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dbx1000

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Alle erstellten Inhalte von dbx1000

  1. Faszinierend, im ARRI-Patent alles noch mit Logikgattern aufgebaut! Werde ich mir morgen mal genauer durchlesen. Übrigens habe ich hier noch etwas zum Direktantrieb gefunden: Patent DE935890C, Angel Jotzoff, 1955: Malteserkreuzgetriebeblock für Kinobildwerfer Ganz richtig erkannte Jotzoff (Frieseke & Höpfner!): das mindert Getriebegeräusche und Resonanzen. Allerdings ist das Getriebe hier nicht als extra Motor auf die Welle montiert (mit Klauenkupplung wie bei Kinoton), sondern direkt auf der selben Achse verbaut. Bei Motorschäden schwebte dem Erfinder vor, nur die Wicklung zu tauschen, da üblicherweise nur die kaputtginge. Naaaja. Rein aus praktischen Erwägungen (auch: schneller Service) erscheint mir die Kinoton-Lösung da schon besser. Allerdings: die Menge an Patenten von Jotzoff ist beeindruckend. Zeigt aber auch: Erfindergeist (und eine Vielzahl von Patenten) ergeben nicht automatisch einen guten (und v.a. erfolgreichen) Kinoprojektor. Erklärt aber möglicherweise auch, warum es kein weiteres Patent für den Direktantrieb der FP30D gibt.
  2. Hatte ich schon so verstanden. Werkseitig weiß ichs nicht; die abgebildete 3-Flügel-Blende ist im Nachhinein umgerüstet, ohne Getriebewechsel. FP10A war wohl als FP23-Nachfolger konzipiert war (Portabelbetrieb), siehe auch die Koffer im Produkt-Flyer. Daher die Leichtbauweise mit dem etwas eigenartigen "Fuß". FP20A unterscheidet sich m.W. nur (abgesehen von den Einbauten, wenn man die nicht braucht) im fehlenden Direktantrieb von der FP30, und hinten keine dicke Tür (damit schmalere Bauweise). Der gleiche Außenläufermotor ansonsten. Wenn man den ganzen Schnickschnack nicht braucht, legitim. Leider fällt entgegen dem alten FP30- (und FP20) Riemenantrieb der Drehknopf am Motor weg, den ich recht angenehm fand.
  3. Patentrecherche via https://worldwide.espacenet.com/patent/search Spezialgetriebe ist das m.E. keins, ich habe mehrere FP30 ähnlichen Baujahrs mit genau der Bauform gesehen. Scheint zu der Zeit Standard gewesen sein. (Die Blende ist wie gesagt nachgerüstet, das war vorher eine normale Einflügelblende.) Ist die Kufenjustage nicht bei allen Andruckkufenhaltern identisch? Habe sie aber gerade nicht alle vor Augen. Das Höckerschwan-Tongerät passt hier wirklich besser. Bessere Analogtonabtastung, und ragt vorne nicht so weit raus. Falls Du zu dem noch Infos hast (Baujahre, Vor- und Nachteile, etc) wäre das sicher auch interessant im aktuellen Kontext.
  4. Spannend, Danke für diesen tollen Einblick! Die gezeigte FP20 ist tatsächlich alt, Blendengehäuse mit Fensterchen, und sogar noch mit dem Drehknauf zum Starten und Überblenden, diese Schaltervariante gabs m.W. nur aus holländischer Fertigung. Bisschen überholt wurde sie, neben dem TG ist auch mindestens der Kufenhebel neu. Der Hebel hatte am Anfang einen flachen, runden Griff auf Alu, dann ein flaches Aluteil mit abgerundeten Ecken, dann das ganz neue Teil von Kinoton mit dem Stab zur Bedienung (was sich aber m.E. recht unangenehm bedient). Die frühen Getriebe-Riemenscheibenachsen waren dünner, stimmt. Zusammen mit der Tatsache, dass die Achsen nicht gehärtet sind... ein Grund warum ich so ein altes Getriebe mal aussortieren musste. Hatte seinen Grund, warum die Achsen später dicker waren. Bei Transport oder Demontage nicht aufgepasst, ruckzuck verbogen. Dann doch lieber das spätere Kinoton-Getriebe... Der Ölablass hat sich auch mehrfach geändert. Erst Metallröhrchen aus Messing (FP20) mit aufgeschraubter Kappe, etwas unpraktisch. Dann kam der transparente Schlauch, oben in einen Halter geclipst. Das fand ich fast am besten, da man sofort sah ob Blasen im Schlauch waren. Zuletzt dann die Variante aus schwarzem, gewebeummanteltem Kraftstoffschlauch. Solide, aber auch wegen des Gewebes schwer ganz sauber zu halten, und die optische Kontrollmöglichkeit fehlt. Den Bildern nach werkelt in meiner FP30 (Baujahr wohl frühe 80er) offenbar eine Mischform aus FP20- und FP30-Getriebe. Dicke Achse, Gussform Getriebe schon FP30 (zu erkennen an den beiden Höckern oberhalb des Getriebes, montageplattenseitig?), aber der Deckel eher wie bei FP20. Hier übrigens in einer (relativ selten zu sehenden) Umrüstung auf 3-Flügel-Blende.
  5. m.W. wurde die FP20 in den 50ern entwickelt, die ersten Maschinen gabs m.W. erst in den frühen 60ern. Ich vermute, das meinte Chris. Gerne Bilder des alten Getriebes, wenn verfügbar, und der Bericht zur Buchse interessiert mich (und denke ich viele andere) auch. Sondor: die Maschine im Video ist sicher, wie Chris schon schrieb, späte 90er, wegen der Taster und dem LCD. Die Maschine im Bild-Link drüber könnte auch etwas älter zu sein - aber m.E. aber nicht aus den 70ern, sondern irgendwann danach. Jens, habe ich das richtig verstanden, Abwickelteller dann mit stillgelegter Einsteckeinheit, d.h. die laufen immer exakt synchron? Oder meinst Du nur die Mitnutzung des Aufwickel-Stellmotors (am Steuerarm) für den Abwickelteller? (Hoffentlich ist dann der Schlupf der beiden Gummireibräder identisch...)
  6. Danke für die Details, Jens! Das könnte die Unterschiede im erzielbaren Bildstand erklären. Du hattest die Getriebe ja mehrfach offen, d.h. hast da glaube ich einen ganz guten Einblick. Habe noch mal in die Pläne (in der ST200-Anleitung) geguckt, mit "erste Versionen" beziehst Du Dich dann vermutlich auf die mechanischen Einsteckeinheiten generell - lauten den Plänen, die ich habe, hing das alles direkt an Netzspannung.
  7. Es gab übrigens schon mal einen vergleichbaren Vorschlag... hier: der Schaltrollenbewegung durch Verschiebung eines Mitnehmers einen einstellbaren Phasenwinkel zu geben: Ewald Boecking, International Projector Corporation, US-Patent 2037454, 1934. Allerdings hier mit einer Innen-Längsrille in einer speziellen Schaltrolle - reichlich unpraktikabel, das alles. Vor allem, das Ganze Teil der (doch gelegentlich zu wechselnden) Schaltrolle zu machen, inklusive der dort zu ölenden Stellen... War damit möglicherweise die Nylonbuchsen-Variante nicht mehr patentierbar, weil für die Patentanwälte zu nahe dran? Ich könnte leider nur spekulieren. Ich hoffe, jemand mit mehr historischer Kenntnis kann Licht ins Dunkel bringen.
  8. Zum Thema Bildstrichverstellbuchse habe ich nun noch ein US-Patent gefunden, die schon erwähnte Firma Ballantyne (Projektor Pro-35). Edward J. Nelson, Ilo M. Brown, Ballantyne of Omaha Inc, US-Patent 3752569, beantragt 1971. Die Ähnlichkeit mit dem Philips-Getriebe ist unverkennbar (siehe erster Beitrag oben). Das Getriebe ist fast identisch aufgebaut. Allerdings war Philips früher dran, denn die FP20 gab es bereits seit 1962! (1972 wurde ja dann Wiki zufolge https://de.wikipedia.org/wiki/Filmprojektor die Produktion bereits von Kinoton übernommen.) Hatte Philips etwa versäumt, sich das Patent in den USA zu sichern? Wer hat hier von wem kopiert? Sogar die Delrin-Andruckkufe wird im Ballantyne-Patent erwähnt. Ganz schön frech, falls das kopiert ist. Wie auch immer die zeitliche Abfolge war: die FP30D hat sich auch in den USA durchgesetzt, gegen die Pro-35, die bzgl. Bildstand im Gegensatz zur FP30 nie einen besonders guten Ruf hatte: https://ft-forum.com/ft/cgi-bin/ubb/f1/t009961/p2.html Die Ballantyne-Anleitung der Pro-35 sieht fast wie das Patent aus - oder wurde das Patent aus der Anleitung entwickelt? Jedenfalls scheinen es fast die gleichen technischen Zeichnungen zu sein. Eine davon zeigt den Aufbau der Kupplungsbuchse.
  9. Bezüglich der Kinoton-Matrix, ich habe nochmal in einem älteren Buch über Steuerungstechnik geblättert, der Tip von Chris war gut, das hat mich daran erinnert dass ich da so was schon mal gesehen hatte. Die dort abgebildete Matrix wurde dort Kreuzschienenverteiler genannt, Werkfoto Ghielmetti (Schweiz). Und tatsächlich gibt es da ein Patent, CH 593570, beantragt 1972, Ghielmetti, Erfinder Kurt Studer. Auch die klassischen Matrix-Diodenstecker und das Steckfeld findet sich auf der Ghielmetti-Seite immer noch in genau der Form: https://www.ghielmetti.ch/en/products/industrial/accessories_0/diode-plug-type-621_8-1171.html https://www.ghielmetti.ch/en/products/industrial/channel-switchs/matrix-board-20x20-type-321_0-1180.html Sogar die Spalten-Lämpchen gibts dort (siehe auf der Seite verlinktes Datenblatt), und die Frontplatte ist (wie bei Kinoton) aus braunem, Phenoplast-artigem Material (im Gegensatz zu allen anderen FP30-Einbaugeräten, die Metallplatten als Frontplatten haben). Vermutlich wurde also die ganze Frontplatte von Ghielmetti zugeliefert.
  10. Hier hatten übrigens Jensg und Rollifilm damals von der Messingbuchse geschrieben, nicht nur cinerama - korrigiere mich daher hiermit: Rolf zufolge hatte offenbar ihre FP20 also so eine Buchse - ich bin aber wie gesagt weiterhin sehr, sehr skeptisch, ob das keine Fehlinfo ist. Jedenfalls konnte ich bisher weder so eine Buchse auftreiben, noch Bilder davon, noch Infos wie das mechanisch überhaupt funktionieren soll. Meinte Rolf möglicherweise nur das Buchsengehäuse, das dort aus Messing gefertigt war? Eben nochmal nachgesehen: die FP20-Bildstrichverstellbuchse ist auch im Tümmel gut beschrieben, Seite 151 in meiner Ausgabe (1974). Dort heißt die Buchse "Kupplungsrohr":
  11. Simon, ich fürchte da liegt Missverständnis vor, vermutlich aufgrund der etwas irreführenden Bezeichnung "Buchse". Die FP20/30-Buchse ist keine normale Buchse. Man kann hier auch prinzipbedingt nichts auf geringes Spiel einstellen - das würde dann durch die Position von Getriebe und Filmbahn zueinander "eingestellt". Alleine schon deshalb muss es eigentlich elastisch sein, weil diese Positionierung der Achsen zueinander nie ganz perfekt ist. Geschmiert ist das Ganze ohnehin, denn es läuft vollständig im Ölbad - kein Versuch einer Ausschaltung der Schmierung also bei späteren Projektoren (das Getriebe ist m.W. von Beginn an unverändert geblieben). In der Anleitung ist die Funktionsweise in der Schnittzeichnung eigentlich recht gut zu erkennen. Wenn es das in Messing gab, wie gesagt ich würde das gerne mal sehen, oder zumindest verlässliche Quellen.
  12. Gerne. Wie nutzen sich die Keramikrollen dann ab? Eingeschliffener Einschnitt, wenn sich die Rolle nicht genügend dreht? Bezüglich der Buchse, ich habe dazu (auch unabhängig von Philips und Kinoton) kein Kotte-Patent gefunden. Von der Messingbuchse hatte ich hier im Forum mal gelesen, m.W. in einem Beitrag von cinerama, ich halte das allerdings (bis zum Beweis des Gegenteils) eher für ein Gerücht. Die Nylonbuchse funktioniert ja genau wegen der mechanischen Eigenschaften von Nylon: sehr zäh, wird leicht auf Untermaß gefertigt, die Welle sitzt dann stramm drinnen, lässt sich aber bei genügend Druck noch verschieben. Dadurch klemmt es nicht, hat aber auch kein Spiel. Ich sehe nicht, wie man das mit einer Messingbuchse spielfrei hinbekommen sollte. Zwei (axiale) Drucklager haben alle FP20/30-Getriebe: eines hinten im Getriebe, eines vorne (Gegendrucklager). ARRI ist ein guter Tip, da recherchiere ich nochmal. Ich meinte dieses Sondor Nova 35mm-Maschine: https://www.avs-hire.com/product-page/35mm-sondor-nova Angeblich 1970er-Jahre, ich bezweifle es eher. Allerdings sehen mir zumindest die späteren Maschinen sehr nach Kinoton aus:
  13. Da hast Du recht. Ich wollte es fast noch dazuschreiben, dass die Proportionen nicht passen, und es eher wie ein 70mm-Optikhalter aussieht... DP70 scheint passend. Allerdings ist das Wirkungsprinzip das selbe wie bei der FP20, und damit trifft das Patent natürlich auch hier zu.
  14. Die "Kinotonologie" (Geschichte der Kinoton-Projektoren) ist nicht komplett ohne die Erwähnung der Philips-FP20-Sonderbauform Cinerama. Bilder hier:
  15. Hier wie versprochen die Bilder der Cinerama-FP20-Blende
  16. dbx1000

    cinerama-filmbahn6

    Vom Album Philips FP20 Cinerama

    Unklar woher der Schmodder kommt. Möglicherweise war hier irgendein Einlegeschema oder dgl. aufgeklebt.
  17. dbx1000

    Cinerama-Schaltrolle

    Vom Album Philips FP20 Cinerama

    Die größere Schaltrolle führt zu mehr Filmtransport pro Schritt, aber auch zu größeren Beschleunigungen, Maximalgeschwindigkeiten und Kräften. Wie gut Buchse und Getriebe das wohl aushielten?
  18. dbx1000

    cinerama-filmbahn7

    Vom Album Philips FP20 Cinerama

    Dem Augenschein nach wurde eine Philips-FP56-artige Filmbahn einfach aufgesetzt. Vermutlich ist die Bildkrümmung für das vertikale Cinerama-Bild sonst zu groß, oder der Ausschnitt in der originalen Filmkufe ohne Instabilität nicht größer machbar. Unklar ist das Zweck der schwarzen Platte Stirnseitig.
  19. dbx1000

    cinerama-filmbahn8

    Vom Album Philips FP20 Cinerama

    Gigolos links und rechts
  20. dbx1000

    cinerama-filmbahn5

    Vom Album Philips FP20 Cinerama

    Offensichtlich mit Wasserkühlung der Filmbahn
  21. dbx1000

    cinerama-getriebe5.jpg

    Vom Album Philips FP20 Cinerama

    Der Extzenter dürfte eine ziemlich Unwucht erzeugen. Was wohl die Blendenwellenlager dazu sagen? Leise wird das Ding wohl eher nicht gewesen sein.
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