzusehen. Ein gewaltiges Gejammer über zu hohe Filmpreise, ellenlanges Gerede über marode Geräte, Diskussionen über Themen, die eigentlich keine Sau interessieren, aber auch fragen, die man mit einem Funken Grips selber beantworten könnte, daneben auch immer mehr Seitenhiebe an andersdenkende und so weiter. Geben wir es doch endlich zu: Das Hobby Schmalfilm hat keine Zukunft, nicht mit solch festgefahrenen Leuten, die Zeit ist abgelaufen, soll es also sterben. Das letzte vernünftige Magazin zum Thema ist Vergangenheit, die anderen Magazine sind thematisch völlig ausserhalb unseres Interesses und die Querdenker und Visionäre werden müde belächelt und als Spinner abgetan...(Gottseidank nicht von allen...) So ungefähr kommt inzwischen dieses Forum bei mir an. Interessanterweise fiel diese Totengräberstimmung zeitlich ziemlich genau mit dem Untergang von "Schmalfilm" zusammen. Kommt hinzu, dass da die früher über alles gelobte Firma Wittner immer mehr als Bösewicht betrachtet wird, da sie ja ihre Monopolstellung anscheinend missbraucht. Grosskonzerne wie Kodak und Fuji kapitulieren, östliche Firmen kommen nicht richtig in die Gänge, Reparateure sterben auch langsam aus oder werden fahrlässig, die Geräte sind zumeist bloss noch Alteisen oder dann eben Elektronikschrott. Kommt da aber jemand, der sich ernstlich Gedanken um all diese Probleme macht und versucht, Alternativen anzubieten, merkt man schnell, dass die traditionellen Filmer gar nicht wollen, dass es weitergeht. Sie hocken heulend in ihren Löchern, jammern und wehklagen, aber bringen es nicht hin, ihren Finger endlich aus ihrer Muffe zu holen und umzudenken. Da sind Leute, die sehr innovative Ideen haben (ich denke da noch nicht mal nur an mich...), die dann halbwegs versteckt und unterschwellig als Spinner dargestellt und auch betitelt werden. So z.B. die Idee der Abwasserrohrentwicklung des Friedemann. Eine wunderbare Idee, um den hohen Preisen entgegenzuwirken... Zwar jammern alle über die Preise, aber umdenken wollen die Leute trotzdem nicht... völlig unverständlich... lieber weitermachen wie bisher und sich ärgern... ist ja auch bequemer... halbkaputte Kameras rumschleppen und über andere Filmer lästern, die zuverlässigere Geräte nutzen, ja, das ist doch geil... Es wird unbedingt nötig, dass in diesem Forum mal richtig aufgeräumt wird, sonst stirbt es genauso wie das Magazin. Mit Aufräumen meine ich nicht, dass da Leute rausgeschmissen werden sollen, nein, absolut nicht, ich meine damit, dass jedes aktive Forenmitglied sich mal Gedanken darüber machen sollte, bevor er irgendwelches Gejammer von sich gibt. Ebenso sind wieder mal Themen gefragt, die einen Nutzen bringen, solche, die nur Schaden anrichten und deprimieren gibt es inzwischen wirklich genug. Schliesst mal endlich ein paar Threads, die ausser Gejammer nichts mehr beinhalten. Diese Threads nützen nun wirklich niemandem. Ich bin krampfhaft auf der Suche nach einem neuen "Forenzuhause", einer neuen Plattform, wo ich mich wieder wohlfühlen kann, wo ein bisschen Lockerheit herrscht, um mich mit gleichgesinnten austauschen zu lönnen. Hier geht es je länger je weniger. Wer weiss einen ort, wo sich halbwegs offene, optimistisch denkende Menschen virtuell treffen, damit ich hier endlich rauskomme...? Rudolf
  14. 7 points
    So, allen Trends zum Trotze hat meine 13-jährige Tochter den Wunsch geäußert, in den Herbstferien auf Norderney zu filmen. Das freut mich sehr, sie bekommt eine Canon 310XL und drei E100D und eine kurze Einweisung. Mal sehen, was sie draus macht. Ich bin sehr gespannt auf die pubertierende Kreativität einer Vertreterin der Generation Smartphone ... :rotate:
  15. 7 points
    Kein Infobedarf zur Reparatur mehr, JanHe ist mit einer Pentaka aus meiner Sammlung los :).
  16. 7 points
    Hurra, Jürgen ist wieder da!!! Zu der damaligen Zeit konnten nur Kodak Techniker erahnen, wie haltbar K25/40 wirklich ist. Da hat man im Labor mit Hochrechnungen auch wirklich ganze Arbeit geleistet. Eigentlich ein S/W Film ist der Kodakchrome wohl wirklich der haltbarste Farbfilm den es je gab. Mit E6-entwickeltem Film sieht es vermutlich etwas anders aus. Das ist aber nur eine rein persönliche Vermutung. Das Kombiangebot im Schmalfilm war wohl auch ein wenig "Geiz ist Geil"-Mentalität: Abonnenten bekamen schliesslich wesentlich mehr fürs Geld bei diesem Kombiangebot. Das kennt doch jeder von Lockangeboten ähnlicher Art: Im Supermarkt gibt es für Herzen auch mal eine (Koch-) Pfanne von WMF. Mitgenommen und noch nie benutzt. Das heisst gar nix. Den Schmalfilm haben aber bestimmt alle trotzdem aufmerksam gelesen. Es bleibt nunmal die Tatsache, dass Film wesentlich mehr Zeit und Geld kostet. Vor allem aber Wissen und Erfahrung erfordert (Belichtung, Umgang mit der Kamera). Ist beim Anfänger kein Erfolgserlebnis erlebbar, dann wird in Zukunft eben nicht mehr gefilmt, denn es ist ja auch teuer. Die Lernkurve dauert für Einsteiger lange und sie ist mit enormen Kosten verbunden. Das macht die Sache so kompliziert, eventuell verhindern selbst die Portokosten, dass der belichtete Film zur Entwicklung geschickt wird. Und irgendwann landet er dann im Müll. Zu dem Werbespot-Projekt fallen mir keine anderen Argumente ausser der Langlebigkeit ein. Eine typische Geschichte wäre dann so: A. In entfernter Zukunft landen Aliens auf der Erde. Sie finden nur USB-Sticks und Festplatten, alle total verrottet, nichts davon ist lesbar. Sie ärgern sich, denn sie wollten doch so gerne etwas über die längst verdunstete Spezies Mensch erfahren. In einem Keller findet eines der Aliens einen Super 8 Film, der wie magisch durch einen Kurbelprojektor ohne Strom läuft. Die Projektion zeigt ein herzzerreissendes Familienvideo (z.B. Friedemann mit seinen Kindern). Die Aliens sind begeistert, es folgt der Packshot: Wenn es länger dauern soll: Orwo. Oder Kodak. Oder Ferrania. Oder was auch immer. B. (Oh jetzt wird es auch noch emotional wie bei Jack Daniels). Ein Labortyp sitzt vor dem Kurbelschnittgerät Moviskop von Zeiss. Er dreht bedächtig den Kopf in die Kamera und sagt: "72 Stunden Video werden pro Minute von Nutzern weltweit auf Internet-Videoportale hochgeladen. (Pause). Bei uns geht die Sache etwas langsamer" (er kurbelt am Moviskop und langsam bewegt sich der Film über die Mattscheibe). Der Laborant fährt fort: "Wir entwickeln hier nur 30 Minuten Film pro Tag. Mehr schaffen wir nicht. Unseren Film gab es schon, da gab es noch kein Fernsehen, keinen Computer und auch kein Internet." Der Laborant zieht den Film aus dem Betrachter. "Und diesen Film wird es auch dann noch geben, wenn von den Menschen keiner mehr weiss, was ein Videoportal überhaupt war. (Pause) Und Sie, nur Sie selbst entscheiden, ist das was Sie filmen wichtig genug für die Zukunft?!" Familienbilder von Oma, Kindern, der Zweityacht und dem Pony für die adoptierte Tochter. Packshot: Think different (ach ne, das gabs ja schon! Also gut dann eben: Just good, just Film. Oder auch: Avichrome. 10 Jahre in der Kühlkammer gereift, 100 Jahre volles Korn. So das sollte ideenmässig reichen.
  17. 7 points
    Sammlung einiger Kalauer-Tweets zwischen einem Filmfreund und mir... kennt ihr noch mehr? :) "Wer nicht gern dreht im Regenguss, beeilt sich mit dem Gegenschuss." "Sieht man oben und unten nie, dann wechsle auf Academy." "Sind die Menschen nicht im Lot, drehe am Anamorphot." "Macht die Irisblende dicht, standest Du im Gegenlicht." "Kippt beim Dreh die Mandy um, zeig Ihr Dein Kompendium." "Was dem Sternchen die Rolex, ist dem Filmer die Bolex." "Wenn Harry mal wegsah, nahm ich Arris Alexa." "Wenn ein Rotstich Dich verwundert, brauchst Du Vision T 500." "Will die Sonne untergehen, musst Du an der Blende drehen. " "Wenn die Krokus blühn, musst den Focus ziehn." "Knirscht das Steak wie Cordon Bleu, schmiere Deine Beaulieu." "Statt Make-up zu reparieren, kannst Du's einfach wegkadrieren." "Macht blaue Stunde Menschen bleich, versuchs mal mit nen Weißabgleich." "Wenn am Set alle mal müssen, war das Catering beschissen."
  18. 7 points
    Na, hier geht's ja rund. Vielleicht können wir uns auf Fakten einigen, die persönlichen Befindlichkeiten mal beiseitelegen: 16 Bilder pro Sekunde sind ziemlich die Untergrenze für die Illusion des bewegten Bildes. Das ist seit der Stummfilmzeit bekannt und vielfach ausgetestet. Im Berufsfilm hat man noch während der Stummfilmzeit höhere Frequenzen benutzt, eben wegen der besseren Bewegungsauflösung, lange bevor der Tonfilm eine Erhöhung der Laufgeschwindigkeit erzwang. An den Amateurfilm wurden geringere Ansprüche gestellt, und mit Einführung der Schmalfilmformate war es ein Bestreben der Industrie, das doch sehr teure Hobby durch Preissenkungen (16mm ab 1923, 8mm ab 1932) zur Massenbewegung zu machen. Die "Standardfrequenz" 16 bzw. 18 B/s war ein Zugeständnis an Filmverbrauch und die Brieftasche des Schmalfilmers, man ahmte auch damals keine kinoähnliche Vorführung nach, sondern begnügte sich mit kleineren Bildern, bei denen die Mängel des Formats nicht störend in Erscheing traten (vgl. Lit.). Das menschliche Auge kann Bewegungen viel besser auflösen als eine Filmaufzeichnung mit 16, 18 oder auch 24 B/s - die Grenze liegt vermutlich irgendwo zwischen 50 und 60 Bildern pro Sekunde. Bei Objektbewegungen ab einer gewissen Winkelgeschwindigkeit beginnt der "Shuttereffekt", also ein Ruckeln oder Zittern des bewegten Objektes. Ebenso verhält es sich mit Schwenks. Daher findet man in alten Schmalfilmbüchern auch genaue Angaben, wie rasch mit welcher Brennweite "panoramiert" werden solle, ehe das Zittern einsetzt, außerdem den Rat, raschbewegte Objekte nicht quer zur Aufnahmeachse aufzunehmen, sondern diagonal. Das Zittern ist bei gleicher Bildfrequenz umso stärker, je kleiner der Öffnungswinkel der Umlaufblende ist. Sehr alte Schmalfilmgeräte mit ungünstigem Schaltverhältnis haben z.T. nur 90 oder 100-Grad-Offensektor, die beste Bewegungswiedergabe findet man bei sog. XL (=eXisting Light) Kameras, die ein schnelles Schaltwerk und einen großen Offensektor (bis 230 Grad) besitzen. Aufnahmen mit 18 B/s können also sehr unterschiedlich ausfallen, je nachdem, womit sie gedreht sind. Martins Straßenbahnbeispiel möchte ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Anfang der 1990er habe ich mit einem Freund einen kleinen Dokumentarfilm über örtliche Straßenbahnen auf S-8 gedreht, leider mit 18 B/s (180 Grad Offensektor), weil keine anderen Kameras zur Verfügung standen. Nahezu alle Aufnahmen der Fahrzeige haben deutlich sichtbares Zittern, wenn sie nicht auf die Kamera zu- oder von ihr wegfahren bzw. nur langsam anhalten oder abfahren. Gleiches gilt für kreuzende Radfahrer und Passanten. In diesem Thread sind so viele falsche Begriffe aufgetaucht, daß man seitenweise Korrekturen anmerken könnte. Tu ich nicht, aber es sollte doch gesagt werden, daß Bezeichnungen wie 18p im zusammenhang mit Schmalfilm komplett sinnfrei sind. "p" bedeutet "progressiv" im gegensatz zu "interlaced", also aus zwei Halbbildern/Zeilensätzen aufgebaut. Film, ob Schmal- oder Normal, ist immer progressiv. Ein mit 18 Bildern aufgenommener Film ist bei Projektion mit 3-Flügelblende nicht "54p", wie behauptet wurde, sondern hat weiterhin eine temporale Auflösung von 18 Hz, lediglich die Zahl der Lichtblitze wurde erhöhte und das Flimmern gegenüber 18 oder 36 Lichtblitzen/s vermindert. Auch ein Pixelbild erhält keine höhere Auflösung, wenn es nur höher skaliert wird. Die hier aufgeführten Phänomene der "Super Resolution" und "Kornverschmelzung" existieren, haben aber mit der Frage nach der Bewegungsauflösung gar nichts zu tun, sondern erzeugen, wie hier nachlesbar, nur weitere Verwirrung. Es steht jedem frei, sich "privatphysikalische" Erklärungen zurechtzulegen ("Ich denk mir das mal so:..."). Die Wahrnehmungsphysiologie hat diese Fragen aber schon seit vielen Jahren wissenschaftlich beantwortet und gute Bücher zum Thema Kinematografie (Weise, Mehnert, Opfermann) erklären das auch populär verständlich. Ich bin sicher, daß jeder Schmalfilmer den qualitativen Unterschied zwischen 18 und 24 B/s sehen und erkennen kann. Ich finde es absolut nachvollziehbar, wenn jemand sagt, daß ihn das nicht stört oder er es gewohnt ist oder das für ihn zum Schmalfilmerlebnis dazugehört. Aber technische und physikalische Tatsachen schlichtweg zu leugnen, nur um das Hobby "zu verteidigen" (gegen wen eigentlich?), scheint mir irgendwie unsinnig.
  19. 7 points
    Hallo, Ich habe heute Vormittag auch ein bisschen gebastelt, zwar nichts zum Schmalfilm, sondern den ersten Prototypen meines neuen Kartonmodells. Ich benutze für erste Prototypen immer alte, sonst nicht mehr brauchbare Kartonplatten, daher also die ulkigen Farben...
  20. 7 points
    Also, die Wahrheit bezüglich der Preisdebatte von Super 8-Filmen wird wohl - wie so oft im Leben - in der Mitte liegen: - In der recht frühen Zeit, in welcher Schmalfilmen für breitere Menschenmassen zu einem Hobby wurde, also in den 1950er und 1960er Jahren, war das Filmmaterial im Verhältnis zum damaligen Durchschnittsverdienst sicherlich wirklich ähnlich teuer wir heute. - Doch in den 1980er Jahren, da waren ja die Löhne längst um Welten gestiegen und eine Super 8-Kassette kostete keine 21 DM mehr, sondern eher so um die 15 DM. Demnach ist zu dieser Zeit das Schmalfilmen im Verhältnis zum Durchschnittsverdienst der 1980er Jahre unbestreitbar, objektiv um Welten billiger gewesen, als heute. __________ Meine persönliche "Super 8-Preisspirale", die ich ab 1992, meinem Einstiegsjahr in die "Droge" Schmalfilm (ich war damals 15 Jahre alt), erlebt habe, ist die Folgende gewesen: Juni 1992: Erstmals zwei Packungen Agfa Moviechrome 40 Stummfilm gekauft (die letzte Version dieses Films, also die weiß-blau-rote Packung): 23,95 DM pro Kassette = 12,25 € (der genaue Umrechnungskurs Euro zu DM liegt bekanntlich bei 1:1,95583). Dezember 1992: Entdeckt, dass es mit Kodak Kodachrome 40 ja noch eine weitere Schmalfilmsorte gibt, und diese kostete bei einem Versandhändler nur 19,95 DM = 10,20 € pro Kassette. DAS war für mich als Schüler damals, fast ohne Finanzen, der Grund, warum ich deshalb ab sofort nur noch Kodak Kodachrome 40 anstatt Agfa Moviechrome 40 gekauft habe, WENN denn mal etwas Geld da war, um sich wieder ein paar Kassetten auf Vorrat zuzulegen. Von dem speziellen Aufbau und Entwicklungsverfahren des Kodak Kodachrome 40 ohne Farbkuppler in der Emulsion und der daraus resultierenden, höheren Schärfe, sowie von dem Vorhandensein von Farbkupplern in dem "normalen" Farbfilm Agfa Moviechrome 40 wusste ich damals noch nichts. Aber dass der Kodak Kodachrome 40 glatt mal 4 DM günstiger zu haben war als der Agfa Moviechrome 40, das war ein ausschlaggebendes Argument für mich als 15-Jährigen... Vom Ende des Agfa Moviechrome 40 Mitte der 1990er Jahre hatte ich dann deshalb auch gar nix mehr mitbekommen damals. Das Internet gab es 1995 für mich selbst noch nicht, und selbst wenn: Solche Infos über Produktionseinstellungen von Filmsorten wären Mitte der 1990er Jahre im damals noch viel spärlicher mit Webseiten bestückten Internet wohl eher noch nicht unbedingt abrufbar gewesen. Fachhändler in meiner Region führten den Agfa Moviechrome 40 sowieso nicht mehr. Und wenn man eher selten doch noch irgendwo einen Fotoladen fand, welcher Super 8-Filme nicht nur speziell als Kundenwunsch als Zehnerpack o.ä. bestellen konnte, sondern der einen Schmalfilm einfach so gleich zum Sofortkaufen im Regal stehen hatte, dann war dies der Kodak Kodachrome 40. Vom Ende des Agfa Moviechrome 40 Mitte der 1990er Jahre hatte ich daher damals gar nix mitbekommen, erst jetzt später nach 2010 im Internet gelesen. Doch bei Kodak Kodachrome 40 stiegen die Preise Mitte und Ende der 1990er Jahre immer weiter. Bei den jeweils billigsten, mir damals bekannten Bezugsquellen kosteten die Kassetten: 1993 dann schon 22,95 DM = 11,73 €, und nicht wie noch 1992 nur 19,95 DM = 10,20 €. 1995 dann 24,95 DM = 12,76 €. 1997 dann 27,95 DM = 14,29 €. 1999 hatte ich entdeckt, dass die Kassette nun auf 29,95 DM = 15,31 € gestiegen war. Aufgrund dieser von mir damals als völlig unfassbar empfundenen Preiserhöhung war mein 1997 stattgefundener Kauf eines Zehnerpacks Super 8-Filme Kodak Kodachrome 40 - damals wie gesagt noch für 27,95 DM = 14,29 € - auch der vorerst letzte für mich gewesen. 1997 war ich nun 20 Jahre alt und Student und musste nach wie sehr auf das Geld gucken. Bei rund 30 DM für eine Kassette anno 1999 war ich damals weder in der Lage, noch bereit, diesen Preis weiter zu zahlen. Heute wären 15 € ein Traum für eine Kassette inkl. Entwicklung. Aber damals? Ein Preisanstieg von 1992 bis 1999 um 10 DM pro Kassette in 7 Jahren - das empfand ich zu der Zeit als den absoluten Wahnsinn der Preissteigerung. Erst 2004 verbrauchte ich die letzte dieser zehn Super 8-Kassetten von 1997. __________ Nach 2004 interessierte ich mich erst im Dezember 2010 wieder einmal für das Super 8-Filmen und der "Virus" kam zurück. Jetzt informierte ich mich erstmals in der "Neuzeit" über das Thema, nunmehr natürlich im Internet, und musste feststellen: - Einen Agfa Moviechrome 40? Gibt es schon seit 15 Jahren nicht mehr. - Einen Kodak Kodachome 40? Gibt es seit 5 Jahren nicht mehr. - Es gibt jetzt den Kodak Ektachrome 100. Und der kostete im Januar 2011 als jetzt billigste, mir bekannte Bezugsquelle Wittner 24,95 € inkl. Entwickung, wenn man ihn als Mehrfachpack nahm. - Und die Qualität dieses Filmes, die wohl deutlich über der des zwischenzeitlichen Kodachrome-Ersatzproduktes Kodak Ektachrome 64T liegen soll, ist aber im Vergleich zum guten, alten Kodak Kodachrome 40, einfach nur bescheiden. Was die übertriebene Rotwiedergabe und vor allem das grobe Filmkorn angeht. Und "bescheiden" ist in diesem Zusammenhang, wie ich finde, freundlich ausgedrückt. Für mich persönlich ist der Kodak Ektachrome 100 qualitativ keinesfalls ein Ersatz für den Kodak Kodachrome 40 geworden. Aber das ist ein anderes Thema. - Was den Preis angeht: Im März 2012, meinem bislang letzten Kauf von Kodak-Super 8-Filmen, wurden wiederum schon 26,90 € pro Kassette für den Kodak Ektachrome 100 fällig (inkl. Entwicklung, im Mehrfachpack). - Und seit Anfang 2013? Gibt es keinen Mehrfachpack und keinen direkten Preis inkl. Entwicklung mehr. Kauft man den Film und die Entwicklung einzeln, dann landet man bei Wittner bei 47,80 €. __________ Wenn man das jetzt von 1992 bis 2013 mal resümiert, und das mir persönlich niedrigste, bekannte Preisniveau für Kodak Super 8-Farbumkehrfilmen her nimmt und mit 100 % gleich setzt, dann kommt man auf das Ergebnis (alle Zahlen in €, auch die aus DM-Zeiten in € umgerechnet): - 1992: 10,20 €, entspricht 100 % - 1993: 11,73 €, entspricht 115,0 % des Preisniveaus von 1992 - 1995: 12,76 €, entspricht 125,1 % des Preisniveaus von 1992 - 1997: 14,29 €, entspricht 140,1 % des Preisniveaus von 1992 - 1999: 15,31 €, entspricht 150,1 % des Preisniveaus von 1992 - 2011: 24,90 €, entspricht 244,6 % des Preisniveaus von 1992 - 2012: 26,90 €, entspricht 263,7 % des Preisniveaus von 1992 - 2013: 47,80 €, entspricht 468,6 % des Preisniveaus von 1992. Das ist eine Preissteigerung um 386,6 % (von 100 % anno 1992 auf 468,6 % anno 2013) in 21 Jahren. Wer von sich behaupten kann, dass sein Verdienst in 21 Jahren auch um 386 % gestiegen ist (etwas vereinfacht gerechnet also um rund 18 % pro Jahr - jedes Jahr), den beneide ich. Und Denjenigen - aber auch nur Denjenigen - kann ich verstehen, wenn er behauptet, das Preisniveau der Super 8-Filme heute sei zwar nicht erfreulich, aber trotzdem zu akzeptieren. __________ Nun rede ich im Rahmen dieses Beitrages hier immer von meiner persönlichen "Super 8-Preisspirale", die 1992 begann. Da ich auch alte Filmsorten fürs Archiv sammle, habe ich in letzter Zeit auf Ebay einige alte Kassetten ersteigert, die ich natürlich nicht zum Filmen nehme, sondern wie gesagt eben zum Sammeln. Der niedrigste Originalpreis einer solchen Kassette ist 14,90 DM = 7,62 €, dokumentiert durch den Original-Preisaufkleber von KARSTADT von 1987. Wenn man mein Preisvergleichs-Spielchen mal noch ein bissel weiter auf die Spitze treiben will und nicht 1992 mit 10,20 € pro Kassette als Ausgangsbasis = 100 % her nimmt, sondern 1987 mit 7,62 € pro Kassette, dann kommen da noch "schönere" Zahlen raus: - 1987: 7,62 €, entspricht 100 % - 1992: 10,20 €, entspricht 133,9 % des Preisniveaus von 1987 - 1993: 11,73 €, entspricht 153,9 % des Preisniveaus von 1987 - 1995: 12,76 €, entspricht 167,5 % des Preisniveaus von 1987 - 1997: 14,29 €, entspricht 187,5 % des Preisniveaus von 1987 - 1999: 15,31 €, entspricht 200,9 % des Preisniveaus von 1987 - 2011: 24,90 €, entspricht 326,8 % des Preisniveaus von 1987 - 2012: 26,90 €, entspricht 353,0 % des Preisniveaus von 1987 - 2013: 47,80 €, entspricht 627,3 % des Preisniveaus von 1987. Das wiederum ist eine Preissteigerung um rund 527 % innerhalb eines reichlichen Vierteljahrhunderts. Haben sich die Löhne im Durchschnitt im gleichen Zeitraum auch mehr als verfünffacht? Oder auch: Wenn man diese Schmalfilm-Preisentwicklung mal mit einem anderen Produkt vergleicht, welches heutzutage auch als extrem überteuert gegenüber früheren Zeiten gilt, nämlich Benzin und Diesel, dann kann selbst Kraftstoff da nicht mehr mithalten: - 1987 hat 1 Liter Super-Benzin wohl so um die 0,90 DM = 0,46 € gekostet. - 2013 kostet 1 Liter zirka 1,60 €. - Macht beim Benzin "nur" eine Preissteigerung um rund 250 % in 26 Jahren. Das ist doch mal glatt ein Schnäppchen gegenüber den rund 530 % Preissteigerung bei Super 8-Farbumkehrfilmen. __________ Was will ich mit diesen ganzen Zahlenspielereien nun eigentlich sagen? Klar ist Super 8 ein besonderes Hobby, und es war - das ist eine alte Binsenweisheit - schon immer etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben. Aber: Die Frage ist trotzdem, ob diese Teuerheit des besonderen Geschmacks - jetzt mal Deutschlandweit betrachtet - noch 50 bis 300 Leute sich diesen "Spaß" leisten können, oder ob es noch 5.000 Leute wären. Davon hängt doch in ganz wesentlichem Maße ab, wie hoch die Verkaufszahlen der Kassetten sind und damit ob Super 8-Farbumkehrfilme noch eine Zukunft haben, oder nicht. Es geht mir weniger um die "Moral" oder um die "Gerechtfertigtkeit" des heutigen Super 8-Filmpreisniveaus. Es geht mir einfach um den pragmatischen, ganz sachlich-nüchternen Aspekt: Kann man es sich noch leisten, oder nicht? Diese Frage können bei knapp 50 Euro pro Kassette wohl eben wirklich nur noch sehr wenige Menschen mit Ja beantworten. Klar: Ist man Gutverdiener und vielleicht sogar Single oder vielleicht sogar ein bisschen ein Super 8-"Nerd", der kaum was Anderes im Leben macht als Super 8, dann kann man vielleicht für knapp 50 Euro noch Super 8-Filme kaufen. Ist man aus welchem Grunde auch immer finanziell besonders sehr gut stituiert, dann sicherlich auch. Aber schon, wenn man kein Schlechtverdiener ist, eher ein Normal- bis Gutverdiener, aber zwei Kinder zu versorgen hat und auch noch ganz andere Kosten im Leben, die erst mal gedeckt sein müssen, bevor man sich solchen "Spaß" bzw. "Luxus" wie Super 8 leisten kann, dann wird bei rund 50 € pro Kassette die Frage nach dem Ja oder Neim zum Schmalfilm eben eher mit einem Nein ausfallen müssen. Und das macht das Hobby Super 8-Schmalfilm wieder mal ein Stückchen toter. (Noch) nicht komplett tot, aber wieder mal ein Stückchen toter. Und genau deshalb kann ich es auch sehr gut verstehen, wenn manche Leute in dieses Forum Beiträge mit der Überschrift "Totengräberstimmung" rein setzen. Und ich kann auch Jürgen Lossau bestens verstehen, wenn sich dieser - zu meinem äußersten Bedauern - dazu entschlossen hat, dem zwar nicht toten, aber eben doch "vor sich hin tötelnden" Medium Schmalfilm nicht mehr in der Art und Weise dienen zu wollen, dass er eine professionelle, aller zwei Monate erscheinende Zeitschrift darüber als Chefredakteur betreut. Doch Jürgen Lossau sprach in seinen Abschiedsbeiträgen ja von seiner persönlichen 50 Euro-Preisschranke. Ich selbst sehe da eher eine 25 Euro- oder zumindest eine 30 Euro-Preisschranke: Noch liegt der Preis für eine Super 8-Kassette inklusive Entwicklung ja bei unter 50 Euro, eben bei 47,80 €. Demnach müsste laut Jürgen Lossau das aktuelle Preisniveau ja momentan gerade noch akzeptabel sein. Denn 47,80 € = 527 % Preissteigerung seit 1987 liegen ja noch unterhalb einer 50 Euro-Preisschranke. Für mich wäre die absolute Schmerzgrenze aber eher bei 30 Euro zu sehen. Und das wäre schon der gefühlte Wahnsinn. Super 8 ist ja nun vor allem auch ein Hobby. Und Hobbys müssen Spaß machen. Spaß hat viel mit Emotionen und gefühlter, subjektiver Wahrnehmung zu tun. Mir persönlich geht es da eben so, dass der Spaß- oder Kultfaktor bei der Super 8-Filmerei bei 30 Euro irgendwie "umkippt". Wie bei einer Waage, die auf die andere Seite kippt: Während ich bei rund 25 Euro pro Kassette immer noch das Gefühl hatte, mit dem Super 8-Filmen etwas Tolles, etwas relativ Exklusives, etwas Nicht-Mainstreamiges, etwas Klassisches, etwas nicht gerade Billiges, aber eben etwas quasi "im positiven Sinne Teures" zu unternehmen, den Digital-Fuzzies moralisch um Welten überlegen - so hätte ich bei um die 50 Euro pro Kassette wirklich nur noch das negative Gefühl, nicht ganz dicht im Kopf zu sein, das sauer verdiente Geld meiner Familie auf irrwitzig-bekloppte Art und Weise sinnlos zum Fenster raus zu werfen. Wenn 5 Super 8-Kassetten so viel kosten wie ein - für den Anfang durchaus akzeptables - Kinderfahrrad für meinen "großen Kleinen", dann lieber das Fahrrad anstatt der dämlichen Filme. Zu so einer Ansicht über Super 8 kann man irgendwann kommen, obwohl man Super 8 immer liebte und eigentlich wirklich immer noch liebt. Aber wie das mit jeder Liebe ist: Wenn sie einen zu sehr enttäuscht, ist irgendwann, selbst nach langer Zeit, im Zweifelsfalle mit der größten Liebe Schluss, leider. Und sich Super 8 nicht mehr guten Gewissens ab und zu leisten zu können, oder nur noch rein theoretisch unter Aufgabe viel wichtigerer Dinge im Leben, das hat dann mit Liebe nicht mehr viel zu tun. Wenn das Drücken des Auslösers der Kamera aufgrund des Preisniveaus der Filme irgendwann nur noch einen gewissen, ziependen Ganzkörperschmerz verursacht, dann ist die Begeisterung unter Umständen auch bei Leuten wie mir vorbei, die eigentlich immer mit Begeisterung dem Medium Super 8 fröhnten. Und genau DAS ist das Negative an den heutigen Super 8-Preisen. Und ich denke, dies ist nicht unbedingt eine Einzelmeinung von mir, sondern Andere sehen das genauso. Z.B. Jürgen Lossau. Und vermutlich viele Weitere, die hier mithin schon gar nicht mehr mitlesen oder geschweigedenn mitschreiben in diesem Forum, weil sie trotz Begeisterung für Super 8 längst die Finger davon gelassen haben. Ach ja, es ist in der Tat ein Jammer. VG Holger Drosdeck
  21. 7 points
    So nebenbei, vor eineinhalb Jahren etwa, da war ich auch immer wieder mal in Versuchung mein Schmalfilm-Abo zu kündigen und das Filmen sein zu lassen. Aber nicht wegen der hohen Preise (13 € im 20er Pack) für E100D, oder der Verfügbarkeit (heute ausverkauft, morgen wieder vorrätig und übermorgen wieder ausverkauft) sondern einerseits wegen dem Frust mit den Klemmern und andererseits, weil man immer öfter reingedrückt bekommen hat, dass man a) keinen Spaß beim Filmen haben darf, weil Filmen eine ernste Angelegenheit ist b ) beim Filmen auf gar keinen Fall etwas "ausprobieren" darf, weil man sonst in die Ecke der Spinner und der erfolglosen Herumexperimentierer gestellt wird c) keinen Pieps sagen darf, bevor man nicht das Gesamtwerk von Feininger zuhause säuberlich in Reih und Glied im Schrank stehen hat und auswendig zitieren kann d) keine Meinung vertreten darf, die sich nicht irgendwo in Fachbüchern ausgewählter Autoren wiederfindet e) ohne teure Kamerawartung gar nichts zu melden hat (auch bei einer Kamera, die jedes beliebige andere Material klaglos annimmt) f) seine Kamera am besten sogar zum Auswechseln der Batterien zum Fachmann bringen muss Das sind alles nur meine eigenen, persönlichen Eindrücke, aber ich kanns nicht leugnen; das hat es mir schon schwer gemacht dabei zu bleiben.
  22. 7 points
    Lieber bdv, bitte tu mir einen Gefallen! Stelle Dir nur einmal... nur ein einziges mal allein im Geiste die Situation bildlich vor. N8/D8 wurde 1932 (!) erfunden. Entwickelt und verkauft für Film-Amateure, Privatleute wie Du und ich, die damit auf Ausflügen, Urlaubsreisen, Baggerseepartys, Grillpartys mit einem kleinen, schnuffig-tuffigen Gerätchen in der Größe von etwa einer internen 3,5 Zoll Festplatte oder weniger gebrauchsfertig aus der Hosentasche heraus filmen können sollten. Ein kleines, kompaktes, leichtes Immerdabeigerät, das nicht mal einen Stromanschluss und auch keine Batterien oder Akkus benötigt, da federwerksbetrieben. Ein Gerät mit dem rein zum Spaß dokumentiert wird, wie der gefräßige Günther, der Klassenproleth sich am Baggersee über die Schinkenbrötchen stürzt, mit dem gefilmt werden soll, wie Mariechen sich von hinten anschleicht und Günther mit Badewasser bespritzt. Ein Gerät, das so klein ist, dass die Mitnahme desselbigen gar nicht auffällt und die ganze Logistik des Ausflugs nicht vollkommen umkrempelt. Das Gerät hat nur einen "Fehler" - es nimmt keinen Ton auf. Um Ton live und lippensynchron aufzunehmen, benötigt die ganze Szenerie eine *winzig kleine Änderung*. Die Kamera muss eine große, klobige, elektrisch betriebene sein (wegen Impulstonausgabe), es muss ein Tonaufnahmegerät her, also ein portables Spulentonbandgerät mit Impulstonsteuerung (1932!!! Aber selbst wenn wir das ganze Setup in 60er verlegen sieht man doch, wie das den ganzen *Aufbau* grundlegend verändert). Dann muss Bandmaterial gekauft werden (gibts schließlich auch nicht umsonst und im Falle einer Lösung mit perforiertem Tonband wirds noch einmal teurer. Dann muss dieses mehrere Kilo schwere Tonbandgerät batteriegespeist sein, weil Akkus... no way. 8 teuere große und schwere Einweg-Monozellen sind Deine Freunde! Dieser Batteriesatz hält dann im gelegentlichen Aufnahme und Wiedergabemodus ... na sagen wir 60 Minuten. Eine aufwendige Verkabelung zwischen 1,5 kg schwerer Kamera und >5kg schwerem Tonbandgerät mittels sündhaft teurem Spezialkabel wird noch benötigt. Mikrofon noch drangeschlossen, mit einem Tischständer auf den Boden, die Decke gelegt. Und schon kanns losgehen mit der lippensynchronen Bild- und Tonaufnahme. Und damit zurück zum Ort des Geschehens. Dem Picknick in freier Natur mit Oma, Opa und dem Wauwau. Die ganze Tonaufnahmeapparatur hat den selben Wert wie das Auto, das nun notwendig ist, die ganzen Sachen mitzuschleppen, denn mit Fahrrädern kommt man hier nicht weit. Und der ganze Aufwand nur um die folgenden weltbewegenden Sätze aufzunehmen: "Du, Gisela, die Wurst schmeckt gut. Wo hast du denn die her?" "Vom Metzger Kugler. Der hat die sogar im Angebot." "Ach vom Kugler. Ist das der in der Tonnengasse?" "Nein, der am Hauptmarkt." "Ach der. Ich geh immer zum Metzger Geisel, aber der hat keine so gute Wurst. Obwohl... neulich der Fleischkäse, den die Hanni mitgebracht..." Stell es Dir bitte nur ein einziges mal, ein einziges, winziges, kleines, kurzes bisschen mal bildlich vor! Hätte irgendein Amateur den oben beschriebenen Aufwand gemacht um Liveton lippensynchron aufzunehmen? Stell Dir nur einmal, nur ein einziges mal eine Welt vor, in der man Stummfilme mit dem Iphone machen kann, aber den Ton dazu mit einem 30x30x15 cm 10 kg Desktop PC einfangen muss. Einem Desktop PC, der batteriegespeist ist, und nur aufgrund der Synchronfähigkeiten dreimal so viel kostet, wie ein Desktop PC OHNE Synchronfähigkeiten und mit dem Iphone dauerverkabelt sein muss. Wie wichtig ist Tonaufnahme dann am Baggersee, am Lagerfeuer, beim Picknick... Und hätten die Hersteller 1932 bereits vorsorglich die Federwerkskameras auf 16 2/3 B/s eingestellt, damit Tonaufnahmen in den 60ern auch lippensynchron machbar sind? Was meinst Du? Werden die Autohersteller ab morgen in jedes Auto vorsorglich im Dachbereich des Innenraums Atemschläuche, selbstaufblasende Gummiboote und Schwimmwesten mit Pfeifchen dran und Fallschirme einbauen, weil es unter Umständen in 30 Jahren vielleicht fliegende Autos geben könnte (die sich aufgrund des Preises aber garantiert keiner leisten kann)? Was meinst Du? Ist die Existenz einer Synchronbuchse (meine Bauer 508A hat auch eine - benutzt habe ich sie in den letzten 30 Jahren kein einziges mal - erstens mangels synchronfähigem Tonbandgeräts und zweitens mangelns Interesses an Aufwand und Ergebnis), ist also die bloße EXISTENZ eines Features der Beweis dafür, was STANDARD gewesen ist? Wenn ja, dann gibt es wohl keine Nichtraucher unter den Autofahrern. Denn in jedem Auto befindet sich serienmäßig auch irgendwo ein integrierter Aschenbecher - der untrügliche Beweis, dass jeder Autofahrer auch Raucher sein muss. Fast jede Videokamera bietet als Gimmick ein paar (überflüssige) Spezialbildeffekte an: Mosaik, Stroboskop und solche Sachen. Der untrügliche Beweis, dass Videos grundsätzlich mit Stroboskopeffekt aufgenommen werden. Der DVD Standard unterstützt bis zu 8 Tonspuren, 32 Untertitelspuren und ich glaube 4 "Kameraperspektiven". Du weißt genau so wie wir, wieviele DVDs 8 Tonspuren, 32 Untertitel und darüber hinaus auch noch 4 Perspektiven besitzen. Die bloße Existenz eines Features sagt nichts darüber aus, wie oft es ausgenutzt (voll ausgenutzt) wurde.
  23. 7 points
    Der Abgrund der digitalen Archivierung von Filmen besteht in der Entmaterialisierung. Geblendet von der vermeintlich coolen Möglichkeit, bei Bedarf aus Binärdaten wieder einen Film zu machen, gibt man den fotochemischen Film glatt auf. Der Überlauf zur Elektronik ist Beweis dafür, daß nur ganz, ganz Wenige eine Filmkultur kennen und wertschätzen. Mit Filmkultur meine ich zunächst das Optische vom jappsenden Plastikstreifen über die Fotochemie bis zur Projektion mit Mechanik und Funzel, dann Berufe (Rohfilmherstellung, Kameraleute, Beleuchter, Entwickler, Cutter, Kopisten, Vorführer) und als wichtigste bei diesem Thema Fachleute der Archivierung. Wenn dereinst in tausend Jahren jemand aus einem File (möglicherweise heisst es dann 文 件 夹) den Goldrausch von Chaplin wiederbeleben will, kann er nur Solches ausbelichten. Einen Stummfilmprojektor wird man wahrscheinlich in tausend Jahren noch nachbauen können, aber die Filmtechnik überlebt nur, wenn man sie weiterlebt. Ohne mich über die Qualität der aktuellen Duplikate der Chaplin-Originale auszulassen, möchte ich an dieser Stelle wiederholen, daß es seit 2002 filmtechnische Mittel gibt, denen keine Computer-Technik auch nur entfernt nahe käme*. Die Frage nach der Auflösung 8K, 16K, egal wie weit man das treibt, ist schon damit beantwortet, daß im einen Fall ein frischer Film mit Perforation und allem Drumherum vorliegt, im anderen Fall eben nichts Faßbares mehr. Man will entweder mit Gegenständen zu tun haben oder nicht. ___________________________________ *Es gibt silberlose Filme mit Auflösungsvermögen von 4000 bis 5500 Linienpaaren je Millimeter Oberfläche. Auf einem Quadratmillimeter können theoretisch 16 bis 30 Millionen Punkte festgehalten werden.
  24. 7 points
    Das Filmvorführerforum beinhaltet ausdrücklich auch die digitale Spielart des Vorführens bewegter Bilder, z.B. http://www.filmvorfu...ale-projektion/ Amateurfilm ist das Arbeiten mit Film als Amateur, mit welchen Mitteln auch immer. Wer von digitalen Elementen des Amateurfilms nichts wissen möchte, möge doch einfach betreffende Postings oder Threads ignorieren. Es nervt langsam, dass Schmalfilmer, die auch digitale Anwendungen für ihr Hobby diskutieren möchten, immer wieder aufgefordert werden, zu verschwinden oder ein anderes Forum aufzumachen. Warum eigentlich? Ich sage dazu Nein, diese Themen gehören genau hier her, insbesondere, wenn es um die Gemeinsamkeiten oder Kombinierbarkeiten von Schmal- und Digitalfilm geht. Howgh, das musste ich mal loswerden.
  25. 7 points
    Meine Meinung: 1. Es wird böse enden. 2. Wir werden alle sterben. 3. Es ist wichtig, den Leuten klar und knallhart zu sagen, wie sie ihr Hobby auszuüben haben. 4. Sonst könnte ja jeder kommen. 5. Dass Hersteller zwanzig Jahre nach Produktionsende nicht mehr alle Ersatzteile einer Kamera auf Lager haben, ist ein Zeichen, dass es zuende geht. 6. Es könnte noch regnen. 7. Wenn meine Schmalfilme in 75 Jahren die Farben verlieren, werden gewisse Leute mich kennen lernen. 8. Ich sage nur: Augsburg. 9. Der Wiesbadener weiß Bescheid, leider wird ihm nächste Woche das Bein abgenommen. Zucker. Es trifft immer die Besten. 10. Ich warte seit über 105 (ein-hun-dert-fünnef!) Jahren auf die Kamera, die ich zu Monsieur L. und seinem Bruder nach Lyon geschickt habe. Kann nur abraten. 11. Eugen Bauer ist tot, Charles Pathé ist tot, Alexander Ernemann ebenso. Zufall? Ich glaub nicht dran. Von Günther Noris will ich gar nicht reden. 12. Meine Umkehrfilm-Versandbeutel bleichen im Sonnenlicht aus, aber das geht euch am A... vorbei. 13. Die Entwicklung war mir seit 1959 sonnenklar. Interessiert aber keine Sau. 14. Gebrauchte Schmalfilmkameras sollten nur nach Eignungsprüfung weiterveräußert werden dürfen. Um Missbrauch zu verhindern, ansonsten gnadenlos kontrollierte Verschrottung. 15. Es gibt einfach zu viel verschiedene Filmtypen. Das macht die Leute rasend. Ein Kodachrome, ein Ektachrome, und alles war gut. 14. Es wird böse enden. Mehr sag ich nicht. In diesem Sinne, euer Jeff



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