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albertk

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Alle erstellten Inhalte von albertk

  1. Der neue Bau des Nederlands Filmmuseum wird nicht, wie ich dachte 2009, sondern nach folgender Quelle erst 2010 fertig. Die Bauarbeiten begannen übrigens erst im Januar dieses Jahres. Hier ein englischsprachiger Link: http://www.filmmuseum.nl/website/exec/f...2e50616765 Beschreibung auf der Webseite des Architekturbüros Delugan Meissl (Ö): http://www.deluganmeissl.at/textraus.php?txt=2&NR=63 Fazit: Geplant ist ein kühnes eisberg-artiges Gebilde (so der Architekt) gegenüber dem Hauptbahnhof (Amsterdam Centraal) auf der anderen Seite des Flusses Ij. 4 Kinosäle mit 300, 2 x 120 und 80 Plätzen, u.a. von Stummfilmprojektion bis 3-D geeignet. Zusätzlich gibt es auch rund 1100 qm Ausstellungsfläche und ein amphitheatralisches Aussichtscafe mit 100 Plätzen. Das hatte man bisher alles in den eher beengten Räumen (mit javanischer Art-Deco-Ausstattung) in der Villa im Vondelpark nicht. Ein besonderer Verlust ist natürlich das historisch einmalige typische 60er Jahre Bellevue-Cinerama-Kino (Abrißfotos oben bei Cinerama) in der Marnixstraat, das zusammen mit zwei anderen Sälen in den letzten Jahren vom Nederlands Filmmuseum betrieben wurde. Der Abriß erfolgte für einen Neubau einer Musicalbühne. Laut einem Mitarbeiter wird in dem Neubau am Ij-Fluß auch eine DP-70 installiert und nach der Eröffnung ist ein Festival geplant. Hoffen wir, daß sie die Tradition ihrer erfolgreichen Breitwandfestivals dort fortsetzen.
  2. Ein Bekannter erzählte, wie er sich vor einigen Jahren mal über eine unscharfe Projektion beschwerte. Die Antwort des Kinopersonals: "Der Film ist in Dolby Stereo!"
  3. Besonders schön finde ich bei Werbefilmen, wenn man den Namen der Firma auf den Kasch projiziert! Kinos leben u.a. von der Werbung, da wundert mich, daß so etwas überhaupt durchgeht. Beschweren sich die Firmen da nie? Bei einem Trailer eines Scope-Films komme ich mir um das Bild betrogen vor, wenn unten und oben dicke Balken sind. Leider scheinen Scope-Trailer auszusterben. Es gab sogar mal 70mm-Trailer! Laser-Hotline ist zuzustimmen: Scope als kleineres abgekaschtes Bild in einem Multiplex ist ein Armutszeugnis. Schließlich leben wir nicht mehr in den frühen 50er Jahren als viele Kinos für Scope umgebaut werden mußten, oder je nach architektonischen Gegebenheiten Scope kleiner vorführten als Breitwand 1:1,85. Multiplexe sind neu gebaut - und daher müßte die Gestaltung der Säle von den üblichen Filmformaten abhängen und nicht umgekehrt, wie man immer wieder entdecken muß. Auch ist Panavision seit Jahren 1:2,39. Viele Multiplexe schneiden davon auch noch kräftig etwas ab. Wo Regisseure und Kameraleute noch etwas mit dem Format anfangen können, merkt man das dann besonders. Das hatten wir früher mal auf alten Fernsehern, wo selbst bei Normalformat rund 25% rundrum fehlten. In Indien schmeißen sie mit Obst, wenn der Film nicht die volle Leinwandbreite - also Scope - hat.
  4. ich lese hier immer "HEINTJE-FILM - DU BIST DEUTSCHLAND!
  5. In der Grugahalle lief auch Cinerama in den späten 50er Jahren, es war aber wohl keine festinstallierte Anlage sondern eine Art Wanderkino. Ähnliche Veranstaltungen fanden auch im Berliner Sportpalast und in der Rhein-Main-Halle Wiesbaden statt. In einem Buch über den Sportpalast, an anderer Stelle in diesem Forum bereits erwähnt, sind auch Daten und Fotos. Die Leinwand war weniger stark durchgebogen und die Projektion erfolgte von LKWs aus. Veranstalter war vermutlich der Kinobetreiber Jonigkeit. Auffällig ist, daß viele europäische Kinoinstallationen für Cinerama erst kamen, als sich CinemaScope, Todd-AO und VistaVision längst durchgesetzt hatten - nämlich Ende der 50er, Anfang der 60er. Nach den Reisefilmen und den zwei Spielfilmen ging es dann schon wieder bergab. Nur in London gab es schon ab 1954 ein Kino das Cinerama zeigte, das Casino Cinerama Theatre, heute eine Musicalbühne (Prince Edward Theatre), dem zwei weitere folgten. Gibt es keine Literatur über die Grugahalle?
  6. Von raumbezüglichen stereophonischen Aufnahmen ist auf den Bildern, die Cinerama hier gescannt hat, nichts zu sehen. Die Schauspieler stehen eng zusammen, kein großes Studio mit weit auseinander stehenden und an verschiedenen Stellen plazierten Mikrophonen! Spontan fallen mir nur Bilder von Disney-Trickfilm-Synchronisierungen ein, wo man Elemente des Sets gewissermaßen nachstellte. Zur Einführung des CinemaScope-Verfahrens fand ich heute einige Texte von der 50er von Gunter Groll, der damals - mit vielen Einwänden - annahm, daß sich das System durchsetzen würde. Allerdings beeindruckten ihn eher die Dokumentaraufnahmen als die Spielszenen, die anfänglich mit wenigen Schnitten arbeiteten. DAS GEWAND (THE ROBE) verreißt er ("Benommen wankt man aus dem Kino...")- wie vieles US-amerikanische - obwohl einige Szenen die visuellen Möglichkeiten der neuen breiten Leinwand offenbaren. Immer wieder taucht hier allerdings der Fehler auf, das System böte mehr Tiefenschärfe (so auch bei Bazin), was bei den wenigen Linsen am Anfang erst mal nicht stimmte. Weitaus besser kommt EIN NEUER STERN AM HIMMEL (A STAR IS BORN) weg, dessen visuelle Opulenz auch in der Farbgebung ("Hollywoods Farben") er besonders hervorhebt wie auch die Qualität der Hauptdarsteller Garland und Mason. (Von den frühen Scopefilmen, die ich sah, war er bisher der beeindruckendste. Schade, daß in Karlsruhe nicht die 3-stündige restaurierte Original-Fassung läuft.) Zu einem Artikel über das neue CinemaScope schreibt Groll kurioses: "Mr. Goldwyn, der große Produzent, so wird berichtet, hatte eben erklärt, mit dem dreidimensionalen Film (gemeint ist eigentlich CS) werde die Filmindustrie endgültig die Fernsehkonkurrenz schlagen. Wie aber, warf jemand ein, wenn das dreidimensionale Fernsehen kommt? Dann werden wir eben, entgegnete er leicht verwirrt, aber energisch, auf vier und notfalls auf fünf Dimensionen umschalten! Als man sich erkundigte, was er sich darunter vorstelle, sprach er gelassen: Ach was. Technische Einzelheiten interessieren mich nicht." Liest man die Biographien einiger Regisseure, die früh mit CinemaScope arbeiteten, lehnten die meisten das neue Verfahren, das ihnen die Studios aufzwangen, ab. Billy Wilder, der zahlreiche Scopefilme drehte, veralberte es als System, das sich eigentlich nur für Begräbnisse, Dackel und Schlangen eigne. Trotzdem nutzen seine Panavisionfilme z.B. IRMA LA DOUCE und THE APPARTEMENT sicher auch Dank seiner Kameraleute und Designer opulent die breite Leinwand. U.a. sah Wise die Chancen der breiten Leinwand und bestand immer darauf, nie auf Mittelkadrage zu drehen. Häufige Scope-Filme drehten folgenden Regisseure: Arnold, Cardiff, Cukor, Curtiz, Gordon Douglas, Edwards, John Gilling, Hathaway, Henry King, Koster, Henry Levin, Daniel Mann, George Marshall, Minnelli, Negulesco, Pevney, Michael Powell, Preminger, Rasinski, Ray, Reed, Robson, Rossen, George Sherman, Sirk, Tashlin, J. Lee Thompson, Richard Thorpe, Vicas, Charles Vidor, Walsh, Charles Walters, Robert D. Webb, Billy Wilder & Robert Wise. Auch Trickfilmer stellten - allerdings nur für einige Jahre - auf CS um: z.B. Disney, Hanna-Barbera, Terry und UPA. Als das Format 50 Jahre alt wurde hätte man allein mit CS-Filmen monatelange interessante Reihen bestreiten können.
  7. DAS GEWAND ist in 4-Kanal-Magnetton. Für die deutsche Synchronfassung waren wohl besondere Tonaufnahmen notwendig. Ich denke an eine Aufnahme deutscher Dialoge mit raumbezüglichen sterophonischen Aufnahmen (Anordnung und Abstand der Mikrophone im Aufnahmeraum entsprechen dabei den Abmessungen der Lautsprecher im Wiedergaberaum). Zu erwähnen ist das Rotosyn-Verfahren als Verkoppelung der Magnetbandlaufwerke. P.S.: So sah ich DAS GEWAND wahrscheinlich noch nie. Als Kind sah ich den Film in Schwarzweiß mit dicken Balken im Fernsehen und mein Vater erklärte mir: Daran erkennt man einen Kinofilm!
  8. Laut eigener Webseite hat die Leinwand des Arsenal 1 die Abmessungen 9x5m, das kleinere 5x2m. Quelle: http://www.fdk-berlin.de/de/arsenal/inf...etung.html Kein großes Kino, nach den Fotos zu urteilen, aber noch passabel. Ob da freilich 70mm-Atmosphäre aufkommt, wage ich zu bezweifeln. In früheren Jahren sah man allerdings auf der Webseite des Kinokompendiums nur ein Foto des zweiten, weitaus kleineren Saals. Gezeigt und beschrieben wurden zu schwach ansteigende Treppen, zu kleine Leinwand, Blackbox ohne Atmosphäre und Originalität. Das schreckt freilich ab. Solche Säle sind der Anfang vom Ende! Gemessen am finanziellen Aufwand, den der ganze Gebäudekomplex mit Glasaufzügen etc. gekostete hat, ist schon das Foyer im Tiefkeller keine besondere Augenweide. Solchen Blackbox-Kinos baute man in den letzten Jahrzehten für Cineasten, während hunderte von alten, weitaus originelleren Kinobauten dichtmachten! Der Wahlspruch eines US-amerikanischen Kinoarchitekten lautete "The show starts on the sidewalk". Gemessen daran, hat man heute in den Einkaufszentren mit Multiplexen schon einen Vorgeschmack auf die Mäßigkeit der dahinter gebotenen Waren. Umso schlimmer, wenn man systematisch Filmgeschichte sehen möchte - und auf solche "Abspielstätten" angewiesen ist. Man muß Filme schon sehr lieben, wenn man sich solche Räume antut. Viele Filmstudenten sah ich in der hiesigen Blackbox des Filmmuseums in Franakfurt über Jahre hinweg niemals; die gehen lieber in andere Kinos oder schauen Video oder DVD. Fragt einmal Opernfans, ob sie sich 5-stündige Wagneropern in einem schwarzgestrichenen Heizungskeller ansehen würden!
  9. Die Angaben 25x10m für die Leinwand des MGM-Theaters (Royal) erscheinen mir auch überzogen. Das Grundstück war ca. 20m breit und 40m lang - soweit Meßtischblätter. Man kann auch über Google und Maps das mittlerweile völlig abgerissene* Gebäude noch von oben sehen (Frankfurt Schäfergasse). Die Breite von 20m läßt sich auch aus der breitesten Reihe ermitteln: 32 Sitze mal mindestens 0,50m + 2 Gänge = ca. 19m. Auch die Höhe der Leinwand scheint mir übertrieben. Bei 10m Leinwandhöhe hätte der Saal mindestens 11m hoch sein müssen, dem entsprechen 4 Neubaugeschosse, es waren aber eher 3 1/2. Legt man bei einem 20m breiten Saal eine 90-Grad-Leinwand zugrunde, käme man maximal auf eine Abmessung bei Ultra Panavision (1:2,76) von 22x8m mit einer Durchbiegung von 4m. In späteren Jahren wurde übrigens auch mit 8x20m geworben - was realistischer klingt. Für Frankfurter Verhältnisse war's sicher die größe Leinwand - nur noch von Autokinos übertroffen. Als CinemaScope neu war, warb man im Metro im Schwan mit einer "großen" Leinwand von 12 x 5m, als das MGM-Theater eröffnet wurde, hatte es laut Prospekt erst mal eine 15m breite. *So ein Totalabriß muß nichts heißen, das Goethehaus war nach dem Krieg auch bis auf die Grundmauern zerstört!
  10. Auf der letzten Seite der Frankfurter Rundschau vom 19.4.1068 wurde ein neues Großbildverfahren namens ASTRORAMA angekündigt: http://www.fr-online.de/1968_tag/index....&seite=020 Wieder mal ein neues -rama, vermutlich für Planetarien geeignet.
  11. Hier ein lesenswerterer Nachruf im GUARDIAN: http://film.guardian.co.uk/apnews/story...56,00.html (In Airport spielte Heston übrigens nicht, es muß heißen Airport 1975.) Zu Heston allein könnte man 70mm-Festivals machen: The Ten Commandments, Ben-Hur, El Cid, 55 Days at Peking, The Agony and the Ecstasy, The Greatest Story Ever Told, Khartoum, Hamlet!
  12. Charlton Heston starb gestern am 5. April 2008. Kaum ein Schauspieler wurde so mit dem Genre des Breitwand- und Monumentalfilms verbunden. Er spielte Moses, Ben Hur, El Cid, Michelangelo und Johannes der Täufer. Seine Filmographie ist umfangreich und hat auch andere Highlights wie Touch of Evil, Planet of the Apes und Airport. Daß er im Alter für das freie Tragen von Waffen eintrat ist nur ein Aspekt seines politischen Engagements. Anfang der 60er Jahren engagierte sich Heston in der Bürgerrechtsbewegung gegen die Rassentrennung. Seit den 50ern trat er für demokratische Präsidentschaftskandidaten (Stevenson, Kennedy, Johnson) ein und war Vietnamkriegsgegner, später aber auch für Reagan und die beiden Bushs. Ein kurzer Nachruf in der FR: http://www.fr-online.de/in_und_ausland/...nt=1314658 Ausführlicher in der Los Angeles Times: http://www.latimes.com/news/obituaries/...2568.story
  13. Sorry, aber der Link ist falsch. Dieser Link führt zum aktuellen 70mm-Festival Knov: http://www.in70mm.com/news/2008/krnov/index.htm Viel Spaß!
  14. Danke, das Bolt-Buch war mir neu. Ich wußte nur von Freddie Youngs Autobiografie - natürlich auf englisch. Film ist immer Teamwork, alles einem Autor zuzuschreiben ist auch einer der zahllosen Irrtümer vieler Kritiker und Filmtheoretiker. Mir ging es mehr um die Ignoranz hier in Deutschland. Filmreihen zu Lean sah ich übrigens auch noch nie auf den Spielplänen deutscher Programmkinos, das gilt auch für das seit 37 Jahren existierende Kommunale Kino in Frankfurt. In London verpaßte ich mal eine Filmreihe, die aber nicht im National Filmtheatre an der Southbank sondern in einem kleinen privat betriebenen Art-House-Kino (Odeon Haymarket) lief. Selbst in England hörte ich noch nie von einer Ausstellung, die sich Lean widmete. Selbst im mittlerweile längst geschlossenen MOMI (Museum of the Moving Image, London) war er kaum präsent. Hier fand ich übrigens eine mir unbekannte Webseite, die sich Kameraleuten widmet - auch mit einigen Bildbeispielen von Youngs fotografischem Stil: http://www.cinematographers.nl/GreatDoPh/young.htm Amüsant ist der Schluß eines Interviews des hochbetagten Kameramanns Young: "Stellen Sie sich vor, jetzt bin ich 88 Jahre alt und verbringe die meiste Zeit mit Malen und genieße das enorm. Ich male mit einer Paintbrush und keiner redet mir rein."
  15. Nochmal zu David Lean und seiner Ignorierung durch Filmwissenschaft und Kritik. Den Satz aus der Welt "sie genierten sich nicht sich von Lean überwältigen zu lassen" - das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Lean lullt die Zuschauer nicht ein, wie manche das Wagners Musik unterstellten. Er ist auch politisch völlig anders einzuschätzen. Natürlich ist Film immer ein sinnliches Erlebnis. Truffaut fand schon in den 50er Jahren treffend, daß ein Großteil der Filmkritiker keine Ahnung vom Handwerk und Technik hat. Solche Kritikaster können sich leichter an Werken geringer Qualität abarbeiten. Da der sinnliche Eindruck bei Leans Filmen dominiert, müssen die Kritikaster dann willkürliche Elemente herausgreifen. Liest man deren Texte nebeneinander, fragt man sich immer, ob die den gleichen Film gesehen haben. Bei vielen stimmen nicht mal die Inhaltsangaben! Die Mißachtung der Kritikaster von David Lean bezieht sich natürlich auch auf den den Kameramann Young und den Drehbuchautor Bolt. Gerade über Robert Bolt suchte ich wiederholt vergeblich Literatur. "Nothing is written!" heißt es in LAWRENCE OF ARABIA. Zu solchen Niederungen wie dem ständigen Namensnennen ohne wirklichen Bezug ("Name-Dropping") zeitgenössischer Filmliteratur darf man sich gar nicht herablassen. Das ist einigen Jahrzehnten so lesbar wie heute der aufdringliche ML-Jargon einiger Filmkritiker in den frühen 70er. Warum kann ich manches filmwissenschaftliche Buch auf englisch leichter und genußreicher lesen? "Zuvörderst giebt es zweierlei Schriftsteller: solche, die der Sache wegen, und solche, die des Schreibens wegen schreiben. Jene haben Gedanken gehabt, oder Erfahrungen gemacht, die ihnen mittheilenswerth scheinen; Diese brauchen Geld, und deshalb schreiben sie, für Geld. Sie denken zum Behuf des Schreibens. Man erkennt sie daran, daß sie ihre Gedanken möglichst lang ausspinnen und auch halbwahre, schiefe, forcirte und schwankende Gedanken ausführen, auch meistens das Helldunkel lieben, um zu scheinen was sie nicht sind; weshalb ihrem Schreiben Bestimmtheit und volle Deutlichkeit abgeht." (Schopenhauer, Ueber Schriftstellerei und Stil) [/b]
  16. "...es genierte sie nicht, sich im Kinosessel von Leans Visionen überwältigen zu lassen." Dieser Satz zu David Leans 100. Geburtstag sagt alles über das Elend der deutschen Kritiker und Filmwissenschaftler. Jetzt, wo er tot und 100 geworden ist, können sie ihn feiern. Als LAWRENCE, SCHIWAGO und RYAN'S DAUGTHER liefen, hagelte es Verrisse. Ich machte mir vor einigen Jahren die Mühe, Kritiker von RYAN'S DAUGHTER systematisch durchzugehen: eine geschmäcklerische Kritik nach der anderen. Je seriöser die Postile, desto barbarischer der Verriß! In keinem einzigen Filmseminar sah ich je einen Lean-Film. David Lean - so jemand wurde an Filmwissenschaftlichen Instituten gar nicht erst erwähnt. Natürlich hätte man ganze Semester mit nur einem Film dieser Art bestreiten können - und den Studenten zeigen können wie Filme originell, visuell stark und handwerklich gelungen sein können - obwohl sie ein Massenpublikum ansprachen. Gab es jetzt irgendwo Filmreihen? Wo waren sie in den letzten Jahrzehnten? Wann gibt es endlich eine Übersetzung von Kevin Brownlows Buch? Von Lean könnten zahllose neue Filmemacher lernen!
  17. ein kino in einer burg in berlin kenne ich nicht. das einzige burgähnliche gebäude, das mir einfällt, ist die zitadelle spandau. außerdem gibt es noch die kulturbrauerei in prenzlauer berg, ein backsteingebäude mit türmen und schornsteinen, ursprünglich schultheiss-brauerei. empfehlenswert ist hierzu das "Berliner Kinokompendium": http://www.kinokompendium.de/ und hier gibt's auch beschreibungen und fotos: http://www.kinokompendium.de/kulturbrauerei.htm
  18. Leider kriege ich keinen Urlaub Mitte April, um mich vom Gegenteil überzeugen zu lassen. Ansonsten fand ich das Programm vom 70mm- Festival in Krnov spannend: einiges Unbekanntes und Klassiker, die man immer wieder sehen kann. Der Eintritt wirkt übrigens extrem günstig - oder haben die sich auf ihrer Webseite verrechnet?
  19. Zu den gewählten Bildbeispielen von AMADEUS: wo ist hier auch nur eine einzige originelle Bildkomposition? Beim zweiten Bildbeispiel frage ich mich, was da überhaupt scharf? Wie sieht so etwas erst auf einer großen Leinwand aus? Als ich den Film neu auf einer 8-Meter-Leinwand sah (Olympia, Ffm.) kam er mir vor wie eine mäßige Fernseharbeit - trotz Panavision. Wenn ich gelungen Unscharfes sehen will, schätze ich Bilder von Turner. "Moderne" Filmfotografie ist oft nicht Stil sondern Zufall. Ich hätte nichts gegen Dogmafilme, bewiesen sie handwerkliche Qualität. Kleine, billig gemachte Filme, nach denen man zur Kasse geht, um noch mal eine Karte zu kaufen - weil es so interessant aussah! Bilder, die sich einprägen! Das gab es mal bei B-Pictures, von denen einige nicht so schnell in der Versenkung verschwanden. Leider gibt es in AMADEUS auch zuviel lange Schuß-Gegenschuß-Szenen, die waren schon beim ersten Sehen - kon-GÄHN!-ial - wie im Fernsehen! Anderen Adaptionen von Bühnenstücken merkt man das weniger an, es gibt sogar Gerichtsaalfilme, bei denen die Leinwand wackelt. Und was hat diese Fotografie mit BARRY LYNDON gemein? Angeblich die natürlich Ausleuchtung der Räume. Auch das hat hier keinen interessanten Look. Ich schätze übrigens an BARRY LYNDON eher die Außenaufnahmen, die durchweg britische Landschaftsmalerei zitieren. Das kann man aber auch genießen, ohne es kennen zu müssen. AMADEUS ist in Prag und Wien gedreht, das sieht man ihm leider nicht an. Der historische Mozart war sowieso anders, darum kann's hier nicht gehen. Aber was ist das für ein Bühnenbild im Theater? So etwas sah im Rokoko völlig anders aus - und läßt sich leicht nachlesen. Kostüme mit Reißverschlüssen! Mozart spielt Bach vor, der damals in Wien völlig unbekannt war. Nicht mal die Beerdigung stimmt! Und Mozartopern englisch gesungen, mußte das sein? Und was soll das Overacting des Hauptdarstellers mit seiner Punkperücke? Vielleicht ein Verweis auf HAIR, ein etwas packenderer Film des gleichen Regisseurs. Nochmal zur Fotografie: Einige x-beliebige Fotos aus SPARTACUS könnten dagegen beweisen, daß auch zufällig ausgewählte Bilder aus einem Film von Kadrage, Kameraführung und Dekor durchkomponiert sein können. Muß man alles loben, bloß weil's in 70mm ist?
  20. Kinohandbücher aus den 50er Jahren gaben Seitenverhältnisse der Leinwände an - und es gab durchaus Kinos nach Einführung von CinemaScope, die das Ursprungsformat (1:2,55) richtig zeigen konnten. Eine richtige CS-Ausstattung war anfangs natürlich teuer: Es genügten nicht nur Anamorphoten, sondern zu CS gehörte auch eine reflektierende Miracle Mirror Screen und Lautsprecher für 4-Kanal-Stero-Magnetton. Später kam natürlich die billigere Lösung mit Monoton/Perspecta hinzu, da wurde das Format auf 1:2,35 beschnitten. Für die Stadt Offenbach a.M. (rd. 100.000 Einw.) hatte ich vor einigen Jahren mal Kinohandbücher systematisch durchgearbeitet: (Daten 1955-1967) 5 Kinos hatten eine Leinwand mit Seitenverhältnis 1:2,55 5 Kinos hatten eine Leinwand mit Seitenverhältnis 1:2,35 1 Kino gibt an: 3x4m 2 Kinos ohne Angaben. Natürlich sind 70mm und VistaVision an Bildschärfe CS bei weitem überlegen, aber die Popularität des breiten-Handtuch-Formats hält an. Bis in die 70er wurden Filme auch mit Formatangabe (oft auch falsch!) beworben - dies ist auch in den Reprints der alten Frankfurter Rundschau-Ausgaben von 68 nachzulesen.
  21. glaubt man epd film haben solche foren wie dieses hier und die "brigitte" dazu geführt, daß der film jetzt doch in deutschland verliehen wird. die fans werden es danken. woody allens filme lassen sich noch in jahren wiederholt ansehen, was man leider von den meisten schnelllebigen deutschen komödien kaum sagen kann.
  22. Und hier mein Vorschlag für 2011: TECHNISCOPE! :D Kleines Format, wurde aber bei einigen Filmen ausgezeichnet genutzt. Bin gespannt auf dieses Jahr, gibt es schon einige Titel außer THE ROBE?
  23. Was soll eigentlich dieser unglaublich beleidigende Ton? Ich schrieb hier in diesem Forum nie rosarote Lobhudeleien. Ich besuchte in den letzten Jahren einige Festivals zu Themen wie 70mm und leistete mir immer meine eigene Meinung. Besonders kurios wird es, wenn jemand, der seit Jahren nicht in Bradford war, dann zwanghaft eine positive Wertung von Bradford schreibt. Ich möchte auch von diesem Teilnehmer nicht ständig falsch zitiert werden. Ich möchte weder privat noch sonstwie von solchen Teilnehmern irgendwelche Drohbriefe erhalten, wie dies vor einigen Jahren passierte.
  24. 70mm ist für Musicals ideal, allein schon wegen des Tons. In Karlsruhe liefen sicher noch nicht: Can-Can (Todd-AO) Chitty Chitty Bang Bang (Super Panavision) Gypsy (Technirama) Music Man, The (Technirama) Porgy and Bess (Todd-AO) Song Of Norway (Super Panavison) Star! (Todd-AO) West Side Story (Super Panavision) Oklahoma! (Todd-AO) Und hier einige 70mm-Blowups: Absolute Beginners Annie Best Little Whorehouse in Texas, The Blues Brothers, The Boy Friend, The Bye Bye Birdie Bring on the Night Camelot Can't Stop the Music Carmen/Bizet's Carmen Carmen Jones Chorus Line, A Demoiselles de Rochefort, Les Divine Madness Doors, The Fame Fiddler on the Roof Finian's Rainbow For the Boys Funny Girl Funny Lady Give My Regards to Broad Street Great Waltz, The Hair Half a Sixpence Jazz Singer, The Jesus Christ Superstar Jolson Story, The Let's Spend the Night Together Little Shop of Horrors Newsies Oliver! Pink Floyd - The Wall Sweet Charity That's Entertainment I-III Tschaikowski Unsinkable Molly Brown, The Zoot Suit Woodstock
  25. PRESTON STURGES schrieb: 7. + 8. Juni 2008 "1. Schauburg-Widescreen-Festival" thema: "in CinemaScope, Technicolor + 4-Kanal-Magnetton" im programm u.a.: DAS GEWAND (The Robe) erster CinemaScope 4-Kanal-Magnettonfilm der Welt in einer authentischen deutschen EA-kopie inkl. einführung in die "welt von technicolor" und festival-heft programm, preise und reservierungen ab Mitte März 2008 Das klingt hochinteressant, schon mal im Kalender vorgemerkt! Zu 50 Jahren CinemaScope lief ja leider fast nichts, höchstens nach dem Gießkannenprinzip. Eigentlich hätte man hier ja mehr als 500 Filme zur Auswahl. Immer unterschätzt ist auch der eigentlich erste CS-Film HOW TO MARRY A MILLIONAIRE. Der wurde zuerst abgedreht, leidet aber unter fürchterlich mäßiger deutscher unkomischer Synchronisation. Ich schaute mir grundsätzlich alles hier an, was es in Scope gab, farblich gut erhaltene Kopien sind rar, 4-Kanal-Magnetton auch leider selten. Umso gespannter bin ich auf dieses Festival! Das kann natürlich wunderbar aussehen und klingen. Gerade Farbdruckkopien, Scope und Magnetton! - Damit versuchte man damals die Konkurrenten Cinerama, Todd-AO und VistaVision auszustechen. Daher sollte CinemaScope anfangs nur in Farbe, Magnetton und mit Farbdruckkopien herauskommen.
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