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  1. Könnte man tatsächlich meinen, ja… aber das ist ziemlich sicher ein einzelnes Linsenelement. Hier eine andere Darstellung vom Visionar:
  2. Ja, war mit den Leiten vom Optik Industrie Museum und Optik-Verein mehrfach im Austausch. Leider wissen die auch nichts zum Cineluxim. Das dort gezeigte Objektiv ist ziemlich sicher ein 6-linsiges Visionar, also nur bei ROW produziert aber natürlich eigentlich eine Zeiss Rechnung. Die entsprechende ROW Eigenentwicklung war das Neoluxim/Dioluxim, eine 7/5 Doppel-Gauss Konstruktion. War aber soweit ich weiß recht spezialisiert und wurde nicht in hohen Stückzahlen produziert.
  3. Natürlich auch eine interessante Option. Allerdings glaube ich kaum, dass eine Serie, die nur für spezielle Kunden gedacht war in der "Bild und Ton" angekündigt und beschrieben worden wäre, oder? Es ist aber natürlich möglich, dass die Produktion überraschend kostenintensiv war und letztendlich entschieden wurde, die Objektive nur für besondere Kunden oder als Einzelanfertigungen anzufertigen. Ebenso ist denkbar, dass aufgrund der Tatsache, dass das Visionar - welches sich um 1959 herum bei Zeiss ja bereits in Entwicklung befand - vor der Tür stand, entschieden wurde die geplante Produktion vom Cineluxim überhaupt nicht erst richtig anzuwerfen. Die Markteinführung vom Visionar war ca. um 1960 und ab 1963 wurde (laut der Informationen hier) die Produktion bei ROW gestartet. Es scheint also durchaus möglich, dass es sich da um eine Entscheidung vom Mutterkonzern gehandelt hat. Trotzdem scheint das eine Exemplar eines Cineluxim Objektivs, von dem es Bilder gibt, eine normale Seriennummer zu haben, was üblicherweise nicht auf einen Prototypen schließen lässt. Falls irgendwo eines auftaucht, wäre es interessant zu wissen, ob es tatsächlich diesen optischen Aufbau hat: Denn das könnte ebenso gut einfach nur eine generelle Darstellung eines 6/4 Doppel-Gauss Objektivs sein...
  4. Genau! Mit dem vormaligen Besitzer dieses Exemplars war ich bereits im Austausch. Leider wusste er auch nichts Näheres zu dem Objektiv und dessen Konstruktion und vermutete eher ein Petzval (obwohl es laut einem Magazin eine 6/4 Doppel-Gauss Konstruktion hat).
  5. Danke! Ja, die Quellen kenne ich - allerdings großteils nur in Auszügen… gibt es da ev. irgendwo auch komplette digitale Daten oder sind das Originalbücher? Das Cineluxim gab es mit Sicherheit. Nur ist die Frage in welchem Umfang es produziert wurde. Vermutlich gab es nicht viele. Ein Übersetzungsfehler ist meines Erachtens ausgeschlossen, weil es zumindest ein Original gibt. Aber es ist durchaus möglich, dass es nur in einer sehr kleinen Serie produziert wurde.
  6. Ich melde mich mal wieder in der Hoffnung, vielleicht doch einen Anhaltspunkt bzw. eine Erklärung für einen bestimmten Umstand zu finden: Und zwar geht es um die Objektivserie ROW Cineluxim. Laut der Informationen, die ich finden konnte, handelt es sich dabei um eine Serie von Kino-Projektionsobjektiven von ROW mit einer 6 Linsen in 4 Gruppen Doppel-Gauss Konstruktion, die als kurzbrennweitige Erweiterung zur (Petzval-basierten) Cinerectim Serie konzipiert und vermutlich in 60, 70 und 80 mm angeboten wurde. Trotz intensiver Suche habe ich bisher nur ein einziges Exemplar von solch einem Objektiv online gesehen, was doch etwas ungewöhnlich ist... Daher meine Fragen: Hat jemand hier schon einmal so ein Objektiv gesehen? Gibt es ev. irgendwelches Material zu der Serie, wie Produktdatenblätter, Werbungen etc.? Weiß jemand, ob es wirklich nur drei Brennweiten von dem Objektiv gab? Und gibt es Anhaltspunkte dafür, warum scheinbar nur so wenige dieser Objektive produziert wurden? Eine umgelabelte Serie eines anderen Herstellers scheint es nicht zu sein... jedenfalls ist in der mehr oder weniger einzigen Quelle dazu (einem Artikel in einer Ausgabe von "Bild und Ton" von 1959, die @kinofritze-br dankenswerter Weise geteilt hat), davon die Rede, dass ROW das Objektiv "entwickelt" hat. Ich wäre auf alle Fälle sehr dankbar für Hinweise!
  7. Bereits vor einiger Zeit bin ich auf Projektionsobjektive des Herstellers IOR Bucuresti aus Rumänien aufmerksam geworden. Das Unternehmen existiert bereits seit 1936 und ist auch heute noch aktiv, allerdings in anderen Bereichen der Optik. Für die 16 mm und 35 mm Projektion wurden in Bukarest Objektive mit dem Namen Supercin bzw. auch Supercin-2 hergestellt. Leider sind diese - zumindest außerhalb von Rumänien - eher unbekannt, weshalb es schwierig scheint mehr darüber hauszufinden. Was die optische Konstruktion anbelangt, handelt es sich wohl um verschiedene Varianten, ev. von Petzval, über 4/3 Ernostar bis hin zur Prokinar-ähnlichen Doppel-Gauss Konstruktion mit 5 Elementen in 4 Gruppen. Falls jemand mehr zu diesen Objektivserien weiß oder Material wie Kataloge, Datenblätter etc. hat, wäre das eine wirklich große Hilfe!
  8. Das ist eine tolle Geschichte! Vielen Dank fürs Teilen. Wurde zufällig auch dokumentiert welches Objektiv auf dem Projektor war bevor er in die USA gewandert ist?
  9. Einmal muss ich noch nachfragen zum Thema Emil Busch... Bei den Mod. Ki (42.5 mm Durchmesser) und Mod. Kino (52.5 mm) handelt es sich um zwei der ältesten Serien von Projektionsobjektiven, welche das Unternehmen Emil Busch gebaut hat. Die ältesten Mod. Ki Modelle können teils sogar noch mit R.O.J.A und "Achromatisches Doppelobjektiv" beschriftet sein. Sind also wirklich alte in rötlich-braunem, goldenem oder silber-schwarzem Metall-look. Vor allem kurze Brennweiten wären für meine - nun hoffentlich bald abgeschlossene - Recherche zu einem geplanten Artikel über das Unternehmen Emil Busch/ROW, äußerst hilfreich! Dass solche Objektive ggf. nicht mehr in einem super Zustand sind, ist klar, aber falls jemand irgendwo in einer Ecke oder einer Kiste noch so ein Objektiv finden kann, wäre ich wirklich sehr dankbar!
  10. Da muss ich mich gleich selbst korrigieren, bevor ich mich hier schuldig mache falsche Informationen zu streuen... Tatsächlich gibt es für eine Produktion nur Hinweise auf Budapest. In Wien hat mit Sicherheit Goerz produziert, aber Emil Busch wohl nicht.
  11. Vielen Dank für diese interessanten Infos - wusste von dieser Verbindung von Emil Busch nach Österreich (übrigens auch mein Heimatland) überhaupt nichts. Bin jedoch während meiner Recherche einmal auf eine Erwähnung von Neokino Objektiven in einer Österreichischen Filmzeitschrift gestoßen, wo festgehalten wurde, dass es die Serie in mehr als 83 Variationen gibt. Das ist schon eine beachtlich umfangreiche Objektivfamilie und wurde wirklich in nahezu allen gängigen Durchmessern angeboten. Was ich später auch noch herausfinden konnte, war, dass Emil Busch möglicherweise kurzzeitig auch in Wien produziert hat… weil es aber während der Zeit des 2. WK war (und unter Kürzel/Decknamen) gehe ich nicht davon aus, dass es sich da um Projektionsobjektive gehandelt hat. Nebenbei erwähnt: Reichert, Eumig und Goerz Wien sind also wohl die einzigen Hersteller, die Projektionsobjektive in Österreich gebaut haben… naja Leitz hat ein einzelnes Dia-Objektiv mit "Made in Austria“ Label aber ich denke das wars dann auch schon. Schade dass Reichert in den Bereich nie richtig eingestiegen ist. Bei dem Potenzial des Unternehmens wäre das doch interessant gewesen.
  12. So... dank der vielen tollen Tipps ist es mir gelungen doch einiges zu dem Thema zu finden z.B. dass von VEB Kamera- und Kinowerke Dresden eine massive Rückprojektionsanlage für 35 und 70 mm gebaut wurde, basierend auf der Pyrcon Famile: Natürlich hatte ich bisher noch keinen Erfolg das von mir gesuchte "Neofilmar" Objektiv ausfindig zu machen, aber dass in Dresden so etwas gebaut wurde, lässt mich vermuten, dass es Ähnliches auch vor dem 2. WK gegeben haben könnte... halt nur für 35 mm Projektion und ev. von Zeiss Ikon, aber natürlich auch möglicherweise von einem der anderen Hersteller, die es bereits zu der Zeit (das Objektiv kam um 1937 auf den Markt, also ist alles zwischen 1937 und 1944 denkbar) gab. Von Emil Busch selbst hab ich bisher nur Epidiaskope gesehen, glaube also nicht, dass die so etwas selbst gebaut haben. Crass ist zwar äußerst interessant, aber das Unternehmen gab es erst später wenn ich das richtig gesehen habe. Bei den anderen Herstellern muss ich erst genauer schauen... der Großteil der Dinge, die ich bisher zu dem Thema finde, sind nach 1945 angesiedelt.
  13. Großartig - vielen Dank für die super Hinweise! Scheint ja doch eine ganze Reihe an Herstellern gegeben zu haben, die so etwas gebaut haben. Ich werde auf alle Fälle mal schauen, was ich finden kann. Da sind wirklich einige dabei, die ich nicht auf dem Schirm hatte. Das Buch "The Technique of Special Effects Cinematography" hab ich zum Glück schnell finden können - das ist komplett online verfügbar und hat tatsächlich ein ganzes Kapitel zu dem Thema. Im Detail geht zwar auch das Buch nicht auf die Optiken selbst ein, erwähnt allerdings eine typische Lichtstärke von f/2, was natürlich fast genau dem Neofilmar entspricht. Wenn man die Technik sieht mit Projektion in möglichst hoher, gleichmäßiger Qualität auf kurze Distanz, wird natürlich auch klar, warum gängige Projektionsobjektive dazu (vor allem am Anfang der Technik) wohl nicht ideal waren und entsprechende Spezial-Anastigmate mit besserer Qualität benötigt wurden. Und es erklärt auch, warum diese Objektive wohl kaum auf normalen Kino-Projektoren zu finden sein werden. Ich befürchte nur auch, dass das bedeuten könnte, dass die meisten irgendwann mit dem ganzen Spezial-Equipment entsorgt wurden. Vielleicht taucht ja doch irgendwann mal eines auf.
  14. Obwohl ich trotz intensiver Recherche zu dieser ungewöhnlichen Serie von Projektionsobjektiven leider kaum etwas herausfinden konnte, bin ich nun doch zumindest auf einen weiteren Hinweis gestoßen: In einer Ausgabe der technischen Veröffentlichung "Physikalische Berichte" von 1935 wird das Objektiv nämlich im Zusammenhang mit der vorgesehenen Verwendung erwähnt. "Schließlich sind für die Wiedergabe von Normalfilm besonders kuzbrennweitige Anastigmate Neofilmar f : 1,8, f = 40, 50 und 65 mm, errechnet worden, die für die Hintergrundsdurchprojektion bei der Aufnahme im Atelier dienen." Das klingt also eindeutig nicht nach einer Anwendung für reguläre Filmprojektion im Kino, sondern für Spezialprojektion für Fotografen. Laut Vertretern der Zunft setzte sich die Rückprojektion für Hintergründe in der Studiofotografie allerdings nie richtig durch. Im eher seltenen Fall, dass solche Hintergründe verwendet wurden, scheinen Frontprojektoren gängiger gewesen zu sein. Wo das Verfahren allerdings - zumindest in den 30er und 40er Jahren wohl doch regelmäßig verwendet wurde, ist die Filmproduktion: Ich hab versucht dazu mehr zu finden, aber leider ohne großen Erfolg, bis auf ein paar Hersteller wie Dumont, Simplex, die so etwas gebaut haben sollen. Gab es ev. auch von deutschen Herstellern solche Geräte für die Rückprojektion? Oder wurde das mit ganz gewöhnlichen Projektoren und entsprechenden Aufsätzen gelöst? Für Hinweise wäre ich auf alle Fälle dankbar!
  15. In einem älteren Eintrag von @stefan2 (von 2021) war die Rede davon, dass die Super-Cinestar Objektive (also Benoist Berthiot) als Alinar verkauft wurden. Scheint durchaus möglich. Super-Cinestare sollten aber (in den meisten Fällen) 6 Linser sein... kann aber natürlich bei kürzeren Brennweiten auch leicht variieren - ich hab da leider keine. Mit Kinostar beschriftete Objektive die meiner Einschätzung nach am ehesten in Italien gefertigt wurden gibt es auch. Wurde also scheinbar von einigen Quellen was gekauft für Zeiss Ikon/Ernemann.
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