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  1. Hallo, für einen geplanten Artikel bin ich noch auf der Suche nach alten Ernemann Objektiven, vor allem aus der Kinostigmat oder Pro-Anastigmat Serie. Falls jemand noch so etwas besitzt und ev. abzugeben hätte, oder jemanden kennt, der noch solche alten Projektionsobjektive haben könnte, bin ich für Hinweise sehr dankbar!
  2. Herzlichen Dank für die Einschätzung! Da ist sicher was dran und ich denke es werden wohl hauptsächlich die genannten Dinge gute Gründe dafür gewesen sein, dass die Triplet-Objektive aus der Kino-Projektion nach kurzer Zeit wieder beinahe vollständig verdrängt worden sind. Allerdings - und dafür gibt es doch einiges an Hinweisen - hatten die Triplet-Objektive zu Beginn des 20. Jhd. und auch noch (nach Ablauf des Taylor Patents um 1910 herum) doch anscheinend ganz deutliche Vorteile gegenüber den Petzval-Optiken. In einem Katalog von 1912 wird das Glaukar als "The King of Projection Lenses for Kinematograph Theatres" angepriesen. Natürlich ist das Marketing und der Unterschied wird unter Umständen nicht so drastisch gewesen sein, wie beschrieben (oder zumindest nicht genug um den deutlich höheren Preis zu rechtfertigen), aber zumindest zu der Zeit scheint die Lichtstärke von f/3.1 noch ausreichend gewesen zu sein und ich bezweifle, dass Emil Busch jahrelang weiter Werbung für das Objektiv gemacht hätte, wenn es sich überhaupt nicht verkauft hat. Gleiches gilt für Meyer und das Trioplan, welches ja auch für die Projektion verwendet und beworben wurde zu der Zeit. Dass die Petzval-Objektive dann rasch aufgeholt haben und durch die wahrscheinlich einfachere oder kostengünstigere Herstellung schnell wieder attraktiv wurden, stimmt sicher. Aber so richtig schlagend wurde das bei Busch frühestens mit der Einführung des Neokino (um 1927). Das wären also für Projektions-Triplets (und andere Anastigmaten, wie das Projektions-Tessar von Zeiss) zwei Jahrzehnte Zeit gewesen, was einige weitere Hersteller auch genutzt haben. Im Falle von Taylor-Hobson kommen da noch einmal ca. 15 Jahre dazu, wo sie sogar die Exklusivität gehabt hätten. Aber vielleicht war es zu früh, vielleicht auch das Triplet noch nicht lichtstark genug? Oder sie hielten es in der (wirtschaftlich mehr als schwierigen) Zeit auch einfach nicht für sinnvoll? Aber warum sahen es dann Steinheil, Emil Busch, Faliez, Dallmeyer und viele weitere anders? Die Projektionsobjektive von Taylor-Hobson mit Doppel-Gauss Konstruktion wurden meines Wissens erst viel später angeboten. Die meisten wahrscheinlich erst ab Mitte der 1950er Jahren. F. Faliez hat um 1921 und Rüo-Optik sogar noch um 1926 einen neuen Projektions-Anastigmaten mit 3/3 Konstruktion herausgebracht. Verkaufsschlager werden das sicher nicht gewesen sein, aber zumindest deutet es darauf hin, dass die Idee noch nicht gänzlich aufgegeben war. Natürlich wurde parallel auch viel mit den neuen Doppel-Gauss und Ernostar Konstruktionen experimentiert, aber bis auf wenige Ausnahmen (wie das Super-Cinephor von Bausch & Lomb oder der Kipro-Anastigmat von Zeiss) gelang da der Durchbruch erst so richtig gegen Ende der 1940er.
  3. Ja, in einigen Magazinen hab ich auf alle Fälle schon danach gesucht. Es gibt ja ein paar sehr gute Übersichtsseiten für so etwas. Leider ist die Texterkennung nicht immer fehlerfrei, weshalb es natürlich sein, kann, dass etwas übersehen/missverstanden wird. Aber bis jetzt fehlt wirklich jegliche Spur einer solchen Serie. Ich suche gerne in der erwähnten Zeitschrift noch einmal genauer, vielen Dank für den Hinweis!
  4. Während meiner Recherche zum Thema Emil Busch, habe ich mich aufgrund der Glaukar-Serie des Unternehmens auch etwas mit dem Prinzip des Taylor-Triplets (auch Cooke Triplet oder Cooke Lens), mit einer optischen Konstruktion von 3 Elementen in 3 Gruppen, beschäftigt. Diese Objektive wurden ja auch ausgiebig für die Projektion verwendet, zunächst wohl hauptsächlich für die Kino-Projektion, und später vor allem für die Projektion von Dias zu Hause. Die frühen Serien von solchen Projektions-Triplets waren allesamt keine billigen Objektive, sondern kosteten oft ein Vielfaches einer entsprechenden Petzval-Variante. Da die Herstellung dieser Objektive laut Zeitzeugen sehr anspruchsvoll war, hatte nicht jeder Hersteller auf Anhieb ein solches im Programm, aber es gab dennoch einige verschiedene Varianten für die Projektion. unter anderem von Busch, Goerz, Dallmeyer, F. Faliez, Steinheil, Rodenstock, Bausch & Lomb und wohl noch einigen mehr. Was dabei auffällt: Taylor Hobson, der offizielle Hersteller der Cooke Lens, fehlt dabei. Jetzt ist natürlich die Frage: Gab es wirklich keine Projektionsobjektive mit Triplet-Design von Taylor-Hobson/Cooke, oder konnte ich sie nur bisher nicht finden? Taylor-Hobson hat auf alle Fälle Projektionsobjektive gemacht, das steht fest. Überwiegend Petzval-basiert, aber später doch auch Doppel-Gauss Varianten. Es kann also wohl nicht daran liegen, dass sie überhaupt kein Interesse an dem Bereich hatten. Vielleicht lag es aber an dem Vertrag mit Cooke? Durfte das Design ev. nur für bestimmte Zwecke verwendet werden, ev. um den Markennamen kostbar zu halten? Dem würde widersprechen, dass das Triplet Design aber durchaus auch für Repro-Fotografie und Ähnliches verwendet wurde. Falls jemand hier eine Idee hat, oder ev. weß ob es vielleicht doch eine Serie von Triplet-Objektiven für die Kino-Projektion von Taylor-Hobson gegeben hat, wäre ich für Hinweise sehr dankbar!
  5. Vielen herzlichen Dank! Danke für das nette Feedback! War in der Tat einiges an Arbeit, weshalb es mich natürlich immer freut, wenn es jemandem eine Hilfe dabei ist, etwas näher zu bestimmen. Leider hab ich von den offiziellen Stellen aus Rathenow noch keine Rückmeldung zum fertigen Artikel bekommen, aber da laut deren Aussage dort auch keine offiziellen Dokumente zu Seriennummer und Datierung vorhanden sind, ist es wohl im Moment der beste Anhaltspunkt. Ich bin mir aber sicher, dass sich mit ein paar weitere Informationen noch das eine oder andere konkretisieren lassen wird, was die zeitliche Einordnung anbelangt. Auch bei den Objektivserien, wo ich bisher noch kein Exemplar gesehen habe, bin ich überzeugt, dass irgendwo noch das eine oder andere herumliegt. Inzwischen widme ich mich ein paar anderen Themen, die mich schon lange interessieren.
  6. Auch wenn mir bewusst ist, dass die Objektive hier im Forum nicht unbedingt an erster Stelle stehen was das Interesse betrifft und sicher einige Leute deren Verwendung als experimentelle Aufnahmeobjektive erst recht skeptisch betrachen, möchte ich doch gerne darauf hinweisen, dass es mir gelungen ist meinen Artikel zu Emil Busch und ROW einigermaßen fertigzustellen. Ich hab hier schließlich ja einige male nach Seriennummern und Infos zu Emil Busch Objektiven gefragt und dank einiger hilfsbereiter Mitglieder, allen voran @PeterG, @Film-Mechaniker, @Jensg, @magentacine und @Florian auch ein paar interessante Details herausfinden oder bestätigen können. Vielen Dank noch einmal an alle! Falls sich jemand für einen kurzen historischen Überblick zu R.O.J.A., Emil Busch und ROW, sowie eine nähere Betrachtung der zahlreichen verschiedenen Serien von Projektionsobjektiven interessiert, ist der Artikel hier zu finden: https://www.simplejoy.at/articles/emil-busch-row/ Ich freue mich natürlich sehr, falls jemand zusätzliche Infos, Korrekturen oder Material hat und gewillt ist mir dabei zu helfen noch das eine oder andere zu verbessern. Leider ist die Dokumentation was Emil Busch betrifft doch sehr mager, ich hoffe aber zumindest etwas dazu beitragen zu können, das zu verbessern. Da ich die erwähnten Objektive (soweit möglich) auch alle als Aufnahmeobjektive verwendet habe, hier noch ein paar meiner photographischen Experimente damit:
  7. Könnte man tatsächlich meinen, ja… aber das ist ziemlich sicher ein einzelnes Linsenelement. Hier eine andere Darstellung vom Visionar:
  8. Ja, war mit den Leiten vom Optik Industrie Museum und Optik-Verein mehrfach im Austausch. Leider wissen die auch nichts zum Cineluxim. Das dort gezeigte Objektiv ist ziemlich sicher ein 6-linsiges Visionar, also nur bei ROW produziert aber natürlich eigentlich eine Zeiss Rechnung. Die entsprechende ROW Eigenentwicklung war das Neoluxim/Dioluxim, eine 7/5 Doppel-Gauss Konstruktion. War aber soweit ich weiß recht spezialisiert und wurde nicht in hohen Stückzahlen produziert.
  9. Natürlich auch eine interessante Option. Allerdings glaube ich kaum, dass eine Serie, die nur für spezielle Kunden gedacht war in der "Bild und Ton" angekündigt und beschrieben worden wäre, oder? Es ist aber natürlich möglich, dass die Produktion überraschend kostenintensiv war und letztendlich entschieden wurde, die Objektive nur für besondere Kunden oder als Einzelanfertigungen anzufertigen. Ebenso ist denkbar, dass aufgrund der Tatsache, dass das Visionar - welches sich um 1959 herum bei Zeiss ja bereits in Entwicklung befand - vor der Tür stand, entschieden wurde die geplante Produktion vom Cineluxim überhaupt nicht erst richtig anzuwerfen. Die Markteinführung vom Visionar war ca. um 1960 und ab 1963 wurde (laut der Informationen hier) die Produktion bei ROW gestartet. Es scheint also durchaus möglich, dass es sich da um eine Entscheidung vom Mutterkonzern gehandelt hat. Trotzdem scheint das eine Exemplar eines Cineluxim Objektivs, von dem es Bilder gibt, eine normale Seriennummer zu haben, was üblicherweise nicht auf einen Prototypen schließen lässt. Falls irgendwo eines auftaucht, wäre es interessant zu wissen, ob es tatsächlich diesen optischen Aufbau hat: Denn das könnte ebenso gut einfach nur eine generelle Darstellung eines 6/4 Doppel-Gauss Objektivs sein...
  10. Genau! Mit dem vormaligen Besitzer dieses Exemplars war ich bereits im Austausch. Leider wusste er auch nichts Näheres zu dem Objektiv und dessen Konstruktion und vermutete eher ein Petzval (obwohl es laut einem Magazin eine 6/4 Doppel-Gauss Konstruktion hat).
  11. Danke! Ja, die Quellen kenne ich - allerdings großteils nur in Auszügen… gibt es da ev. irgendwo auch komplette digitale Daten oder sind das Originalbücher? Das Cineluxim gab es mit Sicherheit. Nur ist die Frage in welchem Umfang es produziert wurde. Vermutlich gab es nicht viele. Ein Übersetzungsfehler ist meines Erachtens ausgeschlossen, weil es zumindest ein Original gibt. Aber es ist durchaus möglich, dass es nur in einer sehr kleinen Serie produziert wurde.
  12. Ich melde mich mal wieder in der Hoffnung, vielleicht doch einen Anhaltspunkt bzw. eine Erklärung für einen bestimmten Umstand zu finden: Und zwar geht es um die Objektivserie ROW Cineluxim. Laut der Informationen, die ich finden konnte, handelt es sich dabei um eine Serie von Kino-Projektionsobjektiven von ROW mit einer 6 Linsen in 4 Gruppen Doppel-Gauss Konstruktion, die als kurzbrennweitige Erweiterung zur (Petzval-basierten) Cinerectim Serie konzipiert und vermutlich in 60, 70 und 80 mm angeboten wurde. Trotz intensiver Suche habe ich bisher nur ein einziges Exemplar von solch einem Objektiv online gesehen, was doch etwas ungewöhnlich ist... Daher meine Fragen: Hat jemand hier schon einmal so ein Objektiv gesehen? Gibt es ev. irgendwelches Material zu der Serie, wie Produktdatenblätter, Werbungen etc.? Weiß jemand, ob es wirklich nur drei Brennweiten von dem Objektiv gab? Und gibt es Anhaltspunkte dafür, warum scheinbar nur so wenige dieser Objektive produziert wurden? Eine umgelabelte Serie eines anderen Herstellers scheint es nicht zu sein... jedenfalls ist in der mehr oder weniger einzigen Quelle dazu (einem Artikel in einer Ausgabe von "Bild und Ton" von 1959, die @kinofritze-br dankenswerter Weise geteilt hat), davon die Rede, dass ROW das Objektiv "entwickelt" hat. Ich wäre auf alle Fälle sehr dankbar für Hinweise!
  13. Bereits vor einiger Zeit bin ich auf Projektionsobjektive des Herstellers IOR Bucuresti aus Rumänien aufmerksam geworden. Das Unternehmen existiert bereits seit 1936 und ist auch heute noch aktiv, allerdings in anderen Bereichen der Optik. Für die 16 mm und 35 mm Projektion wurden in Bukarest Objektive mit dem Namen Supercin bzw. auch Supercin-2 hergestellt. Leider sind diese - zumindest außerhalb von Rumänien - eher unbekannt, weshalb es schwierig scheint mehr darüber hauszufinden. Was die optische Konstruktion anbelangt, handelt es sich wohl um verschiedene Varianten, ev. von Petzval, über 4/3 Ernostar bis hin zur Prokinar-ähnlichen Doppel-Gauss Konstruktion mit 5 Elementen in 4 Gruppen. Falls jemand mehr zu diesen Objektivserien weiß oder Material wie Kataloge, Datenblätter etc. hat, wäre das eine wirklich große Hilfe!
  14. Das ist eine tolle Geschichte! Vielen Dank fürs Teilen. Wurde zufällig auch dokumentiert welches Objektiv auf dem Projektor war bevor er in die USA gewandert ist?
  15. Einmal muss ich noch nachfragen zum Thema Emil Busch... Bei den Mod. Ki (42.5 mm Durchmesser) und Mod. Kino (52.5 mm) handelt es sich um zwei der ältesten Serien von Projektionsobjektiven, welche das Unternehmen Emil Busch gebaut hat. Die ältesten Mod. Ki Modelle können teils sogar noch mit R.O.J.A und "Achromatisches Doppelobjektiv" beschriftet sein. Sind also wirklich alte in rötlich-braunem, goldenem oder silber-schwarzem Metall-look. Vor allem kurze Brennweiten wären für meine - nun hoffentlich bald abgeschlossene - Recherche zu einem geplanten Artikel über das Unternehmen Emil Busch/ROW, äußerst hilfreich! Dass solche Objektive ggf. nicht mehr in einem super Zustand sind, ist klar, aber falls jemand irgendwo in einer Ecke oder einer Kiste noch so ein Objektiv finden kann, wäre ich wirklich sehr dankbar!
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