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Claudia Rohde

Wochenschau im Nachlass gefunden

9 posts in this topic

Hallo! Ich habe eine 35mm Filmrolle mit einer Wochenschau vom Februar 1945 in einem Nachlass entdeckt. Ich recherchiere jetzt schon fast eine Woche und bin immer mehr der Ansicht, dass es sich nicht um ein Original (Nitrofilm)handelt. Grund der Annahme ist, der Film scheint mir zu gut erhalten. Er befindet sich in einer schwarzen Pappschachtel ,in einer eher neueren 3M(!?)Blechdose. Und was mich stutzig macht, ist, dass er auf einer Kunststoffnarbe aufgerollt ist, die quittengelb ist. Und ich glaube sowas gab es 1945 nicht. Im Netz finde ich nur Bilder, auf denen diese Narben  farblich mit Hornhaut-Umbra zu bezeichnen wären. Wie sind Kopien erkennbar? Die Filmrolle riecht wie ein Briefmarkenalbum.

Sie stammt ursprünglich von meinem Großvater. Er war Filmvorführer. Meine Mutter hatte 1995 Kontakt mit dem Bundesfilmarchiv in Berlin, um zu erfahren, um welche Wochenschau es sich handelt. Kann es sein, dass der Film da schon getauscht wurde? Ich würde gerne jeden unnötigen Aufwand vermeiden. Der Tipp, den ich auf der www.klauskramer.de Seite bekam, mich bei der Feuerwehr zu erkunden, war nicht sonderlich hilfreich. Es wäre vielleicht mal nützlich, wenn jemand erklären könnte, was man machen müsste, sollte man  doch im Besitz eines Nitrofilms sein. Wie kann der z.B. transportiert werden. Ich würde den Film gerne in sichere Hände geben.

Danke  im Voraus für eure Antworten. MfG Claudia

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2cm Stückchen vom Anfang oder Ende anzünden kann schon Erkenntnis bringen. Der Rest der Rolle sollte zu diesem Zeitpunkt freilich wieder in der Dose und ein paar Meter weit weg sein. Kann natürlich sein, dass das Ding schonmal umkopiert wurde. Natürlich kann man auch jetzt mal wieder mit dem Bundesfilmarchiv diesbezüglich telefonieren. Inwiefern war das mit der Feuerwehr nicht hilfreich.

 

Foto der Rolle?

 

 

- Carsten

Edited by carstenk (see edit history)

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Hallo Carsten!

Eine Brandprobe haben wir schon gemacht! Das war unspektakulär.

In Berlin habe ich gerade angerufen. Dort vermutet man auch schon eine Kopie. Ich gehe aber noch auf Nummer Sicher.

Ich werde denen noch eine Mail schicken mit Bildern.

Hier konnte ich leider keine einfügen. Das klappt hier bei  mir nicht.

Ich versuche noch, ob ich irgendwelche auffälligen Kerbungen entdecken kann, oder Randbeschriftungen.

Bisher haben wir uns noch nicht getraut, damit viel rum zu hantieren und lagern ihn kühl.

Vielen Dank für deine Antwort!

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Schnippel mal so 5cm ab und leg das Stück mal über Nacht in Wasser. Am nächsten Tag solltest du die Schicht abschmieren können und der Streifen wird fast voll transparent. Dann gut trocknen lassen und nochmal anzünden. Die Gase nach Möglichkeit nicht einatmen 😉

Brennt nicht alles gleich gut, aber eigentlich erkennt man es sofort. Ich bin überhaupt kein Spezialist dafür, aber verbrenne bei Führungen zu Demonstrationszwecken schonmal Nitrofilm in kleinen Stücken und habe dabei mit 2-3 verschiedenen Typen zu tun gehabt. Die waren jedenfalls über die Brandprobe sehr eindeutig zu identifizieren. Es kann aber eben hilfreich sein, die Photo-/Gelatineschicht wie beschrieben zu entfernen.

 

Die äußeren Umstände würde ich mal als irrelevant abtun - auch wenn es Nitro ist, kann er mal im Laufe der Zeit auf einen Kunststoffkern gewickelt oder in eine neuere Dose gepackt worden sein.

 

- Carsten

 

Edited by carstenk (see edit history)

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Gibt es irgendwelche schwarze Randmarkierungen, wie ein regelmäßig auftauchendes "S" oder den Schriftzug "Nonflam"?

 

Dann ists gefahrloser Sicherheitsfilm.

 

Bei keinerlei schwarzen Randmarkierungen würde ich von Nitro ausgehen.

 

Beim Anzünden dran denken, daß Start und Endband schon getauscht sein können. Also achten, daß möglicht dort keine Klebestellen auftauchen.

 

LG Martin

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vor 15 Minuten schrieb Martin:

Beim Anzünden dran denken, daß Start und Endband schon getauscht sein können. Also achten, daß möglicht dort keine Klebestellen auftauchen.

 

Guter Tip! Also mal ein paar Meter abspulen und schauen, ob's irgendwo geklebt ist oder sich das Material unterwegs verändert.

 

- Carsten

Edited by carstenk (see edit history)

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Danke euch für die Antworten!

Wieder Erfahrung gewonnen!

Mal abgesehen davon, dass ich es nicht für gut befinde, ganze Filmrollen abzufackeln, ist die Erkenntnis, dass der Film nach dem Brand immer noch als Film zuerkennen ist, schon mal nützlich. Auch der Teststreifen hinterlässt noch deutlich Material.

Das war bei meinem Test mit 1 cm nicht der Fall. Aber ich werde trotzdem noch nach allen möglichen Zeichen suchen, um sicher zu sein.

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Ein Original hast du nicht, das wäre ein Kameranegativ.

Nitrofilm erkennt man an

  • Geruch; Briefmarkenalbum deutet auf nichts hin, weil Briefmarkenalben nach nichts duften. Sonst bitte genauere Umschreibung des Eindrucks. Nitro riecht erstickend, staubig. Sicherheitsfilm hat eher die säuerliche Essignote. Andere Düfte gehen auf Stabilisierungsbäder zurück, meist Formaldehyd.
  • Griff; Nitrofilm geht Richtung Horn, Haar, Sicherheitsacetat ist glatter.
  • Einkopierungen; schwarze S auf Blank, wie von Martin gesagt für Sicherheitsfilm. Blank auf Schwarz ist kopiert.
  • Kurze Striche auf Perforationssteg oder am Rand, quer zu diesem (parallel zum Bildstrich), schwarz auf Blank.

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Grundsätzlich ist es auf jeden Fall möglich, dass das Material Sicherheitsfilm ist. Späte Kriegswochenschauen , die für den mobilen Einsatz in Feldkinos gedacht waren, sind schon früh auf Sicherheitsfilm kopiert worden. Dieser wurde dann aber auch entsprechend gekennzeichnet. Diese Kennzeichnung wurde weiter oben schon beschrieben. Filmkern, Start- und Endbänder, sowie Filmdosen sind idR nicht mehr original. Im Kinoalltag hat man verwendet was gerade auf dem Tisch lag. 

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