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Mikesch

Kopiengeneration: Lichtbestimmung von Filmkopien

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Eine Frage an die Kopierwerkspezialisten unter Euch:

 

Ausgehend von einer "typischen" Generationskette (Kameranegativ -> Intermed. Positiv -> Intermed. Negativ -> Vorführkopie) ging ich bisher immer von folgender Annahme aus:

Der Licht- und Farbausgleich  (Kopierlichtschaltungen) erfolgten bei der Kopierung von Intermed. Positiv auf Intermed. Negativ, so daß die endgültigen Vorführkopien einfacherweise als Einlichtkopien durchlaufen konnten.

 

Nachdem ich jedoch meine Lied vom Tod-Kopie am Umroller einer genaueren Inspektion unterzogen habe, erkenne ich, daß ein Bild vor einem Schnitt bereits eine Lichtänderung sichtbar ist, was ja wohl heißt, daß Kopierlichtschaltungen bei der Kopierung Intermed. Negativ -> Vorführkopie erfolgten. 

 

War das ein typisches Licht- und Farbausgleichs-Procedere? Warum erfolgte dies nicht eine Kopiengeneration früher (beim Kopierschritt Intermed. Positiv -> Intermed. Negativ)?

 

Vielen Dank im Voraus, Michael

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Hallo Mikesch!

 

Wenn ich das richtig verstanden habe, findet der Lichterwechsel, bzw. die Lichtschaltung bei deiner Kopie nicht an der Schnittstelle (auf dem Bildstrich) statt, sondern bereits ein Bild vorher.

Dann handelt es sich um sogenannte Schaltfehler oder Schaltfelder/ -kader. Die enstehen z.B. wenn das Negativ in der Kopiermaschine nicht korrekt auf die Startmarke eingelegt wurde (bei Lichtwechsel per FCC) oder wenn Schaltkerben falsch gestanzt wurden (eher unwahrscheinlich).

Daraus lassen sich m.M.n. aber keine Rückschlüsse darauf ziehen, bei welcher Kopiengeneration die Lichtbestimmung durchgeführt wurde.

 

Gruß, Florian

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Hallo Florian,

 

ja, richtig, die Lichtschaltung findet offensichtlich bereits im Bild vor dem Szenenwechsel statt.

 

Ich erinnere mich jetzt auch, früher von Kopierwerkseite gehört zu haben, daß aufgrund der hohen Geschwindigkeit der Kontaktkopierung der Vorführkopien ein Lichtschaltweg von etwas weniger als einem Frame nicht zu vermeiden sei.

 

Meine Überlegung jetzt war einfach die:

Wenn man die Lichtbestimmung eine Kopiengeneration früher (also bei Erstellung des Intermed. Negativs) macht, könnte man die Kopierung doch einmalig langsamer fahren, so daß ein solcher Lichtschaltweg wegfällt, um danach die Vorführkopien wieder normal schnell zu kopieren, ohne fehlbelichtete Frames.

 

Gruß,

Michael

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Warum sollte man? 

 

Endgültige Lichtbestimmung oder Korrekturen immer im letzten Schritt der Kette zwecks geringstem Verlust. 

 

Hier gab es bereits ausführliche threads zu diesem Thema. 

Bei Kopien aus der DI Zeit ist das olle Zeug sowieso nicht mehr anwendbar. 

 

Und gerade italo Kopien von Western waren handwerklich alles andere als gut. 

 

 

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Das "olle Zeug" interessiert mich nun mal ... :)

Handwerklich finde ich die beschriebene (deutsche) Kopie übrigens hervorragend (Schärfe, Ausgeglichenheit der Farbgebung), ist ja auch alles andere als ein Italo-Western vom Fließband.

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Danke für den Tip mit alten Threads. Hatte tatsächlich noch nicht gesucht, das werde ich aber tun.

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Ich kenne italowestern nur aus Italien, meistens aus Rom kopiert, da gab es neben falschen schaltschritten schon mal geflickte Negative fürs Bild aber der Ton wurde nicht angeglichen, damit dann leicht asynchron. 

 

Die Kopierwerksmenschen hier sind 3 im Forum, Nummer 4 ist leider vor einiger Zeit verstorben, der hatte wirklich Ahnung. 

 

Der Grund, warum die Lichtbestimmung immer erst am Ende der Kette durchgeführt wurde ist,  dass sie auf die jeweiligen Chargen des Positives individuell angepasst wurde. Da gab es dann Probeauszüge mit verschiedenenen Grundlichtarten, sprich man hat anhand der Reaktion des Positivs versucht ein homogenes "Nulllicht" zu erstellen auf dessen Grundlage dann das Kopierlicht geschälten wurde, ums vereinfacht auszudrücken. 

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vor 27 Minuten schrieb TK-Chris:

Der Grund, warum die Lichtbestimmung immer erst am Ende der Kette durchgeführt wurde ist,  dass sie auf die jeweiligen Chargen des Positives individuell angepasst wurde. Da gab es dann Probeauszüge mit verschiedenenen Grundlichtarten, sprich man hat anhand der Reaktion des Positivs versucht ein homogenes "Nulllicht" zu erstellen auf dessen Grundlage dann das Kopierlicht geschälten wurde, ums vereinfacht auszudrücken. 

 

Ich verstehe, danke für die Info.

Bedeutete das denn, daß bei der Intermediate-Kopierung zuvor (Kameranegativ -> Imtermediate Positiv -> Intermediate Negativ) ganz auf (szenenweisen) Lichtausgleich verzichtet wurde, also mit konstantem Licht kopiert wurde?

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Manchmal ist es nur eine Frage des Geldes. Knausrige Produzenten lassen mit einem Licht dupen. Diese Leute wollen oft auch nur Teile des Originals dupliziert haben. Daß man eindeutig mißratene Aufnahmen nur entwickelt, ist verständlich. Früher wurden die nicht mehr gebrauchten Abschnitte verkauft, das Celluloid wurde umgeschmolzen zu Zahnbürstengriffen und Kämmen. Von da kommt das Hollywood-Lächeln.

 

Wenn Aufnahmen stark fehlbelichtet sind, sollte man sie möglichst früh in der Generationenfolge ausgleichen. Die Meisterkopie wäre eigentlich das erste fertige Positiv ab Kameranegativ. Beim Farbenfilm hatte es eine Verschiebung gegeben, als die Umkehrzwischenfilme erschienen. Da diese mit Trickkopieranlagen à la Oxberry belichtet wurden, entschied man oft, die Korrekturen hinterher auszuführen, weil sie leichter zu machen waren an Hand des weichen Zwischennegativs. Auch wurde der Engpaß der langsam laufenden Trickanlage entschärft. Die CRI-Verarbeitung umfaßte 16 Bäder, ich habe noch welche entwickelt in einer Debrie, und war wacklig. Leicht entstanden Farbstiche. Wie Chris sagt, steht und fällt die Qualität mit der Anpassung ans jeweilige Positivmaterial, den eigentlichen Film, den die Kinobesucher sehen werden.

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