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Geschrieben

Mal ne Laienfrage:

Ich hab mich zwar schon mit digitalen Kinoprojektoren auseinandergesetzt, möchte nur bei einer Sache sichergehen:

 

Bei normaler 2D-Wiedergabe (meist 24 fps) gibt es, im Ggs. zur analogen Projektion keine Dunkelpausen oder?

Also kein Double oder Triple Flash quasi, sondern Sample&Hold-Technik, d.h. ein Frame bleibt solange stehen bis er vom nĂ€chsten ĂŒberschrieben wird.

So ist es jedenfalls bei Heimkinoprojektoren und ich denke mal bei digitalen Kinoprojektoren ebenfalls oder?

Sollte ja dann auch kein Flimmern geben. Mir ist bisher jedenfalls keines aufgefallen.

Und der weitere Unterschied liegt in der Bewegungsdarstellung. Bei Analogprojektion mit mehrfach umlaufender Blende erscheinen Bewegungen eher ruckelig, bei Digitalprojektionen aufgrund des Sample&Hold eher verwischt.

Richtig?

 

 

PS: Entschuldigt, ich hÀtte die Frage wohl im Newbie-Forum posten sollen...

Geschrieben

Mal ne Laienfrage:

Ich hab mich zwar schon mit digitalen Kinoprojektoren auseinandergesetzt, möchte nur bei einer Sache sichergehen:

 

Bei normaler 2D-Wiedergabe (meist 24 fps) gibt es, im Ggs. zur analogen Projektion keine Dunkelpausen oder?

Also kein Double oder Triple Flash quasi, sondern Sample&Hold-Technik, d.h. ein Frame bleibt solange stehen bis er vom nĂ€chsten ĂŒberschrieben wird.

So ist es jedenfalls bei Heimkinoprojektoren und ich denke mal bei digitalen Kinoprojektoren ebenfalls oder?

Sollte ja dann auch kein Flimmern geben. Mir ist bisher jedenfalls keines aufgefallen.

Und der weitere Unterschied liegt in der Bewegungsdarstellung. Bei Analogprojektion mit mehrfach umlaufender Blende erscheinen Bewegungen eher ruckelig, bei Digitalprojektionen aufgrund des Sample&Hold eher verwischt.

Richtig?

PS: Entschuldigt, ich hÀtte die Frage wohl im Newbie-Forum posten sollen...

 

Nein da gibt es kein Flimmern (mal vom PWM bei DLP Projektoren abgesehen, aber das ist zu schnell um es irgendwie wahrzunehmen),

DLP frischt das ganze Panel auf, LCoS halt wie bei LCD ĂŒblich von oben nach unten.

 

NatĂŒrlich gibt es kein Trippelflash, was soll da auch gemacht werden, 3x das gleiche Frame hintereinander zu zeigen wĂŒrde immer noch kein Flimmern hervorrufen :)

 

Ob eine Bewegung "ruckelnd" oder mit BewegungsunschÀrfe zu sehen ist hat nichts mit der Projektion zu tun sondern hÀngt vom Content ab.

Die Projektoren zaubern da nichts hinzu.

Geschrieben

Habt ihr mal einen Film digital mit 24 fps angesehen?

 

Im DCP liegen 24fps vor, die der Projektor im Tripleflash ausgibt.

 

Es gibt kein Trippelflash bei 3D. 3x das gleiche Bild bleibt immer noch das gleiche Bild.

Es gibt keine Schwarzphasen daher ist sowas nicht nötig.

Geschrieben

Im DCP liegen 24fps vor, die der Projektor im Tripleflash ausgibt.

 

Wie Reptile schon schrieb, bei 2D gibt es _kein_ tripple flash. Ausnahme sind da nur 35mm Projektoren mit 3-FlĂŒgelblende. Hier wird tatsĂ€chlich das Bild 3mal abgedeckt und beim dritten mal die Gelegenheit genutzt den Film ein Bild weiter zu transportieren.

 

Durch das stÀndige geflimmere der analogen Projektion verzeiht das Auge jedoch höhere Winkelgeschwindigkeiten, so dass digitale Projektion hier eher zu wahrnehmbarem Ruckeln neigt.

 

UnschĂ€rfe ergibt sich wie Reptile schon schrieb aus dem Content oder einer falsch eingestellten Anlage. Beides kann Dir bei digital und analog gleichermaßen passieren.

 

Gruß Harald

Geschrieben

Danke fĂŒr die BestĂ€tigung. Also waren meine Gedanken schon richtig, dass es auch im digitalen Kinobereich in 2D Sample&Hold mit der nativen Framerate ist.

 

Es muss aber einen gewissen Unterschied in der Bewegungsdarstellung zwischen Analogprojektion mit mehrfacher Umlaufblende und Schwarzpausen und Digitalprojektion mit Sample&Hold geben.

Ich habe zumindest den Eindruck dass es analog eher ruckelig ist und digital eher schmiert. Ich beziehe mich dabei auf relativ langsame Kameraschwenks. Mir ist klar dass da Motion Blur schon im Einzelframe drin ist, wobei es eben bei langsamen Schwenks noch relativ wenig sein sollte.

Man mĂŒsste mal das gleiche Material analog und digital nebeneinander vergleichen können.

Geschrieben

Man mĂŒsste mal das gleiche Material analog und digital nebeneinander vergleichen können.

 

Gehe einfach in einen Film, einmal digital und einmal analog. Schon hast nen Vergleich, denn das was du analog siehst ist das gleiche wie auch digital.

Das wird nur einfach auf 35mm ausbelichtet.

Geschrieben

Es muss aber einen gewissen Unterschied in der Bewegungsdarstellung zwischen Analogprojektion mit mehrfacher Umlaufblende und Schwarzpausen und Digitalprojektion mit Sample&Hold geben.

 

Die gibts ohne Zweifel, es gibt auch Leute, die bei 35mm Projektoren bestimmte Varianten der Umlaufblende bevorzugen, dafĂŒr gibts tatsĂ€chlich unterschiedliche Realisierungen.

 

NatĂŒrlich kann es gerade bei hellen Bildinhalten und heller Projektion bei 35mm zu einer Kombination in der Wahrnehmung von Flackern und Ruckeln kommen.

 

 

In Bezug auf BewegungsunschÀrfen und auch sicher in Bezug auf HFR wird es sicher auch mal interessant sein, Sony SXRD mit DLP zu vergleichen.

 

Die Unterschiede sind sicherlich nahezu esoterisch und fĂŒr den normalen Besucher nicht bewusst wahrnehmbar. Und ĂŒber kurz oder lang wird auch kaum jemand noch vergleichen können.

 

- Carsten

Geschrieben

Die BewegungsunschÀrfe bei digitaler Projektion ist ein Effekt der in Kombination Auge/Gehirn entsteht.

 

Durch die Dunkelphasen bei analoger Projektion hat das Gehirn die Möglichkeit Zwischenbilder zu berechnen.

 

Das Auge folgt der Bewegung und erwartet das bewegte Objekt nach Ende der Dunkelphase an einer gewissen Stelle.

 

Bei Digital fehlt die Dunkelphase. Das Auge bewegt sich weiter, das Objekt bleibt aber stehen (da keine Dunkelphase).

Daraus ergibt sich, dass das Objekt verschmiert (durch die Augenbewegung).

 

Das Problem tritt auch im Consumer Bereich bei LCD-Displays auf wo das Problem durch Zwischenbildberechnung (100-Hz) oder scanning Backlight (KĂŒnstliche Dunkelphasen) gemindert wird.

Geschrieben

Gute ErklÀrung, genau so verstehe ich das auch.

Aus dem Consumerbereich ist mir das auch bekannt. Der Unterschied bei langsamen Kameraschwenks bei meinen bisherigen LCD-Beamern im Vergleich zum 35 mm-Film im Kino fiel mir schon immer wieder mal auf. Das ist eigentlich der Grund warum ich mir zu Hause eine Zwischenbildberechnung wĂŒnsche. Aber nur eine moderate, die nicht gleich einen extremen Soap-Effekt produziert. Es gibt welche die nur ein Zwischenbild statt gleich 3, 4, oder mehr erzeugen und das ist dann noch ein ganz guter Kompromiss.

Blöderweise hat man jetzt im digitalen Kino auch das Verschmieren, und keine Möglichkeit auf Zwischenbildberechnung... aber 48 fps steht ja schon in den Startlöchern... mal sehen wie soapy das dann wird..

Geschrieben

Es gibt kein Trippelflash bei 3D. 3x das gleiche Bild bleibt immer noch das gleiche Bild.

Es gibt keine Schwarzphasen daher ist sowas nicht nötig.

 

Wie auch immer das dann genannt wird. 24 fps ist richtig, aber der Projektor wiederholt jedes Bild. Meines Erachtens werden die Bilder bei 2D 6x hintereinander, bei 3D je Auge 3x, gezeigt, sprich mit 144 HZ, ohne Schwarz.

WĂŒrden die Bilder ohne Wiederholung gezeigt, kĂ€men wir ja wieder zu den Artefakten, die mit FlĂŒgelblenden bei 35mm gelöst wurden.

Geschrieben

Die ZweiflĂŒgelblende wurde ja nicht wegen BewegungsunschĂ€rfe oder Bildrucklern eingefĂŒhrt, sondern wegen des Helligkeitsflimmerns, weil der Bildtransport nennenswert Zeit gegenĂŒber dem Stillstand fĂŒr die Projektion benötigte und gleichzeitig ja unsichtbar stattfinden soll. Fiele das VerhĂ€ltnis von Transport zu Projektionszeit deutlich gĂŒnstiger fĂŒr die Projektionszeit aus, brĂ€uchte man die Doppelblende nicht.

 

TI Kino-DLPs unterstĂŒtzen zwar wohl Flashing auch im 2D Betrieb - ich wĂŒsste aber nicht, wer sowas konfiguriert hat. Wegen der Art und Weise der Bilddarstellung bei den DLPs wĂŒrde sowas nur Sinn machen, wenn der Projektor Schwarzbilder einfĂŒgt, da ohne Schwarzphase einfach nur nahtlos zwei gleiche Bilder hintereinander folgen wĂŒrden und das Flashing wirkungslos wĂ€re. Die konfigurierbaren Blank-Zeiten könnten diese SchwarzbildeinfĂŒgungen ĂŒbernehmen.

 

WĂ€re mal ein interessantes Experimentierfeld fĂŒr ein paar Custom-Formate, dazu eine Casio HighSpeed Kamera fĂŒr ein bißchen Bildanalyse um sicherzugehen, dass der Projektor auch das macht was er soll.

 

 

http://de.wikipedia.org/wiki/FlĂŒssigkristallbildschirm#Bewegungsunsch.C3.A4rfe

http://en.wikipedia.org/wiki/HDTV_blur

 

Die Technik ist natĂŒrlich nach heutigen MaßstĂ€ben zumindest im Heimkinobereich veraltet, da wollen alle Sequenzinterpolation. Ausserdem kostet es natĂŒrlich auch im Kino spĂŒrbar Helligkeit - ebenso wie die Doppel- oder Dreifachblende bei 35mm.

 

DLPs sind ausserdem halt auch leider sehr schnell - LCDs dagegen haben immer ein gewisses Schmieren durch die kontrastabhĂ€ngigen Anstiegszeiten, sie stellen Bewegungen dadurch etwas 'glatter' dar, indem sie quasi selbst BewegungsunschĂ€rfe hinzufĂŒgen.

 

- Carsten

  • 10 Monate spĂ€ter...
Geschrieben

Hallo Carsten & zusammen,

 

Die Technik ist natĂŒrlich nach heutigen MaßstĂ€ben zumindest im Heimkinobereich veraltet, da wollen alle Sequenzinterpolation. Ausserdem kostet es natĂŒrlich auch im Kino spĂŒrbar Helligkeit - ebenso wie die Doppel- oder Dreifachblende bei 35mm.

 

mit "Technik" waren Schwarzphasen bei digitaler Projektion gemeint, oder?

 

Weiß jemand, ob dies irgendwo im Einsatz ist?

 

Interessieren wĂŒrde mich auch, ob sich durch den anderen Bildaufbau etwas am Bildeindruck Ă€ndert - die rotierende Kante bei der FlĂŒgelblende vs. der simultane Aufbau bei DLPs.

 

Besten Dank!

skyluke

Geschrieben

Bei Heimkinoprojektoren und auch etlichen Flat-TVs ist/war 'BlackFrameInsertion' tatsÀchlich recht verbreitet.

 

Der Bildeindruck ist fĂŒr den aufmerksamen Betrachter sicher anders zwischen 35mm (mit verschiedenen Blendentypen), DLP, und auch SXRD.

SXRD ist grundsĂ€tzlich LCD Technologie und weist auch ein geringes 'Schmieren' auf. DLP ist knackeschnell, was gut fĂŒrs Flashing bei 3D ist, aber ansonsten wohl zu etwas mehr Geruckel neigt.

 

Meiner Meinung nach mĂŒsste man BlackFrameInsertion bei DLPs auch konfigurieren können. Es kostet natĂŒrlich etwas Licht, aber im Unterschied zu 35mm muss der schwarze Frame ja nicht 50% fressen sondern könnte auch kĂŒrzer sein. Ausserdem haben wegen 3D die meisten Projektoren ja ohnehin mehr Lichtreserven.

 

Ich glaube aber, dass BlackFrameInsertion bei DLP nicht so arg viel bringt. Bei LCD 'nullt' das quasi die Anstiegszeiten, weil jedes Bild aus einem schwarz gesteuerten Panel startet.

 

Ich grĂŒble schon geraume Zeit, ob man nicht in einem Kino mal SXRD und DLP mit gleichem Material nebeneinander sehen könnte. Der eine oder andere Kollege hat ja beide Technologien im Kino.

 

Ich glaube, dass LCD, oder vielmehr SXRD, da zumindest subjektiv Vorteile hat. Zumindest erinnere ich das von meinen bisherigen SXRD Sichtungen. Nicht immer ist technisch besser auch subjektiv besser, siehe HFR.

 

http://de.wikipedia.org/wiki/FlĂŒssigkristallanzeige#Schaltzeiten_und_Techniken

 

- Carsten

  • 4 Wochen spĂ€ter...
Geschrieben

Als Pixelkinokritischer finde ich dieses Geschmiere, das entsteht, sobald aus einer Filmscene mit Totale, ohne Bewegung beispielsweise geschwenkt wird, schon, höflich formuliert, nervig. Oft genug auch noch mit Ruckeln.

Ist ja ĂŒberall zu sehen, im 2k-Kino, sogar auf 4k--auflösenden PC-Monitoren (allerdings nur HD-Material), geschweige die matschigen Schrottbilder dieser Flachglotzen, selbst bei HD-Signal - PAL ganz zu schweigen.

Da wirkt diese SchĂ€rfe bei DCP fast kontraproduktiv- die ist im Vergleich zu nicht selten schlampiger Filmprojektion konstant gut - dann fĂ€llt diese technische SchwĂ€che der BewegungsunschĂ€rfe natĂŒrlich besonders auf.

 

Hat das wirklich mit der fehlenden Schwarzphase wie bei echter Filmprojektion zu tun, also Wahrnehmungsproblem unseres Sehsinnes? Das kann ja eigentlich nicht sein, da wir ausreichend langsame Bewegung um uns, ohne Schwarzbilder dazwischen - ;-) - auch nicht unscharf wahrnehmen. Dann ist die BewegungsunschĂ€rfe eigentlich doch Resultat technischer SchwĂ€che, in etwa vergleichbar mit der TrĂ€gheit frĂŒherer LCD-Panels.

 

Bisher konnte ich allerdings noch keine 4k-Projektion sehen/beurteilen, und wie es sich dabei mit dieser BewegungsunschÀrfe verhÀlt. Und wie verhÀlt es sich bei 4k-Wiedergabe bei zu projizierendem 2k-Material?

 

fmft

Geschrieben

Unsere real sich bewegende Umwelt hĂ€lt Bewegungen aber nicht in 24 Abschnitten pro Sekunde fĂŒr 1/48s fest, wĂ€hrend wir drauf glotzen. Die UnschĂ€rfe (je nach Bewegung im Bild) ist eben mit 1/48s in die Bilder 'eingebacken' - und die wird dann bei digitalen Projektoren auch noch doppelt so lange dargestellt - eben fĂŒr 1/24 Sekunde. In unserer Wahrnehmung der realen Welt fehlt dieses kurzzeitige 'Einfrieren'.

 

 

Zwischen 4k und 2k gibt es diesbezĂŒglich auch keinen Unterschied was die BewegungsschĂ€rfe oder -unschĂ€rfe angeht.

 

Es gibt ja durchaus statements, dass 2k in 48fps eine höhere SchwÀrfewahrnehmung (in typischem Material) erlaubt als 4k in 24fps. Nur leider eben nicht ohne andere Nachteile.

 

Was guckt Ihr bloß alle fĂŒr Filme, wird bei Euch stĂ€ndig geschwenkt?

 

- Carsten

Geschrieben

....

Was guckt Ihr bloß alle fĂŒr Filme, wird bei Euch stĂ€ndig geschwenkt?

 

- Carsten

 

Vielen Dank fĂŒr die ErlĂ€uterung! Ist plausibel, wirkt sich halt im Vergleich zu 35mm bei digitaler Projektion drastisch aus.

 

Guckst Du per DCP nur Dias/Standbilder?

 

Übrigens: Nettes Motto:"Film - da knisterst's

 

fmft

  • 2 Wochen spĂ€ter...
Geschrieben

Ich hatte heute etwas Zeit und sah mir eine 3D Bluray auf einem passenden Fernseher an, welche eben den typischen "Fernsehkameralook" hatte, also die flĂŒssigen Bewegungen. Ist ungewohnt, wenn man sonst eben solche Themen in 24 fps kennt. Mir kam aber auch der Gedanke, wenn man die Filmgeschwindigkeit damals auf 48 fps festgelegt hĂ€tte (ließ man ja aus KostengrĂŒnden sein), dass wir dann wahrscheinlich einen Film, der mit 24 fps gedreht wurde als Ă€hnlich ruckelig empfinden wĂŒrden, wie wir heute 16 fps empfinden.

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