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Kern Switar, Pizar, Yvar, Genevar, Rx, Ar, Dv, preset, MC, usw.


Mich

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Hallo,

 

ich hatte heute noch mit einigen Kern Optiken zu tun. Im Prinzip ist mir das meiste bekannt über diese

hochwertigen Winzlinge, allerdings frage ich oft danach, welches Objektiv genau wofür gedacht ist

und wie eine 'eine Ordnung' oder Übersicht über die Bolex-Optiken der ganzen Jahre aussehen müsste:

 

Das Thema mit RX oder nicht RX ist ja eindeutig bekannt. Allerdings scheinen ab 26mm auch Objektive ohne RX

an Prisma-Kameras ohne Einschränkungen zu funktionieren. Wo ist dann der Unterschied zwischen Switar 75 AR, DV und RX ?

 

Oder die Macro-Yvare: Das 2,8 / 100 soll angeblich für die H-8 gewesen sein, das bekanntere Macro-Yvar 3,3/ 150mm für die

H-16 ? Das ältere 150er deckt fast 35mm ab, das neuere 'preset' nicht . . .

 

Dann ohnehin der Unterschied zwischen non-preset, preset und preset multicoated. Im Preis sind die Unterschiede enorm. Aber auch in der Qualität ? So scheint das non-preset 10mm das gleiche Glas haben wie am Anfang das preset 10mm.

Das alte Switar 1,4/25mm scheint mir eines der besten zu sein . . . und der preiswertesten.

 

Dann gibts ja auch noch ein Pizar 25 RX, ein Pizar 26 AR und ein Pizar 50, sowie ein Genevar 25mm. Manche haben ein langes Gewinde mit 'Überstand', so dass man bei einer Eclair schon Probleme hat (meist AR-Versionen), andere wieder nicht.

 

Das waren jetzt viele Fragen, aber vielleicht kann jemand mal grob zusammenfassen, was das genau bedeutet und was wofür gebaut wurde und wozu gehört, denn so ohne weiteres kompatibel und austauschbar sind die ganzen Versionen trotz c-mount ja nicht.

 

Mich

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  • 2 years later...

Hallo, Forum, ein älterer Beitrag, der unbeantwortet geblieben ist, doch warum nicht mein Wissen und Erfahrungen weitergeben?

 

1943 haben Paillard und Kern einen Zusammenarbeitsvertrag geschlossen für optische Produkte zu den Bolex-Geräten.

Die Optikabteilung von Kern bestand schon über 20 Jahre, nun war die Vergütung im Begriff, eingeführt zu werden, ein

starker Antrieb neben dem Vorteil, im Land einkaufen zu können. Die Paillard-Bolex-Apparate waren bislang mit deutschen,

englischen oder französischen Objektiven bestückt.

 

Dreilinser erhielten den Namen YVAR, hergeleitet von der Ortschaft Yverdon am Neuenburger See, wo Paillard beheimatet war. Es gibt eine Ausnahme, nämlich das Yvar 13-1:1,8 für 8-mm-Film beziehungsweise das Yvar 25-1:1,8 für 16-mm-Film, die Vierlinser sind, Zeiss-Tessar-Typ (griech. tessera = vier). Auch die Yvar 75, 100 und 150 besitzen nur drei freistehende Linsen.

 

Fünflinser wurden mit der Bezeichnung PIZAR versehen. Im Rätoromanischen ist ein Piz eine Bergspitze. Kern verwendete den Namen bereits für seine Feldstecher. Auch hier gibt es eine Ausnahme, das Pizar 25-1:1,5, das als Sechslinser ausschließlich für die H-16 Reflex geliefert wurde, es hatte als erstes Objektiv die Visifocus-Tiefenschärfenanzeige.

 

Ab sechs Linsen haben wir das SWITAR, abgeleitet von Switzerland. Es wurde für 16-mm- und 8-mm-Film gefertigt. Dieser Doppel-Gauß-Anastigmat, eine Abwandlung vom asymmetrischen Lee-Objektiv von 1920, wurde zur Fackel der Kern-Schmalfilmobjektive, sehr gut korrigiert, jedoch nicht farbfehlerfrei (apochromatisch). Bei apochromatisch korrigierten Systemen entstehen auch in der Unschärfe keine Farbsäume. Das Switar 10-1:1,6 hat zehn Linsen in fünf Gruppen. Eine ähnliche Konstruktion ist das Switar 13-1:0,9.

 

Das Genevar ist vermutlich ein Vierlinser. Noch habe ich keine genaueren Einzelheiten gefunden.

 

Mit der Bolex H-16 Reflex, die Paillard 1956 einführte, wurden zunächst das erwähnte Pizar 25 und das Switar 16-1:1,8 verkauft. Brennweiten über 50 mm brauchen keine Korrektur wegen des Sucherprismas, auch bei Blende 1:3,3 und kleiner wird der prismatische Längenfehler verschwindend klein. Der Gewindestutzen wurde verkürzt, damit das Objektiv nicht mit dem Prisma kollidiert. Mit rotem Lack eingelegte Buchstaben RX im Frontring machen für die Reflex-Kameras gebaute Objektive kenntlich. Sie besitzen eine zusätzliche hinterste (positive) Linse, weshalb RX-Switar Siebenlinser sind.

 

Für die Paillard-Bolex H-8 Reflex mit C-Gewinde im Revolver wurden neue Objektive gerechnet, das RX-Macro-Switar 12,5-1:1,3, das RX-Macro-Switar 36-1:1,4 und das RX-Switar 5,5-1:1,6, hervorragende Systeme in meinen Augen. Im Unterschied zur C-Fassung bei 16-mm-Film-Kameras und zur D-Fassung bei Doppelachtkameras ist das Auflagemaß der H-8-RX nicht genormt (15,305 mm). Die H-16 Reflex hat das Auflagemaß 20,760 mm. Das Auflagemaß der genormten C-Fassung ist 0.69" oder 17,526 mm, das der D-Fassung 12,29 mm. Um RX-Objektive von einer H-8 Reflex auf einer H-16 Reflex oder umgekehrt verwenden zu können, muß man den hinteren Gewindestutzen vom Techniker austauschen lassen. Das geht allerdings nur bei den längeren Brennweiten. Bei den gewöhnlichen (nicht RX) Kameras setzt man Zwischenringe ein.

 

Das Stereo-Yvar 12,5-1:2,8 von 1952 besteht aus zwei Tripletten, das Stereo-Projektionsobjektiv aus zwei Vierlinsern (Petzval-Typ). Die Kern-Stereo-Optik kann nicht auf H-16 Reflex verwendet werden.

 

Ende der 1950er Jahre entstanden die ersten Kern-Zoomobjektive. Das Kern-Vario-Switar für 16- und für 8-mm-Film ist der gleiche Sechzehnlinser, Brennweitenbereich 18~86 mm resp. 8~36 mm. Es wurde mit Handblende und Automatik gebaut, deren Bezeichnung EE für Electric Eye steht (elektrisches Auge). POE bei jüngeren Vario-Switar bedeutet Power Zoom, Open Eye (motorische Brennweitenverstellung, Offenblende zum Scharfstellen). Das waren Systeme mit 19 Linsen.

 

 

Man kann Objektive objektiv vergleichen. Dazu gehören gleichbleibende Bedingungen bei Licht, Kamera und Film. Man kann auch subjektiv vergleichen und sich gleichzeitig Rechenschaft darüber geben, was man eigentlich will. Gemeinerweise waren die praktischen Bedingungen beim Amateurfilm mit Kodachrome 25 im Projektor wesentlich günstiger als die beim Berufsfilm. Dort wurde auf Negativmaterial aufgenommen und eine Kontaktkopie davon projiziert. Eine schier endlose Diskussion war am Leben über diese „verkehrte“ Welt, an der ich auch teilgenommen habe. Heute gibt es kein Kodachrome mehr und die Negativfilme sind deutlich feiner im Korn. Was auch verschwunden ist: die VNF-Materialien (Video News Film). Das waren die ersten hochempfindlichen Farbumkehrfilme, hauptsächlich gebraucht fürs Fernsehen. Grobkörnig, sumpfig, manchmal wild in den Farben. Meiner Meinung nach fällt der Qualitätsentscheid bei der Wiedergabe. Meine Erfahrung schließt Projektion von 16-mm-Kopien (ECN-ECP) mit sehr gutem Objektiv ein, und zwar mit dem Schneider-Ciné-Xenon 30-2. Wenn die Kopie gut gemacht ist, sind die Bilder mit Kodachrome 40 vergleichbar.

 

Bei Schwarzweißfilm sieht die Sache anders aus. Fomapan R 100 als 8-mm-Film bringt ein relativ körniges Bild auf die Wand, Gigabitfilm 40 als 16-mm-Material bringt kornloses Bild. Extrem stark auflösender Film in Doppel-8 und DS-8 fehlt. Man ist frustriert, wenn man eines der sehr feinkörnigen Umkehroriginale von früher projiziert.

 

 

Zurück zu Kern. Ich möchte vor einer einzigen Sache warnen. Es handelt sich um die Vergütung. Sie ist sehr wichtig für die Leistung eines Objektives und wenn sie zerkratzt ist, sollte man das betroffene Instrument nicht kaufen. Staub im Innern, Pilz, Kittblumen — die Reparatur wird teuer. Öl auf Blendenlamellen ist an sich nicht schlimm, es darf nur nicht kleben. Eine Blendenreinigung ist weit einfacher und günstiger zu haben als Glasarbeiten. Das Switar 50-1:1,4 ist anfällig auf Streulicht. Das Pizar 50-1:1,8 auch

 

In der Hoffnung, die Kern-Paillard-Geschichte einigermaßen verständlich zusammengefaßt zu haben, verbleibe ich mit filmischen Grüßen nicht ohne den Hinweis darauf, daß es noch viele andere interessante Objektive gab und gibt.

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Hallo,

 

danke für Deine ausführliche Beschreibung. Das ist ja wirklich interessant !

 

Noch eine kleine Frage (auch wenn hier schon drüber geschrieben wurde), aber es ist sicherlich eine Frage, die im Forum vielen hilfreich sein könnte:

 

Es stimmt doch, dass Kern Optiken gerade in der heutigen Zeit oft viel zu teuer angeboten werden, besonders die neueren MC und MC-Preset Versionen, oder ? Was hälst Du für angemessen ?

Und ist es wirklich so eine 'hohe Liga' wie gerne angenommen wird ?

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Finde ich auch. Die Macro-Switar sind apochromatisch korrigiert, doch das 26-1.1 ist überbewertet. Das 75-1.9 auch

 

Apochromatische Systeme von Kinoptik oder Zeiss (Tevidon) oder Schneider (APO-Xenoplan) oder Angénieux (einige Teleobjektive) kosten halt deutlich mehr. Um ihren Wert zu nutzen, muß man aber schon die Gewißheit haben, daß die Bilder groß dargestellt werden. Ich meine groß, auf Kinobildwänden. Die Filmmaterialien müssen die optischen Feinheiten festhalten, sonst ist das Ganze wie mit dem Ferrari zum Supermarkt um die Ecke fahren. Mit dem Trabi auf Weltreise gehen ist doch viel spannender.

 

Das Switar 25-1.4 AR geht heute im Durchschnitt für 300 Eier. Das finde ich nicht übertrieben, wenn Glas und Vergütung in Ordnung sind. Kauft beim Photohändler, wo ihr euch die Optik ansehen könnt. Oh, ich habe mit ph geschrieben!

 

Man kann Apo-Vergrößerungsobjektive auf C-Fassung umbauen (lassen) und so sein Glück suchen. Größte Blende meist 1:4.5 oder so. Irgendwann bemerkt man allerdings, daß die ganze C-Mount-Geschichte einen einschränkt, und wechselt zur professionellen Maschinerie mit größerem Objektivanschluß, sprich PL. Arriflex 16 SR bekommt man heute für 2-3000.

 

Klassisch sind die Kern auf Paillard-Bolex-Kameras und da würde ich die Vorzüge von Festbrennweiten auf Revolver ausnutzen, sprich im Rahmen des für den Amateur Erschwinglichen einen Satz Objektive zusammenstellen, womit man seine Filme drehen kann. Die größten Schwierigkeiten stellen sich einem im Weitwinkelbereich entgegen. Die Optikhersteller müssen auf Retrofocuskonstruktionen zurückgreifen, wenn es um Produkte für Reflexsucherkameras geht. Das kostet.

 

Gegenwärtig ist der Engpaß nicht die Optik, sondern der feinkörnige Film, speziell als Kleinfilm.

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Arri SR I-III bekommt man heute ja sogar schon oft für Preise um 1000,- , gar preisgünstiger als manche Bolex.

 

Du schriebst schon mal von den Kinoptik-Objektiven in c-mount, z.B. dem Kinoptik Apochromat 25mm und bezeichnetest sie als 'Maß aller Dinge' und von dem höheren Preis, den sie daher kosten würden.

 

Ich hatte mal in alten Presilisten gesehen, dass Kinoptik Ende der 70er um einiges preisgünstiger war als z.B. Kern Optiken oder Zeiss. Wie würdest Du den Wert heute einschätzen ? (Verhältnis Preis-Qualität)

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Nein, Maß aller Dinge habe ich nicht gesagt.

 

Bitte, noch ein Mal: Wenn du die Bildgüte einer intakten Apo-Optik auswerten willst, dann sind 1500 für ein Kinoptik 25-2.0 nicht zu teuer. Mit dem Heimprojektor, worauf meistens eine Zoom-Optik steckt, zeigst du das gar nicht. Vom 16-mm-Film-Bild wird 7,2 auf 9,6 mm herausgegriffen und vergrößert. Mit Ektachrome 100 hat das überhaupt keinen Zweck.

 

Du mußt vom Farbwolkengewirbel und Kornrieseln weg und das geht nur mit wenig empfindlichen Filmen. Den empfindlichsten dieser Gruppe stellt Gigabitfilm 40 dar, 40 ISO-Grade mit Originalchemie. Dann geht es in den Keller bis zu 4 ISO hinab, dafür werden die Schichten dünner und die Körnigkeit extrem fein. Für Kodak Vision3 50D, Typ 7203, wird kein fester RMS-Körnigkeitswert angegeben. Er ist aber auf jeden Fall größer als bei Schwarzweißfilm, weil die Silberwolle fast vollständig durch Farbstoffwolken ersetzt ist. Subjektiv erscheint ein gutes Positiv ab 7203-Negativ bei ausgewählten Aufnahmen reicher. Die Schärfeleistung des teuren Objektives kannst du nur genießen, wenn du mit einer Reflexsucherkamera, bei der technisch alles stimmt, sorgfältig eingestellt hast, wenn es keine Verwackelung gibt, wenn der Film eben liegt bei der Belichtung, wenn der Film (Umkehroriginal oder Abzug) bei der Projektion eben liegt. Die Projektionsoptik muß ähnlich große Auflösung und Schärfeleistung haben, also auch wieder etwas Teures.

 

Wir können noch weiter gehen und uns die Geometrie von Aufnahme und Wiedergabe bewußt machen. Wenn der Aufnahmefilm projiziert wird, hat man die Möglichkeit, den Lichtweg in der Bildschicht einfach umzukehren. Mit anderen Worten, wenn das Projektionslicht unter selbem Winkel durch die Gelatine läuft, wie das Aufnahmelicht in sie hineingefallen war, verschwinden erhebliche Verschmieranteile, um es so zu sagen. Die Bildverschmierung, eigentlich eine prismatische Verstrahlung, ist umso schwächer, je dünner bzw. je weniger zahlreich Bildschichten sind (Farbenfilme).

 

In der Praxis würde das der Fall sein, wenn erstens die Projektionsoptik genau die gleiche Brennweite hätte wie das Objektiv einer Aufnahme und wenn zweitens die Lichtquelle (oder ein Abbild von ihr) im Brennpunkt der Projektionsoptik sich befindet. Sogar die Gegenstandsweiten müßten übereinstimmen und die Konstruktion der Objektive. Man müßte mit ein und demselben Objektiv aufnehmen und wiedergeben und auf die gleiche Distanz projizieren, wie die Kamera von der Szene entfernt war. Weil die Bildwand eine Fläche ist, die aufgenommene Szene hingegen räumliche Ausdehnung hat, geht wieder etwas verloren.

 

Es gibt Filme, die alles festhalten, was die Objektive hergeben, doch die technische Aufgabe, den Film während der Belichtung plan zu halten, ist nicht mit jeder Kamera zuverlässig gelöst. Selbst eine Panaflex oder eine Arricam steht da noch weit im Hintertreffen neben jeder Video-Kamera. Es ist wohl die Crux der Filmtechnik bis heute, daß die paar Quadratmillimeter lichtempfindlicher Oberfläche richtiggehend krumm daliegen im Vergleich mit der Glasplatte in der Fotografie oder einem modernen Sensor. Im Projektor sieht’s besondern schlimm aus, mal ganz abgesehen von schräger oder windschiefer Abbildung. Beim Abtasten sind die Verhältnisse vergleichbar mit denen guter Kameras.

 

Also, ich will niemandem die Freude an irgend einem Objektiv nehmen, im Gegenteil. Vielleicht gelingt jemandem mal eine Jahrhundertaufnahme, die alle Welt sehen will. Vielleicht ist die technische Bildqualität dann dank einer Apo-Optik erst noch hervorragend. Mir persönlich gilt der Charakter einer Optik etwas, weshalb mir ein kompakter, leichter Dreilinser sympathischer ist als ein 20linsiges Zoom-Objektiv. Das einfache System, genau eingestellt, macht bessere Bilder als das komplizierte, das schwergewichtig am Revolver hängt oder insgesamt zu viele Einschränkungen mit sich bringt. In der Hinsicht finde ich das fünflinsige Kern-Pizar 26 überraschend.

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Ich nehme fast auch immer nur Festbrennweiten. Irgendwie habe ich damit ein ganz anderes Gefühl und es macht viel mehr Spaß damit zu arbeiten. So ein Revolver auf der Kamera ist wirklich genial ! Schade, dass die Eclair so was nicht hat.

 

In der Natur filmte ich in letzter Zeit oft mit der Bolex Rx. Einziger Nachteil ist hierbei die begrenzte 'Szenenlänge' durch das Federwerk.

 

 

Friedemann, welche Scherben hast Du meistens auf Deiner Bolex ? Ich habe oft das Makro-Yvar 100mm oder das Makro-Switar 1,4/50mm und das 1,1/26mm drauf.

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Auf der H8RX die feinen Macroswitare 5,5mm, 12mm und 36mm mit der unglaublichen Nahgrenze.

Auf der H16RX meistens 10mm, 25mm und 75mm -- manchmal auch 10/16/25, je nach Anwendungsfall.

 

Die H16 macht aber auch besonders Spaß mit dem Century Optics 3,5mm/1.8, welches ja sogar Bildkreis genug für Super-16 hätte. Wegen seiner Pilzform passt das nur allein auf den Revolver, aber macht total Spaß. Da benutze ich dann auch keinen Sucher sonern filme frei nach Schnauze -- je absurder die Kameraperspektive und je näher man Vordergrund im Bild hat, desto besser. Die FIlme die damit entstehen machen alle großen Spaß. Für Schmetterlinge ist die LInse aber wohl eher ungeeignet. ;)

 

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  • 11 months later...

Hab’s gefunden.

 

Kurt Michel, Herausgeber: Die wissenschaftliche und angewandte Photographie; dritter Band. Julius Springer, Wien, 1955:

 

Das Genevar ist nichts anderes als das Pizar. Die Genevar wurden bei der Aktiengesellschaft Yvar (wie fantasievoll) in Genf fabriziert, deshalb der Name, die Pizar in Aarau. Die Anlage ähnelt der vom Ernostar von 1924.

Edited by Simon Wyß (see edit history)
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  • 2 months later...
Es gibt eine Ausnahme, nämlich das Yvar 13-1:1,8 für 8-mm-Film beziehungsweise das Yvar 25-1:1,8 für 16-mm-Film, die Vierlinser sind, Zeiss-Tessar-Typ (griech. tessera = vier).

 

Muß mich noch ein Mal korrigieren: Beide Objektive sind keine Tessar-Typen, sondern haben vier freistehende Linsen. Nach meinem heutigen Erkenntnisstand hat Kern nie eine Tessar-Variante gebaut.

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Gab's eigentlich Unterschiede in den Vergütungen ?

 

Ich sehe da bei einigen Switaren Unterschiede. Sind das eher 'alterungsbedingte Zufallsbefunde' oder gabs wirklich verschiedene Serien ?

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Oh, ja. 1943 kamen die ersten Kern-Paillard-Objektive heraus, das Switar 25-1.4, das Yvar 15-2.8 und das Yvar 75-2.5 mit einfacher Magnesiumfluoridbeschichtung. Die hat einen bläulichen Schimmer. Mehrfachvergütung führte man bei Kern ein um 1959 zunächst bei den Zooms und darauf auch bei den Festbrennweiten.

 

Es wurden aber einige Objektive blank verkauft, z. B. die Yvar 12,5-2.8 zur L8. Yvar 15-2.8 eventuell auch, da bin ich mir nicht sicher.

 

A propos Tessar-Variante: In den 1920er Jahren gab es das Kernon, tatsächlich eine Tessar-Abart, aber für Mittelformat-Fotoapparate.

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Oh, ja. 1943 kamen die ersten Kern-Paillard-Objektive heraus, das Switar 25-1.4, das Yvar 15-2.8 und das Yvar 75-2.5 mit einfacher Magnesiumfluoridbeschichtung. Die hat einen bläulichen Schimmer. Mehrfachvergütung führte man bei Kern ein um 1959 zunächst bei den Zooms und darauf auch bei den Festbrennweiten.

 

Es wurden aber einige Objektive blank verkauft, z. B. die Yvar 12,5-2.8 zur L8. Yvar 15-2.8 eventuell auch, da bin ich mir nicht sicher.

 

 

 

 

Und wie war das bei den späteren Objektiven, zum Beispiel den Preset-Macro-Switaren ? Da gab es ja die silber-schwarzen, die nicht MC waren: Manchmal hat die Vergütung hier unterschiedliche Farben.

 

Und bei den letzten, schwarzen Multicoated-Versionen: Ist das eine andere Vergütung als bei den silber-schwarzen Presets ?

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Schwierige Sache, im 35mm Bereich hab ich von Schneider für den gleichen Anamorphottyp zwei verschiedenen Vergütungen gesehen. Zu mindestens von Außen. Ob es dabei eine Rolle spielt, welche Schicht auf den Linse und welche außen ist, das weiß ich nicht. Aber Schneider bestimmt, mal da anrufen?

Jens

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  • 2 weeks later...
  • 2 weeks later...

Vielleicht von Interesse die Preise

 

Hier eine Preisliste vom 1. Juni 1962, zum Beispiel das Switar 13-0.9, SWANO, kostete damals 653 Franken.

Der Teuerungsrechner sagt, heute sind das Fr. 2494.

 

Irre teuer. Es sind zwar immerhin zehn Linsen in dem Objektiv, je zwei verkittet, aber in Reihe gebaut dürfte

das nicht so viel kosten. Man hat offensichtlich mit der Alleinstellung, es war 1959 angeblich das lichtstärkste

Objektiv, was nicht stimmt, die Kosten für die Benutzung des Bull Gamma 3 m und die Löhne für eine Horde

von Ingenieuren hereingeholt.

 

Das SWANO hat Innenfokussierung, d. h. das Objektiv ändert seine Länge nicht beim Drehen des Schärferings.

Mechanisch ist es geschickt aufgebaut. Optisch wird es aber vom Yvar 13-1.9, dem meistverkauften Triplett, um

Längen geschlagen, bei Auflösung und Kontrast. Blende 0.9 bis 2 ist nur wertvoll bei wenig Licht.

 

Wenn man Teuerung und Alterung gleichstellt, könnte man heute den damaligen Neupreis ansetzen.

Da die Objektive nur in ganz seltenen Ausnahmen originalverpackt aufzufinden sind, halbiert sich

der Preis. Man sollte also für ein gebrauchtes SWANO nicht mehr als Fr. 326.50 zahlen, € 294,40.

 

Beim Glas ist Alterung kaum festzustellen, Kern hat Rohlinge vier Jahre lang liegen lassen vor dem Schleifen,

damit Spannungen sich abbauen können. Beim Metall gibt es manchmal leichte Schäden durch die Zersetzung

der Schmierstoffe. Das kann man nur beurteilen, nachdem man ein Objektiv vollständig zerlegt und gereinigt hat.

Ich setze jeweils ohne Linsen erst trocken zusammen, spüre und lausche die Gewinde und den Blendenkorb ab.

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Vielleicht von Interesse die Preise

 

Hier eine Preisliste vom 1. Juni 1962, zum Beispiel das Switar 13-0.9, SWANO, kostete damals 653

 

Beim Glas ist Alterung kaum festzustellen, Kern hat Rohlinge vier Jahre lang liegen lassen vor dem Schleifen,

damit Spannungen sich abbauen können. Beim Metall gibt es manchmal leichte Schäden durch die Zersetzung

der Schmierstoffe. Das kann man nur beurteilen, nachdem man ein Objektiv vollständig zerlegt und gereinigt hat.

Ich setze jeweils ohne Linsen erst trocken zusammen, spüre und lausche die Gewinde und den Blendenkorb ab.

 

Finde ich sehr interessant.

 

Kern Optiken waren eigentlich immer verhältnismäßig teuer - verglichen zu anderen Herstellern. Sie waren teurer als manche

Arri-Optiken von Schneider, Rodenstock, Kinoptik oder Mitchell-Objektive von B & L etc. besonders die späteren Preset-Switare.

 

Kinoptik war vergleichsweise preiswert - wobei sie heute so mit die teuersten sind.

 

Ich finde, man kann sagen, mit Kern-Objektiven stets gut bedient zu sein und nichts falsch machen zu können. Und dass nicht

nur wegen der optischen Qualität:

Exemplare zu finden, die enttäuschen, sind eher die Ausnahme; verpilzte, gealterte oder 'unbrauchbare' Kerns sind sehr selten.

 

Ich bin auch davon überzeugt, dass sie mit hohen Ansprüchen gefertigt wurden; wie man mir erzählte, wurden sie vor der jahrelangen Einlagerung

auch auf einer Art 'Schiffchen' auf Wasser gefertigt, um so Erschütterungen abzufangen ...

 

Weißt Du, weshalb das Switar 50mm 1,4 nur kurz hergestellt wurde ?

 

Könntest Du auch ein Macro-Yvar 100mm richten, wo der Blendenring 'verdreht' ist ?

Edited by Micha S (see edit history)
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Das Switar 50-1.4 nimmt eine Stiefschwesterrolle ein, auch bei anderen Optikherstellern findet man wenige 50er. Den meisten Käufern war die Brennweite „zu wenig Tele“, das ist heute noch so. 75 mm greift schon enger heraus, ist das, was man will. Dann entstand Konflikt mit der Revolverblattfeder der H-16, worauf diese geändert wurde. Damit das Objektiv auf möglichst allen Kameras Platz findet, wurde auch der Haltering, der hinterste Ring, verschlankt. Das kam mit der RX-Variante. Nach meinen Informationen war das Switar 50-1.4 von 1950 bis etwa 1958 im Verkauf. Es neigt zu Kontrastverlust auf Grund inneren Streulichts.

 

Wie ich immer wieder zu zeigen versuche, verhielten sich die Direktoren von Paillard und Kern nicht wie Praktiker und intime Kenner der Filmmaterie. Wie man die Brennweite 50 mm beim 16-mm-Film gewinnbringend einsetzen kann, stellten sie nicht dar. Sie stellten bloß Grafiker an, die mit Fotografen zusammen solche Werbung machten:

 

post-79259-0-32956400-1462725029_thumb.jpg

 

Welchen Ausschnitt filmt der Typ da? Die Jackentasche der Dame, die Armbanduhr des Stewards?

 

post-79259-0-58538700-1462725220_thumb.jpg

 

Das Lebensfremde der westlichen Industrie treibt solche Blüten. Paillard heißt auch nicht viel anderes als Wüstling.

Jetzt bin ich böse, ich weiß. Es geht mir einfach gegen den Strich, wie im Kalten Krieg mit den Menschen verfahren wurde. Fabrikdirektoren zogen und ziehen im Stillen an den Strippen, um ans Geld der arbeitenden Bevölkerung zu kommen. Das Schneider-Xenon, 1925 erstmals entworfen, ist genau so gut wie das Kern-Switar. Die sechslinsigen Doppel-Gauß-Varianten nach dem Zeiss-Planar ähneln einander ja sehr. Unterschiede werden hauptsächlich von der chemischen Zusammensetzung der Gläser ausgemacht. Das Switar 50-1.4 ist sozusagen das aufgeblähte Switar 25-1.4. Die Frontlinse des 50er ist schwächer positiv als die beim 25er, logisch bei der doppelten Brennweite. Dieser Meniskus ist für das Streulicht vor der Blende verantwortlich. Mit Mehrschichtenvergütung wäre die Schwäche behoben gewesen, doch die kam erst Jahre später.

 

Über das 150er unterhalten wir uns vielleicht besser per PM.

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  • 5 months later...

Ich liebe die doppelte der Normalbrennweite, so drehe ich nach Möglichkeit mit dem Pizar 50-1.8. Hier ist das Schätzchen:

 

post-79259-0-73756900-1476702617_thumb.jpg

 

Es ist mit den anderen f/1.8-Objektiven zusammen 1958-59 auf den Markt gekommen, wobei es sich um Sonnar-Varianten handelt mit vier freistehenden Linsen. Acht verschiedene Radien bei vier Elementen ist der grundlegende Schritt weiter vom Triplett. Die Planar-Switar-Sechslinser haben zehn Radien bei acht Glasluftflächen mit dem Nachteil der Kittflächen. Zwar entfallen Glasluftflächen, doch man verschenkt auch Freiheitsgrade, weil je zwei Linsenradien gleich sind. Kern führte mit den f/1.8-Objektiven und den ersten Zooms Zweifachvergütung ein, Multi Coating um 1968.

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  • 1 month later...
  • 6 months later...

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