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Brillo

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Everything posted by Brillo

  1. mibere, danke für deine interessanten Ausführungen. mibere hat folgendes geschrieben: Die Projektordistanz zur Bildwand und die damit genutzten Objektive haben zunächst nichts mit der Schärfenstrecke zu tun. Ich erkläre auch gerne, weshalb das so ist. Das ist vielleicht ein Missverständnis. Was ich meinte war ein Umstand, denn jeder hier schon x-mal erlebt hat, nämlich unscharfes Bild links/rechts auf der Leinwand, hervorgerufen durch zu breiten Winkel (damit zu große Distanz) des Objektivs auf die nichtgebogene Leinwandränder Links/Rechts. Bekanntlich vor allem bei CS ein beliebtes Problem, gelegentlich aber auch bei 1:1,85. Ergebnis sind dann die erwähnten Unschärfen. Interessant. Verstehe ich richtig, du sprichst von digitalen Zoomobjektiven in Christies, Sonys etc.? Ich dachte, deren Zooms haben, abhängig vom Objektivhersteller, eine Blende von ungefähr 3.0? Ich kenne z. B. die Cine Digitar von Schneider, die haben auch 3.0 mibere hat folgendes geschrieben: Eben nicht. Wie oben bereits ausführlich beschrieben sind die Objektive dafür ausgelegt, Bilder auf einer ebenen Fläche scharf abzubilden. Die unterschiedlichen Distanzen (Bildmitte => Bildrand) sind in den Objektiven bereits mit eingerechnet. Ach so meinst du das mit den eingerechneten Distanzen. Ja, wenn ich so drüber nachdenke, hast du wohl Recht. Es ist wohl doch eher ein Schärfepunkt als eine mehr oder weniger kurze Schärfestrecke. Das ergibt sich ja auch aus dem jedermann bekannten Fokussierpunkt beim Scharfstellen des Bilds. Allerdings frage ich mich dann doch noch, warum man auf so vielen ungleichmäßig aufgehängten Leinwänden eine gleichmäßig akzeptable Schärfe sehen kann.
  2. mibere hat folgendes geschrieben: Eine Schärfenstrecke von mehreren Metern, wie sie bei gebogenen Bildwänden nötig sind, kann mit keinem mir bekannten Standardobjektiv im Kino erzielt werden. Zunächst kleine Korrektur meiner vorherigen Aussage: Natürlich wollte ich schreiben: "Nichtgebogene Leinwand" statt gebogene Leinwand. Der Witz bei der gebogenen Leinwand ist ja, dass die Entfernung der Leinwand zum Objektiv halbwegs gleichmäßig bleibt, womit die Probleme der nichtausreichenden Tiefenschärfe eines Objektivs einigermaßen umgangen werden. Aber gut, mehrere Meter Tiefenschärfe war von mir vielleicht etwas übertrieben. Wenn man mal als Beispiel eine Projektionsdistanz von 25 Metern auf eine 16 Meter breite ungebogene Leinwand annimmt, braucht man da, wenn ich richtig rechne grob einen Meter Tiefenschärfe, um die unterschiedlichen Distanzen des Objektiv zu Leinwand/Links/Rechts/Mitte abzudecken. Wohlgemerkt, bei korrekt positionierter Leinwand. Wir wissen alle, dass dies oft nicht der Fall ist. Ich habe mich gelegentlich schon darüber gewundert, dass bei manchen Leinwänden mit mörderischem seitlichem Versatz zum Objektiv trotzdem eine passable Schärfe über die gesamte Leinwandbreite rüberkam. Ohne beträchtliche Objektiv-Reserven an Tiefenschärfe wäre das nicht möglich. Je kürzer dabei die Projektionsdistanz, deso mehr Tiefenschärfe benötigt das Objektiv (weil die Entfernung des Objektivs zu den Leinwandenden in Relation zur Mitte größer wird). Sicher nicht, vor allem nicht im Konsumentenbereich. Einfach mal "Randunschärfe" googeln, da wird man in Fotografieforen mit erschlagen, dort immer wieder ein Ärgernis - oder ein Stilmittel. Es gibt meines Wissens überhaupt kein Objektiv, das bei offener Blende (wenn die nicht gerade bei 4.0 auffhört) verzeichnisfrei bis zum Rand abbilden kann, das ist physikalisch einfach nicht möglich. Aber man fotografiert ja in der Regel keine Testcharts, sondern die Wirklichkeit, da fällt das fast nie auf. Was natürlich konstruktiv möglich ist, ist die Verzeichnung soweit zu minimieren, dass sie unter den üblichen Bedingungen unter den Tisch fällt. Das ist nicht so trivial und daher teuer. Das ist unter anderem der Grund, warum extrem lichtstarke Objektive (1,2 etc) besser nicht mit offener Blende für Architekturaufnahmen verwendet werden sollten, das kann am Rand des Bilds hübsche Mauerwerk-Biegungen ergeben. Da helfen dann auch keine 2000 Euro, die man dafür hat springen lassen. Ich denke doch, das Projektionsobjektive nicht so lichtstark sein können wie Aufnahmeobjektive, weil eine kleine Blendenzahl unweigerlich die Tiefenschärfe senkt. Und das wäre bei den real existierenden oft ziemlich schiefen Leinwandkonstruktionen ziemlich fatal... Ist der Lichtverlust denn wirklich so hoch? Gibts darüber vielleicht Quellen?
  3. Ich vermute mal, dass die relative Lichtschwäche konstruktiv bedingt ist, weil der Schwerpunkt bei Kinoprojektion auf möglichst gleichmäßiger Tiefenschärfe über den kompletten Bereich der Leinwand liegt. Ein solider Tiefenschärfebereich (z. B. bei gebogenen Leinwänden über einige Tiefenmeter und 20 Meter Breite) kostet konstruktiv bedingt einiges an Licht. Dagegen kenne zumindest ich keine Aufnahmeobjektive, die bei voll geöffneter Blende (1, 2 / 1,4 oder ähnlich) wirklich gleichmäßig bis in die Ecken scharf wären. Ist dabei auch nicht nötig, da liegt der Schwerpunkt eben auf Lichtstärke – und abblenden kann man ja immer. Ja, vielleicht wäre ein 1,2-Objektiv auch im Kinobereich machbar, aber zu Preisen, die dort keiner zahlt. 10.000 Euro aufwärts für ein Objektiv sind im Filmtheaterbereich nicht vermittelbar, ist auch verständlich. Wobei die Zoom-Objektive von Digitalprojektoren lichtstärkemäßig natürlich ein eindeutiger Rückschritt sind. Die liegen ja so Pi mal Daumen bei Blende 3.0, während man im analogen Bereich ja schon bei ungefähr, abhängig vom Hersteller, 1,7 angelangt war.
  4. Im Gegensatz zu dir poste ich nicht ausschließlich Privatmeinungen. Ich weiß nicht, ob es noch immer so gehandhabt wird, aber zum Beispiel im Bundesarchiv war es aus gutem Grund üblich, Nitrofilm nach Umspielung zu entsorgen. Ich zitiere aus "Zur Lagerung, Bearbeitung und Umkopierung von Nitro-Bildnegativen im Bundesarchivzitieren" von 2002: Oberstes Ziel der konservatorischen Bemühungen um diese Nitronegative ist es, ihre Inhalte durch Umkopierung auf neues Trägermaterial zu bewahren. Die Ausgangsmaterialien werden anschließend wegen des Gefahrenpotentials, das sie darstellen, aber auch wegen der Lagerungskosten vernichtet. Zu finden unter: http://www.uni-muenster.de/Forum-Bestandserhaltung/konversion/film-hofmann.html Es geht also um den Film, nicht um den Träger. Nitrofilmlagerung ist sauteuer und absolut unproduktiv. Für das Geld kann man ganz andere archivarische Tätigkeiten unternehmen. Aber darum können sich dann ja die Archivare in 600 Jahren kümmern, gelle? Weil, dann wirds ja mit dem Nitrofilm langsam brenzlig und dann könnte man ja langsam mal vielleicht, eventuell, möglicherweise, unter gewissen Umständen, wenns gerade passen sollte, so Gott will ...
  5. Ist ja gut, magentacine, es will dir doch keiner deine kleine analoge Filmnische nehmen. Ist ja auch nett, das du Links sammeln kannst, aber die Archiv-Mäuse sagen sowieso fast immer das Gleiche, 100 Jahre, 300 Jahre, 500 Jahre usw. Du liebe Güte, glauben die wirklich, in 200 Jahren möchten sich die Leute mit Polyesterfilm oder Nitrofilm amüsieren? WOZU? Das ist doch dann nur noch Müll. Nitrofilm ist bereits heute nur noch Müll, sobald er überspielt wurde. Was willste denn danach damit? Anbeten? Wozu den Mist dann wieder teuer lagern? Die heutigen Archive können gerne ihren Beitrag leisten, indem sie so schnell wie möglich so viel wie möglich digitalisieren, um so viel wie möglich davon dem Publikum zur Verfügung zu stellen. Aber das geschieht ja bis dato kaum. Die machen sich ja schon vor Angst in die Hosen, wenn sie mal einen Stummfilm als 2K-DCP verleihen. Ist doch lächerlich, was bis dato als 2K-DCP herauskam. Heute bei Amazon finde ich 5.765 Bluray, davon unter "Stummfilme" nur 12 Stück! Und auch das stimmt nicht, weil 8 falsch einsortiert sind. Es sind nur 4 Stummfilme auf Bluray, davon kein einziger deutscher. Große Gratulation zum Beispiel ans Bundesarchiv und die Murnau-Stiftung für dieses überschäumende Engagement, die Filme dahin zu bekommen, wohin sie gehören, nämlich zum Publikum. Aber gell, Hauptsache die Nitrofilme lagern seelenruhig die nächsten 600 Jahre vor sich hin, dann ist der Archivauftrag ja erfüllt - und die Arbeitsplätze gesichert.
  6. Ich weiß nicht so recht, welchen Sinn es haben soll, auf Prognosen zu bestehen, deren Erfüllung man sowieso nicht erlebt – und die Kunden, die im Vertrauen darauf zahlen, auch nicht. Vielleicht, weil diese Prognosen immer von Archiv-Leuten kommen, die davon leben, dass man ihnen glaubt? Hierüber habe ich herzlich gelacht: Erstaunlich. Bemerkenswert. Geradezu bewundernswert, wie genau die das wissen (obwohl sie es sofort danach relativieren). Nitrofilm von 1901, 1920, 1951, egal, bei 3,8 Grad Celsius lagern (entspricht 39 Grad Fahrenheit), und schwupps, alle haben einen "Preservation Index of 655 years". Also ab heute bis ins Jahr 2665, ergo können auch Käptn Kirk und Co. sich im Raumschiff Enterprise mit Nitrofilm vergnügen. Bestimmt finden die das dann wahnsinnig spannend. Für Nitrofilmvorführungen in der Aula der Enterprise ist dann sicherlich Wissenschaftsoffizier Spock zuständig, an einer Simplex E 7 von 1938 oder einer Bauer BN1 von 1910, wer kann das jetzt schon wissen. Also dann, Mr. Spock: Film ab – aber Obacht bei Nitrofilm wegen der Ohrenspitzen, die kokeln bestimmt am schnellsten ab. Es kommt aber noch viel besser: Also im Jahre 4135 nach Christie packen die Leute dann unsere Polyesterfilme aus. Wäre ich zu gerne dabei, wenn diese Leute die Deckel entfernen, reinschauen und dann verblüfft denken: "Was zum Henker ist das? Soll das ein Witz sein"? Und dann natürlich den Wertstoff-Roboter anrufen, damit er den ganzen Ramsch abholt.
  7. Es handelt sich wohl um eine Art Verballhornung des französischen bobine = Spule. Schon Marey wickelte Ende der 1880er Jahre seine Papier-Rollfilm-Chronofotografien auf "bobines" auf. Das waren einfache Holzkerne, richtige Spulen brauchte er nicht, da die Rollfilme recht kurz waren. Durch die Lumieres usw. hat sich der Begriff bobine dann durchgesetzt, aber offenbar nicht so ganz wortgetreu...
  8. Hallo Filmmuseum, danke für die interessanten Ausführungen. Was mich betrifft, bleibt da keine Frage offen. Ich sage als Antwort des größte Filmexperten aller Zeiten auf den Beitrag von Filmmuseum einen Text-Tsunami (Höhe: 30 Meter) voraus. Höhenwetten werden noch angenommen. Schlauchboote werden nicht gestellt.
  9. Zwei haben den Turingtest nicht bestanden - bzw. der Spambot hat ihn bestanden. http://www.de.wikipedia.org/wiki/Turing-Test
  10. Für Langzeitarchivierung ist Polyester sicher keine schlechte Wahl – sinnvollerweise als Parallel-Archivierung zur Digital-Archivierung. Denn leider ist es doch immer etwas mühsam, extra nach Utah ins Bergwerk zu reisen, um sich einen Film dort anzusehen. Trotzdem eine nette Nische für den Polyesterfilm.
  11. Vom Original kopieren konnte man nur machen, nachdem man davor die Zwischenpositive/Dup-Positive gezogen hatte. Falls dann das Original oder Teile davon zerschreddert wurden, konnte man dann immer noch den normalen Dup-Weg gehen. Vom Original ziehen war aber natürlich immer nur die Ausnahme, alleine schon aus Versicherungsgründen - ein Original, das zur Kopienproduktion hergestellt wird, ist nicht versicherungsfähig. Musste die Produktion dann eben auf Versicherung verzichten, was sie nur höchst selten tat. Regisseure, egal wer, konnten zwar darauf dringen, hatten aber null Entscheidungsrecht, das sind Hollywoodmärchen. So etwas entschieden diejenigen, die die Produktion finanzierten. Selbst wenn beim Kopieren vom Original kein Unfall passierte, litt das Original auf jeden Fall, dann fing die altbekannte Kacke mit den Schäden am analogen Original schon im Kopierwerk an, statt wie sonst üblich erst nach 20 Jahren Lagern im feuchten Studiokeller. Vom Original die Kopien ziehen war immer nur hochriskantes Basteln an einem grundsätzlichen Defizit, nämlich der enormen Verluste bei der analogen Umkopiererei. Wenn es diese Verluste nicht gegeben hätte, wäre nie jemand auf die Idee gekommen, ein unersetzliches Original x-mal durch Kopiermaschinen zu jagen.
  12. Hallo Sam, interessante Kopienbegleitkarte. Ist die einzeln oder Teil irgendeiner Publikation? Würde mich interessieren. Die Karte macht aber auch deutlich, das all diese Geschwindigkeitsanweisungen in der Praxis kaum durchzuhalten gewesen sind. Sicherlich bei Premieren, aber im Alltagsbetrieb? Abgesehen davon, das bei weitem nicht alle Maschinen Tachos hatten. Erinnert etwas an die heutigen gelegentlichen den Kopien beiliegenden Verleiheranweisungen "auf Lautstärkepegel X" spielen. Macht dann auch kaum einer. PS: Hab jetzt erst gesehen: "Bitte bei der Vorführung der Originalmusik beachten". Na ja, wie oft wurde so ein Film im regulären Verleih mit Originalmusik gespielt? Also doch offenbar nur was für Premieren und große Häuser. Trotzdem ein interessanter Hinweis, wie dieser Film damals gespielt werden sollte.
  13. Ich möchte noch auf einen anderen Aspekt dieser Retrospektive mit 3D-Filmen im Filmmuseum München hinweisen. Ich dachte ja früher, der mechanische Film würde noch sehr lange im Kommunalkino, Museumsbereich etc. eine nennenswerte Nische haben. Aber wie wir sehen, schätzt nicht nur das Publikum, sondern selbst Museumsleute die Vorzüge eines ordentlich gemachten DCP. Hätte ich noch vor 3 Jahren nie und nimmer von den Museums-Staubmäusen erwartet. So kann man sich irren! Wenn ein Repertoirefilm erstmal als akzeptables DCP vorliegt, wüsste ich keinen Grund, ihn mechanisch vorzuführen – es sei denn, das Kino ist noch nicht digitalisiert. Sobald diese Digitalisierung abgeschlossen ist – wann auch immer- ist es aus mit der Nische. Ich wünsche all den zerschlissenen mechanischen Kopien, die mich als Kunde mit ihrer miesen Qualität so sehr gemartert haben, dann von Herzen, das sie in gute Sammlerhände gelangen – oder auf den Recyclinghof.
  14. Ich habe das schon verstanden, trotz deiner nichtironischen Ironie. Ob bei einer Restaurierung eine nachträgliche Anpassung der Geschwindigkeit an heutige Sehgewohnheit sinnvoll ist oder nicht, ist letztlich Ansichtssache. Ich bin zwar dafür, weiß aber auch nicht, ob das der Weisheit letzter Schluss ist. Es ist aber klar, das man bei einer Restauration so wenig wie möglich verändern will, daher in der Regel keine Geschwindigkeitsanpassung vornimmt. Die könnte sowieso nur Pi mal Daumen erfolgen. Nein, das ist ein grundsätzlicher Irrtum von dir. Das Gezappel, das wir heutzutage im TV bei Stummfilmausschnitten sehen, die im TV mit 25 Bildern ausgestrahlt werden, ist noch sehr mild gegenüber den damaligen Verhältnissen. Hing aber natürlich immer von Ort und Zeit ab. In Deutschland wurde ab ca. Anfang der 20er Jahre in vielen Kinos mit bis zu 40 Bildern abgespielt, egal ob noch per Kurbel (was fast schon einen Sportler brauchte) oder schon motorisch. Das war bis zu doppelte Aufnahmegeschwindigkeit! Das Gezappel war natürlich enorm - störte das Publikum aber offenbar nicht. Das Gezappel war der Grund, warum es bei einigen wenigen Stummfilmen ausdrückliche Geschwindigkeitsanweisungen gegeben hat - ging bei Premieren mit Konzertbegleitung sowieso nicht anders. Wie all das in anderen Ländern war, weiß ich nicht. Du solltest vielleicht lieber mal die Quellen zum Stummfilm studieren.
  15. Alle Achtung, nicht schlecht. Schweiß an der Kurbel, das nenne ich authentisch. Ja, teilweise wurde ja schon recht zügig motorisiert, allerdings mit Geschwindigkeiten nach Gutdünken, worüber es in den Quellen eine Menge Beschwerden gibt. Wir hatten hier doch neulich so ein Bild von einem rostigen Imperator I (glaube ich), der war schon für Motorisierung vorbereitet. Ob ab Werk oder nachträglich, keine Ahnung. Dass zum Zeitpunkt von Orlacs Hände (1924) gar keiner mehr kurbelte, selbst nicht in kleinen Provinzkinos, kann ich nicht so recht glauben, ich weiß es aber nicht. Mich würde daher mal interessieren, wie die Motorisierungsrate bis Ende der 20er Jahre verlief. Kann da jemand eine Aussage treffen?
  16. Frequenzumrichter, ja sicher. Genau wie damals in den BWR der Jahre 1900 oder 1920, gell? Wirklich sehr authentisch. Egal ob mechanisch oder digital, heutige Stummfilmvorführungen als authentisch zu bezeichnen ist ein Märchen. Laien empfehle ich dazu gerne das unterhaltsame Buch "Köpfen Sie mal ein Ei in Zeitlupe! - Streifzüge durch die Welt des Stummfilms". Im Übrigen, ich finde die sowieso erfolgte Anpassung an heutige Verhältnisse nicht schlimm, die Sehgewohnheiten haben sich bekanntlich ab dem Tonfilm geändert. Wozu sollte es gut sein, heutiges Publikum mit dem vorführseitigen damaligen teilweise bizarr anmutendem Gezappel oder den vorführseitigen Zeitlupen zu quälen? Das wäre heute eine Lachnummer.
  17. Interessant, was dabei herauskommt, wenn sich einige Filmvorführer auch noch für Fachleute für historisches Filmmaterial und dessen Vorführung halten. Dann gib mal Bescheid, wo du originalgetreue Vorführungen von 3D-Filmen der Lumiere, Skladanowsky und Méliès sehen kannst. Nur zu, nicht so schüchtern. Das Thema hatten wir hier schon gelegentlich, die Idee von historisch korrekten Vorführungen von so altem Material ist höchst naiv und technisch unmöglich. Das fängt schon damit an, das die Originalfilme oft verschollen sind, und falls vorhanden, sowieso natürlich niemals vorgeführt werden können/dürfen. Die alten notwendigen Überspielungen dieser Originale auf 35mm der 20er, 30er Jahre etc. waren schon eine Veränderung der Quellen (Kontraste, Grautöne etc), erneutes Kopieren auf modernes 35mm ist es natürlich abermals. Schnitte, Zwischentitel, alles oft nicht rekonstruierbar usw. usf. Abgesehen von der Vorführseite, auch da keine Chance auf historisch authentische Vorführungen. Erzähl mir mal, wo du klare unverkratzte einsatzfähige Objektive von 1900 etc. herbekommst, würde mich interessieren. Mich würde auch interessieren, welchen Sinn es überhaupt hätte, diese qualitativ in Relation zu heute fürchterlichen Objektive heutzutage zu verwenden. Und erzähl mir, wo du die originale einsatzfähige Vorführtechnik von 1900 etc. herbekommst, und wer dir die anvertraut. Und dann würde ich gerne noch wissen, mit welcher Geschwindigkeit du solche frühen Stummfilme eigentlich gekurbelt haben möchtest. Hm? 12, 14, 18 Bilder? Und die damaligen Vorführer haben nie gleichmäßig gekurbelt, von der Szene abhängig mal schneller, mal langsamer, jeder so, wie es ihm beliebte. Wie willst du das ohne Zeitmaschine rekonstruieren? Was bleibt dann eigentlich übrig von diesen angeblichen "authentischen" 35mm-Museums-Vorführungen… bei gleichmäßig schnell ablaufenden 35mm-Projektoren, mit früher x-mal umkopiertem Filmmaterial, dann abermals auf modernes 35mm-Material kopiert, vorgeführt heutzutage auf modernen Projektoren, mit Xenon, mittels moderner Optik, auf modernen beschichteten Bildwänden? Hm? Und das soll authentisch sein? Bloß weil es wegen 35mm rattert? Ich glaube, die Jungs von 1900 hätten über dieses "Authentische" recht herzlich gelacht. Um all das geht es bei Vorführungen von historischen Filmen aber gar nicht. Es geht um die Filme, die Vorführtechnik ist zweitrangig. Wenn die alten Filme, inhaltlich und optisch nach bestem Wissen und Gewissen rekonstruiert, auf die Leinwand und damit zum Publikum gebracht werden, ist das Ziel erreicht. Mit welcher Vorführtechnik das geschieht, ist nebensächlich. War es übrigens schon immer.
  18. Es gibt hier keine Verpflichtung, hier irgendjemandem direkt zu antworten. Wäre auch unerträglich. Auf so einen unverschämten und dummdreisten Ton wie bei dir würde zumindest ich sowieso nicht direkt antworten: Wie wahr. Ich habe gehört, es kommen auch einige Chinesen aus verschiedenen Provinzen. Daher, liebe Schauburg, bitte folgende UT-Dialekte nicht vergessen: 东北 = Nordöstlicher Dialekt (Mandschurei) 北京 = Pekinger Dialekt 冀鲁 = Ji-Lu-Dialekt 胶辽 = Jiao-Liao-Dialekt 中原 = Zhongyuan-Dialekt (Henan-Provinz) Ich denke, ein Shuttle-Service in Stretch-Limousine vom Hotel zum Kino und zurück wäre auch nicht zuviel verlangt. Ich erwarte dann abends im Hotelzimmer zwei gesponsorte Hostessen. Außerdem hätte ich gerne in den Schauburg-Toiletten einen Toilettenpapierhalter, bedruckt mit meinem aktuellen Lieblingsmotiv (Bernd das Brot als Elvis).
  19. "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten."
  20. Ich weiß nicht so recht, wie du darauf kommst. Mitte der 50er war 1:1,85 einfach die Antwort und Alternative der übrigen Studios auf das Cinemascope von 20th Century Fox. Der einzige Nachteil war die geringere Bildauflösung gegenüber CS. Dafür sind aber auf der Leinwand die Laufstreifen bei 1:1,85 schmaler als bei CS :wink: Vorteilhaft war unter anderem, dass 1:1,85 naturgemäß weit weniger Verzerrungen als CS hatte, daran hat sich ja auch nie viel geändert. Breit genug ist 1:1,85 für die meisten Filme sowieso. Es gab und gibt also gute Gründe, in 1:1,85 (bzw. Vollformat, dann abkaschieren) als in CS aufzunehmen.
  21. 1:1,85 umfasst nicht nur 2 Perforationen, sondern oben und unten noch Bildfläche in der Breite von zwei kompletten Perforationsstegen. Absolut grundlegendes Formatwissen, das jeder Filmvorführer in der ersten Woche beherrschen sollte. Jaja. Und 1:1,66 ist vom Satan erfunden worden, als er gerade mal wieder besoffen war. Hat er mir später persönlich gestanden, da wars aber schon zu spät.
  22. 3500 Euro für den NEC-Spiegel? Das ist allerdings wirklich eine arge Hemmschwelle. Verstehe, wenn man da Hemmungen hat. Na ja, irgendwann erblindet ein Spiegel und muss ausgetauscht werden, dann kann man wenigstens so einen Altspiegel für Notfälle bunkern. Hat jemand die Ersatzteilpreise für (Digital)-Spiegel von Christie oder Kinoton?
  23. Vorausgesetzt, die Meldung stimmt: 14 ausgefallene Vorführungen wegen eines Spiegels... Bei einem angenommenen Umsatz von 8 Euro pro Kopf à 3000 Zuschauern ein Umsatzverlust von 24.000 Euro. Wie auch in der mechanischen Welt, empfielt es sich, das ein oder andere Ersatzteil auf Vorrat anzuschaffen.
  24. Wie willst du denn x analoge 3D-Systeme in x Filmbreiten von 1900 bis 2005 auf einem Festival abspielen? Kannste vergessen, das geht nur durch digitale Konvertierung.
  25. Du hast es immer noch nicht kapiert. tbakels meinte damit die sturzbachartigen Textausflüsse unseres Nostradamus. Was hingegen Oceanic über die Auflösungsgrenzen der alten Objektive schrieb, ist im Wesentlichen korrekt und kann von jedem – sogar von dir – nachgestellt werden. MTF-Testfilm und altes Objektiv (letzteres ausleihbar in einigen Gerätearchiven) reichen dafür. Im Übrigen, tbakels war wirklich etwas zu empfindlich – man muss in einem Forum mit Widerspruch rechnen, sonst braucht man sich gar nicht erst beteiligen. Welcher Facharbeiter? Hihi. Auch das hast du nicht verstanden, obwohl dafür ein IQ von 70 ausreicht (und das ruhig mal gesagt werden kann): Es geht dabei u. a. um Standbilder oder kurze Infofilme, z. B. à la "Kleiner Defekt, geht gleich weiter", "Pause nach 100 Minuten" etc. Nützliche Sache, die Reptile da macht. Übrigens vielleicht später auch mal für von den Kinos eigenproduzierte DCI-isierte lokale Werbung anwendbar: "Autohaus Röhrl, viel Auto für viel billig" etc. Oder aber man kann dann später den lokalen Werbekunden die DCI-Konversion ihrer Werbefilme anbieten, wäre auch nicht übel. Das du diese Nützlichkeit nicht einsiehst, geht aber vollkommen in Ordnung. Hat auch keiner erwartet. Ich weiß nicht, was die Aufgabe des Forums ist. Sehr vieles hier ist definitiv Desinformation. Schade, aber so ist es nun mal. Bin da aber leidenschaftslos geworden, ich halte das nur fest. Ich denke, da es ein leichtes wäre, das – jedenfalls im Groben - zu vermeiden, ist das so gewollt. Auch das berührt mich nicht weiter, auch das halte ich lediglich mal fest.
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