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kinogucker

Studie zur Akzeptanz der bevorstehenden Kinoöffnungen

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Kam vor zwei Tagen rein:

 

Kinogänger zeigen sich nach schnellen Kinowiedereröffnungen zurückhaltender als noch vor einem Monat

Nach wie vor gibt es unter den Kinogängern ein großes Verlangen, bald möglichst wieder ins Kino gehen zu können –  das belegt eine Nachfolgestudie zu einer ersten Umfrage von S&L Research. Der zweite Teil der Studie zeigt noch immer Resultate auf einem hohen Niveau, aber auf die – teilweise überraschend schnellen – Kinoöffnungen reagieren einige Zuschauer auch mit Zurückhaltung.

891 Kinogänger wurden für eine neue Studie von S&L Research befragt, vier Wochen nach der ursprünglichen Befragung zu diesem Thema. Ziel der Studie war es, die Entwicklung zu verfolgen, ob und wie sich die Bereitschaft des Publikums ändert, nach der Krise wieder in die Kinos zu gehen. Anlass der Nachfolgeumfrage war, dass Kinowiedereröffnungen zwischenzeitlich in Aussicht gestellt wurden:

  • Zwar liegt die Quote der Kinogänger, die nach der Krise bzw. nach Aufhebung der Beschränkungen „sehr wahrscheinlich“ oder „wahrscheinlich“ wieder ins Kino zurückkehren wollen mit 89% (93% in der ersten Befragung) weiter sehr hoch, hat jedoch etwas abgenommen.
  • 45% der Befragten halten den Zeitpunkt der Wiedereröffnung der Kinos für „zu früh“, 49% für „genau richtig“.
  • Für die Vorsichtsmaßnahmen „Abstand und Mundschutz“ beobachtet S&L Research im Vergleich zum Vormonat die größten Steigerungen.
  • Am meisten vermisst werden „die Atmosphäre/das Feeling“ sowie „die große Leinwand“.
  • 30% der Befragten würden auch gerne „Filmklassiker“ schauen, 35% „Highlights und Filmlieblinge“ der letzten Jahre.

Mehr als zuvor wird das Kino vermisst

Ganz wichtig: Das Kino fehlt dem Publikum noch mehr als in der ursprünglichen Befragung. 39% der Kinogänger (34% in der ersten Befragung) geben an, das Kino sehr zu vermissen. Aber die Selbsteinschätzung, ob die Befragten auch wirklich ins Kino zurückkehren, lässt in der zweiten Umfrage eine leicht zunehmende Zurückhaltung erkennen (89% „sehr wahrscheinlich“ oder „wahrscheinlich“ vs. 93% in der ersten Befragung). Diese Veränderung steht im Einklang mit dem, was auch für die grundsätzliche Wiederaufnahme anderer Freizeitaktivitäten in geschlossenen Räumen beobachtet werden kann, die alle etwas unter dem Niveau der ersten Befragung zu finden sind: zum Beispiel Einkaufscenter 81% vs. 86%, Fitnesscenter 65% vs. 73%, ins Restaurant gehen 87% vs. 91%, Konzerte besuchen 68% vs. 73%   – nur bei der Freiluftaktivität „Freizeitparks“ findet ein leichter Anstieg von 56% auf 58% statt.

Der Zeitpunkt der Wiedereröffnung wird als verfrüht empfunden

Auch hinsichtlich des geplanten Zeitpunkts der Rückkehr zeigt die aktuelle Befragung eine größere Zurückhaltung als die erste Umfrage: Innerhalb der ersten zwei Monate nach Wiedereröffnung wollen aktuell 76% der Befragten ein Kino besuchen (84%). Der Rückgang der schnellen Bereitschaft könnte mit der Tatsache zusammenhängen, dass die Wiedereröffnung der Kinos jetzt doch für alle Seiten überraschend schnell in Aussicht gestellt wurde: 45% der Befragten empfinden den Zeitpunkt als „zu früh“, 49% als „genau richtig”.  Bei der Betrachtung dieser - auf den ersten Blick - womöglich etwas weniger positiven Resultate muss jedoch berücksichtigt werden, dass nach der ersten – damals noch - hypothetischen Frage, nun in vielen Bundesländern ein konkreter Zeitpunkt für die Kinoöffnungen in Aussicht gestellt wurde. Zusammen mit den ersten Erfahrungen, die mit der generellen Lockerung im öffentlichen Leben in den letzten Wochen gemacht wurden, scheint dies - zumindest für einen Teil der Befragten – eine etwas zurückhaltendere Einstellung zur Folge zur haben, wenn auch weiter deutlich positive Grundtendenzen vorherrschen.

Steigende Zurückhaltung auch für andere Freizeitaktivitäten

Aber auch für Freizeitaktivitäten abseits des Kinos geht der anvisierte Zeitpunkt der Rückkehr etwas zurück: Innerhalb von 2 Monaten wollen 80% (85%) der Befragten wieder ein Einkaufscenter aufsuchen, 66% (71%) in ein Fitnessstudio gehen, 83% (86%) wieder ein Restaurant und 39% (43%) Sportveranstaltungen besuchen. Auch die Bereitschaft innerhalb dieses Zeitraums mit Flugzeug, Bahn oder Bus zu verreisen ist von 53% auf 43% rückläufig.

Abstand und Masken erhalten zunehmend Zuspruch

Um diese Entwicklungen abzufangen scheint es – nicht nur für das Kino - umso wichtiger, dass die richtigen Maßnahmen ergriffen werden, um den Kinogängern die notwendige Sicherheit zu vermitteln. Insbesondere für zwei Maßnahmen beobachtet S&L Research deutliche Zunahmen bei der Nennung im Vergleich zur ersten Studie: So wird „Abstand“ in der offenen Fragestellung erneut am häufigsten als mögliche Vorsichtsmaßnahme genannt – mit 72% aller Nennungen (62%) für „Abstand zwischen nicht zusammen gebuchten Tickets“ sowie „Abstand an Kassen und Snackverkauf“ (Anstieg von 26 auf 35%) jedoch deutlich häufiger als noch vor vier Wochen. Wie erwartet hat auch das Thema „Mund- und Nasenschutz“ im Vergleich zum Vormonat von 18 auf 24% noch einmal deutlich zugelegt. Zwischenzeitlich geben aber auch 32% (26%) bei der Folgefrage an, dass ein verpflichtender Mundschutz eine für sie nicht akzeptable Einschränkung wäre. Jedoch ist es aber auch in den ersten wiedereröffneten Kinos bereits Praxis, dass Mund- und Nasenschutz im gesamten Gebäude zu tragen ist, während der Vorstellung im Kinosessel dagegen nicht. Eine Frage befasste sich zudem damit, zu wie viel Prozent der Kinosaal gefüllt sein dürfte, um das Gefühl der Sicherheit zu vermitteln: 35% der Befragten sprechen sich dabei für „ein Viertel“ aus, 49% für „zur Hälfte“. 

Am meisten vermissen die Kinogänger das „Erlebnis Kino“, aber auch den Ort der Begegnung

S&L Research befragte die Kinogänger auch, was sie am Kino am meisten vermissen: Am häufigsten wird bei dieser offenen Fragestellung „die Atmosphäre/das Feeling“ (40%) genannt, gefolgt von „große Leinwand/Bildqualität“ (30%). Aber auch das Gemeinschaftserlebnis fehlt – nicht nur die gemeinsame Unternehmung mit Familie und Freunden (21%), sondern auch das gemeinsame „Erleben“ eines Kinofilms mit anderen Zuschauern (8%). Noch 16% der Befragten geben, an Popcorn und Nachos zu vermissen. 

Die Kinogänger zeigen sich auch interessiert an „Filmklassikern“ sowie „Film-Lieblingen der letzten Jahre“

Ein zusätzlicher Frageblock drehte sich diesmal verstärkt um die Frage, welches Programm nach Wiedereröffnung für die Zuschauer interessant ist: Auf einem weiterhin hohen Niveau (62 vs. 58%) finden sich Filme, die bereits vor der Schließung angelaufen waren. 38% (26%) wollen auf kommende Neustarts warten - in einer offenen Frage erreicht mit 10% der von April auf November 2020 verschobene Bond-Film „Keine Zeit zu sterben” von den erwarteten Filmtiteln das höchste Resultat. 30% der Befragten würden auch gerne „Filmklassiker“ schauen, 35% „Highlights und Filmlieblinge“ der letzten Jahre. In diesen Kategorien werden insbesondere „Herr der Ringe“, „Harry Potter“, „Star Wars“ und „Marvel“ häufig genannt. 

Jeder fünfte Kinogänger hat sein Kino in der Krise unterstützt

Abschließend gaben 20% der Befragten an, ihr Lieblingskino während der Zeit der Schließungen unterstützt zu haben – „Online-Werbung geschaut“ (#hilfdeinemKino) und „Gutscheinkauf“ werden hier mit 45% bzw. 32% am häufigsten angegeben. 

Weitere Informationen:

https://www.moviepanel.de/assets/OnePager-KinonachCorona-Mai-2020.pdf

Über die Studie:

Die Umfrage wurde vom 08.-13.05.-2020 online von S&L Research auf dem Umfrageportal www.moviepanel.de unter 891 deutschen Kinogängern ab 16 Jahren durchgeführt, die sich in der Zusammensetzung an dem Kinopublikum in Deutschland orientierten – dies war die zweite Welle, nachdem eine erste Befragung vom 9.-14.4.2020 865 Personen befragt hatte.

Über S&L Research:

S&L Research ist der Geschäftsbereich der S&L Medienproduktion GmbH, der sich seit 2003 mit dem Thema Film- und Kinomarktforschung beschäftigt. Wöchentliche Tracking-Studien sowie Ad-hoc Umfragen werden online über das unternehmenseigene Access Panel www.moviepanel.de durchgeführt. Darüber hinaus werden auch Daten über Testscreenings, Fokusgruppen und Umfragen in den Kinos erhoben.

Die S&L Medienproduktion umfasst neben der Marktforschung auch eine TV-, Online- und Social-Media-Produktion. Sie ist Teil der S&L Medien Gruppe, zu der auch die PR-Agentur S&L Medianetworx und die Fullservice Multimedia Agentur Westwing Online gehören.

 Kontakt:

Gaby Hardt-Voß

Head of Market Research – S&L Research

Tel. 089 – 790862 – 52

ghardt@slmedien.de

OnePager-KinonachCorona-Mai-2020.pdf S&L Studie Kino nach Corona_Mai.pdf

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vor 8 Stunden schrieb kinogucker:

30% der Befragten würden auch gerne „Filmklassiker“ schauen, 35% „Highlights und Filmlieblinge“ der letzten Jahre.

 

Interessant. Vielleicht kommen die "Sommerfilm-Wochen" in veränderter Form wieder?

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vor 15 Stunden schrieb Jeff Smart:
   Am 21.5.2020 um 10:48 schrieb  kinogucker: 

30% der Befragten würden auch gerne „Filmklassiker“ schauen, 35% „Highlights und Filmlieblinge“ der letzten Jahre.

 

Interessant. Vielleicht kommen die "Sommerfilm-Wochen" in veränderter Form wieder?

 

Meine Erfahrung in unserem Business haben gezeigt, dass solche Aussage gerne getroffen werden und in der Praxis dann von den 30% Befürwortern noch 3% tatsächlich kommen. Die Umfrage ob jemand olle Kamellen sehen will habe ich schon zig mal durchgeführt und auch umgesetzt. Es kommt keiner.

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vor 1 Minute schrieb Jean:

 

 

Meine Erfahrung in unserem Business haben gezeigt, dass solche Aussage gerne getroffen werden und in der Praxis dann von den 30% Befürwortern noch 3% tatsächlich kommen. Die Umfrage ob jemand olle Kamellen sehen will habe ich schon zig mal durchgeführt und auch umgesetzt. Es kommt keiner.

 

Ich zeige schon seit einigen Jahren vier bis fünf Kultklassiker bei mir und die laufen wirklich sehr gut. Man sollte aber auch noch etwas "drumherum" anbieten. Bei Highlander im letzten Jahr z.B.: bekam jeder Gast einen Schottischen Single Malt zur Karte. Oder bei Clockwork Orange eine Tube Milch. Das sind zum Teil Kleinigkeiten, worüber sich aber die Gäste freuen, weil man zeigt, dass man Ideen hat und diese umsetzt.

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vor 7 Minuten schrieb sir.tommes:

 

Ich zeige schon seit einigen Jahren vier bis fünf Kultklassiker bei mir und die laufen wirklich sehr gut. Man sollte aber auch noch etwas "drumherum" anbieten. Bei Highlander im letzten Jahr z.B.: bekam jeder Gast einen Schottischen Single Malt zur Karte. Oder bei Clockwork Orange eine Tube Milch. Das sind zum Teil Kleinigkeiten, worüber sich aber die Gäste freuen, weil man zeigt, dass man Ideen hat und diese umsetzt.

 

Kultklassiker sind nicht zu vergleichen mit Filmen aus den letzten 12 Monaten. Außerdem erfordern diese Reihen Vorbereitung, Marketing und natürlich auch Regelmäßigkeit. Alles nicht gegeben in dieser Situation.

 

Oder könnt ihr euch an eine Situation erinneren in der ihr drei Monate später nochmal Star Wars eingesetzt habt und der Saal für 10 Euro die Karte voll war? Passiert nicht

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Posted (edited)

Jean, ich sage nicht, daß es funktionieren würde.

Mich würde aber ernsthaft interessieren, ob es jemand versucht.

 

Es gibt Klassiker, die nicht neu sein müssen, weil sie mit jedem Publikum "einfach funktionieren".

Bestimmte Komödien oder Musikfilme sind zeitlos.

 

Den Begriff "olle Kamellen" finde ich schwerst problematisch. Er beleuchtet andererseits gut, was falsch läuft.

Mich hat's erstaunt, daß die Frage nach Repertoire überhaupt so positiv beantwortet wurde, auch wenn man (sehe Bioessen) nicht wörtlich nehmen darf, was in Umfragen geäußert wird.

 

Das normale Fließband der Filmauswertung steht derzeit still, so wie die Containerschiffe aus China ausblieben, mit denen wir unsere Schnell-Billig-Wegwerfwirtschaft am Laufen halten. Das zeigt - wie in der Logistik und Wertschöpfung - die Schwachstellen und die eigene Hilflosigkeit grausam aber unverkennbar auf.

 

Was sagt es über die einheimische Filmproduktion aus, daß es jetzt keine gemeinsame Förderaktion gibt, um die deutschen Filme, die für ein größeres Publikum interessant sein könnten, den Kinos als Anschub günstig oder zu Minimalkonditionen zur Verfügung zu stellen und eine schlagkräftige Gemeinschaftswerbung auf die Beine zu stellen? Und das Ganze für die kleineren Schienen mit den schrägen, experimentellen oder kultigen Kleinfilmen zu würzen, die im Blockbusterhecheln der "Normalzeit" sowieso nach zwei Wochen weg vom Fenster sind? Davon hätten alle was, die Filmemacher, Kinobetreiber und das Publikum.

 

Du hast völlig recht, das erfordert Vorbereitung, Marketing und Regelmäßigkeit. Aber wann wäre denn die Zeit, alternative Konzepte zu entwickeln, wenn nicht jetzt?

 

 

Edited by Jeff Smart (see edit history)

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Natürlich kann so was grundsätzlich funktionieren, gibt ja genug Kinos die das erfolgreich machen immer wieder, ist aber halt die Frage obs jetzt funktioniert und das ganze wird sicher nicht überall funktionieren.

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vor 6 Stunden schrieb Jean:

 

Kultklassiker sind nicht zu vergleichen mit Filmen aus den letzten 12 Monaten. Außerdem erfordern diese Reihen Vorbereitung, Marketing und natürlich auch Regelmäßigkeit. Alles nicht gegeben in dieser Situation.

 

Oder könnt ihr euch an eine Situation erinneren in der ihr drei Monate später nochmal Star Wars eingesetzt habt und der Saal für 10 Euro die Karte voll war? Passiert nicht

 

Jean, da hast du sicherlich recht. Allerdings jetzt zu resignieren bringt auch letztendlich nichts. Einfach mal Ideen sammeln und ein etwas anderes Programm bieten. Versuch macht klug. Und dann kann man immer noch etwas ändern wenn es nicht funktioniert. Aber den Kopf in den Sand stecken? Und wie lange willst du den Kopf in den Sand stecken?

Letztendlich muss jeder für sich entscheiden, ob, wie und warum er öffnet oder eben nicht. ich werde auf jeden Fall nicht noch länger geschlossen lassen. Vielleicht handle ich ja falsch - das werde ich aber dann sehen.

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vor 44 Minuten schrieb Jeff Smart:

 

 

Du hast völlig recht, das erfordert Vorbereitung, Marketing und Regelmäßigkeit. Aber wann wäre denn die Zeit, alternative Konzepte zu entwickeln, wenn nicht jetzt?

 

Ist grundsätzlich eine lobenswerte Idee, aber ich kann nur wieder auf meine und die Erfahrung anderer verweisen. Das wurde alles schon x Mal versucht und funktioniert schlicht nicht. Genauso ist die beschriebene hochwertige deutsche Ware es sicher wert gezeigt zu werden, aber selbst mit genügend Vorbereitung und alternativen Konzepten funktioniert eine wirtschaftliche Auswertung in einem Dumpingpreismarkt wie dem Kinobesuch leider nicht. 

 

Um es so umzusetzen wie du es richtig darstellst müssen ganz andere grundlegendere Veränderungen innerhalb der Kinobranche und Verleiherseite stattfinden. Alles was wir tun im Kino ist basierend auf einer Mischkalkulation aus Mainstream, Arthouse und Sonderveranstaltungen. Du kannst den Mainstream, das Popcornkino in der digitalisiereten, schnelllebigen Welt nicht ignorieren oder aber daneben die unbekannte Qualitätsware pushen. Da fehlen riesige Marketingbudgets, Reichweiten und Zielgruppen.

 

Diese Gundlagen zu schaffen ist in den letzten Jahrzehnten nicht geschafft worden und wird in der aktuellen Situation wo viele Häuser um jeden Euro bangen müssen auch nicht umgesetzt werden. Die Idee ist nicht neu, nur einfach nicht zu verbinden mit den aktuellen Markgegebenheiten. Das soll  nciht heißen, dass es nicht in ein paar Jahren soweit sein kann. Bringt aber jetzt aktut nichts.

 

 

 

 

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Gerade eben schrieb sir.tommes:

 

Jean, da hast du sicherlich recht. Allerdings jetzt zu resignieren bringt auch letztendlich nichts. Einfach mal Ideen sammeln und ein etwas anderes Programm bieten. Versuch macht klug. Und dann kann man immer noch etwas ändern wenn es nicht funktioniert. Aber den Kopf in den Sand stecken? Und wie lange willst du den Kopf in den Sand stecken?

 

Auch das ist richtig. Hier fällt die Entscheidung wohl Betreiberseitig individiuell. Ich wünsche viel Erfolg beim Versuch und freue mich, gerne auch per PN, über ein wenig Feedback dazu. Ich für meinen Teil halte mich da erst noch zurück. Kopf in den Sand stecken würde ich das nicht nennen. Ich öffne meinen Lebensmittel laden einfach nicht, weil ich 80% meiner Ware derzeit nicht geliefert bekomme, das ist alles.

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@Jean:

 

Ich meine auch, daß hauptsächlich die Förderer und Subventionierer gefragt wären, diese Krise als Anstoß zu einer Veränderung zu nehmen. Natürlich kann nicht auf einmal Til Schweiger serienweise Superheldenfilme wie von Marvel drehen oder im Bereich Kinderfilm Disney & Co. Konkurrenz machen, aber wenn McDonald's keine Hamburger mehr liefert, warum sollte man nicht dann versuchen, den hungrigen Kunden sein eigenes Essen anzubieten, wenn man sowieso vom Bioapfel (Randgruppen-Arthouse) bis zur Currywurst (Dreigroschenoper) alles herstellt? Die TV-Auswertung für Film-Fernseh-Abkommenproduktionen mal zwei Jahre nach hinten schieben und den Kinos einen Vorsprung geben?

Wenn die Kinobetreiber nur darauf warten, daß das Blockbusterfließband wieder anläuft, ohne Ideen für die Programmgestaltung jenseits von Hollywood zu machen, sehe ich - auch in Hinblick auf die Streamingproblematik - mittelfristig schwarz.

 

Bei unseren europäischen Nachbarn funktioniert das besser - auch wenn der Artikel hier von 2013 ist, beschreibt er es ganz gut.

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vor 10 Minuten schrieb Jeff Smart:

 

Wenn die Kinobetreiber nur darauf warten, daß das Blockbusterfließband wieder anläuft, ohne Ideen für die Programmgestaltung jenseits von Hollywood zu machen, sehe ich - auch in Hinblick auf die Streamingproblematik - mittelfristig schwarz.

 

Bei unseren europäischen Nachbarn funktioniert das besser - auch wenn der Artikel hier von 2013 ist, beschreibt er es ganz gut.

 

Mir missfällt dass du meinst wir Kinobetreiber könnten dort irgendetwas mitentscheiden. Es ist nun einmal Fakt, dass der Mainstream aus Hollywood über 60 % der Gesamtmarktumsätze bringt, sowohl beim Ticketing als auch bei der Concession. 

 

Das ist ungefähr so als würde Edeka (um mal beim Lebensmittelvergleich zu bleiben) sagen wir verkaufen jetzt nur noch Bioware. Das funktioniert aus tausend Gründen einfach nicht.

 

Und noch einmal, wir haben jahrelang x Beliebige Auswertungen ausprobiert. Im regulären Kleinstadtkino fernab von Studenten und einer hochgestochenen Kunstszene funktioniert nun einmal schlichte Unterhaltung. Das ist auch der Grund, wieso heute RTL und Co immer noch die besten Quoten haben und ein Quatschformat nach dem anderen hinterhergeschoben wird. Kein Phönix, kein Arte kein sonst was hat sich bislang durchgesetzt.

 

Die Leute sind einfach, das siehst du auch den Verschwörungstheoretikern. Die Leute fressen einfache Ware, so schlicht und ergreifend ist es leider. Es ist aber auch in Ordnung, weil man nach einem langen Arbeitstag oft nur noch Lust auf einfache Berieselung anstatt hochqualitfizierter Beiträge hat. 

 

Im Übrigen kann man europäische Nachbarn nicht mit Deutschland vergleichen. In Belgien bspw. gibt es keine Aussagen wie: Die große Leinwand drei Wochen nix davor, nix dahinter. Dort kann man relativ frei spielen ohne Verluste hinzunehmen, weil man einen Blockbuster nicht auswerten kann. Dort funktioniert deine Idee vllt. Auch in Frankreich sind Rahmenbedingungen viel Kinofreundlicher als in D. Ist dir das bekannt?

 

Edit:

Abschließend noch zum Streaming, ich habs hier schon so oft geschrieben. Streaming ist keine Konkurrenz fürs Kino. Zuhause kochen oder Lieferdienste sind auch keine Konkurrenz zu einem Restaurantbesuch.

Es ist schlicht eine Fehlannahme dass Streaming den Kinomarkt tangiert. Es ist Fernsehen im Internet.

 

Edited by Jean (see edit history)
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vor 43 Minuten schrieb Jean:

Auch in Frankreich sind Rahmenbedingungen viel Kinofreundlicher als in D. Ist dir das bekannt?

 

Klar, deshalb habe ich den Artikel auf die französische Situation verlinkt.

 

Danke für die Info zu Belgien, das war mir nicht bekannt!

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vor 56 Minuten schrieb kinomania:

Dänemark genauso mit den Rahmenbedingungen.

Richtig. Kleinere Kinos buchen ihre Filme dort über das Filminstitut, dass sich auch um Herstellung und Verteilung der Kopien kümmert. 

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Am 22.5.2020 um 18:26 schrieb Jean:

 

Abschließend noch zum Streaming, ich habs hier schon so oft geschrieben. Streaming ist keine Konkurrenz fürs Kino. Zuhause kochen oder Lieferdienste sind auch keine Konkurrenz zu einem Restaurantbesuch.

Es ist schlicht eine Fehlannahme dass Streaming den Kinomarkt tangiert. Es ist Fernsehen im Internet.

 

 

Wenn Streaming das "Kino nicht tangiert" und sogar "keine Konkurrenz ist", warum wütet denn eigentlich unter den Kinobetreibern eine solche Aufregung bezüglich der parallelen Verwertung von Filmen im Umfeld der Streaming-Plattformen? Die könnten sich doch alle ganz gelassen zurücklehnen und die Wiederkehr ihrer Branche abwarten?!? Die Mehrheit will doch angeblich denen nach der Krise "die Bude einrennen"?!?

 

Streaming allein, da hast Du Recht, war nie eine Konkurrenz, das behaupten auch hier nur wenige. Das, warum es geht, ist, dass die Studios massiv und ungeniert am Ast der Kinos sägen und erstmals in der Kinogeschichte die Erstverwertungsfenster angetastet haben. Ob nur . . . "vorübergehend", wage ich zu bezweifeln, denn Universal hat da schon eigentlich eine klare Ansage gemacht. Und wenn so ein dämlicher Troll-Film schon so viel in die Kasse spült, wie grandios wäre dann erst die Premiere eines neuen Bonds im Netz?!? Unvorstellbar? Es war vor Jahren noch so viel . . .  "unvorstellbar" und wurde hier emsig dementiert.

 

Im Grunde gab es zu Zeiten der echten Filmkopien ja sogar eine "Erstverwertung" innerhalb der Erstverwertung. Durch die stets begrenzte Anzahl von Kopien spielten erst die systemrelevantesten Kinos die wichtigsten Filme, was auch richtig war. Denn diese Kinos waren am besten ausgestattet und verdienten folglich auch die besten Umsätze zum Filmstart. Heute spielt hier in unserer Umgebung so ein Fiffi mit seiner kleinen Firma auf der Freilichtbühne und im städtischen Kulturhaus aktuellste Filme, weil digital ja alles so prima schnell zu bekommen ist. Solche "Umsatzvertilger" hatten sich damals erst mal brav anstellen müssen bei der Zuteilung aktueller Kopien. Und diese "Mini-Kinos" werden bei Wiedereröffnung der Kinos noch zu einem zusätzlichen Problem, denn all diese Freiluft- und Behelfskinos werden im Sommer kräftig mitmischen. Und der Sommer dauert lange.

 

PS: Deine "Restauranttherorie", sooft Du sie auch wiederholst, steht leider nach wie vor auf wackeligen Beinen. Natürlich gehen Leute gerne ins Restaurant, anstatt sich selber drei Stunden in die Küche zu stellen. Für das aktuelle Filmerlebnis zu Hause aber muss man diesen Aufwand nicht betreiben, sondern nur einige wenige Knöpfe drücken. Die "Hemmschwelle" ist also deutlich geringer. Und die "Sinneseindrücke" - je nach Equipment - nicht nur gleich, sondern oft sogar besser. Niemals zuvor war so viel Bild- und Tonqualität im eigenen Haus möglich.

 

Und selbst Deine geliebten Restaurants, sofern sie überhaupt überleben, sehen sich neuen Herausforderungen gegenüber: Ein bekannter Ins-Haus-Lieferant von Frischprodukten  (Hello F...), die nur noch zubereitet werden müssen, ist zum absoluten Shooting-Star während der Krise aufgestiegen. Gut möglich also, das viele Menschen jetzt erst dadurch auf den Geschmack des "Selberkochens" gekommen sind und das fortan fortsetzen werden?!? Ähnlich wie jene, die erst durch die Pandemie so richtig auf den Streaming-Geschmack gekommen sind ...

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