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Altes Royal-Kino in Frankfurt am Main


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Nochmal zur "Bounty" im MGM: Der Film lief damals defintiv in 35 mm, Magnetton. Ich habe den Film damals mehrmals gesehen und den Theaterleiter damals befragt. Aus mir nicht bekannten Gründen konnte das MGM damals noch keine 70 mm Filme vorführen, obwohl die Projektoren schon dafür ausgelegt waren. Damals gab es nur die Effektlautsprecher "hinten", und zwar oben am Balkon, unten unten im Rang. Die später eingebauten seitlichen Surroundlautsprecher waren nocht nicht vorhanden. Trotzdem "bebte" das Kino bei der Bounty - war schon ein toller Film. Schade, dass er nie auf DVD in Mehrkanalton herausgekommen ist. Weiß denn jemand, ob noch 70 mm Kopien exisitieren und in welchem Zustand? Übrigens äusserst schade, dass das MGM geschlossen wurde - war damals das schönste Kino in Frankfurt mit der angenehmsten Atmosphäre - bin x-mal dort gewesen.

Wer erinnert sich noch an den Film-Palast in Frankfurt? Die hatten damals immer die Top-Technik - 3 Projektoren-Cinerama etc. Leider auch schon lange verschwunden - aber in Frankfurt kann sich ja offensichtlich nicht einmal ein IMAX halten.

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Schön, daß sich noch Zeitzeugen melden (ich war noch zu jung, 1962 gerade im Werden). Die "Bounty" hat natürlich auch in 4-Kanal MT einen vollen Ton gehabt, letztens sah ich ihn auf Super-8 mit Mehrkanal-Ton. Auf DVD vielleicht deshalb noch nicht erhältlich, da die Fans sicher eine Ultra-Panavision-Fassung erwarten, im Seitenverhältnis 2.75 : 1 wie bei "Ben-Hur" (obwohl das Format dort nur - auf DVD wie auf 35mm - "geschwindelt" ist, weil nachträglich beschnitten). Von "Bounty" kenne ich aber keine Version (70mm und Super-8 ausgenommen), die breiter als 2.35 : 1 ist. Irgendwie müßte hier Dick May von der Warner Library erst an die Originale heran, um ein dem Film entsprechendes brillantes Resultat zu erreichen (im Moment machte er ja gerade "80 Tage um die Welt").

"Bounty" hatte im Berliner 'MGM-Theater' die gleiche Annonce wie in Frankfurt, lief aber hier auf 70mm, anamorph in 2.75 : 1 in unvorstellbarer Bildqualität. Nur die erste Woche hatte eine schlechte Ausleuchtung, da vermutlich die Bildfensterlinse DP 70 noch fehlte.

Das Filminstitut in Oslo hat noch eine 70mm-Kopie mit erstaunlich viel Farbanteil, jedoch war ich im letzten August bei einer Sichtung schwer enttäuscht, was Schärfe und Körnung anging. Offenbar hat das Color-Fading hier zu einem Dichte-Fading geführt, der Films sah fast aus wie ein Blow-up.

 

Als ferner Berliner hätte ich furchtbar gerne ein Bild vom 'Filmpalast' in Frankfurt/Main - kann dies jemand besorgen? (Hätte Bilder im Tausch von Berliner Roadshow-Theatern!). Dort lief auch "Spartacus", von dem ich noch eine Annonce habe.

 

'Royal-Palast' in Frankfurt könnte vielleicht einmal als gehobener Filmkunst-Palast wieder reaktiviert werden - so wie das 'International' oder das 'Delphi' in Berlin - für reinen Mainstream wie zuletzt eignet er sich nicht mehr, da das jüngere Publikum gerne zwichen den Sälen hin- und herzappt - so wie beim Fernsehen - und die Theateratmosphäre sicher als Handicap für's Handy-Surfen anssieht.

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Ja, das war schon ein tolles Erlebnis, „Exodus“ im Film-Palast und 6 Kanal-Magnetton. M.E. seinerzeit einer der besten Filme überhaupt, und Paul Newman in seiner besten Rolle. Exodus gibt es übrigens jetzt auch auf DVD, aber leider nur in Mono (warum eigentlich??) Übrigens waren Film-Palast und MGM/Royal nicht die einzigen Kinos in Frankfurt, die 70 mm Ausrüstung hatten. Es gab da noch das „Metro im Schwan“ auch ein sehr schönes, grosses Theater mit Balkon und oft Premierenvorstellungen. Im Metro gab es eine Besonderheit: der BWR war so niedrig, dass die 70 mm Projektoren nicht in den Raum passten. Man hatte daher den oberen Spulenkasten abgeschraubt und in das obere Stockwerk gestellt. Durch einen Deckendurchbruch wurde dann der Film zum Projektor geführt (Teller gab’s ja noch nicht; alles wurde mit 2 Projektoren und Überblendtechnik gefahren) „Alamo“, „Cleopatra“ und einige andere 70 mm Produktionen wurden übrigens damals dort Erstaufgeführt. Die Tonanlage verfügte nur über 6 x 25 Watt Leistung (da hatte ich schon zu Hause mehr). War aber trotzdem gut ausreichend für den grossen Saal. Leider ist das „Metro“ auch schon lange verschwunden. Ausserdem konnte der „Turm-Palast“ als es noch ein richtiges Kino mit „Balkon“ war, 70 mm vorführen. „West-Side-Story“ lief dort monatelang. „Windjammer“ ebenfalls (muss völlig verschollen sein, lief nicht mal im Fernsehen). Im Turm-Palast reichte die Grösse der vorhandenen Leinwand bei 70 mm nicht aus. Man hatte damals eine separate, grössere Leinwand vor dem Vorhang aufgebaut. War natürlich optisch nicht so doll, wenn man vor der Vorstellung den Saal betrat. Die ersten drei Reihen wurden dann nicht besetzt. Den Turm Palast gibt es wohl heute noch; Balkon umgebaut – separates Kino – war lange nicht mehr dort. Das war aber nicht alles in der grossen Frankfurter Filmgeschichte. Hinter der Konstablerwache versteckte sich noch der Grand-Palast und das Corso. Ich wohnte damals in Bornheim – Mein Kino-weg führte mich von dort zunächst über die „Blumen-Lichtspiele“ Eintrittspreise: DM 1,--; 1,20, 1,40, 1,60 und die Polstersitze für 2,-- (zwei E VIIB Kohlebefeuert und mit MAGNETTON – der aber schon ende der 50ziger nicht mehr ging) - heute Lagerraum für Möbelfabrik - weiter zum „Apollo“ in der Mainkurstrasse (wo ich später als Aushilfsvorführer arbeitete) – zwischendurch Supermarkt, dann Spielhölle -weiter zum „Schützenhof“ in der Bergerstrasse (Zwei E 10) – heute „Berger-Kino“ mit 2 Sälen und jetzt 4 Bauer-Maschinen (Wer kennt noch die Familie Herold? Paul, der immer die Wochenschau vom Schützenhof zum Apollo brachte und umgekehrt) weiter zum „Astoria“ (vormals „Arion“; vormals „Schauburg“) – gibt’s auch nicht mehr, dann zum „Astoria“, später Kaufhof, heute Saturn-Hansa. Dann kam lange nix. Weiter runter Richtung Stadtmitte das altbekannte „Roxy“ als Action-Kino (Da hatte man wohl bei der Konstruktion den BWR vergessen; es wurde von einem seitlich angebauten Raum projiziert mit entsprechender Bildverzerrung und Unschärfen) „Scala“ schräg gegenüber (gibt’s wohl noch, heisst aber heute anders). Dann weiter über Gr. Friedberger (Film-Palast) Durchgang zum MGM/Royal, über die Schäfergasse zur Zeil, links „Zeil-Kino“ 100 m weiter „Europa“, gegenüber der Hauptwache war das „Alemania“ mit horizontalem Vorhang und dem engsten Sitzabstand überhaupt. „Cinema“ sollte ich bei der Aufzählung nicht vergessen, aber da lief damals jahrelang (wirklich) „Irma la Douce“, Na ja, wenn man noch mehr Kino wollte, Richtung Kaiserstr. – Bahnhof, gab es das UFA-Gloria, (Damals Premiere James Mason, Sue Lyon – verd….. wie hiess doch der Film gleich..?) und Lichtburg, Hansa, fanden sich auf der Kaiserstr. und das Exli nördlich vom Bahnhof in der Düsseldorfer Strasse. Direkt gegenüber in der Dü. 14 war die LUMINA (Kinowerbung) – ist aber auch schon lange Vergangenheit. Wenn man das alles abgeklappert hatte – damals gab es ja noch richtige Schaukästen mit Bildern, hat man sich dann für irgendeinen Film entschieden. Gab natürlich noch viel mehr Kinos in Frankfurt: Die Kurbel, Gloria, am Zoo, Das „Jugendkino im Zoo“ – immer Samstags für DM 1,-- Eintritt. Also, bezüglich „Kino“ war in Frankfurt richtig was los. Na ja, vielleicht teilen ja einige von Euch meine Jugenderinnerungen.

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Hy,

 

zumindest theoretisch könnte Turm 1 noch 70mm spielen, Projektionstechnik ist vorhanden, unsere Dispo fragte auch nach einer Spielmöglichkeit für 70mm...würde mich mal interessieren warum ?! Wird vielleicht etwas wiederaufgeführt ??

 

Gruss

 

Stand-By

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Na ja, aber es wird wohl auch nur mit Wasser gekocht. Große 70mm-Events im 'Turm-Palast' wird es kaum geben, sondern allenfalls mal eine Sonderveranstaltung, stelle ich mir vor. Gehört das Kino zudem der Kieft-Gruppe, kann ich nur aus Berliner Erfahrungen kein exponiertes Interesse an diesem Thema voraussetzen: daher eine Totgeburt.

 

Zum 'Metro im Schwan' hörte ich immer nur von einer 13-Meter-Leinwand bei Einführung von CinemaScope. Interessant, daß sie vergrößert wurde, fragt sich nur wie groß? Auch "El Cid" lief dort wochenlang. 25 Watt Verstärkerleistung waren bei damaligen Systemen hohen Wirkungsgrades auf Schallwänden übrigesn völlig ausreichend. Aber Windjammer kann dort nur auf 35 mm gelaufen sein, da ich als EA-Kino doch den Fllm-Palast wg. seiner Cinerama-Anlage vermute? "Windjammer" lief auch im Fernsehen, in der Breitwand-Kaschfassung auf 35mm von Anfang der 1960-er Jahre, die dann nochmals auf Normalformat für's Fernsehen zusammengestutzt und beschnitten wurde, mit am Bildschirmrand noch erkennbaren "Trenn-Nähten". Der Film soll, wie mir das Filminstitut in Oslo mitteilte, in diesem Jahr restauriert werden und in Norwegen originalstreifig wieder aufgeführt werden. Eine Anlage suche man sich noch zusammen, aber das Königshaus habe Unterstützung für das Projekt signalisiert.

 

'Film-Palast' machte seinerzeit die ersten 70mm-(Todd-AO-)Vorführungen in Frankfurt und Hessen überhaupt, mit "Oklahoma" und auf DP 70-Projektoren.

'Europa-Palast' spielte ja noch in den 80er Jahren "Im Rausch der Tiefe" und "The Abyss" in 70mm, heute ist das kein Thema mehr.

 

Der gefragte Film mit Sue Lyon und James Mason ist Stanley Kubricks "Lolita".

"Exodus" gehört zur MGM/UA-Library, die John Kirk betreut, Ich fragte ihn während der Filmfestspiele nach Neuauflagen von 70mm-Titeln, was er sehr pessimistisch sah. So sei angeblich das Negativ von "Porgy and Bess" gefadet (was natürlich Quatsch ist), und eine Restaurierung würde etwa 7 Mio. Dollars verschlingen, weil digital durchzuführen (was auch Quatsch ist). In jedem Falle aber würden die Mehrkosten von der MGM-Spitze gescheut, und hier gehe ich bei einem intakten 65mm-Negativ von etwa 20 - 40 Tsd. Dollars pro Titel aus, je nach Auflagenhöhe der Kopien. "Exodus" lief während der Preminger-Retrospektive der Berlinale in Berlin 1999, erneut konnte John Kirk Anfragen nach der 70mm-Fassung nur mit Bedauern kommentieren, während der Referent, der Frankfurter Filmwissenschaftler Ronny Loewy, eine interessante Einführung hielt, die mit dem schwärmerischen Hinweis auf das "70mm-Technicolor"-Format endete. Dann kam eine gedupte 35-mm-Kopie mit englischem Dolby-A-Lichtton zum Einsatz (nicht entfernt mit dem Magnetton vergleichbar), wo der erste und zweite Akt komplett "gedoubelt" war, also aussah wie 16 mm. Aber eine stolz als brandneu verkündete Kopie aus dem Hause MGM!

 

Nachbemerkung zu diesem Thread: Trotz der interessanten Schilderungen meiner Vorredner noch einmal meine Frage, ob nicht jemand auch ein paar Bilder (außer dem bereits tollen Beispiel, das bereits der Kollege vom schließenden 'Royal' in die Gallerie stellte) hiervon übermitteln könnte? (Zumeist hat damals keiner daran gedacht, aber es soll ja noch Wunder geben...)

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Ich sagte nicht, dass "Windjammer" im Metro lief; Windjammer wurde im Turm Erstaufgeführt. Ich glaube damals war der Film-Palast schon verschwunden oder zumindest nahe dran. Hat eigentlich jemand ein Verzeichnis aller Filme, die mal in 70 mm produziert wurden? Wenn das heute wieder aktuell werden würde, wären die dann auch mit 6-Kanal Magnetton, oder gibt es da schon was besseres?

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Und meine Frage ist, ob und wo "Windjammer" denn dann in Cinemiracle/Cinerama lief?

Liste der 70mm/Wide-Gauge-Filme - da arbeite ich dran seit 1985. Zur schnellen Rezeption hier eine Alternative aus Dänemark: http://www.in70mm.com/lists/index.htm

 

Was Bessseres für 70mm-Kopien als 6-Kanal-Magnetton gibt es nicht, wird in Ausnahmefällen noch immer so fabriziert. I.d.R. jedoch heute ersetzt durch einen klanglich schlechteren DTS-Ton, ähnlich der 35-mm-Wiedergabe.

 

Im 'Turm-Palast' lief seinerzeit auch "Lord Jim" in Super Panavision 70. Neue 70mm-Kopie anno 2003 von Sony Classics: mit Magnetton übrigens.

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Hallo Cinerama,

Danke das ist eine interessante Adresse. Meiner Meinung nach lief Windjammer im Turm nicht in der 3-Projektoren -Ausführung, sondern in einer umkopierten 70 mm Version. Im Film Palast kann ich mich nur an einen Film in Cinerama erinnern, ich meine das waren "die Sieben Weltwunder", aber ganz sicher bin ich mir auch nicht - das liegt ja schon fast 50 Jahre zurück. Übrigens habe ich auf der von Dir genannten Homepage gesehen, dass auch der Grand Palast 70 mm Ausrüstung hatte. Wenn sich mit 70 mm was Neues ergibt, im "Turm" oder wo auch immer, bitte unbedingt bekanntgeben - muss ich sehen.

Grüsse

Hans

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  • 1 month later...

Nachdem ich vorletzte Woche in Frankfurt war und das dortige Royal mir anschaute, erscheint mir bis auf die Probleme der Klimaanlage und das Heizungsproblem der Saal jederzeit reaktiverbar für Filmvorführungen, die Einstellung von Projektionsequipment vorausgesetzt, was kein großes Thema sein sollte.

Programmatisch läge also die Zukunft in Mischveranstaltungen, die ich mir auch für das am 28.4. in Berlin geschlossene Royal wünschen würde:

http://forum.filmvorfuehrer.de/viewtopic.php?t=2929

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  • 1 year later...

Nichts gegen Herrn P., aber ich entsinne mich gut, daß diesen Herrn eine enge Freundschaft mit dem Verleiher P-H K. verband

 

genau, robert, wenn pet. dispo machte, lief dann im ufa-unkino "stachus" plötzlich tokugawa-gequälte frauen, 1941 oder trio infernal. meist vor leeren reihen.

 

tg

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genau, robert, wenn pet. dispo machte, lief dann im ufa-unkino "stachus" plötzlich tokugawa-gequälte frauen, 1941 oder trio infernal. meist vor leeren reihen.

Wenn's nur im Stachus gewesen wäre, wär's mir ja relativ egal gewesen. Wobei bei den Filmen von Knipp die Regel war: Manche zogen schon Leute, aber dann waren die Kopien scheiße wie bei "Papillon", "Amacord" und "Taxi Driver". Ansonsten erinnere ich mich an die legendären immer-wieder-Aufführungen von "Andy Warhols Frankenstein", "He and She", "Türkische Früchte" und "Eine unmoralische Frau", aber auch viele Columbia Titel neueren Datums wie "Schlaflos in Seattle" gingen in den 90ern nach relativ kurzer Zeit noch an Knipp.

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genau, robert, wenn pet. dispo machte, lief dann im ufa-unkino "stachus" plötzlich tokugawa-gequälte frauen, 1941 oder trio infernal. meist vor leeren reihen.

Wenn's nur im Stachus gewesen wäre, wär's mir ja relativ egal gewesen. Wobei bei den Filmen von Knipp die Regel war: Manche zogen schon Leute, aber dann waren die Kopien scheiße wie bei "Papillon", "Amacord" und "Taxi Driver". Ansonsten erinnere ich mich an die legendären immer-wieder-Aufführungen von "Andy Warhols Frankenstein", "He and She", "Türkische Früchte" und "Eine unmoralische Frau", aber auch viele Columbia Titel neueren Datums wie "Schlaflos in Seattle" gingen in den 90ern nach relativ kurzer Zeit noch an Knipp.

 

nicht zu vergessen ... MOHN IST AUCH EINE BLUME ... immer einen repertoire einsatz unwert gewesen ..

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Da fällt mir auch noch der kleine quadratische Taschenkalender wieder ein, den es früher immer von AB-Film gab. Auf jeder zweiten Seite wurde unten unter dem Motto "Immer wieder einen Einsatz wert" der m.W. einzige seriöse titel des Hauses Brummer, "Die Möwe Jonathan", angepriesen.

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Da fällt mir auch noch der kleine quadratische Taschenkalender wieder ein, den es früher immer von AB-Film gab. Auf jeder zweiten Seite wurde unten unter dem Motto "Immer wieder einen Einsatz wert" der m.W. einzige seriöse titel des Hauses Brummer, "Die Möwe Jonathan", angepriesen.

 

oh .. da gab es weit mehr titel, die einen einsatz wert sind/waren: "National Lampoon - Animal House" (Regie: John Landis mit John Belushi), "Das Stundenhotel von St. Pauli" (Regie: Rolf Olsen mit Curd Jürgens), "Meatballs" (Regie: Ivan Reitmann mit Bill Murray), "Yanks" (Regie: John Schlesinger mit Richard Gere) und einige hervorragende Italo-Western der ersten Stunde (Loch im Dollar) etc. ... dies sind die Titel, die mir auf die schnelle in den kopf kommen ... da gibt's aber noch einige mehr ... und Russ Meyer's SUPERVIXEN kommt ja mittlerweile auch auf seriösen füssen (lief sogar vorgestern auf arte) daher (besonders die kernige deutsche synchro macht spass!)

 

und AB hatte immer die deftigsten knackig auf den punkt gebrachten werbe-schlagzeilen ...

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  • 3 weeks later...

Grand Prix wurde ebenfalls am 13.10. 1967 im wunderschönen Kristallpalast in Düsseldorf uraufgeführt. Da ich über die herrlichen Düsseldorfer 70mm Theater Kristall Palast, Savoy und Tonhallen und das wunderschöne Essener 70mm Cinerama Theater Europa noch keinen Beitrag gelesen habe, wollte ich das nur mal kurz anmerken.e="preston sturges"]ganz kurz: am 02. Februar 1968 eröffnete das "neue" MGM Theater in Frankfurt mit der Schlagzeile ...

 

"Erstmalig im Raum Frankfurt auf permanenter CINERAMA Bildwand von 25 Metern. In 6-Kanal-Stereoton." (Quelle: Abendpost/Nachtausgabe. Riesenmatern liegen mir vor, nur keine zeit zum einscannen)

 

Der Film war GRAND PRIX.

 

Laut Zeitungsberichten gleichen Datums wurde ... "die Klanganlage auf sechs Stereo-Kanäle erweitert." Das läßt zumindest schließen, das vorher nur 4-Kanal-Stereo möglich war, zumal auch BEN HUR seinerzeit nicht in 70mm lief (obwohl MGM eigenes Haus) sondern nur in einer 35mm Mag-Optical Kopie, die zudem engl. Lichtton und deutschen Magnetton hatte. Die gleiche Kopie lief nach dem Einsatz in Frankfurt in Mainz im CINEMA.

 

Das CINEMA in Mainz wurde übrigens nur wenige Tage nach dem MGM/Frankfurt auf 70mm umgerüstet (BAUER U-2) und zeigte ebenfalls GRAND PRIX ab dem 01.03.1968.

 

Die deutsche Uraufführung von GRAND PRIX wiederum war bereits am 13.10.1967 im ROYAL-PALAST in München in 70mm. Hier liegen mir auch die Zeitungsmatern vor.

 

Wie wir sehen, schmiss man damals nicht so mit Kopien um sich. Man liess sich Zeit, es wartete allerdings auch keine DVD, Pay-TV und sonstige Auswertung.

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  • 8 months later...

Vergangenes Wochenende war ich in Frankfurt/Main (um die "Das-Boot" Ausstellung Auf der Suche nach der Crew von U96 im Filmmuseum zu besichtigen, was außerordentlich lohnend war, wie ich finde) und habe natürlich auch am MGM-Royal vorbeigeschaut. Ich bin einigermaßen entsetzt darüber, wie es dort aussieht (siehe Bilder unten). Denn das Cafe, von dem zu Beginn dieses Threads die Rede war, scheint nicht mehr zu existieren. Stattdessen ist das gesamte Areal verlottert, in den Foyers türmt sich das Gerümpel und der Müll und beißender Urin-Gestank steigt einem in die Nase.

 

Wie ist der Stand? Gibt es neue Entwicklungen? Steht der Abriss bevor? Zu der Zeit, als das Cafe eingerichtet wurde (2003), zu Beginn dieses Threads, war zwar der damalige Betreiber, das Konglomerat aus UFA Theater GmbH & Co KG / Olympic Filmtheaterbetriebe / Filmtheaterbetriebe Heinz Riech & Sohn etc. pp. in Insolvenz, nicht jedoch der Immobilieneigentümer, die UFA Theater AG. Die ging erst Mai 2004 baden und ist nachwievor nicht vollständig abgewickelt. Befindet sich das Gebäude noch beim Insolvenzverwalter (Metzeler/ van Betteray)? Haben die das Cafe dann rausgehauen? Ist der Saal eigentlich ausgeschlachtet worden? Einige Stühle liegen bzw. stehen im Foyer herum.

 

Habe auch bei den E-Kinos auf der Zeil vorbeigeschaut, dort war in einem Aushang davon die Rede, Familie Jaeger wollte sich um das Royal kümmern, habe aber von dem Vorhaben wegen exorbitanter Mietforderungen Abstand genommen.

 

Vielleicht weiß @magentacine etwas über den aktuellen Stand?

 

(Off-topic, @magentacine und andere frankfurter: In den E-Kinos ist weiterhin eine Ankündigung zu finden, nach der deren großes Foyer im Stile der 50er Jahre umgebaut werden solle. Soll das, was ich vorfand, schon der Umbau gewesen sein oder steht dieser noch bevor? Kenne den Ursprungszustand leider nicht)

 

Danke,

 

Rundkino

 

royal_ffm_05_ffv.jpg

Alte Ankündigungen aus dem Juli - 2006 / 2005 / 2004 ?? Nicht benötigte Buchstaben liegen achtlos auf dem Vordach herum.

 

royal_ffm_04_ffv.jpg

Saalbau

 

royal_ffm_02_ffv.jpg

Separater Aufgang zum BWR?

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In den E-Kinos ist weiterhin eine Ankündigung zu finden, nach der deren großes Foyer im Stile der 50er Jahre umgebaut werden solle. Soll das, was ich vorfand, schon der Umbau gewesen sein oder steht dieser noch bevor? Kenne den Ursprungszustand leider nicht)

 

 

was Du gesehen hast, ist so ziemlich der urzustand. es existieren seit jahren (sehr schöne) pläne, das foyer und den antritt zur hauptwache umzugestalten ... hoffen wir, dass es noch etwas wird.

 

Das EUROPA war in den 50er und 60er jahren beliebtes Premieren-Haus deutscher produktionen. So mancher GLORIA oder CONSTANTIN film feierte dort einen rauschenden deutschland start ...

 

Die letzte premiere, die ich dort sah, war ECHTE KERLE von Rolf Silber. Bei der Premiere ging zwar einiges schief, was aber wohl ein gutes omen für den geschäftlichen erfolg des filmes war ...

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Ja, der Zustand ist erbärmlich. Die Gastronomie-Trittbrettfahrer haben wohl vor mehr einem Jahr das Handtuch geworfen, man hört viel von Leuten, die nicht bezahlt wurden. Das sog. Café war mit null Liebe im Foyer improvisiert und von vornherein ein Totalflop.

 

Die annoncierte CSD-Party war wohl tatsächlich die letzte Veranstaltung. Leinwand soll kaputt oder verschmutzt sein, Boden war bereits während des Clubbetriebes mit Colaresten und Dreck verkleistert.

 

Vermutlich war der Ablauf der Betriebgenehmigung für die Heizung der ausschlaggebende Punkt, einigen Zeugen zufolge wurde die Anlage monatelang illegal betrieben. Direkt nach der Übernahme wurden z.B. Filtermatten aus der Klimaanlage entfernt, um den Luftdurchsatz zu erhöhen - statt einfach die kaputten oder gedehnten Treibriemen der alten Lüfter zu ersetzen.

 

Mir fallen angesichts dieser Verschleiß- und Zerstörungs-Umnutzung nur Begriffe aus dem Tierreich ein, ich möchte aber keinem Aasfresser (Hyäne, Geier) Unrecht tun, indem ich ihn mit dem Pack begrifflich zusammenbringe, das sich im sog. Nachtleben und der Club-Gastronomie herumtreibt.

Vom verblichenen Glanz eines Filmtheaters zehren und große Sprüche klopfen, das können die Windeier und halbseidenen Figuren prima, ihr Handeln läuft aber immer auf Ausblutenlassen und Verkommenlassen hinaus - die Karawane zieht dann weiter zur nächsten "geilen Location". Übrigens wurde erst durch diese Betreiber die Miete in so absurde Höhen getrieben, daß kein Nachfolgebetreiber sich des Kinos annahm...

 

Ein freier Mitarbeiter, der sich um die Technik des Hauses gekümmert hatte, wollte seine Stunden ausbezahlt bekommen und erhielt die zynische Auskunft, er könne gerade mal die Hälfte haben, der Stundenlohn sei ja "in D-Mark gemeint" gewesen.

 

Ein neuer Betreiber müßte wohl neue Heizung, Klimatechnik, Bestuhlung, Bildwand und Projektionstechnik einbauen lassen, ob durch den Leerstand bereits irreparable Bauschäden (Schimmel, Feuchtigkeit) eingetreten sind, entzieht sich meiner Kenntnis.

 

"Man kann gar nicht so viel essen, wie man kotzen möchte." (Curd Jürgens)

 

Zum EUROPA wäre noch zu sagen, daß der heutige Saal nicht mehr die Originalgröße hat, da in den 1970er Jahren der Balkon abgetrennt und in das ELYSEE umgewandelt wurde.

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Das Umfeld vom Royal animiert auch nicht gerade das Haus wieder zu betreiben...

 

.

 

was meinst Du denn hier konkret mit Umfeld?

 

Ich finde es echt schade, dass das Royal nicht mehr betrieben wird. Mein letzter Film, den ich dort gesehen habe, war Shrek (der Erste). Wenn ich daran zurück denke, wird es mir heute noch ganz warm ums Herz.

 

Und wenn sich der Vorhang im ausverkauften Europa öffnete war dies für mich auch immer etwas ganz Besonderes. Schöne alte Kinozeit..... :cry:

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