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cinerama

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Posts posted by cinerama


  1. Inzwischen sind sämtliche Beiträge zu Alfred Bauer auf der Facebook-Seite der Kinemathek gelöscht worden. Hatte man doch dieser Tage eine Publikation über ihn angekündigt, ist man nun untergetaucht. Schönwetter-Ankündigungen beherrschen die Facebook-Seite, was fast an DDR-Zeiten erinnert.

     

    Allein der ehemalige Kinematheks-Historiker Jacobsen beschreibt umfassend die Tätigkeit des Berlinale-Mitgruenders, ohne zu verhehlen, dass die politischen Fakten seit Jahrzehnten bekannt waren und der (effiziente? Wirtschaftliche?) Wiederaufbau Deutschlands ohne Nazis kaum möglich war, so "bitter" dies ist. Nur: die Fakten interessierten bisher kaum jemand.

     

    https://www.ardmediathek.de/rbb/player/Y3JpZDovL3JiYi1vbmxpbmUuZGUvcmJia3VsdHVyLzIwMjAtMDItMTVUMTg6MzA6MDBfZWJiNjFlMTYtZmZjZS00ZDNiLWE0NTAtMGNiODMzNmI3YzNmL2FsZnJlZC1iYXVlci1iZXJsaW5hbGUtY2hlZi1uYXppLXByb3BhZ2FuZGE/alfred-bauer-im-spiegel-der-zeit


  2. Um braune Farbschattierungen geht's (wer bei der Berlinale war ein Nazi?) - so wie um die Frage, ob zwei Bundesfilmbehörden Berlins ihren Historikern den Maulkorb verpasst haben könnten?

    Bezichtigt wird auch der jetzige Kinematheks-"Kanzler" R. Rother von seinem ehemaligen "Chefhistoriker" W. Jacobsen, der allerdings vergaß, dessen Vorgänger H. H. Prinzler ("Kanzler Palpatine" würde ich ihn nennen, Anmerkung von @cinerama ) ebenfalls in Sippenhaft zu ziehen. 

     

    Neben bereits virulenten Schlagzeilen wird dies hier am intelligentesten und sogar humorvoll auf den Punkt gebracht:

     

    https://duskofdigital.wordpress.com/2020/02/20/filmhistoriker-als-die-eleichtmatrosen-der-historiker-zunft/


  3. Toeplitz war Mitbegründer der Filmhochschule in Lodz, unterstützte Studenten wegen politischer Auseinandersetzungen 1968 und wurde religiert. Seine filmhistorische Anthologie ist bedeutender als die von Ulrich Gregor ("Geschichte des Films"). Aber er war primär sicher  kein Technikhistoriker. Polnische Filmemacher und Kopierwerksleute: sie hatten ihre Genies.

    Regolin, die Schwarz-weiß-Koryphaee der Mosaik-Studios, bekam seine göttliche Erleuchtung erstmalig durch den Besuch polnischer Kopierwerksexperten in Berlin. 


  4. Demenÿ mit 60mm ist aber in der öffentlichen Präsentation 1896 einzuordnen (und 1893 lagen nur Patente vor in Paris und Berlin)? https://firstcinemakers.com/source-and-evolution

    Beidseitige 4-Loch-Perforation, quadratisch und einrissgefährdet.

     

    Lathams Eidoloscope (April 21, 1895,  vertreten von der Lambda company)  ist noch zu erwähnen als öffentliche Vorführung am 21.4.95 und am 20.5.1895 vor öffentlichem und zahlenden Publikum (51mm-FIlm [abgeleitet von 2 inches].).

    American Mutoscope und Biograph Company mit 68mm Film im May 1895.

    Lumières erfanden: 75mm-Film, 72mm als Versuch, 70mm aber nicht. (*Lumières 75mm Apparat als Foto anbei, als ich in Paris war. Die Bildwand 21x18m auf der Weltausstellung 1900 war irgendwie mit Wasser besprüht worden laut meiner Aufzeichnung, Quelle verloren.)

    Acres hatte mit "Acres 70"  (unbestätigter Verfahrensname) 1994 unperforierten 70mm-Film mit Walze fortgeschaltet. Casler in N.Y. den Projektor dafür gebaut, womit 1896 und 1897 Vorführungen stattfanden.

    1898 spliitet er sein 35mm-Systems auf zum 17,5mm Schmalfilm.

    Aspect Ratios.

    http://www.sportsvideo.org/new/wp-content/uploads/2013/10/Searching-for-the-Perfect-Aspect-Ratio.pdf

     

    (Vor zehn Jahren  begonnen, zerstreute Aufzeichnungen zu bündeln, istt als Komplettübersicht noch nicht erfasst. Aufpassen muss man bei Doppelbezeichnungen, einmal als Vermarktungs-Name und dann als Herstellername geführt, eben so bei den Kameras. Dass man sich keine Dubletten einhandelt. Und die "kaufmännischen Rundungen" bei einigen Beschreibungen der Formatbreite.)

     

    * Bild 75mm-Torso, Paris

     

    Paris, 23.9.12 (68), Jean-Pierre Gutzeit.jpg


  5. Immerhin kommt die Erfindung aus Deutschland zu ihrem Recht:

    http://www.niveaufilm.de/alle-beitrage/filmgeschichte/projekt-filmgeschichte-die-erste-offentliche-filmvorfuhrung/

    Und den 70mm-Film erfand schliesslich Lumière:

    https://www.welt.de/kultur/kino/article141878158/Film-ab-staunen-Sie-wie-vor-120-Jahren.html

    (Der Autor hat auch ausgiebig über die Retrospektive "70mm - bigger than life" recherchiert.)

    Vielleicht hat Lumières Schwester den 70mm-Film geteilt um damit die Ankunft des Zuges zu filmen.

    So hätte sie ihn doch gleich in 3D drehen können. 40 Jahre später als Niveau-Mann.


  6. Stimmt. 

    Nur insgesamt fehlen heute diese absolut herausragenden Kinostätten, die einst Geschichte machten. 

    Würden Grand Palast und Europapalast noch existieren, würde ich mir dafür eine Bahnkarte lösen. Und als Essener für diese Spielstätten Fördervereine gründen.

    Und auch Riech hatte eben die meisten dieser Roadshow Theater in seiner Hand, die Schachteln waren Anbauten, die man wieder leicht hätte entfernen können, denke ich mir. Aber der Ruf war ruiniert, so kam es dazu schon nicht mehr. "Neu" (Plex) liess sich wieder jeden Zweifel besser verkaufen, ist ein Hype, wo keiner abseits stehen möchte.

     

    Heute dreht sich der Wind, aber es ist zu spät.

     


  7. Krugowaya Kinopanorama, das kinematographische Weltwunder der Sowjetunion von 1959, eröffnet - hier sind die Filmvorführerinnen die Heldinnen der Arbeit!

     

    Später wurde auf das Hochkantformat pro Bildwerfer umgestellt, wobei man die Anamorphoten um 90° drehte.

     

    Leider hat diese Spielstätte vor erst wenigen Jahren geschlossen.

     

     


  8. Diese Wunder werden wir in Kürze erleben. Die "Ankunft eines Zuges" (siehe oben) ist bereits die Schöpfung eines YouTube-Users.

     

    "Film von 1895 wird zum Klick-Hit - YouTube User verschafft ihm neuen Glanz".  ..."der Film wirkt beinahe so, als wäre er heute mit digitaler Kameratechnik gedreht worden."https://www.focus.de/kultur/kino_tv/streifen-komplett-ueberarbeitet-darum-geht-ein-film-von-1895-derzeit-viral_id_11635532.html

     

    Wir sollten mitmachen und eigene Schöpfungen vorstellen! 

     

    *

     

    Bei den Filmwissenschaftlern hat sich die sensationelle Neuschöpfung der Ankunft des Zuges herumgesprochen, man ist fasziniert und macht es zum Thema des Monats (auf deren Facebook Seiten.)

     

    Würde aber Simon die Originalapparatur mit dem meisterlichen Greifer wieder zum Leben erwecken und ich ihm auf 34,8 mm mit meinem Messerchen den Rohfilm schneiden, die Rundperforation mit 2,8 mm auf's mū genau engestanzt, es würde keiner verstehen, warum sich da einige abmühen?

    Für die Filmwissenschaft hätte es mit "Kunst" nichts zu tun, für die Medien wär's zu slowly: dafür kann man keine App herunterladen, weil es leider mit Werkstatt und Original zu tun hat. 

    😉

     


  9. (Von Antonio Banderas verlinkt):

     

     

    Daniel Kothenschultes gelungener Nachruf:

     

    https://www.fr.de/kultur/tv-kino/kirk-douglas-leben-leidenschaft-13525997.amp.html

     

    Zu seinem 90. Geburtstag sagte der Schauspieler und Produzent:

     

    "... Ich werde einen lauten Wunsch äußern, nicht für mich, sondern für die ganze Welt. Geben wir es zu: Die Welt ist ein Chaos, und ihr werdet sie erben! Ihr erbt tiefe Armut, globale Erwärmung, Völkermorde, Aids und Selbstmordattentäter, um nur einiges zu nennen. Wir haben sehr wenig getan, diese Probleme zu lösen. Ihr müsst sie nun lösen, weil die Situation unhaltbar ist. Ihr müsst rebellieren, eure Stimmen erheben, zum Wählen gehen – und euch um die Menschen und die Welt, in der ihr lebt, kümmern."

    (https://www.welt.de/kultur/kino/article205642171/Nachruf-auf-Kirk-Douglas-Als-die-Heldenpose-erschoepft-war.html)


  10. @Ralf2001: Versoehnt könnte man sein,

    wenn es nur halb so schlimm wäre, aber der sonnige Schein des Marketings tauescht eben doch. Die Zusammenhänge glaube ich recht gut zu kennen und einschätzen zu können, sonst würde ich mich nicht zu  Einlassungen hinreißen lassen.

    Der Preis etwa der Expansion der CinemaxX-Kette in den Innenstädten war der Verlust der besten Roadshow Kinos Deutschlands (Europapalast und Grand Palast in Essen, Royal Palast in Berlin, Grindel in Hamburg).

    Das sind übrigens auch die Spielstätten in denen damals "2001: Odyssee im Weltraum" konkurrenzlos überwältigend wirkte, ein Film, auf den sich der Herr Flebbe des öfteren beruft und zugleich nichts Besseres zu tun hat, als die Leinwand im Savoy Hamburg zu verkleinern und einzuflachen, dergleichen im Zoopalast mit teils empörender Projektionsqualität herzurichten (die sozialen Medien sind voll davon). Die Saele, die nach dem Kahlschlag dieser Expansionen noch übrig blieben, wurden, nachdem er bei Cinemaxx entlassen wurde und wieder auf den vorherigen Kino Typ zurück schwenkte,  als Lounge chick hergemacht und von einer fraglos hoch befaehigten Architektin betreut.

     

    Ich bin mir nicht sicher: man hatte seinerzeit Heinz Riech, Europas Kino König als den Kinototengräber beschimpft, der nur Schachtelkinos bauen würde und Flebbe als die sonnige Zukunft propagiert. 

    Damit hat es sich aber die Presse meines Erachtens zu leicht gemacht.

    Ich dachte das früher auch. Aber man ändert manchmal doch seine Einschätzung.

    Heute wuerde ich einiges dafür geben, in einigen sicherlich dem Renovierungsstau verfallenen Roadshow Kinos, die immerhin in der Riech-Kette überleben konnten, wieder Platz nehmen zu dürfen. Allesamt waren sie architektonisch und in der Bildwirkung den von Flebbe betriebenen Stätten überlegen.

    Die von Dir am Kudamm genannten Stätten kannte ich alle intern  sehr gut und weiß, wie es zu deren Abwicklung kam. Mehr möchte ich aber dazu nicht sagen.

     

    Die Lichtburg wurde von Ilse Menz und heute von Marianne Menze betrieben, welche mit Hans-Peter Huester auch das Eulenspiegel und andere Programmkinos aufbaute. Auch die Lichtburg ist nicht mein Geschmack, aber ich würde es mir niemals einfallen lassen, Frau Menze auf eine Stufe mit Herrn Flebbe stellen zu wollen.

     

    Auch ist die Frage, ob das Arri unter der Flagge von Flebbe in München wirklich so erfolgreich läuft? Ich hielte es jedenfalls für das Beste, die langjährige Betreiber-Familie am Sendlinger Tor nicht zu massakrieren, wie es das Flebbe-Vorgehen leider erwarten lässt.


  11. vor 7 Stunden schrieb cinerama:

    correction:

    Einige Bildwerfer wie FP75E sind nach wie vor nicht imstande, für Acetat-Filme wie auch für Polyester-Material gleichermaßen einen guten Bildstand zu garantieren, wie das intakte traditionelle Malteserkreuzgetriebe es konnte.

    [•••]

    Wenn ein Sonderformat zudem mit dem alten DTS-System arbeitet (jetzt DATASAT), sind weitere Pannen im Überblend-Betrieb in etlichen, aber nicht allen Kinos vorprogrammiert. 

     

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