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cinerama

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Image Comments posted by cinerama


  1. Immer wieder deutlich die bei Philips-Konstruktionen ausgeklügelte Filmschonung im Laufwerk:

    möglichst grosse Bögen bei Umlenkungen, die ineinander übergehen und, wenn sie sich gegenseitig kompensieren, auch einen geringeren Einsatz von Beruhigungsrollen erforderlich machen.

    Die auffallend grosse Schaltrolle (sog. Kreuzrolle) scheint erstmalig von Philips eingeführt worden zu sein: man schaue auf die bisweilen klitzekleinen Vor-, Nachwickel- und Schaltrollen beim Selecton von Bauer zum Vergleich.

    Auch ist die Bildbühne verhältnismässig kurz bei Philips, wodurch der Reibungswiderstand sinkt.

    Die Version eines stationären Philips-Projektors dagegen (Philips FP 18, stets Linksmaschine) weist bereits eine gekrümmte Bildbahn auf - und ist auch als rückseitiger Anflansch mit einem 35mm-Projektor wie FP30 gebaut worden.


  2. Ein wunderbares und modernes Haus mit erstklassiger Akustik.

    Als ich dagegen am Samstag in Berlin eine Konzerthalle (oder besser gesagt "Opernhalle") in Charlottenburg besuchte, wurde die schlechte Akustik und Architektur von 1961 sofort offenbar.

    Somit war man in der DDR zehn Jahre offenbar deutlich moderner.


  3. Die Universal-Fanfare der 1950er Jahre - vielleicht die zweitschönste nach dem "Kristall-Logo" der 1930er Jahre: http://img48.imageshack.us/img48/7061/universallogo1936iv5.jpg

    Nach der imposanten Ouvertüre von Alex North öffnete zum 50. Jahrestag der Weltpremiere von SPARTACUS mit Universal-Marke auch der Wolkenstore der 'astor Filmlounge' - welchem der grandiose Openingtitel von Saul Bass mit sämtlichen Credits folgte: http://www.youtube.com/watch?v=zEbbeW9ZDUY

    Dem schließt sich eine Plansequenz aus thrakischen Steinbrüchen an, in denen Sklaven schlimmer denn Tiere gehalten werden. Gedreht wurde die Szene von Western-Spezialist Anthony Mann (Winchester 73"), der später als Regisseur auch für die Monumentalfilme EL CID (Super Technirama 70) und FALL OF THE ROMAN EMPIRE (Ultra Panavision 70) verantwortlich zeichnete. Ab den Szenen in der Gladiatorenschule in Capua übernahm Stanley Kubrick die Regie.


  4. Im Hochformat ein Querschnitt durch den klassischen Kinosaal 'astor Filmlounge'in Berlin, der die Vorzüge der architektonischen Umbauten von Gerhard Fritzsche Anfang der 1950er Jahre zur Geltung bringt, noch vor dem Umbau auf CinemaScope - und eben so die nach historischen Vorbilder 2008 restituierte Beleuchtungstechnik der Architektin und Restaurateurin Anna Maske farblich aufzeigt.


  5. Neben der 70mm-Matinee-Reihe im Kino 'astor Filmlounge' hatte der Verein Kinomuseum Berlin e.V. auch eine Fotoausstellung zur Berliner Filmtheatergeschichte (in Fortsetzungen) konzipiert. Sie stiess wider das Erwarten auf sehr breiten Zuspruch und ist unentgeldlich zu besichtigen.


  6. Das mittlerweile schon klassische deutsche "Wiederaufführungsplakat" etwa von Ende der 1960er Jahre erschien uns künstlerisch am gelungensten. Es nimmt bezug auf die Arena-Szene [Douglas kämpft gegen den "Äthiopier" Woody Strode"], für die lange gepbt wurde, mit echten Waffen gekämpft wurde und deren Aufnahmen einige Wochen andauerten.


  7. Der Einführungsvortrag nahm nur kurz Bezug auf den gerade verstorbenen Tony Curtis, dem vom Executive Produzenten Kirk Douglas eine fiktionale Rolle erschaffen wurde. Beide hatten bereits in THE VIKINGS miteinander gespielt, in dem Curtis am Ende Douglas richtet. Anekdoten besagen, daß in SPARTACUS diesmal Douglas Curtis den Todesstoß versetzen mußte, um den Gleichstand wieder herzustellen.

    Da der Vortrag zu lang wurde, konnten die kommenden Programmangebote nicht mehr merkfähig vermittelt werden. Hauptthema der Einleitung war nicht Stanley Kubrick, sondern die Beweggründe von Kirk Douglas, diesen Film zu schaffen.


  8. Der berühmte Titelvorspann von Saul Bass (des Titeldesigners verschiedener Todd-AO-Filme ["Exodus"] wie auch VistaVision-Produktionen von Alfred Hitchcock ["North by Northwest"]) schlägt immer wieder in den Bann.

    Neben dem Trommelwirbel von Alex North Musik blenden darin römische Büsten und Heldenreliefs ineinander über, um zum Ende die Büste des römischen Patriziers auseinanderbrechen zu lassen (Stop Motion Technik). Auch auf das Scheitern der frühen Aufstände.

    Ebenfalls im Titel enthalten der Hinweis auf die "Panavision"-Objektive. Sie wurden allerdings nur für die optischen Kopierwerksarbeiten eingesetzt, nicht für die Bildaufnahme.


  9. Die restaurierte Farbe von LAWRENCE OF ARABIA aus 1988 sieht noch etwas anders aus als in den PC-restaurierten Scans der heute gefadeteten Kopie von 1963 (siehe die obige Abbildung).

    Die Orginalfarben von LAWRENCE OF ARABIA sahen auch definitiv anders als in den jüngsten Kopierung auf 70mm aus diesem Jahrzehnt, die noch im Februar 2009 nach Berlin und im Oktober 2009 nach Karlsruhe verschickt wurde (versehen mit DTS-Tonumspielung der restaurierten Magnetton-Version von 1988).

    Wir glauben, uns einer ausgewogeneren Abstimmung von Farbe und Kontrast mit Einsatz der 70mm-Magnettonkopie von 1988 (aus der ersten Generation der Restaurierung) jetzt wieder nähern zu können. Sie wird im Oktober 2010 in Berlin gezeigt.

    Und auch kommende Restaurierungen dieses Films werden hoffentlich Anlaß zu Diskussionen und Forschungen bieten.

    Interessant wäre allemal eine Vergleichsvorführung aller verfügbaren Versionen: auch der rotstichigen Premierenkopien. Viele würden staunen, wie stark die Varianten sich unterscheiden: im vorteilhaften wie im unvorteilhaften. :smile:

    --

    Die allergrößte Leinwand jedoch (obwohl ich dankbar für die 70mm-Wiederaufführung im berliner ROYAL PALAST 1991 auf der 32-Meter breiten Bildwand bin) war aber schon 1989 von David Lean nicht mehr gewollt, leider.

    Er ließ die stark gekrümmte Bildwand im londoner ODEON MARBLE ARCH entfernen und gegen eine flachere ersetzen, um den starken Verzeichnungen eine deep curve-Bildwand entgegenzuwirken.

    Und auch Fred A. Young, der Kameramann, das ist anzunehmen, hätte hier die nüchternere Variante bevorzugt: eine verzeichnungsfreie und unbeschnittene Projektion.

    Dies als historische Ergänzung (gleichwohl die londoner Entscheidung nicht mein Empfinden wiedergibt).


  10. Zur obigen "Werbesendung" ein paar kleinere Anmerkungen:

    1. Magnetton-Kopien können sehr wohl im Sonderauftrag noch hergestellt werden, sogar auf Polyester-Material. Empfehle eine genauere Examination der Branchenangebote.

    2. Kaum eine Kopie aus der 70mm-Sphäre ist "Unikat": man sollte doch bitte auf dem Teppich bleiben und keine Legenden schüren. Von etwa 99% aller 70mm-Titel sind jeweils Zweit- und Drittexemplare vorhanden.

    "Für immer verloren" ist auch nichts, da die meisten Originalnegative existieren, eben so auch die Tonmaster.

    Es ist eine Frage des Willens und des Budgets, eine sowohl neue wie auch perfekte Kopie herzustellen.

    Dass man mit jeder älteren Filmkopie - egal ob Unikat oder nicht - pfleglich umgehen sollte, ist eigentlich selbsverständlich.

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