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Ist das wirkliche Format von 70mm garnicht 2,2:1, sondern...


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...nur 2,05:1?

 

Hallo Zusammen!

 

Als ich heute im Keller war um in einem WidescreenReview Heft einen Bericht über die Optical Bass Extension zu suchen, bin ich in einigen Ausgaben auf Angaben zum 70mm Format gestoßen, die ich hier eigentlich früher schonmal nachfragen wollte.

 

Da steht nämlich, daß 70mm das Format 2,2:1 NUR DANN hat, wenn man _keine_ Magnettonspuren verwendet und man das Filmbild über die ganze Breite von einer Perforierung zur anderen verwendet (so wie bei dts-70mm möglich).

 

Mit einer 6-Kanal- Magnetbespurung kommt man JEDOCH exakt auf 2,0425531:1 also gerundet auf 2,05:1...

 

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Das steht nicht nur in diesem einen Bericht so, sondern praktisch in jedem Heft dieses Magazins, wenn über das 70mm Format geschrieben wird.

 

Ist da was dran, oder schreiben die Unsinn?

 

mfG

Christian Mueller

 

P.S.: Ich bin mir fast sicher, daß Cinerama diese Angaben in der Luft zerreissen wird. :)

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Hallo, das würde erklären warum beim Kasch umstellen auf 70mm der Höhenkasch aufging und der Seitenkasch auf CS stehen blieb, das Bild also zwar größer wurde, aber schmaler.

 

Gruß

Guido

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Das mit dem Seitenverhältnis von 2,05:1 bei 70 mm mit 6 Magnettonspuren stimmt so. Sicher hat aber jedes Kino ein wenig anderes Format gespielt, je nach Baugegebenheiten. Dank der starken Todd-AO Krümmung oder auch bei Supercinerama kam eh ein ganz anderes Bildseitenverhältnis zustande, das lag dann schon eher bei 2,5 x 1 je nach Kino und Bildwand. In den guten alten Tagen der Road-Show Veranstaltungen wurde allerdings 35 mm erheblich kleiner gespielt als das 70 mm Format. Da fuhr die Abdeckung nicht nur nach oben sonder auch zur Seite auf. Das war ja auch das große AHA Elebnis. Später, als weniger 70 mm Werke gespielt wurde, haben viele Theater ihr Scopebild einfach vergrößert um die volle Bildwandbreite zu nützen. In den meisten Fällen wurde dann nur noch ein Abdeckung nach oben gezogen, manchmal seitwärts weggefahren, die aufwendigen Seilzüge für beidseitige Horizontabdeckung bei auch noch stark gekrümmter Bildwand war sehr anfällig und mußte öfters überholt werden.

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Da fuhr die Abdeckung nicht nur nach oben sonder auch zur Seite auf. Das war ja auch das große AHA Elebnis. Später, als weniger 70 mm Werke gespielt wurde, haben viele Theater ihr Scopebild einfach vergrößert um die volle Bildwandbreite zu nützen. In den meisten Fällen wurde dann nur noch ein Abdeckung nach oben gezogen, manchmal seitwärts weggefahren, die aufwendigen Seilzüge für beidseitige Horizontabdeckung bei auch noch stark gekrümmter Bildwand war sehr anfällig und mußte öfters überholt werden.

 

Kann ich bestätigen. War im Wiener Gartenbau-Kino auch so. Da hat man bis etwa 1991 35mm-Scope nicht über die ganze Breite gespielt und nur bei 70mm dann wirklich die ganze Bildwand genutzt. DAS war ein Erlebnis, wenn dann auch noch die beiden Vorhänge rechts- und links seitlich aufgegangen sind, während der restliche Vorhang ja wie im Theater hochgezogen wurde und wird. Und man hat auch gehört, daß der Ton dann meist unvorstellbar erstklassig wurde, da fast alles im Vorprogramm in Lichtton-Mono war. Heute haben manche Trailer oder gar Werbefilme schon perfekten 6-Kanal-Sound :roll: aber nicht im Gartenbau. :shock: :D

 

mfG

Christian Mueller

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...nur 2,05:1?

Da steht nämlich, daß 70mm das Format 2,2:1 NUR DANN hat, wenn man _keine_ Magnettonspuren verwendet und man das Filmbild über die ganze Breite von einer Perforierung zur anderen verwendet (so wie bei dts-70mm möglich).

 

Mit einer 6-Kanal- Magnetbespurung kommt man JEDOCH exakt auf 2,0425531:1 also gerundet auf 2,05:1...

 

Also ich habe im American Cinematographer Manual nachgesehen.

Demnach ist das Projektionsfenster (mit Magnetspuren):

1.912" x 0.870" (48,6 mm x 22,1 mm).

Das ergibt ein Seitenverhältnis von 2,20:1.

 

Zumindest bei 2001 kann das Projektionsfenster nicht höher sein und ein Verhältnis von 2,05:1 auszuschließen.

 

Das Kamerafenster (ohne Magnetspuren):

2.066" x 0,906" (52,5 mm x 23,0 mm).

Das ergibt ein Seitenverhältnis von 2,28:1.

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Die 48,6 x 22 mm stimmen auch, wenn man einen 70 mm Filmbild von Rand zu Rand und Bildstrich zu Bildstrich nachmisst. Die Projektormasken sahen aber ganz anders aus. In der Breite auf jeden Fall nicht bis zu den Magnettonspuren ausgefeilt und in der Höhe je nach Leinwandkrümmung mit extremen Bögen in der Mitte. Bei mir ist die Maske 48,2 x 22 mm und da sieht man schon manchmal den Bildstrich bei manchen Kopien. In der Mitte ist die Maske aber nur 19 mm hoch. Da fällt viel vom Bild ab wegen der Leinwandkrümmung. Ich habe mal die Masken für 70 mm im Cinerama Dome in Hollywood gesehen, da war in der Mitte sicher nur noch 16 mm Höhe zum Durchprojizieren. Früher haben die Hersteller der Titelei für 70 mm natürlich an die Mitte gedacht und ihre Schriften entsprechend nicht bis an die Bildstriche gesetzt. Bei Untertitel in 70 mm war das aber oft nicht berücksichtigt und konnten somit bei Zweizeilern auch nich vollständig gelesen werden. In späteren Werken (meistens Blow UPs) hat keiner mehr darauf geachtet, daß bei einer starken Bildwandkrümmung in der Mitte sehr viel Bildinhalt verlorengeht, aber da gab es ja auch eigentlich kaum mehr Kinos mit stark gekrümmter Bildwand mit ein paar Ausnahmen. BEN HUR hatte in der Erstaufführung dank Ultra Panavision (Camera 65) ein Seitenverhältnis von 2,70:1 wurde aber in vielen Theater auch in reduziertem Seitenverhältnis gespielt. Ich habe mal Ben Hur in 70mm gesehen da war im Haupttitel das B und das R

nicht vollständig lesbar. Die 70 mm anamorphotische Fassung von 1959 hatte auch dickere Bildstriche als z. B. Doktor Schiwago von 1965. Dafür wurden aber nicht in jedem Kino neue 70 mm Masken angefertigt. Zumal die Bildwand ehe immer die gleiche war und für den Horizonalkasch nicht mehrere Haltepunkte für 70 mm vorgesehen waren.

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Also ich muß sehr vielen Punkten hier widersprechen und weiß gar nicht, womit ich zuerst anfangen soll:

22 x 48,6 mm ist die Bildfenstermaske, deren gültige Normung aber, soweit ich mich erinnere, von R.M. Hayes in Widescreen Review bestritten wurde, weil keine SMPTE- oder ISO-Norm oder so ... Müßte man nochmal nachlesen.

Mir fiel damals positiv auf, daß er diese Norm per se einmal infrage stellte, und ich selbst zog es stets vor, alles zu zeigen, was aus dem 70mm-Bild (störungsfrei) vorliegt. Allerdings hat sich Hayes in vielen Punkten geirrt, nicht zuletzt in seinem Standardwerk "Widescreen Movies".

Ich habe in meinem Leben jedoch noch keinen 70mm-Titel mit kopiertem Seitenverhältnis von 2.05 : 1 gesehen (ausgenommen "Gone with the Wind" und "The Ten Commandments", die seitlich leichte schwarze Kaschstreifen hatten). Auch das Bildbeispiel mit "Alien" kann nur getürkt sein oder auf einen Rechenfehler zurückzuführen sein, so dünn auch immer der Bildstrich sein mag.

"Ben-Hur" hat in der WA-Kopie von 1968 keinen breiteren Bildstrich als 1959, die Kopie von 1959 hat lediglich eine dünne weiße Linie auf dem schwarzen Bildstrich, Kennzeichen einer optischen Schrittkopierung. Mißt man einen (möglichst nicht geschrumpften) 70mm-Magnettonstreifen aus, kommt man zumeist in etwa auf die projizierbare Bildbreite von 49 mm und die Höhe von zumeist 22,8 - 23,5 mm. Bei unsachgemäßer Fertigung (bedeutend in der Minorität liegend) kann aber die störungsfrei nutzbare Bildbreite auch einmal nur 48 mm betragen, wenn nämlich die Magnettonpisten zu dünn aufgetragen wurden und ständig "wabern".

Der dünne Bildstrich bei "Doktor Schiwago" ist ganz einfach der Originalbildstrich des Scope-Kameranegativs, während die in 65mm aufgenommen Filme alle einen breiteren Bildstrich aufweisen. Mit den Scope-Blow-ups vergleichbar ist auch der dünne Bildstrich bei Technirama auf 70mm-Kopien, der kein Bildstrich des Kameranegativs, sondern des Bildfensters der optischen Kopiermaschine ist.

Da nun bei "Ben Hur" das zu projizierende Seitenverhältnis von 2.70 : 1 genannt (oder empfohlen?) wurde, stimme ich dem gerne zu, obwohl 2,75 als "genormt" für Ultra Panavision/Camera 65 immer wieder überliefert wird.

Wird im weiteren Bezug auf "2001" und das 65mm-Kamerafenster und seine Maße genommen, ist das aufgrund der im Negativ fehlenden Magnettonpisten für die Bestimmung einer "Einheitsprojektionsmaske" für 70mm-Standardfilm zwar zunächst nicht maßgebend, jedoch frage ich mich, ob bei den Reduktionskopien auf 35mm Scope bei irgendeinem Filmtitel vielleicht jemals die volle Breite des Kameranegativs (2.35 . 1) benutzt wurde, was an sich empfehlenswert wäre (ich denke nicht, denn es wurde wohl zu 99% aller Fälle die Bildhöhe beschnitten, um auf 2.35 : 1 zu kommen).

 

Für Maskierungsfragen aller Filmarten und Materialien empfehle ich eher die Arretierung von Maskenschiebern mit Mikromotoren, um jeden Film individuell zu behandeln, wobei natürlich ein Open-gate-Film, der in 35mm vollformatig aufgenommen wurde, aber nach dem Willen der Macher in 1,85 : 1 gezeigt werden sollte, in diesem Sinne behandelt werden sollte.

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Also ich muß sehr vielen Punkten hier widersprechen und weiß gar nicht, womit ich zuerst anfangen soll:

22 x 48,6 mm ist die Bildfenstermaske, deren gültige Normung aber, soweit ich mich erinnere, von R.M. Hayes in Widescreen Review bestritten wurde, weil keine SMPTE- oder ISO-Norm oder so ... Müßte man nochmal nachlesen.

Mir fiel damals positiv auf, daß er diese Norm per se einmal infrage stellte, und ich selbst zog es stets vor, alles zu zeigen, was aus dem 70mm-Bild (störungsfrei) vorliegt. Allerdings hat sich Hayes in vielen Punkten geirrt...

 

Wenn Hayes die gültige Normung des Projektionsfensters bestritten hat, hat er sich halt in einem weiteren Punkt geirrt.

Die von mir genannten Maße sind der SMPTE 152-1989.

Von diesem Standard gibt es sogar ein neue Revision 152-2003, deren Inhalt ich aber nicht kenne.

In früheren Angaben habe ich als Höheangabe 0.866" (22,0 mm) gefunden, möglicherweise ist sie später geringfügig auf 22,1 mm vergrößert worden.

 

Die Breite zwischen den inneren Magnetspuren ist auch genormt. Ich habe die deutsche DIN 15703 von 1981 gefunden, nach der dieser Abstand 49,25 mm beträgt.

 

Die Größe des Kamerafensters hatte ich angegeben, weil ein Überschreiten dieser Höhe 23 mm bei der Projektion in der Regel wenig Freude macht. Bei einem Bildstrich mit null Breite hätten wir als theoretische Höhe 23,75 mm.

Damit hätten wir die physischen Grenzen, die nicht überschreitbar sind.

 

Der Hinweis auf "2001" bezieht sich darauf, dass bei einem einem Projektionsfenster mit 22,2 bis 22,3 mm Höhe der Bildstrich 100% genau eingestellt werden muß. Selbst dann sind Artifakte in der Anfangssequenz kaum vermeidbar. Die Safe-Area des Films läßt also keine höhere Maske gegenüber dem Standard zu.

 

Natürlich ist das Standard-Projektionsfenster nicht alles. Aber es ist ein guter Startpunkt, wie das Format auf alle Fälle spielbar sein sollte.

Bei Abweichungen aufgrund anderer Produktionsbedingungen sind andere Masken erforderlich, wobei das als erste Maßnahme einen beliebig in Höhe und Breite justierbaren Kasch erfordert, der leider nicht überall vorhanden ist.

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Ich habe mal verschiedene 70 mm Filmbilder mit der Lupe angeschaut und festgestellt, daß Ben-Hur sowohl in der 59er und 68er Fassung schönen sauberen schwarzen Bildstrich hat, der in manchen Szenen aber auch vom Weiß überstrahlt wird. Bei Lawrence von Arabien sind nicht bei allen Szenen der Bildstrich schwarz mit weißem Rand von circa 1 mm.

Manche Bildstriche haben in der Mitte noch weisse Längsstreifen die schief laufen. Bei Salomon und die Königin von Saba ist der Bildstrich sehr dünn, dafür aber auch sehr ungenau, mit vielen Ausfranzungen. Bei einem 65 mm Positiv ohne Tonspuren habe ich das Bildfenster mit 52 x 23 mm Abgemessen. Hier ist der Bildstrich schwarz und abgerundet in den Ecken, zwischen dem Bildstrich noch eine weiße Linie usw. Aber was solls, die Masken im Projektor bilden sich ja bekanntlich auf der Bildwand nicht schaf ab, also war die Höhe samt dem Vorhangkasch eh beschnitten, während man in der Breite ja dank der Magnettonspuren eigentlich das Volle Bild mit sauberer Kante vorführen kann, demnach ist das schon wieder ein ganz anderes Seitenverhältnis als hier mit Din oder sonstige Normen abgehandelte Maße.

Obwohl es ja sicher für alles Normen gibt, auch für die Bespielung von 70 mm Magnetton (Bezugsfilme für die Tonstudios gab es damals auch schon) aber leider hat hier ja auch keiner diese benützt. Jede 70 mm Kopie war in Pegel und Entzerrung anders (außer wenn die vom gleichen Studio kam, die die Magnettonspuren bespielte). Bei Dolby Lichtton ist das ja bis heute noch genau so, die Pegel sind bei jedem Film anders.

Bei kaschierten 35 mm Breitwandfilme von 1:1,66 - 1:1,85 ist auch der Bildausschnitt (trotz Normen) jeweils nach oben oder unten verschoben.

(Ich nehme an, das wird gemacht, damit die Vorführer etwas zu tun haben)

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Oh Schreck, da ist sie wieder, die 2.05-Legende! :-)

 

Die wurde in der Tat vor Jahren von der erwähnten Zeitschrift aufgebracht, weil man feststellte, daß unter den Tonspuren noch Bild steckte. Skandal! Verschwörungstheorie! Dann begann man, alte Veröffentlichungen über die ersten Todd-AO-Installationen als Beleg heranzuziehen, wo oft von einem Aspect Ratio 1:2 die Rede ist. Ungefähr so glaubwürdig wie die Information, CinemaScope Magnetton (2.55) habe ein A/R von 1:2.66, das ist auch tausendmal falsch veröffentlich und abgeschrieben!

 

Maßgeblich ist

 

- die SMPTE-Norm, die Gunter bereits erwähnte;

- die Bildfenster, die von den Kameraherstellern/verleihern verwendet wurden (Panavision Inc. gibt auch 2,21 an, und ein Gutteil der echten 70mm-Produktionen ist mit ihrem Equipment gedreht;

 

Unmaßgeblich ist:

 

- "Realexistierende" falsche Kaschierung in welchem Kino auch immer, denn sonst müßte man aus der großen Zahl von Cinemurx- und anderen Kinos, in denen nur 1:2 bei Scope installiert ist, folgern daß CS nur 1:2 hat!

 

- Fast jede von der Norm abweichende Maßangabe in Carr/Hayes WIDE SCREEN MOVIES, wer aus diesem Schmöker zitiert, sollte sich bitte erst die Korrekturen/Fehlerliste ansehen, die Dan Sherlock dazu geschrieben hat, er geht auch auf das ominöse 2.05-Format ein.

 

http://www.film-tech.com/tips/wsmc.html

 

- Angaben, die durch "Ausmessen" einer Filmkopie entstehen. Das Bild muß sogar in der Höhe beschnitten werden, um die Breite der Naßklebestellen im Negativ zu verdecken; das war bei der hier im Forum besprochenen neuen 2001-Kopie überdeutlich zu sehen.

Die Bildstrichbreite auf der 70-mm-Kopie ist nicht maßgeblich, sie variiert sowieso, zum Beispiel bei optischer Umkopierung von Technirama oder 35mm-Scope auf 70mm.

 

Bitte vor weiteren Mutmaßungen die Widerlegung dieser Schnapsidee in der Zeitschrift WIDE GAUGE FILM & VIDEO nachlesen.

 

Oder hier gucken:

 

http://www.widescreenmuseum.com/widescreen/lbx.htm

 

rp91alignmentfilm.gif

 

Die äußere Begrenzung definiert das Kamera-Bildfenster mit abgerundeten Ecken, der innere gerasterte Bereich ist das empfohlene Projektor-Bildfenster.

 

Das "sichtbare Seitenverhältnis" (also die Bogensehnen-Länge einer gekrümmten Bildwand" im Vergleich zur Bogenlänge) ist zum Vergleich von Film-Bildformaten nicht sehr hilfreich, da nur ein einziges Format (Cinerama 3-strip) in der Projektion eine exakt definierte Krümmung benutzte (oh, und natürlich Omnimax...). Sonst vergleicht man nämlich Äpfel mit Birnen und stiftet mehr Verwirrung als nötig.

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Keine Sorge. Nach den ersten Behauptungen in WideScreen Heften, haben die jeweils nächsten Ausgaben vor Protestleserbriefen, welche die 2,05:1 als Format massiv angezweifelt haben nur so gewimmelt. Da wurde viele Seiten lang contra 2,05:1 geschrieben und die Berichteschreiber der 2,05:1 Artikel haben dann den 2,21:1 Vertretern als Antwort auf die Leserbriefe erneut heftigst widersprochen. War echt lustig. :)

 

mfG

Christian Mueller

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Tja, da möchte man mit einem gewissen Computer sagen: "Dave, das Gespräch dient keinem sinnvollen Zweck." :)

 

Zum Spaß aber nochmal die Daten aus dem "Jahrbuch des Kameramanns", Ausgabe 1985, Seite 127, Kapitel "Formeln, Zahlen, Tabellen":

Weitere Bildformate:

 

70mm Panavision

65mm normal (Kamera-Bildfenster 52,66x23,01mm)

70mm-Kopie (1:2,21)

 

Der Nächste bitte!

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Maßgeblich ist

- die SMPTE-Norm, die Gunter bereits erwähnte;

- die Bildfenster, die von den Kameraherstellern/verleihern verwendet wurden (Panavision Inc. gibt auch 2,21 an, und ein Gutteil der echten 70mm-Produktionen ist mit ihrem Equipment gedreht;

 

Unmaßgeblich ist: [...] Angaben, die durch "Ausmessen" einer Filmkopie entstehen. [...] Die Bildstrichbreite auf der 70-mm-Kopie ist nicht maßgeblich, sie variiert sowieso, zum Beispiel bei optischer Umkopierung von Technirama oder 35mm-Scope auf 70mm.

 

Bitte vor weiteren Mutmaßungen die Widerlegung dieser Schnapsidee in der Zeitschrift WIDE GAUGE FILM & VIDEO nachlesen.

 

Oder hier gucken:

 

http://www.widescreenmuseum.com/widescreen/lbx.htm

[...]

Das "sichtbare Seitenverhältnis" (also die Bogensehnen-Länge einer gekrümmten Bildwand" im Vergleich zur Bogenlänge) ist zum Vergleich von Film-Bildformaten nicht sehr hilfreich, da nur ein einziges Format (Cinerama 3-strip) in der Projektion eine exakt definierte Krümmung benutzte (oh, und natürlich Omnimax...). Sonst vergleicht man nämlich Äpfel mit Birnen und stiftet mehr Verwirrung als nötig.

 

Sei nur vorsichtig im Verkünden von ewigen Wahrheiten ... es könnte einmal dogmatisch werden.

 

Zunächst aber Zustimmung in einem Punkt, der von Dir und @Gunter als "maßgeblicher" wie Spekulationen in Erinnerung gerufen wird: die Normung dessen, was möglichst verallgemeinerbar an jedem Ort, zu jeder Zeit, wiederholbar und in gleichermaßen gültiger Treue zum Produktionswillen garantiert werden soll.

 

Die Diskutanten dieses Threads kennen aber die SMPTE-Norm zum 70mm-Film längst und bedürfen nicht dieser Beleherung, gleichermaßen kennen wir die minimal abweichenden DIN-Normen und die TGL-Blätter etc. pp.

 

Wir gehen also in eine Diskussion hinein, deren Ansatz Du möglicherweise noch nicht erkannt hast: die Überprüfung einer Norm, ihrer Sinnhaftigkeit um jeden Preis und ihrer Nützlichkeit in der jüngsten Praxis.

 

Es ist daher nicht "unmaßgeblich", wie Du schreibst, eine Ausmessung und Examination der jeweiligen Kopie vorzunehmen. Das mache ich aus gutem Grunde (und noch etwas länger und erfahrener auch @filmempire), um nämlich gewahr zu werden, welche Fertigungsprozesse vorliegen und worin Abweichungen von der Norm auftauchen, die einer gesonderten Betrachtung bedürfen, wollte man den jeweiligen Film zufriedenstellend abspielen. Die Bildstrichbreite ist dabei durchaus relevant, im übrigen auch ihre Geometrie, und eine gründliche Examination individuell jeder Kopie (ich empfehle Dir dies nochmals in bezug auf Eure "2001"-Leihkopie von anno 2001 mit Nachdruck) verrät Dir mehr über Sinnhaftigkeit oder Einhaltung von Normen als das "zwanghaft theoretische Überstülpen" einer Normmaske oder normgerechten Projektion im Planquadrat (ich provoziere hier etwas unverschämt!:) ), wenn auch das die Mängel nicht bessert, sondern noch letzlich noch offenbarer werden läßt, denn die Norm-Maske "paßt" manchmal (und immer öfter) nicht.

 

Die Bestimmung der Bildnormierung ist und bleibt doch ganz unbestritten notwendig und ist sicher gut durchdacht, gut gemeint und wird verbindlich empfohlen - aber wir haben es in der Praxis nicht selten mit anderen Parametern zu tun, die eine individuelle Überprüfung/Modifikation einer Norm nach sich ziehen können: nämlich mit altem, nicht maßhaltigem Filmmaterial auf (immer noch) überwiegend maßhaltigen Maschinen (Projektoren wie Kopiermaschinen)!

Daher möchte ich meine obige Note der mikromotorisch verstellbaren Bildfenstermaske wiederholen: so manche Museumsvorstellung wäre somit ohne Normmaske glücklicher verlaufen (explizit bei vielen Stummfilmen zu beobachten).

 

Das alles macht unwarscheinlich viel Mühe und erfordert aufmerksame Betreuung, die nur selten vorausgesetzt werden kann. Da wir aber alle aus distributiven Zwängen des Abspielwesens die industrialisierte "schematische" Arbeitsweise verinnerlicht haben, brauchen wir eben die ewige Gewißheit einer Normierung.

 

Konkret: Abweichend von der Normmaske interessieren mich Versionvorführungen a. nach Kundenbedarf, b. zu meiner eigenen Zufriedenheit, c. in Annäherung an größtmögliche Authentizität dessen, was man unter "Original" weitläufig diskutieren kann.

 

Wenn Du und @gunter die Nachteile der Artefaktbildungen/Bildstrich-Inhomogenitäten u.a. bei der jüngsten "2001"-Kopie als störend beschreiben, gleichzeitig aber argumentieren, die Breite des Bildstrichs sei nicht von Relevanz, möchte ich dem zumindest tlws. widersprechen. In diesem Thread wurde bereits u.a. der extrem dünne Bildstrich bei Technirama-70mm-Kopien beschrieben. Dies Kopien haben jedoch keine Bildstrich-"Artefakte" oder "Blitzer", auch nicht an Szenenübergängen, das Beispiel "2001" greift paradigmatisch nicht durch. Es ist daher reizvoll - einen im Bildstand "bombenfesten" Projektor wie DP 70 oder Bauer U 2 vorausgesetzt - auch einfach mal "fast" alles zeigen zu wollen, was auf dem Film drauf ist. (Das machen mitunter "normwidrig" auch einige TV- oder DVD-Transfers, die gelegentlich oder "zufällig" sogar mehr vom Original freilegen, als man je zuvor gesehen hat).

 

Dein Verweis auf die Website www.widescreenmuseum.com empfinde ich etwas einsilbig, da sich der dortige Autor zwar über die "Idioten" unter den Verantwortlichen einiger DVD-Transfers ereifert, ohne aber die dahinterstehenden komplexen Vorgänge aufzudecken, die er nicht kennen kann, da kein Kameramechaniker/Kopierwerkstechniker/Ingenieur. Dort wird übrigens pauschal von beschnittenen Reduktionskopien von 65mm-Breitfilm oder 35mm-Horizontal-Verfahren auf vertikales 35mm Scope ausgegangen, was mehrheitlich zwar stimmt, aber den Eindruck einer gängigen, vorschriftsgemäßen und unverrückbaren Tatsache erweckt. Das bedürfte aber erst der Überprüfung etlicher Dutzender Large-Format-Titel im A/B-Vergleich, und es würde erkennbar, daß dies nicht immer der Fall war oder der Fall zu sein braucht. Der Vorgang der Reduktionskopierung von Large-Format-Negativen wurde (leider, vielleicht auch unter Mißachtung der Norm!) in den verschiedenen Kopierwerken oft verschieden gehandhabt, aufgrund individueller Einstellungsvorgänge der optischen Printer (die Oxberry etwa ist sehr kompliziert in ihrer optischen Justage). Dabei war es damals und wäre es auch heute noch möglich, auf einer 35mm-Scope-Kopie "mehr" vom Seitenverhältnis des Large-Format-Originalnegativs unterzubringen, als auf einer 70mm-Magnettonkopie. Das wird leider in der von Dir empfohlenen Seite des Widescreen-Museums wieder außer acht gelassen. Ebenso wäre die von @christian mueller erwähnte interessante Option zu untersuchen, auf einer DTS-70mm-Kopie "mehr" Seitenverhältnis und Fächeninhalt unterzubringen, als auf den 70mm-Magnettonkopien, wenngleich sich hierdurch ein leichter azentrischer Bildversatz ergibt. Ob für ein solches Format bereits eine SMPTE-Empfehlung existiert, weiß ich nicht, habe diese CDs leider nicht vorzuliegen), jedoch würde die alte Todd-AO-Maske für die beschriebene Option ungeeignet sein.

 

Im Falle von "2001" komme ich somit nochmals auf die Notwendigkeit von Versionvorführungen zurück: a. könnte die Bildmaske sogar bei ca. 21 mm in der Höhe begrenzt werden, wenn die Bildstrichsymptome zu sehr stören sollten, b. aber könnte mit ca. 22.75 mm Maskenhöhe zumindest testweise einmal ein Versuch unternommen werden, wobei ich ich einige Bildstrichblitzer in Kauf nehmen würde. Es sei hierbei erinnert, daß auch eine 35mm-Scope-Maske mit traditioneller Höhe von 18.2 mm allgemein Bildstrichblitzer nie verhindern konnte, sodaß hier eine Modifikation in der Kopierung auf 2.39 : 1 eingeführt wurde.

 

Auf einem mir vorliegenden Filmstück der neuen "2001"-70mm-Kopien sehe ich erstmals nur einen extrem dünnen Bildstrich, über den ich aber ohne Einsicht in die gesamte Kopie nicht mutmaßen möchte. Generell sollte man bei diesen Umkopierungen bitte davon ausgehen, daß man keine exakte Nachbildung des Originals vor sich hat, wie Du selbst kürzlich ausführtest, somit ist auch Deine Schlußfolgerung für die Verwendung der richtigen (SMPTE-)Projektionsmaske gerade anhand dieses Films ein Widerspruch per se.

 

Ich stelle Eure These vom Kopf auf die Füße und behaupte, daß in anbetracht der hier aufgezählten nicht normgerechten Kopierungen (oder nicht-"fachgerechten" Umkopierungen im Rahmen von Restaurationsarbeiten: bspw. Kopierung des geschrumpften "Lawrence"-65mm-Original-Negativs auf einem Durchlaufprinter von Bell & Howell Modell C anno 1988!) "gegenläufige" Maßnahmen in der Projektion erforderlich werden in bewußter Abweichung von der Norm: Änderung der Ausleuchtung, der Maskierung, ja - es klingt gewagt-, evtl. sogar der Tonübertragung nach sich zieht (extrem verhallter Neuabmischungen oder auf die Mitte gelegter Sprachmodulationen, die zuvor direktional waren, etwa mittels Aufspielung eines Pilottonsignals und dialogspezifischer Ansteuerung der Lautsprecher).

 

Die Brechung der längst gebrochenen Norm ist also (anscheinend) der behelfsmäißige Zugang zur simulativen Imitation dessen, was noch als Original verstanden wird, sofern es einer beurteilen kann.

Die Debatte zöge sich ewig weiter: über spezielle Zahnkränze an Projektoren/Kopiermaschinen, verschmälerte Magnetköpfe usw. usf.; vieles unabdingbar, sofern man es mit einem im Moment als Unikat fungierenden Material zu tun hat, das einer gesonderten Behandlung bedarf, um zu einer sinnvoll begründeten Aufführung zu gelangen.

 

Das "sichtbare Seitenverhältnis" ist m.E. äußerst relevant, wiewohl Du es für unerheblich hältst, da angeblich nur das Cinerama-Format Verhältnisse der Bogensehne zur Bogenlänge determiniert hätte. Es dürfte Dir aus den Philips- und Bauer-Postillen und einschlägigen US-Magazinen bekannt sein, daß bei Errichtung der Todd-AO-Filme Parabelberechnungen in Anwendung kamen. Rudimentär finden wir dies nochmals in Dimension-150-Kinos wieder. Hierbei ist historisch außerordentlich interessant und bedeutsam, wie hier das Seitenverhältnis "gerundet" werden mußt und welche Objektive der Verzeichnung Vorschub leisteten, und welche ihr angeblich entgegenwirkten. In diesem Kontext ist auch der zeitgenössische Verweis von @filmempire sehr nützlich und interessant, währenddessen Dein Insistieren auf der SMPTE-Maske kalt-theoretisch bleibt und dem Geist der Geschichte und praktischen Erfahrung widerspricht. Hier verstand ich Dich vor Jahren schon nicht, warum auf einem Programmheft eines 70mm-Festivals unbedingt eine Abbildung der DIN-Norm-Skizze schematisch als Themenaufhänger einer Breitfilmretrospektive herhalten sollte, da dies kein Mensch mit seinen persönlichen Film- und Kinoerfahrungen ineinszubringen weiß. Ja, man könnte es etwas streitlustig zuspitzen: die Entsprechung von propagierter Normaske via Programmheft und die Replik auf einer flachen, verzeichnungsfreien Bildwand der von Dir präferietten Museumspielstätte steht leider konträr zur Intention des Todd-AO-Verfahren, des "Cinerama from out one Hole" auf einer tief durchgekrümmten Bildwand.

 

Fazit: Du theoretisierst mir zu stark, und die Doktrin einer ewigen Norm widerspricht dem Gesetz des Lebens. :wink:

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Bei kaschierten 35 mm Breitwandfilme von 1:1,66 - 1:1,85 ist auch der Bildausschnitt (trotz Normen) jeweils nach oben oder unten verschoben.

 

Hallo,

 

wenn ich mich recht entsinne, gibt es eine alte und eine neue 1:1,85 Norm.

 

Eine mit geköpften 1:1,37 Darstellern, eine ohne.

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Hallo cinerama,

 

Du wirst es mir nicht verübeln, wenn ich nur vergleichsweise :wink: kurz darauf antworte:

 

1. Normen sind ein Hilfsmittel, kein Selbstzweck. Die "2.05-Diskussion" ist leider ein klassisches Beispiel für Theorien, die aus mangelnder Vertrautheit mit historischen Prozessen entwickelt werden. Damit meine ich natürlich NICHT christian müller, dessen Frage selbstredend vernünftig und gut ist, sondern die Schlauköpfe, die sich seinerzeit zurechtlegten, es sei ein bösartiger Akt, Teile des 70-mm-Bildes unter garstigen Magnetpisten zu verstecken, und jetzt könne man das richtigstellen. Das berühmt-berüchtigte Carr/Hayes-Buch (über dessen Sinn&Zweck&Verdienste ich NICHT diskutieren werde) kann mit den von Dan Sherlock angebrachten Korrekturen durchaus als Quelle benutzt werden, aber ohne diese ist es ein Quell der Verwirrung.

 

2. Die Norm eines Verfahrens kann als Anhaltspunkt dienen, bei der Präsentation historischer Filme sollte man natürlich trotzdem prüfen, ob es vielleicht eine Abweichung von der Norm gab. Bereits bei der Entscheidung, ob und wie ein bestimmter Film auf Breitwand gespielt werden sollte, beginnt das Nachdenken und die Abwägung.

Nehmen wir doch mal aus aktuellem Anlaß Kubricks THE KILLING: Hat Vollbild, ist aber m.E. für Breitprojektion kadriert. Das ist aber nur eine subjektive Ansicht - wer fällt das "definitive" Urteil ?

Daß Regisseure oft gar nicht wissen, in welchem Format ihr Film entsteht, wissen wir ja, aber auch Kameraleute sind sich nach ein poaar jahren oft unsicher, wie's denn ursprünglich gedacht war - man kann manchmal nur abwägen und testen, wenn's denn Zeit und Technik gestatten.

 

 

3. Da Du die 70-mm-Vorführung von "2001" angesprochen hast, möchte ich die Notwendigkeit von Tests nur unterstreichen: Bei korrekt "gemitteltem" Bildstrich hätte die blamable Schlamperei in der Totalen mit dem springenden Leoparden für große Heiterkeit im Publikum gesorgt - denn oberhalb der afrikanischen Landschaft sieht man deutlich den Rand der frontprojektions-Leinwand und die tragende Holzkonstruktion. Sicher, in 9 von 10 Kinos wäre das ohnehin wegkaschiert worden, aber was, wenn der Vorführer mal den Bildstrich minimal anders eingestellt hatte?

Übrigens gab es im 1. Akt des Films auch eine gewaltige unscharfe schwarzgelbliche Vignettierung am linken Bildrand, die ich noch nie gesehen hatte - aber über diese sogenannte Neukopierung hatten wir's ja schon mal. Die ist indiskutabel und einfach großer Mist, für jeden, der den Film richtig kennt, ist das eher eine Ludovico-Fassung à la CLOCKWORK ORANGE. :lol:

 

4. Mein Hinweis auf die unterschiedliche Bildstrichbreite war anders gemeint, nämlich dahingehend, daß ein "Ausmessen" der Kopie bei den extrem dünnen oder "unsichtbaren" Bildstrichen etwa von Technirama-70 ja bereits eine Veränderung des Seitenverhältnisses ergibt, also nicht geeignet ist, um das intendierte Seitenverhältnis zu ermitteln.

 

Abgesehen davon, daß ich schon filmbegeisterte Menschen mit Plastik-Bürolinealen an Kopien herumbasteln sah, um zwischen 1.85 und 1.75-Breitformat (Disney) zu unterscheiden, entstehen dann solche Schwachsinns-Theorien wie bei Carr/Hayes die Idee, daß bei MCS-70 die Kamerafenster-Bildecken abgerundet seien, um "Patente von Todd-AO zu umgehen".

 

Hier verstand ich Dich vor Jahren schon nicht, warum auf einem Progrmamheft eines 70mm-Festivals unbedingt eine Abbildung der DIN-Norm-Skizze schematisch als Themenaufhänger einer Breitfilmretrospektive herhalten sollte, da dies kein Mensch mit seinen persönlichen Film- und Kinoerfahrungen ineinszubringen weiß. Ja, man könnte es etwas steitlustig zuspitzen: die Entsprechung von propagierter Normaske via Programmhefst und die Replik auf einer flachen, verzeichnungsfreien Bildwand der von Dir präferietten Museumspielstätte steht leider konträr zur Intention des Todd-AO-Verfahren, des "Cinerama from out one Hole" auf einer tief durchgekrümmten Bildwand.

 

Erstens ist die erwähnte Spielstätte ganz sicher nicht meine Vorstellung von optimaler 70-mm-Präsentation, sie war aber einige Zeit die einzige in dieser Stadt (nach Schließung des ROYAL und Umbau der EUROPA-Technik, über die Anlage im TURM-PALAST weiß ich nicht Bescheid). Jetzt steht ja dank preston sturges' Bemühungen wieder eine alternative Spielstätte mit angemessen großem Bild und überlängentauglichen Sitzen zur Verfügung, und das ist auch gut so.

 

Zweitens weiß ich nicht, was ich mit einem vor fast 20 Jahren erschienen Monatsprogramm des Kommunalen Kinos zu tun hätte. Ich nehme Deine Kritik aber zum Anlaß, Dich an das von mir erstellte und Dir bekannte Programmheft zur späteren 70-mm-Reihe zu erinnern, das mit einem populären Filmmotiv, Deiner Lieblings-Todd-AO-Promotion und sogar einem Filmclip für jeden Besucher aufgemacht war - ganz sicher nichts "technisch-kaltes" für Technikfreaks!

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Ebenso wäre die von @christian mueller erwähnte interessante Option zu untersuchen, auf einer DTS-70mm-Kopie "mehr" Seitenverhältnis und Fächeninhalt unterzubringen, als auf den 70mm-Magnettonkopien, wenngleich sich hierdurch ein leichter azentrischer Bildversatz ergibt. Ob für ein solches Format bereits eine SMPTE-Empfehlung existiert, weiß ich nicht, habe diese CDs leider nicht vorzuliegen), jedoch würde die alte Todd-AO-Maske für die beschriebene Option ungeeignet sein.

 

Sowas muß es doch schon lange geben.

 

Habe aber leider kein Original dts-70mm Filmbild gefunden,

 

037c1ff542dfdaefc2de391611e5c984.jpg

 

bei dem man den Abstand zur Perfo genau sehen kann. Jedenfalls fehlt hier der dts-Timecode und das Filmbild kann somit wohl kaum autentisch sein...

 

Hier das übliche

 

http://photoalbum.powershot.de/fotos/78...b45398.jpg

 

wo man den seitlichen Rand auch nicht wiklich gut erkennen kann.

 

Dieses hier

 

d92f57507868ac3e2d96a954bd06c451.jpg

 

sieht schon wesentlich echter aus und man sieht, daß es von ganz links nach ganz rechts belichtet ist. Jedoch kann ich den Inhalt nicht nennen. Auch ist die Abbildung ein wenig klein und einen Timecode kann ich auch nicht erkennen. Wenn der blaue Streifen eine CDS Tonspur sein soll, wundere ich mich nur, daß folgendes Bild die Tonspur wie auch bei den Abbildungen auf den CDS Seiten _innerhalb_ der Perfo hat.

 

http://photoalbum.powershot.de/fotos/80...7b799a.jpg

 

Hat man bei CDS-70mm eigentlich mit der Todd-AO Maske projeziert? Die digitale Lichttonspur war links innerhalb der Perfo. Die Breite schätze ich etwa auf dasselbe Maß der 3. Magnetspur. Rechts hatte man aber den gesamten Platz bis zur Perfo für das Bild zur Verfügung wie auch auf dieser Zeichnung ersichtlich ist.

 

http://members.aol.com/cds3570/cdsadlg.jpg

 

Ob das Bild aber wirklich bis ganz nach rechts benutzt wurde kann ich nicht sagen.

 

mfG

Christian Mueller

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Besten Dank für den Nachtrag: muß gleich meinen nächtlichen Ausrutscher korrigieren: natürlich erfährt das Bild auf einer DTS-70mm-Kopie KEINEN azentrischen Versatz, sondern, wie anhand Deiner Clips sichtbar ist, nur bei CDS (ein Glück, daß es das Forum gibt, und interessant die "Apocalypse Now"-Szene, offenbar nur als kurzes Demo-Stück - wie bei "2001" - auf CDS 70mm kopiert?). Die Frage, ob bei CDS 70mm die alte genormte Todd-AO-Maske in Anwendung käme, würde ich eher verneinen, sieht man sich die Breite der Tonspur an. Könnte man auch mal bei Kinepolis in Brüssel anfragen, die kurz CDS 70mm 1993 zeigten (oder ein Datenblatt für CDS heraussuchen).

 

Deine beiden ersten Clips sind jedoch m.E. konventionelle Arbeitskopien (z.B. zur Lichtbestimmung), wobei im Falle der beiden ersten "Star Wars"- und "Star Trek"-Filme diese in Clips zerschnitten und für den Consumer-Markt verkauft wurden und deshalb keine Magnettonspur enthalten. Der zweite Clip könnte evtl. aus dem "CineSpace 70"-Film (1986) sein (oder irre ich mich in der Szene?), der noch Magnetton hatte.

Ähnliche Verkaufsclips gab es auch bei "Titanic", der jedoch bereits auf 70mm m.E. nur in DTS herauskam, allerdings offenbar anhand des Verkaufsclips, den ich hier poste, seitliche Kaschlinien hat, um auf 2.2 : 1 zu kommen. Würde mich interessieren, ob der Bildausschnitt evtl. aber in der Höhe mehr Inhalt hat als vergleichbare 35mm-Scope-Kopien, falls dies jemand gerne mal (anhand einer Filmkopie) vergleichen möchte?

 

Titanic__i-1.JPG

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@cinerama

>>Im Falle von "2001" komme ich somit nochmals auf die Notwendigkeit von Versionvorführungen zurück: a. könnte die Bildmaske sogar bei ca. 21 mm in der Höhe begrenzt werden, wenn die Bildstrichsymptome zu sehr stören sollten, b. aber könnte mit ca. 22.75 mm Maskenhöhe zumindest testweise einmal ein Versuch unternommen werden, wobei ich ich einige Bildstrichblitzer in Kauf nehmen würde. Es sei hierbei erinnert, daß auch eine 35mm-Scope-Maske mit traditioneller Höhe von 18.2 mm allgemein Bildstrichblitzer nie verhindern konnte, sodaß hier eine Modifikation in der Kopierung auf 2.39 : 1 eingeführt wurde.<<

 

endlich einmal eine diskussion mit praktischem nutzen, da wir ja alle in kürze mit den dreharbeiten zu 65mm produktionen beginnen werden und es sich natürlich die frage stellt, welche kameramasken die jungs bei ARRI oder PANAVISION einpacken müssen.

 

Nur stellt sich mir die frage, was denn die erwähnten "Bildstrichblitzer" sind. Habe mehrmals den bildstrich ins bild gedreht, aber da blitzt nie was ...

 

@christian mueller

das erwähnte dts-logo ist in der 70mm version komplett bis zu der perforation ausbelichtet, kein steg rechts oder links.

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@christian mueller

das erwähnte dts-logo ist in der 70mm version komplett bis zu der perforation ausbelichtet, kein steg rechts oder links.

 

Wäre nur interessant, ob es auch jemals so vorgeführt wurde. Der 70mm-Titanic Streifen von Cinerama zeigt, daß man bei 70mm Prints offenbar weiterhin Todd-AO als Maßstab nahm und nimmt. Oder gab es auch dts-70mm Prints mit vollständig bis an die Perfos ausgeleuchtetem Bildanteil?

 

Kann mal einer ein original 70mm Filmbild der Star Wars Special Edition posten?

 

mfG

Christian Mueller

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@cinerama

>>Im Falle von "2001" komme ich somit nochmals auf die Notwendigkeit von Versionvorführungen zurück. [...] Es sei hierbei erinnert, daß auch eine 35mm-Scope-Maske mit traditioneller Höhe von 18.2 mm allgemein Bildstrichblitzer nie verhindern konnte, sodaß hier eine Modifikation in der Kopierung auf 2.39 : 1 eingeführt wurde.<<

 

endlich einmal eine diskussion mit praktischem nutzen, da wir ja alle in kürze mit den dreharbeiten zu 65mm produktionen beginnen werden und es sich natürlich die frage stellt, welche kameramasken die jungs bei ARRI oder PANAVISION einpacken müssen.

 

Nur stellt sich mir die frage, was denn die erwähnten "Bildstrichblitzer" sind. Habe mehrmals den bildstrich ins bild gedreht, aber da blitzt nie was ...

 

Also, ganz kann ich nicht folgen, da mir unklar ist, ob es sich um Ironie oder Zustimmung handelt? In jedem Falle beziehe ich mich konkret auf die Praxis und wies auf die Abweichung von der Theorie hin: ich denke, daß dies in Bezug auf zumeist ja schon älteres 70mm-Material auch keiner hier im Forum besser erfassen könnte.

 

Daß die SMPTE-Norm ihre Gültigkeit beibehält, ist ja immer wieder unterstrichen und befürwortet worden. Für die Produktion würde die Berücksichtigung in der Sucher-Markierung, sie wurde von @TK Chris nochmals in Erinnerung gerufen, auch weiterhin Sinn machen, solange auf Anforderung nachwievor das Ziehen einer Magnettonfassung auf 70mm möglich ist.

Und andersherum geht @christian mueller in die richtige Richtung, auf das Mehrwertpotential des Bildes einer DTS-Kopie hinzuweisen. Wer also demnächst einmal wieder eine DTS-Kopie ziehen sollte, kann sich, wenn sich dies auch bildkompositorisch empfiehlt, durchaus Gedanken darüber machen, evtl.vollformatig zu kopieren. Dies wäre eine schöne Sache, u.U. auch für einige Reprisen zu empfehlen. Die Geschichte des Films ist voll von Abweichungen von der Norm, auch und gerade in Umbruchszeiten, in denen keine Norm existierte (10er und tlws. 20er Jahre). Das macht das Filmemachen interessant und wertvoll.

 

In bezug auf meine Äußerung der Bildstrichblitzer bezog ich mich ganz allgemein auf 35mm-Scope-Kopien, jedoch nicht dezidiert auf "2001", um dies nachzutragen. Ob aber Blitzer bei der 70mm-"2001"-Vorführung, die gunter und @magentacine miterlebten, das Problem darstellten, und der auch Du beiwohntest, hätte mich schon interessiert. Ich sah diese Version zuletzt im Februar 2001.

 

@christian mueller: einen 70mm-Clip der "Star-Wars"-Special Edition hätte ich auch zu gerne. Nächstliegend könnte ich nur mal demnächst in Oslo anfragen, da er dort - m.E. exklusiv in Europa - im Spektrum für ein oder zwei Vorführungen gelaufen war. Und wohl auch in New York, soweit ich mich erinnere. Hier hätte das Vollformat sicher Sinn gemacht.

 

Ansonsten würde ich aber eine Bildbeschneidung in Kauf nehmen, da ich nachwievor die Magnettonspur gegenüber DTS bevorzuge. Das widerspricht allerdings meinen obigen Ausführungen diametral... :rotate:

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@christian mueller

>>Wäre nur interessant, ob es auch jemals so vorgeführt wurde. Der 70mm-Titanic Streifen von Cinerama zeigt, daß man bei 70mm Prints offenbar weiterhin Todd-AO als Maßstab nahm und nimmt. Oder gab es auch dts-70mm Prints mit vollständig bis an die Perfos ausgeleuchtetem Bildanteil<<

 

sicher nicht ... der einzige film mit 70mm dts-prints in grösserer auswertung war hitchcocks VERTIGO und der, da VistaVison, hatte aber rechts und links luft (oder schwarze balken), da man in der höhe volle ausnutzung kopierte, im gegensatz zu der VistaVision auf 70mm umkopierung von DIE 10 GEBOTE, die exakt bis an die Magnettonspuren umkopiert wurde und deshalb in der höhe beschnitten wurde.

 

 

@cinerama

wenn mit "bildstrichblitzer" die negativklebestellen gemeint sind, die, wie im filmmuseum frankfurt, wo mit äusserst exakt abgestimmten masken und objektiven, die nichts verschlucken, 70mm vorgeführt wird, hin und wieder sichtbar sind, dann kann ich bestätigen, dass bei der im DFM vorgeführten 70mm kopie von 2001 gelegentlich etwas "geblitzt" hat. Diese "Blitzer" sind nicht in der 2001 70mm Erstaufführungskopie vorhanden. Aber was sagt uns das?

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Es könnte uns z. B. sagen, daß die 1968er Kopien von 2001 auf einer Kontakt-Schrittkopiermaschine hergestellt wurden, die über eine Bildfenstermaske verfügt und so die Naßklebestellen abdeckt, während Interpositiv/Internegativ der neuen Kopien per Durchlauf/Kontakt kopioert wurden, wobei die Klebestellen so abgebildet werden, wie sie im Negativ vorhanden sind.

 

Sollte das so gewesen sein, dann müßten die alten Kopien einen etwas dickeren Bildstrich besitzen als die neuen. Das kann ja verglichen werden...

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Ansonsten würde ich aber eine Bildbeschneidung in Kauf nehmen, da ich nachwievor die Magnettonspur gegenüber DTS bevorzuge. Das widerspricht allerdings meinen obigen Ausführungen diametral... :rotate:

 

Dann hätte ich einen anderen Vorschlag. Wie wärs mit:

 

Spur 1 für links;

Spur 2 dts Timecode;

Spur 5 Center;

Spur 6 für rechts?

 

Dann könnte man die drei Frontkanäle wahlweise entweder digital oder analog spielen und die Surrounds sowie ggf. den Wooferkanal von der dts Tonspur nehmen (vorzugsweise 24Bit/96KHz) sowie das Filmbild über die ganze Breite des Streifens nutzen. Eventuell könnte man sogar zusätzliche Surrounds auf das neue dts System aufspielen die einer Magnettonfassung nachempfunden sind.

 

Naa, wär das nix? :lol:

 

mfG

Christian Mueller

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