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Alter Saallicht-Dimmer defekt


Empfohlene BeitrÀge

Geschrieben

Hallo liebe Kollegen!

 

Gestern hat sich unser treuer und zuverlÀssiger Saallicht-Dimmer verabschiedet.

Der Stelltrafo funktioniert, also Licht kann man per Hand am Regler manuell dimmen, nur der Motor/Ansteuerung mag nicht mehr. 

Die Automationsrelais schalten, auch an dem Tableu im Bildwerferraum wurde seit der Digitalisierung nichts verÀndert.

 

Anbei ein paar Bilder des Dimmers.

Vieleicht kennt ihn hier jemand? Ersatzteile wird es wohl keine mehr geben, aber vieleicht sind auch nur ein paar Kleinigkeiten defekt (Kondensatoren? Gleichrichter?).

 

Problem ist, dass die kleine Schmelzsicherung (um die 300mA) sofort durchbrennt, daher wĂŒrd ich auf irgendeinen Kurzschluß tippen.

 

Mechanisch dĂŒrfte alles in Ordnung sein, nicht schwergĂ€nig oder so, alles wie gewohnt.

 

Weis jemand einen Rat oder noch besser, hÀtte jemand noch so einen auf Lager ?

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Sowas muss natĂŒrlich ausgerechnet zu Weihnachten passieren...

 

Liebe GrĂŒĂŸe

Alex

Geschrieben

Das sieht nach einer Bastelarbeit aus den 80ern aus, das Teil. Nichts kommerziell erhÀltliches

Aber fĂŒr mich wĂ€re als erstes der kleine, runde BrĂŒckengleichrichter ein suspektes Teil. 

 

-St

Geschrieben

Hallo Alex35,

die Frage, die Dich bewegt lÀsst sich so nicht beantworten, da zur Deutung ein Schaltplan fehlt.

Mein erster Hinweis richtet sich auf die GefĂ€hrlichkeit beim rumfummeln an elektrischen Anlagen, bei denen Netzspannung (ich tippe auf 230V~) anliegt. Bevor Du an diesem netten EigenbaugerĂ€t arbeitest, solltest Du es vom Netz trennen. Ich hoffe, dass fĂŒr dieses Teil auch im normalen Betrieb eine Abdeckung vorhanden ist.

Nun zum Fachlichen:

Der auf den Bildern zu erkennende Dimmer ist ein Saalverdunkler mit Stelltrafo (ca. 1 kW) mit Verstellung mittels Motor und auch per Hand (irgendwo ist eine Friktion drin).

Der Stelltrafo mit der angeflanschten Mechanik ist der gefĂ€hrliche Netzspannungsteil. Die Bauart ist robust und wenn dort keine verschmorten Stellen zu sehen sind, ist dieser Bereich in Ordnung. Du schreibst ja selber, dass die Verstellung von Hand dort funktioniert. Die Mikrotaster sind Endlagenschalter, wobei nicht deutlich ist, ob sie fĂŒr die Ein- und Ausschaltung des Stelltrafos sind, und - oder die Steuerung in den Endlagen begrenzt.

Bei nicht Handbetrieb erfolgt die Verstellung ĂŒber ZahnrĂ€der von einem (ich tippe) LKW-Scheibenwischermotor (24-V-Motor mit angeflanschtem Schneckengetriebe). Das Kabel dazu ist deutlich auf dem Bild zu erkennen, die Verlegung sollte dringend neu erfolgen, das heißt nach außerhalb des Stelltrafobereiches (im Bild liegt das Kabel auf den Wicklungen des Stelltrafos, sehr gefĂ€hrlich).

Die gesamte Steuerschaltung wird wohl mit 24V- betrieben. Folgende Komponenten sind zu erkennen:

Netztrafo, GleichrichterbrĂŒcke fĂŒr Steuerrelais;

4 Steuerrelais (wohl fĂŒr die externe Tastensteuerung) mit angelöteten Freilaufdioden oder Dioden fĂŒr den Steuermotor (?);

2 Relais mit einer kleinen elektronischen Beschaltung mit eigenem Netztrafo, Transistoren , dazu eigenem Gleichrichter und Siebkondensator;

Diese elektronische Schaltung wird wohl mit dem Stellpotentiometer neben der Feinsicherung angesteuert und ermöglicht eine Koinzidenzeinstellung (z. B. Haltepunkt fĂŒr Halbdunkel), kann aber auch am Saalverdunkler fĂŒr andere Handsteuerung des Verstellmotors benutzt werden. Sieht aus, als wĂ€re diese Schaltung spĂ€ter hinzugefĂŒgt.

Sieht alles sehr merkwĂŒrdig aus, ist aber eigentlich gut gebastelt. Alle anderen Steuerelemente funktionieren nach dem Prinzip Relaissteuerung. Ich nehme an, im VorfĂŒhrraum gibt es ein Tastenfeld mit 3 Tasten --> „Hell“ -  „Halt“ – „Dunkel“ und evtl. eine Taste mit „Programm“ (z. B. fĂŒr Halbdunkel).

Was ist zu tun.

FĂŒr die Reparatur ist Zeit einzuplanen, da der Fehler nicht auf Anhieb zu entdecken ist.

Beim Testen ist es unerlĂ€sslich, die Anlage vom Netz zu trennen --> im Fachjargon vom Netz „Freischalten“. Eigentlich ist nur der Steuerungsteil von Interesse, da Du selber beschreibst, dass der Leistungsteil (Stelltrafo) funktioniert.

Leider ist nun keine Netzspannung am Steuerteil vorhanden. Daher ist mit Vorsicht ein Netzkabel an den vorher abgeklemmten Netzanschluss der Steuerung anzuschließen (Vorsicht bei allem).

1. Der kleine BrĂŒckengleichrichter fĂŒr die Steuerrelais sieht schon schwach aus, den als ersten prĂŒfen. Besser gleich raus und einen krĂ€ftigeren rein.

2. Die Elektrolytkondensatoren gegen gleiche neue austauschen.

3. PrĂŒfen der Verdrahtung auf FehlschlĂŒsse (verbogen, Isolation fehlt usw.)

4. Ist die Feinsicherung mit 300 mA ĂŒberhaupt richtig, der Stellmotor muss ja auch irgendwo dranhĂ€ngen.

5. Stellmotor prĂŒfen – mechanisch und elektrisch, ich nehme an, dass der mit 24V- beschaltet ist (Kabel rot-blau). Drehrichtung je nach Polung durch die Steuerrelais. Dazu wĂ€re ein Netzteil mit 24V- gut, um den Strom zu messen. Wichtig fĂŒr die Bemessung der Sicherung (sofern diese im Motorstromkreis mit drin hĂ€ngt). Wenn der Motor mechanisch schwergĂ€ngig ist, braucht dieser mehr Strom und die Sicherung wird zerstört. Also Motor muss sich leicht drehen. Ansonsten SchwergĂ€ngigkeit beseitigen. Leider sind dort auch am Motor die KohlebĂŒrstenhalter zu erkennen. Die KohlebĂŒrsten nutzen sich auch mit der Zeit ab. Bei notwendigem Wechsel ist Beschaffung und handwerkliches Geschick gefragt.

Nach dieser langen Liste der TĂ€tigkeiten musst Du selber einschĂ€tzen, ob Du ĂŒber Weihnachten das GerĂ€t von Hand betĂ€tigst und spĂ€ter reparierst, oder nach Heilig Abend nachts eine Sonderaktion startest, die aber auch schiefgehen kann.

 

Wenn ich mit der Annahme von ca. 1kW Leistungssteuerung des Stelltrafos ausgehe, ist wohl die Überlegung fĂŒr einen zukĂŒnftigen elektronischen Ersatz (Thyristordimmer) angebracht. 

 

Ich hoffe, meine Hinweise konnten weiterhelfen.

 

Beim reparieren Vorsicht und ff

 

Filmuwe

Geschrieben

Danke schonmal fĂŒr eure Antworten!

 

Ob das ein "BastelgerĂ€t" ist kann ich so nicht sagen, wir haben insgesamt 4 StĂŒck davon, welche bisher ohne Probleme funktionieren. Kann gut sein,dass die schon "etwas Ă€lter" sind ?

 

Vielen Dank fĂŒr deine AusfĂŒhrliche Herangehensweise Filmuwe!

Das mit der Netzspannung ist mir klar, bzw sollte mir als Elektrofachkraft nichts neues sein. 

Der Motor ist vermutlich ein 24V Gleichstromgetriebemotor.

Richtig, wir haben die 4Tasten Hell, Dia, Dunkel, Halt.

 

Da ich leider selber nicht viel Zeit fĂŒr sowas habe, hat heute der Elektriker sich das mal angeschaut (wir wollen ja,dass es möglichst bald wieder funktioniert) und ist zum Punkt gekommen, dass der Netztrafo defekt ist. Gleichrichter etc hat er alles durchgemessen.

Überraschenderweise gibt es exakt diesen Trafo noch beim Hersteller...also gleich mal bestellt.

Wobei ihr recht habt, die Kondensatoren und Gleichrichter erneuern wĂŒrde auch nicht schaden.

 

WĂ€re schon großes GlĂŒck gewesen, wenn hier jemand gewusst hĂ€tte wer diese damals gebaut hat bzw einen Stromlauf dazu hĂ€tte...

 

Und zur Beruhigung,es ist natĂŒrlich eine Schutzabdeckung ĂŒber der ganzen Konstruktion, welche ich nur fĂŒr die Bilder entfernt habe.

 

 

Vielen Dank und ich halte euch auf dem Laufenden

 

Schönen Abend!!

Geschrieben

Oh jeh, ein Weinkopf-Dimmer. Der Graus eines jeden BWR, mich wundert, dass der bei euch noch problemlos lief. In Ro sind die im Filmpalast gern mal abgeraucht. Versuche mal, wie es Stefan schon geschrieben hat mit dem Gleichrichter und den Elkos auf der Platine, wenns dann immernoch nicht geht, könnte auch der Trafo nen Wicklungsschluss haben, dann heißts den auswechseln.

 

Tante Edith sagt: Ist eh alles schon geschrieben worden :)

Geschrieben

Irgenwann ist halt die Kohlerolle abgelaufen und dann gibts WindungsschlĂŒsse. Das ist bei den Konstruktionen zu prĂŒfen und die Rolle dann entweder auszuwechseln oder neu rundzuschleifen. Gleiches betrifft ja auch die SpulentĂŒrme. Stefan2 hat da schonmal vor Jahren darauf hingewiesen, was die Schwachpunkte der Ringkernstelltrafos sind. Flinke Sicherungen sind auch ein Muß am Lastausgang.

Jens

Geschrieben

Servus Chris & Jens!

Das sind ziemlich sicher die von Hasso/Weinkopf. Hatten ja auch die LegendĂ€ren SpulentĂŒrme dazu.

Die anderen 3 funktionieren eigentlich noch wunderbar, wobei wir auf Grund des Stromverbrauchs auf der Suche nach Alternativen sind (Led o.Ä) welches man ohne grĂ¶ĂŸeren Aufwand statt der Weinkopf Dimmer verbauen könnte.

 

Das mit den Abgriffrollen schau ich mir auch gleich mal an, wie diese ausschauen...

 

Schöne GrĂŒĂŸe

Alex

 

Geschrieben

Ich glaube, so einen kompletten Trafo hab ich noch im Lager liegen, der stammt aus so nem Dimmer, war aber auch im Spulenturm verbaut.

 

Übrigens ist der Getriebemotor einer von Bosch fĂŒr nen Polo (50), dort verbaut im Scheibenwischerantrieb

Geschrieben

Den Fehler haben sie ja; laut Alex; gefunden. Obschon ich den Trafo mit Windungsschluß aus den Bildern nicht erkennen konnte.

 

Weinkopf Bastelarbeit macht Sinn. Mich wundert eigentlich, warum bestimmte Firmen so etwas in Manufakturarbeit und Kleinserien herstellten, der Aufwand zum Bau, sieht man die Mechanik und die Verdrahtung der Relais an, ist recht erheblich. Und gerade solche Verdunkelungstrafos (oder Thyristor-/ Triacsteller) konnte man recht preiswert von vielen darauf spezialisierten Firmen kaufen. Und das mußte nicht Siemens (Adrienne de Bakker) sein, wie bei Bauer Installationen von Siemens.

Die speziellen Verdunklungstrafos hatten zudem abgestufte Windungsdurchmesser, so daß sich bei GlĂŒhlicht eine fĂŒrs Auge bessere Verdunklungskurve ergab. Bei den besseren Thyristorstellern wurde dieses Verhalten in der Ansteuerelektronik berĂŒcksichtigt.

Der verbaute Stelltrafo, offensichtlich ein Standardteil des Erbauers, weist das nicht auf.

 

Vielleicht kann mir ja jemand meine Frage beantworten? Gut, bei SpulentĂŒrmen gab es eine unendliche Vielfalt an Bastelarbeiten ĂŒberall.

 

-St

 

Geschrieben

Hi

 

Der Bestellte Trafo ist glĂŒcklicherweise 1:1 wie der alte. Hab ihn gestern ausgetauscht und tatsĂ€chlich, es funktioniert wieder!

 

Stefan: warum und wer solche aufwÀndigen Teile gebaut hat, keine Ahnung, vermutlich war damals der Bedarf an diesen Teilen doch ganz rentabel.

 

Die Kohlen,also den Abgriff,hab ich mir auch angeschaut, sind flache Kohlen unf schauen ganz gut aus.

Bei Gelegenheit tausch ich noch die Elkos und den Gleichrichter aus,dann könnte er wieder die nÀchsten 30 Jahre seinen Dienst tun ?

 

Weis jemand ob Herr Weinkopf noch Unterlagen/StromlĂ€ufe o.Ä hat und diese evtl herausgibt? Am Besten ruf ich ihn mal an...

 

Vielen Dank euch allen und eine schöne Weihnachtszeit!

 

Alex

Geschrieben
vor 15 Stunden schrieb stefan2:

Alex, Gleichrichter und Kondensatoren, tausch sie bitte. DerTrafo gibt nicht von alleine auf.

Das denk ich mir auch...mache ich auf jeden Fall noch. Die Elkos hÀngen zwar nicht an dem Trafo, (nur der Gleichrichter) aber schaden tut sowas normal nie

Geschrieben

Der Trafo kann auch ganz alleine durch Wicklungsabriß aus dem Leben scheinden, hatte ich auch schon ab und an. Durchs Ein/Ausschalten wird der warm und kalt und irgenwann ist der Draht ab.

Jens

Geschrieben

Das wĂ€r auch möglich. Ist quasi auch ein mechanisches Bauteil. Der Isolierlack vom Wicklungsdraht wird durch minimale Reibung und wĂ€rme auch abgescheuert/bröckelig,dann kommts zu WicklungsschlĂŒssen und dann wars das auch bald.

 

Alex

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