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cinerama

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Everything posted by cinerama

  1. cinerama

    Das Kinosterben geht weiter

    Danke. Freut mich sehr. Genugtuung fuer das Kinosterben der City West. Zumal Betreiber des heutigen Filmhauses am Potsdamer Platz, die sich fuer aufwendige und traditionelle Kinos nie interessierten, stattdessen mit Dr. H. Kohl und dem Sony-Konzern am Po-Platz gemeinsame Sache machten, um dort in Kohlenkellern ihre kunsthymmnischen Blackbox-Kinos oder Multiplexe einzurichten. Jetzt sitzen sie in der Falle, auf ewig dazu verdammt. Und die Berlinale hat es auch nicht anders gewollt. Gaebe es in der City West noch Gloria und Gloriette, Filmbuehne Wien, Astor, Hollywood, City und Royal Palast, Marmorhaus u.a., niemand bräuchte sich den Kopf zerbrechen. Geschlossen wurden sie in der Regierungzeit von Bezirksbuergermeisterin Monika Thiemen (SPD) und Baustadtrat Klaus-Dieter Groehler (CDU). Alle nicht mehr im Amt und daher auch nicht zur Rechenschaft zu ziehen.
  2. cinerama

    Das Kinosterben geht weiter

    Seitens Verdi hoerte ich von einer Schliessungsabsicht CineStar Potsdamer Platz zum Jahresende. Schwer vorstellbar allerdings, sodass ich eher vom Aussetzen der Miete ausgehe. Vermutlich ein Pokerspiel der Betreiberin. Auch Rother von der Deutschen Kinenathek macht zusammen mit der Gruetters von BKM Sandkastenspiele fuer den erfolgreichen Auszug des Filmhauses aus dem gleichen Areal und Neubau am Gropiusbau 2025. Ebenfalls schwer vorstellbar und dazu noch Vergeudung von Steuermillionen, die man an die Armen verteilen sollte.
  3. cinerama

    Digital tötet Kino

    meinte nur, dass schon zur Analogzeit ein VFX-Effektgewitter Massen anzog oder wegen Overkill nervte. Es toetete die Inhalte, aber nicht das Geschaeft. Sonderphaenomene: TRON (der Effekt ist selbst das Thema); FLASH GORDON (SFX waren graesslich, aber der Mammutfilm wurde ein Erfolg). Daraus ableitend die Frage: welche Digitalitaet konkret heute toetet Kino? Moegliche Antwort: die Revolutionierung der Vertriebsmodelle durch digitale Distributionen ist der Sargnagel fuer einkoemmliche Theaterverwertungen.
  4. cinerama

    Digital tötet Kino

    Es wird nicht allein der Overkill der visual effects bei MIB4 oder GODZILLA-KING OF MONSTERS sein, der toetet, eher doch, weil es sich um Kassenflops handelt. Bei Bruckheimer, Spielberg, Lucas und Cameron vor 20 oder 40 Jahren wurden deren Werke trotz albernster Drehbuecher gefeiert, weil mehrheitlich mit analogen Effekten die Massen anziehend. STAR WARS stiess mkr dennoch uebel auf, weil sich andeutete, dass die Aera des Achterbahnkinos kuenftig Blockbuster auf Basis des Bauerntheaters dominieren wuerde. Was an Digitalitaet toetet, wann und wo, waere noch praeziser zu erfragen. Bei einem Shitstorm aus MIB4 ist die Angriffsflaeche naemlich gegen Digitalitaet leicht zugaenglich, bei PLANET OF THE APES-SURVIVAL, der einem 50er Jahre-Western oder einem KZ-Film aehnelt, schwer zu detektieren.
  5. cinerama

    Digital tötet Kino

    Womöglich befinden wir uns in einem doppelten Dilemma? Wenn schon beständige traditionelle Kinoformen fast untergingen und den moderneren Produktions - und Verleihpraktiken (mit ihren immer kürzeren Lebensproduktzyklen und Auswertungsfenstern) wichen, trifft auch die die digitale Lebens- und Konsumkultur produktiv aufnehmende Kinobranche "die Rache des Ungeheuers": schwuppdiwupp wird sie vom Digisat gefressen. Kinostandorte sind demnach zunehmend schwieriger zu halten. Bei den dt. Nachkriegsphilosophen findet man unterschiedliche Prognosen: nach Adorno und Horkheimer stellt die Kulturindustrie (seit mehr als hundert Jahren bereits) die Form ueber den Inhalt, um massenkompatibel zu bleiben und "schlaegt alles mit Aehnlichkeit". Nach Habermas ist das Web ein Ort, an dem "die Wurzeln einer egalitaeren Oeffentlichkeit von Lesern und Autoren reaktiviert" werden - in dieser positiven Prognose laege dann, koennte man annehmen, der Kern einer Chance, um im Sinne Adornos/Horkheimers die verhasste Kulturindustrie endlich umzustuerzen. Egal, welche Prognosen: dem Wachstum oder der Fortenwicklung moderner Kinoformen eben so wie dem Erhalt der klassischen Kulturtechnik Kino stehen sie gleichermaßen entgegen. (Aehnlich der CO2-Problematik.) Alles andere gehoert in den Bereich des Glaubens und Fuehlens, etwa das Ideologem "das Kino erfindet sich staendig neu". Dabei ist jener Gattungsbegriff "Kino" weder eine Naturkonstante noch "der subjektive Faktor" (nach dem ja wir als Menschen in Einzelinitiativen daran glauben, Dynamiken anstossen zu koennen). Meine Prognose geht leider von bis dato ungekannten Kollaps-Szenarien aus, die rasch totale Umformungen nach sich ziehen, auch in der Kuenstlichen Intelligenz und Robotik. Ob Multiplex oder Filmkunststaette: alle sind gleichermassen bedroht und muessten sich interessegeleitet zusammenschließen. Vor zwanzig Jahren noch haette ich das nicht so gesehen.
  6. cinerama

    70 mm - Vorführtermine (In- und Ausland)

    Innerhalb des heute anlaufenden 70mm Festivals des Norsk Filminstitutt in Oslo fällt erkennbar der Einsatz der Neukopierung von LORD JIM heraus. Im Auftrag von Sony Pictures und Grover Crisp angefertigt. Möglicherweise ist es nicht übertrieben zu sagen., daß es sich mit Abstand um die weltbeste Filmkopie handelt, die noch in der Lage ist, einen Eindruck ohne jede Abstriche von der hohen Bildgüte der 70mm-Filmproduktion wiederzugeben. Die Vorstellung findet am kommenden Dienstag, dem 18. Juni 2019, um 18.00 Uhr und am 23.6. um 13.00 Uhr in Oslo statt, Informationen und Vorbestellungen unter: https://www.cinemateket.no/filmer/lord-jim
  7. Für Reisende ist Alfred Hitchcock vielleicht auch in seiner Heimat und direkt an der Themse sehenswert. VERTIGO also auch am 16.07.2006 im National Film Theatre (NFT), London, England. Nach zweieinhalbjähriger Pause setzt auch das Museumskino des Norsk Filminstitutt in Oslo seine i.d.R. sich über zwei Wochen ziehende Reihe im Januar 2007 fort: vielleicht auch mit neuen Kopien von GRAND PRIX, CEOPATRA und SOUTH PACIFIC, wie zu hoffen wäre. http://www.nfi.no/english/ Das Berliner Museumskino Arsenal bringt im August 2006 eine DEFA-70-Reihe, darunter die seit Jahrzehnten erstmals wieder öffentlich gezeigte 70mm-Version DU BIST MIN, einem starken Kürzungen unterliegenden Werk über ost- und westdeutsche Historie, die 1969 nur noch als Jubiläumsfilm der Rublikgründung (DDR) die ostdeutschen Kinos erreichte: Die Vorstellungen beginnen jeweils um 19.00 Uhr: Fr, 4.8.2006: GOYA Mi, 9.8.2006: ORPHEUS IN DER UNTERWELT Do, 24.8.2006: EOLOMEA So, 27.8.2006: DU BIST MIN ...... und - jenseits von DEFA-70 - am Di, 29.8.2006: VERTIGO - (zu dessen Restaurierung einiges zu erörtern wäre). Kinoadresse: www.fdk-berlin.de Bilder: www.kinokompendium.de
  8. cinerama

    70 mm - Vorführtermine (In- und Ausland)

    Here are screenshot of two of the roadshow-rarities. I assume that only these one copies (with color fading) exist and would like to express my thanks to all who supported the programming of these movies. The diversity of the European festivals is a great advantage on last occasions to often see 50 or 60 year old premiere copies again before their chemical dissolution, especially since similar classics have not been shown for decades either in the USA or in countries of the former Soviet Union, I believe.. The volume of specialist lectures should be intensified in order to shed light on the advantages and ageing problems of this film process through comparisons and the presentation of antiques. The differences to more recent 70mm productions could also be illustrated, which is hardly the case in the USA. Since there is no other cinema with an oversized screen curved according to the Todd-AO method in the USA apart from the Arclight Cinerama Dome and Cinerama Seattle, the actual immersion of the method can hardly be depicted. Almost exclusively these festivals are still organized as advertising promotion only for the own "special" projection technique and thus the main topic, the speciality of the film copy is not considered, but everything is marketed simplified under "70mm miracles", according to which everything is equally good. But there are huge look differences between 65mm productions like THE BIG FISHERMAN on the one hand and DUNKIRK on the other hand, between RYANS TOCHTER and FAR AND AWAY on the other hand, between 2001 and 2010 as well, which is why it will also be attractive in the future to compare the different approaches. Picture 1: rigths by CCC Picture 2: rights by 20th Century-Fox Corporation
  9. cinerama

    Digital tötet Kino

    Hoert sich zunaechst so an, ist aber in einigen Punkten dem heutigen Bewusstsein um zehn Jahre voraus. Den provokanten Fragestellungen sind die Meisten in ihrem Vorstellungsvermoegen und in der intellektuellen Analyse nicht gewachsen und ziehen sich auf Allgemeinplaetze ("Kino wird es immer geben...") zurueck. Ein Paradebeispiel dafuer ist der Thread "Neustarts", in dem man gleichsam einem Horoskop den Charts hinterherher-"dackelt" und das Denken getötet wird.
  10. cinerama

    Neustarts

    Neustart. ™️
  11. cinerama

    Neustarts

    SUNSET (ein 35mm-Film, dessen Deutschlandstart hinsichtlich Synchronisation und Formatwahl kritisiert wird: https://www.fr.de/kultur/tv-kino/rausch-abgrunds-12391243.html?fbclid=IwAR2Y49UHGBodJyTM9ShQjg22cCYHO0iGKNPtJ8Rg1p6NskPopCe8PGwlPF4
  12. cinerama

    70mm Kinofilme - große (Bild)Unterschiede?

    Auf Widescreenmuseum gibt es keine Analysen, weder zur Filmkopierwerkstechnik oder zu Restaurierungen, weder eine Bewertung von Kopien-Ergebnissen noch Hinweise zum Scannen oder Graden. Eine Farbmatrix zu erstellen, die die Farbverdrehung bei Negativ in den Griff bekommt, ist eine Herausforderung https://www.broadcaststore.com/store/model_detail.cfm?id=805760 http://www.film-video.ru/docs/cintel/millenium_hd.pdf Die Entscheidungen im Work Flow wären aber nicht nur technisch zu fällen, sondern aus dem Blickwinkel Derjenigen, die Farben, Kontraste, Farbgleichgewicht der spezifischen Filmtitel erinnern und einzuschätzen wissen. Das technische Licht nicht nur mit einem Wert gefahren werden. Da gäbe es es Unterstützung. Zahnrollen mit Rundperforation gab es nur vor 125 Jahren. Man sollte die Zahnform dringend der Kodak-Standard-Perforation angleichen. Unterlagen vorhanden. Negative sind auch auf 70mm zu erwarten.
  13. cinerama

    70 mm - Vorführtermine (In- und Ausland)

    Dies sehen andere ähnlich. Und suchen Alternativen im Zoo Palast mit Dolby Atmos: http://baf-berlin.de/blog/archives/5053-Reihe-70mm-im-ARSENAL-Kino-Berlin-mit-TERMINATOR-2-JUDGMENT-DAY.html Für in der Mobilität eingeschränkte Personen haben die Kellereinsätze des Arsenal aber den Vorteil, dass die verfügbaren Kopien auch aus Stockholm und Karlsruhe durchgespielt werden. Mit Freuden geniesse ich heute abend das sensible Kunstwerk von James Cameron und Arnie S. im ehemals sozialistischen Keller einer heute CDU-nahen Institution. Das hat was. Mehrere weitere Spielstätten in Bln sind in Planung (a. gekrümmt 6.8 x 2.9 m so wie b. grösser aber flach anderswo. Auch ein weiteres Festival, damit die Ausleihquote steigt.)
  14. cinerama

    Digital tötet Kino

    Na ja... die jungen Mädchen (und mittlerweile alle) mit dem rieeeesigen Ersatz-P., dem Smartphone in der Hand. Studierte Psychologen werden sicher fündig. Es trifft dann aber alle Kulturbereiche. Die grosse Sturmflut, die viele Heiligtümer wegschwemmt. kann man auch nicht ausschliessen.
  15. cinerama

    Digital tötet Kino

    Kino müßte neue Alleinstellungsmerkmale erfinden: aber woher kommt Rückhalt? Falls es ihn nicht gibt (wovon ich ausgehe), handelt es sich um eine im Moment scheinbar expandierende, aber im Kern sich auflösende Branche, zumindest im gegenwärtigen Wirtschafts- und Sozialsystem, das sich dramatisch zugunsten gerechter Verteilung und freier Kunst ändern müßte. Auch dafür existiert kein Rückhalt. Rückhalt dagegen für Künstliche Intelligenz zur Ausweitung der Überproduktion und neuer Militärstrategien. Auch werden tradierte Major Companies überflüssig: die Blockbuster ziehen zu Netflix und ins Internet (sieht man schon heute an den riesigen Netflix-Werbebannern auf allen Strassen). Fast jeder LCD HD-Fernseher ist kontrastreicher als tradierte Kinoräume. Mit LED-Flachbildschirmen zu Haus muss jeder Kinobesuch zur entgütlgen Ernüchterung führen. Sämtliche Tonverfahren sind zuhause leichter kontrollierbar. "Digitalisierung tötet" derzeit alles: [Frage der Journalistin]: Einer Studie der Uni Leipzig zufolge sind in Deutschland Paare zwischen 60 und 70 aktiver als Singles zwischen 18 und 32. Die Wissenschaftler vermuten als Ursache für die lustlose Jugend die Verfügbarkeit von pornografischem Material im Internet. Teilen Sie diese Einschätzung? [Antwort der Professorin]: Der Einfluss der digitalen Technologien ist immens. Besonders gravierend finde ich, dass das Internet die traditionellen Orte zerstört, an denen Geselligkeit stattfindet: Restaurants, Kinos und so weiter. Alle demonstrieren gerade gegen die Zerstörung der Natur. Ich würde mir ein bisschen mehr Widerstand dagegen wünschen, dass Amazon und Facebook den Kern unserer Zivilisation Aus: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/interview-mit-eva-illouz-warum-haben-die-menschen-immer-weniger-sex/24376458.html
  16. cinerama

    70mm Kinofilme - große (Bild)Unterschiede?

    Je nach Anwendung oder Umschlingungswinkel sollte bedacht werden, dass geschrumpftes Material (trotz des natürlichen Dehnungskoeffizienten des Triacetat-Materials) Schaden erleiden könnte, falls Zahnkränze für maßhaitgen (sprich neuen) Film mit dem gänigen Perfo-Schaltschritt auf 4.75mm verwendet werden. 2% Schrumpfungsgrad sind u.U,. mit einberechnen. Bei der Filmführung sind 69,99mm maßhaltig, allerdings weisen die meisten 60er Jahre Eastman-Color-Kopien kaum mehr als 69mm auf. Ist alles lösbar. Aber es käme auf die Genauigkeit von nicht nur zweihundertstel Millimeter, sondern einem tausendstel Millimeter bei den Zahnkränzen an, wenn Ansprüche an den Bildstand gestellt werden. 2 promille ist ja der Wert bei der Projektion. Ansonsten stelle ich mir vor, dass bei den derzeitigen Zahnkränzen aus dem Drucker Longitudinalschwingungen auftreten könnten. Bei Stahlrollen wie von Ernemann oder Bauer erst mal keinen Magnetfilm drüber laufen lassen, wenn die Zahnrollen nicht vollständig entmagnetisiert sind (degaussing). Sonst oft irreversible Tonstörungen die Folge (intervallmässiges Tickes auf die Tonspur induziert).
  17. cinerama

    70mm Kinofilme - große (Bild)Unterschiede?

    Abtast-aerea ist bei Kopien mind. 48,6 x 22mm entsprechend dem Projektor-Gate (u.U. bis zu 49mm Bildbreite x 23mm Bildhöhe, falls dann an den Szenenwechseln keine Negativblitzer auftauchen, aber diese lassen sich im D.I. retuschieren) Im Originalnegativ könnte man ggf. minimal mehr Bild entsprechend der Kameramaske scannen, bis zu ca. 52mm Bildbreite und wiederum max 23mm Bildhöhe. Der Bildschaltschritt bei 5 perf liegt stets bei 23.75mm. Perfo war sowohl bei Theaterkopien wie in den Negativen immer KS-Perforation (leider). Alle Abmasse gerne zusendend. Lichtton gab es nur bei Fox Grandeur und Magnifilm aus Ende der 20er Jahre (daher irrelevant für reale Projekte). IMAX besitzt ebenfalls die gleiche Perforation. - Soweit aus dem Kopf zitiert, alle Unterlagen und Standards können wir liefern - Bei der Konstruktion empfehle ich eine Orientierung am Cintel Black Magic. 3D CAD für Drucken von Zahkränzen noch nicht präzise genug, keinesfalls für Schaltrollen.. Es seid denn, es gibt hie einen Durchbruch? Zahnkränze kann man sich in größerem Masstab anfertigen lassen, respektive planen wir dies in Eigenregie für 2020. Wir sollten gerne mal Kontakt aufnehmen!
  18. Nun ist er also auf dem "Markt", wird euphorisch bejubelt, und in voreilendem Gehorsam kündigte bereits ein NRW-Programmkino den Einsatz seiner Technicolor-Magnettonkopie "zum letzten Male" an, in gläubiger Erwartung der digitalen Erlösung: http://www.blu-ray.com/movies/Ben-Hur-Blu-ray/756/#Screenshots Die ersten Eindrücke: überbrillante Aussenaufnahmen/Tageslichtaufnahmen, die an Farbsättigung, Kantenanschärfung und Relief einen förmlich "anzupringen" trachten. Doch galt die Fotografie von Robert Surtees, im Zusammenspiel zwischen älterer Ultra-Panavision-Kamera und ersten prismatischen Aufnahmeobjektiven als vergleichsweise "weicher" zur MUTINY ON THE BOUNTY. Subjektiv wurde der Bildeindruck durch die digitale "Verbesserung" aber nicht entwertet und auch nicht deformiert. Ganz anders viele Indoor- und Nachtaufnahmen, einst in herrlichen Farben und Ornamenten zu bewundern: grau in grau, Hintergründe und Details absaufend bis hin zu signifikanten Strukturverlusten in dunkleren Flächen und Schattierungen. (Hervorgehoben die "Dachszene" zwischen Esther und Ben-Hur, "wenn Du nicht Braut wärst": ein ganz grosser Jammer, dass man das nie mehr sehen wird, was einmal war... In den dünner belichteten Partien des Negativs hat offenbar ein dramatisches Color Fading eingesetzt, und sie machen etwas einen Drittel des Films aus, der jetzt als "verdorben" bezeichnet werden darf. Rätselhaft, warum man nicht korrekte Breitfilm-Interpositive oder separations zur Verfügung hatte und auf sie zurückgriff. Die 1968er und 1988er Versionen lassen so einiges erahnen. Hin und wieder scheinen auch Einzelbilder (bis zu 3 frames in der Schätzung) verlorengegangen zu sein. @Ultra Panavision hatte hier einmal dankenswerter Weise einem Bericht eines früheren Filmkopierers aus M.G.M. Culver City aufspüren können. Folglich gab es auch einige Umschnitte in der Sound-Anpassung: es wäre also nicht durchführbar, den PCM-Ton an eine der überlebten Filmkopien synchron zu setzten, sofern man die verschatteten Details noch einmal erleben möchte. Bei Rate 40 ist der Bitstrom der Scheibe doch enorm hoch und man hatte beide Teile auf je 1 Disc verteilt, die dritte den Extras gewidmet. Wie der Film zudem formatgerecht auf eine Breitbildwand gebracht werden könnte, steht ausserdem in Frage. Auch eine 4k-Version, die bereits gezeigt wurde, weicht unweigerlich vom Originalverfahren ab und begnügt sich mit dem, was man heute DCI-"Letterbox" schimpft. Es ist schon staunenswert: das baut man Atombomben und Kraftwerke, schickt Menschen zum Mond, und ist nicht in der Lage gewesen, die Negative eines der Aushängeschilder der amerikanischen Unterhaltungsindustrie in Obacht zu nehmen. Eine neue 70mm-Kopie? Undenkbar. Bin mal gespannt, was sich da alles entrollen wird, wenn als nächstes RAINTREE COUNTY an der Reihe ist. Wie findet denn @filmempire das neue Meisterwerk vom Abenteuer in der Letterbox? Der Objektivität halber sei an dieser Stelle auch ein gänzlich anderer Standpunkt angeführt, hier von Robert A. Harris, Restaurationspapst von "Lawrence of Arabia" und "Vertigo": As to the Blu-ray, the quality of the film shines through. The labors performed to get it back into shape look superb on the format. Some will discuss the aspect ratio. Filmed at 2.76:1, I'm happy with it anywhere between 2.5 and 2.76. I don't believe that it matters. In over 200 minutes of film, I noted no major problems. A couple of mis-cuts, which will never be noticed. Even dupes are handled to perfection. Ben-Hur is a glorious Blu-ray experience. The icing on this particular release is inclusion of the tinted and two-color 1925 silent version, from Photoplay, and with a score by Carl Davis. A silent masterpiece in its own right. http://www.hometheaterforum.com/t/314868/a-few-words-about-ben-hur-in-blu-ray
  19. cinerama

    Mathaeser Dolby Cinema

    Der Saal mit der Polyeder-Decke? Erfreulich, denn dies hatte das CITY im Europacenter (Berlin 1965) bereits eingebaut (siehe Archivfoto), aber zum Glück damals kein Black-Box -Saal. Die Black Boxes sehen auch nie richtig schwarz, sondern grau in grau aus und machen "krank". Man geht 1x rein, werkelt dann weiter zuhause am Dolby Vision der UHD Disc, weil schon lange kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Viel lieber ist einem ein bunter oder farblich variabler Saal, und für den Kontrastausgleich gibt es ja die innovativen LED-Wände. Wild spekuliert. Auch wirkt die Bildwand auf dem Foto des Polyeder-Kinos nur unterdurchschnittlich gross. Die LieMax-Kinos gefallen mir deutlich besser. Der alte Mathäser-Palast von 1958 war von der Bildwirkung auch nicht schlechter als der neue. Letztlich läuft dann in so einem Saal auch nur wieder Blockbuster-Monotonie mit hirnverbrannten Superhelden. Das riesige neue Imax https://www.leonberger-kreiszeitung.de/inhalt.traumpalast-leonberg-ein-imax-kino-mit-der-groessten-leinwand.e2e0da98-7e3a-4e69-a767-45f06a95e0b3.html klingt da vielversprechender, aber die Zweifel am Kontrastumfang konnten leider noch nicht widerlegt werden.
  20. cinerama

    Schneider Super Cinelux ab 105mm

    oder längere Brennweite. Fassungsdurchmesser 70,6mm
  21. cinerama

    Milliardär George Lucas wird 75

    Warum so unlustig, DC? Man darf doch mal scherzen. Er scherzte immer auch mit vielen Muppets, die man nie mehr los wird... (Nicht lustig seine "70mm-Blow Ups": alle verkauft, weil sie lausig aussahen). Als der erste Film herauskam, erinnere ich mich noch an bekennende Absagen bekannter Kinomacher wie "das spielen wir nie - machen Programmkino!". Ein solcher Mischmasch aus Genre-Kompilationen entsprach nicht gerade den Visionen und Diskursen der späten '68er-Ausläufer, der Friedens- und Anti-Atombewegung jener Zeit. Es gab Gegenprogramme: zum Beispiel ein Chaplin-Festival in dieser Stadt Hut ab, mein höchster Respekt, alle Achtung vor der Leistung, sich auch um Erfolg auf anderem Terrain bemüht zu haben. Und selbst der Blockbuster CLOSE ENCOUNTERS OF THE THIRD KIND war 1978 anregender. Anderthalb Jahre später entstand mit ALIEN ein spannenderes und moderneres Werk - ebenfalls erzkommerziell, aber mit weniger Kirmes und Party, dafür mehr Geisterbahn und Space Opera. Einige Kritiker haben gesagt, meine Filme seien kitschig, altmodisch und naiv. Aber genau das ist es, was die Leute anzieht. Die Leute wollen einfach etwas Erfreuliches sehen. 'Star Wars' ist nur eine Samstagnachmittag-Abenteuerserie, die ablenken und Spaß machen soll. https://www.mdr.de/kultur/george-lucas-star-wars-geburtstag-100.html
  22. cinerama

    Milliardär George Lucas wird 75

    Variante A: Schuf das neue Hollywood (Blockusterregen; Kunst der Visual Effects um der Kunst wegen) - sagen die einen... Variante B: zerstörte das "New Hollywood" (den aufkommenden Autorenfilm), machte das Kino zur Partybude und animierte Ronald Reagan zum Strategic Defensive Initiative [SDI] - sagen die anderen. https://www.mdr.de/kultur/george-lucas-star-wars-geburtstag-100.html Variante C : Seine größte Leistung: Lucas gab seinem Vorbild Akira Kurosawa die Chance, mit Geldern der Lucas wohlgesonnenen Twentieth-Century-Fox ein Alterswerk zu drehen: KAGEMUSHA.
  23. cinerama

    Doris Day verstorben

    Fritz Göttler s.o. erscheint mir als exzellenter Kenner und Bewunderer der Genrefilme, aber er benutzte trotzdem das Wort "stereotyp" für Doris Days spätes Schaffen. Biografisch: Sie unterstützte nach Göttler die Präsidenten George W. Bush und liebte Ronald Reagan. Aber das muss Kunst an nicht schmälern - Extreme würzen ein interessantes Leben. Ist es Kunst? Ältere Freunde von mir sagen "ja", studierten ihre Filme. Andere mögen nicht das Amerika Eisenhowers, und die Kulturindustrie stünde dort im Dienste des militärisch-industriellen Komplexes. https://flashbak.com/doris-day-sings-atomic-rock-an-ode-to-the-geiger-counter-415701/ In diesem Link eingebettet ein höchst aufschlussreiches Filmbeispiel, das man nie wieder vergißt ("tic, tic, tic"). In I AM NOT YOUR NEGRO (beachtenswerter Dokumentarfilm) greift man sie sich heraus als Ikone einer auch politisch ignoranten Epoche. Am wohl eindringlichsten ist eine Sequenz mit Doris Day, die Verkörperung des amerikanischen Celluloid-Traums der 50er, gefolgt von Fotografien schwarzer Männer und Frauen, die an Bäumen aufgehängt wurden. In Amerika kann es schnell vorkommen, dass du zwar hier lebst, aber gleichzeitig gleichzeitig die Realität dieses Ortes nicht sehen kannst. „Diese beiden Welten existieren", sagt Peck. „Ich verleugne Doris Day nicht. Ganz im Gegenteil, du kannst tatsächlich so viel Doris Day sein oder Doris Day schauen, wie du willst, und den ganzen restlichen Teil ignorieren. Du musst dich hier nämlich nie wirklich damit auseinandersetzen." I Am Not Your Negro ist kein plumpes Weißen-Bashing, dennoch spricht der Film eine brutale Wahrheit aus. Rassismus ist nicht bloß eine Abfolge gewalttätiger Einzelfälle, sondern ein Fall kultureller Ignoranz, ein systematisches Denkversagen. Aus: https://i-d.vice.com/de/article/mbvjyq/i-am-not-your-negro-james-baldwin Sie hat allerdings keinen Rassismus erschaffen, spielte zuvor in einem kritischen Film über den Ku-Klux-Klan. Möchte man Personen mehrfach bewerten, gibt es damit eine Beurteilung ästhetischer Fähigkeiten und zugleich die Einordnung eines Künstlers als Leitbild und Funktion innerhalb einer Gesellschaft. Primär ästhetisch und musikbezogen (Day als unverwechselbare Sängerin) bleibt mir eine Szene aus YOUNG MAN WITH A HORN haften:
  24. cinerama

    Das Kinosterben geht weiter

    Ist nicht fertig und dauert noch einige Jahre. Man muss noch die kommenden bildhaften Schönheiten von Herrn Nolan so richtig einwirken lassen! (Ausserdem will hier scheinbar jeder ein anderes Buch lesen, weil s.o. die Themen variieren.)
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