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ATRIUM

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Alle erstellten Inhalte von ATRIUM

  1. Zum Thema "Filmerbe und Filmgeschichte Digitalisieren" siehe auch diesen Artikel von Andreas Kilb in der FAZ vom 18.11.2011, durch den auch einem breiteren Feuilleton-Publikum deutlich werden dürfte, dass es bei der alleinigen Hardware-Subventionierung von D-Cinema nicht bleiben dürfte, sondern damit erst das Problem der Zugänglichkeit zu Film-Werken überhaupt entsteht: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kino/zelluloid-oder-datensatz-unser-filmschatz-im-bildersee-11528760.html +++
  2. Der US-amerikanische Filmkritiker A.O. Scott von der New York Times hat sich unter dem Titel "Film Is Dead? What Else Is New?" in der heutigen Printausgabe ebenfalls am Thema der D-Umstellung, hier als Verlusterfahrung, auseinandergesetzt: http://www.nytimes.com/2011/11/20/movies/film-technology-advances-inspiring-a-sense-of-loss.html +++
  3. Das verbindende Element zwischen Kuratoren von Kunst-Museen und bspw. Filmvorführern dürfte darin liegen, dass es sich um "lichtscheues Gesindel" handelt, also um Leute, die den Fluss von Licht und Beleuchtung entschieden steuern. Sicher hat der Louvre Fenster, man dürfte dort wie anderswo aber wesentlichen Wert darauf legen, dass – wie im Kino – kein Sonnenlicht auf die Werke der Darbietung fällt, aus guten Gründen. Der Einwurf von Leo Enticknap hat die gewünschte sardonische Wirkung gehabt; er hat heute morgen, deutscher Zeit, nochmals nachgelegt. Durch den Zeitverzug beim Aufsetzen des dynamischen Links auf der Website des AMIA-L-Archivs, auch diese Mail, aufgrund ihrer grundlegenden Bedeutung, im Zitat als Wortlaut: "Film Fading to Black" auch deshalb, weil die einst inferiore Technologie der Fimpräsentation nurmehr durch die technische Entwicklung der letzten Jahre superior geworden ist. Es bleibt die kulturpolitische Frage, was eigentlich "förderungswürdig" sein sollte: Schon beim Kauf veraltete D-Projektionssysteme zu subventionieren, bei denen der Theaterbesitzer wieder auf AfA-Rücklagen verzichten kann und ins nächste Messer der Nachfolgeinvestition läuft (und sich die Marktbereinigung damit nur verzögert), oder aber die Förderung und gezielte Ingangsetzung der Erschließung weiter Teile der Fimgeschichte durch Digitalisierung und DCIs, insbesondere ihrer kommerziell unattraktiven Anteile ? Das scheint mir mehr eine politische Frage zu werden... +++
  4. Bei unseren US-amerikanischen Kollegen zirkuliert derzeit eine Online-Petition, mit dem Ziel, den Vertrieb von 35-mm-Kopien für Programmkinos, Kinematheken und Spezialaufführungen weiterhin aufrecht zu erhalten, nach dem Motto: "What do you think? Is 35mm film and projection worth saving?": http://www.indiewire.com/article/a-new-petition-asks-how-much-do-you-care-about-35mm-projection Daraufhin hat Leo Enticknap aus UK heute eine recht ätzende Replik bei AMIA-L geschrieben, die noch nicht auf der Website von AMIA-L dynamisch verlinkt ist, deswegen hier als Zitat: **** Um also mehr als das auf DVD und BD verfügbare Repertoire an Filmtiteln verfügbar zu machen, wird letztlich um Etatmittel gerungen werden müssen, um außerhalb von DVD- und BD-Editionen bzw. "TV-Ereignissen" von den vielen rudimentären Filmtiteln der Filmgeschichte DCPs (und letztlich zunächst Digitalisierungen) zu produzieren, von den Rechtekomplikationen mal ganz abgesehen. Also: Wer soll das bezahlen ?
  5. ATRIUM

    Netzmuseum

    Dass mit "Filmmuseum" – und vor allem mit "Fernsehmuseum" – bald kein Blumentopf mehr zu gewinnen sei, belegt mir am Deutlichsten jüngst diese Tagung im Hause der SDK, bei der versucht wurde, sich via anzudienenden Partnerschaften mit SPK, Google-Forschung, Europeana-Netzarchiv und Wikimedia-Foundation wieder an die Spitze des kulturellen Reflexes zu setzen — damit aber auch nur Rick Prelingers Erkenntnis von vor 15 Jahren erneut zu extemporieren, dass nur nurmehr nur das ist, was auch im Netz gefunden werden kann: http://ins-netz-gegangen.org/
  6. ATRIUM

    "Deep End"

    Es war einer der herausragenden Titel in den 16-mm-Verleihkatalogen von "ATLAS FILM" der Jahre 1976, 1977 und 1978: "Deep End" aus dem Jahre 1970 in der Regie von Jerzy Skolimowski, galt im weiteren Verlauf der 1970er-Jahre immer noch skandalumwittert freizügig und frivol gewagt. Nun kann man sich vom Film nach längerer Rechte-Abstinenz seit den 1980er-Jahren auf Blu-Ray/DVD in einer 2K-Restaurierung der Bavaria Media wieder selbst ein Bild machen, z.B. in der Dual-Format BFI-Edition in UK (mit Extras) oder in Deutschland bei Koch-Media. Was mich an den Film und der Dokumentation "Starting Out: The Making of Deep End" von Robert Fischer recht erstaunt hat (und was ich zuvor noch nicht wußte): wie sehr "Deep End" als Ur-UK-Thema des Post-Swinging-London eine Münchener Produktion bei der Bavaria und in Settings von München war, was man auch an der Präsenz von Karl-Michael Vogler und Dieter Eppler als Schauspieler erkennen kann. Die 35-mm-Handkamera von Charlie Steinberger in der Prä-Steadycam-Ära ist als "Film-Tanz" wirklich auch heute noch sensationell. [Weiß jemand übrigens, ob der Aspekt und die Tradition der internationalen Ko-Produktionen bei der Bavaria im München der 1960er und 1970er-Jahre (z.B. Wege zum Ruhm, Cabaret, Schlangenei) bereits erforscht und publiziert ist?] Obwohl die Musik von Cat Stevens ("Harald & Maude") und CAN den zeithistorischen Kontext geschmacklich ziemlich einzugrenzen scheinen, ist Skolimowski und seinem Editor Recht zu geben, wie "frisch" der Film auch heute noch geblieben ist und wie sich die Fragen von "Freizügigkeit" verschoben haben: Während John Moulder-Brown sich 1970 noch seine Genitalien mit Gaffatape zukleben musste, damit kein evt. sichtbarer "Nippel" zu Schnittauflagen der UK-Zensoren führen hätte können, durfte die Lehrerfigur, gespielt von Vogler, eifrig die Hinterteile seiner Schülerinnen im Schwimmbad tätscheln, etwas, wie David Thomson in seinem Essay der BFI-Edition sehr richtig bemerkt, heute keiner mehr sich trauen würde, so zu drehen. Die dargestellte Mischung der Explositivität von erwachender Triebhaftigkeit bei Adoleszenten mit den Übergriffen der Erwachsenenwelt in diese jugendliche Explosivität hinein als "Exploit" und "Verlockung" (inkl. des Umdrehens, nach Belieben, als Vorwurf des "Molesting" gegenüber Tätern und der Staatsmacht) ist nach den Vorkommnissen an Odenwaldschule und Canisius-Kolleg aktuell wie nie. Im Jahr 1970 war dies zu thematisieren eine tektonisch-dynamische Welle zwischen Aufbruch der 1960er-Jahre und Etablierung von Freizügigkeit in den den 1970ern. Heute kann es als Mahnung dienen, dass vier Jahrzehnte zurückliegende Ereignisse im Kontext einfach anders waren und nicht mehr durch heutiges "sittliches Empfinden" ohne Weiteres verständlich sind, so verstanden werden können, wenn etwa einige von Mapplethorpes Fotografien (aus vielen nachvollziehbar guten Gründen, möglicherweise) bei heutigen Ausstellungen nicht mehr der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. "Deep End" erscheint mir daher äußerst sehenswert, auch weil er wieder zeigt, dass ein retouchierter 2K-Interpositiv-Scan nicht mehr das zeigt, was der beigefügte Werbe-Trailer, von gebrauchter Kino-Positivkopie abgenommen, noch erahnen lässt: wie man den Film einst im Kino gesehen hat (in Format, Gradation, Tonalität etc.). Heute können wir alte Filme so gut sehen, wie man sie zuvor noch nie gesehen hat; es wird ein ganz anderer Film, möglicherweise mit intensiverer, immersiverer Erfahrung. +++
  7. Ich fand die diesjährige Blu-Ray-Fassung von "Ben Hur" optisch sehr genußvoll, weil sie die Farb- und Stimmungs-Dynamik von TAG und NACHT gut ausschöpft. Jede neue Aufführung eines Werks ist eine Interpretation, die sich mit der Zeit verändert, weil selbst Barockmusik auf alten Instrumenten nie mehr so klingen wird, wie es vielleicht (in einer hypothetischen Annahme) mal gewesen sein könnte. Insofern macht es in der Tat Sinn, seine alten VHSen und DVDs nicht zu entsorgen, sondern als Teil einer Editionsgeschichte (mit eigenem Wert) zu verstehen. Dass wir (und auch die Lichtbestimmer und Grader) uns der Erfahrung von Filmprojektion auf großer Leinwand zunehmend entfremden oder sie gar nicht mehr kennen, wurde in einem anderen Thread im Forum hier bereits bemerkt. Jedenfalls ist zu erwarten, dass das Primat der Filmkopie-Projektions-Erfahrung allerdemnächst nicht mehr referenziell anerkannt werden wird. Insofern würde ich die hier geäußerte These bestätigen wollen, dass frühe DVDs in Ermangelung eines künftigen Zugriffs auf Filmkopien in der Tat näher an der klassischen Kinoerfahrung sein und damit Referenzcharakter erhalten können. Ein weiterer Grund, gut auf seine DVD-Sammlung aufzupassen! Andererseits würde ich eine Neuherausgabe nie hermeneutisch diskutieren wollen, weil es ziemlich lächerlich wirkt, wenn man z.B. Griechisches Tragödientheater meint, heute "authentisch" wieder auf die Bühne zu bekommen. Diese spezifischen Farbstoffe, die hier gesucht wurden, die gibt's schon lange gar nicht mehr! Was man beim Kölner Kunstfälscherprozess kürzlich auch bereits bemerkt hatte. Der Diskursfaden hier scheint mir im übrigen auch ein gelungenes Beispiel dafür zu sein, wie A-B-C-Vergleiche einen auf eine komplett schiefe Bahn werfen können. Es hätte einem beim aktuellen Goutieren dieses Werks auffallen müssen, wie staubtrocken, gewunden, zäh und komplett aus dem Timing geworfen der Film nach gut 60 Jahren wirkt, so als hätte man den Staub von jedwedem Sandkuchen mit allen Staubkörnern, denen LAWRENCE je ausgesetzt war, genetisch verbandelt. Man kommt aus dem Husten vor lauter Staubdramaturgie bei diesem Werk gar nicht mehr hinaus. Ich habe mich grässlich gelangweilt. Kein Wunder, dass man das nur noch technisch und nicht mehr inhaltlich diskutieren kann, und wenn, dann als Assimilierung des jüdischen Kultureinflusses unter das Diktat des Calvinismus, bei dem die Konvertierung zur christlichen Identität den US-amerikanischen Antisemitismus (ein gefährliches Phänomen, auch dort, bis zum Zweiten Weltkrieg) neutralisierte. Darin ist die Neuverfilmung von "Ben Hur" allerdings ein sehr deutlicher Indikator und Exekutor, wie auch das "römische=US-imperiale Studiosystem" ist dieser Darstellung seinen Zenit bereits überschritten hat. Außerdem scheint mir 2,7:1 seltsam auf 16:9-Bildwänden zu wirken, in Räumen also, die sich nicht mehr auf diese Proportionen beziehen. IMHO. ;-)
  8. Sehr gerne lese ich den EOSHD Blog von Andrew (der zur Zeit in Berlin lebt). Dort sein Beitrag vom 13. Okt. 2011 über den Verlust an filmischen Beschränkungen, die erst großes cinematographisches Können ermöglichen: "What digital filmmakers can gain from film’s passing" http://www.eoshd.com/content/4469/what-digital-filmmakers-can-gain-from-films-passing
  9. Weder von "bodenlosem Preisverfall" noch von "ausgerufenem Weltuntergang" war die Rede. Hingegen davon, dass man die Zeitepoche, die Walter Murch als die des "digital-analogen Sandwiches" (digital verarbeiteter Sandwich-'Belag' zwischen zwei analogen Brotscheiben: filmische Aufnahme und filmische Wiedergabe) bezeichnet hat, sich nunmehr als der Zeitraum zwischen 1989 (Jahr der Markteinführung der ersten AVID-Systeme) und roundabout 2011, als dem Jahr der Übernahme der 'ALEXAS' et al. und dem Erreichen der kritischen Masse bei der digitalen Projektion, definieren und eingrenzen lässt. Im Grunde also die zwei Jahrzehnte der 90er- und Nuller-Jahre. Meine Hinweise waren nur als Indiz gemeint, dass sich jetzt ein Zeitfenster schließt -- und das erscheint mir, als Filmfreund, historisch zu sein. Und dazu gehört m.E. auch die Einstellung der Neu-Produktion von Kinefilm-Kameras wie auch das Verschwinden von benutztem Gerät bei Pro-Rental-Häusern. Hinzu kommt derzeit mindestens einmal im Monat die Meldung, das irgendwo in der Welt wieder ein Filmlab geschlossen wurde/wird. Dass das jetzt alles so schnell hintereinander von statten geht, scheint mir den historischen Abschluss einer Epoche zu belegen, auf die die eingangs erwähnten eZine-Artikel auch verweisen. just IMHO.
  10. Sam, von "bodenlosem Preisverfall" hat –– NOCH -- keiner Gesprochen, außerdem gibt's in Tinseltown so viel Geld in der Branche, dass 20,000 USD für ne Kamera gut in die heimische Vitrine zum nostalgischen Anschauen passt. Wer möchte von den Kennern nicht eine Kamera, mit der u.a. "Lawrence" gedreht wurde, in seinem Heim persönlich vorfürbar haben, um damit vor dem Pool prahlen zu können? IMHO.
  11. Jetzt verschwinden die Kinefilm-Kameras auch bei den Pro-Rental-Shops, die Meldungen von gestern: http://latimesblogs.latimes.com/entertainmentnewsbuzz/2011/10/on-location-camera-rental-shop-auctions-its-film-cameras-.html http://www.variety.com/article/VR1118044669?refCatId=1009 http://www.btlnews.com/crafts/camera/birns-and-sawyer-auctions-off-film-inventory/ http://www.hollywoodreporter.com/news/birns-sawyer-auction-245647 http://auctions.tigergroupllc.com/cgi-bin/mnlist.cgi?tigergrp20/category/ALL
  12. Jetzt isses soweit und die Spezialisten hier erfahren es als erstes: Wir sind mit vier Autoren und einem Gesprächspartner jetzt in der Buch-Endproduktion und hoffen noch auf einen Ersterscheinungstermin in diesem Jahr: AA1_Werbeblatt.pdf
  13. ATRIUM

    Berliner Kinosterben

    Die taz zur KURBEL-Schließung: http://taz.de/Lichtspieltheater/!80464/
  14. Mit zunehmender Digitalisierung werden historische Wahrnehmungsleistungen im Kino extrem erklärungs- und vermittlungs-bedürftig. Historische Aufführungspraxis im Kino wird dem wohl nur in einer Mischform zwischen Vorlesung und Workshop, situativ in einem baulichen und in ständiger Veränderung befindlichem Kinolabor gerecht werden können. Letztlich als Bau im Bau, durchaus modellhaft und im Maßstab ggf. 1 : 2 bis 1 : 3. Hier müssten die Kulturhistoriker des Kinos mit Architekten und Baumeistern und beide Gruppen mit Kinoingenieuren zusammen arbeiten, so als Ziel. Das ist nicht so abwegig, wie es im ersten Moment klingt, denn wir hatten/haben in Berlin ja bereits ein (technisches jedoch kein kulturhistorisches) Kinolabor beim HHI in Charlottenburg, das sich aber mehr in der technischen Zukunft statt im hermeneutischen und erlebbaren Verständnis der Kino-Vergangenheit bewegt(e), was die historische Grundlage kollektiver Seherfahrung darstellt. Angesichts der Immobiliensituation in Berlin und dem zunehmenden Verschwinden von "Leerstellen" bzw. "Leerräumen", baulichen Lücken mit bezahlbaren Mieten, ist das keine leichte Aufgabe, zumal die Situation in Berlin vom Dauer-Schisma zwischen Sammlung/Ausstellung/Verleih einerseits und Kinopraxisbetrieb andererseits im musealen Bereich geprägt ist, das von politischer Seite in der Subventionsverwaltung perpetuiert wird. (Eine lange Geschichte.) So etwas privat zu finanzieren, wenn man nicht "Paul Allen Plattner" heißt, erscheint mir , gerade aufgrund der Berliner Immo-Situation, ziemlich unmöglich. Und die, die "Paul Allen Plattner" heißen, finanzieren auch lieber mit Softwaregewinnen prestigeträchtig disneylandeske Fassadenfreskos auf betonierte Schlossattrappen. Immerhin zeigen sich einzelne Initiativen, wie die jüngste Architekturstudenten-Ausstellung im Wedding zu Fragen der Zukunft des Kinos oder die Aktivitäten von Cinerama und seiner Gruppe. Das ist insgesamt zu begrüßen, auch wenn es wahrscheinlich realistischer sein dürfte, sich auf die deutsche Provinz in ländlichen Regionen zu fokussieren, um Realisierungsmöglichkeiten und füllbare Leerräume zu finden. IMHO.
  15. Zum Thema: http://www.tagesspiegel.de/berlin/stadtleben/wieder-verschwindet-ein-kino-im-alten-westen/5221552.html https://www.facebook.com/pages/Rettet-die-Kurbel/131955503572112
  16. Was mir erst dieser Tage und damit nach rund 35 Jahren verständlich wurde, ist die Ursache für den Umstand, dass das ATRIUM in Stuttgart über diese phänomenale Akustik verfügte. Ich habe mir das seinerzeit mit der kompakten Größe des Kinosaals, der Lautsprecher- und Verstärkeranlage und der Teppich-Wandbespannung erklärt. Das dürfte allerdings nur die halbe Wahrheit gewesen sein. Durch Wege um Umwege und vor allem durch das Privatarchiv von Filmempire und Mithilfe von Freunden, steht jetzt dieser Grundrissplan vom ATRIUM zur Verfügung. Die neue Erkenntnis: Es gab im ATRIUM nur einen rechten Winkel! Die linke Seitenwand war schräg (was einem damals im Kinosaal nicht auffiel) und die Hinterwand des Saals was gerundet, zudem erfolgte weitere Schallwellenbrechung am Balkon/Bambi. Der vorliegende Umbauplan dürfte wohl rund ums Jahr 1958 erstellt worden sein; die drei Cinemiracle-Projektoren sind eingezeichnet und auf die dafür notwendige Modifikation der Balkonanlage wird verwiesen. http://www.widescreenmuseum.com/widescreen/wingcm1.htm http://www.widescreenmuseum.com/widescreen/wingcm2.htm http://www.widescreenmuseum.com/widescreen/windjammergallery.htm
  17. Ich glaube, lieber Cinerama, unsere französischen Freunde werden Deine Enwände nicht nachvollziehen können.
  18. Das AMIA-L Webarchiv ist anscheinend dynamisch angelegt, so dass die obigen Threat-Links "rutschen", im Gegensatz zu den festen Postings-Listen: Leo Enticknap spricht in diesem Posting bei AMIA-L von heute über seine studienbegleitende Berufserfahrung als Filmvorführer und vergleicht die Notwendigkeit, Film-Projektion weiterhin erlebbar zu halten, mit Dampflokomotiv-Eisenbahnmuseen: http://lsv.uky.edu/scripts/wa.exe?A2=ind1110&L=amia-l&F=&S=&P=27959 Und hier seine Einschätzungen, wie schwierig die Erhaltung von Film-Projektion in den einzelnen Bereichen (Mechanik, Lichtquelle etc.) werden dürfte: http://lsv.uky.edu/scripts/wa.exe?A2=ind1110&L=amia-l&F=&S=&P=23236 Interessant auch, dass er die Erhaltung der digitalen Kino-Tonverfahren mit dem aufwändigen Erhalt von obsoleten Videorekorder-Systemen vergleicht.
  19. Nicht zu vergessen, dass dort zur Zeit die Berliner "Metropolis"-Ausstellung begleitend zur Lang-Retro gezeigt wird. Manche Dinge verfolgen einen eben. Die Vernissage am 17. Oktober war jedenfalls knackevoll, es gab Kleingruppen mit persönlicher Führung durch die Ausstellung; einfach ein Kulturvolk, unsere Nachbarn. Die Ausstellung ist übrigens in französisch (war zu erwarten) und in englischer Übersetzung (für mich unerwartet). Der teure Gehry-Neubau in Bercy zeigt übrigens bereits Baumängel. Man kann sich ungewollt in den dortigen Toilettenkabinen einschließen, ohne wieder rauskommen zu können. Fast eine Szene für einen Hitchcock-Film, den man dort ja auch sehr schätzt.
  20. Der Artikel "Film Fading to Black" bei Creative Cow, publiziert am 6. Okt. 2011, über den inzwischen erreichten Wendepunkt von Film zu Digital bei Aufnahme und Wiedergabe http://magazine.creativecow.net/article/film-fading-to-black erhältlich auch als pdf der CC-Ausgabe #27 mit dem Schwerpunkt "Film Fading To Black": http://magazine.creativecow.net/pdf_download/27/print.pdf hat bei Salon.com am 13. Okt. zu einer weiteren Auseinandersetzung unter dem Titel "RIP The Movie Camera 1888-2011" geführt: http://www.salon.com/2011/10/13/r_i_p_the_movie_camera_1888_2011/singleton/ ARRI, Panavision und Aaton stellen keine neuen Kinefilm-Kameras mehr her; der Bedarf liegt inzwischen bei Null. Sowohl bei CC als auch bei Salon.com werden beide Artikel jeweils heftig diskutiert. Diese beiden Veröffentlichungen haben bei den Kollegen, die bei der AMIA-Maling-Liste aktiv sind, zu einer interessanten Diskussion rund um Thesen von Leo Enticknap geführt: http://lsv.uky.edu/scripts/wa.exe?A1=ind1110&L=amia-l#65 http://lsv.uky.edu/scripts/wa.exe?A1=ind1110&L=amia-l#70 http://lsv.uky.edu/scripts/wa.exe?A1=ind1110&L=amia-l#71 http://lsv.uky.edu/scripts/wa.exe?A1=ind1110&L=amia-l#73 Ich fand im Diskurs insbesondere die Analogie schlüssig, wonach absehbar die junge Generation, die sich jetzt mit 1080p BD kinematisch sozialisiert, den "Rückschritt" auf Filmkopien nicht mehr tolerieren wird und eine "Verhunzung" der künstlerischen Intentionen des Bilderschöpfers durch eine Filmkopie statt digitalem Remaster und Präsentation nicht mehr nachvollziehen wird können, so wenig wie man die Mona Lisa noch bei Kerzenschein im Louvre akzeptiert (was eine ursprüngliche Produktions- und Darbietungsumgebung simulieren würde). Statt dessen werden die Alten Meister bei modernsten, farbtemperatur-abgestimmten LEDs "zum Glühen" gebracht, wie sie in Innenräumen der Meister und seine zeitgenössischen Bewunderer einst nie sehen konnte. Filmvorführungen von einem Film Print dürften daher binnen Kurzem zum Vermittlungsproblem oder wenigstens zur Vermittlungsaufgabe werden und das heißt: Sie sind nicht mehr voraussetzungslos zu verstehen ("Warum ein so schlechtes Bild im Kino mit Flackern?" etc.) und werden zum Gegenstand der historischen Kunsterfahrung (Entertainment inklusive). Das scheint mir derzeit der große Paradigmenwechsel zu sein, der mit dem zunehmend abnehmenden Geschrei um 3D überlagert wird. Der hier zur Zeit sich darbietende Detail-Diskurs über die Farb- und Lichtbestimmung der BD-Ausgabe von BEN-HUR spricht dafür, IMHO, Bände. +++
  21. Noch ganz im Festivalgeschehen kurz der Hinweis, dass die inzwischen beziehbare US-BluRay-Edition selbstverständlich der UK-DVD-Edition vorzuziehen ist: http://www.amazon.com/Cameraman-Life-Work-Cardiff-Blu-ray/dp/B005085RP0/ Eine DCI-DCP-Version des Films ist lt. UK-Produzent vom HDCAM-Master derzeit leider nicht erhältlich, aber vielleicht mag ja die Kornwestheim-Karlsruhe-Connection die deutschen Territorialrechte des Films für den Kinovertrieb erwerben, um selbst und mit eigenem Geld in Richtung DCP Hand anzulegen. — Ich stelle dann dafür gerne den direkten Kontakt zum UK-Produzenten her. +++
  22. Teil 1 findet sich hier und ist ein (ebenfalls längerer) Text von Arne Nowak vom Fraunhofer Institut in der AMIA TECH REVIEW vom Oktober 2010: http://www.amiaconference.com/techrev/V10_02/nowak.htm Titel: Digital Cinema Technologies From the Archive's Perspective. Der Text von Mazzanti hat mich ziemlich umgehauen, weil da einige Wahrnehmungen und Befürchtungen formuliert werden, die ich der Schärfe zwar erahnt aber noch nicht so klar gesehen habe, z.B. zur Zukunft der Scannertechnologie, Zukunft von Filmlabors, fehlender Erfahrungshorizont von filmbasierter Kino-Großprojektions-Seherfahrung bei jenen Leuten, die alte Filme auf neue Disks herausbringen (Unterschied DVD/BD-Editionen) etc. Ich würde nicht davon ausgehen, das Mazzanti ein abgehobener Theorie-Professor ist: "Nicola Mazzanti has been active in the field of film archiving and restoration for almost 30 years. He started as film archivist and as founder and curator for over 10 years of the Film Festival "Cinema Ritrovato", dedicated to film history and preservation. As a preservationist, he founded and directed a renowned film restoration laboratory, and in this capacity he was responsible for analogue or digital restorations of hundreds of silent and sound films. He writes and teaches about film history, and theory and practice of film archiving and restoration. He is a Member of the Technical Commission of FIAF (International Federation of Film Archives), and is active in several Committees of AMIA (Association of Moving Image Archivists), after having served on AMIA's Board of Directors. An independent consultant in Europe and in the US on major projects involving the transition of traditional Film Archives to Digital technologies for preservation and access, Nicola Mazzanti is currently working for the Cinémathèque Royale de Belgique as Head of Collections and Digitization. "
  23. Der Paradigmenwechsel des Digitalen in der Perspektive der Filmarchive. Wichtiger und längerer Text von Nicola Mazzanti (Belgien) mit beängstigenden Schlußfolgerungen aus der AMIA Tech Review vom April 2011: http://www.amiaconference.com/techrev/V11-01/mazzanti.htm
  24. Christiane Peitz' Rundumschlag vom 23.07.11 (im Tagesspiegel und auf Zeit-Online) zur Berliner Kinosituation und den Perspektiven: http://www.tagesspiegel.de/kultur/traeume-brauchen-raeume/4425594.html
  25. Die schlechten Nachrichten nehmen derzeit kein Ende, hier die Meldung von Variety: http://www.variety.com/article/VR1118040041?refcatid=13&printerfriendly=true
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