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Hallo zusammen,

ich habe vor Kurzem meine Leidenschaft für den analogen Schmalfilm entdeckt und konnte ein wunderschönes Stück Technik ergattern: eine historische Keystone K-35 Olympic Filmkamera. Das rein mechanische Gefühl und die Wertarbeit faszinieren mich absolut.

Da es sich hierbei um eine klassische Doppel-8 Kamera (Normal-8) mit Spulensystem handelt – und eben nicht um das spätere Super-8-Kassettensystem –, ist mir bewusst, dass ich mich hier in eine ganz besondere Nische wage. Deshalb möchte ich mich gerne an diese erfahrene Runde wenden, um von Ihrem Erfahrungsschatz zu profitieren.

Mich würden besonders folgende Punkte interessieren:

Erfahrungen mit der Hardware: Hat jemand von Ihnen bereits mit der K-35 oder ähnlichen Keystone-Modellen mit Federwerk gefilmt? Wie zuverlässig sind diese Geräte im "Alltag"? Gibt es typische Schwachstellen an der Mechanik oder Eigenheiten beim Verschluss, auf die ich vor dem ersten Test achten sollte? Wie gut lässt sich die Belichtung heute damit in der Praxis handhaben?

Die logistische und finanzielle Realität: Wie sieht es aktuell aus, wenn man frisches Filmmaterial auf Spule kaufen, entwickeln und digitalisieren lassen möchte?

Labore in Deutschland/Europa: Welche Labore nutzen Sie derzeit für Normal-8? Mit welchen ungefähren Gesamtkosten pro Rolle (Film, Entwicklung und ein solider 2K- oder 4K-Scan) muss man heute kalkulieren?

Digitalisierung / Abtastung: Lohnt sich Ihrer Erfahrung nach immer der Aufwand und das Geld für einen professionellen Einzelbild-Scan im Labor, oder gibt es mittlerweile brauchbare, budgetfreundliche Lösungen für den Heimgebrauch, die für das Hobby völlig ausreichen?

Ich freue mich über jeden Rat, jede Anekdote, Labor-Empfehlungen oder auch Warnungen, bevor ich die erste Rolle belichte.

Vielen Dank im Voraus für Ihre Unterstützung und herzliche Grüße!

Bearbeitet von Ramrun (Änderungen anzeigen)
Geschrieben

Hallo, Ramrun, willkommen beim Filmvorführerforum

 

Von der K-35 Olympic weiß ich, daß sie 1955 herausgebracht wurde im Hinblick auf die olympischen Sommerspiele 1956 in Melbourne. Die Herstellerin zielte also auf einen neuen Markt ab, den sie mit dem Revolvermodell nicht schlecht bediente. Du hast die Möglichkeit, D-Mount-Optiken anzusetzen, von denen es eine große Vielfalt gibt, heute oft für lächerlich wenig Geld.

 

Mit Vorbehalt, ich weiß es nicht sicher, hat sie den Verschlußöffnungswinkel 180 Grad. Die Belichtungszeiten errechnen sich damit einfach durch Verdoppelung der Bildwechselzahl im Kehrwert: Bei Tempo 16 ist es 1/32 Sekunde. Du hast eine Filmuhr, das ist ein Zählwerk, das in Fuß anzeigt. Weil ein 8-mm-Filmfuß 80 Bilder umfaßt, dauert er bei Tempo 16 fünf Sekunden. 25 Fuß, die Nenn- oder Nettolänge, dauern folglich 125 Sekunden.

 

Die Keystone sind Massenartikel, waren jedoch nicht so schlecht gemacht wie anderes. Nach den vielen Jahren empfiehlt sich eine Generalüberholung, damit alles zuverlässig weiterläuft und der Sucher sauber ist. Warum nicht mit diesem Modell einsteigen, darf man zu Recht sagen.

 

An Rohfilm gibt es Kodak-Ektachrome 100 für Tageslicht, Fomapan R 100 und eine Reihe mit Fantasienamen verkaufter Materialien, die entweder von Kodak oder von Filmotec fabriziert werden, wie die Produkte vom Film Photography Project respektive ORWO UN 54 (Schwarzweißnegativfilm). Jüngst sind ORWO-Farbfilme dazu gekommen.

 

Die Minimalausrüstung zum Filmemachen sind Kamera, Projektor, Filmbetrachter mit Umrollern, Klebepresse, Schere. Ein Stativ darf auch dabei sein.

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