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cinerama

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Everything posted by cinerama

  1. Warum?? War ganz nüchtern, als ich das schrieb. Ist doch nur Empathie in das Denken einiger Kritiker gewesen, das hab' ich dann ein wenig weitergesponnen... Der Fundus der Bildzitate Hollywoods reicht nachweisbar in viele trübe Gewässer hinein, das gehört eben zu deren Kultur seit dem 19. Jhd. (oder auch zu ihren Defiziten an Kultur).
  2. Erzähle mehr .. das macht mich aber neugierig! Was tut er denn Unzüchtiges so? (Brauchst ja keine Namen zu nennen...). Hat mir schon neulich jemand zugeflüstert, welchen Zank es dort wohl gab. Ein paar Andeutungen genügen schon, ich mache mir dann einen Reim draus. :lol:
  3. Die "Marktvereinheitlichung" (ein Nivellierungsprinzip der Kulturindustrie oder meinetwegen auch der "Globalisierung") zwangsnormiert auch die Produkte. Beides geht Hand in Hand und bedingt sich gegenseitig, dies vergißt Du leider. @manfred Auch gibt es nicht den Markt im schwebungsfreien Raum, der irgendwie etwas verlangt. Hört sich ja an, als wenn er Gott wäre. Im Grund wäre das dann ein kosmischer Wert, noch vor "Erschaffung" des Menschen? So leicht kann man sich dies nicht machen. Das wäre eine Steilvorlage für eine Selbstexkulpation. Man muß nicht alles mitmachen und lebt trotzdem weiter. (Und mir geht's trotzdem gut und zunehmend besser) :)
  4. Das Overscreening ist eine Tatsache. Daran braucht auch nicht gezweifelt zu werden. Erste Warnungen hiervor kamen in dieser Stadt bereits Mitte/Ende der 90er Jahre auf, sie finden sich in Expertisen des HDF und der FFA. Der Staat MUSS hier eingreifen (Quotentregelung und Zusatzabgaben an die FFA), denn der Markt regelt es keineswegs zum Guten. Dasselbe gilt für Geburtenkontrolle, Abgasemissionsverordnungen, Kontrolle von ABC-Waffen, Recht auf Wohnraum und Arbeitsplatz etc. pp. Davon ist aus meiner tiefsten Überzeugung nicht einen Millimeter abzugehen, es ist eine Frage der Minimalvernunft und - etwas prosaisch formuliert - am Ende auch des Überlebens. Das klingt sehr übertrieben und dogmatisch, aber das Potential an Nivellierung und Bedrohung lebenswerter Einrichtungen wird auch zu wenig wahrgenommen. Diese sind zu kostbar, um im Malstrom des Marktes widerspruchslos zermalen zu werden. Was sich in dieser Stadt zu 65% auf dem Markt "durchgesetzt" hat (und was dafür geschleift wurde an traditionellen Lichtspieltheatern) ist kultureller Raubbau, die rücksichtslose Machtarroganz sinnlosen Investments, zuungunsten von Film und Kino. Wer hier das noch immer bagatellisiert, steht m.E. selbst in Lohn & Brot gewisser Konzerne (das ist eben so) und greift verständlicherweise auf das Alibi-Argument der Wettbewerbsverzerrung zurück (m.E. entlehnt aus dem Verbalschatz anglo-australisch-amerikanisch "gesteuerter" Kinogruppen, die hierzulande selbst zu genüge verzerren). Ich wünsche mir das Gegenteil dieser "Flurbereinigung", notfalls ein staatlich verordnetes, IN DAS EIGENTUMSRECHT DIREKT EINGREIFENDES Verbot weiterer Ansiedlungen solcher Objekte. Ich wiederhole dies ggf. bei jeder anderen Gelegenheit. (Apropos: wie sieht's denn mit den Münchner Kinoschließungen aus? Bspw. dem Problem GLORIA IM STACHUS u.a. Oder dem Kinosterben in Stuttgart, Hamburg, Cottbus, Leipzig. Kein Wort höre ich hierzu. Bedauerlicherweise. Zugegeben: Berlin ist ein besonders brisanter Fall.)
  5. Haben die ihre 35mm/16mm Anlage demontiert? Sorry, das war von mir eine Verkürzung, da programmatisch betrachtet. Danke für den Einwand. Die Ausrüstung ist dort mit 16mm, 35mm, SR und DD angegeben. Muster- und Rohschnittsichtungen ebenfalls wohl möglich. Lobenswert, lobenswert! Hier die Website des vorbildlichen Szene-Kinobetreibers, der einen außergewöhnlich verständigen Eindruck auf mich machte: http://www.dokument-kino.de/ :)
  6. Ich mache keinen Hehl daraus, daß ich mir diesen teuren DD-Krempel gar nicht erst eingekauft hätte, sondern anderen, wichtigeren Investitionen den Vorzug geben würde (Spartenprogramm, leistungsfähigere Lautsprecher [!], bessere Optiken und vergrößerte Leinwände. Zuallerletzt kann es dann meinetwegen ein DA-20 sein, damit auch die letzte Dumpfbacke an Kinobesucher über das glänzende Schild staunt und glaubhaft wird, man könne damit endlich "Multiplex"-Niveau ein- und überholen). So wie die Lage aber aktuell aussieht (ich versuche mal ungebeten dies möglichst neutral von außen zu prognostizieren), ist es dringend anzuraten, der "Anweisung" dieser Manager-Type zu folgen, auch wenn sie keine Ahnung hat. Der Theaterleiter hat nach meinem Wissen branchenüblich sowie im Zweifels- und Streitfall eine Gesamtverantwortung zu tragen, auch über die Technik. Dies liegt im Sinne des Eigentümers. Mir braucht keiner erzählen, wohin diese "Gesamtverantwortung" oftmals führt, zumal kein einziger dieser mir bekannten Manager Kompetenzen auf mehreren Gebieten aufweist, nur leider muß der Technische Leiter rein rechtlich, auch im Sinne einer nicht schriftlich niedergelegten Betriebsverfassung hier "nachgeben", und weil er der Klügere und Erfahrenere ist. Versetzt man sich in das Selbstverständnis des Managers, gehören diese Anschafffungen und Schilder zum Marketing-Verständnis des Kinos. Hierin sind erhebliche Investitionen bereits geflossen, man begreift sie als Teil eines "Corporate Images". Der Investor fragt irgendwann einmal: Was ist aus meinem Geld geworden? Wo sind die Geräte? Ich würde, wenn ich in der Situation steckte, die Kisten im Sinne des Selbsterhalts wieder schnellstens anschrauben und von Fall zu Fall entscheiden, ob man lieber SR spielt. Nur aus rein arbeitsrechtlichen Gründen, denn ein Insistieren auf die Nachteile aktueller Systeme sowie der Vergleich zu (indertat) hochwertigeren Roadshow-Sytemen früherer Jahrzehnte wird vor einem Arbeitsgericht keinen Bestand haben. Grundlage ist die derzeitige Bewirtschaftungskonstellation mit allen ihren technsichen und ökonomischen Irrationalismen. Somit hätte ich die Sache eventuell (vermutlich) anders eingefädelt: neben die Plastikmaschine FP XX-E so-und-so dann einfach hobbyweise eine DP 70 oder U2 gestellt, ein paar Altec-A 7 Speaker besorgt und hinter die Leinwand gestellt und einige ältere Filme gezeigt, wie das @preston sturges ähnlich durchzog. Wie gesagt: Manager haben selten Gespür für Filmgeschichte, Qualität und Technik, aber sie betrachten es als KRIEGSERKLÄRUNG, wenn ihre multiplexalen Anschaffungen infrage gestellt werden. Werden diese dann tatsächlich "abgerüstet", so wird das noch als Zurückweichen gegenüber der Konkurrenz empfunden. Das gilt womöglich als Eingeständnis von Versagen, als eine Kapitulationserklärung des Betreibers. Kompromißweise empfiehlt sich also der Wiedereinbau der Dinger - und sie ggf. abzuschalten, wenn's peinlich wird. Ich denke, das verhindert einen Krieg, der nicht zugunsten des Technischen Leiters ausgehen wird - ich kann mir dies nicht vorstellen und habe einiges erlebt.
  7. Das "Friedensangebot" (jetzt endlich auch mit einem Projektor) habe ich leider oft als sehr halbherzige, ja als zwanghaft empfundene Umstellung im Szene- und Programmkinosektor konstatieren müssen. Es bleiben die programmatischen, kulturellen und politischen Intentionen unterstützenswert, stehen aber oft (mir als "Politästheten" bis heute unerklärlich!) in einem Spannungsverhältnis zu der in der Szene gefürchteten "Verknechtung durch die Technik", durch die man sich nicht Programminhalte diktieren lassen wolle. Nach der revolutionären Auflehnung gegen die "Großen", oder gegen als Ausbeuter empfundenen Dienstleister und geldschneidererische Verleihfirmen wuchs dann irgendwann doch die "Einsicht in die Notwendigkeit", sich im Programm-Angebot weiter auszudifferenzieren. Es gilt bspw. für Kommunale Kinos und Museumskinos der Primat, Filme in ihren optimierten Formaten (Film als Film, und auch Video als Video oder Video auf Film) zu zeigen. Ein Videofilm kann wichtige gesellschaftliche Funktionen ausfüllen: erst gestern sah ich "Die Rote Kapelle", einen neueren Dok-Film über die kommunistische Widerstandsgruppe im Dritten Reich: in einem extra darauf kondiitonierten Video-Kino in Berlin, dem DOKUMENT KINO. Die Videofassung war auch die angeblich einzig existierende Fassung des Films. Dies Dinge müssen sorgfältig auseinandergehalten werden. Keineswegs genügt es, ein "Friedensangebot" mit "dem Projektor" (mit welchem bitte? Habt Ihr Euch die Type genau überlegt?) auszusprechen. Man sollte eine Liebe zum künstlerischen wie auch technischen Original entwickeln können. Daraus dann entwickelt sich auch ein Bewußtsein über die Wahl der Produktionsinstrumente, deren Gebrauch, Pflege, Erweiterung und ggf. deren Austausch, wenn das alles den gewachsenen Ansprüchen nicht mehr genügt. Insbesondere aber der Respekt vor dem (hochempfindlichen!) Filmmaterial, das sich nicht mit jedem Operateur und Projektor anzufreunden vermag und als Schutzgut anzusehen ist, ist vielerorts Mangelware - im Szene-Kino ebenso wie im Kinocenter/Multiplex. Viel zu selten sehe ich in der Alternativ-Kinoszene die Liebe zum Handwerk, zur Technik und zum ästhetischen Original ausgeprägt, weniger als beim durchschnittlichen Mainstream-Besucher und Betreiber. Manchmal ändert und entwickelt sich dieses Bewußtsein wider Erwarten mit einem gewachsenen Spektrum an filmkundlichen Erfahrungen, oft aber stagniert hier die "Innovationsfähigkeit" der Macher. Dies ist bedauerlich und ein Defizit. Um aber zur normativen Postulation zurückzufinden, und mit @magentacine zu sprechen: Einen im "professionellen Kinoformat" produzierten Film auf Digital Versatile Disc mit oder ohne Scaler an Besucher zu verkaufen, nützt gewiß nicht dem Filmwerk oder den Filmemachern. Die Chance für eine möglichst authentische und begeisternde Performation des Films ist m.E. damit vertan. Eine zweite Chance wird der derart (un)befriedigte Zuschauer dem Film kaum geben wollen, da DVD-Darbietungen einfach Fernsehen auf großer Leinwand darstellen, hiermit schlichterweise die Differenz zum heimischen (kostenfreien) Sehverhalten nicht gegeben ist. Es fehlt hierfür die moralische Legitimation: mieten, kaufen und verkaufen kann man sicher alles Mögliche, nur sollte man auch an die Folgen & "Wirkungen" denken...
  8. @cptpicard @preston sturges: Die Einschätzung des Marktes und der Beseitigung der Probleme des Overscreenings sind postulativ in mir gewachsen: die Dinge verhalten sich m.E. daher doch umgekehrt zu Eurer Analyse. @cptpicard: Die Kopierung mit 960 Fuß setzte erst ein, als die Massenaufträge anders nicht mehr abgewickelt werden konnten. Tlws. werden in einigen Kopierwerken sogar die KODAK-Vorschriften umgangen (KODAK streitet das aber ab). Die Kopienkosten sinken und steigen nicht automatisch inkl. der Mengenrabatte. Das wird einzeln ausgehandelt. In einem laufenden Kopierprozeß, in dem alle konstenexpensiven Vorarbeiten (Dupentwicklung, Bild- und Tonnegative, Lichtbestimmung etc.) bereits abgeschlossen sind, bleiben die Kostenfaktoren bei der Massenkopierung m.E. überall konstant. Sollten sie geringfügig sinken aufgrund der von Dir selbst (!) kritisierten Kopier- und Entwicklungsgeschwindigkeit nebst anderer Vorkommnisse, so ist damit den von Dir gefordernten Qualitätsleveln einer "scharfen" Dolby-Digital-Tonspur nicht genüge getan. Das ist bereits von @denista erkannt worden. Ingesamt können teuere Kopien in Filmtheatern der gehobenen Klasse auch wieder amortisiert werden, das ist ein altes Marktgesetz. Fernerhin werden die Kalkulationen durch die Determination der Wareneinsatzquoten taxiert. Weniger Säle (und dafür bessere, schönere oder auch größere) wären aus meiner Sicht eine Art "Gesundschrumpfung". @preston sturges: "Overscreening" ist kein "Unwort des Jahres", auch kein Schimpfwort, sondern eine Ausdruck für eine Übersättigung des Marktes. Viele Kinosäle sind heute leer, und obwohl etliche Multiplexsäle annehmbarere Bedingungen als die Schachtelkinos älterer Kinocenter offerieren, ist die Auslastungsquote pro Sitzplatz landesweit gesunken. Darüber berichten alle Fach- und Boulevardblätter beinahe alltäglich. Auf Deine Frankfurt-Referenz eingehend, erstaunt mich tatsächlich des öfteren noch heute zu hören, daß etliche Mainstream-Säle am Wochenende annähernd ausverkauft sind (in Berlin undenkbar). In Frankfurt ist demnach also nicht die Spitze des Overscreenings erreicht, bzw. sie wurde längst überschritten oder durch Schließung von Kinos (Zeil. Olympia und vor allem Frankfurts Flaggschiff-Kino, dem Royal-Palast in der Schärfegasse) "kompensiert". Das blendest Du in Deiner Argumentation etwas schönfärberisch aus. Diese Veränderung der Kinoinfrastruktur wird nun allgemein (nicht von mir!) als Verdrängungswettbewerb durch neue Kinoformen angesehen, entweder zurecht geschehen (Schachtelkinos) oder in schädlicher Weise wirkend (Verdrängung schließlich selbst der andersartigen Programmkinos und Großpaläste). Somit kann man diese einschneidenden Änderungen nicht einfach liberalisieren. Es ist außerdem auch kein Geheimnis, daß im Raum Frankfurt bspw. selbst ein Multiplex-Kino [im Süden der Stadt] unter dem Overscreening zu leiden hat (oder es mit verursacht hat). Der Staat sollte daher (wie in Norwegen oder Frankreich) rechtzeitig eingreifen: das ist gewiß grundgesetzlich harter Tobak, ich weiß das. Würden einige der ganz neuen Säle zurückgebaut oder umgenutzt werden (ich ändere meine Forderung ab: keine pauschalen Generalschließungen, aber die Akzeptanz der Kommunen, dass viele Säle überflüssig sind, allesamt das selbe Programm spielen und qualitativ wenig bieten), so würde der Qualität genutzt, einer gesunden Wirtschaftlichkeit der verbleibenden sorgsam gestalteten Kinos Rechnung getragen, und der Reaktivierung alter Spielstätten, die als herausragend galten (Royal-Palast-Frankfurt, Schäfregasse) eine Chance gegeben werden. Dies ist eine Entscheidung FÜR den Kunden, FÜR den Film, FÜR eine gute Technik und Atmosphäre in dieser Branche. Und eine Entscheidung für das Vernünftige und gegen die Willkür und Marktdominanz und die sich abzeichnenden Auflösungssymtome des Kinos. Die Reduktion auf das Sinnvolle und Lebensfähige würde keinesfalls die Programmvielfalt schädigen, wie Du argumentierst. Hier haben wir eine konträre Auffassung der Entwicklungen. Ich bin nämlich der Ansicht, daß das Repertoire bereits seit Ende der 60er-Jahre geschrumpft ist, und seit etwa zehn Jahren auf eine Minimum zurückgefahren wurde. Auch die Vielfalt der Programmkinoszene mit neuen Aufführungen auch avantgardistischen Filmen ist bei etlichen tradierten Programmkino- und Einzelkämpfern zurückgegangen. Zugenommen hat m.E. jedoch die Marktkonzentration. Einige Ketten sind noch größer geworden, und die Dominanz des US-Mainstream-Films ist global gewachsen. Folgedessen ergibt sich im Moment eine VEREINHEITLICHUNUG des Warenangebots (technisch, programmatisch, kinotypologisch). Solche Nivellierungsversuche hat es gewiß zu allen Zeiten gegeben: bereits durch die Kinocenter der 70er/80er Jahre setzte sie ein (und auch das zweite große Kinosterben wurde hierdurch verursacht, obwohl die tradierten Paläste i.d.R. bestehen blieben oder bereits Mitte und Ende der 60er Jahre schlossen). Im Moment ist die Gefahr der Nivellierung auf dem Kinomarkt (entgegen der überraschenden Vielfalt auf dem DVD-Markt!) eine m.E. immense Bedrohung mit kaum absehbaren Folgen. Hier müssen Alternativangebote gemacht werden, die nicht aus dem Multiplex-Sektor kommen, da diese hierzu selten die erforderliche lokale Kompetenz aufweisen. Das geschieht auch täglich, Respekt vor den Einzelkämpfern und engagiert geführten kleineren Ketten! Sofern Du, @preston sturges, in eher a-typischger Weise Vielfalt und Kinokultur auch in einem supermodernen Plex aufrechtzuerhalten vermagst, gebührt hierfür ja ein Kompliment. Aber die Entwicklung der Global Players bei den Kinoketten weltweit tendiert zur Vereinheitlichung und Angleichung. Wenn Du weiterhin die Erfahrungen der Programm- und Kinovielfalt seit Ende der 60er jahre zitierst (und ich adäquate "Filmtheater", groß oder kleine, wie auch inhaltlich oder technisch "werthaltige" Kopien und "perfekt" ausgestattete Roadshow-Theater dazurechenen möchte), so läßt sich sagen, daß diesen Anforderungen zur Zeit nicht entsprochen wird, da diese Angebote ausgelöscht wurden. Und daran ist das sog. Overscreening und das Major-Verleihsystem schuld, und weniger ein Unvermögen individueller Personen und Theaterleiter, die gerne anders handeln würden, wenn sie denn dürften. Sie sollten sich zusammenschließen.
  9. ...und den kopiermaschinen ne bremse einzubauen.... :oops: denista Und die Zeit zurückkurbeln oder vielleicht simulativ nach vorne kurbeln, und das heißt: Schließung von 80% aller Multiplexkinos und Beseitigung des Overscreenings. Dann gibt es auch wieder etwas Luft für analoge Qualitätskopien und hochwertige Projektionen. (Kein Witz!)
  10. Vielleicht den angeblich naturrechtlich verwurzelten Eigennutz und privaten Vorteil. (Verkürzt: "Jeder ist sich selbst der Nächste"). So ungefähr muß ich dies leider interpretieren. (?)
  11. Dann bitte ich Dich persönlich, sämtliche 4 1/2 Tsd. Kinos in Germanien, bevor das Kinosterben einsetzt, aufzusuchen und dort den Ton "einzustellen".
  12. Leider war. In einem Artikel von Johannes Webers (Handbuch der Film- und Videotechnik) resümiert der Autor, mit Einführung des Dolby-A-Lichttons in W-Dtl. 1978/79 hätten sich viele Kinofachleute "die Ohren zugehalten", die an die Güte des vormaligen Magnettons gewöhnt waren. Zwar war ich seinerzeit froh über jeden (neue!) Dolby-A-Kopie, da ansonsten 99% aller Filme in Mono-Lichtton liefen, aber das Knistern (besonders im Surround-Kanal) dervgar nicht mehr so wunderbar "analog reinheitlichen" Tonpiste hinterließ diesen Eindruck: billig, klirrig, plärrig synthetisch. Mit Einführung von SR-Lichtton ergab sich (bis 1992/92) ein deutliche Besserung der Symptome infolge der bekannten 20-bandigen Kompandersysteme. Nur genügte dies schon alles nicht mehr, da dem CD- und Laserdisc-verwöhnten Home-Cinema-Publikum auf digitale Weise bei Spitzenpegeln noch größere "Dynamik" versprochen wurde, implizite Kanaltennung und Spielereien mit dem Split-Surround als die eigentlich revolutionäre Innovation erschien (mir dann allerdings weniger) - und die Folgen sehen und hören wird noch heute. Nicht jede Kino-Digitaltonwiedergabe ist gestört oder pauschal schlecht, sofern alle erforderlichen Komponenten aufeinander abgestimmt sind. Und ich weiß nicht, ob man den alten Dolby-A-Lichtton zurückholen sollte (obwohl es in letzter Zeit bei ganz kleinen Produktionen, die wenig Geld hatten, infolge einer rein analogen Mischung auch hier einen dramatisch verbesserten Ton zu hören gab, der mir in den Musikpassagen "natürlicher" und "reiner" vorkam, als vergleichbare Musik auf den digitalen Filmtonträgern). Die eine obige Anspielung auf die Vorführweisen wollte ich noch einmal kommentieren: es ist wohl leider so, daß heute kein Vorführer mehr die Zeit (oder bei ungerechter Bezahlung die Lust) hat, Vorführungen durchgehend zu überwachen resp. mehrere Sitzungen im Auditorium durchzuführen. Habe mich selbst eine Zeit lang in diese Richtung darum gekümmert, es führte aber zu angeblichen "Verzögerungen" im Einlaß oder zum Unverständnis oder Amusement bei den "schnelleren" Kollegen. Fernerhin stand ich bspw. mit graduierten Ingenieuren, Filmemachern und noch ganz anderen Leuten vor einer Begutachtung, und es stelle sich heraus, daß auch professionell damit beauftragte Persönlichkeiten über ein eingeschränktes Wahrnehmungsvermögen verfügten. Seitdem generell ein Mißtrauen, wenn Kollegen (mich eingeschlossen), die dafür bezahlt wurden, etwas herzurichten, im Stolz auf das eigen Geleistete ein zu positives Bild der Erreichten und Beobachteten abgeben. Mit fällt es ebenfals schwer zu glauben, daß es anderswo noch nie auffällige Anomalitäten mit der Sound-Wiedergabe gab. Ich höre sie jeden Tag irgendwo. Mich erstaunt dies sehr. (Das Bild betreffend ist noch viel Schlimmeres zu berichten.)
  13. Auch als Tarif-Verhandlungskommission? Das wäre schon entscheidend...
  14. Erwiderung zu @odiug: Deine Annahme, daß die digitalen Tonsysteme des Kinos ein ausreichendes Äquvalent für die Güte einer mehrkanaligen, sorgfältig fabrizierten voll-analog produzierten Magnettonkopie darstellen und die Reichhaltigkeit der "Harmonischen" beibehalten etc. pp., sehe ich skeptisch. Wünschenswert wäre es ja, auf preiswertere, und haltbarere Weise ein Tonspur zu schaffen, die optisch mitkopierbar ist, länger hält und in allen Faktoren bessere Klangparamameter aufweist. (Nur eine kurze Anekdote: SOUTH PACIFIC lief seit 1957 zwei Jahre lang [rund 2000 Vorstellungen] in einer einzigen Magnetton-Kopie im Londoner Dominion, heutige 35mm-Kopien mit DD sind oft schon nach 200 Durchläufen schwerwiegend beeinträchtigt.) Diese Idee der Vervollkommnung der optischen Tonspur in Richtung Magnettongüte ist jedoch durch die Fabrikanten der Filmindustrie diskreditiert worden, dies ist mein Eindruck. Ich gebe dem Klangbild des Magnetton (einiger sehr alter Kopien, aber auch noch Kopien der 80er und 90er Jahre auf 70mm, die bereits dynamischer und rauschfreier waren) den Vorzug. Leider wurden die 80er/90er Jahre Magnettonkopien (70mm) aber dolbysiert, d.h. nicht nur durch klangverschlechternde Expander- und Kompandersysteme manipuliert, sondern auch auch in der Anzahl der Fronkanäle: bei gut 98% aller Titel. Es waren nun nicht mehr 5, sondern nur noch 3 Frontkanäle bespeist worden, zugunsten eines neumodischen Pingpong-Tons mit "Splitsurround" oder des Dauergdröhnes via Subwoofer. Dolby SR Analog-Lichtton war dann zwar der bis dato beste Lichtton, aber das Versprechen, die Qualität der 70mm-Magnettonversion sei erreicht worden, erwies sich leider als Augenwischerei. Die digitalen Tonsysteme dann der 90er erwiesen sich (explizit unter Betrachtung der Frontkanal-"Klang"-Qualität) als Fast-food-Sound, wenngleich SSDS - und nach einiger Zeit auch dts - wieder 5 separate Frontkanäle anboten. An dieser Stelle, wo Sounddesign auf 20 Kanälen und mehr betrieben wurde, erinnerte ich bereits an die Kunst der Abmischung auf nur ZWEI Kanälen, die in voller analoger Qualität (erst recht auf den heute verbesserten Magnetton-Emulsionen und mit moderneren Verstärker- und Umspielmöglichkeiten). Selbst diese spartanische Variante erzeugt in meinen Ohren einen musikalischeren und "reineren", d.h. natürlicheren Klang als digitale Filmtonsysteme. @expert grouper: Ich glaube nicht daran, daß die Digitaltonkopien plötzlich störungsfreier werden, wenn man sich unter dem Primat den derzeitigen verschlankten Produktionsweisen einfach nur mehr Mühe gäbe. In den Kopierwerken wird eigentlich geschuftet rund um die Uhr (im Akkord), dabei (leider) mit 960 Fuß Hochgeschwindigkeit kopiert, wie ich schon darstellte, und dabei sind sorgfältige Anfertigungen m.E. nicht mehr garantierbar. Rein technisch sehe ich da Probleme, und auch ökonomisch ist das nicht gewollt, denn die Verleiher drücken beständig mit ganz harten Bandagen die Kopierwerkskosten, das wissen hier leider die Wenigsten! Würde ein Verleiher mehr bezahlen, könnte man jederzeit bessere Kopien fertigen, sogar, wenn man wollte, mit Magnettonspuren. Quintessenz: die derzeitige Fast-food-Qualität ist von den jeweiligen Entscheidungsträgern (Produzent, Verleih, Kino) zumeist mit "spitzer Feder" einkalkuliert, nach dem Motto: "Das merkt ja keiner!".
  15. Ob es einem gefällt oder nicht: es gibt seit 40 Jahren Gewerkschaften auch für die Filmtheaterbranche, egal wie gut oder weniger gut sie sind: immer eine Sache des Mitgliederengagements. Gäbe es sie nicht, so würde es in der Branche noch schlimmer bestellt sein: einige kennen ja noch die "Pauschalarbeitsverträge" aus den Zeiten von UFA-Heinz Riech ("jegliche Überstunden sind im Bruttolohn enthalten"...), der beständig aus dem Arbeitgeberverband austrat oder bei Betriebsratsgründungen in den 80ern in Freiburg sein Kinocenter einfach dicht machte. All das war damals für mich ein Anlaß, sich zur Wehr zu setzen: und alles wurde besser. Wenn es nicht überall so gut läuft, dann wegen der von @varus geschilderten Symptome (einige Plexe beschäftigen ja zu 90% studentische Aushilfen, fernerhin hat sich mit Cineropa ein neuer Arbeitgeberverband gegründet [CineStar, CinemaxX, UFA], der jenseits des HDF entscheidet, mit der Folge der Branchenzersplitterung. Hier muß Ver.di oft Einzelverträge aushandeln, keine einfache Sache). Das Heuern und Feuern hat also seinen Grund, und nicht umsonst steht dieser Tage die bekannte Supermarktkette LIDL am Pranger: die schlechten Arbeitsbedingungen schädigen somit auch das Ansehen einer Firma und vertreiben Kunden (siehe UFA-Geschichte der 70er, 80er und 90er-Jahre). Und ernsthaft motivierte und qualifizierte Kinomitarbeiter bekommt man eben nicht auf LIDL-Niveau, auch wenn einige StarMaxKinowelten von vielem träumen: vielleicht von Robotern als Servicekraft. : "The show must go on!", würde @pepu sagen. Muß sie das?
  16. Mag ja zum Teil zutreffen, nur leider sieht die Praxis nicht so rational aus. In dieser Stadt zumindest ist jede dritte/vierte Digitaltonvorführung, die ich erlebe, von Mängeln und Störungen begleitet. Eine solche Häufung kannte ich vom alten SR-System bis Anfang der 90er Jahre nicht, bei gleich häufigem Kinobesuch. Es ist unumstritten, daß bessere "Einstellungen", Kopien und Anlagen Verbesserungen brächten. Dies war schon immer so. Die hiesige Kritik zielt aber darauf ab (und der Ansatz wurde offenbar nicht richtig verstanden), daß dies die Branche ökonomisch offenbar nicht mehr schafft. Somit eine sicherlich sehr defätistische, resignative und negative Erkenntnis, nach der man dann gewisse "Konsequenzen" zieht und lieber einen "Schritt zurück" geht. Mir ist klar, daß aus dem Selbstverständnis der Techniker (die ja von ihrer Tätigkeit leben müssen) das Postulat einer Regression absurd klingt, aber es ist immerhin das (klaglos leidende und schweigende) Publikum, das nachhaltig von solchen Eindrücken geprägt wird, wovon wir zumeist nichts mitbekommen! (Die Abstimmung findet stillschweigend eben "mit den Füßen" statt, man bleibt zuhause vor der DVD, wo diese Ton-Aussetzer und Bild-Unschärfen nicht passieren).
  17. Das "Orignal" ist nicht wiedergabefähig, sondern nur simulierbar. Die Replik bleibt indes umstritten: der Primat des Studio-Technikers verlangt nach allzeitiger und globaler Reproduzierbarkeit des immer selben Ergebnisses. Dazu kommen Allmachtsfantasien von George Lucas, der am besten alles zu Tode normieren würde. Am Ende haben wir gleichförmige Auditorien. Ich räume ein, dass das Idealbild des akustisch neutralen Raums (oder mehrerer Versions-Räume) einen Sinn macht, was immer man unter "neutral" versteht und welche "Zeitgeistprodukte" man darin abzuspielen wünscht (uralte Filme/Schallplatten oder nur Neues aus den THX/dts/Dolby-Soundstudios). Mein idealer Raum hat ebenfalls einen gewissen Nachhall. Allerdings ist dieses Ideal in der Praxis (siehe bspw. das denkmalgeschützte Auditorium im Saal 1 im Zoo-Palast Berlin) konterkariert. Weder ideal noch neutral, sondern eben real enttäuschend. Mit immer mehr Surround wachsen dort die Probleme, das sollte man mal mit Hubert Henle diskutieren. Hier müßtest Du in der Forderung nach Neutralität eigentlich den Abriß fordern? :?:
  18. Wie in meiner Vorrede herauskommt, geht es mir um geeignete Auditorien und Performationsstrategien. Die Simulation derselben über spezielle Surround-Mischungen erscheint mir eben diskussionswürdig. Du selbst sagtest, mit Surroundton sei das jetzt "besser" darstellbar. Hier habe ich Dich sinngemäß, hoffe ich, richtig zitiert (s.o.). Ebenfalls ist diskutabel, wie hochwertig eine reine 2-Kanal-Stereo-Aufnahme sein kann. Gerade hier kann eine künstlerisch gekonnte Aufnahme und Wiedergabe mehr "Live-Charakter" haben, als die nachträglich zu Tode remixte Konserve. (Siehe die alten Haus-des-Rundfunks-Aufnahmen aus der Masurenallee von Anfang der 40er Jahre, das rieselte mir wie ein Schauer den Rücken herunter).
  19. Die Pfiffe bei "W.S.Story" befinden sich nur am Anfang des Films (dreimal, in meiner Fassung leider nur zweimal, weil beschnitten). Die Pfiffe sind zur Einstimmung ein Ouvertürenersatz, leiten über vom Jetzt und Hier der Bronx in das Auditorium des Lichtspielhauses. Ouvertüren liefen häufig verstärkt unter Surround-Zumischung ("Doktor Schiwago"), danach aber beschränkte man sich zu 99% auf die Kunst der Abmsichung auf 5 oder sogar nur 3 Frontkanälen. Ein richtiges "Filmtheater", dies hat ein Vorredner betont, sollte schon über "Akustik" verfügen. Was nicht heißt, daß man den kleineren (oder den gedämmten Multiplex-Sälen) das Filmabspiel verbieten sollte, denn für diese sind offenbar die modernen Surround-Abmischungen konzipiert, um "Phantom of the Opera" zu simulieren. Wollte nur daran erinnern, was einmal den Ausgangspunkt der Theaterwesens ausmachte, da immer alle beständig etwas "verbessern" möchten, weil offenbar die Performations-Basis der Abspielstätten so ungünstig beschaffen zu sein scheint.
  20. Es ja nicht falsch, die Konfliktvermeidungsstrategie, aber Kinos, in denen die angelieferten Digital-Tonkopien ständig Aussetzer haben (aber eingereichte Beschwerden sang- und klanglos bei den Verleihern auf Gleichgültigkeit stoßen), oder wo die Kassierer/Innen qualmen wie ein Schlot, und sowas vor Publikum oder in technischen Betriebsräumen - da würde auch ich irgendwann sauer werden. Auf diese konflikt-provozierenden Punkte geht hier leider keiner ein. Stattdessen wird zu "Gelassenheit" aufgerufen, wo eigentlich nichts mehr stimmt. Irgendwie weichen wir vom Thema des Threads ab, schade eigentlich.
  21. Mit den Surrounds kann die Akustik eines Theater-/Opern-/Musikal-/Konzertsaales wesentlich besser Eingefangen und Dargestellt werden. Warum gleich "verbessern"? Bei der Bühnenaufführung kommt der Ton von vorne und nicht von "unter dem dem Sitz" oder "aus dem Handy". Es ist dann eine Frage des geeigneten Auditoriums und der Positionierung/Gestaltung von Orchester und Gesangsgruppen. Der Surround-Kanal (so unabdingbar er bei den Action-Filmen ist und eine beachtliche Bereicherung hier darstellt) ist kein "Muß" für einen Musikfilm, vermute ich. :wink:
  22. Willkommen im gestern und morgen! Sorry, aber auch ich würde einen Musikfilm voll analog in Magnetton produzieren, ohne Kom- und Expander, NR, Dolby, CD, JBL, Ultra oder THX-Equipment - am liebsten vom 35mm-Perfoband. Bevor hier das Gelächter ausbricht: ich habe solche Vorführungen (im Atelier) mitgemacht, weiterhin etwa 35 Jahre Hörerfahrungen in Film- und Musikbereichen und habe wenig Vertrauen in das derzeitige Standardequiment der Kinoindustrie. Daher halte ich es für vermessen, wenn man ältere Kollegen (die, auch wenn sie sich rigoros ausdrücken, mitunter seit fast 50 Jahren so einige Erfahrungen in der Branche gesammelt haben) mit Spott übergießt. Hat denn jemand ein so gefestigtes Wissen, daß man solche Einwände einfach niedermacht? Ich kenne genügend alte Tonmeister (mit mehr als einem halben Jahrhundert Berufserfahrung bis hin zur filmischen Digitalon-Ära), die Zweifel an der existenten Digitaltechnik anmelden. Das alte Thema analog vs. digital ist in Fachkreisen der Entwicklungsingenieure und Tonmeister nach wie vor umstritten. Auch unabhängig von der Frage "digital oder analog?" möchte ich erfahren, welche Gründe dafür sprechen, eine Bühnenaufführung mit zusätzlichem Surround-Ton "designen" zu müssen. Erlaubt soll es sein, aber ebenso die Gegenfrage gestattet sein. Ich würde gerne auf eine der eindrucksvollsten Opern-Verfilmungen der Geschichte verweisen: Ingmar Bergmans "Die Zauberflöte" - eine Offenbarung. Der Film wurde mit hochempfindlichen 16mm-Material (von Oscar-Preisträger Sven Nykvist) gedreht und auf Mono-Lichtton hin abgemischt. Erstmals wurde mir als Heranwachsendem die "Atmosphäre" einer Bühnenaufführung nahegebracht, zumal sich alles Geschehen auffällig "im Rahmen hielt". Auch wurde klar, daß man sich Opern, Konzerte, Oratorien und Madrigale in geeigneten Opernhäusern, Konzertsälen oder Kathedralen zu Gemüte ziehen müßte, und lieber nicht als digitale Reserve der Elektronik-Industrie. Auch in dieser Beziehung bleibt der Einwand des Erstredners auf eine Billigversion (statt Opernbesuch) schon diskutabel, wie ich finde. Ketzerisch sei gefragt: Live-Orchester anstelle Digitaltonkonserve? Ja, sehr gerne und viel mehr davon! (Den Film sah ich noch nicht und lasse mich eines Besseren belehren. Allerdings verursachen mir Lloyd-Webber-Musiken eine gemeine Übelkeit: das süßlich Operettenhafte, nur an der Oberfläche kreisende Gefühlige, quasi aus der Retorte der Kulturindustrie "Vermengte" erscheint mir so konfektioniert und berechnend, daß die emotionale und geistige Imagination sich einfach nicht einstellen mag). So sehr man Pauschalurteile vermeiden möchte: hier jedoch gibt es fast nichts, was mich persönlich berührt ... ist vielleicht Geschmackssache (oder etwa eine Altersfrage?).
  23. Na, die Massenaufmärsche am Ende, der Treppenaufstieg zum Führer mit Obersichtperspektive der Kamera und die Läuterung durch den Übervater wirken doch beklemmend. Der Held des Films, ein "normaler Junge" wie bei Spielberg, erlebt seine frühjugendliche Emanzipation weniger im Verbund mit den befremdlich herrührenden, gleichartigen Gefährten, als mit der magischen Übervatergur des Weihnachtsmanns, der auf einem Marktplatz ähnlich dem Nürnberger Parteitag den Massen huldigt. Erst als sich der Junge sich aus der Anonymität der Masse herausgelöst hat und zum Weihnachtsmann (Führer) emporschreitet, setzt seine soziale Reifung ein. So könnte man durchaus filmanalytisch ableiten, aber ein Nazi-Film wird's dennoch nicht.
  24. Die Bildgalerie ist schön. Nun müßte man im Kopf halluzinieren, wie diese Geräte in den ursprünglichen Spielstätten situiert waren und wie die Bildwände dort aussahen, denn gerade an historischen Fotos mangelt es ja, wie wir nunmehr betrauern müssen.
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