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Wartung Dresden-Umroller


Ronald
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Hallo zusammen,

ich habe einen betagten Dresden-Umroller in Gebrauch. Das Ding muss nur einen Film pro Woche umrollen und tut seinen Dienst eigentlich noch recht gut. So langsam nervt aber die Bremse; bei kleiner werdendem Filmwickel wird die Bremswirkung plötzlich fast Null. Mit dem Einstellrad kann man nicht mehr viel erreichen, wahrscheinlich ist dringend eine Wartung nötig. Nun habe ich mal in einem älteren Beitrag gelesen, dass das Zerlegen des Teils wohl nicht ganz so trivial ist. Hat das schon mal jemand gemacht? Was muss ich beachten?

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Du meinst doch den alten guten Dresden - Umroller auf dem Holzbrett? Eines der wenigen im Ostblock generierten brauchbaren Wirtschaftsgüter.

 

Ich weiß allerdings nicht, wie Du am Einstellrad die Bremse einstellen willst? Das Einstellrad stellt ausschließlich die Flucht der Abwickelseite ein. Dieses Rad hat drei Rastpositionen: Von Spule auf Bobby - vorn, von Spule auf Spule - mitte, von Bobby auf Spule - hinten.

 

Eigentlich ist die Einstellerei des Dresden - Umroller trivial, nur habe ich in meinem Leben noch nie einen korrekt eingestellten gesehen (außer meinem). Selbst der im Filmmuseum Potsdam ist falsch eingestellt.

 

Du mußt die Abwickelseite zunächst zerlegen:

 

Oben diese kleine Rändelschraube rausdrehen, dann mit den drei Madenschrauben den besagten Einstellknopf abschrauben und die Paßfeder entfernen. Dann kannst Du den ganzen Kladderadatsch nach vorne rausziehen. Das weitere zerlegen ergibt sich von selbst. Reinige den Bremsfilm gründlich in Aceton (einen Tag drin einlegen), damit da alles Öl raus ist.

 

Zusammenbau des Umrollers in umgekehrter Reihenfolge. Hierbei nur aufpassen, daß die durch das Spulengewicht betätigte Bremsnase an der linke Seite in die Vertiefung der Bremsscheibe eingreift. Etwas fummelig ist es, zum Schluß die kleine Rändelschraube wieder in das Loch zu bekommen.

 

Wenn alles zusammengebaut ist, Einstellung wie folgt:

 

Schraube oben mit Kontermutter lösen und Schraube an der Bremsnase lösen. Schraube an der Bremsnase so einstelllen, daß Du ohne Spule noch so gerade beim Durchdrehen des Tellers ein leichtes Schleifen vom Bremsbelag hörst. Anschließend volle Spule drauf. Hierbei sollte nun der Schwenkarm mit der Spule nicht ganz auf dem Unterteil aufliegen. Falls noch ein Hauch Luft, alles gut. Festschrauben, fertig. Anschließend die obere Schraube einfach so einstelllen, daß so eben ein Hauch von Anschlag vorhanden ist, wenn keine Spule auf dem Umroller ist und Du dann leicht einen Hauch von Schleifen der Bremsscheibe hörst. Festschrauben, fertig.

 

Bedenke bitte, daß der Umroller erstens maximal 900m, allerhöchstens 1200m schafft und daß für eine korrekte Bremsung der gewichtsabhängigen Friktion der Film AUßEN von der Abwickelspule laufen muß, der Film muß also IMMER UNTER der Abwickelspule herlaufen.

 

Gruß

Martin

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Vielen Dank für die ausführliche Beschreibung, klingt nicht so kompliziert; werde mich nächste Woche mal ranmachen.

Ja, ich meinte jenen DDR-Umroller. Meine Erfahrungen mit dem Teil sind ebenfalls recht gut. In den beiden Kinos wo ich bis '94 damit geschafft habe, liefen diese Teile immer 1a (und der Film unten). Aber das lag wohl vermutlich am fähigen Techniker, der sich da gekümmert hat. Mit dem ungarischen Umroller habe ich mich dagegen nie anfreunden können.

Bei jenem muckerden Teil läuft der Film schon mal oben. Hatte das damals fix umgeklemmt, einfach weil ich das so gewöhnt war. Wegen extrem murrendem Kollegen kurze Zeit später aber wieder zurück. Jetzt habe ich ein stichhaltiges Argument es dauerhaft zu tun. Dass das Einstellrad die Fluchtung verändert, war mir schon aufgefallen, nur irgendwie ändert sich da auch die Bremsfunktion geringfügig. Ist aber wahrscheinlich ein zufälliger Begleiteffekt, da sich die Hebellänge durch die Achsenverschiebung etwas ändert.

Wickeln muss das Ding nur klassisch 600m, sollte also keine Probleme machen. Ich werde berichten...

 

Gruß Ronald

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Die Bremsung mit dem Einstellrad verändert sich dann, wenn es aus der vordersten Position nach ganz vorne rausgedreht wird; dann "klemmt" nämlich die ganze Bremsmechanik!

 

Nach Reinigung und neueinstellung liegt der Filmzug am Anfang und am Ende des Umspulens zwar immer noch knapp um den Faktor 2 höher, als in der Mitte der Rolle, dennoch findet man keinen besseren sich selbst einstellenden Umroller. Wobei ich betonen möchte, daß ich mit dem modernen Bauerumroller, den mit dem Totschlägerbremsarm, noch nie gearbeitet habe. Ich hab den nur mal defekt aus der Ferne gesehen. Vermutlich kann unser Stefan zwo hier noch seinen Senf dazugeben....

 

Gruß

Martin

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