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Berlin: FAU-Stammtisch Kultur-Medienbranche


classwar
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Am Freitag, den 7. November, findet ab 20.00 Uhr ein Stammtisch für Beschäftigte in der Kultur- und Medienbranche statt. Und zwar im Entwederoder, Oderberger Str. 15, Berlin-Prenzlauer Berg. Alle, die sich mal mit KollegInnen austauschen, sich gegenseitig oder die FAU kennenlernen möchten, sind herzlich eingeladen. Enjoy the Union!

 

 

Sektion Kultur der FAU Berlin - Selbstdarstellung und Kontakt

 

Im Kultur- und Medienbereich zu arbeiten, ist eine feine Sache. Nur manchmal beschleicht einen das Gefühl, daß diese Annehmlichkeit teuer erkauft ist und die Realität nicht ganz so prima aussieht.

Beschäftigte im Kultur- und Medienbereich sind unter den ersten, die erfahren, was die schöne neue Arbeitswelt verheißt: Dumpinglöhne, unsichere Beschäftigungsverhältnisse, flexible Verfügbarkeit, entwürdigende Behandlung und oftmals keine soziale Absicherung.

 

Einige wenige haben die Möglichkeit abzusahnen - für den Preis der Anpassung. Dem gegenüber steht die große Masse derer, die für Einkünfte arbeiten, die im Vergleich zu anderen Branchen unter dem Durchschnitt liegen. Die Chefs praktizieren den Klassenkampf von oben, Tarifverträge und Betriebsräte brauchen sie nicht mehr. Dennoch verharrt die ver.di in ihren alten Bahnen reformistischer Gewerkschaftsarbeit.

 

Wir können auch anders

 

In der Sektion Kultur der FAU Berlin hat sich eine Gruppe von Menschen zusammengefunden, die im Kultur- und Medienbereich ihr Geld verdienen - vom Kartenabreißer bis zur Autorin, vom Scheinselbständigen über die Jobberin bis zum Erwerbslosen. Mit dem Ziel, eine selbstorganisierte, kämpferische gewerkschaftliche Alternative aufzubauen. Von Standortlogik, Sozialpartnerschaft und bürokratischen Funktionärsapparaten halten wir nichts, weil wir dabei immer den Kürzeren ziehen werden.

 

Unsere Stärke sind wir selbst

 

Wir sind noch nicht viele, aber auch keine Manövriermasse eines Apparates. Bei uns entscheidet die Basis. Die Mittel, um unsere Interessen durchzusetzen, sind direkte Aktionen und Solidarität. Ob Streik, Besetzung, Sabotage oder Boykott - wir haben viele Möglichkeiten, Druck auszuüben. Ein sensibler Punkt der Kultur- und Medienindustrie sind die Konsumenten. An dieser Stelle kann selbst mit wenig Aufwand viel erreicht werden. Es muß nicht gleich ein Boykottaufruf sein, aus unserer Erfahrung reicht manchmal schon die Drohung durch ein Fax.

Worauf es ankommt, ist ein gemeinsames, entschiedenes Vorgehen, mit dem man - unserer Erfahrung nach - mehr erreichen kann als die etablierten Gewerkschaften überhaupt wollen.

 

Zum Beispiel

 

Einer Theaterkartenverkäuferin wurde der Lohn für einen Kurzzeitjob länger als ein Jahr vorenthalten. Nachdem ihr Chef einen Brief des Kultursyndikats erhielt, landete der Betrag auf ihrem Konto.

Einem Übersetzer wurde von der taz das Honorar für einen übersetzten Artikel nicht gezahlt. Fünf Leute besetzten das Büro des Chefredakteurs, und er bot eine gütliche Einigung an.

Dies mögen kleine Beispiele sein, aber damit fangen wir an. Und nur auf diesem Weg können wir letztlich auch im großen Maßstab etwas verändern.

Grundlage dafür ist ein solidarischer Zusammenhalt. Der beginnt mit Erfahrungsaustausch und gegenseitiger Hilfe (dazu gehört auch eine kostenlose Rechtsberatung), was gerade in dieser Branche wichtig ist, wo viele auf sich allein gestellt sind und die Belegschaften oftmals von ihren Chefs gegeneinander ausgespielt werden.

 

Perspektive

 

Ob im alternativen Kollektiv, als Freie, als Festangestellter, Jobberin, Schwarzarbeiter oder in staatlichen Zwangsmaßnahmen, gemeinsam ist uns, daß wir im Kapitalismus niemals die Freiheit haben werden, so zu leben und zu arbeiten, wie wir es wollen und über die Inhalte unserer Arbeit zu bestimmen. Dafür bedarf es einer Gesellschaft, in der jeder und jede unabhängig von Geschlecht, Herkunft und Neigung selbstbestimmt und gleichberechtigt leben kann. Und da wollen wir hin.

 

Anarchosyndikalismus

 

Unser Ansatz ist nicht neu, sondern hat eine Tradition und in vielen Ländern eine lebendige Praxis. Wir sind Teil der anarchosyndikalistischen Bewegung und haben uns deshalb mit anderen Branchengruppen in der Freien ArbeiterInnen Union (FAU) föderiert. Die wiederum ist mit anderen anarchosyndikalistischen Gewerkschaften weltweit - wie etwa der spanischen und französischen CNT und der italienischen USI - in der Internationalen Arbeiter Assoziation (IAA) organisiert. So können wir auf eine Solidarität bauen, die nicht vor Branchen- und Staatsgrenzen haltmacht.

 

Sektion Kultur der FAU Berlin

Straßburgerstr. 38 / DE-10405 Berlin

fon: +49 (0)30-287 008 04

fax: +49 (0)30-287 008 13

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Wir sind noch nicht viele, aber auch keine Manövriermasse eines Apparates. Bei uns entscheidet die Basis. Die Mittel, um unsere Interessen durchzusetzen, sind direkte Aktionen und Solidarität. Ob Streik, Besetzung, Sabotage oder Boykott
.

 

 

Mit solchen Aussagen wär ich SEHR vorsichtig. Da hat man schnell den Staatsanwalt an der Backe.

 

Mudsch

 

P.S. Die "Alternative" zum Kapitalismus musste ich leider viel zu lange kennenlernen ^^

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Die Beschreibung von Tatsachen ist zumindest bisher noch keine Straftat. Und was die Alternative angeht, so war es der Staatskapitalismus im Osten sicherlich nicht. Aber dass der Kapitalismus nicht funktioniert und es an der Zeit ist, über Alternativen nachzudenken, ist derzeit wohl augenscheinlich...

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Ob im alternativen Kollektiv, als Freie, als Festangestellter, Jobberin, Schwarzarbeiter oder in staatlichen Zwangsmaßnahmen, gemeinsam ist uns, daß wir im Kapitalismus niemals die Freiheit haben werden, so zu leben und zu arbeiten, wie wir es wollen und über die Inhalte unserer Arbeit zu bestimmen. Dafür bedarf es einer Gesellschaft, in der jeder und jede unabhängig von Geschlecht, Herkunft und Neigung selbstbestimmt und gleichberechtigt leben kann. Und da wollen wir hin.

Na dann Prost Mahlzeit :roll:

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Ob im alternativen Kollektiv, als Freie, als Festangestellter, Jobberin, Schwarzarbeiter oder in staatlichen Zwangsmaßnahmen, gemeinsam ist uns, daß wir im Kapitalismus niemals die Freiheit haben werden, so zu leben und zu arbeiten, wie wir es wollen und über die Inhalte unserer Arbeit zu bestimmen. Dafür bedarf es einer Gesellschaft, in der jeder und jede unabhängig von Geschlecht, Herkunft und Neigung selbstbestimmt und gleichberechtigt leben kann. Und da wollen wir hin.

Na dann Prost Mahlzeit :roll:

 

mhm... sowas wollte man in den 30er jahren auch schon mal, ging nach hinten los, später dann, nannte sich das "real exestierender sozialismus" und ging auch bei weitem nicht so, wie man sich das vorgestellt hat, siehe kommentar von "mudsch"

 

ach apropos "freier festangestellter" normalerweise heißt das "festangesteller freier" und aus eigener erfahrung kann ich sagen, dass das hervorragend laufen kann...

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wenn ich solche äußerungen wie von classwar lese, dann kann ich nur den kopf schütteln und frage mich, was hat dieser mensch für eine wahrnehmung der realität. wenn jemand von sabotage, drohung durch ein fax oder besetzung eines büros schreibt, dann hat er in meine augen nichts in diesem forum zu suchen, denn er ruft eindeutig zu gesetzeswidrigen verhalten auf, daher meine bitte an die moderatoren, diesen thread zu schließen und classwar klar zu machen, das wir hier keine spielwiese für politische ambitionen sind, sondern ein forum für filmvorführer und interessierte der kinotechnik.

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genosse und held der arbeit @classwar hat in seinem o.a. forums-flugblatt vor klassenkämpferischer aufregung ganz vergessen darauf hinzuweisen, dass man vor beitritt zu seinem sektions-stammtisch einen eignungstest machen muss.

 

Darum sei der link zum eignungstest hier nachgereicht ...

 

http://www.testedich.de/quiz23/quizpu.p...e=Funtests

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Es ist recht kritisch, was @classwar an ungelösten Problemen beschreibt (gleichwohl ich gegen die Sabotage bin, zumal die Kinobranche so sehr leidet, daß man froh sein dürfte, wenn im Zuge der anstürmenden Blu-ray-"Revolution" einige ihren Mut als Betreiber behalten und Standortverantwortung zeigen). Allein die Erwähnung dieses Drohwortes ist juridisch aber nicht greifbar, da auch kein Adressat benannt wurde.

Wenn die Gruppe FAU aus sich heraus nach basisdemokratischem Modell ein Kino betreibt (betreiben möchte), kann man dieses Experiment durchaus tolerieren und mit Interesse beobachten. Lernen müsste sie aber aus früheren Szene- und Alternativkinos, in denen ein Mangel an Abstimmung mitunter auch zur Selbstblockade führte.

 

Man kann durchaus die Arbeit niederlegen, wenn die Bedingungen zu haarsträubend werden. Stillgelegte Kinos aber, in denen die Vorstellungen ausfallen, halte ich für kontraproduktiv, da die Gäste künftig wegbleiben. Die Streikenden können ja im Vorraum lauthals demonstrieren und verteilen, aber der Film sollte weiterlaufen.

 

Nichtsdestotrotz - und da hier historisch/politisch nicht ganz zutreffend das Schreckgespent der DDR an die Wand gemalt wurde - einige Korrekturen:

 

P.S. Die "Alternative" zum Kapitalismus musste ich leider viel zu lange kennenlernen ^^

Die alternierte nicht richtig, zumal im Westen der Marshall-Plan frühes Wachstum verhieß ("friendly persuasion").

genosse und held der arbeit @classwar hat in seinem o.a. forums-flugblatt vor klassenkämpferischer aufregung ganz vergessen darauf hinzuweisen, dass man vor beitritt zu seinem sektions-stammtisch einen eignungstest machen muss.

Wenn man den Test bestehen möchte, dann gilt es auch genau hinzuschauen: Die DDR-Plakette "Held der Arbeit" sagt nichts über den qualitativen Umschlag aus, der einst gefordert wurde. Einige Arbeiterorganisationen nennen sich "Partei der Arbeit". Dies vulgarisiert den Karl Marx, so weit ich mich erinnern kann. In der "Deutschen Ideologie" schreibt er das Gegenteil - was immer man davon auch halten mag:

 

»... 3. daß in allen bisherigen Revolutionen die Art der Tätigkeit stets unangetastet blieb und es sich nur um eine andre Distribution dieser Tätigkeit, um eine neue Verteilung der Arbeit an andre Personen handelte, während die kommunistische Revolution sich gegen die bisherige Art der Tätigkeit richtet, die Arbeit beseitigt und die Herrschaft aller Klassen mit den Klassen selbst aufhebt, ...«

Und was die Alternative angeht, so war es der Staatskapitalismus im Osten sicherlich nicht. Aber dass der Kapitalismus nicht funktioniert und es an der Zeit ist, über Alternativen nachzudenken, ist derzeit wohl augenscheinlich...

Staatskapitalistisch eher im Devisenhandel, feudalistisch im Verwaltungssystem, orwellianisch im Überwachungswesen, aber vom Prinzip her progressiv in der Familien- und Sozialpolitik sowie im Modell der Sekundärrohstofferfassung und auch mit Blick auf frühe Verfassungsmodelle - all dies wäre in USA undenkbar gewesen.

Na dann Prost Mahlzeit :roll:

Die Syndikalisten haben eigentlich recht wenig Böses auf dem Kerbholz. In der DDR verfolgt und gefürchtet - mehr als die Altnazis, NATO-Agenten oder maoistische Protestgruppen -, sollte man sich den Thesen im einzelnen stellen. Im Gegensatz zur Partei "Die Linke" gibt es da ganz andersartige Lebensmodelle, die nicht ins Fahrwasser dümpelnder Sozialromantik (SPDPDS) abgleiten, sondern mit dem Humanismus ernst machen wollen.

 

Mit ähnlichen Forderungen geht es hier weiter: http://www.anarchie.de/main-5852.html

 

Glaube nicht, daß in diesem Thread bereits Argumente gefallen sind, die die FAU als Irrläufer überführen konnten. Sofern hier nicht bedeutend stärkere Gründe aufgefahren werden, sieht es aus der nüchternen Warte so aus, als sei die FAU, die ja so einige Film- und Kinoleute gewinnen konnte, in ihrer Gerechtigkeitsforderung unwiderlegbar?

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1. Regel ist eigentlich "dont feed the TROLL"

 

aber ich kann es mir einfach nicht verkneifen :twisted:

 

: Die "Argumente" gegen solche Truppen wie FAU verbietet leider das deutsche Waffengesetz. :oops:

 

Wieviel mehr Freiheit als in D braucht man eigentlich?(ok-ok das Waffenrecht ist etwas heftig) (aber dafür darf ich mein Auto bis zum Anschlag ausfahren).

Wieviel mehr soll den der "Staat" noch tun für Menschen, die nix können, oder nix können wollen .

In diesem Land ist doch alles vor unabhängigen Gerichten einklagbar--aber solche Dinge wie Sabotage sind immernoch strafbar.

 

und

@ Cinerama

nicht immer über die USA herziehen (Sero-auch dort gibt es sowas)

wer längere Zeit mal dort war wird mir sicher zustimmen -- auch in den Staaten gibt es Familien-und Sozialpolitik. Aber ich habe ja auch Marx NICHT gelesen!!!!

 

Ende

 

Mudsch (dem immernoch die Haare zu berge stehen)

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Nein leider nicht.

aber ein kleiner Prozentsatz Fingernägel.

 

aber habe ich noch Filmschnipsel ,fein gemahlen, verpackt in Messinghülsen mit Bleiabdeckung

 

Aber mal grundsätzlich nix gegen 70 mm. son Schöner Russischer Märchenfim auf der UP 700 in 3D war schon ein Erlebnis--- wenn man Russische Märchenfilme mag-- :P

 

Mudsch

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