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Jens-D

Altes Royal-Kino in Frankfurt am Main

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Hi Kenneth,

 

cinerama und ich halten hier die große Tradition von Mr. Laurel & Mr. Hardy hoch, und für eine richtige Tortenschlacht (pie throwing) sind Frankfurt und Berlin zu weit auseinander. :wink:

 

Vielleicht noch etwas zur Road Show-Frage: Ich habe cinerama kritisiert, weil er (außerhalb dieses Threads) behauptet hat, das MGM/Royal sei seit der Eröffnung 1957 ein reines Roadshow-Kino gewesen. Das stimmt aber nicht! Natürlich liefen auch große MGM-Filme, aber der Großteil des Programms bestand aus ganz normalen amerikanischen, deutschen, französischen, italienischen Filmen, die zum Teil auch nur sehr kurze Laufzeiten hatten. Und "Don Camillo und Peppone" oder die englischen Miss-Marple-Filme sind ja wohl keine typischen Roadshow-Filme, oder?

Erst nach 1968 und dem Umbau wurden fast alle alten und neuen 70-mm-Titel gezielt wiederaufgeführt, die Programmstruktur veränderte sich also sehr stark.

 

Über die Sache mit den Cinerama-Objektiven könnte man noch lange diskutieren, ich habe nur meinen subjektiven Eindruck beschrieben. In einem Punkt hat cinerama aber recht: T-Kiptagon ist richtig, nicht Super-Kiptar (hatte gerade eines gereinigt, daher vielleicht der Fehler...)!

 

Ansonsten wollte ich noch sagen, daß ich mich über diesen Thread gefreut habe, denn ich hätte nicht gedacht, daß sich jemand für das MGM/Royal noch interessiert...

 

 

PS: Vielleicht ein kleiner Trost, daß Vorführraum und Kinosaal kurz vor Torschluß noch als Schauplatz eines Spielfilms verewigt wurden.

Natürlich im "grotesk verzerrten Strichmännchenformat" (Zitat cinerama :twisted: ) CinemaScope, Todd-AO wäre natürlich schöner gewesen...

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@magentacine - das CS und 70mm bild im ROYAL war auch stets ein unwiederlegbarer beweis dafür, dass die erde nicht flach, sondern rund ist. kameraschwenks mit kurzen brennweiten sorgten stets für diese erhellende erkenntniss bzw. bei zarten naturen für leichte anfälle von seekrankheit. deshalb meine formel: gebogene leinwand x grosse projektionsneigung = bild ziemlich seltsam!

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...das CS und 70mm bild im ROYAL war auch stets ein unwiederlegbarer beweis dafür, dass die erde nicht flach, sondern rund ist.

 

Ist doch kein Widerspruch! Klar ist sie rund...aber eine runde Scheibe !

Sieht man doch prima auf Weltraumfotos, aber die sind halt ja auch senkrecht von oben aufgenommen... :lol:

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Da würde ich beiden Vergleichen in einem Punkt widersprechen: der Anblick der Erde aus dem Weltraum läßt Kontinente zur Perepherie hin zusammenschmelzen, als komprimierender Effekt ähnlich dem Anblick in einen Konvexspiegel.

Bei einer hier diskutierten Super Cinerama-Leinwand (ca. 120 Grad) wie im Frankfurter ROYAL ist eine konkave Fläche gegeben, der Effekt an den Bildrändern ist horizontal überdehnt: nicht "Strichmännchen", sondern "Drückeberger" könnte man es nennen.

 

Ein dafür prädestinierter Film etwa, gedreht wie 1955/56 mit der Bugeye-Linse Michael Todds ("Oklahoma!", "In 80 Tagen um die Welt") bewirkt von vorneherein eine komprimierende Aufzeichnung zu den Bildrändern. Da derartige Todd-AO-Filme (70mm-Standardformat) ebenfalls auf tiefgekrümmte Bildwände projiziert wurden - leicht abweichend mit einer ellipsoiden Krümmung - kompensierten sich die normalerweise an den Bildwandflanken auftretenden Verzerrungen.

Trotzdem bot Philips ab ca. 1960 mit seiner BF-Serie Optiken an, die laterale Verzeichnungen minderten, was auf das von @magentacine erwähnte "rote" Cinerama-Objektiv keinesfalls zutrifft.

 

Fernerhin eruieren die vielen von mir gescannten Zeitungsausschnitte, daß das Frankfurter ROYAL sehr wohl vor seinem Umbau 1967 zahlreiche "Roadshow"-Einsätze durchführte. Aber bereits die technische Voraussetzung (ohne einen einzigen Filmeinsatz) für Sonderformate würde es in meinen Augen als solches klassifizieren. Da weiterhin andere Frankfurter Roadshow-Kinos vor 1968 wie etwa der GRAND PALAST, der FILMPALAST, der TURMPALAST oder das METRO IM SCHWAN zahlenmäßig mit dem ROYAL in puncto Roadshow-Einsätze gleichauf lagen und allesamt über 35mm-Projektion mit 4-Kanal-Magnetton sowie 70mm-Projektion mit 6-Kanal-Magnetton verfügten und diese einsetzten, müßte in der Logik von @magentacine auch diesen Häusern der Roadshow-Status abgesprochen (oder neuerdings relativiert) werden.

 

Aber im Ernst: der gehäufte Einsatz von 70mm-Kopien ab 1968 im ROYAL klassifiziert dieses nicht "erstmals" als Roadshow-Theater. Die Häufung ab Ende der 60er-Jahre war auch für Berlin typisch (Premieren + Repertoire-Einstätze in DELPHI, MGM und ROYAL), da der allgemeine Rückgang des Programmniveaus und eine höhere Zahl an Premieren-Titeln und Kopien des 70mm-Formats dieses förmlich anboten und überdies einige andere der o.g. Frankfurter Roadshow-Kinos bereits geschlossen hatten.

Diese Marktlücke machte es dem MGM/ROYAL möglich, sich auf das Breitfilmformat (das ist nur ein mögliches Glied innerhalb einer Roadshow-Verwertung) zu konzentrieren.

Ist man jedoch bemüht, eine historische Balance zu halten, so beginnt das Roadshow-Kino nicht erst mit verstärkten Repertoire-Einsätzen, sondern bereits mit dem Zeitpunkt der technischen Equipierung des betreffenden Kinos, umso mehr im Falle eines Einsatzes betreffenden Kopien in Exklusivauswertung.

 

Soviel zu @magentacine, dem ich nachwievor dankbar wäre, wenn für den DP-70-Einbau schon im Jahre 1957 ein Bericht/Dokument vorgelegt würde.

 

Umgekehrt bin ich gerne bereit, einige Anzeigematern des ROYAL/MGM im Forum vorzustellen, die evt. in der Gallery den Schließungsphotos des Frankfurter ROYAL anbeigefügt werden könnten (dies als Frage an den Administrator!).

 

Gruß von der Spree ...

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das mgm-theater (später royal) wurde am 15. april 1957 eröffnet. die damalige sitzplatzzahl betrug 879. erbaut wurde es von den architekten max meid und helmut romeick, die in frankfurt viele moderne bauten entwarfen, darunter auch 3 neue kinos und auch ein markantes nunmehr unter denkmalschutz stehendes parkhaus.

das film-echo beschreibt umfangreich die vorzüge des neuartigen filmtheaters:

"hellgraue plüschsessel, wein-rot-grau gemusterter teppich, zweifarbiger terrazzo-fußboden, schallschluckende platten (...), in schlitzen gestaffelte graugetönte wände mit indirekter beleuchtung, effekt-leuchten an der blauen decke (...), hochpolstersessel in fast einem meter abstand voneinander (...), und die frischluftanlage (...) machen den aufenthalt im zuschauerraum angenehm. die firma ing. dammeyer, frankfurt/m. lieferte und installierte zwei universalprojektoren dp 70, 1 normalfilmprojektor philips fp 56, die dreikanalverstärkeranlage für perspecta stereophonischen ton, drei lautsprecherkombinationen, die philips-mikrophonanlage, die schwerhörigenanlage (induktive tonübertragung), (...) und die 15 meter breite schumann bildwand ideal III, die von einem goldfarbenen, nur seitlich angestrahlten vorhang verdeckt wird." (film-echo, april 1957)

 

daß das kino für 35mm und 70mm ausgestattet war, bestätigen alle quellen.

der eröffnungsfilm war DIE OBEREN ZEHNTAUSEND (HIGH SOCIETY), übrigens ein film der paramount, in vistavision gedreht.

 

hier fällt auch auf, daß das kino vermutlich gar nicht für stereoton, ob jetzt für 4-kanal-magnetton (35mm cinemascope) oder 6-kanal-magnetton (70mm, Todd-AO, Ultrapanavision etc.) ausgestattet war.

 

1967/68 gab es aber einen bemerkenswerten umbau. die dominierende farbe ist jetzt rot. neue (kipp)sessel, das stück 96 us-dollar, wurden angeschafft, in denen man sich bequem nach hinten lehnen kann. der reihenabstand im parkett wurde noch mehr vergrößert. aus bisher 22 reihen wurden nur 17. die platzzahl reduzierte sich daher auf 721.

es wurde eine größere (!) gewölbte cinerama-leinwand mit einem winkel von 90 grad installiert, die aus lauter kleinen streifen/lamellen bestand und reflektionen verhinderte. tatsächlich gab es hier nie 3-streifen-cinerama, aber 70mm-projektion mit 6-kanal-magnetton.

die umrüstung auf 6-kanal-magnetton belegen die meisten quellen der zeit.

der eröffnungsfilm war GRAND PRIX und im folgenden liefen regelmäßig filme in 70mm.

zu beginn der achtziger jahre wurde das kino von mgm an die ufa verkauft und änderte seinen namen in royal. die filmtheaterbetriebe jaeger betrieben das kino nur noch ein jahr, bis es am 23.5.2003 geschlossen wurde. nunmehr wird das kino, nach augenzeugen erfolgreich, als diskothek genutzt. die projektoren sind demontiert, einer der beiden 70mm-projektoren ("dp70") wird nächstes jahr im deutschen filmmuseum ausgestellt werden.

 

die schließung dieses filmtheaters ist ein skandal!

reihenweise wurden bereits in den vergangenen jahrzehnten große wichtige historische kinobauten in deutschland umgebaut, abgerissen und zerstört. ein bewußtsein in form eines denkmalschutzes, der weiter geht als die erhaltung der außenfront fehlt vollends. beispielsweise wurden im vergangenen jahrzehnt allein in berlin am ku'damm mehrere berühmte filmtheater aus den zehner bis fünfziger jahren vollends zerstört und sind nur noch als außenfront von bekleidungsgeschäften übriggeblieben (marmorhaus, filmbühne wien, astor, gloria-palast, demnächst: zoo-palast, royal-palast). in einigen städten gibt es wenigstens literatur über diesen raubbau, häufig aber gibt es nicht einmal das.

das mgm/royal war das letzte alte große frankfurter filmtheater, das von seiner bausubstanz noch erhalten war. alle erhaltenen anderen kinos aus dieser zeit wurden umgebaut, unterteilt, haben abgeteilte ränge für zweite kinos.

das filmtheater ist schon von außen als solches erkennbar. zu ebener erde befindet sich ein großes foyer völlig mit glaswänden mit einer schrägen decke, über dem der rang (früher hochparkett genannt) liegt. daß hier renovierungsbedarf besteht, soll nicht geleugnet werden.

 

große säle ringsherum!

an der größe des mgm/royal kann es übrigens nicht gelegen haben. in unmittelbarer nähe hat erst vor einigen jahren ein multiplex mit einem dutzend sälen, darunter zwei großen sälen zu je 650 plätzen eröffnet, das erfolgreich läuft. es befinden sich übrigens auch noch weitere kinos in der nähe die eine ähnlich große platzzahl aufweisen: europa und zeil 1.

betrachtet man sich das geräumige haus des mgm/royal mit seinen drei bürostockwerken, die seit jahren leerstehen wird es umso unbegreiflicher. allein mit den hohen mieten, die in der innenstadt solche büroräume kosten, hätte man ein luxuskino mit schleuderpreisen betreiben können! dies gilt umsomehr für das geräumige foyer, in dem man gleichfalls eine erfolgreiche bar hätte betreiben können (vgl. filmtheater in streit's haus in hamburg).

 

interessierte zuschauer werden verprellt!

sieht man aber das kinoprogramm der innenstadt an, merkt man schnell, was hier fehlt, denn es gibt eigentlich in allen kinocentern nur ein mainstreamprogramm, das durch wenige events und einige extrem winzige kunstkinos aufgemöbelt wird.

daß die zuschauer bereit sind, für events mehr zu zahlen und diese auch als besucher zu honorieren, zeigen beispielsweise filmveranstaltungen der alten oper. der große saal mit 2500 plätzen wurde durchaus auch für stummfilme mit live-musik genutzt. u.a. lief dort ben hur von 1925 mit der musik von carl davis. ein andermal gab es fast eine woche chaplin-filme mit livemusik. solche veranstaltungen gehören eigentlich in ein (großes) kino - wie das woanders auch der fall ist (in london liefen ähnliche veranstaltungen im dominion, einem exkino und theater im art deco stil mit 2000 plätzen).

beispiele für erfolgreiche events, die massen anziehen sind beispielsweise auch open-air-veranstaltungen (zum open-air am mainufer kamen zeitweise bis zu 3000 zuschauer, um filmklassiker zu sehen!). filmreihen mit älteren filmen sucht man hier in der innenstadt allerdings vergebens. auch events wie premieren mit stars finden nicht statt, obwohl sich frankfurt nach außen hin immer als metropole zu verkaufen versucht.

auch die abschlußveranstaltung im royal war lange vorher ausverkauft und man hätte vermutlich dreimal soviel karten verkaufen können.

 

beispiele, wo alte kinos gerettet wurden und dennoch laufen:

metropolis in hamburg, guterhaltenes wochenschaukino der 50er

lichtburg in essen, das größe kino deutschlands, früher 1800 plätze

beispiele aus großbritannien:

capitol, aberdeen, 2080 plätze, programmkino, theater, konzerthalle

glasgow film theatre, programmkino

tyneside cinema, newcastle, programmkino

 

richtigstellungen:

zunächst weder 70mm- noch roadshow-kino

 

auffällig ist, daß das mgm in frankfurt im ersten jahrzehnt überhaupt keine filme in 70mm zeigte, obwohl es von anfang an über zwei dp70-projektoren verfügte. dies bestätigen meine recherchen, zeitungsberichte und die eröffnungsbroschüre. erst nach dem umbau/der umrüstung 1967/68 folgt regelmäßige reihen mit 70mm-filmen.

tatsächlich war das mgm aber auch nicht das größte frankfurter kino, sondern in den 50er jahren stand es nur an sechster stelle. die mgm hatte zudem in frankfurt keine weitere spielstätte.

 

vergleiche frankfurter großkinos der 50er

kino, sitzplätze, breitwandvorführmöglichkeiten

film-palast, 1500 plätze, 3-strip-cinerama und 70mm

turm-palast, 1200 plätze, 70mm

metro im schwan, 1150 plätze (?), erste CinemaScope-Projektion in Deutschland, später auch 70mm

europa-palast, 1150 plätze, 70mm

grand-palast, 900 plätze, 70mm

mgm/royal, 879 plätze (ab 1968: 721),70mm

blumen-lichtspiele, 835 plätze

7 kinos zwischen 700-800 plätzen

9 kinos zwischen 600-699 plätzen

14 kinos zwischen 500-599 plätzen

(vgl. lebende bilder einer stadt, katalog dt. filmmuseum)

 

daher liefen folgende 70mm-filme liefen zunächst einmal in anderen kinos an: In 80 Tagen um die Welt, Die 10 Gebote, Oklahoma, South Pacific, Windjammer, Weste Side Story, Flying Clipper, Lawrence von Arabien, Scheherazade, Cleopatra, Der Kardinal, Raubzug der Wikinger, Eine total verrückte Welt, Der Untergang des römischen Reiches, Der große Wall, My Fair Lady, Onkel Toms Hütte, Cheyenne, Circus Welt, Die tollkühnen Männer mit ihren fliegenden Kisten, Der Kongreß amüsiert sich, 40 Wagen westwärts, Das große Rennen rund um die Welt, Khartoum, Krieg und Frieden (Bondartchuk), Dr. Doolittle.

 

interessant wäre es zu wissen, in welchem umfang 70mm-kopien zu beginn überhaupt hergestellt wurden. wenn es nur wenige kopien gab, ist es leicht erklärlich, warum BEN HUR zunächst (wie auch DAS WAR DER WILDE WESTEN und DR. SCHIWAGO) in 35mm im mgm in frankfurt liefen. gerade das superbreite sonderformat von BEN HUR ultra panavision kam zu einem zeitpunkt, als sich cinemascope und todd-ao längst durchgesetzt und bewährt hatten. neue extra-anamorphoten, breitere leinwände etc. verursachten zusätzlich kosten, die nämlich nur wenige theaterbesitzer zu tragen bereit waren.

 

freund hein

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Dem habe ich nichts hinzuzufügen - klare Worte und belegte Fakten!

 

Doch: eine Bitte nach Berlin!

Bitte freund heins Text NICHT aus Tipp-Faulheit in voller Länge als Zitat einfügen, sonst geht`s dem Forumsrechner noch wie HAL 9000... :lol:

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Dank für den Beitrag des @freund hein, Deines von Dir oft zitierten Freundes Albert. Das ändert dennoch nichts am Roadshow-Charakter des 'MGM-Theater' Fft. a. M. schon vor 1968. Auch @freund hein bestätigt Roadshow-Einsätzte wie die "Doktor Schiwago"-Premiere in 4-Kanal-Magnetton, und ich führte den Umbau des Kinos im November 1960 für die "Ben-Hur"-Premiere an, fügte dem noch andere Magnetton-CinemaScope-Titel wie "Goldgräber Molly" (Zitat der 'MGM-Theater'-Annonce: Auf der Riesenleinwand!) hinzu. Dem tun auch einige 70mm-Einsätze in anderen Frankfurter Häusern keinen Abbruch.

Übrigens: nicht immer ist anhand der Zeitungsannoncen "einwandfrei belegbar", lieber @magentacine, ob tatsächlich 70mm-Kopien liefen! Oft ist nur das Verfahrenslogo "Super Technirama 70" oder "Super Panavision [?]" angeführt, ohne direkten Verweis auf das Kopienformat. Daher sind auch einige der Titel, die von @freund hein als 70mm-Roadshow-Starts angeführt wurden, keineswegs in 70mm vor 1968 gelaufen: so etwa "in 80 Tagen um die Welt" (der erst 1968 erstmals in 70mm in Dtl. anlief) wie auch "Krieg und Frieden" (der in West-Dtl. nur dreiteilig von der Constantin in 35mm und in Mono-Lichtton verliehen wurde).

Auch legt @freund hein völlig richtig Wert darauf, daß vorerst nur vermutet werden kann, daß 1957 im 'MGM-Theater' noch kein Stereoton installiert war. Für 1960 aber (für die Roadshow-Premiere von "Ben-Hur") zweifelt in diesem Forum keiner mehr daran, ebesowenig wie am Roadshow-Status des Hauses.

@freund hein fragt berechtigt, wiewenige 70mm-Kopien überhaupt zur Verfügung standen, ob dies nicht ein Grund für 35mm-Einsätze war. Dazu ergänze ich, daß für "Ben-Hur" zur EA 1960 etwa weltweit nur ca. 80 Kopien gezogen wurden, von denen in Dtl. zumindest im "Savoy" in Hamburg und im "Delphi" in Berlin eine 70mm-Kopie anlief. Ich vermute auch noch in München. Bei "Doktor Schiwago" wurde dann 1966 die bis dato höchste Kopienzahl für 70mm erreicht, fast 400 Kopien. Auch liefen Mitte der 60er Jahre viele 70mm-Kopien still und bescheiden und ohne extra Formathinweis in div. Roadshow-Kinos (z.B. "Erster Sieg", "Wild Bunch", "Circus Welt" im Berliner 'Zoo-Palast' u.a.), sodaß selbst im 'MGM' Fft. von "Schiwago" nicht unbedingt ein 35mm-Einsatz (für mich aus der Ferne) als sicher gilt. Die Leinwand per se - da von @freund hein für "Ben-Hur" das "Ultra Panavision 70"-Format genannt wurde, obwohl es sich doch um "MGM Camera 65" handelt - hätte im Frankfurter 'MGM-Theater' als lange schon vor 1968 beworbene "Riesenleinwand" für dieses Format vollauf genügt. Die Annahme, es wären teure Investitionen für einen nach CinemaScope nochmaligen Umbau der Filmtheater für eine überbreites Seitenverhältnis bei 70mm für das MGM Fft. erforderlich gewesen, worauf Filme vielleicht "nur" in 35mm gespielt wurden, entspricht nicht unbedingt den damaligen Erfordernissen. Wortwörtlich zitiere ich aus der Mitteilung der Metro-Goldwyn-Mayer-Filmgesellschaft - Zentrale Frankfurt a.M. den Verkaufsleiter Walter E. Hammer:

"Nachstehend machen wir Sie mit den technischen Einzelheiten für die Vorführung unseres Filmes BEN-HUR, wie sie uns von New York aufgegeben wurden, bekannt. (...) Unter bestimmten Umständen muß warscheinlich das Bildseitenverhältnis auf 2,34 reduziert werden, um den architektonischen Verhältnissen der Theater zu entsprechen (...) Um das Bildseitenverhältnis zu reduzieren, muß gleichfalls die Breite des Bildfensters verringert werden. (...) Der Präsident unserer Gesellschaft, Mr. Morton Spring, machte es uns zur Auflage, daß BEN-HUR - sei es auf 70 mm oder aber auf 35 mm - nur in solchen Theatern zur Vorführung gelangt, die über die dem höchsten Qualitätsstandard entsprechenden Feinheiten verfügen."

Dem füge ich hinzu, daß sich sowohl für MGM-Camera-65-Kopien wie auch für Ultra-Panavision-70-Kopien anfangs stark gekrümmte (Super-)Cinerama-Leinwände, wie sie für das 'MGM' Fft. erst 1968 mit Spezialoptik verwendet wurden, wegen großer Unschärfen als untauglich erwiesen (im Berliner 'MGM' baute man extra für die Premiere "Meuterei auf der Bounty" 1962 eine 36 Meter breite Flachleinwand ein!), und man anfangs flache oder weniger gekrümmte Leinwände präferierte. Insofern eignete sich die Roadshow-"Riesenleinwand" im Frankfurter 'MGM' vor 1968 durchaus für alle Einstreifen-Formate und Projektionsobjektive seiner Zeit.

Letztens noch die Auffreihung, daß auch Berlin viele große und kleine Roadshow-Kinos hatte: das 'Capitol" am Lehniner Platz (mit CinemaScope, Cinerama, Super Cinerama, 70mm Todd-AO, Ultra Panavision) war mit etwa nur 600 Sitzplätzen lange Zeit das kleinste, aber bestaufgestatteteste Roadshow-Kino; das größte demgegenüber war das Weddinger 'Corso' mit "nur" 4-Kanal-Magnetton und 35mm, aber etlichen exklusiven Premieren und den Internationalen Filmfestspielen mit 2000 Sitzplätzen; dann mit 2060 Plätzen und der größten Bildwand Europas kam 1962 der Neuköllner 'Europa-Palast' mit Exklusivpremieren von 4-Kanal-Magnettonfilmen ("Kanonenboot am Jangtse Kiang") hinzu; der 'Titania-Palast' mit 1920 Plätzen und ab 1061 exklusiven 70mm-Premieren; der 'Zoo-Palast' mit 1204 Plätzen ab 1957 und "nur" mit 4-Kanal-Magnetton und exklusiven 35mm-Premieren; das 'MGM'-Theater Kurfürstendamm ab 1956 mit 1008 Sitzplätzen und anfangs "nur" mit 35 mm, aber mit "Riesenleinwand" und 4-Kanal-Magnetton; ab 1965 'City' und 'Royal'-Palast' im Europacenter mit 620 bzw. 940 Pl. und 35mm/70mm-Magnetton; 'Delphi-Filmpalast am Zoo' mit 1169 Pl. ab 1949 mit 3-D und ab 1954 auch mit CinemaScope-Magnetton, ab 1968 mit 70mm; das 'Filmtheater im Sportpalast' mit Cinemiracle und 70mm ab 1963; weiterhin die 'Filmbühne Wien" ab 1954 lange Zeit exklusiv mit Premieren in CinemaScope und 4-Kanal-Magnetton auf kleinerer Flachleinwand mit ; mit 625 Pl. ab 1987 der 'Gloria-Palast' mit Elf-Meter-Flachleinwand, aber als erstes Kino Berlins mit Dolby-Digital-Premieren wie auch marginalem 70mm-Matinee-Programm; der 'Filmpalast Berlin' mit nur 507 Pl., aber mit 13-Meter-CinemaScope-LW, auf der auch beschnitten 70mm vorgeführt wurde; die Berliner 'Urania' mit 805 Pl., die ab 1992 70mm-Filme zeigte, aber kein 4-Kanal-Magnetton hat, dafür aber mit Taktgebern Stummfilmmaufführungen mit Orchesterbegleitung ermöglicht; das 'Arsenal' ab 2000, das Super-8, 16mm, 35mm, 70mm, Video vorführen kann - obwohl es fast nie 70mm zeigt ... alle diese Säle sind aufgrund ihres Exklusivcharakters bei vielen Veranstaltungen und/oder mit Blick auf ihr technisches Equipment als "Roadshow"-Kinos einzustufen, erst recht das ehemalige Frankfurter 'MGM-Theater' in der Schäfergasse, was Zeitzeugen in diesem Thread bereits mehrfach bestätigt haben.

 

Folgende Thesen wurden von a) @cinerama und b) @magentacine am 9.8.2003 vertreten, die nunmehr nach Monaten zu enervierender Rechthaberei führten, Zitat:

 

@cinerama: "Selbstverständlich wußte ich auch, daß die MGM-Kinos eher flache LW hatten - trotzdem aber waren sie 70mm-Roadshow-Theater, wenn auch in Fft. andere Kinos mehr davon zeigten.

 

@magentacine: "Nein, eben das stimmt nicht. Das frankfurter MGM war bis in die Sechziger KEIN Roadshow-Theater und gehörte auch nicht zu den größten Kinos".

 

Dem habe ich nichts hinzuzufügen - klare Worte und belegte Fakten!

Doch: eine Bitte nach Berlin!

Bitte freund heins Text NICHT aus Tipp-Faulheit in voller Länge als Zitat einfügen, sonst geht`s dem Forumsrechner noch wie HAL 9000... :lol:

 

Aufgrund erst solcher nicht unbedingt sachlichen Anwürfe bitte ich @magentacine, von weiterer Kommunikation in diesem Thread abzusehen. Gerne antworte ich @freund hein, der sich im Gegensatz zu Dir wirklich große Mühe mit der Recherche machte und sich eines achtungsvolleren Tons bedient.

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Aber hoppla, wer gern großzügig austeilt, sollte auch einstecken können!

 

Wenn Du von anderer Seite lieber Fakten annimmst, bin ich schon zufrieden. Aber genauso wie sich gerade Deine These von den erst später eingebauten DP70 in Luft auflöste (trotz Zeugenaussagen für "1966/67 erfolgten Umbau"), wird sich vermutlich auch die Roadshow-These stillschweigend verabschieden oder zumindest umdefiniert werden. :roll:

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Wer großzügig austeilt, sollte auch einstecken können.

Wenn`s der Wahrheitsfindung dient und Du von anderer Seite eher Fakten annimmst, bin ich gern still. :D

Ich bat Dich, das Gespräch mit mir nicht weiterzuführen. Ist das für Dich akzeptabel?

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Hallo,

@freund hein,

bitte verwende möglichst Groß- und Kleinschreibung, gerade längere Post sind sonst nur schwierig zu lesen. Danke!

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@freund hein. Schön und umfangreich recherchiert, aber in einem Punkt möchte ich korrigieren: Das MGM (später ROYAL) ging keineswegs direkt von MGM an die UFA. Es wurde vielmehr einige Jahre von den OLYMPIC Filmtheaterbetrieben geführt, später übernahm dann Heinz Riech's UFA die Olympic und somit auch das MGM, dann ROYAL genannt.

 

OLYMPIC Häuser in Frankfurt waren auch das Metro im Schwan, das Zeil Kino, der Turm Palast, das nunmehr nicht mehr existierende Alemannia Kino an der HAuptwache. Alte UFA Häuser waren "nur" das CINEMA und OLYMPIA gewesen. Nach dem Zusammenschluss allerdings wurde dann alles in UFA umgelabelt.

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@freund hein: Das Bemühen um eine engagierte Thematisierung der 'Royal'-Schließung muß Dir zugebilligt werden. Da aber Dein Freund @magenta über meine Beiträge Häme (Zit.: "unqualifiziertes Gelabere") vergoß und mich maßregelte (Zit.: "schreibfaul"), dabei ständig "klare Worte und unwiderlegbare Fakten" forderte, die er selbst nicht liefern mochte, sondern Du, müssen nun einige Fehler und m.E. irrige wie auch anfechtbare "Fakten" in Deinen und Ausführungen zur Diskussion gestellt werden, die @magenta als unanfechtbare "Fakten" ankündigte:

 

a. Deine These "kein Roadshow-Kino" vor 1968 ist eine Verkürzung der 'Royal'-Geschichte, Gegenbeispiele ("Ben-Hur"-Umrüstung und Roadshow-Einsatz, Roadshow-Einsätze von "Goldgräber Molly" etc.) Anfang und Mitte der 1960-er Jahre wurden von anderer Seite benannt, aber von Dir und @magenta ignoriert.

b. Einige von Dir genannte Filmtitel, die den Roadshow-Charakter anderer Frankfurter Spielstätten in der Zeit vor 1968 beweisen sollten, weil sie 70mm-Distributions-Titel seien, liefen auch dort nur in 35 mm: "In 80 Tagen um die Welt" sowie "Krieg und Frieden" gehören hierzu und sind dennoch zum Teil Roadshow-Aufführungen (siehe z.B. Magnetton- und CineStage-Fassungen von "80 Tage" auf 35 mm=Roadshow-Format!)

c. Angeblich teure Umbauten werden als mögliches Hindernis für den Einsatz einer 70mm-"Ben-Hur"-Kopie im Seitenverhältnis 2.75 : 1 von Dir in die Diskussion gebracht. Nur halte ich dies für Spekulation - ich hatte bereits hierzu die Rundbriefe der MGM-Zentrale Deutschland zum "Ben-Bur"-Einsatz zitiert, die ihr Domizil übrigens direkt in den Obergeschossen des 'MGM'-Kinos hatte, in der Schäfergasse 10, und die mit der Absicht nach Deutschland kam, hier Roadshow-Kinos zu betreiben, wie sie überall, in Hamburg, Berlin, London und anderswo, zu bewundern waren

d. Deine Frage, wieviele 70mm-Kopien überhaupt gezogen wurden, führt bei Klärung schwankender Distributionspraxen schon weiter. Jedoch: woher stammt die Information, daß "Doktor Schiwago" in 35 mm-Magnetton im 'MGM' anlief? Vermutung oder Fakten? Die Zeitungsannoncen geben immer nur begrenzt und sporadisch Informationen über das Format preis (auch dies führte ich in diesem Thread unter der Überschrift "Frankfurter Verkürzungen" aus), allenfalls ist bei einigen 'MGM'-Pemieren erkennbar, daß anhand der Exklusivität der Auswertung, des Anpreisens der Riesenleinwand oder des Einsatzes einer Magnetton-Kopie (letzteres kann nur anhand anderer Quellen als nur durch Zeitungsannoncen eruiert werden) eine Roadshow-Charakter bestand - eindeutig spätestens mit dem "Ben-Hur"-Umbau im November 1960.

 

Darüber müßte weiter geforscht werden, nicht aber durch retrograde Projektionen die Geschichte uminterpretiert werden ("kein Roadshow", "kein 70mm"). Der Roadshow-Charakter ist nicht zwingend an das 70mm-Format gebunden. Da es aber hier thematisiert wurde, müßte nun in Eurer Logik bereits der DP-70-Einbau von 1957 den Rang des Hauses als Roadshow-Theater zusätzlich bestärken (es hätten hierfür die exklusiven Premieren in CinemaScope, 35mm und Magnetton, aber auch in 35 mm VistaVision mit Perspecta-Ton bereits genügt!).

 

Einige Fakten mehr, wenig Einigkeit nachwievor.

 

 

Grüße von der Spree

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"Doktor Schiwago" lief 1966 im MGM, Frankfurt, in 35mm CS und Magnetton. Legendär ist die Premierenaktion der damaligen MGM, an die sich sicher noch einige "alte" Frankfurter erinnern werden bzw. lassen sich in Zeitungsarchiven sicher noch damalige Reportagen finden.

 

Es wurde eine Frankfurter Strassenbahn in eine russische umgebaut und diese russische Bahn brachte damals die Premierengäste direkt vom Frankfurter Hauptbahnhof ins MGM Kino, vor dem damals ja noch die Trambahn halten konnte.

 

BEN HUR lief zum Start nur mit wenigen CAMERA-65 Kopien an, da bedingt durch Camera-65 Verfahren (Zusatzobjektiv, breitere Leinwand) die Auswertungsmöglichkeiten in diesem Format begrenzt waren. Bei der WA wurden dann flat-70mm Kopien hergestellt, die in einem weit größeren Rahmen ausgewertet wurden.

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Und somit haben wir eine ganze Reihe an Roadshow-Vorführungen und Premieren im MGM/Royal Frankfurt a. M. vor 1968!

 

Ich ergänze:

- "Geheimaktion Crossbow" in Panavision (Riesen-Premierenanzeige in FR am 17.9.65, lief in Berlin in superscharfer Scope-Kopie in A.R. 2.55 : 1 mit direktionalem 4-Kanal-Magnetton, der selbst den Ton vieler 70mm-Kopien übertroffen haben soll: angeblich so auch in Frankfurt. Hat ihn jemand in diesem Forum in Fft. seinerzeit gesehen?)

- Schon Wochen im Voraus Riesenanzeigen für die Deutschland-Premiere von "Meuterei auf der Bounty" mit exorbitant großem "Ultra Panavison 70"-Logo (die Annonce ist etwa viermal größer als die der anderen Premierenanzeigen ihrer Zeit. Und identisch mit der Berliner Anzeige, wo er in 70mm-Kopie lief. In welchem Format aber lief er in Frankfurt?)

- Dreitägige Umbauarbeiten im November 1960 für die Premiere von "Ben-Hur" ("Anläßlich technischer Veränderungen for den Film 'Ben-Hur' Montag, Dienstag und Mittwoch geschlossen!")

- Superpremiere mit Großanzeige und Extra-Hinweis "Auf der Riesenbildwand" für "Goldgräber Molly - Der Sensationserfolg in 5 Erdteilen" zu Weihnachten 1964, 23.12.64. Identische Anzeige in Berlin, wo er im dortigen MGM-Theater in 70mm lief).

 

Dies sind immerhin schon zusammen mit "Schiwago" 5 Roadshow-Titel, die ich fand, obwohl ich lediglich 2% der Programme des alten Frankfurter MGM/Royal-Kinos durchforstete.

 

Die Roadshow-Frage ist für mich geklärt. Die Frage bleibt, welche Titel bereits vor 1968 in 70mm-Kopie dort liefen. Da würde ich zunächst die "Bounty" vermuten...

 

Ließe sich dies herausfinden?

Herzlichen Dank!

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- Schon Wochen im Voraus Riesenanzeigen für die Deutschland-Premiere von "Meuterei auf der Bounty" mit exorbitant großem "Ultra Panavison 70"-Logo (die Annonce ist etwa viermal größer als die der anderen Premierenanzeigen ihrer Zeit. Und identisch mit der Berliner Anzeige, wo er in 70mm-Kopie lief. In welchem Format aber lief er in Frankfurt?)

 

[...] Die Roadshow-Frage ist für mich geklärt. Die Frage bleibt, welche Titel bereits vor 1968 in 70mm-Kopie dort liefen. Da würde ich zunächst die "Bounty" vermuten...

 

Zumindest nicht im MGM auf 70mm, dort wurde er nämlich erst nach 1968 eingesetzt. Damals gab es einen Streit zwischen Kino, Verleih und Kinotechnik-Firma, weil nach dem ersten Testlauf die Magnetköpfe beider Maschinen beschädigt waren. Die Kinotechniker erklärten in ihrer Stellungnahme, daß die Magnetspuren der sechs Jahre alten Kopie (Ausfällungen der Oxidbeschichtung) durch unsachgemäße Lagerung beschädigt seien und somit die Tonköpfe "abgeschmirgelt" hätten. Auch die UP70-Anamorphoten wurden 1968 erstmals an das MGM geliefert und eingemessen.

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dies ist eine erste ergänzung zu meinem zur geschichte des mgm-theaters/royal in frankfurt am main. ich habe einmal chronologisch die filme bis 1969 notiert, die ich bei meinen recherchen herausfand. der anlaß war die abschlußveranstaltung, daher stenografierte ich die titel nur nebenbei.

es kann gut sein, daß auch noch der eine oder andere film dazu kommt. die genannten filme liefen aber alle als hauptprogramm (also nicht als sondervorführung, matinee etc.).

 

zwischen 1957 und 1959 liefen im mgm-theater:

High Society, Vom Winde verweht, Das kleine Teehaus, Flammen über Afrika, Die kleine Hütte, Warum hab ich ja gesagt, Das schwache Geschlecht, Operation Tiger, Les Girls, Sherlock Holmes sieht dem Tod ins Gesicht, Kesselschlacht, Kein Platz für feine Damen, SOS Raumschiff, 10.000 Schlafzimmer, Das Haus der Lady Alquist, Die Brüder Karamasow (USA), Vom Teufel geritten, Das Land des Regenbaums (vgl. FR 18.10.58), Geh nicht zu nah ans Wasser, Der stolze Rebell, Dünkirchen, Safe-Knacker Nr. 1, Luftfracht Opium, Gigi (vgl FR 20.12.58), In Colorado ist der Teufel los, Mit 17 am Abgrund, Tarzans Kampf ums Leben, Torpedo los!, Die Katze auf dem heißen Blechdach, Die nackte Maya, Arrivederci Roma, Was weiß Mama von Liebe, In brutalen Händen, Der Schatz der Gehenkten, Babys auf Bestellung, Der kleine Däumling, Kapitän Seekrank, Taucherkommando, Verdammt sind sie alle, Die Welt, das Fleisch und der Teufel, Hügel des Schreckens, Immer die verflixten Frauen, Tropenglut, Mädchen aus der Unterwelt, Arzt am Scheideweg, Der unsichtbare Dritte

 

1960

Eine tolle Nummer, Blonde Locken, scharfe Krallen, Der Sündenbock, Die Nacht war mein Freund, Die den Tod nicht fürchten, Im Schatten der Krone, Die Haltlosen, Wenn das Blut kocht, Haus der sieben Falken, Das Erbe des Blutes, Meisterschaft im Seitensprung, Puppe mit Pfiff, Menschen, die im Schatten stehen, Die große Schuld, Killer Mcoy, Tolpatsch macht Karriere, Die Schlascht von Marathon, Tom und Jerry (?), Der Windhundvon Venedig, Früchte einer Leidenschaft, Die Zeitmaschine, Abenteuer am Missisippi, Die Keller-Ratten, Lied der Sehnsucht, Der rasende Teufel

 

BEN HUR lief ab 11.11.1960 (vermutlich in 35mm)

 

ab 11.2. 1961 lief: Die Nervensäge, Glut, Anruf genügt, komme ins Haus, Mord bei 45 Touren, Der Zauberer und die Banditen (jap. Trickfilm), Die Wölfe von Los Angeles, Geh nackt in die Welt, Peitsche der Türken, Das Dorf der Verdammten, Gorgo, Und dennoch leben sie, Das Geheimnis von Monte Christo, Dieb aus Leidenschaft, Die Tataren, Der unheimliche Komplize, Der Koloß von Rhodos, Privatleben, Junggeselle im Paradies, Licht auf der Piazza, 16.50 ab Paddington, Der Dieb von Bagdad, Aladins Abenteuer, Süßer Vogel Jugend, Ein Leutnant und ein Bett, Mein Bruder ist ein Lump, Ein steiler Zahn, Tunnel 28, Die vier unheimlichen Reiter, Die Brücke zur Sonne, Armleuchter in Uniform

 

MEUTEREI AUF DER BOUNTY lief ab Dezember 1962

 

1963

Das Geheimnis der grünen Droge, Spiel mit mir, Degen-Duell, Zeit der Anpassung, Die Nächte mit Nancy, Rififi in Tokio, Am Ende aller Wege, Der Sohn des Spartacus, Revolverhelden von Wyoming, Flieg mit mir, Hotel International, Vater ist nicht verheiratet, Nacht der Erfüllung, Männer hart wie Eisen, Lautlos wie die Nacht, Der Wachsblumenstrauß

 

1964

Karambolage, Stahlhagel, Sonntag in New York, Die Vier Tage von Neapel, 7 Gladiatoren, Staatsaffären, Picknick um Mitternacht, Getrennte Betten, Helden ohne Hose, Hercules, Samson und Odysseus, Tom und Jerry, Bis unter die Haut, Die Nacht des Leguan

 

DAS WAR DER WILDE WESTEN (10.10.64) (in 3-Streifen-Cinerama gedreht, kann nur in 35mm gelaufen sein)

 

ab 28.11.64: Des Menschen Hörigkeit, Immer die verflixten Frauen

 

1965

Goldgräber Molly, 100.000 Dollar in der Sonne, Carasco der Schänder, Ich wär so gerne verliebt, Die große Metro-Lachparade, 36 Stunden, Der wilde Rolls Royce, Ein Leben für die Freiheit, Millionenraub in San Francisco, Geheimaktion Crossbow, Ein Haufen toller Hunde, Goldfalle, Cassidy der Rebell, Wunderwelt der Brüder Grimm ODER Meine Lieder Meine Träume (vgl. FR 27.12.65)

 

1966

Lady L., Spion mit meinem Gesicht, Cininati Kid, Herrscherin der Wüste, Die Morde des Herrn ABC, Schüsse in der Kasbah, Tod in Hollywood, Paris ist voller Liebe, Vier Frauen und ein Mord, 7 Frauen, Laurel und Hardy im Flegelalter, Dominique die singende Nonne, Unter Wasser um die Welt, Mörder Ahoi, Spione in Spitzenhöschen

 

ab 7.10.66 lief DR. SCHIWAGO

gefolgt von

Blow Up (FR 16.4.67),

gefolgt von

Hotel Paradiso (15.7.67), Träumende Lippen, Mitternacht - Canale Grande, Penelope, Laurel und Hardy - Wir sind vom schottischen Infanterieregiment, Hondo, Der Mann im grünen Hut, Die 25. Stunde, Mordbrenner von Arkansas, Das Mädchen und der General, Tom und Jerry auf dem Kriegspfad (FR 16.12.67)

 

1968 Eröffnung nach dem Umbau

Grand Prix (70mm), Dr. Schiwago (70mm), 2001 - Odyssee im Weltraum (70mm)

 

1969, Vom Winde verweht (70mm) und weitere 70mm-Präsentationen.

hier bricht meine recherche aus zeitgründen vorläufig ab.

 

fazit:

auffallend ist, daß bis zur aufführung von BEN HUR kein einziger 70mm-film im programm vorkommt. auch danach kommen relativ wenige filme vor, die in 70mm gedreht wurden (blowups gabs erst später) und vermutlich erst einmal in 35mm liefen, wie zeitzeugen dies auch bei BEN HUR und DR. SCHIWAGO erklärten.

 

verblüffend ist, daß DAS WAR DER WILDE WESTEN, der ja noch in 3-streifen-cinerama gedreht wurde, 1964 im mgm-theater in 35mm lief, während einen block weiter, wo heute das arabella-hotel steht, der film-palast cinerama mit drei projektoren richtig zeigen konnte.

3-streifen-cinerama hatte das mgm-theater nie, schon gar nicht 1964, wo es dort noch gar keine lamellenleinwand gab, die erst 1967/68 eingebaut wurde. die beiden scheinwerferlogen auf dem rang können zwar ursprünglich für 3-streifen-projektion erbaut worden sein, aber eine solche ranggestaltung gibt es beispielsweise auch in der lichtburg in essen, die lange vor cinerama erbaut wurde.

 

frankfurt war übrigens nie eine eine kino-metropole wie berlin, hamburg oder münchen. das erklärt auch die relativ kurzen laufzeiten vieler filme im mgm-theater/royal, im schnitt häufig nur zwei/drei wochen. das erklärt auch die filmauswahl: familienfreundliches programm, zu weihnachten tom-&-jerry-programme und abteuerfilme. erst nach dem umbau legte man mit 70mm richtig los.

aber da können sich die spezialisten noch mal richtig hineinknien...

freund hein

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Sehr viel Fleißarbeit, es wäre schön, auch andere (mich eingenommen) ganz allgemein in diesem Forum würden sich solche Mühe mit Recherchen machen.

Ein paar Dinge füge ich noch hinzu, für die, die's irgendwie noch interessiert, nachdem auch ich die Zeitungen durchwühlt habe:

Zunächst korrigiere ich meine irrtümliche Annahme, daß MGM sei 1967/68 (als Schreibfehler von mir noch weiter zu 1966/67 verschlimmert!) umgebaut worden. Das alte MGM spielte bis 1.1.1968 und schloß am 2.1. für Umbauten. Wie schon @preston sturges erinnerte, wurde das Kino am 2.2.68 wieder eröffnet. Die Annonce der FR vom 12.1. schreibt euphorisch: "Ab Februar völlig neu! Mit 25-Meter-Riesenleinwand für Cinerama und 70-mm-Grossfilme mit 6-Kanal-Stereoton und den komfortabelsten Sesseln, als eines der mpodernsten und elegantesten Theater der Welt. Ab 2. Februar GRAND PRIX."

Dann am 2.2.68 erscheint die Wiedereröffnungsannonce für "Grand Prix" mit "erstmalig in Frankufurt permanent CINERAMA Bildwand, 25 Meter breit - 10 m hoch, 6-Kanal-STEREO-Ton, Superpanavision und Metrocolor".

Wie schon von @ropl erwähnt, sind die 25 Meter offenbar übertrieben, er gibt für die Eröffnung 19 Meter an. Frage: ist denn die Bildwand nach 1968 beim "Super Cinerama"-Umbau erheblich vergrößert worden oder nur ein gekrümmterer Rahmen eingebaut worden? Bereits vor 1968 wurde stets mit RIESENLEINWAND bei den Roadshow-Premieren geworben, hierfür erwähnt @freund hein eine Breite von nur 15 metern. War dies die Netto-Breite für CinemaScope 2.35? Wenn @ropl sie aber mit 19 Metern brutto angibt, könnte da vor 1968 noch Reserve gewesen sein?

 

Ben-Hur hatte schon am 30.12.60 nach vier Wochen 50 000 Frankfurter wilkommen geheißen, wie die Roadshow-Anzeige des Kinos in der Frankfurter Rundschau stolz annonciert. (Soweit mein Argument zu einigen Zweifeln daran, ob denn auch alle Rodshow-Voraussetzungen immer idialiter dort anwendbar gewesen wären. Das sind sie sicher nicht immer, aber der Roadshow-Status läßt sich auch nicht generell absprechen!?).

Am 14.12. annonciert die FR "Deutsche Premiere: 20. Dezember. Der teuerste Film der Welt. Meuterei auf der Bounty, aufgenommen in Ultra Panavision 70 Technicolor. Ein prachtvolles Festgeschenk".

Ich möchte noch einmal erinnern, daß leider nicht allen Annoncen bundesweit entnommen werden kann/konnte, in welchem Format die Film in Format die jeweilige Kopie gezeigt wurden. Die "Bounty"- u.a. Annoncen waren in Berlin zu Frankfurt identisch, wo besagte Titel an der Spree "In 70mm" liefen, ohne aber, daß letztenanntes Label verwendet wurde! Da es ostentativ erst so Mitte/Ende der 1960er Jahre eingefügt wurde, kann man leicht der Fehlannahme erliegen, erst ab diesem Zeitpunkt sei der betreffende Filme auch in 70mm gezeigt worden.

 

Mich interessiert noch sehr, da doch das Frankfurter MGM mit DP 70 eröffnet worden war, ob nicht irgendein Film doch vor 1968 in 70mm gelaufen ist. Vielleicht weiß @preston sturges etwas dazu zu sagen? @magentacine erwähnte die Probleme der WA der "Bounty" im MGM, aber mir war daraus nicht klar geworden, warum sie dort 1962 nicht gelaufen sein soll, da er nur die Handicaps mit den Magnetköpfen beschreibt (Ausfällung der Magnettonspuren verantwortlich für Abrieb der Tonköpfe?). Sofern also sicher ist, daß weder "Ben-Hur", noch "Schiwago", weder "Bounty" noch "Goldgräber Molly" dort vor 1968 in 70mm liefen, würde auch ich vermuten, daß es das dort generell vor 1968 nicht gab. Woraus sich die Frage ergibt, ob man überhaupt Objektive dafür im Hause hatte? Vielleicht ist auch das Fehlen derselben mit ein Grund für die Zurückhaltung beim Einsatz derartiger Fassungen gewesen.

 

Letztens würde ich zugunsten Frankfurts sagen, auch wenn es weniger Metropole wie Hamburg oder München oder Berlin gewesen sein mag, daß es dennoch die Hauptstadt der Filmverleiher war, die dort ihre Roadshow-Premieren schon gebührend zu feiern wußten.

 

Gruß von der Spree

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Hallo cinerama,

 

es ist, wie Du es von Deinen berliner Kinoforschungen nicht anders kennen wirst, sehr zeitaufwendig, Dokumente und Belege zu finden. :(

Daher kann ich nur drei der von Dir aufgeworfenen Fragen beantworten:

 

1. Ultra-Panavision / 70mm

Nach verschiedenen Aufzeichnungen wurde vor der Wiedereröffnung 1968 ein neuer Satz kombinierter Zahnrollen für beide DP70 geliefert, außerdem 15 70-mm-Filmspulen (900m), eine Klebepresse, T-Kiptagone und Magnifier. Außerdem wurden von der Kinotechnikfirma folgende Arbeiten durchgeführt:

 

- Feilen von Bildfenstermasken 70mm normal und 70mm anamorph, handschriftl. Anmerkung: "für Kamera 65" (sic). Auch die Ultra-Panavision-Anamorphoten wurden geliefert, leider ist nicht erkennbar, ob sie gemietet oder gekauft waren.

 

2. Die Sache mit der "Bounty"-Kopie ist in einem Schadensbericht festgehalten, der von einem Ersteinsatz der Kopie im MGM sprach, es könnte natürlich theoretisch auch die Einzelkopie (mit ihrem spezifischen Schaden) gemeint sein. Ich werde demnächst versuchen, diesen Bericht aus dem Nachlaß eines ehemaligen MGM-Mitarbeiters zu besorgen, leider konnte ich hier nur aus dem Gedächtnis bzw. nach meinen alten Aufzeichnungen zitieren.

 

Die komplette Neuanschaffung der für 70mm-Betrieb erforderlichen Teile läßt (bis auf weiteres) nur den Schluß zu, daß vorher kein 70-mm-Betrieb stattfand, sondern nur die von Dir recherchierte Aufrüstung auf 4-Kanal-Magnetton. Unklar ist bisher noch, ob 1960 auch erstmals ein Surroundkanal und entsprechende Boxen verlegt wurden, denn die "Ersteinrichtung" wies ja nur 3 Kanäle für Perspecta-Pseudostereofonie auf, wobei es keinen Surround (bzw. "Effektkanal") gab.

 

Auf jeden Fall wurden auch 1968 Arbeiten am Surround vorgenommen, Ausstemmen von Mauerwerk und Lautsprecherinstallation standen auf dem Programm. Dabei könnte es sich um eine Erweiterung des Surround handeln, ebensogut aber um eine Erstinstallation.

Letzteres erscheint mir unwahrscheinlicher, da man BEN HUR sicher nicht unter Verzicht auf den Effektkanal gezeigt hätte, aber da fehlen noch Beweise...

 

3. Die Angabe mit der 25-Meter-Bildwand ist branchenüblich ein wenig übertrieben: Der gewölbte Leinwandrahmen (Metallrahmen) hatte eine Bogenlänge von 25 Meter, das nutzbare Innenmaß war also etwas geringer, zumal aufgrund der Spannvorrichtungen für die Cinerama-Streifensegmente. Die Bogensehne, also die sichtbare Breite von Rand zu Rand, betrug demgegenüber etwa 19 Meter bei voller Öffnung. Also ist die 25m-Angabe nicht direkt falsch, aber auch nicht wirklich richtig! :)

 

 

PS: Auch Außen-Werbematerial, etwa Schriftzüge "in 70mm und 6-Kanal-Stereoton" sowie "Cinerama" wurden 1968 gekauft, aber das beweist natürlich nichts!

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BEN HUR (35mm 4-Kanal-Magnetton) wurde mit Effekt-Kanal gezeigt, darauf weist auch eine zeitgenössische Filmbesprechung der BEN HUR Aufführung im MGM hin (liegt mit vor) das "furiose Sinfoniekonzert aus den vorderen, seitlichen und hinteren Lautsprechern" wird ausdrücklich erwähnt.

 

Allerdings erwähnt der Verfasser auch im gleichen Artikel das "glasklare Camera-65 Verfahren". Nun ja!

 

Habe aber heute von einem in Ehren ergrauten Frankfurter Kinomann gehört, dass MEINE LIEDER MEINE TRÄUME (Sound of Music) in 70mm im MGM uraufgeführt worden sein soll????

 

Eine neue Behauptung, die diesen Thread wohl nie enden lassen wird ....

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Ende der 80er Jahre stand eine "vergessene" 70-mm-Kopie von SOUND OF MUSIC im Nebenraum des ROYAL, ich glaube, sie wurde irgendwann von der Fox zurückgefordert und sollte vernichtet werden.

 

Möglicherweise sollte der Film dort in 70mm anlaufen, wurde aber aufgrund der katastrophalen Zahlen in anderen deutschen Kinos doch abgesetzt? Es gab doch damals einen regelrechten "Kürzungs-Skandal", nachdem über eine halbe Stunde Film durch eigenmächtiges Handeln der deutschen Fox herausgeschnitten wurde, um den Stoff zu "entnazifizieren".

 

Vielleicht findet freund hein ja bei weiteren Recherchen mehr über diesen Einsatz; hat der von preston sturges zitierte Kino-Veteran evtl. noch weitere Erinnerungen an MEINE LIEDER, MEINE TRÄUME (für die Fox eher MEINE LIEDER, UNSER TRAUMA) ?

Eine Wiederaufführung im Rahmen der post-68 70-mm-Reihen scheint mir allerdings noch unwahrscheinlicher...vor `68 hätte man Objektive ausleihen, Masken feilen und den Ton nach der Vorverstärung auf die vorhandenen 4 Magnettonkanäle verteilen müssen.

 

Ein früherer Mitarbeiter von Fox Home Video erzählte mir vor Jahren, daß die Amerikaner immer wieder drängten, den Film in Deutschland herauszubringen und gar nicht begreifen konnten, wieso im Land der "Trapp-Familie" dieses Musical nicht lief...

 

:)

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BEN HUR (35mm 4-Kanal-Magnetton) wurde mit Effekt-Kanal gezeigt, [...] das "glasklare Camera-65 Verfahren" .[wird erwähnt]

Habe aber heute von einem in Ehren ergrauten Frankfurter Kinomann gehört, dass MEINE LIEDER MEINE TRÄUME (Sound of Music) in 70mm im MGM uraufgeführt worden sein soll????

....

Vor acht Wochen las auch ich das in der alten Frankfurter Rundschau, daß "Ben-Hur" mit toller Bildqualität im 'MGM' lief (und dachte daher automatisch, er sei dort in 70 mm gelaufen). Allein, ich kann es kaum glauben, denn die mir bekannten 35mm-Technicolor-Kopien, und eine solche Kopie soll ja nach letzten Auskünften in diesem Thread im 'MGM' Fft. gelaufen sein, sind relativ körnig ... aber für die damalige Zeit sicher ein wenig besser als durchschnittliches Scope.

 

"Meine Lieder meine Träume" lief am 2. Weihnachstfeiertag im Frankfurter 'Metro im Schwan' an, viel größer und schöner aber im Berliner 'Royal-Palast'', was ich noch erinnern möchte, um hier mal wieder allgemeiner zu werden ...

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Ende der 80er Jahre stand eine "vergessene" 70-mm-Kopie von SOUND OF MUSIC im Nebenraum des ROYAL, ich glaube, sie wurde irgendwann von der Fox zurückgefordert und sollte vernichtet werden.

 

Möglicherweise sollte der Film dort in 70mm anlaufen, wurde aber aufgrund der katastrophalen Zahlen in anderen deutschen Kinos doch abgesetzt? Es gab doch damals einen regelrechten "Kürzungs-Skandal" [...].

Eine Wiederaufführung im Rahmen der post-68 70-mm-Reihen scheint mir allerdings noch unwahrscheinlicher...vor `68 hätte man Objektive ausleihen, Masken feilen und den Ton nach der Vorverstärung auf die vorhandenen 4 Magnettonkanäle verteilen müssen.

 

Ein früherer Mitarbeiter von Fox Home Video erzählte mir vor Jahren, daß die Amerikaner immer wieder drängten, den Film in Deutschland herauszubringen und gar nicht begreifen konnten, wieso im Land der "Trapp-Familie" dieses Musical nicht lief...

 

:)

 

Nein, wir wissen doch alle, daß die Kopie Anfang der 90er Jahre dort noch stand, also anscheinend zur Wiederaufführung nach 1968. Ich sah sie dort und rief ein paar Monate später nochmal dort an, um den Vorführer zu sprechen, kam aber an den Theaterleiter. Der schickte sie eifrig zurück - zur Vernichtung angeblich.

Die Outtakes exisiteren noch, sie sind sogar in OV und haben dt. Untertitel. Ein Kollege von mir hat den Film komplett, wie zu erwarten: pinkish.

 

Ist ja auch eigentlich irrelevant: in USA gibt es eine neu gezogene Kopie!

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Naja, Ende der 80er, Anfang der 90er, so genau wußte ich`s nicht mehr.

 

Verstehe ich Dich richtig, daß die Outtakes gar nicht erst synchronisiert wurden? Ich dachte immer, erst nach den ersten verheerenden Startergebnissen habe man zur Schere gegriffen. Schade, daß man aufgrund der Eindeutschung der Songs keine DF mit wiedereingefügten Klammerteilen und Songs in OV herstellen kann, der Film wäre auch in Pink bestimmt toll anzusehen.

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Naja, Ende der 80er, Anfang der 90er, so genau wußte ich`s nicht mehr.

 

Verstehe ich Dich richtig, daß die Outtakes gar nicht erst synchronisiert wurden? Ich dachte immer, erst nach den ersten verheerenden Startergebnissen habe man zur Schere gegriffen. Schade, daß man aufgrund der Eindeutschung der Songs keine DF mit wiedereingefügten Klammerteilen und Songs in OV herstellen kann, der Film wäre auch in Pink bestimmt toll anzusehen.

 

Er hat sich aus einer österreichischen Fassung die Out-takes in seine dt. Version eingeklebt.

Toll fand ich den Film nie: da ohnehin pinkish, störte mich dann der Dauerweichzeichner erheblich.

Auf DVD erkennt man bereits Alterungserscheinungen eines Negativs: Dichteschwankungen. Offenbar nicht richtig durchentwickelt, schlampige Fox-De-Luxe-Entwicklung der Sixtees (pardon: eine Firmenbeleidung?).

 

Mehr aber interessiert mich, wie die "Bounty" im Frankfurter 'MGM' nun eigentlich lief?!

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