Jump to content

cinerama

Mitglieder
  • Content Count

    9466
  • Joined

  • Last visited

  • Days Won

    30

Everything posted by cinerama

  1. Verstehe Dich auch nicht. "Fehler bei der Ausbelichtung" (Du meinst beim Einscannen?): abwegig. Eindeutig Aufnahmefehler, da JEDE Szene des Films massiv wechselnde Bildstrichpositionierungen aufweist, d.h. je Einstellungswechsel. Grundsätzlich: vier verschiedene Bildzentrierungen fielen mir auf, d.h. mit mehreren Kameras und "hard matting" gedreht, wie @TK-Chris und @Preston Sturges auf Anhieb konstatierten. Der "Galapagos-Schwenk" hatte nichts Auffälliges (ausgenommen die crémefarbene Landschaftsanimation), das war eine der wenigen Einstellungen, die die ganze Leinwandfläche komplett ausfüllten. Die wirklich störenden Bildstrichwechsel kommen ausschließlich von Aufnahmen VOR der Nachbearbeitung, die in der Nachbearbeitung auf konventionellem Kopierwerkswege (optischer Printer) sich leicht hätten korrigieren lassen. Gleich die ersten Halbnahaufnahmen auf dem Schiff sowie die Innenaufnahmen in der Kajüte sind dafür selbstredend. Mit CGI (Computer Generated Images) hat das alles nichts zu tun (vielleicht bei anderen Filmen wie "Jurassic Park", wo das Format zw. 1.85 und 1.66 schwankt. Nur waren das sphärische Kopien!). [ich sah den Film heute nochmals (in wachem Zustand). :idea:]
  2. Nach dem amerikanischen Jubiläum am 20.6.1953 wäre heute das deutsche Jubiläum zu thematisieren: Am 4.12.1953 fand im 'Metro im Schwan' in Frankfurt am Main mit "Das Gewand" die erste deutsche Breitwandvorführung nach dem Kriege statt! Obwohl ich (aus technischen Gründen) CinemaScope immer etwas zweit- oder drittklassig gegenüber den größeren Formaten fand, ist es aber ein geschichtliches Ereignis, das in die Tagespresse gehört. Viel gelesen haben ich darüber aber noch nicht - vielleicht haben andere davon etwas mitbekommen? :shock:
  3. Eben nicht. Was willst Du denn dort digital retuschieren? Viel zu teuer. Daher fehlen jetzt Bildinhalte! (Durch konventionell filmtechnische Ausschnittssverkleinerung an der Oxberry ließe sich das einfacher machen. Vielleicht sollte man die digitalen Wege bei diesem Problem zuallerletzt zum Thema machen!)
  4. Aufzuhalten vielleicht nicht, aber ein zweifelhafter Weg ist es in vieler Hinsicht. Über die Vor- und Nachteile schwirrt immer mal wieder in der Fachpresse der alte Artikel des Kopierwerksexperten Rob Hummel herum, "Pros and Cons of 1.85,2.35 and Super 35 Film Formats". Darin werden Unterschiede zur Scope-Aufnahme und auch einige ästhetische Wirkungskriterien angedeutet. Super 35 ist m.E. trotz oder gerade wegen seiner Auf- und Abwärtskompatibilität ein Kompromiß und nie das Optimum. Ich sehe in der Praxis auf der Leinwand dann zwar vermeintlich "Scope"-Filme, die aber aussehen wie im beschnittenen Normalformat gedreht, eben TV-Ästhetik. Wird dann im Dup-Prozess ein Fehler gemacht und nicht - wie James Cameron es meistens macht - mit niederempfindlichem, feinkörnigen Material und anderthalb Blenden Überbelichtung photographiert, sackt das Bild schnell auf das Niveau der 1970er zusammen. "M & C" ist ein hierfür beschriebenes Beispiel. Und mit dem (düpierenden) digitalen Dupnegativ klappte es hier wie dort noch ganz und gar nicht: die Firma Geyer hat diesen Prozeß wieder eingestellt und farbriziert ihre Intemediates wieder auf dem herkömmlichen Wege (ohne digitale Zwischenträger wieder über normale Intermedpositive direkt zum 35mm-Kopierdupnegativ). Auch "Attack of the Clones" sah ja aus wie Umkehrfilm, das lag halt am digitalen Intermediate plus der Aufnahme auf Sony-HDW-900-Elektronik-Kameras (HDTV). Solche Bilder mögen wir nicht.
  5. Eher unwahrscheinlich, da ein falsch justiertes Kompendium kaum eine so scharfe Kante des schwarzen Bereichs erzeugen kann. Man müßte aber die einzelnen Einstellungen auf die verwendete Brennweite hin überprüfen, um das auszuschließen. Das von preston sturges vermutete "hard matting", also eine 2.35-Maske in der S-35-Kamera, wäre denkbar. Im allgemeinen benutzt man S-35 bei solchen effektlastigen Filmen aber gerade deshalb, weil man durch "open gate", also unkaschierte Aufnahme im Stummfilmformat, später leichter Veränderungen des Bildausschnittes und andere Manipulation durchführen kann. Falsch. @magentacine: Selbstverständlich kann ein verstelltes Kompendium scharfe Ränder ins Negativ einbelichten, dies kommt auf die Optik drauf an. Haben wir einen Weitwinkel und eine Entfernung zum Kompendium von vielleicht 40-50 cm, ist der Rand scharf. Sowas kommt auch immer wieder vor, man sieht es ja in den Kopierwerken. Für eine solche Erklärung des Fehlers bei "M & C" spricht auch einiges, denn CGI-Fehler wären bei einer amerikanischen A-Produktion höchstwarscheinlich korrigiert worden, ebenso wie Abweichungen des Bildstrichs bei Hard-matting (daher verwendet man dafür am besten nur eine Kamera wie bei "Bagarozzi"!) sich leicht über den optischen Printer korrigieren ließen. Eher sieht es danach aus, als ob Szenen, die in nur mit einzigen Einstellung noch zusammensetzbar sind, da andere Shots noch unbrauchbarer waren etc., aus einer kompendiumverstellten Aufnahme entnommen wurden. Da können selbst bei Super-35 erhebliche Abschattungen auftreten! Zum erwähnten 3-Perf.-Dreh habe ich etwas im 'Kameramann' wieder gelesen, aber kaum jemand dreht damit. Zumindest in Dtl. ist mir keine Kopiermöglichkeit dafür bekannt, da der Kopierschritt über 3-perf. nicht an jeder Oxberry vollziehbar ist. Da aber Techniscope als Alternative genannt wurde, ist dieses das einfacher zu bearbeitendere Format, wofür es auch noch jede Menge Kameras gibt. Den letzten Ausführungen hingegen von @preston sturges zu digitalen Intermediates schließe ich mich vorbehaltlos an. Diese werden der Praxis gerechter.
  6. Ich hab' das nur kurz gesehen, da übermüdet. Es "könnte" auch ein Aufnahmefehler sein, sodaß bei Verwendung einer kurzen Brennweite das Kompendium solche Abschattungen verursacht. Andererseits sah der Film so flau und körnig aus (obwohl offenbar ein Stilprinzip bei Peter Weir seit "Der einzige Zeuge", um Figuren stärker zu emotionalisieren?), daß man i.d.R. auf Einsatz zu langer Brennweiten schließt. Die Kopie war mir auch viel zu hell. Weiterhin ist die Deutung von @preston sturges interessant, wenngleich ein "hard matting" mir in der Kopierwerkspraxis nur einmal vorkam, beim Super-35-Film "Schlafes Bruder". Ob es die Amerikaner jetzt häufiger so machen?
  7. Über Feelarama folgender Link: http://www.film-tech.com/tips/wsmc.html Dabei die "page 247" bitte lesen. Sensurround war sowohl bei "Kampfstern Galactica" wie auch der Fortsetzung, "Mission Galactica - Angriff der Cylonen", zu erleben. Der Tiefbaß konnte in seiner Effektfülle den heutigen Subbasss bei weitem überflügeln. Feelarama leider nie erlebt, gerne aber würde ich so einmal "Karaktoa" sehen und hören, natürlich in 70mm-Kopie.
  8. Und somit haben wir eine ganze Reihe an Roadshow-Vorführungen und Premieren im MGM/Royal Frankfurt a. M. vor 1968! Ich ergänze: - "Geheimaktion Crossbow" in Panavision (Riesen-Premierenanzeige in FR am 17.9.65, lief in Berlin in superscharfer Scope-Kopie in A.R. 2.55 : 1 mit direktionalem 4-Kanal-Magnetton, der selbst den Ton vieler 70mm-Kopien übertroffen haben soll: angeblich so auch in Frankfurt. Hat ihn jemand in diesem Forum in Fft. seinerzeit gesehen?) - Schon Wochen im Voraus Riesenanzeigen für die Deutschland-Premiere von "Meuterei auf der Bounty" mit exorbitant großem "Ultra Panavison 70"-Logo (die Annonce ist etwa viermal größer als die der anderen Premierenanzeigen ihrer Zeit. Und identisch mit der Berliner Anzeige, wo er in 70mm-Kopie lief. In welchem Format aber lief er in Frankfurt?) - Dreitägige Umbauarbeiten im November 1960 für die Premiere von "Ben-Hur" ("Anläßlich technischer Veränderungen for den Film 'Ben-Hur' Montag, Dienstag und Mittwoch geschlossen!") - Superpremiere mit Großanzeige und Extra-Hinweis "Auf der Riesenbildwand" für "Goldgräber Molly - Der Sensationserfolg in 5 Erdteilen" zu Weihnachten 1964, 23.12.64. Identische Anzeige in Berlin, wo er im dortigen MGM-Theater in 70mm lief). Dies sind immerhin schon zusammen mit "Schiwago" 5 Roadshow-Titel, die ich fand, obwohl ich lediglich 2% der Programme des alten Frankfurter MGM/Royal-Kinos durchforstete. Die Roadshow-Frage ist für mich geklärt. Die Frage bleibt, welche Titel bereits vor 1968 in 70mm-Kopie dort liefen. Da würde ich zunächst die "Bounty" vermuten... Ließe sich dies herausfinden? Herzlichen Dank!
  9. @freund hein: Das Bemühen um eine engagierte Thematisierung der 'Royal'-Schließung muß Dir zugebilligt werden. Da aber Dein Freund @magenta über meine Beiträge Häme (Zit.: "unqualifiziertes Gelabere") vergoß und mich maßregelte (Zit.: "schreibfaul"), dabei ständig "klare Worte und unwiderlegbare Fakten" forderte, die er selbst nicht liefern mochte, sondern Du, müssen nun einige Fehler und m.E. irrige wie auch anfechtbare "Fakten" in Deinen und Ausführungen zur Diskussion gestellt werden, die @magenta als unanfechtbare "Fakten" ankündigte: a. Deine These "kein Roadshow-Kino" vor 1968 ist eine Verkürzung der 'Royal'-Geschichte, Gegenbeispiele ("Ben-Hur"-Umrüstung und Roadshow-Einsatz, Roadshow-Einsätze von "Goldgräber Molly" etc.) Anfang und Mitte der 1960-er Jahre wurden von anderer Seite benannt, aber von Dir und @magenta ignoriert. b. Einige von Dir genannte Filmtitel, die den Roadshow-Charakter anderer Frankfurter Spielstätten in der Zeit vor 1968 beweisen sollten, weil sie 70mm-Distributions-Titel seien, liefen auch dort nur in 35 mm: "In 80 Tagen um die Welt" sowie "Krieg und Frieden" gehören hierzu und sind dennoch zum Teil Roadshow-Aufführungen (siehe z.B. Magnetton- und CineStage-Fassungen von "80 Tage" auf 35 mm=Roadshow-Format!) c. Angeblich teure Umbauten werden als mögliches Hindernis für den Einsatz einer 70mm-"Ben-Hur"-Kopie im Seitenverhältnis 2.75 : 1 von Dir in die Diskussion gebracht. Nur halte ich dies für Spekulation - ich hatte bereits hierzu die Rundbriefe der MGM-Zentrale Deutschland zum "Ben-Bur"-Einsatz zitiert, die ihr Domizil übrigens direkt in den Obergeschossen des 'MGM'-Kinos hatte, in der Schäfergasse 10, und die mit der Absicht nach Deutschland kam, hier Roadshow-Kinos zu betreiben, wie sie überall, in Hamburg, Berlin, London und anderswo, zu bewundern waren d. Deine Frage, wieviele 70mm-Kopien überhaupt gezogen wurden, führt bei Klärung schwankender Distributionspraxen schon weiter. Jedoch: woher stammt die Information, daß "Doktor Schiwago" in 35 mm-Magnetton im 'MGM' anlief? Vermutung oder Fakten? Die Zeitungsannoncen geben immer nur begrenzt und sporadisch Informationen über das Format preis (auch dies führte ich in diesem Thread unter der Überschrift "Frankfurter Verkürzungen" aus), allenfalls ist bei einigen 'MGM'-Pemieren erkennbar, daß anhand der Exklusivität der Auswertung, des Anpreisens der Riesenleinwand oder des Einsatzes einer Magnetton-Kopie (letzteres kann nur anhand anderer Quellen als nur durch Zeitungsannoncen eruiert werden) eine Roadshow-Charakter bestand - eindeutig spätestens mit dem "Ben-Hur"-Umbau im November 1960. Darüber müßte weiter geforscht werden, nicht aber durch retrograde Projektionen die Geschichte uminterpretiert werden ("kein Roadshow", "kein 70mm"). Der Roadshow-Charakter ist nicht zwingend an das 70mm-Format gebunden. Da es aber hier thematisiert wurde, müßte nun in Eurer Logik bereits der DP-70-Einbau von 1957 den Rang des Hauses als Roadshow-Theater zusätzlich bestärken (es hätten hierfür die exklusiven Premieren in CinemaScope, 35mm und Magnetton, aber auch in 35 mm VistaVision mit Perspecta-Ton bereits genügt!). Einige Fakten mehr, wenig Einigkeit nachwievor. Grüße von der Spree
  10. Hallo, wäre es Dir möglich, das Inhaltsverzeichnis via Textbridge-Scan in den Thread zu stellen? Herzlichen Dank für die Mühe! Gruß ebenfalls aus Berlin...
  11. Ich bat Dich, das Gespräch mit mir nicht weiterzuführen. Ist das für Dich akzeptabel?
  12. Dank für den Beitrag des @freund hein, Deines von Dir oft zitierten Freundes Albert. Das ändert dennoch nichts am Roadshow-Charakter des 'MGM-Theater' Fft. a. M. schon vor 1968. Auch @freund hein bestätigt Roadshow-Einsätzte wie die "Doktor Schiwago"-Premiere in 4-Kanal-Magnetton, und ich führte den Umbau des Kinos im November 1960 für die "Ben-Hur"-Premiere an, fügte dem noch andere Magnetton-CinemaScope-Titel wie "Goldgräber Molly" (Zitat der 'MGM-Theater'-Annonce: Auf der Riesenleinwand!) hinzu. Dem tun auch einige 70mm-Einsätze in anderen Frankfurter Häusern keinen Abbruch. Übrigens: nicht immer ist anhand der Zeitungsannoncen "einwandfrei belegbar", lieber @magentacine, ob tatsächlich 70mm-Kopien liefen! Oft ist nur das Verfahrenslogo "Super Technirama 70" oder "Super Panavision [?]" angeführt, ohne direkten Verweis auf das Kopienformat. Daher sind auch einige der Titel, die von @freund hein als 70mm-Roadshow-Starts angeführt wurden, keineswegs in 70mm vor 1968 gelaufen: so etwa "in 80 Tagen um die Welt" (der erst 1968 erstmals in 70mm in Dtl. anlief) wie auch "Krieg und Frieden" (der in West-Dtl. nur dreiteilig von der Constantin in 35mm und in Mono-Lichtton verliehen wurde). Auch legt @freund hein völlig richtig Wert darauf, daß vorerst nur vermutet werden kann, daß 1957 im 'MGM-Theater' noch kein Stereoton installiert war. Für 1960 aber (für die Roadshow-Premiere von "Ben-Hur") zweifelt in diesem Forum keiner mehr daran, ebesowenig wie am Roadshow-Status des Hauses. @freund hein fragt berechtigt, wiewenige 70mm-Kopien überhaupt zur Verfügung standen, ob dies nicht ein Grund für 35mm-Einsätze war. Dazu ergänze ich, daß für "Ben-Hur" zur EA 1960 etwa weltweit nur ca. 80 Kopien gezogen wurden, von denen in Dtl. zumindest im "Savoy" in Hamburg und im "Delphi" in Berlin eine 70mm-Kopie anlief. Ich vermute auch noch in München. Bei "Doktor Schiwago" wurde dann 1966 die bis dato höchste Kopienzahl für 70mm erreicht, fast 400 Kopien. Auch liefen Mitte der 60er Jahre viele 70mm-Kopien still und bescheiden und ohne extra Formathinweis in div. Roadshow-Kinos (z.B. "Erster Sieg", "Wild Bunch", "Circus Welt" im Berliner 'Zoo-Palast' u.a.), sodaß selbst im 'MGM' Fft. von "Schiwago" nicht unbedingt ein 35mm-Einsatz (für mich aus der Ferne) als sicher gilt. Die Leinwand per se - da von @freund hein für "Ben-Hur" das "Ultra Panavision 70"-Format genannt wurde, obwohl es sich doch um "MGM Camera 65" handelt - hätte im Frankfurter 'MGM-Theater' als lange schon vor 1968 beworbene "Riesenleinwand" für dieses Format vollauf genügt. Die Annahme, es wären teure Investitionen für einen nach CinemaScope nochmaligen Umbau der Filmtheater für eine überbreites Seitenverhältnis bei 70mm für das MGM Fft. erforderlich gewesen, worauf Filme vielleicht "nur" in 35mm gespielt wurden, entspricht nicht unbedingt den damaligen Erfordernissen. Wortwörtlich zitiere ich aus der Mitteilung der Metro-Goldwyn-Mayer-Filmgesellschaft - Zentrale Frankfurt a.M. den Verkaufsleiter Walter E. Hammer: "Nachstehend machen wir Sie mit den technischen Einzelheiten für die Vorführung unseres Filmes BEN-HUR, wie sie uns von New York aufgegeben wurden, bekannt. (...) Unter bestimmten Umständen muß warscheinlich das Bildseitenverhältnis auf 2,34 reduziert werden, um den architektonischen Verhältnissen der Theater zu entsprechen (...) Um das Bildseitenverhältnis zu reduzieren, muß gleichfalls die Breite des Bildfensters verringert werden. (...) Der Präsident unserer Gesellschaft, Mr. Morton Spring, machte es uns zur Auflage, daß BEN-HUR - sei es auf 70 mm oder aber auf 35 mm - nur in solchen Theatern zur Vorführung gelangt, die über die dem höchsten Qualitätsstandard entsprechenden Feinheiten verfügen." Dem füge ich hinzu, daß sich sowohl für MGM-Camera-65-Kopien wie auch für Ultra-Panavision-70-Kopien anfangs stark gekrümmte (Super-)Cinerama-Leinwände, wie sie für das 'MGM' Fft. erst 1968 mit Spezialoptik verwendet wurden, wegen großer Unschärfen als untauglich erwiesen (im Berliner 'MGM' baute man extra für die Premiere "Meuterei auf der Bounty" 1962 eine 36 Meter breite Flachleinwand ein!), und man anfangs flache oder weniger gekrümmte Leinwände präferierte. Insofern eignete sich die Roadshow-"Riesenleinwand" im Frankfurter 'MGM' vor 1968 durchaus für alle Einstreifen-Formate und Projektionsobjektive seiner Zeit. Letztens noch die Auffreihung, daß auch Berlin viele große und kleine Roadshow-Kinos hatte: das 'Capitol" am Lehniner Platz (mit CinemaScope, Cinerama, Super Cinerama, 70mm Todd-AO, Ultra Panavision) war mit etwa nur 600 Sitzplätzen lange Zeit das kleinste, aber bestaufgestatteteste Roadshow-Kino; das größte demgegenüber war das Weddinger 'Corso' mit "nur" 4-Kanal-Magnetton und 35mm, aber etlichen exklusiven Premieren und den Internationalen Filmfestspielen mit 2000 Sitzplätzen; dann mit 2060 Plätzen und der größten Bildwand Europas kam 1962 der Neuköllner 'Europa-Palast' mit Exklusivpremieren von 4-Kanal-Magnettonfilmen ("Kanonenboot am Jangtse Kiang") hinzu; der 'Titania-Palast' mit 1920 Plätzen und ab 1061 exklusiven 70mm-Premieren; der 'Zoo-Palast' mit 1204 Plätzen ab 1957 und "nur" mit 4-Kanal-Magnetton und exklusiven 35mm-Premieren; das 'MGM'-Theater Kurfürstendamm ab 1956 mit 1008 Sitzplätzen und anfangs "nur" mit 35 mm, aber mit "Riesenleinwand" und 4-Kanal-Magnetton; ab 1965 'City' und 'Royal'-Palast' im Europacenter mit 620 bzw. 940 Pl. und 35mm/70mm-Magnetton; 'Delphi-Filmpalast am Zoo' mit 1169 Pl. ab 1949 mit 3-D und ab 1954 auch mit CinemaScope-Magnetton, ab 1968 mit 70mm; das 'Filmtheater im Sportpalast' mit Cinemiracle und 70mm ab 1963; weiterhin die 'Filmbühne Wien" ab 1954 lange Zeit exklusiv mit Premieren in CinemaScope und 4-Kanal-Magnetton auf kleinerer Flachleinwand mit ; mit 625 Pl. ab 1987 der 'Gloria-Palast' mit Elf-Meter-Flachleinwand, aber als erstes Kino Berlins mit Dolby-Digital-Premieren wie auch marginalem 70mm-Matinee-Programm; der 'Filmpalast Berlin' mit nur 507 Pl., aber mit 13-Meter-CinemaScope-LW, auf der auch beschnitten 70mm vorgeführt wurde; die Berliner 'Urania' mit 805 Pl., die ab 1992 70mm-Filme zeigte, aber kein 4-Kanal-Magnetton hat, dafür aber mit Taktgebern Stummfilmmaufführungen mit Orchesterbegleitung ermöglicht; das 'Arsenal' ab 2000, das Super-8, 16mm, 35mm, 70mm, Video vorführen kann - obwohl es fast nie 70mm zeigt ... alle diese Säle sind aufgrund ihres Exklusivcharakters bei vielen Veranstaltungen und/oder mit Blick auf ihr technisches Equipment als "Roadshow"-Kinos einzustufen, erst recht das ehemalige Frankfurter 'MGM-Theater' in der Schäfergasse, was Zeitzeugen in diesem Thread bereits mehrfach bestätigt haben. Folgende Thesen wurden von a) @cinerama und b) @magentacine am 9.8.2003 vertreten, die nunmehr nach Monaten zu enervierender Rechthaberei führten, Zitat: @cinerama: "Selbstverständlich wußte ich auch, daß die MGM-Kinos eher flache LW hatten - trotzdem aber waren sie 70mm-Roadshow-Theater, wenn auch in Fft. andere Kinos mehr davon zeigten. @magentacine: "Nein, eben das stimmt nicht. Das frankfurter MGM war bis in die Sechziger KEIN Roadshow-Theater und gehörte auch nicht zu den größten Kinos". Aufgrund erst solcher nicht unbedingt sachlichen Anwürfe bitte ich @magentacine, von weiterer Kommunikation in diesem Thread abzusehen. Gerne antworte ich @freund hein, der sich im Gegensatz zu Dir wirklich große Mühe mit der Recherche machte und sich eines achtungsvolleren Tons bedient.
  13. cinerama

    3 D

    Letztmals vor 14 jahren in 3-D-Stereovision gesehen (Hochkantbilder Seite-an Seite mit Anamorphot für Projektion), fand ich DIAL M FOR MURDER etwas unspektakulär, die Effekte waren sehr sparsam, dennoch aber nicht unbedingt dramaturisch umwerfend umgesetzt. Aber dieser Eindruck kann revidiert werden: in Berlin hat das Kino CITY (heutiger 'Royal-Palast' - Kino 2) noch eine Silber-Riesenleinwand. Ein guter Schauplatz für eine 3-D-Retrospektive. Auch die Berliner Filmfestspiele (unter dem früh verstorbenen Kinematheksmitarbeiter Hagemann) machten 1983 eine 3-D-Retrospektive zu den Filmfestspielen im Kino ASTOR.
  14. Nein, "Devil within Her" in "Vibrasound" habe ich nicht aus "Widescreen Movies". Ich war ja schon von Dir "vorgewarnt". Erinnerte mich an den Titel aufgrund der Annoncen amerikanischer Theater. Gibt zum Film evt. auch über Internet Informationen, wer's bestätigt haben möchte. Verglichen mit "Widerscreen Movies" und dem Berliner Kinematheks-Buch "CinemaScope - zur Geschichte der Breitwandfilme" bietet die Website "American Widescreenmuseum" zwar die hübschesten Fotos, aber den geringsten diskursiven Anspruch. Außerdem noch weniger zum osteuropäischen Bereich - vulgärer Ami-Zentrismus und reine 60er-Jahre Nostalgie. :x
  15. In Vibrasound abgemischt wurde auch "Beyond The Door", auch unter "Devil within Her" (USA 1974) in USA verliehen. Ein Horrorfilm in der Folge des "Exorzist". Der Bariton-Stimme des Dämonen sollen hierbei die Frequenzsignale von Vibrasound überlagert worden sein, der Film gilt es einer der schlechteten der Welt, wurde aber im US-Einstz mit Vibrasound beworben. Zu Hayes/Carr eine Anmerkung: Es ist heute leicht, über die Fehler zu räsonieren. Zur Zeit der Herausgabe des Werks war es einzigartig und stellt eine enorme Recherchearbeit dar, die dso nur von mehreren Personen über Jahre hinweg betrieben werden kann. Zwar stützten sich die Autoren auch auf ihre jahrzehntelang angehäuften Sammlungen und Unterlagen, aber auch das Anschreiben sehr vieler Filmtechnik-Firmen, die um Auskünfte gebeten wurden, ist Sysiphos-Arbeit. Ich hatte mal Einblick in solche Firmenkorrespondenzen, es ist äußerst langwierig und mit Risiken von Erinnerungslücken verknüpft. Es ist schlechterdings unmöglich, eine fehlerfreie Arbeit angesichts dieses Pensums abzuleisten.Allenfallls störte mich die Geringsschätzung der osteuropäischen Verfahren und Systeme, die nur grob angedeutet wurden, abgehakt unter der Rubrik des "Eisernen Vorhangs". Wirklich sehr schwach und zu falschen Schlüssen führend war indessen die Monografie von Wolfgang Jacobsen und Helga Belach zur Retrospektive der Internationalen Filmfestspiele Berlin 1993: "CinemaScope - Zur Geschichte der Breitwandfilme": Von Systematik und Recherche keine Spur.
  16. Da würde ich beiden Vergleichen in einem Punkt widersprechen: der Anblick der Erde aus dem Weltraum läßt Kontinente zur Perepherie hin zusammenschmelzen, als komprimierender Effekt ähnlich dem Anblick in einen Konvexspiegel. Bei einer hier diskutierten Super Cinerama-Leinwand (ca. 120 Grad) wie im Frankfurter ROYAL ist eine konkave Fläche gegeben, der Effekt an den Bildrändern ist horizontal überdehnt: nicht "Strichmännchen", sondern "Drückeberger" könnte man es nennen. Ein dafür prädestinierter Film etwa, gedreht wie 1955/56 mit der Bugeye-Linse Michael Todds ("Oklahoma!", "In 80 Tagen um die Welt") bewirkt von vorneherein eine komprimierende Aufzeichnung zu den Bildrändern. Da derartige Todd-AO-Filme (70mm-Standardformat) ebenfalls auf tiefgekrümmte Bildwände projiziert wurden - leicht abweichend mit einer ellipsoiden Krümmung - kompensierten sich die normalerweise an den Bildwandflanken auftretenden Verzerrungen. Trotzdem bot Philips ab ca. 1960 mit seiner BF-Serie Optiken an, die laterale Verzeichnungen minderten, was auf das von @magentacine erwähnte "rote" Cinerama-Objektiv keinesfalls zutrifft. Fernerhin eruieren die vielen von mir gescannten Zeitungsausschnitte, daß das Frankfurter ROYAL sehr wohl vor seinem Umbau 1967 zahlreiche "Roadshow"-Einsätze durchführte. Aber bereits die technische Voraussetzung (ohne einen einzigen Filmeinsatz) für Sonderformate würde es in meinen Augen als solches klassifizieren. Da weiterhin andere Frankfurter Roadshow-Kinos vor 1968 wie etwa der GRAND PALAST, der FILMPALAST, der TURMPALAST oder das METRO IM SCHWAN zahlenmäßig mit dem ROYAL in puncto Roadshow-Einsätze gleichauf lagen und allesamt über 35mm-Projektion mit 4-Kanal-Magnetton sowie 70mm-Projektion mit 6-Kanal-Magnetton verfügten und diese einsetzten, müßte in der Logik von @magentacine auch diesen Häusern der Roadshow-Status abgesprochen (oder neuerdings relativiert) werden. Aber im Ernst: der gehäufte Einsatz von 70mm-Kopien ab 1968 im ROYAL klassifiziert dieses nicht "erstmals" als Roadshow-Theater. Die Häufung ab Ende der 60er-Jahre war auch für Berlin typisch (Premieren + Repertoire-Einstätze in DELPHI, MGM und ROYAL), da der allgemeine Rückgang des Programmniveaus und eine höhere Zahl an Premieren-Titeln und Kopien des 70mm-Formats dieses förmlich anboten und überdies einige andere der o.g. Frankfurter Roadshow-Kinos bereits geschlossen hatten. Diese Marktlücke machte es dem MGM/ROYAL möglich, sich auf das Breitfilmformat (das ist nur ein mögliches Glied innerhalb einer Roadshow-Verwertung) zu konzentrieren. Ist man jedoch bemüht, eine historische Balance zu halten, so beginnt das Roadshow-Kino nicht erst mit verstärkten Repertoire-Einsätzen, sondern bereits mit dem Zeitpunkt der technischen Equipierung des betreffenden Kinos, umso mehr im Falle eines Einsatzes betreffenden Kopien in Exklusivauswertung. Soviel zu @magentacine, dem ich nachwievor dankbar wäre, wenn für den DP-70-Einbau schon im Jahre 1957 ein Bericht/Dokument vorgelegt würde. Umgekehrt bin ich gerne bereit, einige Anzeigematern des ROYAL/MGM im Forum vorzustellen, die evt. in der Gallery den Schließungsphotos des Frankfurter ROYAL anbeigefügt werden könnten (dies als Frage an den Administrator!). Gruß von der Spree ...
  17. Auch diese Schilderung hinterläßt mich ratlos. Zweck des erwähnten Cinerama-Objektivs war es, bei 70-mm-Film für eine gleichmäßige Schärfe über den Bogen einer gekrümmten Super-Cinerama-Leinwand zu garantieren. Auch wenn mehr versprochen und hier angenommen wird, ist eine "verzeichnungsfreie" Wiedergabe über den gesamten Rundhorizont damit leider nicht möglich: die Flanken der Bildwand zeigen wie bei jedem anderen hemisphärischen Kinobjektiv deutliche Dehnungen. Da ich damit im Berliner Royal-Palast gearbeitet hatte, dessen Bildwand über eine identische Krümmung verfügt, kann ich für diese Aussage bürgen. Überdies wurden im Frankfurter Royal-Palast bei 70-mm-Format die 70mm-Cinerama-Objektive nicht wie erwähnt gegen Super-Kiptare, sondern gegen T-Kiptagone der Firma ISCO ausgetauscht. Was nicht ausschließt, daß für die 35-mm-Formate Super-Kiptare eingesetzt wurden. Alle erwähnten Objektive sind weder zeitgemäß noch weiterzuempfehlen. (Vgl. hierzu den erhellenden Bericht von Stefan.2, der aufzeigt, welche Optiken tatsächlich die Verzerrungen auf gebogenen Bildwänden kompensieren - zu finden in der Gallery: http://gallery.filmvorfuehrer.de/galler...ilm&page=2) Es grüßt aus B.
  18. Daher nochmals mein Widerspruch zu Deiner These, das ROYAL sei erst ab 1968 Roadshow-Theater gewesen. Davon solltest Du Dich verabschieden. Ohne aus der Ferne alle Begebenheiten kennen oder beurteilen zu können, ist zumindest aus meiner Ansicht klar, was in keinem Falle zutrifft. Mit "Ben-Hur", "Goldgräber Molly" liefen Jahre vor Umbau des Kinos im Jahre 1967 bereits Roadshow-Filme und wurden in den Zeitungen mit Projektion auf "Riesenleinwand" beworben. Bereits Mitte der 60er Jahre spielten die vormals großen Roadshow-Theater wie Grand-Palast entweder nur noch Italo- und Billigproduktionen oder sie hatten längst geschlossen, wie der Grand Palast. Allenfalls das Metro im Schwan spielte gelegentlich 70mm-FIlme und auch der Turm-Palast, beide SIND somit Roadshow-Theater ebenso wie das ROYAL. Selten wurde aber damit geworben, daß ein Film "in 70mm" liefe, zumal die Formatlogos wie Camera 65, Super Technirama, Super Panavision 70 hierfür ausreichend und vielsagend genug erschienen. Dennoch liefen viele 70mm-Kopien zu dieser Zeit, und es ist eine Verkürzung, daß es erst ab 1968 "so richtig los ging". Vermutlich ist bei Euch die Fehleinschätzung darauf zurückzuführen, daß intensiv erst ab Mitte/Ende der 60er Jahre (und zuvorderst durch MGM) mit einer Vorführung "in 70mm" geworben wurde. Diese Kürzel anstatt der imposanteren Formatlogos schien nunmehr greifbarer und verständlicher. Ein weiterer Beitrag sprach davon, erst 1967 sei auf 70mm umgebaut worden. Dem aber widerpricht Deine Behauptung, von Anfang an, also seit 1957, hätten (laut Programmheft) dort DP 70-Maschinen gestanden. Dies hast Du bitte in diesem Forum nachzureichen, wo Du es ja publiziert hast, bitte aber nicht mich an Deine Bekannten weiterzureichen. Du vertrittst diese These und mußt sie beweisen. Ich halte sie für ungewöhnlich und erstaunlich (!), da wie gesagt nur das Hamburger SAVOY und das Münchner ROYAL (erst im Sommer 1957) auf 70mm ausgerüstet waren, was bislang über Einbau solcher Systeme hierzulande als gesicherte Überlieferung gilt. Da mich die Frankfurter ROYAL-Technik von 1957 interessiert, habe ich bis auf weiteres Zweifel daran, a) daß erst 1967 oder b) schon 1957 DP 70-Maschinen eingebaut worden seien. Hier liegen eklatante Widersprüche vor, die bitte Ihr als Frankfurter zu klären habt! Jedenfalls ist für mich eine mögliche Variante, wann sonst dort 70mm eingbaut worden sein könnte, die Zeit Mitte November 1960, als während der Vorführungen von "The Fast and the Furious" dort der Spielbetrieb für drei Tage unterbrochen wurde, um mit "Ben-Hur" wiederzueröffnen. Und hier glaube ich kaum, daß man drei Tage den Spielbetrieb einstellt, um einige Surround-Lautsprecher zu installieren oder im Vorführraum einen Magnettonverstärker zu installieren? Dazu fallen mir nur zwei Gründe ein: entweder wurde die Bildwandkonstruktion geändert, oder neue Projektoren (DP 70?) eingebaut. Die hier aufgetretenen Widersprüche bitte ich durch die Frankfurter einmal zu klären. Deine "Roadshow-Thesen" (seit Monaten Deine Behauptung, das ROYAL sei vor 1968 kein Roadshow-Kino gewesen) und Deine realen Kenntnisse des Spielplans des ROYAL, @magentacine, waren derart widersprüchlich und lückenhaft, daß bei meiner Zeitungslektüre diese Wertungen und Klassifizierungen gegenstandslos wurden. Gerne bitte ich Dich zum dritten Male, zumindest andere "Fakten", auf die Du Dich gerne berufst, zur Klärung der in diesem Thread aufgetretenen allgemeinen Widersprüche nachzureichen: nicht etwa nur, um mich damit zu beglücken, sondern um dem Thema hier gerecht zu werden.
  19. Das ist als erfreulicheres Beispiel nur leider nicht überall die Regel. Für CinemaxX und UCI kann ich das leider nur in allerseltensten Fällen beobachten, nachdem, was ich mitbekam. Verglichen also mit dem "Durchschnitt" vieler oder der meisten MPXe war also das Frankfurter ROYAL durchaus universeller ausgerüstet und konnte (leider Stummfilme ausgenommen) die standardisierten Normal- und Breitfilmformate wiedergeben und machte davon in seiner Geschichte rege Gebrauch. Leider sind die meisten moderneren Fabrikkinos lediglich für Scope (oft nur auf 2.0 : 1!) und 1.85 (oft ebenfalls auf fast 2.0 : 1 aufgeblasen) ausgestattet. Allerdings war das bereits ein Problem der Schachtelkinos von Riech und anderen Betreibern dieser Ära, wo der Bildbeschnitt ebenfalls an der Tagesordnung war. Demgegenüber waren die MPXe plötzlich eine Erlösung, denn zumindest diese zwei Formate (Scope und 1.85) wurden zumindest in der Anfangszeit und vom Anspruch her deutlich heller, schärfer und größer projiziert nebst Grundausstattung der Tonsysteme SR und Dolby-Digital (inzwischen sollen etliche MPXe ebenfalls auf Schachtelkinosniveau abgesackt sein, vgl. CineStar-Kinos Potsd. Pl. u.a.) Leider fehlen in den heutigen MPXen sehr oft wiederum die Vorhänge und ein Gong, was kurioserweise selbst bei Riechs "Schachtelkinos" ein "Muß" war! Geht man heute in die wenigen, noch verbliebenen Schachteln Riechs, die noch bis vor kurzem bestanden (etwa Kurbel 2-5 und Royal 3-5 in Berlin), fängt man an, den Blümchenteppich, den Kitschvorhang und die ver(un)zierten Wände "zu lieben", denn auch das ist Charakter, wenngleich der Charme der Vulgarität verströmt wird. Säle etwa der UCI aber haben nichts von alledem, weder kann man darüber snobistisch herziehen, noch sich darüber ärgern, noch daran erfreuen. Tote, uniforme Kinos - bllig und in Modulbauweise auf Abriß hin konzipiert... Dennoch lagen auch die Palast- und Roadshow-Kinos der Fiftees and Sixtees zuletzt gelegentlich selbst unter dem Niveau übelster Schachtel- und Pornokinos: im Europa Essen und im Royal Berlin waren in den 80er Jahren die Bilder derart dunkel, das man das Schachtelkino (zumindest dort mit einer Cinelux Ultra Optik, da Mitte/Ender der 70er Jahre erbaut) den Riesenleinwänden nebst Objektiv"kübeln" der Sixtees vorzog. Eines aber sollte man nicht vergessen: architektonisch waren die in den 50er und 60er Jahren erbauten Häuser etwas Großartiges: Raumvolumen, Werkstoffe, Breite, Leinwandkrümmungen u.a. sind etwas, was ohne weiteres nicht in einem MPX adaptierbar ist. Anderenfalls könnte man heute wirklich glücklich sein! Da also die großen Roadshow-Häuser heruntergewirtschaftet wurden, selten noch engagiert betrieben wurden und die wirklich engagierten Kinomacher die Programmkinos (mit zumeist kleineren und anfangs noch kargen) Sälen zur Speerspitze einer lebendigen Bewegung machten, mußten die Dinosaurier-Kinos den jetzigen Kino-Kaufhäusern weichen. In USA läuft das eben etwas anders (Pacific's Cinerama Dome L.A., Cinerama Seattle, Villa Theatre Utah), wo alte Roadshow-Häuser und noch ältere Paläste der Zwanziger und Dreißiger tlws. erhalten und renoviert wurden und bestens laufen. In Deutschland indessen tobt die Abrißbirne: hierzulande scheint sich eine Gruppe einer Handvoll Großbetreiber dazu auserkoren zu haben, die Zukunft des Kinos zu diktieren. Dabei stören Einzelkinos u.a. Betriebsformen; auch, wenn diese sporadisch immer noch (zum Schein?) von einigen Firmen wie Kieft und Flebbe nebenher weiterbetrieben werden, vermutlich nur, um gar nicht erst Konkurrenz aufstrebender Kinoakteure zuzulassen. Nicht aber aus Verantwortung, Idealismus, Konzeptionsfreudigkeit oder historischen Gründen gibt es diese Säle, sondern aus Gründen der Lokalpräsenz - denn sobald rote Zahlen ins Haus stehen, schließt man umgehendst. Somit wird aufgrund tagespolitischer Bilanzen etwas abgeschossen, was oftmals und langfrisitg ein bedeutenderes Potential hätte bieten können, gerade dann, wenn die Kinokaufhäuser einmal außer Mode gekommen sein werden. Und das - davon bin ich überzeugt - wird früher oder später wohl anstehen? Dann aber gibt es vielleicht nur noch die Sintflut... mir jedenfalls fiele partout keine neue Filmtheaterform mehr ein, aber vielleicht sind ja andere mit mehr Phantasie gesegnet? Auch z.B. in Norwegen ist das anders, da dort die Kinos in staatlicher Hand sind. Ein vergleichbarer und zerstörerischer Irrationalismus wie anderswo in Europa und mittlerweile weltweit, ist dort nicht zu befürchten. Da nach dem Frankfurter ROYAL evt. das Berliner ROYAL als nächstes auf der Abschußliste steht, sehe ich mich außerstande, an MPXe Zugeständnisse zu machen, selbst wenn diese tlws. und zeitweise vorbildlich betrieben würden.
  20. Dank für den Hinweis! Durchaus hilfreich, wenn aus dieser Richtung heute solidere Informationen über das Frankfurter MGM/Royal zu erhoffen sind. Vielleicht kann er sich ja (der hier überwiegend gelobte ehemalige Verwaltungsleiter des Frankfurter ROYAL) - damit mehr Objektivität einkehrt - über die Kinopolitik seines früheren Hauses und Arbeitgebers äußern? Und die Widersprüchlicheiten in diesem Thread klären. Trotz der ansonsten sehr fachkundigen Darstellung sei auch hier (hoffentlich erlaubter Widerspruch) angemeldet: Das Frankfurter ROYAL kann nicht "das erste Filmtheater einer amerikanischen Firma in Deutschland" gewesen sein, zumal das MGM Berlin bereits im Dezember 1956 eröffnete. Was wiederum nicht heißt, daß dieses nun das allererte sei... :!:
  21. Also hier würde ich auch noch einmal einhaken: Laut "Filmblätter" wurde die europaweit erste volltransistorisierte Tonanlage im Mai 1965 und im Juni 1965 in CITY und ROYAL PALAST im Berliner Europacenter eingebaut. Die Marke hieß "Oma-6" (von Philips Eindhoven), ich habe sie noch in ausgebautem Zustand in einer Rümpelkammer des Europacenters gesehen, bevor sie leider entsorgt wurde. Fernerhin glaube ich, daß 99.9 % aller Multiplex-Säle nicht "rundum" in der Lage sind, Filme ordentlich zu projizieren (für 1.85 und Scope kommt es dort aber i.d.R. gut rüber): wir wissen alle, daß Überblendungsprojektoren rar sind, Bildformate für 1.37 und selbst bereits 1.66 selten sind, und auch der Ton hinsichtlich dessen, was außerhalb von Dolby-Digital und DTS liegt, unterdimensioniert ist. Ganz zu schweigen vom standardisierten 70mm-Format. Demhingegen schien mir bei meinem letzten Besuch im Vorführraum des Tradeshow-/Roadshow-Theaters ROYAL PALAST in Frankfurt am Main dieses Kino durchaus die gängigen Features noch aufzuweisen. Auch ist für mich nicht recht falsifizierbar, warum nicht auch neuere Filme (da der Aspekt der affektiven Erinnerung gerade als identitätsbindend angesprochen wurde) in alten, dennoch aber renovierten und großen Palästen laufen sollten? Dort würden die Herren der Ringe und Matrix-Abenteuer besser zur Geltung kommen, als in leider uniformen Mutiplex-Sälen, die fast alle nur mittelgroß sind, fast nie Leinwandbreiten über 20 Metern aufweisen, weder persönliche Ausstrahlung und nur bedingt architektonischen Saal-Charakter besitzen und die o.g. Features fast nie aufweisen. In der Landwirtschaft nennt man dies "Monokultur". Obwohl Multiplexe ein Forschritt zur verschachtelten deutschen Kinolandschaft waren, so sind sie dennoch ein schwaches Abbild der hier thematisierten Roadshow-Kinos und - öknomisch betrachtet - deren Widersacher, Nachfolger und warscheinlich Schlußlichter der Kinematographie. Allerdings sind solche Thesen strittig, denn auch Kaufhäuser (diese können durchaus luxuriös wirken) erfreuen sich aufgrund diverser Synergieeffekte und einer breitgestreuten Angebotspalette großer Beliebtheit, und dieser Angebotsanballung sind ältere Spielstätten indertat kaum gewachsen (es sei denn, man zeigte wieder Wide-gauge-Kopien und/oder macht dort Programmkino)
  22. Haben wir. Solltest Du. Kann mich nicht erinnern, 2001 als (Wieder-)Eröffnungsfilm genannt zu haben, wie preston sturges klargestellt hat, wurde mit GRAND PRIX eröffnet. Soviel zu "Zeitzeugen" ! Erinnern ist ja ganz schön, aber im Zweifelsfall sollte man sich an Gedrucktes halten. Das komplette Programmheft, welches Albert Knapp anläßlich der Royal-Abschlußveranstaltung besorgt hat, war in Reproduktion im Foyer ausgehängt, bis jetzt hat mich niemand danach gefragt, so daß ich es auch nie gescannt habe. Man muß nur fragen! :) . Mein letzter Hinweis auf Royal-relevante Dokumente wurde von Dir mit dem abschätzigen Hinweis abgetan, Dich interessierten nur Bilder, das Papier überließest Du gern anderen. Also warum das Geschrei? :? Nun, vornehmlich besitzt Ihr kaum historische Fotos zum ROYAL, was eine Aufgabe bleibt. Das Papier (Dokumente) überlasse ich keineswegs anderen, ich äußerte jedoch Folgendes, da Du kaum etwas über Spielpläne mitteilen konntest und somit plötzlich Fotos relevant wurden: "Da helfen auch keine Geschäftsunterlagen weiter, wenn man solche Themen nicht anständig illustrieren kann. Reine Text-Historiographierung halte ich für wertlos". Soweit mein Wortlaut. Deine Erwiderung: "Gründliche Untersuchung von Geschäftsunterlagen klärt viele strittige Fragen, die auch nicht durch Zeitzeugen (Vorführer, Techniker) zu lösen waren. Gegensatz zwischen reicher Bebilderung und karger Textwüste von Dir lediglich polemisch errichtet!" Meine Erwiderung: "Wer die Zeit noch kennt, will in erster Linie was sehen". In diesem Thread habe ich übrigens mehrmals um einen Auszug aus dem Programmheft gebeten, der Deine nachhaltige Information stützt, wonach von Anfang an DP 70-Maschinen im ROYAL gestanden hätten. Andererseits sprechen andere Frankfurter Theaterleiter, die eben etwas älter als Du sind, davon, daß erst 1967 auf 70mm "umgebaut" wurde, was ich so von Dir nie hörte (das Wort "umgebaut"!). Auch betonst Du immer wieder, daß ROYAL habe "nach 1968" erst 70mm-Filme gespielt und nur in WA gezeigt. Wie aber Deine Frankfurter Kollegen und die Frankfurter Rundschau aussagen, waren 70mm-Premieren wie "Grand Prix" der Startschuß für dieses Format und nicht Wiederaufführungen. Auch davon und von diesem Titel habe ich - trotz monatelanger Nachfragen - von Dir nie etwas gehört, sodaß ich schließlich selbst die Zeitungsarchive bemühte, da von Dir kein Material kam und kommt. Hier nur ein Zitat aus Deiner Mail auf meine Bitten nach historischen Bilddokumenten und den Hinweis, daß Ihr doch andererseits von mir historische Fotos des Berliner MGM erhalten hattet: "Blödsinn. Du hast jedes MGM/Royal-Foto (bis auf die letzten Aufnahmen nach Schließung) elektronisch bekommen, das wir hatten." Das ist natürlich auch eine Antwort, zumal ich nie um neue Fotos bat, dennoch aber solche erhielt. Meine Ansicht, das ROYAL sei von Anfang an Roadshow-Theater gewesen, ist von Dir stets heftig abgelehnt worden. Wenn auch meine Erwartung, von Anfang an sei das Haus 70mm-fähig gewesen (im übrigen verweist ja Deinen Ausführungen entsprechend das Programmheft angeblich darauf) leider offenbar nicht zu regen 70mm-Einsätzen vor 1968 geführt hat, kann man dennoch definitorisch unbedenklich in der Zeit vor 1968 von Roadshow-Einsätzen sprechen (jedenfalls tun dies die Amerikaner in bezug auf das wie folgt benannte 35mm-Format, explizit auch bei diesem Filmtitel!), denn auch einer der hiesigen Podiumsteilnehmer bekundet nach seinen Unterlagen, "Ben-Hur" sei 1960 dort in 35mm Scope mit 4-Kanal-Magnetton angelaufen. Solches aber ist eine Roadshow-Fassung, @magentacine! Nimm' es als gegeben hin. Im übrigen hatte ich (fernab aus Berlin) als erster Dir mitgeteilt, mich an eine "Ben-Hur"-Premiere im Frankfurter ROYAL laut Dokumenten erinnern zu können, worauf Du fragtest, ob dies wirklich stimmte. Als Frankfurter, der die Schließungsveranstaltung des Hauses durchführte, könnte ich von Dir schon etwas mehr Wissen über das Kino erwarten. Jedenfalls liegt mir in Zeitungsannonce von 1960 der Hinweis dieses Kinos vor, daß es mehrere Tage vor der "Ben-Hur"-Premiere geschlossen werden mußte wegen "technischer Umbauten". Na, ob einem da nicht etwas läutet? "Schaum vor'm Mund kein Roadshow-grund" hörte ich indessen von Dir. Aber auch, daß 70mm dort warscheinlich erst mit "2001" gestartet sei. Na ja. Auch habe ich in diesem Thread keine wilden Behauptungen aufgestellt, die längst - wie Du insinuierst - durch Dokumente widerlegt seien. Vielmehr erbitte ich die Bestätigung (oder ein Dokument), daß von Anfang an, wie Du sagst, DP 70-Equipment dort installiert war. Wenn ja, dann müßte ich nochmals alle Zeitungen durchblättern, ob eben doch nicht bereits vor 1968 70mm-Kopien (auch ohne gekrümmte "Cinerama-Bildwand" ab 1967) dort liefen. Oder eventuell erhaltene Verleiherunterlagen könnten dafür angefagt werden. Aber auch ohne diese besteht ein "Roadshow-Grund". Du verneintest stets in unseren Debatten 70mm-Einsätze vor 1968 deutlichst (ich behaupte deswegen nicht das Gegenteil mehr!), aber mehr als folgende These (Dokument oder "wilde Behauptung"?) hierzu habe ich von Dir leider nicht gehört: "Bisherige Theorie: Der MGM-Verleih wollte es sich mit den engagierteren der Frankfurter Theaterbetreiber nicht verderben, die viel Geld in Todd-AO-Anlagen gesteckt hatten (Turmpalast, Filmpalast ("Oklahoma!" u.a.), und da das eigene Theater ohnehin für damalige Verhältnisse nur mittelgroß und die 70mm-Kopienanzahl für Deutschland beschränkt war (Frankfurt ist ja keine Großstadt), kam es erst in den späten 60ern zu breitgefächerten Nachaufführungen des gesamten damaligen 70mm-Repertoires." Somit bewegst Du Dich ebenso wie ich zuvor durch einen Dschungel der Mutmaßungen über Fragen des Spielplans und den Charakter eines Roadshow-Theaters, trittst aber auch sehr resolut in diesem Forum auf, weshalb ja glücklicherweise noch andere in diesem Thread geantwortet haben, die mehr darüber wissen. Nichts für ungut, kann ja noch werden... :wink: P.S: Den Gerd Petercka kannte ich auch aus Berlin, abgebrühter Statthalter von Riech Seniors Gnaden nach meiner Einschätzung, die Schreibung des Namens werde ich mir aber nicht mehr einprägen. Ich glaube, der ist auch tot, oder ist das eine erneute Mutmaßung? Info von den Frankfurter Experten erwünscht!
  23. G.R. Field: Auch wenn ich mich unbeliebt mache: Hoffentlich bleibt man in diesem Thread beim Thema ROYAL Frankfurt (ich würde die "Schlauberger"- und "L.m.a.A."-Debatten gerne in einem anderen Thread weiterdiskutieren wollen, hier verwirren sie etwas). Wenn schon Namen genannt werden, dann bitte richtig: Peterka. :) Wieso kannst Du das eigentlich ferndiagnostisch besser beurteilen als durchaus kritische und filmbegeisterte Ex-Ufa-Leute, die 25 Jahre in allen hiesigen Häusern waren? Nun ja, als Pächter (zu saftigen Konditionen) hätte ich mir auch überlegt, ob ich viel Geld in Haus & Grund investiere, welche den Riechs gehören. (Natürlich, wenn Du oder ich soviel Geld hätten, täten wir derlei, weil wir an das Gute glauben, aber Geschäftsleute denken da anders. Wollen wir unsere Kontoauszüge vergleichen...? Da weint der Banker!) Unqualifiziertes Gelaber, pardon! Frag mal den Kollegen Albert Knapp, der im hiesigen Stadtarchiv geforscht hat, was es da gibt, Deine Wunschvorstellungen haben mit dem tatsächlich vorhandenen Material nichts zu tun. Außerdem habe ich nicht geschrieben, das das Buch "Lebende Bilder" mannigfaltige Informationen über das MGM/Royal enthielte, sondern über frankfurter Kinogeschichte! Also was soll das Gemaule? :roll: Das Buch war Deine Empfehlung im Thread "Altes ROYAL Frankfurt". Es könnte der Eindruck entstehen, das Buch hätte zum Thema ROYAL viel zu sagen, und man kauft es überhastet. Davor wollte ich eben gutgemeint warnen. Zum Defizit der Bilddokumente: Dann müßtest Ihr (und nicht immer ich außerhalb Frankfurts) nach Dokumenten der ROYAL-Ära recherchieren, die es mit Sicherheit wo gibt. Die Zeitungsannoncen liegen mir sämtlichst vor, zu Fotos befrage ich noch andere Quellen. Den Herrn Petercka kennst Du doch bestimmt nur ferndiagnostisch, denn Du hast in solchen Kinos nie gearbeitet. Ich war bei der UFA in der Zeit tätig und kenne die Leute und Strukturen - ebenso wie die anderen Postings hier von einigen Theaterleitern, die "on location" unter dem Verfall litten. Bei Dir ist das alles sehr zusammgesucht, und stimmt leider nicht immer: Der Beginn von 70mm-Veranstaltungen war nicht, wie ich von Dir hörte, ab 1968 und mit "2001" zu situieren, sondern der Umbau inklusive gekrümmter Breitleinwand fand nach mir vorliegenden Aussagen Frankfurter Zeitzeugen bereits 1966/67 statt, und es war "Grand Prix", der die 70mm-Roadshows dort eröffnete. Daß ich als Berliner Dir dies mitteilen muß, ist traurig. Auch hast Du noch immer kein Bildchen des Programmheftes des alten "MGM Frankfurt" uns übermittelt, das den Einbau von DP 70-Maschinen von Anbeginn an dokumentiert. Also werde ich heute danach (in Berliner Archiven)suchen müssen. Soweit zu dem Vorwurf meines angeblich unqualifizierten "Gelabers"
  24. Das Berliner Pendant zum MGM/ROYAL Frankfurt am Main war das MGM-Theater Kurfürstendamm, Ecke Bleibtreustrasse, das am 7.12.1956 mit "Der Schwan" eröffnete: "In herrlichen Farben und CinemaScope". Der mir erste bekannte 70mm-Einsatz war am 17.1.1962; genau 15 Jahre später schloß das Haus eher unbemerkt mit "Winterhawk". Die Fassade war um einiges wuchtiger als die des Fankfurter Pendants, der Innendekor kühl-sachlich gehalten. Die Bildhöhe betrug 10 Meter, die (ab 1962 flache) Leinwandbreite 36 Meter (brutto), welche max. auf 28 Metern genutzt worden sein wird, und wohl auch nur, als in Ultra Panavision 70 (A.R. 2.75 : 1) "Meuterei auf der Bounty" premierte und "Ben-Hur" Anfang der 1970er Jahre zur weihnachtlichen Wiederaufführung in MGM-Camera-65 lief. :lol: Zeitzeugen und noch heute tätige Techniker bekunden, nie wieder ein vergleichbares bildlich-tonlich spektakuläres Kinoevent wie zur "Bounty"-Premiere erlebt zu haben. (Leider klappte die Bildeinfügung nicht, ich bitte um Entschuldigung...)
  25. Also solche Zustände hatte das Frankfurter ROYAL wohl kaum nötig. Da es selbst unter des alten Riechs Ägide bis Anfang der 90er Jahre als Tradeshow-Theater genutzt wurde, erklärt sich auch die Tolerierung eines Mindeststandards durch die Firmenspitze, die sich nicht mit ihren Prestige-Objekten vor den Verleihern blamieren wollte. Ob da der Herr GF Gerd Paetercka amtierte oder nicht, wird nicht viel geändert oder verschlimmert haben. Im übrigen "verantwortlich" für die Schließung, @magentacine, ist nicht nur der böse Riech, sondern die Firma, die es zuletzt betrieb und schloß, obwohl überall in den Medien zu lesen war, daß die Betreiberfamilie doch über einige Mio. Euros Privatkapital verfüge. Hier kein Sozialneid, aber ich denke, eine halbe Million, investiert ins ROYAL, hätten da durchaus Wunder bewirkt? Da bist Du nicht ganz objektiv in Deiner Schuldzuschreibung! @magentacine-Zitat:Wer sich für die frankfurter Kinogeschichte interessiert, dem empfehle ich das sehr schöne Buch "Lebende Bilder einer Stadt", herausgegeben vom Deutsche Filmmuseum, über Buchhandel oder hier erhältlich. http://www.deutsches-filmmuseum.de/pre/...ass=shop-u Enthält alle Kinos und Betreiber (bis 1991) und interessantes Interviewmaterial. Zitat Ende. Also über das Frankfurt ROYAL find ich dort nur ein einziges, schwaches s/w-Bild, der Band lohnt doch überhaupt nicht! Kaum etwas über Filmpalast, Grand Palast und Metro im Schwan, die großen 70mm-Häuser. Ich rate ab vom Kauf (auch wenn's vom dortigen Filmmuseum ist), das Geld kann man sich doch sparen und lieber ins dortige Stadtarchiv gehen, dort wird man vielleicht fündiger...
×
×
  • Create New...