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Geschrieben

Guten Morgen,

Als Radiomechaniker und Elektromeister bin ich von älterer Technik fasziniert. Das reicht von Antikythera über "Friedensware", wie mein Opa zu sagen pflegte, bis hin zum Mac II von 1984, der auch immer noch läuft. Und dann hab ich vor ca. 25 Jahren so einen Projektor geschenkt bekommen. Da mein Grossvater mit 16mm gedreht hat und dieser Koffer bei mir steht hab ich den gleich ausprobiert und er funktionierte das ganze Wochenende. 

Vor 8 Jahren ist beim Umzug der Griff (Leder) gerissen und der Koffer die Treppe runtergepurzelt und wurde ohne zu begutachten ins Regal gelegt.

Nachdem meine neue Werkstatt zwei Kinosessel spendiert bekam wollte ich mal beweisen, dass die sich als Kino eignet und hab den mal eingeschaltet und ausser einem kleinen Rauchwölkchen ist nichts passiert. Die Mechanik ist komplett verölt und - wo kein Öl hingeflossen ist - angerostet (untere Umlenkrollen beim "Tonabnehmer"). Keine Ahnung, wo das Öl alles herkommt, ich habe kein weisses Plastikdöschen (bei Marc gelesen), wohl aber diese Filz/Blattfedern. Und so ein "Nebelhorn". Ob der Filz sich irgendwo gelöst hat oder teilweise wirklich ohne Blattfeder herumhängt – keine Ahnung.

Ich hab Marc's (u.a) Anleitung erst gesucht nachdem ich auf eigene Faust irgendwo angefangen habe den auseinanderzunehmen, aber mir graut echt vorm Zusammenbau.

 

Ich hab jetzt keine Serviceanleiung (Montage, Justage, Schmierung) und weiss auch kein Baujahr.

Nächstes Wochenende fange ich mal mit der Elektrik an. Da ich keine Tonfilme habe (und auch nicht anzuschaffen gedenke) würde ich die doch recht opulente Audio-Verkabelung vorbereiten aber erstmal inaktiv lassen.

 

Es gibt ja drei Möglichkeiten

1.       Filme digitalisieren (teuer)

2.       Projektor reparieren lassen (naja, wahrscheinlich auch teuer)

3.       Neuen alten Projektor kaufen. (da stellt sich die Frage nach einem geeigneten Transport, wenn Abholung keine Option ist)

 

Ich bin ja bei Option 3.

Und später mal Option 1

 

Und selbst reparieren an nem schönen Wochenende (gern verregnet) wäre dann so ein side project, dessen Freude ich mir nicht entgehen lassen würde.

Wenn ich Ultraschallbad, Keilriemen, Stahlwolle, Waschbenzin, Öl bzw.Fett so zusammenzähle wäre mir das der Spass wert.

Teflonlitze müsste temperaturtechnisch reichen? 

 

Auseinandernehmen ist ja kein Problem, aber würde für den Zusammenbau eine Serviceanleitung genügen, oder soll man eher ein Fototagebuch führen? Und wo gibts Justagevorschriften (Nm, Spiel...)?

Ich hab nicht jeden Eintrag gelesen, aber viele ältere verlinkten zu Olaf's Seite, die leider nicht mehr existiert.

 

Ich hab weder ein Typenschild noch einen Spannungsumschalter gefunden. Der Widerstand hat 21 und 68 Ohm und ist laut Aufdruck für 220V. Einen Trenntrafo hab ich keinen, aber da er wie gesagt ein ganzes Wochenende durchgelaufen ist, hab ich da keine ernsthaften Bedenken was die Lampenlebensdauer angeht.

Und eine Anleitung zum Lampenumbau hab ich schon gefunden.

 

Ein grosses Dankeschön an alle diese dokumentierten Hinweise hier und anderswo.

Wenn jemand sachdienliche Hinweise zu diesem Vorhaben liefern kann wäre ich sehr verbunden.

 

Danke und Grüsse

Peter

Geschrieben

large.Nebelhorn.png.bae0718cd9f94c482037f32fa3f4ba1e.png

Dieses "Nebelhorn" ist zum Öl einfüllen? Bin beim Ausbau mangels Anleitung noch nicht dahinter vorgedrungen.

Da ich jetzt mehrere Schaltpläne gefunden habe (die sich nicht wesentlich voneinander unterscheiden) hab ich beim Ausbau eventuell abweichende Verbindungen zu suchen. Daher ist der Motor auch noch drin. Gut, dass da diese Abdeckung drüber war.

  • Thumsbup 1
Geschrieben (bearbeitet)

Erstmal hallo als Neuling.

Als Radiomechaniker und Elektromeister sollte dir eigentlich bekannt sein, dass man Geräte dieses Alters nicht einfach ans Netz anschließen soll, ohne das Gerät einer vorherigen Überholung zu unterziehen. Mechanisch, da wegen verharztem fett die Mechanik blockiert oder schwergängig sein kann, dadurch rin Motorschaden oder mechanikdefekt entstehen kann. Elektronisch um größere defekte durch "mitreissen" intakter Teile durch defekte Teile in die ewigen Jagdgründe zu vermeiden.  Das sage ich dir als jahr(zehnte) beschäftigter hobbyreparateur, der eigentlich nicht vom Fach ist. Habt ihr sowas in der Ausbildung nicht gelernt? 

 

 

Zum projektor:

Wie schon zig mal hier im forum auseinander gelegt, hat der siemens 2000 einen bürstenmotor mit elektronischem fliehkraftregler. Dementsprechend wurde der Motor entstört. Die entstörkondensatoren befinden sich oben auf dem Motor rechts und sind ALLE zu tauschen. Tut man das nicht, lässt sich der Motor häufig nicht regeln und gibt Vollgas, was zur Folge hat, dass die fliehkraftreglerfedern reißen. Für den Motor der Supergau. Gut gewartet ist er aber sehr gutmütig und langlebig.

Das motorchassis lässt sich durch entfernen der 3 Schrauben durch Bohrungen und

In der Unterseite des projektors entfernen und nach abklemmen der Kabel am klemmbrett des Motors herausnehmen. Vom klemmbrett vorher ein Foto machen.

Kondensatoren reichen 630v spannungsfestigkeit folienkondensatoren. Das entstörglied durch 3 einzelkondensstoren laut Aufdruck ersetzen. Vorsicht. Das motorchassis führt Netzspannung und ist deswegen gegen das Gehäuse isoliert.

Evtl vorhandene asbestpappe ggf entfernen. Ist in diesem Gerät überflüssig.

 

Ja, das messingrohr dient zur ölung.  Rote Punkte am Gerät und bei deinem älteren modell auch am motor ebenso. Den objektivträger durch drehen und ziehen des verschlusshebels nsch vorne und seitlich herausnehmen und die Mechanik mit feinmechaniköl auch Ölen. Ebenso im Gerät Zahnräder und achslager und die ölfilze neu tränken. 

 

Ich nehme an, du hast die stummfilmversion ohne tongeräteanbau.

 

Teflonlitze... Wenn du die asbest Kabel der Lampe tauschen willst... es reichen auch normale Kabel geeigneten Durchmessers. 

Wenn du dir einen anderen s2000 kaufst hast du genau dieselben Probleme, wie oben geschrieben.  Das haben sie fast alle. Und wenn nicht. Dann beim Betrieb relativ bald darauf.

Daher: repariere deinen, da hast du mehr davon, weil du nicht erst noch Geld ausgeben musst.

 

Hinweise zum Umbau auf 110v Trafo gibt's hier im forum. Zu finden mit der suchfunktion. Motor und Lampe sind für 110v betriebsspannung.  Die Anpassung erfolgt über den grossen heizwiderstand hinter der Lampe. Derselbe ist für die Leistung der Lampe konfektioniert. D.h. Bei Verwendung einer baugleichen Lampe anderer Leistung brauchst du einen anderen Widerstand oder eben du verwendest einen 110v Trafo geeigneter Leistung (1kw), was auch stromspartechnisch und abwärmemässig sinnvoll ist.

Bearbeitet von Dent-Jo (Änderungen anzeigen)
Geschrieben (bearbeitet)

Hallo Peter,

 

da die Seite von Olaf Carls offenbar immer noch offline ist probiere mal diesen Link;

 

https://www.filmtec.franken.de/siemens2000/

 

Der Siemens 2000 ist wahrlich kein Hexenwerk. Dank der Hilfe von Johannes (Dent-Jo) habe ich meine Exemplare auch wieder fit für die nächsten Jahrzehnte gemacht. Wenn Du Bedienungsanleitungen im pdf Format suchst kannst Du mir ja eine kurze PN schicken.

 

Grüße von der Nordseeküste

Andreas

Bearbeitet von Dithmarscher (Änderungen anzeigen)
Geschrieben
vor 24 Minuten schrieb Dent-Jo:

Ich nehme an, du hast die stummfilmversion ohne tongeräteanbau.

Hallo Johannes,

 

Peter schreibt von Tonabnehmer und opulenter Audio-Verkabelung, vermutlich doch ein Tonfilm Gerät

 

LG

Andreas

Geschrieben (bearbeitet)

Ahh. Hab ich überlesen. Zum tongerät: spaltoptik ist justiert, aber filmseitig häufig stark verschmutzt, so dass kein Ton kommt. Je nach Baureihe ist eine glasfotozelle oder eine siliziumsolarzelle verbaut. Erstere ist auf eine bpw34 umzubauen, da die alten glasfotozellen heute alle taub sind und kein vernünftiger Ton damit rauszubekommen ist. Die tonlampe benötigt meist 4v. Sie wurde meist mit Wechselspannung aus dem untersatzverstärkertrafo betrieben. Je nach verstärker.... Der grosse Verstärker hatte einen Oszillator mit el95 um den brumm der netzfrequenz zu eliminieren, da trockengleichrichter dieser Leistungsklasse damals recht gross waren.

Bei defekt derselben, in der bucht nach Ersatz suchen, umbau auf 10w stiftsockel halogen oder 5w Rotlicht led möglich. Auf gute Glättung der Gleichspannung achten!!!

Bearbeitet von Dent-Jo (Änderungen anzeigen)

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