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Geschrieben

Moin in die Runde,


mein Bauer T502 hat Probleme bei der Rückwärtsprojektion. Ja, ich weiss, Rückwärtsprojektion ist nicht sinnvoll und einige Projektoren haben diese Funktion erst gar nicht (Handeinleger N8), aber in einigen Situationen ist es unumgänglich (Startmarke anfahren, Vertonungsarbeit, etc.)

 

Problem:

Sofort nach dem Einschalten des Rückwärtslaufs verliert er die obere Filmschlaufe und zieht den Film (Bild steht nicht mehr) mit ratterndem Geräusch.

Bei Betätigung des Schlaufenformers (muss lange gedrückt werden, damit überhaupt eine Schlaufe gebildet wird) hält die Schlaufe nur wieder sehr kurz.

Der Transport bei Vorwärtprojektion ist akkurat.

 

Mögliche Ursachen nach meiner Einschätzung:

A) Greifer falsch eingestellt

B) Zug an Abwickelspule zu stark

C) Vorwickelspule verharzt/schwergängig

 

Zu A) Wahrscheinlichkeit hoch

zu B) Schliesse ich aus, da Fehler auch, wenn Film nicht auf Spule geleitet wird.

Zu C) Unwahrscheinlich, da gereinigt und geölt und bei Vorwärtslauf keine Probleme

 

Der Fehler tritt bei alten und auch neuen Filmen auf, also wohl kein Schrumpfungsproblem.

Fehler auch bei Filmabschnitten ohne Klebestellen.

 

Da ich die Ursache in A) vermute, bin ich auf der Suche nach Hinweisen zur Greiferjustage im Bauer T502. Das Service-Manual verweist auf eine Greiferlehre mit unterem und oberen Anschlag /Nichtanschlag des Greifers an dieser.

Diese Greiferlehre habe ich leider nicht.

 

Ich möchte den Greifer ungern neu justieren, ohne dass er als sichere Ursache identifiziert werden kann und der Vorwärtslauf bisher sehr gut und extrem leise funktioniert. Die Justage ist ja sehr zeitaufwendig und eine Geduldsübung und kann schnell zur Verschlimmbesserung führen.

 

Gibt es hier Erfahrungen mit ähnlichem Problem bei diesen Projektoren und Vorschläge zu weiteren möglichen Ursachen und derer Problembeseitigung ?

Geschrieben

Nimm mal das Objektiv raus und filme mit der Handykamera im Makro-Modus und maximaler Zeitlupe den Greifer in Aktion — vorwärts und rückwärts. Eine gute Ausleuchtung erfordert Improvisation, erhöht aber deutlich die Bildqualität, gerade bei Zeitlupe.

Ich finde diese Aufnahmen immer sehr aufschlussreich, meine DS8-Umbauten hätte ich ohne diesen Trick niemals hinbekommen.

  • Thumsbup 1
Geschrieben
vor 9 Stunden schrieb Friedemann Wachsmuth:

Handykamera im Makro-Modus und maximaler Zeitlupe den Greifer in Aktion


Super Tipp 👍, danke Friedemann!

Geschrieben

Mein T510 hat das auch. Zwar nicht so ausgeprägt, aber Rückwärtslauf einschalten ist immer problematisch. Ich tippe eher auf Verschleiß bzw. Toleranzen am Schaltnocken, der bei diesem Projektor aus Plastik ist und nicht regulär geschmiert wird. Es sei denn man öffnet den Projektor und gibt ab und zu etwas Fließfett drauf.

Geschrieben (bearbeitet)

Oft sind es die einfachen Dinge die sich als vermeintlich komplizierte Fehler darstellen. Schon mal mit abgenommener Frontabdeckung beobachtet, was die obere Schlaufe macht wenn man den Rückwärtskauf startet..? 

Sehrwahrscheinlich drückt der Film gegen den Schlaufenformer was das rattern des Filmes erklärt und zum wegziehen der Schlaufe an der Vorwickelrolle führt.

Du hattest geschrieben, dass man den Hebel für die Schlaufenbildung lange drücken muss, bis überhaupt etwas passiert. Das in der Front des Projektors befindliche versteckte  Gestänge, zum bewegen des Schlaufenformers (und der unteren Rolle ) ist gefettet. Die Fette im BAUER sind oft altersbedingt verharzt.

Du drückst den Hebel des Schlaufenformers aber irgendwie reagiert die verborgene Mechanik nicht wie sie soll. Da würde ich mal nachschauen, gut abschmieren (vor anderen übertriebenen Maßnahmen) und die kleine Rolle unterhalb des Bildfensters gleich mit kontrollieren, ob die sich leichtgängig bewegen lässt.

Viel Erfolg 

Bearbeitet von Eremitage (Änderungen anzeigen)
  • 2 Wochen später...
Geschrieben


 

Am 5.10.2026 um 20:57 schrieb Eremitage:

Da würde ich mal nachschauen, gut abschmieren

Die Mechanik des Schlaufenformers hatte ich neulich erst gereinigt und geschmiert, die funktioniert einwandfrei. Die Ursache muss m.E.  eine andere sein.

 

Ich habe mir die Mechanik nochmal mehrfach in aller Ruhe im Detail angeschaut um die Funktionsweise besser zu verstehen um die Ursache besser ergründen zu können.

 

Das Problem:

Unmittelbar nach einschalten des Rückwärtslaufs wird der Film an der oberen Schlaufe  stramm Richtung Vorwickelrolle gezogen. Beim Drücken des Schlaufenformers wird dann eine spürbar zu große Kraft auf den Film gebracht, die regelmäßig dann zu Perforationsschäden und Filmriss führt. Auch ein nur kurzer Rückwärtslauf zur Synchronmarke ist ein Risiko.

Ich habe mehrere Filme, sowie Filmleader getestet und dabei festgestellt, dass der Film nur bei einem Material einwandfrei vorwärts und rückwärts transportiert wird: Ausschließlich Leaderfilm aus Polyester läuft tadellos ! Vielleicht sollte ich auf Single-8 umsteigen!

 

Ursachensuche:

Dem Tipp mit dem Zeitlupenvideo von @Friedemann Wachsmuth bin ich gefolgt. Im Ergebnis war auch hier für mich erstmal kein grundsätzliches Greiferproblem hinsichtlich der seitlichen Führung/Positionierung erkennbar.

 

Ich habe mir dann nochmals sämtliche beweglichen Teile der Mechanik hinter der Frontabdeckung angeschaut. Auch die, die augenscheinlich einwandfrei funktionierten und diese aber nochmals dahingehend geprüft, ob sie nicht noch besser funktionieren könnten / müssten. Und siehe da, an einem Punkt waren bei mehrfachem hin-und herschalten winzige Spuren verharzten Fetts zu erkennen.

 

Mit einem kleinen Interdentalbürstchen und Isopropanol habe ich den Spalt zwischen den beiden Metallprofilen und die Lagerung/ Drehpunkt des Kunststofführung unterhalb der Nachwickelrolle gereinigt. Ein-zwei Tropfen Öl drauf und zwischen den eng anliegenden Metallprofilen etwas gefettet und die Mechanik über den Betriebsartenwahlschalter mehrfach bewegt.

 

>>>Und siehe da, das war tatsächlich die Ursache für den fehlerhaften Rückwärtslauf !

 

Dieser Teil der Mechanik lässt auf den ersten oberflächlichen Blick keine Rückschlüsse auf mögliche Funktionen in Hinblick auf den Rückwärtslauf und des Schlaufenformers vermuten und so richtig dahinter gekommen bin ich auch noch nicht so ganz.

Aber es muss an der Stelle wohl wenige Millimeter Schaltweg, bzw. Bewegung erfolgen, damit ein ungehinderter Rückwärtslauf erfolgen kann.

 

Der Projektor läuft nun wieder astrein sauber vor und zurück und die Schlaufen sehen auch besser aus. Der Druck auf den Schlaufenformer, wenn der Greifer eine schlechte Klebestelle oder schadhafte Perforation erwischt, ist nun deutlich geringer und muss auch nur noch kurz angetippt werden um die Schlaufen neu zu bilden.

 

An diesem Problemfall zeigt sich wieder einmal mehr, wie wichtig es ist, innerhalb der Mechanik wirklich sämtliche bewegten Teile, seien sie auch noch so klein und scheinbar zweitrangig, regelmäßig zu reinigen und mit Öl und Fett zu versorgen. Das feinmechanische Gesamtwerk ist schon eine bemerkenswerte feingliedrige Infrastruktur, die nur bei ganzheitlicher Pflege einen einwandfreien Betrieb gewährleisten kann und somit die unwiederbringlichen Filmunikate schadenfrei auf die Leinwand bringen kann.

Ich werde meinen „Schätzchen“ zukünftig deutlich noch mehr Aufmerksamkeit im Detail widmen.

 

Hier nun abschließend der Problempunkt als identifizierte Ursache für den mangelhaften Rückwärtslauf:

 

2026-10-19_20-13-23.thumb.jpeg.ba0a15c8ee147bc79badce0e8eec39a9.jpeg

 

Last but not least auch ein sehr befriedigendes Gefühl am Ende eines Tages ein „Schätzchen“ wieder mangelfrei zu haben und fehlerfrei betreiben zu können bei weiterem Erkenntnisgewinn. 

Das bringt echte Freude. Ich bin richtig zufrieden ! 🙂

  • Thumsbup 2
Geschrieben

Sehr gut, systematisch vorgegangen und letztlich gewonnen. 🙂

Ich hab gerade einen Dual CS 732 Q auf dem Tisch gehabt, der mich auch in den Wahnsinn getrieben hat. Nach einer Woche grübeln, beobachten und messen hatte ich endlich die Lösung. Bestes Gefühl. 🙂

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