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Kinotonologie: Entwicklung und technische Details FP20, FP30, Teller, Matrix...


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Geschrieben

Jepp, alles Netz, und das änderte die Kinoton dann zu Recht. Die Steckverbindung der Einsteckeinheit hat sich nicht geändert die ganze Zeit, und die ist halt nicht berührungssicher. Soweit ich mich erinnere, fehlte den Burths dann die Zeit für die Weiterenrwicklung des Endlostellers. Die Burths waren auch nicht die einzigen, die versuchten, eine No-Rewind Filmanlage zu bauen. Jedoch die ersten, bei denen das zu 100% klappte. Axel Burth erzähte mir mal von einem Besuch bei einem anderen Entwickler, man saß im Zuschauerraum, schaute Film, dann mittendrin weiße Leinwand. Also alle in den BWR, Teller leer, wo ist der Film hin. Der lag dann in der Ecke, zersplittert in lauter kurze Stücke.

Die einfache Idee, die Differenz in der Wickelgröße von abwickelndem Teller und aufwickelnden Teller durch bewegliche Schlaufen zu kompensieren, das hat nicht funktioniert. DIe Burths hatten als Ziel, das es völlig egal ist, wie groß die Unterschiede sind. Deshalb sind die Teller auch komplett unabhängig voneinander geregelt. Bis auf den Endschalter. Meine reinen Abspielteller fürs OA-Kino hatten eine Kopplung, der Aufwickelsteuertrafo bediente mit seiner Spannung auch den Abwickelteller. Es reichen +/-6V für einen einwandfreien Betrieb, wenn das jemand mal nachbauen will.

Jens

Geschrieben (bearbeitet)

m.W. wurde die FP20 in den 50ern entwickelt, die ersten Maschinen gabs m.W. erst in den frühen 60ern. Ich vermute, das meinte Chris.

 

Gerne Bilder des alten Getriebes, wenn verfügbar, und der Bericht zur Buchse interessiert mich (und denke ich viele andere) auch.

 

Sondor: die Maschine im Video ist sicher, wie Chris schon schrieb, späte 90er, wegen der Taster und dem LCD. Die Maschine im Bild-Link drüber könnte auch etwas älter zu sein - aber m.E. aber nicht aus den 70ern, sondern irgendwann danach.

 

Jens, habe ich das richtig verstanden, Abwickelteller dann mit stillgelegter Einsteckeinheit, d.h. die laufen immer exakt synchron? Oder meinst Du nur die Mitnutzung des Aufwickel-Stellmotors (am Steuerarm) für den Abwickelteller? (Hoffentlich ist dann der Schlupf der beiden Gummireibräder identisch...)

Bearbeitet von dbx1000 (Änderungen anzeigen)
Geschrieben
vor 1 Stunde schrieb Dent-Jo:

Interessant.  Gibt es Fotos von der fp20 aus den 50ern??

 

Ich habe eine FP aus einem Kino meiner Jugend mitgenommen, als wir modernisiert haben, Serie Nummer EL 4... (FP 20) 20 001. Eingebaut um 1960, Hamburg, Philips Hauptstadt.

  • Thumsbup 1
Geschrieben (bearbeitet)
vor 7 Stunden schrieb Dent-Jo:

Interessant.  Gibt es Fotos von der fp20 aus den 50ern??

 

Ich hab ein paar Philips Kinotechnische Nachrichten, da wird die fp20 vorgestellt als "die modernste Entwicklung im Projektorenbau" Hauptsächlich gehts da um die SPP Lampe, die mit der FP20 vorgestellt wurde (die FP20 war ursprünglich eine reine Entwicklung hierfür). Ich habe eine FP20 mit der Nummer 525, mit 500 gings los. Ursprünglich eine "S" also mit SPP Lampe, dann umbau auf das komische Philips Fresnellinsen Lampenhaus, später dann ein Hasso Block da drin, ich hab dann ein 7 KW LH einer DP75 drangebaut, verrichtet ab und an im Open Air klaglos ihren Dienst. Die Bildstrichverstellung geht sackschwer, aber der Bildstand ist wie angenagelt, auch auf 14m Bildbreite.

 

 

 

Bearbeitet von TK-Chris (Änderungen anzeigen)
  • Like 1
Geschrieben

Das Getriebe, das ich habe sieht genau so aus wie die späteren FP30 Getriebe, nur mit einer dünneren Achse an der Keilriemenscheibe und ohne Blendenwelle. Stammt aus einer FP20s aus dem City in München.

Geschrieben (bearbeitet)

DSC_2087.thumb.JPG.0cfa5fde51981c123ad737052c005629.JPG

Rechts das FP20 Getriebe, links das einer FP30. Das der FP20 ist fast doppelt so schwer. Deutlich erkennbar auch die "billigere" Fertigung unter Kinoton

 

DSC_2079.thumb.JPG.913929834d2b64524051e8b1cd0a9d16.JPG

Vergleich der Wellendurchmesser beider Getriebe. 

 

DSC_2078.thumb.JPG.6529adf8d1a42c54d8a53de1eed92909.JPG

Eine zerlegte Nylonbuchse

 

Bearbeitet von TK-Chris (Änderungen anzeigen)
  • Like 2
  • Thumsbup 1
Geschrieben (bearbeitet)

Spannend, Danke für diesen tollen Einblick!

 

Die gezeigte FP20 ist tatsächlich alt, Blendengehäuse mit Fensterchen, und sogar noch mit dem Drehknauf zum Starten und Überblenden, diese Schaltervariante gabs m.W. nur aus holländischer Fertigung. Bisschen überholt wurde sie, neben dem TG ist auch mindestens der Kufenhebel neu. Der Hebel hatte am Anfang einen flachen, runden Griff auf Alu, dann ein flaches Aluteil mit abgerundeten Ecken, dann das ganz neue Teil von Kinoton mit dem Stab zur Bedienung (was sich aber m.E. recht unangenehm bedient).


Die frühen Getriebe-Riemenscheibenachsen waren dünner, stimmt. Zusammen mit der Tatsache, dass die Achsen nicht gehärtet sind... ein Grund warum ich so ein altes Getriebe mal aussortieren musste. Hatte seinen Grund, warum die Achsen später dicker waren. Bei Transport oder Demontage nicht aufgepasst, ruckzuck verbogen. Dann doch lieber das spätere Kinoton-Getriebe...

 

Der Ölablass hat sich auch mehrfach geändert. Erst Metallröhrchen aus Messing (FP20) mit aufgeschraubter Kappe, etwas unpraktisch. Dann kam der transparente Schlauch, oben in einen Halter geclipst. Das fand ich fast am besten, da man sofort sah ob Blasen im Schlauch waren. Zuletzt dann die Variante aus schwarzem, gewebeummanteltem Kraftstoffschlauch. Solide, aber auch wegen des Gewebes schwer ganz sauber zu halten, und die optische Kontrollmöglichkeit fehlt.

 

Den Bildern nach werkelt in meiner FP30 (Baujahr wohl frühe 80er) offenbar eine Mischform aus FP20- und FP30-Getriebe. Dicke Achse, Gussform Getriebe schon FP30 (zu erkennen an den beiden Höckern oberhalb des Getriebes, montageplattenseitig?), aber der Deckel eher wie bei FP20.

Hier übrigens in einer (relativ selten zu sehenden) Umrüstung auf 3-Flügel-Blende.

 

blendenrad1.jpg

Bearbeitet von dbx1000 (Änderungen anzeigen)
Geschrieben (bearbeitet)

Nochwas: Ich bin zu blöd, die einzelnen Patente herauszusuchen, bei Google Patents finde ich die Zeichnungen nicht und der Service vom Deutschen Patentamt ist (wie erwartet) unterirdisch. 

@dbx1000 wo hast Du denn die Zeichnungen herausgesucht?

 

Und ja, deine FP ist eine ältere Version, aber mit einem Spezialgetriebe, die waren mWn immer aus Philips-altbestand.

 

Wie gesagt, meine FP ist Uralt, die Elektrik ist noch Version 1 mit offenen Kammrelais. Leider habe ich die Schwestermaschine damals verschenkt.

 

Der Moderne Andruckkufenhalter ist inzwischen wieder dem originalen gewichen, mit dem läuft sie deutlich leiser und die Justage der Kufe ist besser durchzuführen. (Inzwischen ist die Maschine kaum leiser als ein 16mm Bauer P8.

Das "Höckerschwan" Tongerät habe ich seinerzeit von @Jensg bekommen, das passt besser als der SR*D Reverse-klotz und liefert hervorragende Ergebnisse. 

 

DSC_1784.thumb.JPG.d78caa8e76351c48b46f72e1a3925b19.JPG

Bearbeitet von TK-Chris (Änderungen anzeigen)
Geschrieben

Patentrecherche via https://worldwide.espacenet.com/patent/search

 

Spezialgetriebe ist das m.E. keins, ich habe mehrere FP30 ähnlichen Baujahrs mit genau der Bauform gesehen. Scheint zu der Zeit Standard gewesen sein. (Die Blende ist wie gesagt nachgerüstet, das war vorher eine normale Einflügelblende.)

 

Ist die Kufenjustage nicht bei allen Andruckkufenhaltern identisch? Habe sie aber gerade nicht alle vor Augen.

 

Das Höckerschwan-Tongerät passt hier wirklich besser. Bessere Analogtonabtastung, und ragt vorne nicht so weit raus.
Falls Du zu dem noch Infos hast (Baujahre, Vor- und Nachteile, etc) wäre das sicher auch interessant im aktuellen Kontext.

  • Like 1
Geschrieben

Mit Spezialgetriebe habe ich die 3-Flügelblende mit entsprechender Untersetzung der Blende (und damit die Herabsetzung der Umlaufgeschwindigkeit) gemeint, siehe der Thread über die Cinerama Fp20. Da hat man beim Werkseitigen Einbau meist ältere Getriebe genutzt.

 

Das neue Getriebe von mir dürfte Baujahr 1999 sein, stammt aus der Schweiz. 

Den Abschuss der Kostensenkung stellt dann die FP10a da, aber die Kiste habe ich noch nie live gesehen, ich habe noch eine "moderne" FP20a von 2009 im Lager stehen, ohne Friktion, ohne Automation, einfach nur ein Kasten mit Laufwerk (aber ein abgespecktes Laufwerk brauch ich noch für eine Sache hier) dafür mit 7 KW Lampenhaus.

Zum DTG-1 (DigitalTonGerät Ausführung 1) habe ich recht wenige Infos, es kam zum Start von SR*D auf den Markt, hielt sich da aber nicht lange, war wohl Sündteuer und angeblich schwierig einzustellen, was ich nicht bestätigen kann, ja es ist fummelig, aber da gibt es schlimmeres. 

Der Gleichlauf ist jedenfalls um einiges besser als beim Reverse-Scan, da es sich nicht aufschaukelt, dementsprechend niedrig sind auch die Fehlerraten. Wenn man dann die Rollen unterhalb des Blendengehäuses noch so einstellt, wie sie von Philips gedacht waren (schräg nach vorn gekippt, die größere der beiden ist unter dem Film und führt die Schlaufe, die kleinere oben auf und beruhigt die Schwingung) dann läuft der Film (Azetat und Polyester) auch ruhig und nicht schwingend in das TG ein. Geht aber nur mit dem alten, asymetrischen Rollenhalter und den unterschiedlich großen Rollen (habe mit den sogar an die FP30e gebaut).

Geschrieben

Hatte ich schon so verstanden. Werkseitig weiß ichs nicht; die abgebildete 3-Flügel-Blende ist im Nachhinein umgerüstet, ohne Getriebewechsel.

 

FP10A war wohl als FP23-Nachfolger konzipiert war (Portabelbetrieb), siehe auch die Koffer im Produkt-Flyer. Daher die Leichtbauweise mit dem etwas eigenartigen "Fuß".

 

FP20A unterscheidet sich m.W. nur (abgesehen von den Einbauten, wenn man die nicht braucht) im fehlenden Direktantrieb von der FP30, und hinten keine dicke Tür (damit schmalere Bauweise). Der gleiche Außenläufermotor ansonsten. Wenn man den ganzen Schnickschnack nicht braucht, legitim. Leider fällt entgegen dem alten FP30- (und FP20) Riemenantrieb der Drehknopf am Motor weg, den ich recht angenehm fand.

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