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cinerama

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  1. Natürlich kann man sich freuen, den Film ausserhalb des Monitor-Unwesens in einem grösseren Kinosaal zu sehen. Das ist und war aber keine Seltenheit: kaum ein Film hat derart viele Wiederauführungen erlebt, in allen Versionen und Formaten. Trotzdem sei erlaubt anzuzweifeln, daß sowohl kinotechnisch als auch kopiertechnisch "alles Mögliche getan " wurde. Ich würde dies gewiß nicht zur Skandaldebatte machen wollen, wenn nicht derart penetrant für diese Veranstaltung geworben würde und gleichzeitig unrichtige Informationen und Bewertungen virulent würden. Hätte man objektivere Bewertungen und Ankündigungen verkündet, so würden hier auch die Wogen nicht so hoch schlagen. Nach alledem aber, was ich hier gelesen habe (und seit 27 Jahren von dem Film in diversen Häusern gesehen habe) bedaure ich konstatieren zu müssen: eine herbe Enttäuschung. So jedenfalls möchte ich nicht "2001" und auch "70mm" eben nicht gesehen haben, dies war schon einmal deutlich überragender und an zahlreichen anderen Orten zu sehen und zu genießen. Allerdings verstehe ich, daß selbst diese Aufführung in einer Zeit, in der die Kinoerlebnisse sehr gleichförmig wirken, einigen Besuchern Freude gemacht hat. Insofern kann man sie sicherlich nicht "negativ" bewerten, das ist völlig unstreitig.
  2. Vokabeln wie "Traumwelt" oder "Speicherplatz"-Verschwendung stimmen wieder nicht sehr froh, da sie hier fielen. Ggf. aber würde ich mich gerne an Kosten für die Aufrechterhaltung eines Speicherplatzes beteiligen, da ich wie @TomCat der Auffassung bin, daß etliche Beiträge erhaltenswert sind. In allen Fragen der Systematik und des Selbstverständnisses des Forums hat unabweislich @TomCat die schlüssigste Darstellung geliefert. Sie ist auch schwergewichtiger als meine Aufassung, die noch besagte, daß gewissermaßen "Marginalisierungen" von Auffassungen stattfinden könnten, so diese der heutigen Marktanpassung/ dem Life Style widersprechen (und das sollte erlaubt sein, denke ich) , und sofern man sich künftig aus der "Tagesdiskussion" (siehe "Allgemeines Board" oder "Technik") heraushielte. Es sollte weiterhin möglich sein, auch in aktuellen Fragen und Boards eine Gegenposition zum "Marktgesetz" und "Common Sense" zu artikulieren... So es es richtig gelesen habe, mochte auch @preston sturges ein "Verlassen" der aktuellen Rubriken seinerseits auch nicht glücklich machen: http://forum.filmvorfuehrer.de/viewtopic.php?t=3967 @TomCats Beobachtung der Erosion und des Untergehens von ausführlicheren Beiträgen ist jedoch so schwergewichtig, daß ich mich dem gerne anschliessen würde. Wie immer die Organisation der Zusammenfassung von Beiträgen auch vonstatten ginge, es bedürfte auch immer der Mitarbeit der Forumsleser, die einzelne relevante Beiträge wiederfinden und aus den Boards herausfischen, um sie an die Moderatoren weiterzuleiten, sodaß diese sie in einen neuen Zusammenhang stellen. Dennoch könnten die Postings des alten Boards nebst Antworten dort komplett erhalten bleiben, um den damaligen Diskussionsverlauf zu erhalten. Offenbar besteht aber überall Einigkeit des Bedarfs einer neuen Systematisierung, sodaß vielleicht nur noch Detailfragen, ob man hierfür "Nostalgie" oder vielleicht andererseits, wie schon von @moses vorgeschlagen, "Spezialformate" verwendet, oder dies in "Kinohistorik", "Technikhistorie" oder gar "Geschichts-Plenum" umtauft. @Henri hat aus dem Wikipedia folgende Begriffsfindung für Nostalgie exzerpiert (und damit meine Bedenken tangiert): Die Nostalgie ist eine leicht wehmütige Stimmung, der guten alten Zeit hinterherzutrauern, in der angeblich vieles schöner, besser, freundlicher war als in der heutigen bösen Zeit. Die Liebhaber der Nostalgie nennt man Nostalgiker. Sie gibt es auf vielerlei Gebieten: in der Kunst, in der Musik, in der Technik, in der Politik usw. Der Standard-Seufzer des Nostalgikers lautet „Ach... was war das früher doch schön…“, er freut sich dabei und lächelt versonnen. Die ihn beobachtende Umwelt nimmt ihn gelegentlich dann nicht ganz für voll. Auch wird oft „Früher/Damals war alles besser“ verwendet. Deshalb habe ich damit ein Riesenproblem: bei aller Begeisterung für vergangene Kinoarchitektur und ältere Filme und Formate würde ich heute zahllose Gegebenheiten keinesfalls mehr einfordern: z.B. Kohlelampenbetrieb, Petzval- und Sonnar-Objektive vom Typ Isco-Kiptar und Zeiss-Kipronar usw., alte konventionelle Breitbandlautsprecher, harte Bestuhlung, zu geringe Rampensteigungen, Überblendbetrieb bei Langzeiteinsätzen, Röhrenverstärker, wenn sie schaltungstechnisch fehlerhaft konzipiert sind etc. pp. Hierin dürfte mir @stefan2 zustimmen, der jedoch ebenso erhaltenswerte Errungenschaften gerne verteidigt. Also als West-Nostalgiker möchte man nicht abgecancelt werden. Auch, um politisch zu werden: die Regierung Kiesinger der 60's, fernerhin eine andere Sexualmoral, kurzum die Ofenheizung und schliesslich eine gewisse Monotonie im deutschen Film der 40's bis 60's, das gegenüber heute zahlenmäßig geringere Filmangebot, der Mangel an Kinematheken und Publikationen - dies alles sehne ich mir nicht herbei. Darum bin ich bitte kein Nostalgiker und möchte so bloß nicht betitelt werden. Und gehe weiterhin in Mutiplexkinos, in denen ich eine "modernere" oder beständigere Technik einfordere, die mitunter auch ältere Aspekte aufnimmt. Der Schlagbegriff "Nostalgiker" macht alle unglücklich, und das Gehaue wird noch heftiger, wenn es heißen könnte: "Hau Du nur ab in Deine Nostalgie-Rubrik, denn hier hast du nichts zu suchen!" Oder auch: "Alte, gebt die Löffel ab!" :cry:
  3. Das ist schade, denn wenn dies schon als zu "teuer" gilt, da leben wir in nicht sehr innovationsfreudigen Zeiten?
  4. Na gut, dann ist der Begriff also nicht abwertend. Aber ernstzunehmen leider auch nicht: immerhin gibt es doch zahlreiche ernstzunehmende Veranstaltungen (auch wenn sie nicht den von @manfred geforderten writschaftlichen Stellenwert erreichen), es gibt Publikationen hierzu, die Aufffassungen stellen auch eine Herausforderung für`s Kinomachen 2005 dar, und wollte man hier bpws. investieren, d.h. neue Kopien ziehen, Kinogebäude errichten, die einigen durchaus zeitlosen Anforderungen entsprechen, vielleicht auch Festivals ausgestalten, so ist mir das Schlagwort "Heimweh" einfach zu verniedlichend. Das klingt nicht nach Überzeugung, sondern Gefühligkeit. Und dagegen habe ich etwas, eine ganze Menge sogar. (Denn in der Nostalgie liegt auch die Tendenz gebettet, und hier wird sogar @manfred zustimmen wollen, wenn er bestimmt mir eine Tendenz zuschreibt, der man selbstverständlich widersprechen muß ... und dafür sind diese "Sonderrubriken", in denen sich bestimmte Leute ["immer dieselben"] die "Köpfe einhauen", ungeeignet. Es bedarf der Konfrontation mit der Gegenwart, und nicht des "Sich-Ein-Igelns") Man diskutiert ja auch unaufhörlich in den Kunst-,-Literatur, Musik-, Gesellschaftswissenschaften undsoweiter über grundlegende "Klassiker" der jeweiligen Disziplin nicht unter dem Aspekt "Sehnsucht", sondern fragt: wie verarbeite ich sinnvolle Werke in der heutigen Zeit, sind deren Sichtweisen nachwievor aktuell, wie wende ich das Erlernte in der Alltagspraxis an (technisch, programmatisch, inszenatorisch ... je nach Branchenzweig), wie, wo und wie oft sind die Klassiker und weitere Abzweigungen des Themas einem heutigen Publikum oder Heranwachsenden nahezubringen usw. Dafür greifen "Heimweh" und "Sehnuscht" zu kurz, und ich denke, auch gestandene Progrmamkinomacher, Filmmuseen, Filmemacher und sich ernsthaft für Filminhalte und für Kunst interessierende Körperschaften würden dieser verniedlichenden Kategorisierung nicht unbedingt zustimmen. Wenn man im Filmvorführerforum zun einer gegenteiligen Ansicht gelangt ist, ist dies sehr schade. Bedenkenswert ist auch, daß der Bereich Filmgeschichte per se immer schwerwichtiger sein wird, als nur eine tägliche Praxisbewältigung. Was länger als 24 Stunden zurückliegt, ist bereits der Geschichte zuzschreiben. Vermittelt man Geschichte oder diskutiert hierüber, habe ich in den entsprechenden Institutionen noch nie erlebt, daß dies als Randsektion begriffen würde, die primär einer aktuellen Wirtschaftsquote zu genügen hat. Somit plädiere ich wie @preston sturges und @expert grouper für die Beibehaltung der alten Rubriken und gegen jegliche Fraktionsbildungen. Dies heisst: Aufhebung der Rubrik "Nostalige" und Export der Beiträge in die vorherigen Rubriken "Small Talk" und "Allgemeines". Es ist so auch übersichtlicher, wenn es nicht zu viele Rubriken gibt. :wink:
  5. Von allen obigen Befunden wäre das -absolute - Gegenteil richtig. Daher erspare ich mir Begründungen in allen Einzelheiten: kurzum von alledem das Gegenteil, und die Sache kommt langsam ins Lot.
  6. Sowohl Rubrikenumbenennungen in "die hochwertigste kinotechnik" wie auch die bisherige, also "Nostalgie", sind wertend. Da mir kein besserer Begriff einfällt, stimme ich @preston sturges zu, der von Anfang an die Einrichtung einer "Nostalgie"-Rubrik für unstatthaft hielt. Man sollte es rückgängig machen. @TomCat: Gegen den Thread "Magnetton - so war es wirklich" hat niemand etwas einzuwenden. Selbstverständlich schlagen da die Wellen hoch, und in Bezug auf meine Stadt wäre einiges nachzutragen, worin die Gründe der Verwerfungen liegen. Gibt es wirklich diesen Mut, diese Unerschrockenheit, ein solches Thema zu eröffnen? Du hast dieses Faß ja gerade aufgemacht... :roll:
  7. Was wird denn aus der dts 24/96-Version? Kommt das Format denn ... noch zu Lebzeiten des analogen Filmstreifens?
  8. Na, da muß ich aber entgegnen, daß in Anbetracht vieler verwässerter Darstellungen im Forum zur Vergangenheit (was in der Natur der Sache liegt, da Nachgeborene - zu denen auch ich gehöre - sich erst an die Thematik heranarbeiten müssen), daß durchaus ein schon etwas älteres Forumsmitglied wesentlich resoluter die Klärung (oder aus seiner Sicht auch eine "Klarstellung") einiger Sachverhalte angeschoben hat. Obwohl zwar Internet-Beiträge früher oder später stets persönlich werden, so hat nur dieses Mitglied, auf das Du anspricht, bislang am deutlichsten die Technik-inhaltlichen Desaster formuliert. Hat sich ja sonst keiner getraut! Allerdings: hier bin ich zu subjektiv eingenommen, da ich dessen Auffassung in etlichen Punkten doch folgen kann und mich über den sehr klaren und rigorosen Standpunkt auch gefreut habe. Andersherum vermag ich @umlenkrolle, obwohl er ähnlich in seiner Dialogstruktur vorgeht, rein inhaltlich nicht zu folgen, leider in keinem einzigen Punkte - wiewohl ich ihm den Respekt der Branchenerfahrung gerne zolle. Das ist eben so, in der Politik ja ähnlich. P.S.: Würde aber lieber anstelle des "sozialistischen Grusses" lieber den "multiplexalen Gruß" einführen wollen. Er ist so zeit- und lebensnah und läßt sofort erkennen, wo die Wiege der Weltanschauung lokalisiert werden muss. Das würde viele Diskussionen und Mißverständnisse deutlich abkürzen.
  9. Also vom Timbre her sind solche "Elogen" bei MP-Projektionsleitern einiger mir bekannter Spielstätten identisch. Aber nein: ich muß @umlenkrolle in Schutz nehmen: Anfänger ist er bei weitem nicht angesichts seiner Branchenerfahrung ... und um so mehr bin ich enttäuscht über seine Respektlosigkeiten. :x
  10. Verzeihung, aber die Diskussions-Topics hast Du selbst angerissen, begonnen bei der Digital-/Analog-Problematik bis hin zum Verweis, Du hättest Anfang der 90er Jahre noch neue Magnettonkopien vorgeführt (es war dann offensichtlich doch nur eine), und das sei nicht ganz das Wahre gewesen. Nun mag es Zufall sein, aber damit hast Du einen Nerv bei mir, ein Interessengebiet berührt, da ich mich damit beschäftigt habe. So sei nur nebenbei bemerkt, daß ich an anderer Stelle diese Spezial-Retrospektive auf 30 Seiten auseinanderzunehmen mir erlaubte (fremdwörtlich hieße dies "analysieren"). Das mag Dich amüsieren, sodenn es lange zurückliegt, aber in den Thread Nostalgie paßt es exakt. Meine Äußerungen hierzu sind leider durchaus haltbar und ich kann Dir prognostizieren, sofern Du Dich auf einen tiefergehenden Disput hierüber einlassen solltest, daß Du unerwartet eine Niederlage zu erwarten hättest. Laß' es Dir gesagt sein, daß Du mit Deinem Spott entsprechenden Eindruck bei Fachleuten machen würdest, was Dich außerhalb eines ernstzunehmenden Stellenwertes stellt. Ursache hierfür ist ein wirklich erstaunlicher Sarkasmus, der leider gegen fälschlich sondierte Mißstände zielt, den eigenen Tätigkeitsbereich verklärt und andere nicht für voll nimmt. Ich bin gespannt, welche Projektions- und Produktionsweisen Du zu empfehlen oder zu offerieren hast, so lässig, wie Du Pauschalurteile und völlig abstruse Vergleiche hier verbreitest, wobei das Lächerlichmachen zum Selbstzweck gerät. Nicht nur, daß Du überaus dankbar für die Einrichtung einer Sonderrubrik "Nostalgie" Dich zeigstest. Jetzt ist sie eingerichtet, und es paßt Dir wieder nicht, so etwa, daß über 12 Jahre zurückliegende Retrospektiven gesprochen wird. Worüber sollen wir denn Deiner Ansicht nach hier diskutieren? :cry:
  11. An diesem Punkt würde ich insofern widerspechen, wie ja auch in den fünfziger Jahren die wechselnden und sich verbesserten Breitwandverfahren in Vergleichsvorführungen den Kinobetreibern, Produzenten, Verleihern und der kinotechnischen Gesellschaft präsentiert wurden. Hier sollen im A/B/C-Vergleich beispielweise erst a) Scope, dann b) Scope von Technirama und schließlich c) 70mm Todd-A-O demonstriert worden sein. Allerdings ist einzuräumen, daß es sich um tatsächlich grundlegene und dauerhaft angelegte Änderungen der Formate handelte mit spürbarer qualitativer Differenz und konzipiert für einen jahrzehntelang andauernden Produktzyklus. Also kein Vergleich mit dem heutigen Teufelskreislauf. Haargenau ist dies so. Meines Wissens nach ist diese Wegwerf- und Up-date-Kultur massiv erst durch Microsoft angeschoben worden. Seitdem gilt es als schon "nicht mehr normal", sich nicht jedes Jahr neues Equipment zu kaufen. Die traditionelle Filmtechnik (16, 35, 70mm/Lichtton, Magnetton) vermochte es durch einen jahrzehntelang gültigen Standard einigermaßen Stabilität in der Branche herzustellen. Die totale Digitalisierung (ob man sie nun technisch-qualitativ begrüßt oder nicht) wird zu derartigen Verwerfungen in der Branche führen, daß auch hochengagierte und bislang erfolgreiche Kinomacher zu unrecht untergehen könnten und einige wenige, sich durch Konzentration hervortuende Großbetreiber sich den letzten Showdown liefern. Um dennoch halbwegs objektiv zu bleiben: selbst wenn hochwertigere digitale Equipments der analogen Technik überlegen sein würden, so muß diese Umstellung zu kaum vorstellbaren Szenarien an Insolvenzen führen. Umgekehrt glaubt der modern sicb dem Markt anpassende Kinobetreiber, er müsse hier mitziehen, um den eigenen Untergang abzuwenden. Das ist eine ernste Dichtomie, ein unauflösbares Dilemma. Indertat: ich kann mir nicht vorstellen, daß diese "Umstellung" friedlich und unmerklich vonstatten geht. Entscheidend ist für mich auch die Frage nach dem Verbleiben älterer Spielstätten und bestimmter Programmprofile.
  12. So komödiantisch fand ich dies alles nicht. Der Thread begann mit einer Belehrung der, wie man es auffassen könnte, rückwärtsgewandten Utopisten (die sozusagen "am Alten hängen"), um mit einiger Rigorosität die völlige Überlegenheit und Sieghaftigkeit der modernen Produktionsweisen, die einen beinahe als unumstößlich wider jeden Zweifel erhabenen Evolutionssprung darstellten, zu umschreiben. Das rief Widerspruch von seiten derjenigen auf den Plan, die glauben, einige "handwerkliche" und produktionstechnische Vorführweisen als durchaus in einigen Zügen hochwertiger aufzufassen als gegenwärtige. Hier jedoch hat @umlenkrolle pauschal sämtliche Eigenheiten älterer Produktionsweisen als überholt oder überflüssig kategorisiert: wirtschaftlich, psychologisch, ergonomisch, technisch ... und politisch. Zumindest kann ich darüber nur wenig lachen, wenn hier steht "mit sozialistischem Gruß". Ich habe nichts gegen sozialistische Grüße, aber um so mehr gegen die hiermit ironisch unterstellte Unterordnung unter die SED-Bonzokratie. Wenn von @umlenkrolle also Überblendbetrieb, sozialistische Politiktheorien und andererseits SED-Doktrinen nebst den ihnen (oder deren Produktionsweisen) nachtrauernden Filmschaffenden in einen Topf geworfen werden, so ist dies ziemlich ärgerlich. Es gab sehr wohl auch in der DDR (unter der gehaßten Bonzokratie und schlimmerem noch) etliche vernünftige soziale Einrichtungen und auch Ansätze zur Organsation des Kinowesens (trotz einer partiellen Mangelwirtschaft ... aber damit haben wir es selbst in einigen heutigen Multiplexen ebenso und auch in etlichen Programmkinos unlängst wieder zu tun). Es ist nicht haltbar und führt zu nichts, wenn @umlenkrolle mit Ironie diese ziemlich ernsten Probleme im Ost-West -Vergleich instrumentalisiert, um alles, was der Vergangenheit angehört, als heute irrelevant einzustufen, auch wenn er jüngst sich selbst widersprach. Im gleichen Zuge kommen die modernen Produktionsweisen bei ihm anstandlos durch, hierüber hörte ich kaum ein kritisches Wort. Dabei sei gesagt, daß @umlenkrolle, der doch in ähnlichen oder gleichen Filmtheatern wie ich tätig war, aus dieser Erfahrung heraus eigentlich wissen müßte, daß hier wie dort fast nichts mehr stimmt - von der Berlinale-Retro 1993 angefangen bis hin zu einigen Gegebenheiten in Mulitplexen und zuletzt auch in Programmkinos, die in den Jahren seines Berlin-Aufenthaltes sich in einem betrüblicherem Zustand befanden als je zuvor, was die Schuld der Betreiber war (und ist). (Da hilft auch kein Ablachen über den Staatssozialismus "drüben"). Vor diesem Hintergrund kann ich mich nur wundern, was @umlenkrolles hartnäckige Breitseite gegen die "Ewiggestrigen" überhaupt mitteilen möchte, da er doch genau die Branchenverhältnisse en detail kennengelernt hat..
  13. Wobei @sewi schon immer etwas wehleidig veranlagt war. So oft diskutiert er allerdings gar nicht mit, um nun Sonderrubriken glaubhaft machen zu können ... eine Schnapsidee war das mit "Nostalgiker". Eigentlich auch abwertend, da mit diesem Schlagwort Schwärmerisches ohne relevanten Bezug oder aktuelle Herausforderung verbunden wird.
  14. Meine Anführungszeichen galten einer Tendenzhaltung, einem Gedankengut unter jenen Vertretern der Moderne, die glauben, über die Vergangenheit erhaben zu sein. Direkt den Zitationsregeln zuzuordnen wäre erst die Juxtaposition von Autor, Verbum und Direktzitat, in etwa in Ableitung zu der von Dir beanstandeten Passage wie folgt zu formulieren: "Allein die Tatsache, daß Du es geschafft hast, das gegeneinander auszuspielen und auf die Ebene des Sarkasmus zu manövrieren und am Ende jegliche Diskussion, die sich um Vergleiche zwischen Gegenwart und Vergangenheit bemüht ins Lächerliche zu schieben sowie in einer neuen Rubrik "Nostalgie" zu isolieren, in der sich die, wie Du sagst, "Fantasten, Spinner und Ewiggestrigen" ein Stelldichein geben, ist Dir nicht positiv anzurechnen." Erst die in diesem Beispiel rot markierte Einfügung entspräche meinem Zitationsverständnis, d.h. der Zuordnung eines Direktzitats, konkret. Somit stelle ich fest, daß Du nicht "Fantasten, Spinner und Ewiggestrige" erwähnt hattest. Das Schlagwort "Ewiggestrige" wurde von Dir erst nach meinem Posting übernommen - anscheinend gefällt Dir meine Wortprägung nun doch.
  15. Ich finde das alles nicht sonderlich "scherzhaft". Immerhin geht es um Arbeitsweisen und Technologien der Vergangenheit, mit denen eine gewisse Identifikation verbunden wird. Dabei ist überhaupt nicht strittig, daß es heute nicht auch andere oder effizientere Arbeitsweisen gibt, anderherum aber gibt es zu genüge Beispiele für Elemente traditioneller Arbeitsweisen und auch Formate, die erhaltenswert gewesen wären. Allein die Tatsache, daß Du es geschafft hast, das gegeneinander auszuspielen und auf die Ebene des Sarkasmus zu manövrieren und am Ende jegliche Dikussion, die sich um Vergleiche zwischen Gegenwart und Vergangenheit bemüht ins Lächerliche zu schieben sowie in einer neuen Rubrik "Nostalgie" zu isolieren, in der sich die "Fantasten, Spinner und Ewiggestrigen" ein Stelldichein geben, ist Dir nicht positiv anzurechnen. Die Eingabe Deines Thread-Themas hat nichts anderes als eine Art neues Fraktionsdenken herbeigeführt. So muß fortan jeder durchaus ernstgemeinte Versuch, Kinematographie-Geschichte zu analysieren, in diesem Forum als Nostalgiker-Anfall erscheinen. Damit hast Du wirklich etwas angerichtet. Vielen Dank. :x
  16. Ach @umlenkrolle, wenn man Dich über Ausbildungsberufe, technologischen Wandel, menschliche Qualitäten sowie Orthographie und Grammatik oder Autofabrikate philosophieren hört, entsteht beinahe der Eindruck, als würde Herr Ackermann von der Deutschen Bank sein neues Menschenbild verkünden. Leider stehen Deine Wertungen menschlicher Wertschöpfung in keinem Verhältnis zu dem Spielbetrieb früherer Kinos, aus denen ich Dich noch zu kennen glaube. Ach ja, zur Semantik Deiner Traktate: was drückt bei Dir die Vokabel "sinnfrei" aus? Ist das ein Neologismus? Dieser Terminus ist uns Philologen unbekannt ("sinnvoll" oder "sinnlos" träfe es besser). Vielleicht war es die Sehnsucht nach dem wahren westlichen Production Code, die in Deiner Exegese aus "Sinn" schlicht "frei" macht. :oops:
  17. keine thx ausstattung? welche lautsprecher hat man dort und auf den geräten steht doch sicher irgendwo das wort was nach ray kommt oder täusche ich mich da etwa? auf der anderen seite ist das 70mm engagement natürlich zu begrüssen. [..]so war das früher auch. es musste nicht bei jedem film 70mm mit raumton geboten werden aber eine solche präsentation half enorm neue kinoliebhaber anzulocken und nicht wenige die damals zum beispiel spartacus in breitwand gesehen hatten wurden dadurch zu regelmässigen kinogängern und somit zu stammpublikum. das muss wieder passieren! Expert Grouper Zunächst muß ich @stefans Kausalkette für die Motivweisen der Investitionsentscheidungen etlicher von ihm öfter zitierter Kinoleute relativieren, die er gerne in rosaroten Farben malt: denn Neuanschaffungen jedweder Art lohnen sich nämlich auch als Abschreibungsvorgang für zuvor getätigte Gewinne (zum Beispiel bei Gewinnen im Immobilien-Bereich, die man nicht gerne versteuern möchte). Das wäre in diesem Fall auch in Ordnung und vernünftig, hat aber nichts zu tun mit "jenseits jeglicher kaufmännischen Realität ein 70 mm System aufgebaut", wie @stefan verklärt. Für diese Anschaffung hat niemand hungern oder ansparen müssen, und die kaufmännische Realität ist dort sehr wohl der Primat, und nicht Nostalgie oder Liehaberei. Auch ist - zumindest für @expert grouper, zumal er nicht in Berlin wohnt - womöglich der Eindruck entstanden, hier sei erstmals eine 70mm-Anlage eingebaut worden. Zumindest erweckt @stefans Wortlaut diesen ersten Eindruck. Dazu folgendes: Zu Standardausstattung des "Delphi" am Zoo gehören seit 1958 Kombiprojektoren. Neu ist das in diesem Hause nicht, jedoch wurden 70mm-Filme ebendort bis Anfang der 80er-Jahre (auch und gerade in Reprisen) kontinuierlich gezeigt, was 1983 abbrach. Allerdings gab es auch späterhin noch sporadische Vorführungen, wenn alle Jahre einmal ein neuer Film auf 70mm herauskam ("The Revolution", "Cobra Verde") oder eine Matinee ("Play it again") mit "The Big Blue im Rausch der Tiefe" bespielt wurde. Es wäre eine Verkürzung, ja, eine historische Verzerrung, annehmen zu wollen, es würde nach einem Bruch mit dem 70mm-Repertorie Anfang der 80er-Jahre nunmehr eine Renaissance der Bespielungspraxis eingeläutet werden. Dies ist - nüchtern betrachtet - nicht der Fall, zumal auch die Breitfilmkopie von "2001" keineswegs eine Sonderinvestition hinsichtlich des Einfliegens von ausländischen Kopien und Archiven darstellt, sondern schlichtweg als Berlinale-Beitrag übernommen wurde, der bereits eine Woche zuvor für die "Urania"-Vorführung herangeschafft worden war, d.h. anschließend kostengünstig nachspielbar ist. Die ganze Aktion ist also ausschließlich kaufmännisch inspiriert, sie nutzt eine zeitlich günstige Gelegenheit und die Popularität der laufenden Kubrick-Ausstellung. Soweit zu @stefans Betreiberverklärungen. Andererseits @expert grouper, ist @stefan2 durchaus Glauben zu schenken, daß er in den räumlichen Gegebenheiten des alten Tanzpalastes "Delphi-Kino" eine Optimierung des Magnettons erreicht hat. @stefan2 erklärte ja bereits, die Ausrüstung nunmehr "Dolby-frei" gemacht zu haben. Das, worüber wir uns bei neuerem Equipment also ständig ärgern, ist dort durch hochwertiges Eqipment ersetzt worden ("Panastereo-Prozessor" aus Australien u.a.). Bezogen auf die sonstigen "Lärmmacher" in neueren Kinos, die sich Lautsprecher nennen, ist selbstverständlich der Altec-Variante der Vorzug zu geben. Die A1-, A2- und A4-Systeme, die einst in Royal- und Zoo-Palast standen, hatten einen vollen und ausgewogenen Klang. Deren Nachfolger von JBL und Electro Voice sind leider "Kirmesbuden"-Systeme mit Kompressionsverzerrungen ohne Ende. Ein klirrig-kreischender Ton in beiden Häusern. Fragt sich nur, ob es auch mit alten Bionor-Lautsprechern derart schlecht klingen würde? Eher besser, habe ich in Erinnerung: Aber noch einmal zurück zu @expert grouper: Es ist heute sehr kompliziert, alte Breitfilme wie "Spartacus" oder "Ben-Hur" zur Aufführung zu bringen. Alle alten Kopien haben gravierenden Farbschwund, bisweilen Tonstörungen oder die Filmclip-Sammler haben sich an ihnen bedient. Trotzdem gibt es genügend Altkopien, die unbedingt gezeigt werden müssen und immer noch erstaunliche Eindrücke vermitteln. Äußerst problematisch wird es, wenn eine neue Kopie im Zuge einer angekündigten Restaurierung ("Lawrence von Arabien", "Vertigo", "Playtime", "Spartacus", "2001", "My Fair Lady") einmal auf Tournee geht. Meist sind diese Versionen kopiertechnisch "unter aller Kanone" (eine Kostenfrage), oder es gibt indertat technische Probleme bei der Nachkopierbarkeit vom Original, wenn das Material beschädigt ist oder die traditionelle Kopierwerkstechnik (z.B. Super Technirama) erst rekonstruiert werden muß. Das sind doch eher die Probleme, die einen schlecht schlafen lassen, währenddessen der Ärger über verbaute Kinos sich in Grenzen hält. Der Fall "Delphi" - Sound-Neuequipierung - zeigt ja, daß man die Abspielbasis bei gutem Willen relativ rasch optimieren kann und auch sehr gute neuere Sound-Geräte sich hierfür durchaus anbieten. Leider aber steht diese Ausstattungseuphorie nicht selten im Widerspruch zur Programmpraxis, sodaß der Betreiber naiverweise glaubt, man brauche nur das eigene Kino technisch zu optimieren, und die schönen und guten Kopien kämen schon von selbst hereingeflogen. Genau dies ist eine Paradoxie in der Filmtheaterwirtschaft, wie ich sie schon seit vielen Jahren beobachte. Sonderlich viel kann ich daher für das nunmehr dritte "2001"-Revival in diesem Jahrtausend nicht empfinden. Schöner wäre es allemal, es käme auch mal ein anderer Film zu seinem Recht, und nicht immer nur Kubrick, Kubrick, Kubrick ... es ist mit diesem Titel fast so wie verschwörerisch wie bei den Sekten. 8)
  18. Ja, darauf wollte ich anspielen. (Die Platte mit schönem Cover hatte ich oft nachts gehört, so vor 28 Jahren... es gab kein Video, und Schaukastenfotos besaß nur CIC. So war die Schallplatte ein wunderbares Surrogat und machte gespannt auf die nächste Wiederaufführung in anderthalb Jahren, denn der Film war wieder einmal "gesperrt" wie alle Monumentalreprisen-Klassiker)
  19. Berlin: Kaufhaus soll Royal-Palast ersetzen Der auf dem Bau- und Kulturausschuss des Bezirksamtes Wilmersdorf-Charlottenburg am 2.3.2005 vorgestellte Bauantrag zur “Einfügung eines Kaufhauskörpers”, der vom Europa-Center als wirtschaftlich erachtet wird, hinterließ versteinerte Gesichter im Ausschuss der Bezirksverordnetenversammlung, aber brachte letztlich die erwartete Zustimmung von CDU und besonders der FDP, die beide dort die Mehrheit stellen. Heftiger Widerstand der SPD und von Bündnis 90/Die Grünen. http://www.welt.de/data/2005/03/04/604993.html Die Presseberichte von "Berliner Morgenpost" und "Die Welt" kann ich nicht nachvollziehen: sofern dort behauptet wird, das Kinokonzept des Europacenters ginge nicht auf oder das Center habe 5 Jahre lang um das Kino gekämpft, muß leider angemerkt werden, daß zu keiner Zeit irgendein Kinokonzept dort verwurzelt war und auch kein Kampf geführt wurde, daß das Center allenfalls die Insolvenzverwaltung der UFA hat weiterwursteln lassen, solange kein Investor sich meldete. Obwohl die Filmfestspiele das Haus dringend für diesen Februar anzumieten versuchten, behauptet das Europacenter, es habe nie Verhandlungen gegeben, man kenne Herrn Kosslick gar nicht, und wenn man ihn anriefe, sei er dauernd in Urlaub. Na, was für eine Ehre doch, daß man mich um so besser kannte...und selbst höflich blieb, als ich das Szenario einer ausgebrannten City West vortrug, in der nach Ladenschluss kein Mensch mehr hingeht. Linksseitiges Bild aus: Berliner Morgenpost, 4.3.2004. S. 25 (Kaufhaus-Phantombild am rechten Bildrand) ------- Rechtsseitiges Bild:Kommerzielle Eröffnungspremiere 1965
  20. Nicht unbedingt. Musik im Film ist nicht Musik auf Platte. (Höre Dir nur das im Film verkorkste "Lux Aeterna" oder "Atmosphaere" von Ligeti in beiden Fällen an! Im Film sind sogar Störgeräusche zu hören, ein indifferentes Gebrummel, daher Out-takes)
  21. Dann mach' doch einfach mal am Sonntag einen Vergleich Magnetton versus SDDS. Uninteressant wäre es nicht, jedoch nicht unbedingt ausschlaggebend! Ein 1967 zur MGM gesandter Grammophon-Schnüsenkel von 2-Kanal-Klassik-Outtakes (!) von Anfang der 60's ist sicherlich kein guter Test, so wie es hier noch keiner bemerkt hat? Und wer weiß, wie der SR-Magnetton mit Kom- und Expandern das ohnehin dürftige Musik-Klangbild von "2001" noch weiter verschlechtert hat? Der "Sound" hier ist dennoch ein "imposanter", weil künstlerischer intedierter, jedoch absolut kein technisches Magnetton-Optimum der 60's (man höre bitte "King of Kings", "West Side Story", "The Sound of Music" und 60 weitere 70mm-Produktionen ohne schlecht umgespielte Musikkonserven). Ich kenne diesen "restaurierten" "2001"-Ton und diese "aufwendig restaurierte" 70mm-Kopie, ich kenne andererseits auch das Delphi (über 1000 Besuche dort seit 1971) - das sind 30 Jahre kontinuierliche Beschäftigung mit diesen Filmen, Formaten und Filmtheatern - trifft mich also der verklärende Nostalgiker-Vorwurf? Nein, sicher nicht. Es sei mir bitte erlaubt darauf hinzuweisen, daß ich keine Erinnerungen verkläre, sondern mich wirklich exakt erinnere und weitere Zeitzeugen aus der Postproduktion mit einem "fotografischen Gedächtnis" kenne, die zu identischen Bewertungen kommen. Auch kenne ich meine eigenen "2001"-Versionen, mit denen ich ebensowenig glücklich bin, oder noch weniger (Farbstich oder Grobkörnigkeit, Lichtton oder gestörter Magnetton, zu steiler oder zu flacher Kontrast - aus unterschiedlichen Gründen und oft altersbedingt, keinesfalls vorzeigbar). Tatsache jedoch ist: die seit vier Jahren kommerziell distribuierte Neuversion auf 70mm hat GENERELL wenig mit dem eindeutig anhand des Tonmasters und des Originalnegativs (dies war auch bereits etwas grobkörniger als andere Todd-A-O-Produktionen dieser Zeit) fixierten Charakters gemein. (Es ist schwierig Leuten, die diesen Film und die Praxis der Umkopierung von alten Filmen zu wenig kennen, dies plausibel zu machen, weil man ja dann als "Spielverderber" gilt. Keineswegs weiß ich nun alles, eher wenig, aber an diesem Punkt ist meine Aussage leider unumstößlich.) Es wäre schön, man hätte bei diesem so bekannten und lukrativen Film wesentlich sorgfältiger kopiert - und man hätte andererseits geeignetere Leinwände in Deutschland und speziell im unterentwickelten Berlin zur Verfügung. Dass der Film dennoch nicht wie zuletzt bei der Wiederaufführung im CinemaxX Kino 9 und in 35mm, sondern in einer tlws. besseren, tlws. schlechteren Version in einem Traditionshaus läuft, wo man auch Führungen sich vorgenommen hat, und daß er einige Leser dieses Threads erfreut, darf man gerne diskutieren. Man kann aber auch nicht "still" sein, wie ein Vorredner so naiv einforderte, sofern es etwas zu ergänzen oder richtigzustellen gibt. Das ist sogar die Pflicht desjenigen, der etwas hierüber weiß, es ist ganz einfach Berufsethos. Die Umkopierung von "2001" ist leider ein mißlungenes Projekt, und man sollte es auch nicht von Hause aus als "aufwendig restauriert" bewerben, sondern klugerweise etwas neutraler umschreiben: "Wiederaufführungsversion aus dem Jahre 2001" z.B. Damit könnte ich gut leben. :wink: Übrigens läuft dieses Ding schon wieder heute Nacht im ZDF: dezidiert mit einem exzellenten Bildstand - und auch dies möchte ich nicht missen. 8) @Expert Grouper hat in seiner Beobachtung der Bildqualität diverser vorgestellter Kopien von "2001" übrigens recht, und das finde ich schon erstaunlich, da alle anderen in diesem Forum bundesweit versammelten Filmvorführer und Ingenieure dies offenbar noch nicht bemerkt haben.
  22. Bei der ersten Sichtung der neuen Version im Berlinale-Palast 2001 war auch ich zuallererst von der (gegenüber den restaurierten Fassungen von "Spartacus", "Vertigo" und "Lawrence von Arabien" etwas besseren) Bildschärfe angetan. Es ändert aber nichts daran, daß von einer "Restaurierung", wie sie versprochen war, im Grund keine Rede sein kann (wenn man vom Remix auf Dolby-SR-Magnetton einmal absieht, der eine neue Format- und Modulationsform darstellt). Dagegen sprechen die vielen beobachteten Mängel, die sich weitgehendst hätten umgehen lassen können. Möchte zugeben, daß auch ich zunächst endlich über eine neue Kopie (nicht nur altes Material mit braunen Schatten und Rotstich) erfreut war. Dann wurde alsbald klar, daß eine gewaltige Marketing-Kampagne diese Version als "ultimativen Trip" (in den alten Annoncen kenne ich diesen Ausdruck überhaupt nicht) bewarb und pesseseitig vollkommen unkritisch die brillante oder perfekte Restaurierung lobte, die kaum einer wirklich beurteilen konnte. Dann stellte sich auch heraus, daß im Rahmen von Kubrick-Retrospektiven von Düsseldorf über Frankfurt bis Berlin der heutige Erbverwalter des Regisseurs während seiner kunstgewerblichen Vorträge stapelweise DVDs auf seinem Rednerpult darbot, die es angeblich endlich möglich machten, "Stanleys Filme in alle Welt, bis hin nach Südkorea, in brillanter Qualität und in acht verschiedenen Sprachen" zu vertreiben. An diesem Punkt war klar, daß sich im Moment niemand mehr um eine ordentliche technische Bearbeitung dieser Filme mehr kümmert (oder sie einmal anmahnt), wo einige neue, m.E. nicht geglückte und schnell auf den Markt katapultierte Kopien eine Bewertung erfahren, nach der mit diesen angeblich neue Maßstäbe geschaffen würden, etwas, worüber früher kaum jemand redete, als die Kopien wirklich noch sehr gut waren. Anno 2001 wird das dann zum "ulitmativen Trip", wo es zuvor schlicht hieß "Stanley Kubricks Meisterwerk vom Abenteurer im All". Auch die Leinwände und die Akustik, wo der Film gezeigt wurde, wurden immer schmaler und eingeschnürter - und das (ansonsten heute beispielhaft gepflegte) Delphi in Berlin bildet hier keine Ausnahme - was dort schon rein baulich bedingt ist. Dennoch bin ich froh, daß überhaupt einige jüngere Leute sich einen alten Film noch angucken wollen und auf den ersten Eindruck sogar angetan sind (ausgenommen hier @stefan 2, der es eigentlich besser wissen müßte, wie es wirklich sein sollte und sein könnte). Da ich den Film fast vierzigmal in die 70er-Jahren in 70mm-Originalkopie auf 13.50 Meter Bildhöhe und 32,80 Meter Bildbreite gesehen habe, zudem die Wirkung auf einer 120 Grad konkav gewölbten Bildwand deutlich besser war, interessiert es mich einfach, sich diesem Eindruck erneut nähern zu versuchen. Dem stimme ich hinsichtlich des "plastischen Bildeindrucks" zu, obwohl @magentacine tlws. widersprechen wird. Aber das wollten wir demnächst ja einmal austesten, sobald die Kohle hierfür reicht... :)
  23. Das Möglichste wurde aber nicht getan, da es andere Möglichkeiten gibt. Natürlich ist die noch "neue" (wenn auch verfälschte) Farbe der neuen Kopien ein schlagendes Argument gegen die mittlerweile braun- und rotstichigen Altkopien auf Breitfilm. (Ganz persönlich würde ich eine gefadete Altkopie vorziehen, erdreiste mich jedoch nicht, dies als adäquate Alternative zu popagieren, wo jetzt die neue Kopie im Einsatz ist.) Einerseits kann man also froh sein (@Marc ist es eben), daß Warner überhaupt ein paar neue Kopien gezogen hat, andererseits ist es für Kenner des Films (und ältere Zeitgenossen, die ihn sehr gerne wiedersehen wollen) auf diesen Weise eben ein Schock. Sofern also der Nachweis erbracht ist, dass es durchaus besser zu machen ist (sowohl kopiertechnisch wie in der Kinopräsentation), halte ich es für sinnvoll, auch darauf hinzuweisen. Und der Nachweis liegt offenkundig vor, wenn man die Kopierwerksmöglichkeiten kennt. 8)
  24. Und das betrifft nicht nur den derzeit mal wieder ausgegrabenen Kubrick mitsamt seiner Jünger, sondern das gesamte filmische Large-Format-Schaffen der 60's! Siehe aufwändige A/B/C-Rollenkopierungen bei "Cleopatra" u.a. technisch noch aufwändiger als "2001" gestalteten Monumentalfilmklassikern. Der Kubrick hätte in diese Vorführungen und Kopien von 2005 "eine Bombe geworfen", das schimpften meine etwas älteren Kollegen, die seine Filme gut kennen und seine Inspektionen noch miterlebt haben. Solche Worte sind nicht die meinen, aber sie drücken aus, das etwas total danebengelaufen ist.
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