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ausentwickelten Farbfilm zu Klarfilm bleichen


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Ich bin gerade ziemlich überrascht worden, dass meine orangene Suppe, frisch angesetzt, einen alten Farbfilm nicht klar bleicht. Er wird nur rot, selbst nach fast 8min ist die rote Farbschicht absolut resistent. Ich weiß nicht, um welches Material es sich handelt, aber Natriumhypochlorit bleicht in prima klar, nur habe ich davon keine so hochkonzentrierte Lösung (nur Haushaltsbleiche), dass ich ihn gut darin baden könnte, habe es nur mit Wattestäbchen probiert.

Irgendwelche Ideen dazu? 

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Die orangene Suppe löst Silber auf. In einem Farbfilm ist nach der Entwicklung kein Silber mehr drin. 
Farbstoffe aus Farbfilmen bleichen erfordert andere, heftige Chemie. Würde ich nicht machen. Mit solchen Mengen Chlor oder Domestos ist nicht zu spaßen, und du musst sie ja auch noch entsorgen. 

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vor 3 Stunden schrieb F. Wachsmuth:

Die orangene Suppe löst Silber auf. In einem Farbfilm ist nach der Entwicklung kein Silber mehr drin. 
Farbstoffe aus Farbfilmen bleichen erfordert andere, heftige Chemie. Würde ich nicht machen. Mit solchen Mengen Chlor oder Domestos ist nicht zu spaßen, und du musst sie ja auch noch entsorgen. 

Aha, ok, ich dachte mir schon sowas, dass die orangene Bleiche garnicht dazu geeignet ist. Sehr interessant, und danke für deine Einschätzung.

Mh, aber schade, weil es so eine schöne Richtung gewiesen hat: ich habe Teile des Bildes maskiert, mit Tape oder Tipp-Ex, und dann den Rest weggebleicht. Kann leider keine Beispiele reinstellen, ist 16mm und den kann ich nicht scannen, vl mach ich mal so nen paar Fotos. Bei Farbfilm wirds dann jedenfalls so richtig interessant, weil die Ränder minimalen Farbsaum haben je nach Technik, wie eine Fabrschichttreppe, innen grün und außer gelb. Und ich arbeite mit Found Footage, dass auf die Art bearbeitet in eine sehr interessante Richtung weist.

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Ah, der Experimentator 🙂 

Mit Reinigungschemie kann man in der Tat coole Effekte hin kriegen. Ich dachte du wolltest einfach ganz viel Klarfilm machen, da wäre SW-Material halt besser gewesen. 
Handschuh an und los experimentieren! Prima geht, den Film mit ner Zahnbürste und (eingepackten) Daumen "anzuspritzen". Ich hatte Dr. Becher Schimmelentferner glaube ich. Auch Urinsteinentferner macht tolle Farbspiele. 

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vor 9 Stunden schrieb Rolando:

ich habe die Sicherheitshinweise zu Natriumhypochlorit gelesen, kann aber nicht so recht einschätzen, ob 2,8% schon so krass ist

Wenn Klorix schon zu krass wäre, dürfte er nicht frei verkäuflich sein.

 

Wenn du mit dem Zeug rumspritzt, wie Friedemann schreibt, denke auch an eine Schutzbrille. Das Zeug macht überall fiese Flecken. Also nur alte Kleidung tragen und alles, was sonst Schaden (Handtücher, Bezüge, andere Wäsche...) nehmen könnte, in Sicherheit bringen.

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Interessant ist die Möglichkeit, zum Maskieren nicht nur abzutapen, sondern mit Tipp-Ex, es gibt auch einen praktischen Tipp-Ex-Stift, malend zu maskieren. So kann man recht schnell zum Beispiel eine Person in einer Szene maskieren und dann mit der Bleiche freistellen, der Tipp-Ex lässt sich dann später mit IPA lösen. Die freigebleichten Hintergründe habe ich dann mit Tuschen auf Alkoholbasis bemalt, diese Tuschen sind sehr gut geeignet, wunderschöne Farben, mischbar, leicht in der Handhabung, tragen nicht auf und werden in meinen Projektoren nicht zerkratzt. Ahhh, tausend Möglichkeiten! 

Klarfilm mache ich auch nur aus SW-Material, hab noch viele 'spannende' Lehrfilme, gerade muss einer über die Zinn-Zink-Kristallisation dran glauben 😉

Spritzen habe ich auch probiert, ist ja so ein Hageleffekt, sehr schick. 

Der Schimmelentferner hat ja um 10% Natriumhypochlorit. Dessen Konzentration scheint maßgeblich für die Geschwindigkeit des Bleichprozesses. Bisher reichen mir die 2,8%, ist aber bei längeren Passagen, mehrere Sekunden Film, doch recht mühsam. Hatte schon überlegt, mal Pool-Chlor zu probieren, da bekommt man schon seeehr stark konzentrierte Lösungen, aber ja, das ist dann wirklich nimma lustig. Ich hab schon Respekt vor den Chlordämpfen und möglicher Reaktionen!

Urinsteinentferner? Die, die ich jetzt gesehen habe, arbeiten alle ohne Bleiche, oft sehr sauer. Ich vermute, dass es aber ein Bleichmittel braucht, oder?

 

Ich arbeite nur in meiner Werkstatt, Film auf Glasplatte befestigt zum arbeiten. Das geht schon ohne blöde Flecken.

Aber Klorix ist krass auf seine Weise, denke ich, es wird größtenteils weit unterschätzt. Seine freie Verkäuflichkeit an Nutzer, die größtenteils wohl nicht die Warnhinweise lesen und diese Notwendigkeit auch nicht sehen bei Kauf eines Produkts, was so im Supermarkt rumsteht, finde ich bedenklich. Essigreiniger und Chlorreiniger zusammengeben ist durchaus im Bereich des Möglichen und dürfte recht unangenehm werden. Der Hinweis, das Produkt NICHT mit anderen Reinigern zu mischen ist so klein geschrieben, das liest keiner. Also, freie Verkäuflichkeit ist für mich kein Garant von Anwendersicherheit.

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Tausend Dank Friedemann, sehr inspirierend und motivierend ist das! Also meine bisherige Schlussfolgerung:

 

Natriumhypochlorit, was der Wirkstoff meiner bisherigen versuche ist, baut die Schichten sukzessiv ab. Ich werde hier noch versch. Abziehlacke erproben, Tipp-Ex funktioniert schon gut, ist aber schwer zu entfernen, geht zwar mit IPA, ist aber blöd, weil ich vorher gerne mit meinen alkoholbasierten Tuschen ran will, die dann auch wieder weg sind.

Alternativ werde ich versch. Peroxide ausprobieren, sollte das auch gehen, wäre es doch um einiges angenehmer als die Chlorverbindungen.

 

Als nächstes erprobe ich Urinsteinentferner (auf HCl-Basis) und reine Schwefelsäure. Das ist ja, was der Autor da als 'U' bezeichnet. Ich hoffe auf eine andere Reihung der Farbzersetzung als bei Natriumhypochlorit.

 

Entfärber basiert vor allem auf Natriumdithionit und wandelt Farben um. Bin ich auch gespannt.

 

 

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Gibt es eigentlich Möglichkeiten, Klarfilm zu tonen? Ich meine damit keine Oberflächeneinfärbung, sondern Farben, die ins Material eindringen oder reaktiv färben (ich kann es nicht besser beschreiben). Ich fürchte ja, dass so etwas bei Acetat-Film nicht geht... oder???

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Kurzes Feedback, falls jemand Interesse an den Versuchsergebnissen hat (vl ists aber auch bekannt und nur ich hab keinen Plan 😅😞

Triacetat IST in Aceton löslich! Diese Erkenntnis führt mich gerade zu neuen Versuchen, und zwar möchte ich Filmschnipsel auf Film kleben bzw schweißen. Und was soll ich sagen, es geht! Ganz kurz! angelöst in Aceton lässt sich Trägerseite auf Trägerseite schweißen, die Verbindung ist sehr!!! stabil und absolut klar. Natürlich hat es so versch. Schärfeebenen, aber der Effekt ist sehr interessant. Ob es auch durchn Projektor läuft, weiß ich noch nicht, ganz zu schweigen von Langzeitstudien. Aceton schon beim Verpressen mit saugendem Papier abnehmen, der Träger darf dem Aceton wirklich nicht lang ausgesetzt werden, sonst beginnt die Zersetzung mit anfänglichem Verdrehen.

 

Tonen des Trägers wird noch ein großes Experimentierfeld, auch dazu hab ich schon ein paar Inspirationen gefunden.

 

Urinsteinentferner auf Basis von anorganischen Säuren führt zur selben sukzessiven Schichtzersetzung wie Natriumhypochlorit.

 

 

Weitere Ergebnisse und hoffentlich dann auch Bilder folgen bald! 

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