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Tipps fürs Anfilmen von Super 8


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Hallo, ich grüße Euch und hoffe hier noch ein paar Tipps erhalten zu können.

 

Ich bin dabei, nachdem ich zunächst die alten Super 8 Filme aus meiner Kindheit gesichtet habe, diese zu digitalisieren.

 

Hierbei habe ich einige bereits zum Digitalisieren (Scannen) in professionelle Hände gegeben.

 

Die übrigen möchte ich nun gerne durch abfilmen sichern. Hierfür habe ich einen Projektor "Bauer T40 Sound" bei ebay ersteigert. Die Sichtung habe ich mit einem Noris Norisound 342 Stereo durchgeführt, bei dem jedoch leider der Ton nicht funktioniert hat.

 

Mit den bisherigen Aufnahmen bin ich eigentlich bereits recht zufrieden. Ich habe in einem relativ geringen Abstand (ca 2m) auf eine Fläche von ca DIN A3 projiziert und mit einer Sony alpha 58 auf einem Stativ leicht versetzt mit manuellem Fokus gefilmt.

 

Bevor ich loslege, und hinterher feststelle: "Ach, hätte ich mal noch dieses und jenes beachtet", dachte ich, ich frage mal hier, ob es noch weitere Dinge für eine Optimierung der Qualität zu beachten gibt. Bin jetzt allerdings kein ambitionierter Bastler und Hardware sollte so bestehen bleiben.

Gibt es einfache Möglichkeiten die unterschiedlichen Bildraten durch Software in den Griff zu bekommen? Hätte alternativ zur Sony alpha auch ein iphone 11 zur Verfügung.

 

Hatte in diesem Beitrag von einer Empfehlung der "Filmic" App auf dem iphone gelesen. Gibt es hier Möglichkeiten, dieses Poroblem in den Griff zu bekommen?

Wie geht man am besten mit der Aufnahme des Sounds um?

 

Ich danke Euch und einen schönen Abend!

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Das Problem bei Tonprojektoren ist, dass die Geschwindigkeit meist nicht regelbar ist. Die Profis haben einen Projektor mit quarzgesteuerter Geschwindigkeitsregelung, um genau 16 2/3 fps einstellen zu können (also 1/3 von 50fps, der Aufnahmefrequenz von Digicams). Sonst flackert es. Meine alter Elmo SP-F kann das nicht so genau. Am besten schaust du ins Display der Digicam und regelst die Geschwindigkeit am Projektor, bis es nicht mehr flackert. Alte Projektoren halten die Geschwindigkeit nicht ganz genau, so dass immer ein wenig Flackern dabei ist. Ich nutze anschließend ein nettes und preisgünstiges Tool namens "Ashampoo Deflicker". Das rechnet minimales Flackern raus.

 

Ach ja, der Ton. Ich habe zunächst den knarzigen Lautsprecher meines geerbten Revue-Projektors abgeklemmt, der der Ton ist unerträglich. Wenn ich aufnehmen will, schließe ich die Köpfhörerbuchse direkt an den PC und zeichen den Ton auf.

 

So, dann erhalte ich zwei Dateien, eine Soud-Datei in 18 fps und eine Videodatei in 16 2/3 fps. Wenn du beide zusammen fügst, muss du die Videodatei beschleunigen (rechnerisch auf 108%).

 

Das beantwortet natürlich nur teilweise deine Frage. Abfilmem mit dem Handy hat den Vorteil, dass die Videosoftware des Handys ganz gutmütig ist und Fehler eher verzeiht (ist ja schließlich dafür gemacht worden, rumspringende Teenies für TikTok aufzunehmen). Ich hatte mal beinahe überlegt, ein professionelles Videoprogramm fürs Handy zu kaufen, habe mich dann aber doch entschieden, meine MFT-Cam zum Digitalisieren zu nutzen. Die kann zwar "nur" HD, hat aber einen riesigen Chip, im Vergleich zu meinem Handy (das rechnerisch 4K könnte). Das bringt schon mehr Qualität. Ist aber nur meine Meinung...

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Da die Bilder in der Projektion ab und an mal sehr hell und dann in einer anderen Szene wieder sehr dunkel sind, wird die Belichtungsautomatik der Kamera entsprechend korrigieren. Wenn du es komplett der Kamera überlässt, regelt sie in eigenem Ermessen Blende, ISO und Verschlusszeit. Das kann dazu führen, dass bei hellen Bildern die Verschlusszeit plötzlich so kurz wird, dass immer deutlicher sichtbare Streifen der Umlaufblende des Projektors durchs Bild laufen.

 

-> Am besten stellst du also die Verschlusszeit fest ein. Das kannst du bei der A58 (ich habe die zufällig auch) dadurch tun, indem du im Movie Menue auf Shutter Priority gehst und an dem kleinen Rädchen unter dem Auslöser die feste Verschlusszeit vorwählst.
Probiere vorher am Bild, das der Projektor OHNE Film auf die Leinwand wirft, bei welcher Einstellung es am wenigsten flimmert. Das ist ganz leicht von Projektor zu Projektor unterschiedlich. Bei den meisten klappt es am besten mit 1/50 oder 1/40 oder was auch immer. Lass dann diese Einstellung so.

Dann kann die Kamera nur noch Blende und ISO zum Regeln der Helligkeit benutzen. Kannst es natürlich auch im komplett manuellen Modus versuchen, musst dann aber damit leben, dass die dunklen Szenen sehr dunkel sein werden und nachher aufgehellt werden müssen (die A58 rauscht leider bei dunklen Bildern ziemlich heftig wie ich finde).


-> Zusätzlich würde ich empfehlen auch die AWB Weißbalance auf einen Wert festzufrieren. Auch hier würde ich mich wieder am Projektionsbild OHNE Film orientieren und die Farbtemperatur manuell zu "eichen". Das wird zwar dafür sorgen, dass die eine oder andere Szene zu blau, zu rot, zu irgendwas ist, ABER im Gegensatz dazu, wenn du es auf AWB (Auto-Weißbalance) lässt, ist dann die gesamte Szene in dieser Farbe. Ich finde, das lässt sich später leichter herauskorrigieren, als wenn die Szene zuerst zu blau anfängt und dann von der AWB bemerkt wird und die Automatik nach einigen Sekunden plötzlich die Farben "richtig dreht". So ein verspätetes Nachregeln der Automatik ist quasi kaum wieder korrigierbar.

Edited by Regular8
"verspätetes Nachregeln" genauer spezifiziert (see edit history)
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Ich hab mich beim Titel des Threads so gefreut und musste gleich an Angrillen denken. Also ich filme am Samstag an, wenn hier vielleicht 60cm Schnee fallen, wie einige Wetterfrösche gerade ankündigen. ☃️

  • Haha 1
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Ich danke Euch zunächst mal für die Tipps. Habe ich weitere Möglichkeiten zum experimentieren. Macht ja unheimlich Spaß mit der alten Technik zu arbeiten und verbunden mit den alten Filmen eine echt nostalgische Geschichte. Habe ich ja Glück hier auf jemanden zu treffen, der mit der Alpha 58 vertraut ist. Die stärkste Einschränkung waren bisher tatsächlich die Streifen der Umlaufblende. Ansonsten fand ich die Ergebnisse schon recht ansehnlich. Mal sehen, wie stark sich dies reduzieren lässt. Ob ich mich am verschneiden von Film und Ton in ursprünglich unterschiedlichen Geschwindigkeiten versuchen soll, weiß ich noch nicht. Habe da etwa Zweifel, ob ich da nicht heftigen Aufwand mit im Ergebnis nicht idealer Synchronität erhalte. 
 

„Anfilmen“ wollte ich noch korrigieren. Ging leider nicht, aber ist ja ok, wenn’s für gute Laune sorgt 😁

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Ach ja, zu Deiner anderen Frage: Mit Filmic Pro kannst Du die Aufnahmebildrate frei einstellen. Zusammen mit dem iPhone 11 solltest Du da sehr gute Ergebnisse erzielen können. Ich hab den Kauf der App nie bereut. 

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Ja, das solltest du auch unbedingt austesten. iPhone 11 mit App meine ich.
Die A58 mag zwar den größeren Sensor haben, aber einen, der technologisch 6~7 Jahre älter ist.
Gut möglich, dass das iPhone trotz kleineren Sensors weniger rauscht.
Aber auch hier gilt; Festzurren von Fokus, Verschlusszeit und AWB.
Festzurren der Verschlusszeit geht über Antippen des Symbols, das aussieht wie ein Punkt umrundet von einer Kreislinie, die an drei Stellen unterbrochen ist (neben dem Symbol mit den drei sich überlagernden Farbkreisen). Es erscheinen rechts und links so Skalen. Unten steht ein Wert wie z.B. 1/30 oder so. Diesen Wert durch Ziehen der Skala anpassen und dann direkt auf den Wert drauftippen. Der erscheint jetzt rot und ist gesperrt. (Ich hoffe die App bedient sich beim iPhone exakt so wie bei Android).

AWB sperren: auf das Symbol der drei bunten, sich überlappenden Kreise tippen und rechts unten auf AWB (zweimal glaube ich - bis es rot erscheint, dann ist der AWB auch gesperrt).
Viel Erfolg.

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Ok. Freue mich schon aufs Wochenende, wenn ich das alles durchtesten kann. App ist bei den Möglichkeiten ja erschwinglich und dann brauch ich noch nen Stativaufsatz fürs iphone. Bin gespannt auf die Ergebnisse!

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vor 17 Stunden schrieb GWanja:

 Die Sichtung habe ich mit einem Noris Norisound 342 Stereo durchgeführt, bei dem jedoch leider der Ton nicht funktioniert hat.

 

Apropos - bei diesem Projektor handelt es sich um ein Top-Modell der zu unrecht etwas unbeachteten Marke Noris.

ich hatte selber jahrelang dieses Modell.

Bei diesem Modell würde sich die Reparatur des Ton-Defekts vermutlich rentieren. Oft ist es nur eine Kleinigkeit....

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Habe nun, nach langem testen, eine für mich gute Variante zum abfilmen gefunden. Letztendlich habe ich es mit der Sony Alpha und einer Festbrennweite gemacht. Vielen lieben Dank nochmal für die wertvollen Tipps zur Einstellung der Parameter vor allem von Normal8 👍🏼.

Bin nun dabei, die Filme noch etwas mit davinci Resolve nachzubearbeiten. Wenn ihr hierzu auch noch ein paar Ratschläge zur Hand habt, oder entsprechende links, wäre das super. Habe schon einige Verbesserungen erzielen können. Aber die Möglichkeiten sind wohl fast unendlich. Suche ist etwas schwierig, da man auf jede Menge Werbung trifft.

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