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Empfohlene BeitrÀge

Geschrieben

Hallo Leute!

 

Man hat mir einen Projektor angeboten. Dummerweise ist der Vorbesitzer verstorben und sein Sohn hat keine Ahnung von Kinotechnik. Ich hab schon ĂŒberall herumgefragt und im Internet gesucht, aber ich konnte nirgendwo das Modell herausfinden. Ich vermute mal dass es ein Bauer ist bin mir aber nicht sicher. WĂ€re unheimlich froh wenn jemand das Modell wiedererkennt und mir sogar technische Daten nennen kann.

 

Hier ist er:

 

DSC_0043.JPG

Geschrieben

das ist eine Friedl und Chaloupka, mit Reinkohle Lampenhaus. Bedientableau verbastelt, nicht original.

Siemens Klangfilm Europa TongerĂ€te wurden serienmĂ€ĂŸig verbaut. Also nix Bauer.

Massives Gusseisen, extrem schwer. Feuerschutztrommeln und Lampenhaus ab Werk sehr großzĂŒgig mit Asbest verkleidet.

 

Oliver

Geschrieben

Friedl-Chaloupka FC Ib, zweite Serie, aus den spĂ€ten FĂŒnfzigerjahren . Reinkohlen-Lampenhaus FC IV, TongerĂ€t Klangfilm-Europa. Folgende Fehlteile mindern den ohnehin nur theoretischen Liebhaberwert der Maschine: Abdeckung oberer Feuerschutzkanal fehlt, Lampenhaus-Abchlußklappe fehlt, Lichtschutztubus zum BlendengehĂ€use nicht original. Die etwas "verbastelte" Situation des Bedienfelds war bei diesen (oft in kleinen, sparsamen Kinos eingesetzten) Maschinen auch im Betrieb zu finden.

Wenn Du die Maschine sehr gĂŒnstig bekommst, nimm sie, in Deutschland ein Exote - war vor allem im östösterreichischen Raum verbreitet. UnverwĂŒstliche Traktortechnik, lĂ€uft wahrscheinlich auch unter Wasser. Sehr genĂŒgsam, frißt auch fast unspielbare Kopien. Mit LuftkĂŒhlung und Flammex dank geschlossener Filmbahn DER Nitro-Projektor.

 

lG,

Flo

Geschrieben

ich habe 90-92 im österreichischen filmmuseum wien auf nem links-rechts-pĂ€rchen solcher maschinen (manchmal auch nitros) vorgefĂŒhrt und war damit sehr zufrieden.

völlig geil fand/finde ich die bowdenzug-ĂŒberblendung. da konnte man (zwecks nitro- und kopiermustervergleich) beide maschinen gleichzeitig fahren und die ĂŒberblendung "halbieren", um einen 1:1 vergleich zu sehen.

sehr praktisch.

mittlerweile sind dort ĂŒbrigens fp30e installiert.

nitro-bwrs können auch ohne feuer gefÀhrlich sein:

einmal hats irgendwie den notschĂŒtz rausgehauen wĂ€hrend ich mit der nase an der scheibe klebte. tut echt weh, wenn einem der feuerschutzschieber auf die nase fĂ€llt :lol:

Geschrieben

jaja, die alte Kabine des ÖFM - seufz...dort waren ĂŒbrigens FC-Maschinen in mehrfacher SonderausfĂŒhrung eingebaut: 1. niedriger Fuß, um die 2. Vierkanal-MagnettongerĂ€te unterbringen zu können, 3. Rechtsprojektor mit 16mm-Vorsatz, 4. 3D-Synchronlaufeinrichtung (Kettenritzel auf den Schwungscheiben und mechanische Kupplung durch eine Welle, die in der Kabinenvorderwand versenkt eingebaut war). Noch dazu amtlich nitrattauglich und bis zum Schluß bestens gepflegt. Einfach ein Genuß! ich hĂ€tte sie nie gegen die jetzt eingebauten Kisten getauscht...aber ich bin ja auch ein FC-Freak!

Geschrieben

danke fĂŒr die Infos

sehr hilfreich.

 

Habe mit dem Besitzer noch nicht ĂŒber den Preis geredet.

Was meint ihr denn wÀre angemessen.

 

und ĂŒbrigens: Glaubt ihr, kriegt man den wieder zum Laufen? :roll:

Geschrieben

FC-Projektoren kriegt man IMMER zum Laufen - Riementrieb von irgendeinem passenden Motor (hĂ€ngt unter dem Lampenhaus) und einfachste Technik (in ĂŒberragend prĂ€ziser und stabiler AusfĂŒhrung) sind die Vorteile der Apparatur. Sollte sich die Maschine nicht durchdrehen lassen, kann es sein, daß sich die Antriebswelle zur unteren Friktion beim Wiederaufsetzen des Kopfes (Zusammenbau des Projektors) verklemmt hat oder eine der zwei Klemmschrauben des Kupplungsflanschs dieser Welle (im Schlitz zwischen Projektorkopf-Unterseite und TischflĂ€che) am GehĂ€use ansteht.

100,-

lG,

Flo

Geschrieben

danke fĂŒr die tipps

 

aber eine sache wÀre da noch:

der projektor braucht logischerweise strom.

Gleichstrom meines wissens nach. aber wie viel Volt braucht er und wie viel Ampere saugt er?

Geschrieben

also ich habe fĂŒr mein pĂ€rchen damals 200 bezahlt,hab aber das grosse verdammt schwere HL 3 lampenhaus drauf.

zu den preisen sage ich nichts mehr,weil ich immer gleich der böse bin.zahl das was sie dir wert ist.

Geschrieben

Zum Strom: der Motor wurde mit Drehstrom versorgt (dreiphasiger Anschluß), die Amperezahl mĂŒĂŸte auf dem Motor-Typneschild angegeben sein. Eventuell lĂ€ĂŸt sich der Antriebsmotor auch an nur einer Phase betreiben, Du mußt dann auf jeden Fall die Maschine ankurbeln, da der Motor unter Last nicht anlĂ€uft. (Ankurbeln war aber bei riemengetriebenen FC sowieso immer angebracht, um Riemenabwurf zu vermeiden - der Griff "hinter den Kopf" zur Riemenscheibe, um das Getriebe sanft ĂŒber den Hub zu drehen gehörte bei der FC zum Ritual). Ideal wĂ€re ein Frequenzumrichter, dann ist die Drehzahl regelbar.

Gleichstrom wĂ€re nur zur Versorgung der Bogenlampe nötig und ist im Heimkinobereich ĂŒberflĂŒssig.

lG,

Flo

Geschrieben
Zum Strom:

Gleichstrom wĂ€re nur zur Versorgung der Bogenlampe nötig und ist im Heimkinobereich ĂŒberflĂŒssig.

lG,

Flo

naja, gleichstrom ist fĂŒr filmprojektion nicht soo unwichtig zwecks flimmervermeidung (bei halogenlampen) und zumindest in meinem (wagenburg-)heimkino fĂŒr die xenonlampe unerlĂ€ĂŸlich.

Geschrieben

naja, gleichstrom ist fĂŒr filmprojektion nicht soo unwichtig zwecks flimmervermeidung (bei halogenlampen) und zumindest in meinem (wagenburg-)heimkino fĂŒr die xenonlampe unerlĂ€ĂŸlich.

 

 

Auf grund der thermischen TrĂ€gheit der Wendel von Halogenlampen kann man diese auch ohne Probleme mit Wechselstrom betreiben. Es kommt aus diesem Grund nicht zu einem "Flimmern". (Zumindest ist mir dies noch nicht aufgefallen) Bei Wechselstrombetriebenen Entladungslampen ( Hg-Hochdruck, etc...) sieht das ganze natĂŒrlich anders aus. Diese mĂŒssen dann natĂŒrlich mit einer hohen Frequenz betrieben werden. Bzw. wie bei der Xenonentladungslampe mit Gleichstrom.

 

Chris

Geschrieben
danke fĂŒr die tipps

 

aber eine sache wÀre da noch:

der projektor braucht logischerweise strom.

Gleichstrom meines wissens nach. aber wie viel Volt braucht er und wie viel Ampere saugt er?

Da du nun dran bist: Die miesen Hunde von der Elektrolobby (wow, ich liebe es abzulÀstern) verschweigen, so gut es geht, welche Spannung in den Netzen herrscht. Wir haben jetzt 235 Volt in Basel. Der nÀchste Schritt wird 240 Volt sein.

 

Ich war im Februar in Kalifornien und hab' da einen Fön gekauft. Made in People's Republic of China, umschaltbar, rate mal ― 125/250 Volt. FĂŒr Drehstrommotoren heißt das: √3 X 240 = 415,7 V. Die Wicklungen mĂŒssen das halten können. Sonst raucht's.

Geschrieben

naja, gleichstrom ist fĂŒr filmprojektion nicht soo unwichtig zwecks flimmervermeidung (bei halogenlampen) und zumindest in meinem (wagenburg-)heimkino fĂŒr die xenonlampe unerlĂ€ĂŸlich.

 

Es gab frĂŒher, in den 20er, 30er Jahren auch Gleichstrommotoren fĂŒr Filmprojektoren. Evtl. vorher mal ĂŒberprĂŒfen.

:!: :!:

Geschrieben
Es gab frĂŒher, in den 20er, 30er Jahren auch Gleichstrommotoren fĂŒr Filmprojektoren. Evtl. vorher mal ĂŒberprĂŒfen.

:!: :!:

 

Da gibt es eine amĂŒsante Geschichte: 1934/35 rĂŒsteten Gustav Friedl und Karl Chaloupka das Wiener Schubert-Kino mit ihren Apparaten aus. Diese liefen ohne große Probleme bis zum bitteren Ende des Kinobetriebs vor ein paar Jahren, die letzten 25-30 Jahre als Nonstop-Pornoschuppen, also wirklich hĂ€rteste Betriebsbedingungen. Bei einer Renovierung in den Achtzigern wurde auch einiges an der Elektrik erneuert, dabei der "GeblĂ€sekeller" unter der Kabine von vermeintlichem GerĂŒmpel befreit. Bei der Wiederinbetriebnahme ließen sich die Motoren einfach nicht starten...weil die dazugehörigen Gleichrichter verschwunden waren! Ersatz war schnell beschafft, und so lief die Ă€lteste in Betrieb befindliche FC-Kabine bis zum Schuß mit Gleichstrommotoren, Tachos und RegelwiderstĂ€nden. (Bei der letzten Runde kams ihnen dann meistens schneller.... :oops: :lol: )

 

Auf dem Foto am Anfang des Threads ist aber ein Drehstrommotor (verm. Kobold) deutlich zu sehen. Gleichstrommotoren sind meist etwas voluminöser.

 

lG,

Flo

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