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Jensg

Nutzbare Schweißinverter

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Im Prinzip alles, was in der Lage ist, 100A zu liefern. Jetzt gibt es welche, die können das zu 100% ED und welche, die schaffen gerade mal 25%-35%. Das liegt jedoch an der unzureichenden Kühlung des Innenlebens. Wenn man also hingeht und den ganzen Inverter kräftig durchpustet, sodaß alles darin gekühlt wird (Netzsiebung, Elkos, Gleichrichtung, Leistungsteil usw.), dann kan man auch mit einem billigen Inverter problemlos 1600W bis 2000W betreiben. Sicherlich wird der Siebelko das nicht jahrelang mitmachen, jedoch reicht es für Heimkino und Open-Air Veranstaltungen aus.

Man kann auch Inverter zur Stromerhöhung parallel schalten, jedoch geht das bei Xenonlampen nicht beliebig, weil die höheren Leistungen eine höhere Brennspannung haben und bei Invertern irgendwann Schluß ist. Mehr als 35-40VDC geben die meisten unter Volltaktung (also 100% der möglichen Impulsbreite) nicht her. Die Leerlaufspannung ist bei billigen Invertern meist max. Betriebsspannung mal 2 ohne zusätzliche Siebung, das ist eine Folge der Selbstinduktion. Mit Siebung nutzt man dann die kleinen Induktionsnadeln noch aus, die zu einer nochmals fast doppelt so hohen Leerlaufspannung führen.

Und hier unterscheiden sich dann auch die billigen Typen von den amtlichen. Letztere überwachen die Leerlaufspannung mittels Spannungsfühler und begrenzen diese auf Werte um die 80VDC, die Billigen verzichten darauf. Für uns als Lampenspeisegerät ist das sehr praktisch, mit der Einhaltung von Vorschriften zum Personenschutz gegen zu hohe Spannungen hat das nichts zu tun. Außerdem haben amtliche Typen eine bessere Kühlung und oft auch einen besseren Cosphi zur Reduzierung der Blindleistung. Blindleistung ist die Leistung, die immer Auftritt, wenn man Spulen (Trafos, Drosseln) und Kondensatoren im Wechselstromnetz betreibt und die nur zwischen Generator und Verbraucher hin und hergeschoben wird. Sie hat jedoch einen blöden Nebeneffekt, sie fällt nämlich an ohmschen Widerständen (Kabelwiderständen, Sicherungen etc.) ab und belastet die zusätzlich. Im schlechtesten Fall (z.B. bei alten Motoren) beträgt der Cosphi 35% und, wenn ich das richtig verstanden habe, dann hat so ein 1kW Motor dann eben 1kW Nutzleistung und fast 2kW Blindleistung. Das gibt dann eine schöne warme Zuleitung, heiße Sicherungen und Steckverbindungen.

Bei den 2kW Lampen muß man daher schon darauf achten, das dieser Wert möglichst hoch ist.

Erfahrungswerte: Nach 10 Jahren a 5h Betriebszeit täglich bei 1600W gabs es jetzt bei mir erstmals einen defekten Elko in einem Jäckle G141I Inverter. Die Schukosteckdose hatte sich jedoch schon vor mehr als 3 Jahren verabschiedet, war zusammengebrannt. Daher für Dauerbetrieb lieber fest anklemmen mit einer 2,5mm² Zuleitung. Sonst keine Ausfälle.

Und noch etwas. Alte Schweißinverter der ersten Serien können eine sehr empfindliche Leerlaufspannungsregelung haben, die dann beim Zünden sofort die Leistung auf Null regeln, weil ja die Leerlaufspannung durch den Zündimpuls zu hoch ist. Diese lassen sich nur durch Eingriffe in die Leerlaufspannungsregelung als Xenonlampeninverter verwenden. Der Vorteil ist jedoch, die dort verwendeten Bauteile sind alle incl. der Datenblätter meist im Netz zu finden.

Jens

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Kann ich den Text mehr oder weniger 1:1 mit Quellenangabe für den Schweißinverter-Artikel im Wiki übernehmen? Wäre schön, wenn man dann irgendwann alle relevanten Infos an einer Stelle finden kann...

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Wollte nochmal etwas aus dem praktischen Betrieb ergänzen, zum technischen hat Jens ja schon alles kompetent zusammengefasst.

 

Da es, als ich mein Heimkino vor einiger Zeit in Betrieb nahm, natürlich wie immer bei so tollen neuen Sachen "sofort" sein musste, ging ich einfach zu Bauhaus und holte mir einen mit "Herkules I 130A" beschrifteten Inverter für 139 EUR, wenn ich es recht erinnere. Dieser tut es bis heute einwandfrei, selbst den einige Wochen langen Betrieb ohne Netzfilter überlebte er. Ein Blick ins Innere offenbarte, dass die verbaute Qualität ganz OK ist.

 

Anbei zwei Bilder, zum einen das Datenblatt des Inverters (macht 70A bei 100% ED, wobei bei mir die 16A Sicherung bei mehr als 60A nach einiger Zeit kommt...). Ich nutze ihn meist in Verbindung mit einem 2000W Kolben, bei so 45-55 Ampere. Absolut kein Problem mit Flackern o.ä. Das zweite Bild zeigt das Netzfilter zwischen Lampenhaus und Inverter (wie ich es bei meiner B12 benutzte - bei der FP23D ist es etwas anders).

 

Insgesamt kann man sagen, dass man heute fürs Heimkino mit Xenon wirklich nicht mehr als 150 oder 200 EUR ausgeben muss, um brauchbare Qualität zu bekommen. Fürs professionelle Kino (=Dauereinsatz) würde ich dann vllt. doch auf professionelle Produkte (elektr. GLR von IREM o.ä.) zurückgreifen. Aber im Heimkino ist ja zum einen die Nutzdauer deutlich geringer, zum anderen Ausfallsicherheit nicht ganz so entscheidend.

 

Jens, in welchem Preisbereich liegen denn die von dir empfohlenen "Jäckle"-Inverter in der Klasse "70A bei 100% ED"?

 

 

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Um die 550€ netto liegen die, wenn ich mich recht erinnere. Ich habe die immer als Bausatz gekauft um leichter den 10Mfd/250V Blockkondensator einbauen zu können. Die schaffen auch dauerhaft einen 2,5kW Kolben, wenn man die Kühlung verbessert.

Jens

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Hallo Jens,


gibt es inzwischen günstigere und passende Inverter für 2,5 KW? Hab jetzt einen Meo 5 XB-Kopf mit Sidewinder für 5000 Meter und 2,5 kw-Xenonkolben  sowie moderner einfacher Steuerung für 80 € erstanden.

Gruß an den Bodensee🦈

Martin

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Hallo Martin, kaum. Man kann so manches in der Bucht ersteigern, ich habe hier noch einen defekten 3 Phaseninverter aus der Bucht, den wollte ich schon an Dirk abgeben, nur mag der den nicht richten. An Einphasen hab ich noch einen etwas rumspinnenden Jäckle, der killt die Drosselspule aufgrund von was weiß ich, sowie das Ganze halt noch 2mal für mich selber. Red doch mal mit Dirk, ob der die defekten Dinger für dich richten will, dann schicke ich dir die zu.

Grüße

Jens

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