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Agfa Movex 8 von 1937


SteffenK
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Besitzt zufällig Jemand diese alte Normal-8 Agfa Kamera und hat auch schon mal damit gefilmt? Die Kamera funktioniert offensichtlich nur mit Kasetten, die vorher mit 8mm Film bestückt werden. Kein 16mm Doppel-8! Einfach Normal-8, so ähnlich wie Single-8 sehen die Kasetten aus. Dieses Modell war offensichtlich auch an diversen Kriegsschauplätzen des 2. Weltkrieges im Einsatz, muss also doch unproblematisch und robust gewesen sein.

Die Bildqualität ist, gemessen an den Umständen, erstaunlich, wie ich finde und wie man z.B. hier sehen kann:

 

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Konnte es mal wieder nicht lassen und habe so eine ersteigert 😉 Offensichtlich auch Vorkriegsproduktion.

vor einer Stunde schrieb F. Wachsmuth:

 

Wow, das klingt interessant und vom technischen Know How für mich irgendwo in höheren Sphären befindlich.

vor einer Stunde schrieb Film-Mechaniker:

Das liegt am wenig empfindlichen, feinkörnigen Filmmaterial. Auch aus anderen 8er Kameras haben wir Bilder, die mit den heute erhältlichen hochempfindlichen Filmen nicht nachzumachen sind.

Genau das hatte ich befürchtet! Ich kann ohnehin nicht verstehen, warum man das ganze 8mm-Zeugs immer in 100 ASA herstellt. Bei dem winzigen Filmbildchen wären mindestens 50 ASA, oder besser noch weniger, sinnvoll. Da wäre die Firma FOMA halt gefragt (zB). Für 16mm, finde ich, geht das ja noch. Aber mir persönlich ist das Korn meiner Aufnahmen bei Fomapan selbst bei meinen KB-Fotos schon zu grobschlächtig. Würde denn Pullen da evtl. was bringen?  Vielleicht sollte ich das hier bestellen? (Natürlich deutlich teurer, wenn noch Versand und Zoll oben drauf kommen): https://filmphotographystore.com/products/regular-8-film-fpp-cine8-bw-50-reversal-film-double-8

 

Achso, eins noch: Gibt es irgendwo eine Anleitung, wie man am Besten diese Kasettchen belädt? (Lomo-Splicer und ein Umroller sind vorhanden).

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Ich hab mir da was aus Lego gebaut. Ziemlich einfach. 🙂

Wichtig ist, dass der Film mit Schicht außen aufgewickelt sein muss, also gegen seinen "Drall ab Werk". Es hilft sehr, den zu konfektionierenden Film sofort entsprechend umzuwickeln und ein paar Tage so liegen zu lassen, dann nimmt er diesen Drall an. Das macht das Befüllen viel einfacher. 
 

Die Kassetten sind recht leicht zu öffnen. Die meisten sind aus Blech und wie eine Keksdose mit strammem Deckel gearbeitet. Seltenere, spätere sind aus Kunststoff und geschraubt. Die aus Blech sind besser. Etwaige Etiketten aufschneiden, dann kann man sie aufheben. Der Film ist an den Kernen mit einem offenen Messingstreifenring festgeklemmt. Laufbahn wie in einer Audiokassette, daher auch Schicht außen. 

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Hab mal ein paar Fotos gemacht. 
 

Mit einer kleinen Kurbel kann man einen improvisierten Vierkant drehen, der genau in den Kern des Geberwickels passt:

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Zufällig passt genau ein 10x10 mm Aluprofil, dass ich einfach mit Epoxydknete auf eine Lego-Kreuzachse aufgebracht habe:

 

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Ebenso zufällig sind Legosteine exakt 8 mm breit. Der einseitig gelagerte Lochbalken sorgt einfach dafür dass es einen hübsch flachen Wickel gibt und nicht im Dunklen alles zur Perücke wird. Gerade wegen des verkehrten Filmdralls. 
 

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Hier hast du eine geöffnete Kassette. Links der gebende Wickel mit dem Blechring. 
 

Passt genau:

 

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die grauen, flachen, gerippten Steine oben begrenzen die Wickelgröße auf das richtige Maß. Klappt sehr komfortabel auch im Dunkeln. 
 

Wenn du eine Kassette erstehst, nimm den Film darin als Maß oder Vorlage für deinen neuen Wickel. Der alte Film ist eh hin. 

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vor 3 Stunden schrieb SteffenK:

Würde denn Pullen da evtl. was bringen?

 

Nein. Der 40-ISO-Umkehrfilm beim FFP ist vermutlich bis wahrscheinlich Kodak Plus-X reversal. Durch die niedrigere Empfindlichkeitsangabe wird PXR reichlicher belichtet, was den Eindruck verschaffen soll, der Film habe keinen Grauträger.

 

Fomapan R ist eigentlich ein 50-ISO-Material. Der Empfindlichkeitsgewinn von 100 Prozent entspringt dem Umkehrverfahren. So waren die ersten Umkehrfilme von Kodak und Agfa im Grunde 5-ISO-Materialien, welche auf Grund des Umkehrens als 10-ISO-Filme in den Handel kamen. Panchromasie, d. h. Empfindlichkeit für alle Farben des Lichtspektrums, steigert den Belichtungsindex nicht einfach um eine Viertel bis eine Drittel Blende, sondern senkt ihn sogar, weil Farbstoffe eingelagert werden müssen, die Licht schlucken. Das gilt auch für orthochromatische Schichten, die zusätzlich zur natürlichen UV-, Violett- und Blauempfindlichkeit Grün bis Grüngelb oder Gelb sehen. Sie tragen einen bräunlichen oder gelblichen Teint.

 

Ja, es fehlt ein orthopan- oder panchromatisches Material von 10 bis 20 ISO in den kleinsten Formaten. Ich möchte lieber sagen: Es fehlt ein Mikrofilm in Doppelacht, DS-8 und 9,5.

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vor 14 Stunden schrieb F. Wachsmuth:

Ziemlich einfach. 🙂

Stimmt, ich sehe es, total einfach🤪. Naja, Lego besitze ich noch einen Karton voll. Sind noch meine Eigenen. Ich glaube, ich muss so eine Kassette mal vor mir liegen haben. Eine gefüllte habe ich ersteigert mit abgelaufenem BW-Film, glaube 25 ASA. Wollte ich (eigentlich) just for fun verdrehen und Selberentwickeln probieren, mehr so als Übung. Aber, ich sehe mich schon im Stockdunkeln eine Kassette auffummeln, deren Inhalt ich kaum kenne, ohjeh. Denke, es ist sinnvoller, wenn ich die bei Tageslicht opfere, um die Technik innen kennenzulernen.

 

vor 11 Stunden schrieb Film-Mechaniker:

Der 40-ISO-Umkehrfilm beim FFP ist vermutlich bis wahrscheinlich Kodak Plus-X reversal

Und den bekäme man noch? Glaube, nur in 16mm, richtig?

vor 11 Stunden schrieb Film-Mechaniker:

Fomapan R ist eigentlich ein 50-ISO-Material

Wenn ich den nun wenigstens wie 50 ASA entwickle (und belichte)? Davon kann ja das Korn auch nicht feiner werden, richtig?

 

 

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Stöhn! Wenn einen solche unbeschwerte Fragen nur nicht immer in eine Depression stürzten, man versucht Zusammenhänge zu erklären, doch das interessiert eigentlich gar nicht.

 

Also, kurz: Kodak PXR kann auch einfach zum Negativ entwickelt werden. Empfindlichkeit dabei wie 40 bis 32 ISO nehmen. Fomapan R geht nicht als Negativ und er ist auf ISO 100 zu belichten. Dann bleibt nur die bestmögliche Umkehrverarbeitung.

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vor 2 Stunden schrieb Film-Mechaniker:

Stöhn! Wenn einen solche unbeschwerte Fragen nur nicht immer in eine Depression stürzten, man versucht Zusammenhänge zu erklären, doch das interessiert eigentlich gar nicht.

Sorry, habe ich nicht ganz verstanden, was die relativ hohen ISO bei dem Fomapan 100 R mit Negativ oder Umkehrfilm zu tun haben. Ich wollte Nichts zum Negativ entwickeln, sondern war sozusagen auf der Suche nach feinkörnigem Umkehr Normal-8 Material. Dabei stieß ich auf diesen 40 ASA BW-Umkehr von FFP. Und  in diesem Zusammenhang kam auch der Gedanke des "Pullens" auf, so in Richtung 50 oder sogar 25 ASA bei Foma 100R. Das Ganze wiederum war mir aufgefallen im Zusammenhang der guten Qualität dieser alten Normal-8 Streifen, die ja wohl aufgrund der niedrigen ASA so erstaunlich gut aufgelöst aussehen. Ich hatte nie vor, 8mm zum Negativ zu entwickeln. Irgendwie müssen wir uns missverstanden haben.

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Haben wir nicht. Um weiterhin kurz zu bleiben, das Umkehrentwicklungsverfahren bringt ungefähr eine Verdoppelung der Empfindlichkeit eines fotografischen Materials.

 

Ansonsten sind wir uns ganz einig darin, daß es ein mit den ursprünglichen Filmen vergleichbares Material nicht mehr gibt.

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vor 12 Stunden schrieb SteffenK:

Eine gefüllte habe ich ersteigert mit abgelaufenem BW-Film, glaube 25 ASA. Wollte ich (eigentlich) just for fun verdrehen und Selberentwickeln probieren, mehr so als Übung. Aber, ich sehe mich schon im Stockdunkeln eine Kassette auffummeln, deren Inhalt ich kaum kenne, ohjeh. Denke, es ist sinnvoller, wenn ich die bei Tageslicht opfere, um die Technik innen kennenzulernen.


Ja. Vergiss den Isopan. Der ist so gefoggt, da kriegst du quasi nichts sichtbares mehr raus. Glaub mir, von ca. 20 Kassetten hatte bei mir eine noch eben gerade Restschatten eines Motivs. Opfere den Film darin zum lernen und befülle dann mit frischem. Ich würde Fomapan nehmen, kostet wenig und ist knackiger als der olle Plus-X (den ich noch nie mochte). 

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vor 10 Stunden schrieb F. Wachsmuth:

Ich würde Fomapan nehmen, kostet wenig und ist knackiger als der olle Plus-X (den ich noch nie mochte). 

Mache ich, danke für den Tipp!👍 Bin ja eh kein großer Freund von abgelaufenen Filmen, die teurer gehandelt werden, als frischer Foma100. Dann dient die Kassette als Übungsobjekt. Mit Plus-X meinst Du auch den 40 ASA BW Reversal 8mm von FFP? Über den war ich halt bloss "gestolpert", weil ich dachte, oh, endlich mal was mit geringerer Empfindlichkeit, also (vermeintlich?) feineres Korn.

Ich muss bei meinem Procedere bzgl. Foma-100R Umkehr ohnehin noch eine Menge üben, in den "Feinheiten". Hatte z.B. mit Fomadon LQR 1+10 ohne Zusätze entwickelt, (Rest 1:1 nach Deinem Rezept, Friedemann) und war recht angetan davon. Preisgünstig und recht moderates Korn. Habe dann Gestern mit Kaliumbromid + Cyanat entwickelt: Nun, geht, aber viel gröberes Korn, ja, höhere Kontraste auch. Hat mir persönlich nicht so gefallen. Das Korn war da viel gröber. (Geschmackssache). Dann geht ferner meine schluderige "Zimmertemperatur" beim Erstentwickler gar nicht. Meistens so 21 - 22°C und das ist sicher zu viel. Da werde ich mal strenger darauf achten, dass das die 20°C nicht überschreitet. Zum Üben war es bis jetzt o.k. und ich war völlig fasziniert, überhaupt Filmbildchen zu erhalten, ABER, jetzt geht es an die Feinheiten.

Bin halt auch dankbar für weitere Tipps, wie man die Struktur bei dem Foma100R noch ein bisschen feiner hinbekommt.

(Achso: Dokumol werde ich mir definitiv auch wieder besorgen, hatte nur den Eindruck, dass es schneller "umkippt" und in der Vorratsflasche schon dunkel wurde. LQR ist preisgünstig bei Foma Bohemia direkt!)

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vor 39 Minuten schrieb Film-Mechaniker:

pro Grad Celsius um 30 Sekunden

Ah, dann muss ich da entsprechend die Zeit kürzen. Nun verstehe ich auch das verstärkte Korn! Schuld waren nicht die Zusätze, sondern meine Anpassung des gebrauchten Entwicklers. Mit 11 Minuten statt der von Foma vorgegebenen 10 Minuten war das wohl bei 21-22°C zu lange entwickelt. (Wollte Zeit zugeben, weil der Entwickler nicht mehr ganz frisch war.

(Nebenbei, mein "verschwundener" Film aus der Pentaka 8B war wieder aufgetaucht und sehr gut geworden. Kameraseitig 1A! Dieser merkwürdige "unentwickelte" Fim beruhte wohl auf einer dummen Verwechslung. Ich muss tatsächlich eine Rolle unbelichteten Foma100R entwickelt haben. 🥴 ).

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vor 39 Minuten schrieb F. Wachsmuth:

Je wärmer du erstentwickelst, desto gröber wird das Korn

Noch ein triftiges Argument. Dann muss ich mal schauen. Entscheidend ist das doch sicher nur beim FD, richtig? Bleach und CL + SD nicht mehr so wild? Da muss ich wohl mit Eiswürfelbad arbeiten. Raumtemperatur ist leider (auch im Winter) bisschen drüber. (Oder vorher kurz in den Kühlschrank)

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Ein ausreichend großes Wasserbad hält die 20° lang genug für eine FD. Das sollte auch ohne Eiswürfel gehen, Kaltwasser kommt ja wohl kaum mit 22° aus dem Hahn, oder?

 

Und ja, nur die FD hat maßgeblichen Einfluss auf das Korn. Neben der Temperatur spielt übrigens auch das Agitationsmuster eine Rolle. 

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vor 15 Stunden schrieb F. Wachsmuth:

Kaltwasser kommt ja wohl kaum mit 22° aus dem Hahn, oder

Könnte klappen, ohne Aufwand, mit fließend kaltem Wasser. Das hat nämlich 19,5°C (momentan). Wiegesagt, auf kalt gedreht und voll aufgedreht. (Und das im Norden). Hätte ich mich komplett verschätzt und nicht gedacht, wie warm bei uns das "Kaltwasser" ist. Wenn die Flüssigkeiten stehen, nehmen sie halt die Raumtemperatur an. Ohne Heizung offensichtlich 22°C, (auch erstaunlich warm).

Agitation habe ich mir angewöhnt am Anfang 1 Minute permanent, dann alle 30 Sec so 4 Viertelumdrehungen. Und immer dabei bisschen Rütteln gegen die Luftblasen. Bei FD + SD halte ich das streng ein, bei den anderen Flüssigkeiten mehr so nach Gefühl. Das ist es im Wesentlichen. Fomadon LQR 1+10, Rest wie gehabt mit Dichromatbleiche + Natriumsulfit CL + Kodak Fixer. Viel Spülen, Wässern + am Schluß Fotoflo. Achso, alle Ansätze natürlich mit Aqua dest.

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Die Movex 8 ist eingetroffen und leider hatte ich diesmal nicht ganz so viel Glück, während alle meine Gebrauchtkäufe bisher immer glücklich verlaufen waren. Die Blende funktioniert, das ist ja schon mal viel Wert. Aber, bei dem Federwerk hat es mich diesmal erwischt: Nach kurzem, kläglichen Anlaufen, macht nun der Motor keinen Mucks mehr. Ich denke, mit Sicherheit verharzt(?) Ein Wunder wäre es ja nicht, nach immerhin über 80 Jahren! Nun gibt es ja eigentlich nur 3 Möglichkeiten:

1. Zurückschicken (finde ich langweilig 😉 )

2. Selber öffnen und schauen, ob ich das Werk entharzt und gefettet bekomme. Bin aber ganz klar Laie!

3. Eischicken und das Geld dranhängen für eine CLA? Äußerlich sieht die Movex 1A aus, (die auf dem Foto ist das). Vermutlich ist 3 die klügste Lösung? 😉

Edited by SteffenK
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