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carstenk

Noch ein Avatar/Kinobericht

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Zunächst: Da es doch eine Reihe von Negativpunkten gibt, will ich den Namen des Kinos nicht nennen. Angeblich wurden gerade 1.5Millionen Euro in den Umbau investiert. Ich will das nicht runtermachen, es ist ein kleines Kino und es verdient eine Chance, daher will ich nicht mehr dazu sagen als dass es in der Nähe von Köln steht, kürzlich mal hier im Forum erwähnt wurde, und, das mag als finale Kennzeichnung dann reichen, Kinoton/Dolby 3D verwendet. Es wäre unfair, wenn die Suchmaschinen zum Namen eines unbekannteren Kinos gleich soviel Kritik ausspucken würden.

 

An der Concession gibt es ausser Getränken ausschließlich Popcorn und Nachos. Das ist so zu verstehen wie ich es sage. Das Personal sagt mir, nach der kürzlich erfolgten Neueröffnung habe man noch keine andere Ware erhalten. Die Eröffnung war laut Beitrag hier im Forum aber Anfang Dezember...

Was immer sich tatsächlich dahinter verbirgt - über sowas kann ich problemlos hinwegsehen. Immerhin GIBT es trotz des großen Andrangs genug Personal, solche Fragen zu beantworten.

 

Der 'große' Saal hat etwas über 200 Plätze, die heutzutage übliche sehr steile Sitzanordnung. Zwar passable Beinfreiheit, die dicken Armlehnen mit integrierten Getränkehaltern lassen allerdings auch schon bei schmalen Menschen ein dauerndes Gefühl der Enge aufkommen. Eigentlich bin ich da nicht empfindlich, sowas aber andererseits auch nicht mehr gewöhnt - mein unbekannter Nachbar hing ständig näher an meinem Getränkestrohhalm als ich. Also, mein Stammkino würde sowas nicht, dafür ist es definitiv zu eng. Der Saal ist komplett ausverkauft zur Mo-Abendvorstellung.

 

Der Teppichbelag im Saal ist schwarz mit vielen weissen unregelmäßigen Punkten - soll sowas den Popcornreinigungsbedarf reduzieren?

Nunja, Geschmackssache. Meiner nicht.

 

Die Dolby Brillen werden am Saaleingang ausgegeben, aus einfachen Kisten, in denen sie wild durcheinander verkeilt liegen. Der Kratzerfreiheit der Gläser ist das sicher nicht zuträglich, es wäre kein zusätzlicher Zeitaufwand, die in ordentliche Träger kontaktfrei einzusortieren, wenn man sowas angeschafft hätte. Gehört sowas bei Kinoton nicht zum Standardpaket? Beim Verlassen des Saales werden die Brillen wieder abgegeben und in die gleichen Kisten geworfen. Ich vergesse leider, nach Reinigung zu fragen. Meine Brille war 'leidlich' sauber, keine Ahnung, ob die gereinigt wurde oder nicht.

 

Beginn des Vorprogramms. Die 11m*6m Leinwand hat keinen Kasch. Ich hätte nicht gedacht, dass man sowas heute noch bei einem so teuren Umbau macht. Prompt gibts im per 35mm gespielten 2D Vorprogramm neben unzähligen Laufstreifen auch ständig unsaubere Bildränder vertikal und horizontal zu sehen. Und ich dachte, UNSER Vorprogramm sei verkratzt, da können wir uns im Vergleich ja 'von' schreiben...

 

Viel schlimmer aber: Der Saaleingang links und der Notausgang rechts befinden sich unmittelbar vor der Leinwand, und direkt über den Türen befinden sich übliche Notausgangsbeschilderungen mit kaltweisser Lichtquelle, die VIEL zu hell sind. Und zwar nicht nur für Projektionsesoteriker, das strahlt derartig großflächig in die linke und rechte Leinwandseite ein, dass selbst in noch mäßig hellen Einstellungen dort kaum noch was zu erkennen ist. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass sowas eigentlich leicht besser zu machen ist, aber wenn es mal hängt, nachträglich nie mehr was an solchen Dingern geändert wird und jeder Versuch der Diskussion mit 'Sicherheitsauflagen' kaltschnäuzig abgeblockt wird. Das ist meiner Meinung nach die größte Katastrophe an diesem Umbau. Warum plant man sowas nicht ordentlich?

 

Nach dem kaputt geschrammten Lagnese Trailer gibt es tatsächlich einen halbherzigen Versuch, in den zu engen Reihen Eis zu verkaufen. Gottseidank dauert das nur ein paar Minuten, die Nachfrage ist erfreulicherweise gering. Insofern muss ich meine frühere Aussage revidieren: Es gibt Popcorn, Nachos UND Eis.

 

Die digitale Projektion beginnt mit einem Kinoton-Trailer. Mir fällt unten rechts im Bild sofort ein roter Punkt auf. Sieht aus der Entfernung aus wie eine aus dem BWR auf die Leinwand gespiegelte Kontroll-LED oder ein etwas unscharfer Laserpointer. Der Punkt bleibt dort während der gesamten Vorführung. Im analogen Vorprogramm war nichts davon zu sehen. Man hat während des gesamten Hauptfilmes also rechts und links die Notausgangsleuchten inkl. deren Streulicht auf die Leinwand im Auge, als auch diesen roten Punkt. Der Punkt ist so etwa 1m von der rechten unteren Bildkante entfernt im Bild.

Der Hauptfilm AVATAR 3D ist in CS, da keine Kaschierung existiert, haben wir also Ränder oben und unten und das Bild wird für CS effektiv gegenüber dem BW Vorprogramm verkleinert.

 

AVATAR wird ohne Pause gespielt (und er braucht auch wirklich keine, ist kurzweilig genug und das Dolby 3D System ist kein Grund für eine Zwangserholungspause).

 

Ich verlasse als letzter den Saal und mache noch einen Abstecher an die rechte Leinwandseite um mir den während der Schlusscredits immer noch sichtbaren Punkt näher anzuschauen. Ich bin beeindruckt, es ist eine Gruppe von 5 rot leuchtenden DLP-Pixeln, die in einem etwas losen Muster mit ein-zwei Lückenpixeln dazwischen 'statisch an' sind. Das dürfte wohl ein Fall für die Kinoton-Gewährleistung sein. Die Credits sind zu Ende, der Projektor geht aus, die roten Pixel verschwinden.

 

 

Was AVATAR selbst angeht, leider hatten wir keine optimale Sitzposition, relativ weit hinten. 3D funktionierte zwar ordentlich, aber man war nicht richtig 'drin'. In der Regel setze ich mich bei 2D und 3D so, dass mein Gesichtsfeld mehr oder weniger vollständig vom Bild ausgefüllt ist. Die Dolby Brillen zeigten wie schon in früheren Sichtungen leichte Innenreflektionen des Augenumfeldes und folglich Kontrastreduktionen in hellen Szenen. Ich ärgere mich darüber, dass die Sichtfenster der Brillen aus reinen Kostengründen viel zu klein sind. Ich würde durchaus einiges Geld für eine Brille mit ordentlich großem Sichtfeld ausgeben. Bei Polfiltersystemen recht einfach selber zu realisieren, bei Dolby hängt es wohl davon ab, ob die Patentlage oder Dolby entsprechende 3rdParty Herstellung zulassen.

 

Die Helligkeit der Projektion auf der 11*6 qm Leinwand war absolut ausreichend. Ich habe gelegentlich immer mal über die Brille gelinst. Der Helligkeitsabfall ist deutlich zu sehen, aber auch dunkle Szenen sind mit Brille durchaus noch gut auflösbar.

 

Was mich etwas stört ist, dass in echten 3D Einstellungen auch auf dem Hauptsujet keine ordentliche Schärfe sichtbar wird. Wann immer eine Einstellung eine halbwegs knackige Schärfe zeigt, sehe ich bei heruntergeschobener Brille, dass es faktisch eine 2D Darstellung ist, man das Hauptsujet also auch ohne Brille scharf sehen kann. Das finde ich etwas unbefriedigend, weil ansonsten durchaus beeindruckende 3D Szenen so immer etwas verwaschen wirken.

 

Der Ton ist recht deutlich, es sind aber ziemlich kleine Surrounds installiert. Mir fehlt grundsätzlich etwas das Volumen, aber Dialoge sind sehr gut verständlich. Ich habe den Eindruck, dass AVATAR sehr konservativ 'instrumentiert' und sehr transparent im Ton ist. Die Wahl der deutschen Synchronsprecher finde ich bei den Hauptfiguren nicht sonderlich gelungen, speziell der AVATAR/Jake Sully ist zu 'jung'. Natürlich subjektiv. Bin mal auf das Original gespannt.

 

Bezüglich der 3D Wirkung bin ich doch an einigen Stellen etwas unzufrieden. Es gibt reichlich Stellen, in denen natürlich 'irgendwas in 3D' erkennbar ist, aber oft sind dort Fehlparallaxen zu sehen. Mir ist nicht ganz klar, warum das so ist. Ich habe das bei Coraline überhaupt nicht in Erinnerung. Oft entstehen Doppelkonturen an weniger wichtigen Bildteilen, z.B. Gräsern im Vordergrund (und damit meine ich nicht z.B. die Vegetationsteile, die öfters sublim aus der Leinwand herausragen).

Sehr schön dagegen sind die subtilen 'Atmosphärenfüller', Staubteilchen, Insekten, etc.

 

Ansonsten: Ein zweifellos beeindruckender Film, der Meilensteine setzt. Die MoCap Characteranimation ist gegenüber Zemekis bisherigen Versuchen zum erstenmal überzeugend in dieser Masse an Einstellungen, auch wenn das letzte Quentchen 'Vibe' in den Figuren vielleicht noch fehlt.

Da geht wegen der 3D Projektion allerdings auch Einiges unter, denke ich, (dazu weiter unten noch ein Gedanke zur 2D Alternative).

 

Von der Dramaturgie her trotz der Überlänge leider an vielen Stellen, die etwas mehr Tiefe hätten bringen können, überhastet. In meinem Alter will man da vielleicht einfach mehr 'Psyche' und Schauspielerei sehen ;-)

Aber das gibt der Cast und der Schnitt-Druck dann wohl auch einfach nicht her. Ein paar logische Fehler in der Story, aber nun ja, Action-SciFi, da muss man halt etwas Abstriche machen. Wenn die Story ansonsten packt, ist das okay.

 

Bei LOTR dagegen ist es bei mir, obwohl ich kein expliziter Fantasy- oder gar LOTR-Fan bin, deutlich öfter zu Gänsehaut und Atemstillstand gekommen. Da war diesbezüglich einfach mehr Emotion drin, und das Drehbuch war trotz des enormen Druckes zur Handlungsreduktion sorgfältiger ausgearbeitet (Bei 'The Return of the King' fand ich dann allerdings die deutlich längere Extended-Version-DVD doch auch deutlich vollständiger als die Kinoversion).

 

Ich werde AVATAR am Donnerstag bei uns in 2D, und in den nächsten Wochen noch in einigen anderen 3D Kinos und mit anderen 3D Verfahren anschauen und mal sehen, was sich in meiner Wahrnehmung verändert.

Ich habe so ein bißchen das Gefühl, dass meine etwas übereifrige Beobachtung der 3D-Projektion mich etwas Involviertheit gekostet hat. Könnte sein, dass der Film mich diesbezüglich in 2D mehr angemacht hätte. Ob das mir in einer erneuten 2D Sichtung nochmal gelingt? Ob es vorläufig Sinn macht, sowas erstmal in 2D und dann erst in 3D anzuschauen? Ich glaube, da muss man als Publikum auch ein bißchen was lernen. Wenn 3D mal mehr in den fiktionalen Mainstream geht, könnte das spannend werden.

 

Fakt ist: Die Anzahl der wirklich gut geeigneten Sitzplätze fürs 3D-Kino schrumpft, wenn man Immersion beabsichtigt, extrem zusammen.

Die Guckkasten-3D Position aus der Loge ist dieser Technik einfach nicht angemessen. Natürlich sieht man auch von hinten, dass da vorne irgendwas mit Tiefe stattfindet, aber das ist etwas grundsätzlich anderes als die Erfahrung, wenn das Sichtfeld vollständig vom 3D Bild ausgefüllt ist und der künstliche Raum wirklich auf das Bewusstsein einwirkt.

 

Auf Dauer lassen sich optimale Betrachtungsumstände in der Serie zufriedenstellend wohl nur im Heimkino mit Projektoren herstellen. Bei großformatigen TFTs kann ich mir das nicht so recht vorstellen, das bleibt ähnlich wie ein Logensitzplatz immer sehr distanziert, auch wenn man natürlich prinzipiell sehr nah ranrücken könnte, aber da wird es für mehrere Personen halt selbst bei 52" recht schnell eng.

 

 

- Carsten

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Also wegen der Unschaerfe bei den 3D tiefeneffekten ist Avatar schon ne ziemlich ausnahme.

Allerdings ist dies auch beabsichtigt, denn dies ist der erste Film der wirklich mit vielen verschiedenen Ebenen arbeitet und deshalb immer entweder vorne oder hinten etwas unscahrf macht oder sogar beides und damit in einer dritten ebene dann der scharfe teil liegt und somit auch der Tiefeneffekt klar verstaerkt wird.

Genau diesese Verfahren bringt aber auch den bisher besten 3dEffekt in einem 3D Film.

 

Wenn du Avatar in 2D anschaust wirst du feststellen dass der Film viel viel schaerfer als in 3D ist. Zumindest war dies subjektiv mein Empfinden. Nichtsdestotrotz ist der Film in 3D besser als in 2D.

 

Waere schoen wenn du diesen Beitrag auch dem Kino schickst, vieleicht werden sie ja noc heiniges verbessern. Es waere auf jedenfall zu hoffen.

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Ich meine nicht die bewusst eingesetzten Unschärfen zur Tiefenstaffelung, sondern die auf dem jeweiligen Hauptsujet. Genauer gesagt war das auch nicht unscharf, sondern grundsätzlich einfach nicht richtig knackig - mit Ausnahme eben der wenigen Einstellungen, in denen eh kaum Tiefe eingebaut ist und die auch ohne Brille scharf sind.

 

Ich brauche da aber wie gesagt noch ein paar mehr Sichtungen, hoffentlich komme ich auch mal in einen Saal, in dem ein Sitzplatzwechsel während des Films möglich ist, muss mir mal eine 7Uhr Frühvorstellung suchen ;-)

 

- Carsten

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Ich bin beeindruckt, es ist eine Gruppe von 5 rot leuchtenden DLP-Pixeln, die in einem etwas losen Muster mit ein-zwei Lückenpixeln dazwischen 'statisch an' sind. Das dürfte wohl ein Fall für die Kinoton-Gewährleistung sein.

 

Keine gute Werbung für den Betreiber und Projektorhersteller, 5 tote Pixel sind inakzeptabel, besonders auch noch rot leuchtend im - on - modus, da gehört schnellstmöglich Abhilfe geschaffen !Meine Erachtens für den Kunden genau so unzmutbar wie Laufstreifen !

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Ich bin beeindruckt, es ist eine Gruppe von 5 rot leuchtenden DLP-Pixeln, die in einem etwas losen Muster mit ein-zwei Lückenpixeln dazwischen 'statisch an' sind. Das dürfte wohl ein Fall für die Kinoton-Gewährleistung sein.

 

Keine gute Werbung für den Betreiber und Projektorhersteller, 5 tote Pixel sind inakzeptabel, besonders auch noch rot leuchtend im - on - modus, da gehört schnellstmöglich Abhilfe geschaffen !Meine Erachtens für den Kunden genau so unzmutbar wie Laufstreifen !

 

Yep, sofort Servicefall einleiten.

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Heute AVATAR im eigenen Kino in 2D gesehen.

 

Merkwürdig, woher kam diese unsägliche Formatwirrwar-Diskussion? Nur wegen IMAX? Alles straight.

 

 

Whatever: Ob es jetzt an 2D vs 3D lag oder schlicht an der 2. Sichtung - ich habe ne MENGE mehr gesehen. Man kann das fast ein bißchen vergleichen mit den unterschiedlichen Wirkungen von Weitwinkel und Teleobjektiven - letztere konzentrieren, und so ähnlich war auch das Gefühl bei der 2D Sichtung. Nicht, dass ich die deswegen per se besser fand, aber für Details und Story empfand ich sie angemessener. 3D kann gerade da, wo es gut funktioniert, heftig ablenken. Vielleicht sollte man gerade in die aufwendigen 3D Sets nicht zuviel Handlung oder Dialog legen und es lieber bei den Bildern belassen ;-)

 

 

Das wird aber nicht die letzte Sichtung gewesen sein ;-)

 

 

Im Übrigen: HDCAM/1080p/2k DI hin oder her, ich hatte mich ziemlich weit nach vorne gesetzt, so ca. 45-50 Grad Sichtwinkel auf unsere 10m CS-Leinwand. Und die Kopie war wirklich super, ich kann mich nicht erinnern, in letzter Zeit mal so eine gute Schärfe gesehen zu haben. Habe allerdings auch selbst (mit Fernglas) fokussiert bevor ich in den Saal gegangen bin ;-) Da habe ich dann eben auch durchgängig an Schärfe und Detail das gesehen, was ich am Montag bei der 3D Sichtung vermisst hatte.

 

 

- Carsten

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Nach Aussage des Betreibers wird die Lightengine getauscht

 

Woher weisst Du das? War mein Hinweis auf das Kino doch so konkret? ;-)

 

- Carsten

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Ich habe mir heute mal die 3d Fassung ohne Brille angesehen. Also nicht den ganzen Film, sondern nur ein paar Minuten. Es war die Szene in der das "Nashon" seinen Auftritt hatte. Wenn sich hinter dem Avatar dann das andere Wesen aufbaut, geht die Schärfeebene von dem Avatar auf das Viech. Interessant ist aber auch, das die Doppelkonturen sich ebenfalls änderten und damit natürlich auch die räumliche Darstellung. Warum? An den Positionen der Akteure ändert sich ja nichts...

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Die Kamerapositionen der Stereokameras zueinander (die Basislinie) - ob jetzt reale oder virtuelle Kameras - müssen nicht konstant sein. Oft werden die bewusst gegeneinander verschoben, bzw. müssen es für unterschiedliche Szenen auch sein.

 

Gerade in dem Bereich hat Cameron bei Avatar wohl extrem viel Grundlagen geschaffen. Es reicht nicht, einfach nur zwei Kameras nebeneinander zu montieren (oder statische Spiegel/Prismen/Splitobjektive so zu verwenden). Die Rigs werden ständig geändert, kalibriert, etc., um den jeweils gewünschten 3D Effekt zu erreichen. Sowohl Position als auch Neigung der Kameraachsen zueinander ist bei diesen Stereo-Rigs mittlerweile voll automatisierbar. Dagegen waren die früheren Versuche der letzten Jahrzehnte mit den bei 35mm üblichen Sichtungsverzögerungen eher Trial&Error was 3D-perspektivische Resultate angeht.

 

http://www.the3drevolution.com/3dscreen.html

 

 

- Carsten

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Nach Aussage des Betreibers wird die Lightengine getauscht

Technische Frage am Rande:

Ist das Teil die Xenonlampe samt Spiegel oder die LCD-Scheibe, auf der das zu durchleuchtende Filmbild erzeugt wird oder die Flügelblende mit den Filtern?

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LCD-Scheibe

Bei DLP Projektoren wird kein lcd mehr durchleuchtet

 

"Digital Light Processing-, kurz DLP-Projektoren, verwenden Digital Mirror Devices (kurz DMD-Chips) von Texas Instruments. Diese bestehen aus Millionen kleiner matrixförmig angeordneter Spiegel, die auf Wippen gelagert sind (siehe Mikrospiegelarray). Je nach Position eines Spiegels wird das Licht der Lampe zum abbildenden Objektiv reflektiert (Pixel hell) oder daran vorbeigeleitet (Pixel dunkel). Je häufiger (und damit länger) ein Spiegel während eines Frames (1/24 s) in der On-Stellung ist, desto heller ist das Pixel. Entweder ist für jede der drei Grundfarben Rot, Grün und Blau ein eigener Chip zuständig, deren unichrome Bilder über Farbfilter und ein Prisma zum fertigen Bild zusammengefügt werden, oder die Farbdarstellung erfolgt alternierend mit einem einzigen Chip und einem Farbrad."

 

Quelle: Wikipedia, Artikel "Digitales Kino"

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Interessant ist aber auch, das die Doppelkonturen sich ebenfalls änderten und damit natürlich auch die räumliche Darstellung. Warum? An den Positionen der Akteure ändert sich ja nichts...

 

Ich nehme mal an das in diesem moment sich auch die tiefenwahrnehmung ändert, dass heist es verrücken sich die akteure in der tiefenebene.

Schau dir die stelle doch noch mal mit brille an.

 

Objekte in der bildmitte bzw. ohne 3d effekt sind ja auch ohne brille scharf zu sehen nur wenn sie in der tiefenebene nach vorn oder nach hinten rücken ziehen sich die doppelkonturen immerweiter auseinander.

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Ist das Teil die Xenonlampe samt Spiegel oder die LCD-Scheibe, auf der das zu durchleuchtende Filmbild erzeugt wird oder die Flügelblende mit den Filtern?

 

Schau dir das Prinzip mal auf dieser Seite an:

http://www.cinefreaks.com/articles/DLP+...rocessing/

Die Lightengine ist das Bauteil, auf dem die drei DMD´s "montiert" sind. Ob man einzelne DMD´s tauschen kann entzieht sich meiner Kenntnis.

 

Hier noch ein Video. Zum Ende hin wird der 3Chip DLP Projektor gezeigt und erklärt.

http://www.dlp.com/de/includes/demo_flash.asp?lang=de

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Die Lightengine ist das Bauteil, auf dem die drei DMD´s "montiert" sind. Ob man einzelne DMD´s tauschen kann entzieht sich meiner Kenntnis.

 

Prinzipiell geht das zwar - und in dem erwähnten Fall mit einigen ausschließlich rot hängenden Pixeln würde man das auch tun, aber nicht im Kino. Das Ganze ist wohl recht aufwendig zu justieren, die 3 Panels müssen auf 1/100 mm aufeinander gepasst werden, das gleiche gilt auch für den Rest der LightEngine. Das Ding wird also eher als Kompletteinheit gewechselt und dann bei Barco repariert werden.

 

- Carsten

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Ist das Teil die Xenonlampe samt Spiegel oder die LCD-Scheibe, auf der das zu durchleuchtende Filmbild erzeugt wird oder die Flügelblende mit den Filtern?

 

Flügelblende mit Filtern gibts es da nicht. Du verwechselst das vermutlich mit den 1Chip DLPs (Heimkinoprojektoren), die mit einem rotierenden Farbrad vor dem DLP Farbe erzeugen. Kinoprojektoren haben aber einen DLP Chip pro Farbe, das einzige was da noch rotiert, sind die Lüfter.

 

- Carsten

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Die Justage ist nicht wirklich schwierig, sofern man an die Einstellmöglichkeiten herankommt. übliche 3 Chip LCD verwenden Lötverbindungen zur Fixierung, dürfte bei DLP ähnlich sein. Einfach ein Viereck oder Gitternetz in den Projektor einspeisen und die Pixelpunkte deckungsgleich=Weiß einstellen. Problematisch ist nur das darankommen. Die neueren Beamer sind da servicefreundlicher, man kann sie im laufenden Betrieb justieren, meist mit dem eingebauten Testbildgenerator. Das kann jeder, der es sich zutraut, mal mit einem alten LCD mit Konvergenzproblemen versuchen.

Dürfte im Kino auf einer großen Leinwand, sofern man sich etwas Zeit nimmt, besser werden wie manche Einstellung ab Werk.

jens

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hallo CarstenK,

 

schaust du dir den Film nochmal in einem anderen Kino in 3D an? Ich würde gerne wissen, ob meine extrem unterschiedlichen Wahrnehmungen an mir lag oder ob es wirklich so extreme Unterschiede gibt.

 

Es fing bei dem "Dorfkino" direkt schon an. Die Einstellung wo Sully aus dem Kälteschlaf erwacht und die Tropfen durch den Raum schweben. Es waren nur unscharfe komische Gebilde zu erkennen, keinesfalls Tropfen. In dem Cineplex indem ich war (da hab ich ihn auch zum erstem mal gesehen also hätte mir das erkennen ja schwerer fallen müssen) waren die Tropfen erheblich schärfer. Diese Unschärfe multiplizierte sich bei schnellen Bewegungen nochmal, was, bei der Szene wo Sully von der riesen "Raubkatze" gejagt wurde, in Unguckbarkeit endete. Ich kann wirklich behaupten, dass es sich um 2 komplett verschiedene Erlebnisse handelte.

 

In beiden Kinos gab es keine Einwegbrillen sondern welche zum wieder abgeben. Nur das die im Cineplex ordentlich gereinigt waren und man gegen die Wasserflecken durch die Lufttrocknung noch nen paar Brillenputztücher gratis dabei gab. Lustigerweise waren die gereinigten Brillen auch billiger. 1,50 Euro gegen 2 Euro. Dafür gabs extra Brillen mit Bändern für Brillenträger die eine zu kurze Nase für 2 Brillen haben. Ansonsten kann ich nur die Raumneigung noch als Unterschied anführen. Standardsteil ( hintere Reihe weit über dem Leinwandmittelpunkt ) und sehr sehr flach ( 2 meter zwischen den einzelnen Reihen und letze Reihe weit unterhalb der Bildmitte).

 

Cu Nikon

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Ja, ich werd mir den Film wohl noch ein paarmal in verschiedenen Kinos anschauen. Und hoffentlich vielleicht auch mal ein leidlich leeres finden, wo ein Sitzplatzwechsel möglich ist.

 

- Carsten

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@ lichtbringer

@ Odiug

@ carstenK

Vielen Dank für Eure Erklärungen, die für mich sehr hilf- und lehrreich sind und zum besseren Verständnis der digitalen Projektion beitragen.

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Ja, ich werd mir den Film wohl noch ein paarmal in verschiedenen Kinos anschauen.

 

Vielleicht auch zweimal im selben Saal? Ich persönlich finde, daß die Rezeption mit jedem erneutem Sehen eine andere ist.

 

Meine Augen wandern anders durch das Bild, schließlich ist die Story bekannt, man kann sich dann auf Bilddetails konzentrieren.

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Prinzipiell geht das zwar - und in dem erwähnten Fall mit einigen ausschließlich rot hängenden Pixeln würde man das auch tun, aber nicht im Kino. Das Ganze ist wohl recht aufwendig zu justieren, die 3 Panels müssen auf 1/100 mm aufeinander gepasst werden, das gleiche gilt auch für den Rest der LightEngine. Das Ding wird also eher als Kompletteinheit gewechselt Carsten

Generell richtig beschrieben, der Wechsel der DMD´s vor Ort macht keinen Sinn, bei uns werden Light Engines im Reinraum repariert, somit vermeidet man unnötigen Staub in der Light Engine, danach wird sie vorjustiert, ein neuer burn - in mit Funktionsüberprüfung folgt, und nach dem burn - in wird die Light engine noch einmal final justiert.Burn in ist ein mehrstündiger Testlauf um zum einen die Funktion zu überprüfen und zum anderen unter realen Betriebstemperaturen Justagen (z.b. Konvergenz) vorzunehmen.

Stefan

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Rein interessehalber (was ist hier eigentlich nicht 'interessehalber' ;-) :

 

Hälst Du das hier deiner Erfahrung nach für wahrscheinlich, dass ein solcher 'kleiner' Clusterfehler tatsächlich eine Fehlfunktion des DLP ist, oder kann sowas auch in der Ansteuerung oder Konnektierung liegen?

Wie gesagt, 5 sehr eng zusammen liegende Pixel. Wäre möglich, dass die 2-3 nicht dauerhaft rot leuchtenden Pixel dazwischen auch 'kaputt' waren, das konnte ich nicht sehen.

 

- Carsten

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Vielleicht auch zweimal im selben Saal? Ich persönlich finde, daß die Rezeption mit jedem erneutem Sehen eine andere ist.

 

 

Im selben Saal nochmal bestenfalls bei uns in 2D. 3D wäre mir zu teuer dafür, ich will ja schon mindestens Dolby, RealD, XpanD und SonyRealD mitnehmen ;-)

 

Vielleicht nehme ich nochmal eine zweite Nase Dolby 3D im Cinedom mit der Doppelprojektion. Das ist halt wirklich ne große Leinwand.

 

 

Filme, die mit so großem Detailreichtum produziert wurden, lohnen eigentlich immer eine mehrfache Sichtung, selbst wenn einem die Story vielleicht nicht mehr so wahnsinnig viel gibt. Ich habe beim zweiten Mal bei uns ganze Szenen scheinbar 'zum ersten Mal' gesehen. Weiss der Henker, wohin ich da am Montag in der 3D Vorführung geschaut habe...

 

- Carsten

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Rein interessehalber (was ist hier eigentlich nicht 'interessehalber' ;-) :

 

Hälst Du das hier deiner Erfahrung nach für wahrscheinlich, dass ein solcher 'kleiner' Clusterfehler tatsächlich eine Fehlfunktion des DLP ist, oder kann sowas auch in der Ansteuerung oder Konnektierung liegen?

- Carsten

Natürlich kann es auch an der Ansteuerung oder Kontaktierung liegen, ich hatte schon mal Übergangswiderstände in den Flachbandkabeln zum Formatter board, da hat sich ein ähnlicher Fehler gezeigt. Ein cluster mit 5 pixeln ist ungewöhnlich und deutet weniger auf ein defektes DMD hin !

Stefan

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