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albertk

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Alle erstellten Inhalte von albertk

  1. mir liegt ein prospekt vor, nach dem eintritte eines hier nicht näher zu nennenden digitalkinos für sogenannte "operübertragungen" 21,50 € kosten. da diese veranstaltungen bisher auch kaum beworben wurden, dürfte sich der erfolg von selbst erübrigen.
  2. der zitierte text trifft's. aber in einem punkt irrt veronika rall: "Hätten Monty Clift, Gregory Peck oder James Dean uns je in ihren Bann geschlagen, wenn wir auf sie herabgeblickt hätten?" große kinos hatten früher fast immer ränge. in den usa und großbritannien oft steil und hoch. da gab es keine bauvorschriften von maximal 10 reihen. meistens waren dort oft die hälfte der plätze. man schaute also durchaus auch herab. ähnlich verhält es sich auch mit den music-halls und opernhäusern. um viel billige plätze zu erhalten wurden dort stehplätze und bänke (statt einzelner sitze) eingerichtet. aber das entscheidende ist: man geht ins kino, um einen sinnlichen eindruck zu haben und was sieht man: ein multiplex! oder eine blackbox! "we joined the navy, to see the world. but what did we see? we saw the sea!" irving berlin
  3. danke mr. preston sturges für den link auf den fr-artikel. danach kommt es wohl zu einem totalabriß. übrigens brachte vor einem jahr das hessische kultusministerium eine broschüre namens "filmland hessen" heraus. zur illustrierung war auf einer der vordersten seiten ein ganzseitiges bild des ROYAL. zu sehen war ein vollbesetzter zuschauerraum, auf der anderen seite ein geleitwort des ministers. das war 2006 - da stand das ROYAL schon drei jahre her. so schmückt man sich.
  4. lag das AMBO gegenüber vom stuttgarter hauptbahnhof in einem gebäude namens hindenburgbau? in den 50er jahren gab es dort ein großes kino, das paul bode in "kino.filmtheater und vorführräume. münchen, 1957" beschreibt: filmtheater im hindenburgbau architekt: hans schmohl, stuttgart 780 plätze "der zuschauerraum hat deshalb einen fast quadratischen grundriß, weil sich in dem alten bau hier früher ei planetarium befand. (...) der zuschauerraum wurde so nicht starr begrenzt und es entstanden schleusenartige zugänge. (... bode meint: gestaffelt) die obere partie der rückwand erhielt eine lichtdiffuse jalousieverkleidung, aus der der bildwerferraum, einer kamera ähnlich, in den zuschauerraum vorstößt." die fotos zeigen ein sehr breites parkett-theater mit mittelgang, boden vermutlich leicht ansteigend, dahinter eine riesige beleuchtete rückwand mit eingesetzter projektionskabine. der saal wirkt sehr hoch. leider war ich nie dort. war davon noch etwas erhalten - von diesem großen saal?
  5. preston sturges ist mir zuvorgekommen, die frankfurter neue presse brachten einen größeren artikel als aufmacher im lokalteil! http://www.rhein-main.net/sixcms/list.p...id=4174520 auf der selben seite unten findet sich ein zweiter artikel über das künftige bauvorhaben. die stadtverordnetenversammlung lehnte im sommer wohl die künftige front wegen zuviel glas ab. abgerissen wird trotzdem. leider kein wort über denkmalschutz oder irgendwelche chancen einer erhaltung. seit heute steht ein gerüst bis zum obersten geschoß. als ich vorbeifuhr, begegnete ich zwei herren, die wahrscheinlich einen beitrag in der FR bringen. journal frankfurt, ein stadtmagazin bringt online auch einen beitrag, den ich aber noch nicht sehen konnte: www.kino.journalportal.de
  6. der link zum haus vaterland ist mittlerweile nicht mehr aktuell. vor einigen wochen gab es dort noch eine genauere übersicht über die einzelnen restaurationsbetriebe innerhalb dieses gebäudes inklusive des kinos "kammerlichtspiele". leider hat der herr, der diese webseite erstellt hat seine bisherigen angaben aus dem netz genommen. dennoch findet man wenn man unter google bilder sucht unter "kammerlichtspiele haus vaterland" noch ein bild, das sich dann aber nicht vergrößern läßt - das ist auch in dem genannten buch von boeger zu finden (der auch grundrisse zum kino hat). das kino wurde 1929 komplett umgebaut und vergrößert und hatte übrigens 1400 plätze. auffällig ist die parallele zum londoner apollo victoria: auch hier ein kino mit steilem rang, parkett im keller, foyers und zwischenräume unter dem rang, allerdings weniger verzierung sondern dagegen umlaufende lichtvouten.
  7. in DEFA 70 wurden in der DDR gedreht: DEFA 70 (1967, demo- bzw. kurzfilm) Hauptmann Florian von der Mühle (1968) Du bist min. Ein deutsches Tagebuch (1969) Signale - Ein Weltraumabenteuer (DDR/POLEN 1970) Wladimir Iljitsch Uljanow - Lenin (1970, kurzfilm) Goya (DDR/SOWJETUNION 1971) Osceola (1971) Eolomea (1972) KLK an PTX - Die Rote Kapelle (1971) Lützower (1972) Orpheus in der Unterwelt (1973) in MCS Superpanorama 70 wurden in der BRD gedreht: Flying Clipper (1962) Old Shatterhand (BRD/YU/F/I 1964) Onkel Toms Hütte (BRD/ITALIEN/FRANKREICH 1965) Der Kongreß amüsiert sich (BRD/ÖSTERREICH/FRANKREICH 1966) in 3-D-70mm gibt es aus der brd Liebe in 3 Dimensionen (1973) Hexen bis aufs Blut gequält (1970) koproduktionen in technirama, teilweise auch auf 70mm verliehen Tal der Hoffnung/Clint el solitario/Una tumba para Johnny Ringo/Nevada Clint (BRD/SPANIEN/ITALIEN 1967) Elenden, Die/Les Misérables/I miserabili (DDR/FRANKREICH 1959) Serenade einer große Liebe/For the First Time (BRD/USA/ITALIEN 1958) außerdem gibt's noch allerhand koproduktionen und blowups von brd-produktionen.
  8. endlose dauerkleinkriege interessieren mich eigentlich nicht. interessante fotos, wie's am potsdamer platz mal aussah findet sich auf der webseite eines fans des HAUS VATERLAND - ein vergnügungspalast mit themenlokalen: http://www.potsdamer-platz.org/haus_vaterland.htm u.a. gab es auch ein interessantes kino, das 1929 von stahl-urach im art-deco-stil umgebaut wurde. entsprechend üppig war die ausstattung: "die wände der eingangs- und parkettfoyers, der treppen und garderoben waren mit dunkelbraun poliertem asiatischen rosenholz getäfelt und die glatten decken silbern oder golden platiert. die beleuchtungskörper waren aus matterierten glaspaltten in nickelfassungen hergestellt. treppen und fußböden mit rotem velours belegt. zur ausstattung gehörten schwere sesssel mit saffianleder-bespannung..." "(zitiert nach boeger, architektur der lichtspieltheater in berlin 1919-1930) leider fand ich nur wenige innenansichten des saals, die ich hier nicht posten kann. sicher mehr als nur eine black-box. die ruine wurde mitte der 70er jahre abgerissen.
  9. ich bin kein berlinale-besucher. an den potsdamer platz und wie die anderen plätzchen dort heißen mögen zog's mich kaum. ich schaute mir nur mal die beiden imax-kinos an und das winzige filmmuseum an, das sie da in ein hochhaus gequetscht haben. nach den fotos der kinos bzw. ansichten und plänen des "berlinale-palastes" handelt es sich hierbei wohl kaum um "attraktive kinos". kurzum: der übliche einheitsbrei eben in zentraler lage. wie gut, daß es da allerhand busse gibt, mit denen man schnell weiterfahren kann.
  10. daß kinos in innenstädten manchmal über jahre leerstehen finde ich auch unbegreiflich. das ROYAL stand nicht nur 4 jahre leer, sondern die drei büroetagen darüber noch viel länger. es handelt sich hier um mindestens 500 qm bürofläche. und das direkt gegenüber von einem kaufhaus. angeblich gab es in einer der oberen etagen mal einen wasserschaden. in der frankfurter innenstadt gab es über jahre mehrere leerstehende kinos bzw. bauruinen von kinos. es handelt sich dabei um kinos, die alle in der nähe der einkaufsstraße zeil liegen. zentraler geht's kaum! das ROYAL lag/liegt in einer seitenstraße der einkaufs- und fußgängerzone zeil. nicht weit davon steht das ZEIL-kino leer. das ZEIL-kino soll trotz zu kleiner säle nicht schlecht gelaufen sein. spezialität zuletzt waren kinderfilme und extrem niedrige eintrittspreise (3 €, als es woanders schon 9 € kostete). jahrlang standen auch CINEMA (hauptwache), die OLYMPIA-kinos (weißfrauenstraße) und das IMAX-kino (hauptwache) leer. CINEMA und IMAX (jetzt Digitalkino CINEMAGNUM 3D) wurden wieder eröffnet. die OLYMPIA-kinos - wohl auf dem grundstück des frankfurter hofs (steigenberger) wurden innen abgerissen, dümpelten jahrelang als bauruine dahin und wurden jetzt wohl zu einer art disco. übrigens: heute wurde vor der ROYAL-baustelle ein gerüst errichtet. hat einer ein einsehen gekriegt und will den saal nur renovieren? danke an mr. cinerama für den tip mit der hessenschau. der skandal muß öffentlich gemacht werden! ich schrieb folgende medien an: FAZ, FNP, FR, taz, HR, Radio X, epd-film, Strandgut, Journal, Frizz und Gab (=stadtmagazine).
  11. wo war denn dieser herr kosslick, als reihenweise ku'damm-kinos dichtmachten? jetzt muß ich lesen, er würde sich für attraktivere kinos einsetzen! wie attraktiv sind denn diese blackboxkisten und multiplexe, die er mit seiner berlinale fördert? wie attraktiv sind denn viele kleinen kinos, die zwar ein interessantes programm, aber keine atmosphäre bieten? als ich vom neuen arsenal foyer und fotos sah, wußte ich, da würde ich nur in ausnahmefällen hingehen. liest man z.b. ein bißchen über berliner kinos im kinokompendium, da packt einen doch das kalte grausen. ein großteil der - noch - existierenden kinos bietet mangelde qualität, mangelnden service und mangelnde ausstattung. es gab kinos, da begann die vorstellung auf der straße. da bekam man lust ins kino zu gehen, allein um den saal zu sehen. da wurde per plakat, fotos und leuchtreklame geworben. man betrat foyers, die an theater erinnerten. man durfte seinen platz wählen. betrat man den saal, hatte dieser eine interessante indirekte beleuchtung. es lief musik zur einstimmung. dann bekam man nicht nur einen film zu sehen, sondern ein programm. es gab kinos mit bühnenschauen, orchester, kinoorgel und artisten, wochenschau, vorfilm, cartoon - und etwas werbung. da wurden kinos im winter geheizt - und im sommer gekühlt. diese liste ließe sich fortsetzen. leider bin ich in einer zeit großgeworden, als es damit schon reichlich bergab ging. kino und café, das bot sich schon immer an. vorher oder nachher, um über filme zu reden, dort veranstaltungen zu machen, bzw. als finanzieller ausgleich für ein programmkino. aber waschsalon, disco und anderer kombinationen: das haben wir doch längst in irgendwelchen einkaufszentren außerhalb. ehe man dann in solchen gleichförmigen multiplex-kisten einen film sieht, holt man sich doch lieber gleich die dvd. "Besuchen Sie die deutschen Lichtspieltheater damit Sie wissen, wie schön Sie es zuhause haben." Rudolf Rolfs (1920-2004)
  12. bitte löscht mein letztes posting, weil es nur datenmüll enthält. 1973-1998 hatte ich eine reiseschreibmaschine, die ging immer!
  13. [/img]http://www.imgbox.de/?img=w6792j22.jpghttp://www.imgbox.de/?img=l17815b22.jpghttp://www.imgbox.de/?img=m26472z22.jpghttp://www.imgbox.de/?img=h9569t22.jpg
  14. Die Architekten des MGM-Theaters hießen Max Meid und Helmut Romeick. Ich telefonierte mit Herrn Meid. Wenn mir jemand erklärt, wie ich die Bilder hier hereinstellen kann, werd ich's machen.
  15. heute mittag fuhr ich spontan zum royal & machte schnell ein paar fotos - von denen ich jetzt nicht weiß, wie ich sie hier reinkriege. mein eindruck: der abriß ist kaum aufzuhalten. die typische 50er-leuchtreklamen-front ist zerstört. im hof und vor der früheren leinwand stehen bagger. die gewölbte rückwand (leinwand) ist zerstört. licht dringt in den zuschauerraum. die glastüren sind bis auf die rechten zerstört. die mittige kasse ist demoliert und die glasdecke des foyers ebenfalls. die gläsernen seitenwände des foyers, die rechten seitentüren mit dem mgm-logo und die typischen rautenförmigen 50er-jahre-treppengeländer wären eigentlich was fürs museum. allein bei der zentralen lage dieses gebäudes hätte man aus diesen 3 oberen stockwerken an büroetagen soviel an miete herausholen können, daß man unten gratis 70mm hätte zeigen können! als ich mich als jugendlicher in den 70er jahren für kinobauten zu interessieren anfing, sah ich allerhand bildbände über architekturgeschichte durch. als ich mir dann die bauten in natura ansehen wollte, stellte sich im laufe der jahre heraus, daß man das meiste davon zerstört hatte. das galt sogar für architekten wie mendelssohn, poelzig - oder ein beispiel der 50er paul bode. in großbritannien ist der kahlschlag noch krasser, da gibt es aber immerhin gesellschaften, die sich um historische kinobauten und alte theater kümmern. ich möchte eigentlich keine architekturführer von großstädten mehr sehen, in denen auf wichtige kinobauten verwiesen wird, die fast oder völlig zerstört sind. noch absurder fand ich einen rückbau: 1979 sah ich vom universum am lehniner platz in berlin nur noch ein paar mäuerchen. das war lange zeit ein musterbeispiel an moderner kinoarchitektur der 20er jahre. ein bauzaun verbarg den skandal, der damals bundesweit duch die presse ging. daraus wurde dann die heutige schaubühne, ein völliger neubau! zu mr. cinerama: als ich mir unbekannte berliner politiker wegen royal-palast und zoo-palast anschrieb, bekam ich wenigstens von einigen eine antwort. in der multikulturellen mainmetropole antwortete kein einziger. im übrigen schrieb ich auch den architekturkritiker dieter bartetzko bei der faz. er fand das dahindümpeln des ROYAL als skandal und wollte auch mal darüber schreiben. dazu ist es wohl leider zu spät.
  16. scheinbar werden hier fakten durch bagger geschaffen. in faz und fr war in den letzten tagen von einem abriß nichts zu lesen. als das royal 2003 schloß schrieb ich allerhand briefe und mails. zumindest dachte ich, daß ein denkmalschutz für dieses typische 50er-jahre gebäude möglich wäre. besonderer dank an die frankfurter kulturpolitiker der damaligen 4er-koaltion, die bürgermeisterin und den kulturdezernenten - die mir alle nicht antworteten. namen nenne ich hier bewußt nicht. solche leute sind so gesichslos wie die stadt, deren tafelsilber sie systematisch verscherbeln. das royal hat viele sargnägel. von kinoketten und deren profilloser programmpolitik will ich hier gar nicht reden. auch nicht von aktiver publikumsbeschimpfung bei der abschlußveranstaltung. immerhin antwortete mir der architekt MAX ROMEICK telefonisch. einen denkmalschutz hielt er für aussichtslos, wußte aber auch wenig über den zustand seines kinos. interessant zu erfahren war, wie stark damals die MGM die bauliche ausführung des kinos bestimmte, bzw. dem architekten kaum freie hand ließ. ein architekt aus amerika war ebenfalls involviert. herrn ROMEICKS kinos sind in frankfurt zu gesichtslosen supermärkten geworden, eins steht in der eschersheimer landstraße, eines am schweizer platz. denkmalschutz hat er nur für sein typisches 50er-jahre parkhaus gekriegt, (ein bau mit klinkern, fenster und ladenzeilen im parterre) und zwei privathäuser. das denkmalamt schrieb mir übrigens monate später. durch den umbau in den 60er jahren sei das royal kein typischer 50er-jahre-bau mehr. wo leben solche leute denn? kein kino hat noch die bestuhlung von 1957 bzw. dieselbe wandbespannung? mit solchen argumenten könnte man natürlich jedes ältere theater, historische arenen inklusive abreißen. auch das goethehaus und jedes kaufhaus hier auf der zeil müßte dann abgerissen werden. einige beispiele für den mangelnden denkmalschutz in frankfurt: - abriß der historischen judengasse wegen eines kundenzentrums der stadtwerke, das inzwischen längst umgezogen ist - abriß bzw. zerstörung der 50er jahre kinos METRO IM SCHWAN, OLYMPIA und ZEIL-KINO - abriß des stadtbad mitte (50er) - abriß des frankfurter-rundschau-hauses (50er bauhaus-stil)
  17. ich finde es immer wieder gut, wenn auch älteren filme den weg auf die leinwand finden. manche kommen auch dort erst richtig zur geltung! filmportal.de gibt übrigens auch 1:1,33 (!) an, aber auf keinen fall ist der film in 1:1,85 höchstens 1:1,66. heißt das, ihr spielt grundsätzlich filme nur in scope oder 1:1,85? neben dem normalformat 1,37 waren zahllose europäische filme seit den 50er jahren in 1:1,66. gerade eine vorführung älterer filme mit falschem format finde ich eine zumutung. ich sah mal den AMERIKANER IN PARIS mit gene kelly in einer matinee in 1:1,85 - ein musical mit tänzern ohne füße. da bin ich grundsätzlich nicht mehr hingegangen, wenn die alte filme zeigten. das kino hat mittlerweile geschlossen.
  18. mr. "cinerama", ein kinohandbuch aus den 60er jahren, vermutlich um/vor 1965 gab an, daß das grindel eine "cinemiracle-anlage" hätte, die damalige leinwandbreite wurde mit 9x20m angegeben. das ist aber eher ein seitenverhältnis für todd-ao. andererseits legt die architektur des kinos den verdacht nahe, daß alle projektoren in einem bildwerferraum nebeneinander untergebracht waren. du siehst es ja auch auf den fotos, er ist sehr breit und liegt quer über den letzten hochparkett-reihen. allerdings - je geringer die durchbiegung der leinwand, desto näher können die projektoren bei cinerama nebeneinander untergebracht werden. bei cinemiracle ist das sowieso der fall. die bilder geben einen guten eindruck des saals, aber an die wenig attraktive gelbe (!) decke mit den eigenartigen runden lüftungsklappen (?) konnte ich mich nicht erinnern. mr. "preston sturges", von wann sind diese bilder? das bauprinzip ist übrigens vergleichbar mit dem berliner royal-palast, die leinwand entspricht fast der vollen breite des saals, auch die decke steigt zur leinwand hin an. und die wand hinter der leinwand ist stark durchgewölbt (90-120 grad) - wahrscheinlich von vornherein so geplant. umso irritierender war dann mein erlebnis, dort mitte der 80er DR. SCHIWAGO auf einer eher flachen leinwand zu erleben. daß trotz cinemiracle natürlich mit cinerama geworben wurde, liegt wohl daran, daß es in cinemiracle nur einen einzigen film gibt. außerdem wurde cinemiracle - nach amerikanischen quellen - von cinerama aufgekauft. es gab in deutschland noch mehr kinos mit diesem system, u.a. eins in münchen, karlsruhe und natürlich im berliner sportpalast. natürlich liefen in diesen kinos cinerama- und 70mm-filme.
  19. hier gibt es übrigens noch einige fotos und angaben zum grindel-filmtheater: http://www.filmmuseum-hamburg.de/index....&ds_id=193 leider fehlen saalfotos.
  20. ich hab die petition natürlich unterschrieben. das große grindel-kino ist ein typischer kinobau der späten 50er. ein typisches - leicht ansteigendes - parkett-theater. sehr breit - nämlich für cinerama/cinemiracle und 70mm geplant. ein breiter projektionsraum lief quer über die letzten sitzreihen. dieser kinobau ist - wenn auch durch umbauten beeinträchtigt - eine historische rarität. anfang der 70er jahre fiel es mir in hamburger kinoannoncen auf. da nannte es sich "CINERAMA GRINDEL" und zeigte noch regelmäßig 70mm-kopien. das kino hatte übrigens keine cinerama- sondern eine cinemiracle-anlage. das erklärt auch den breiten bildwerferraum für die - mindestens drei - projektoren. die große gewölbte leinwand konnte man auch äußerlich schon an der runden wand von außen erkennen. ich war allerdings nur einmal mitte der 80er dort und sah DR. SCHIWAGO. da wirkte die leinwand aber nicht sehr stark durchgebogen, eher so wie man das bei scope-leinwänden hatte. oder war sie variabel? und dann sah ich es vor einigen jahren in einer nachmittagsvorstellung FINDET NEMO. das foyer und die neuen säle sprachen mich nicht an. aber im großen alten grindel-kino war die bestuhlung vorteilhaft erneuert. fremdsprachenkino läuft hier in frankfurt übrigens seit jahren gut. hamburg ist eine der deutschen großstädte deren innenstadt völlig vom kinosterben betroffen ist. es gibt dort nur noch 3 ältere kinos: streit's, metropolis und passage. ich war in den 70er jahren öfter bei verwandten dort zu besuch und staunte über die zahllosen alten kinobauten - oft mit 1000 plätzen. der kahlschlag ist ungeheuer und nicht wieder gutzumachen. es gibt heute kaum noch spuren von diesen vielen kinos. man hat einfach jede menge öder neuer geschäfte dorthingebaut. es gibt nichts öderes als aus einem bahnhof zu kommen und in fußgängerzonen nichts als klamottenläden zu finden. umsomehr ist zu wünschen, daß ein kino wie das grindel erhalten wird. während überall von alten kultfilmen die rede ist, verrrotten die eigentlichen spielstätten für solche filme. alte filme gehören nicht in schuhschachtelkinos, kellerkinos oder andere abstellräume - sondern auf eine große leinwand! daß man auch mit 70mm-filmen erfolgreich programm machen kann, zeigen beispiele wie die schauburg in karlsruhe, pictureville bradford (mit IMAX, CINERAMA & 70mm) und oslo. gerade bekam der theaterleiter der schauburg einen kinopreis - und da handelt es sich um ein privat betriebenes kino, das wöchentlich einmal 70mm spielt und jährlich seit 3 jahren ein festival zum thema macht. das diesjährige festival im oktober war übrigens besser besucht als in den vergangenen jahren. das grindel-kino hat ein großes wohnviertel und die universität in der nähe - allein das bietet schon eine chance, daß es erhalten werden kann.
  21. ich hab jetzt mal nach oslo geschrieben. vielleicht läßt sich dort etwas verläßlicheres erfahren!
  22. hier ist ein link auf eine hochinteressane webseite zum thema 70mm-film in den niederlanden. http://www.70mm.nl/cms/control.php?&top...oupname=b2 leider nur auf holländisch, aber leichter als mittelhochdeutsch. da hat sich jemand wirklich mühe gegeben: fotos, grundrisse, plakate und datenrecherche - da könnten wir uns mal eine scheibe abschneiden. der erfolgreichste 70mm-film in amsterdam war übrigens WEST SIDE STORY - die niederländer hatten geschmack!
  23. vielen dank dem personal der schauburg, vor allem den vorführern & dem theaterleiter! für 70mm-fans bot das festival wieder zahllose optischen genüsse. zuviel filme waren zwar rotstichtig. allerdings stellt sich das auge im laufe des sehens darauf ein. hier hatten wir eine deutliche demonstration, was mit filmgeschichte der 50er & 60er passiert – während anderswo irgendwelche "klassiker" wie berlin alexanderplatz restauriert werden. TARAS BULBA verpaßte ich halb, dank dem lokführerstreik. warum gerade dieser eher mäßige panavision-film zum ersten 70mm-blowup wurde ist mir allerdings schleierhaft, sieht man mal von der musik ab. KAISERLICHE VENUS (ich würde den film eigentlich VENUS IMPERIALE nennen, weil zuerst frz. produktion) – war eine entdeckung. einerseits eine amüsante leichte komödie, andererseits immer mit szenen optischer rafinesse. ein schönes beispiel für die qualitäten des leider zu unrecht vergessenen TECHNIRAMA–systems. dieses system hat immerhin über 100 filme, davon 70 auf 70mm (als Super Technirama 70) hervorgebracht. stärke ist das große aufnahmenegativ, fast gleichgroß mit 70mm – so daß techniramakopien eine schärfe aufweisen, wie sie mit einem 35mm-panavision oder gar super-35-film nicht vergleichbar sind. ähnlich stark im gleichen verfahren– allerdings sehr stark gefadet – wirkte der später – am sonntag laufende EL CID. TECHNIRAMA wurde – wegen geringerer produktionskosten nämlich auch häufig in europa angewandt, so gibt es spanische, italienische, britische technirama-filme. eigentlich müßte man 1 festival zu diesem system machen. das verfahren hat einen eigenen look, vergleichbar nur mit TODD-AO. auf PATHFINDER/OFELAS war ich gespannt, aber es handelte sich leider um einen läppischen film über lappen. keine spannung, kein tempo & auch ohne ethnografische details. man schaue sich dagegen mal THE VIKINGS an! zudem war die fotografie von keinerlei schärfe getrübt - nicht mal die nahaufnahmen stapfender füße. KARTHOUM war eine entdeckung. visuell einer der stärksten des festivals, da verzieh man auch gern die deutsche synchro. leider lief er nur in einer fassung, die sphärisch war, d.h. von dem film der ursprünglich in ULTRA PANVISION gedreht wurde (1:2,76) fehlte ein bißchen rand – aber es war ein rares beispiel für ein "rectified print" , d.h. eine kopie für cineramabildwände, die jene krümmung ausgleichen sollten und bei denen die objekte und personen am rand schmäler werden. solche filme hätte ich gern mehrfach gesehen. in RIO BRAVO da haben wir nur kurz mal reinguckt und sind gleich wieder rausgegangen. das sah leider aus wie mit einem polfilter auf 16mm. in bradford demonstrierten sie allerdings noch schlimmeres: eine szene aus WIZARD OF OZ mit rotstichigen gesichtern und auch sonst flauen falschen farben. das sah in einer xmal duplizierten eastman-kopie neulich im filmmuseum frankfurt besser aus. THE KING AND I ist eigentlich eine vergessene rarität, die im gegensatz zu den anderen rodgers-&-hammerstein-operetten nicht altert. auch die qualität des bühnenstücks konnte man vor einigen jahren auf der bühne des londoner palladium erleben. getragen von zwei starken schauspielern ist es eine herrliche komödie über absolutismus vs. demokratie bzw. männer vs. frauen. bedauerlicherweise ist dieser film mit optiken gedreht, die nur eine geringe tiefenschärfe erlauben. man kann dies bei den ersten cinemascope-filmen sehen, bei denen die schauspieler eigentlich nur in wenigen metern agieren dürfen. trotz des 4x so großen negativbildes von CINEMASCOPE 55 entstand hier aber kein look wie Todd-AO. THE KING AND I lief in einer ansehbaren aber sehr merkwürdigen 70mm-kopie. was mir schon beim vorspann merkwürdig vorkam, bewahrheitete sich im verlauf des sehens. der vorspann war nicht mittig. d.h. rechts waren ornamente, die links fehlten. offensichtlich handelt es sich bei den 70mm-kopien von diesem film nicht um eine kopie der CinemaScope-55-fassung – sondern um eine seitlich verschobene abtastung einer 35mm-CinemaScope-Kopie (eventuell eines internegativs). nichts war mittig, was mittig aufgenommen wurde. einige szenen im palast, vor allem auch die szenen mit der landkarte, sind symetrische einstellungen, wo stets links mehr fehlt als rechts. kollege magenta machte zudem verdächtige überblendzeichen auf der kopie aus, die tatsächlich von einer kopierten cs-kopie stammen. kurzum: grandeur 70 ist vermutlich ein blowup einer verkleinerungskopie. danach lief BEN HUR. leider eine der rötesten gefadeten kopien, aber dafür im superbreiten MGM-CAMERA-65-system. hoffen wir, daß dieser film in diesem format doch einmal restauriert wird, nur so läßt sich eigentlich die frühere qualität erahnen. leider fügt die deutsche fassung diesem film, den ich auch mehrfach in englisch (in cs) sah, ein unerträgliches religiöses pathos zu. auch akustisch können fassungen enorm differieren. während jesu geburt – ein optischer exzeß zwischen douglas sirk und krippenspiel – muhen normalerweise kühe und ein kälbchen springt zur seite. das kam diesmal akustisch nicht rüber – das wirkte sonst eher wie eine ironische brechung. william wyler war kein monumentalfilmregisseur, sondern ein schauspielerregisseur, dessen stärkste werke in den 30er und 40er jahen liegen (THE BEST YEARS OF OUR LIVES), vor allem jene, bei denen gregg toland an der kamera stand, bzw. jene mit bette davis. nach ben hur konnte er es sich leisten, lieblingsprojekte (INFAM) zu verwirklichen. eine kuriosität am rande: man konnte auf diesem festival charlton heston mit 3 verschiedenen synchronstimmen hören. & wilhelm borchert, der ihn in ben hur spircht, spricht in el cid auch noch eine andere stimme. ONKEL TOMS HÜTTE ist leider 1 film voller anachronismen. ursprünglich als großprojekt geplant, wurde daraus ein eher gutgemeintes als sozialkritisches machwerk. eartha kitt, die in diesem film nur im nachspann singt, sagte einmal in frankfurt zu solchen filmproduzenten: "they fool you." außerdem paßte die hintergrundmusik von dieter thomas mit ihrem fröhlichen hoppel-poppel-sound öfter überhaupt nicht zum film. dennoch zeigte ONKEL TOMS HÜTTE was man mit dem MCS 70 superpanorama alles machen konnte – & wieviel. eine kleinere handlichere kamera, die auch ihren eigenen look hat. EISSTATION ZEBRA halte ich für 1 vergessenes meisterwerk. fotografisch ist vor allem der erste teil sehr stark – das ist überhaupt einer der besten 70mm-filme. thomas hauerslevs vortrag bot für die fans sicher allerhand bekanntes, aber war auch eine solide übersicht über die vielfalt an formaten, die heute noch in jedem lexikon & auch im internet häufig falsch wiedergegeben wird. ein besonderes schmankerl waren die zinnemann-tests, das heißt, frühe Todd-AO aufnahmen in rochester aus dem jahre 1953. szenen eines flusses, spaziergängerInnen, boote & eine kutschfahrt. gedreht in 30 b/s & mit 128-grad-bug-eye linsen, wirkte manches reichlich verzerrt. man kann keine personen, die nah auf die kamera zukommen mit einem quasi-fish-eye fotografieren – ohne groteske effekte zu erzielen. kein wunder, daß man später dann von dieser bug-eye-linsen-fotografie ziemlich abkam. aber die hier zu sehende kutschfahrt überzeugte rodgers & hammerstein davon, oklahoma in todd-ao drehen zu lassen. das material war übrigens ansco-color, das von den farben eher an damalige titelseiten von illustrierten erinnert. von eastman war damals wohl noch kein 65mm-material zu erhalten. den mit der arri 765 gedrehten AS GOOD AS IT GETS wird auch beim mehrfachen sehen nicht besser. die moppeligen damen aus utah mögen vielleicht manchem gefallen, aber die häufig mangelnde tiefenschärfe – z.b. am wasserfall – wird durch sie nicht ausgeglichen. das highlight des festivals war für mich ein kurzfilm in einem bisher unbekannten system: CLEARVISION 2000!!! der film arbeitet mit 70mm, allerdings unter voller ausnutzung der bildfläche des negativs zwischen den sprossen & 30 bildern pro sekunde. da exzellent tiefenscharf fotografiert, 1 exzellentes beispiel für gute optische qualität. flugszenen und eine fahrt durch das nächtliche las vegas wirkten tatsächlich gestochen scharf. leider ist inzwischen der erfinder mitlerweile verstorben – & das system existiert nur durch diesen einen demonstrationsfilm & 1 patent. hoffen wir, daß der film seine runden durch festivals macht – & junge oder alte filmemacher dazu bringt, endlich mal einen längeren film in diesem doch sehr qualitativ guten verfahren zu machen – das auf jeder dp70 laufen kann! die restaurierung von PLAY TIME ist 1 musterbeispiel, wie 1 film nach 40 jahren behandelt werden kann. da ich den film sehr liebe, sah ich ihn in verschiedensten fassungen, von 35mm (rotstich) bis 70mm (starker rotstich), in deutschen – fast durchsynchronisierten fassungen, die dem film die mehrsprachige ebene nehmen bis hin zu vhs & dvd. die nun vorliegende fassung auf 70mm, mit kasch links & rechts – ist die endgültige. tati hatte den film zuerst länger herausgebracht & in der literatur werden manchmal längere laufzeiten – bis 152 minuten angegeben. schon immer wollte ich das genauer wissen. wie der anwesende restaurator FAILLOT mir mitteilte, mochte tati diese lange fassung nicht & machte zwei weitere, so daß wir mit der restaurierten fassung, die nach einem originalnegativ gezogen sei, eine sozugen remasterte version von tatis dritter schnittfassung haben. weshalb tati für seinen 70mm-film das sonst nirgendwo übliche seitenverhältnis 1,76 wählte, wußte der restaurator leider auch nicht. dieser film ist ein musterbeispiel, wie scharf 70mm aussehen kann. und auch ein beispiel, wie ein film ohne handlung 2 stunden unterhaltend und komisch sein kann. der häufig malträtierte fisch im royal garden kostete übrigens 54 francs - das muß ich gelegentlich mal umrechnen. leider ging die ausstellung im goldenen foyer der schauburg über rare objektive etwas unter. hoffentlich kommen die alle noch mal zum einsatz! auch die aushänge mit alten plakaten und filmfotos zeigen, wie kino mal früher ausgesehen hat! schön ist es auch, zu einem so guten programm noch 1 schönes programmheft in händen zu halten, auf das interesse an guten 70mm-kopien nicht verblaßt!
  24. auf die vorführung dieses neuen 70mm-systems bin ich besonders gespannt. 70mm mit breiterem und größerem bild und 30 bilder pro sekunde verspricht einiges. 70mm und 30 bilder pro sekunde - das sah schon bei OKLAHOMA! gestochen scharf aus. leider ging man bei todd-ao von den 30 bildern ab, um billigere scope-kopien ziehen zu können. heute dürfte das eigentlich nicht mehr so ein problem darstellen. leider fand ich im internet wenig erhellendes über dieses neue system.
  25. vor einiger zeit hörte ein freund von einer kassenfrau: "so schlimme filme dürften gar nicht gedreht werden!" naja, es ging halt um einen "triebtäter".
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