Filmtechniker

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  1. Ein neues analoges Problem, cool. Es scheint demnach auch aloge Probleme zu geben. Das Gegenstück zu digital ist nicht analog, sondern materiell. Arnold & Richter hat die Filmtechnik aufgegeben. Das ist ein Problem. Nach Jahrzehnten des Kopiermaschinenbaus nichts mehr auf dem Gebiet Fernsehen, Video, Computer-Technik sind der Tod des Films. Laufen denn da noch Leute mit „Endlösung“ im Hirn herum?
  2. Doch, ich verstehe nämlich gar nichts. Was ist der grausame Fehlgriff, wenn man eine Berufskamera anschafft? Was hat das mit Urlaubsfilm zu tun?
  3. Oh, nein, da wird mir schlecht. Was, wenn ein Pinselhaar hängen bleibt? Dann holt man eine Pinzette, Metall auf Metall, usw. Tut mir leid, nein.
  4. Sieht völlig anders aus bei mir. Ligonie, Beaulieu, Paillard-Bolex, Pathé WEBO, Fujica, alles Amateurgeräte Die Grenze zwischen Amateur- und Berufsgerät definiere ich mit der Wiederholbarkeit der Demontage. Bei vielen Amateurgeräten stecken (brünierte) Stahlschrauben in Aluminium, genau das Gegenteil eines Ingenieurgrundsatzes. Das aufwändiger herzustellende Bauteil soll bleiben können, die billige Schraube soll weniger Festigkeit haben. Optische Bauteile, Prismen, Linsen, usw. sollen sofort abgenommen und ohne Verzögerung wieder montiert werden können. Bei wie vielen Amateurgeräten sind solche Teile eingeklebt? Bei fast allen Anders ausgedrückt: Der Wegwerfartikel leidet darunter, auseinandergenommen zu werden. Bei jedem Anziehen von Schrauben werden die oft zu kurzen Innengewinde überdehnt, verformt. Das betrifft auch Halterungen für optische Teile und da habe ich keinen Nerv zu flicken, was gar nicht zum Flicken entworfen worden war. Die ärgste aller Wegwerfkonstruktionen ist die Pathé WEBO M. Die dem professionellen Anspruch der Unterhaltbarkeit (doofes Wort, gebe ich zu) am nächsten stehende Kamera ist der Bell & Howell Filmo. Der ist so gut ausgelegt wie die Arriflex 16 St, weil man im Betrieb ölen kann. Ciné-Kodak Special ebenfalls auf dieser Stufe Daß man sich mit einer Filmkamera vor anderen Leuten geniert, hat mit der Filmkamera wohl nichts zu tun. Überidentifikation, Aberglaube, vorauseilender Gehorsam?
  5. Mir war schon darum, eine zu kaufen, auseinanderzunehmen und zu beschreiben, doch als Hecklader ist mir die Pentaflex 8 ein Gräuel. Den Filmlauf nicht sauber halten zu können, geht gar nicht.
  6. Wenigstens ein paar, die nicht alles durcheinanderbringen
  7. Danke. Du machst mir Mut, wieder mit Archivaren Kontakt aufzunehmen. Seit meinem Erlebnis mit dem Interim-Direktor des schweizerischen Filmarchives 2008 habe ich mich ganz zurückgezogen gehabt.
  8. Das freut einen.
  9. Was bedeutet Napf?
  10. Sehr gut, entspannt ist immer gut. Jean-Pierre Beauviala ist der Elektrotechniker, der das Timecode-System entwickelt hat, das in Filmkameras eingebaut wurde. Panavision hat eine Lizenz genommen.
  11. Seit 2011 trinke ich keinen Alkohol mehr. Das Leffe kenne ich, hatte ich in Brüssel einst genossen. Heute fließen Bleiche und Filmkitt in meinen Adern. Danke trotzdem
  12. Aus irgend so einem Grund habe ich es wohl behalten. Doch wie gesagt, der Rohfilm wird immer noch hergestellt.
  13. Bist du sicher, daß du nicht mit den Timecode-Patenten von Beauviala in Konflikt stehst?
  14. Mein Anliegen ist ja eigentlich, die Filmtechnik weiter zu pflegen, sonst hat alles keinen Zweck. Es ist unvergleichlich umfangreicher, als den Handsatz weiter zu pflegen. Letternkästen, Winkelhaken, los geht’s. Sind auch immer Tonnen von Ware und damit sind wir mitten im Problem. Die Menschheit ist dabei, sich zu ent- materialisieren. Ich meine, man will mit dem alten Zeug nichts mehr zu tun haben. Es soll möglichst alles überall verfügbar sein und nur dann angefaßt werden, wenn es nicht mehr anders geht. Es soll auch nur der geringste Aufwand für den größten Nutzen betrieben werden, was schon die Umstellung der Industrie von Anlage- auf Verbrauchsgüter gezeigt hat. Solide, haltbare Geräte, Beispiel Kino-Projektor, gibt es nur noch im Museum. Die Film-Pioniere bauten leicht und günstig, logisch. Die erforderliche Mechanik, ein Holzgehäuse, eine Kurbel. Erst nach und nach entstanden die tollen Apparate mit Bestandteilen aus Guß, Stahl, und mit Ölumlaufschmierung. Die große Zeit des Kinos ist auch vorbei, weil man selber bewegte Bilder mit synchronem Ton aufnehmen kann, als Beigabe zum tragbaren Telefon. Handy, Tablet, Laptop, überall Video-Kameras drin. Der Computer ist überall. Also, es braucht bei den Archivleuten eine Entscheidung, das klar ausgesprochene Bekenntnis zum Phänomen Film. So lange diese Kreise nicht explizit sich zur Filmtechnik als Fortführung der Mittel stellen, können wir nicht hoffen. Ich für mein Teil habe ja vor, filmtechnische Produkte auf die Beine zu stellen, neue und alte. Daß noch etwas zu holen ist auf dem Gebiet, kann sich kaum jemand vorstellen. Es ist aber so. Das alte Problem der Schärfe ist noch immer nicht vollständig gelöst. Kontaktkopien müssen nicht halbscharf sein, das will ich verbessern mit einem Anfang in 16. Die Bildstandskette ist noch immer nicht geschlossen, auch da habe ich Ideen mit Potenzial. Zum Duplizieren von Lichtton auf geschrumpftem Film habe ich das Verfahren Orthopos entwickelt. Vollkommen schlupffrei und schonend, aber es braucht Investitionen. MIr fehlt das Geld für den Apparatebau. An der Stelle kommt die allgemeine Geringschätzung der technischen Mechanik immer wieder zum Vorschein. Man bewundert die Maschine von Dampfschiffen, das glänzende Messing, und hat nichts übrig für entsprechendes Heutiges. Man mag mir Lösungen mit Scan, Datenbearbeitung und Ausbelichten erklären, interessiert mich nicht. Ich bin Filmtechniker und Mechaniker. Mittlerweile ist mir bekannt, wie die Herstellung von Matrizen und Stempeln für Filmperforierapparate geschieht, Materialien, Bearbeitungsschritte, Toleranzen, Zusammenbau. Es war nicht leicht, da den Überblick zu gewinnen. Ich mache einfach weiter mit meiner Forschung, will noch mehr herausfinden über die Anfänge der „industry“, mache weiter mit Auseinandernehmen und Vermessen von Filmkameras, wovon ich hier berichte, und warte auf bessere Zeiten. Vermutlich gibt es erst 2024 wieder mehr „action“, wenn die Plutoniden uranisch werden. Seit dem Wechsel 2008 ist die Menschheit kopfig, man plant und spinnt.
  15. Heute geht er. Es ist verdorben, Licht und Staub. Die vielen Umzüge und das Herumliegen in der Schreinerei haben ihm so zugesetzt, daß ich es nur noch wegwerfen kann, was ich noch nicht getan habe. Müßte frisches kaufen, wozu das Geld fehlt. Viel zu teuer