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cinerama

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  1. In die deutsche DVD-Version, die stets so gelobt wurde, wenn man sie auf kleinen Fernsehern sah und den Film nicht gründlich genug kannte, schauten wir gestern hinein: über einen professionellen Videobeamer. Erfreulich zunächst die Ankündigung der Abtastung vom 65-mm-Interpositiv (es ist bereits das zweite, nach dem Laserdisc-Transfer für die Videoauswertung hergestellte 65-mm-Interpositiv), jedoch fiel beim "Groß"-Beamen deutlich auf, wie unscharf die Überspielung etwa zu 35-mm-Filmklassikern war ("Große Diktator", "Casablanca", "Der Unsichtbare Dritte", "Das 5. Element" ua. "standardsetzende" Überspielungen). Sie weist im weiteren Ausleuchtungsfehler auf (bläuliche Randeinfärbungen durch fehlerhafte Kopierlampe oder Kondensorsystem). Zudem ist der deutsche Ton "dolbysiert" (@Gunter wird das zurückweisen, daß Dolby "schuld" sei) in seiner Sprachzusammenfassung auf die Mitte zusammengelegt, es fielen kleinere Fehler der Lichtbestimmung auf, als die Affenkostüme mal grünlich, mal gräulich erstrahlten, und vor allem brachen gegenüber vorbildlich überspielten DVDs die Details und Zeichnungen in den Anzügen förmlich weg, vgl. Heywood Floyd beim "Stimmenerkennungdienst" auf der Weltraumstation 5. Als nächstes guckten wir die NTSC-Version aus dieser Kubrick-Collection und waren und erst recht entsetzt: Letterbox-Überspielung, völlig fahl in den Farben, total unscharf - die PAL-Überspielung war "Gold" dagegen. Dann ein kurzer Blick in die alte Laserdisc, in der zumindest Ansätze der Direktionalität der deutschen Sprachmischung verblieben waren. Zur 2001 angeblich restaurierten Version ist zu sagen, daß entgegen den Ankündigungen seinerzeit auf der Berlinale zumindest im Bild nichts digital restauriert wurde, hatte doch Ted Turner bereits Ende der 1980er-Jahre ein 65-mm-Duplkatnegativ des Filmes hergestellt, von dem noch in den 1990er-Jahren einige 70mm-Kopien hergestellt wurden. Das Resultat des 70-mm-Rivivals fällt zu den gleich breiten Erstaufführungskopien von 1968 körniger und kontrastreicher aus - als "grell-aufgestylt" und dennoch "flach" zu umschreiben - und der optisch-akustische Qualitätsvorsprung zur zeitgleich 2001 herausgebrachten 35-mm-Version ist nur bedingt zu verteidigen. Auch die Berlinale-Projektion war mit vollständig verwackelter Bildwiedergabe die warscheinlich instabilste seit Aufkommen des 70-mm-Kinos schlechthin, sichtbar "erzitternd" nicht nur bei ruhigen Weltraum-Spaziergängen (hier ist ironischerweise der Schrittschaltmotor des FP-75 E-Projektors der Kinoton GmbH tatsächlich "digital" bezeugt und Risikofaktor bei Bildstandsgarantien). In der "Star Gate"-Sequenz wurden pumpende Bildbereiche und schwankende Schärfen sichtbar - Anzeichen für fehlerhaft umkopierte Orginalmaterialien. Mehrere Takes in der Schlussszene während des Alterns des Astronauten Bowman beinhalteten bereits seit längerem ausgeflickte "Klammerteile", was wiederum auf schadhafte Partien im Originalnegativ, die infolge mechanischer Beschädigung herausgenommen worden waren, schließen läßt. Ingesamt war die neue 70mm-Kopie zu hell, zu flach und zu steil im Kontrast und verlor somit deutlich an Schärfe und Dichte: vom "70mm-Charakter" der Erstaufführungskopien war nur wenig noch wiedererkennbar. Die Enttäuschung auf der Berlinale wurde begleitet von einem kaum hörbaren, dort nach "Mittelwellenfunk" klingenden Dolby SR-Magnetton, welcher durch die Festspieltechnik-Inspektion und eine weltbekannte Kinotechnik-Firma wohl sehr überstürzt angeschlossen und eingemessen wurde. Dieser Event, präsentiert nicht zuletzt aufgrund der im "Berlinale Palast" ohnehin zu kleinen und fast flachen Leinwand, war signifikant getrübt. Nach der "Berlinale" holte sich das National Museum of Film and Photographie (NMPFT) in Bradford diesselbe Kopie für sein jährliches "Widescreen-Festival": dort wurde sie mit einwandfreiem Bildstand und kristallklarem Ton dargeboten. Die ab Ende Februar 2001 auf 35 mm gestarteten Revivalkopien, ebenfalls aus dem Hause Warner, ließen auf andere Weise akustische wie optische Brillanz missen: sie waren relativ grobkörnig - was kaum auf eine Umkopierung von neuesten Zwischenmaterialien, konsequent ausgehend vom Originalnegativ, schließen läßt, sondern auf ein Zurückgehen auf sehr alte 35-mm-Interpositive des seinerzeitigen Kaltprozesses hindeutet. Weiterhin zeitigte die Kopierung auf neuerem Kodak-Vision-Printmaterial seltsame Blüten: sozusagen "ausblutende Säume" um die Ränder der Planeten hatten - in der Art dieses Effekts - gewisse Ähnlichkeit mit einer Kopierung über Internegativ, sowie man ein solches von einer älteren Kinokopie zieht. Klanglich enttäuschten auf 35 mm sowohl die Analog- wie auch die drei Digital-Tonspuren. Selbst bei SDDS-Wiedergabe klangen die einstigen Frequenzspitzen des Magnettons dumpf und leblos: der tiefe Streicherbaß der Zarathustra-Fanfare grollte verzerrt-hintergrundlastig, die Höhenpegel schienen wie abgeschnitten, auf ein eher steriles Summen herabgedrückt, (exemplarisch beim hohen Pfeifton während des durch Sonneinfall "aktivierten" Monolithen zu beklagen, denn Besucher unzähliger früherer Magnettonvorführungen mußten sich damals angesichts der Brillanz des Pfeiftons die Ohren zuhalten, der auf DVD irgendwie im Pegel anderen Szenen durch "Mittelung" angeglichen wurde), die Donauwalzer resonierten auffallend hölzern daher und die einstige Direktionalität der deutschen Sprachmischung wurde aufgegeben (was auch anhand der auf identische digitale Zwischenträger zurückgreifendem DVD-Version der Warner von 2001 festzustellen ist). Das nährt erneut Zweifel an der Bearbeitungsweise oder der Technologie an sich (fragwürdige Umkopierung über im Gamma zu "flache" neuere Printmaterialien), in jedem Fall aber nährt es Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Transfers älterer Magnetton-Master auf digitale Medien via Datenreduktion, so wie die Resultate der bislang gesichteten Film-Revivals jedesmal mit drastischen Verschiebungen des Originals einhergingen, obwohl der "konventionelle" Weg über den alten analogen Magnetton auch für Neukopierungen nach wie vor offen steht und überlegenere Eindrücke abgäbe. Insofern hoffe ich, daß einige (auch musikalisch durchtrainierte) Tontechniker und mit der Filmgeschichte vertraute Kopierwerkstechniker und Kameraleute der Frankfurter Aufführung beiwohnen und mal einen Vergleich zur AC-3-Version der DVD ziehen, was die beschriebenen Klangbeeinträchtigungen der Klassik-Musik anbetrifft. In jedem Falle gibt es zumindest bei diesem Filmtitel leider nichts Besseres mehr auf diesem Planeten, als die jetzige gezeigte 70-mm-Version - allein wegen Ihrer noch immer beachtlichen Schärfe - und es sollten andere Kinos dem Frankfurter Beispiel folgen, und diese Kopie ins Programm nehmen! :D
  2. Der treffenden Analyse ließe sich noch eine kinotheoretische Debatte nach Harms und Kracauer anschließen ... denn bereits in den 20er Jahren war die Scheidung funktionaler, blicklenkender Lichtspielhäuser und dekorierter Paläste Anlaß für eine virulente Debatte. So verheerend sich die Kaufhauskino-Kettenbildungen in den letzten Jahren auch auswirkten, so existieren nachwievor Nischen für konträre Kinokulturen. Dies hat jedoch - wie ja schon richtig hervorgehoben wurde - das Interesse zunächst auf die "Dekor-"Großraumtheater wie Lichtburg-Essen oder Zoo-Palast-Berlin gelenkt, währenddessen die "Reinheit" des Schaukinos, sprich des Superbreitwandkinos, nachvollziehbarer Weise unterschätzt wurde. Dafür gibt es Gründe: gerade diese (Cinerama-/Todd-AO-)-"Roadshow"-Theater befanden sich zu 90% in Händen der Kinogruppe des Heinz Riech, der sie regelrecht marginalisierte oder durch Zellteilung "umformte". Weiterhin hat in den hier ausgelobten Super-Breitwand-Kinos (Europa-Essen, Royal-Berlin) seit 10 oder 15 Jahren kein Mensch eine Super-Breitwand mehr gesehen! (Und wenn, dann war das Bild, etwa im Europa Essen, zuletzt leider "stockduster"). Die Kaschblenden - etwa in Berlin, wurden nach dem Dimension-150-Prinzip für die 35mm-Wiedergabe radikal "zusammengefahren", und wären ohne weiteres gar nicht mehr "Von Wand zu Wand" und "vom Boden bis zur Decke" auffahrbar (zumindest für 70mm), da alles mit Vorsatz seit Ende der 90er-Jahre verbaut wurde. Somit wirkte "Scope" im Royal-Palast auf 19 Metern oft kleiner, als viele sich über 15 Meter raumweit erstreckende Bildwände in Multiplexen - eine Schande. Durch weiterhin bereits o.g. Projektionsmängel und "Selbstkastrationen" erklären sich auch die eingangs von zwei Forumsteilnehmern eher negativ formulierten Wertungen des Berliner Roadshow-Kinos (und m.W. wird Gleiches auch dem Europa-Palastes in Essen nachgesagt, sodaß selbst eingefleischte Large-Format-Fans mit wehenden Fahnen ins CinemaxX "übergetreten" seien), da kaum jemand angesichts flauer 35mm-Dupkopien, verkleinerter Kaschblenden und immer schlechter (der Fernsehästhetik entgegenkommender) Fotografie überhaupt imaginieren kann, wie raumfüllend und plastisch ein Breitwanderlebnis in einem der besagten Kinos früher einmal gewesen ist. Die Enttäuschung ist da natürlich fest vorprogrammiert, und die Unbedarfheit der Betreiber hat dieses wahrnehmungsästethische Problem verschleppt. Dennoch bin ich da nicht ganz so pessimistisch in bezug etwa auf das Berliner Royal: es gibt zumindest zwei Betreiber mit einem gewissen Interesse oder einem Bewußtsein für die Würde des Hauses, die man sich wünschen würde, die auch schon einmal nachgefragt haben. Auch steht in keinem Gesetzesblatt, daß es verboten ist, ein solches Kino weiterzubetreiben. Spektakulär käme evtl. 2007 hinzu, daß u.U. der Zoo-Palast aufgegeben wird, da allein zwei Senatoren in Folge mit Verve dafür plädieren, den Standort anderen Projekten zu erschließen, in denen dieses Kino kein ausreichender oder - vor der Diskussion vorliegender Projektentwürfe - vergleichbarer Publiumsmagnet mehr sein wird. Hierfür scheinen auch immer mehr die Mehrheitsverhältnisse im Abgeordnetenhaus sowie bei dem neuen Investor am Zoo-Bogen auszuschlagen. In der Folge ist unverkennbar, daß ein "neuer" Royal-Palast Monopolist für den Mainstream in Berlin-Chalottenburg, Schöneberg und Teilen Tiergartens würde. Das macht also wirtschaftlich Sinn, währenddessen der Europa-Palast in Essen eine weitaus schwierigere Lage besitzt und schon zu lange geschlossen ist, was auch für den dortigen Grand-Palast (bestes Scope-Kino weit und breit gewesen) gilt. In Essen ist durch die Massierung von Überkapazitäten durch CinemaxX, das mit 14 "relativ" großen Sälen trotzdem fast nie ausgelastet ist, für das Europa derzeit keine Marktlücke gegeben, es sei denn, die Aversion der Essener gegen CinemaxX würde in ungeahnte Ausmaße abdriften ... Somit sich das Interesse der dort sehr agilen und respektablen Programmkinobetreiber Marianne Menze und H.P. Hüster eher auf die Lichtburg konzentiert (wo neuerdings bei der Neueröffnung sogar 70mm eingebaut wurde!), da doch eben die Stadtverwaltung und das öffentliche Interesse an diesem Haus (nebst "Fan"- Aktionen von Wim Wenders und Co) hierfür ihre Herz bekundeten, und demgenüber eben das Europa in den letzten Jahren vor der Schließung doch stark renovierungsbedürftig war und kaum noch Veranstaltungs-Highlights offerieren konnte. Aber es bleibt dabei: eine Projektion auf eine flache Leinwand ist ein Paradoxon: sowohl die menschliche Wahrnehmung, wie auch Objektivkonstruktionen und die Geometrie des Weltalls sind hemisphärisch, Blickwinkel und Abbildung folgen in natura einer gekrümmten Weise. Das macht die beiden hier exemplifiziertren Breitwandtheater so einzigartig, und es kann als historischer Rückschritt gewertet werden, daß der Kinowirtschaft diese Errungensschaften abhanden gekommen sind, womit selbstredend der Qualitätsunterschied zwischen Fernsehen und Kino immer schmaler wurde... Hier noch ein Bild aus den letzten Stunden des Europa-Palastes in Essen, das ich freundlicherweise von der langjährigen, traditionsbewußten Betreiberin, Frau Gerlach, vermacht bekommen habe, und welches trotz der Einschränkungen der verflachenden Fotooptik eine gewisse Vorstellung von einer tief gekrümmten 27-Meter-Cinerama-Bildwand vermittelt, die hier allerdings viel kleiner und flacher aussieht, als in Wirklichkeit. Aber immerhin ...
  3. Nachdem ich vorletzte Woche in Frankfurt war und das dortige Royal mir anschaute, erscheint mir bis auf die Probleme der Klimaanlage und das Heizungsproblem der Saal jederzeit reaktiverbar für Filmvorführungen, die Einstellung von Projektionsequipment vorausgesetzt, was kein großes Thema sein sollte. Programmatisch läge also die Zukunft in Mischveranstaltungen, die ich mir auch für das am 28.4. in Berlin geschlossene Royal wünschen würde: http://forum.filmvorfuehrer.de/viewtopic.php?t=2929
  4. Da ich mich mit dem Fall Royal-Palast seit zwei Jahren intensiv beschäftige (und das Haus seit 30 Jahren kenne und trotz der desaströsen Betreiber seit 1976 eben doch vergöttere), ärgern mich ein wenig die Streitigkeiten meiner Vorredner, zumal gar nicht klar ist, worum es geht, und was wer eigentlich will, zumal jetzt Akteure, Ideengeber und Investoren gefragt sind. Tatsache ist, und dies hörte ich auch im Europacenter bei meinem dortigen Gespräch, daß der Insolvenzverwalter nicht in der Lage war, einen neuen Betreiber für das einzigartige Kinoensemble zu finden. Allenfalls - so des Insolvenzverwalters Presseverlautbarungen - bekundete er seinen Stolz, die anderen, eher unbedeutenderen Häuser der UFA (jedoch kostengünstiger zu betreiben und halbwegs renoviert) in einem Auffangfond nunmehr "in gute Hände" (nämlich CineStar) gegeben zu haben. Auf CineStar hoffte man dann überall viel zu lange, realiter aber waren die Kiefts nie an diesem Haus interessiert. Vor etlichen Jahren hatte Flebbe von der CinemaxX-Gruppe zwar noch Interesse gezeigt (als die City-West noch Hauptkinoregion Berlins war), verwunderlicherweise aber verlängerte das Europacenter den Mietvertrag mit der UFA, was ich für einen Fehler halte, wiewohl Flebbe heute auch nur noch bedingt Traditionskinos aufrechterhält. Zumindest hätte Flebbe aber bei Übernahme renoviert und man hätte jetzt 2004 eine bessere Ausgangslage für eine Neuvermietung! Nachdem ich kürzlich mit zwei Kinogruppen sprach, wurden Bedenken über den Willen des Europacenters geäußert, das Kino aufrechtzuerhalten: erst einmal müsse dessen Bauantrag (für Textilflächen Deckeneinziehungen zu beantragen) abgewartet werden, sowie diese scheitern sollten. Diese Einschätzung und diese kalte "Abwarten" halte ich für einen verheerenden Irrtum, zumal der jetzt bevorstehende mögliche Umbau aus meiner Sicht eine Notreaktion des Centers gegen den Leerstand und unfähige Kinobetreiber ist, keineswegs also Ablehnung gegenüber Kino per se besteht. Und auch in diesen Minuten gibt es noch eine Bereiteschaft, mit ernsthaft interessierten Kinobetreibern zu sprechen, allerdings liegen die Nebenkosten des Kinos sehr hoch. Hier ist ein Betreiber (oder eine Betreibergruppe) mit Vision gefragt, der auch die Situation am Kurfürstendamm/Zoo-Areal in drei Jahren als Perspektiv einer Kalkulation für würdig erachtet, in der die Situation sich für den Royal-Palast dramatisch bessern dürfte. Leider ist das auf allen Seiten nicht in der nötigen Weitsicht begriffen worden (leider auch nicht der Appell von Berlinale-Leiter Kosslick, man lebe doch schon jetzt in einer "Nachmultiplex-Ära und müsse sich dringend Gedanken über die Kino- und Stadtarchitektur machen"), sodaß auf allen Seiten nur die Misere des Status Quo, das Starren auf das stadtweite Overscreening und die Angst vor der Multiplexkonkurrenz überwiegt, und keiner aktiv wird, da auch die Ideen fehlen. Im weiteren habe ich Teile eines Betreiberkonzeptes erarbeitet und würde gerne mit ernst zu nehmenden, engagierten Betreibern in eine Diskussion über die Potentiale dieses Lichtspielhauses kommen (Kontakt ggf. bitte über "Private Nachrichten"). Die beiden großen Säle verfügen noch immer über ein audiovisuelles Potential, welches sämtliche anderen Säle der Stadt in den Schatten stellen dürfte, sofern hier renoviert würde. Die Bildbreiten liegen bei a) über 32 Metern und b) bei 18 Metern. Alle anderen Berliner Kinos/Multiplexe fallen übrigens eindeutig unter die 20-Meter Marke und liegen somit unter dem bundesdeutschen Schnitt der Großleinwände in verschiedenen Klein- und Großstädten mit Multiplexen usw. ("Rest"-Berlin ist also in puncto Bildwandgrößen fast zwergenhaft! - Imax einmal ausgenommen) Aus Gründen, die ich hier nicht endlos zum besten geben möchte, halte ich die beiden großen Royal-Palast-Säle ("Royal-Palast" und "City") nachwievor für weltweit am besten geeignet zur Rezeption aller Spielfilmformate und Verfahren, und nicht zuletzt auch für vielfältigste Programmkulturen und angemessenere Premieren! Insofern, @filmempire, - wir kennen uns ja nun schon viele Jahre -, ist der Vergleich mit dem Pariser Kino des Herrn Bassin ganz interessant, aber Defätismus hilft in der jetzigen Lage auch nicht weiter, ebensowenig das solitäre Postulat, man hätte im Berliner Royal-Palast eben mehr 70mm spielen sollen, dann wäre das alles nicht passiert. Auch der Vergleich mit den tollen "neuen " Anlagen in Berlin hinkt total, da Du selbst doch die DP 70 auslobst, die ja Kernbestand des geschmähten Berliner Royal-Palastes ist. Außerdem haben sich seit dem "dunklen Bild" bei "Star Wars" anno 1978 einige Dinge geändert: ich stelle fest, daß hier kaum jemand das Kino wirklich kennt und alles nur auf den Riech abschiebt, ohne ein Perspektive zu entwickeln. (Da war ja Flebbe, der einige Riech-Häuser übernahm und renovierte, weitaus aktiver als die hiesigen Schlechtredner.) Die "neuen" Anlagen in Berlins Kaufhauskinos - denen wir das Kinosterben zu verdanken haben, soweit ist @TK-Chris vollends beizupflichten - wackeln ebenfalls an allen Ecken und Enden und sind eine einzige Zumutung. Ob nun im Royal-Palast 1978 der Lautsprecher einmal ausfiel, wie @filmempire räsoniert, oder andererseits @Oscar lapidar die Schmähung losläßt, er kenne ihn ebenso wie Berlin "zufällig", und er sei das schlechteste Kino Berlin, beindruckt mich ebensowenig wie das zeitgenössische Selbstlob von Heinz Riech, er habe immer zukünftige Entwicklungen vorausgesehen. Wer sich ernsthaft Gedanken um ein Kino macht, weiß auch, wo ein Potential verborgen liegt. Und wenn es um das "ideale Kino" und andererseits um die Frage des "Abreißens" geht, schwenke ich alle Fahnen zugunsten des Royal-Palastes, für den es zu kämpfen gilt, egal wie versifft er zuletzt war. Leute, die also nur lästern, ohne an gleicher Stelle eine glaubwürdige Alternative vorzuschlagen und diese zu begründen, leisten dem Filmkino sicher keinen guten Dienst und sollten in sich gehen, was sie eigentlich wollen?
  5. Doppelter Eintritt angesichts zigfachen Beschaffungs-, Einrichtungs- und Vorbereitungsaufwandes und gebotener zweieinhalbfacher Bildgröße wäre noch viel zu wenig, denke ich. Ist aber meine etwas zerknirschte Meinung, die hier bloß nicht Schule machen sollte... :wink:
  6. Diese Diskussionen aber in einem eigenen Thread führen, da es hier um die 70mm-Veranstaltungen ging ... (lieber sauber trennen und "Hexer"/"Wixxer" bitte zu einem eigenen Thema machen - wäre mein Vorschlag, sonst fasert hier alles auseinander: der Thread würde alsbald an Ernsthaftigkeit verlieren) ... womit auch ich das "El Cid-"Produktionsfoto editiere, da der Film nicht läuft, es technisch nichts erklärt, sondern Speicher frißt.
  7. Wie denn nun? CDS für 35mm oder 70mm? Bloß für welche Filme denn: etwa TERMINATOR II oder DICK TRACY? Leider ohne praktischen Nutzwert... :?
  8. GELÖSCHT ... ("El Cid"-Produktionsfoto)
  9. Die Szenerie ist treffend erkannt. Nur William Wyler war es auch nicht, da diese Bryna-Produktion im Universal-Filmverleih ja eine Konkurrenzproduktion zu MGM's "Ben-Hur" war. Aber anderes Thema: zum ewähnten David Lean geht ja auch die Überlieferung, er habe einige Einstellungen in "The Greatest Story ever told" übernommen... Bei obigem Rätsel aber war es Kubrick, der von jemandem etwas übernommen hatte, der mindestens gleichwertige Begabungen in der Bildgestaltung unter Beweis stellen konnte. Nur: von wem hat Kubrick die Regie bloß übernommen?
  10. Sehr nahe dran geraten, aber noch nicht ganz am Ziel! :? David Lean ist zwar auch der Größte, käme aber für den besagten Schnipsel nicht als Urheber des Geschehens in Betracht. Nicht ganz einfach, jedoch Kubrick ist es definitiv nicht, der zu erraten ist ... :P
  11. Aber eigentlich ist Film doch schöner und schärfer als Video! Und es ist schade, daß nur selten noch über "Schärfe" im Kino diskutiert wird, wenn die entsprechenden Filme nur auf DVD zugänglich sind. Dem Thema des Threads folgend, hänge ich den Beweis der Gegenexistenz zum Medium Video an: ein fast ein halbes Jahrhundert alter Clip, der Schärfe zeigt, die ich auch im Digital Cinema so nie sah. Gedreht übrigens vom fähigsten Monumentalfilm-Regisseur aller Zeiten (finde ich jedenfalls...). Weiß jemand den Namen des Regisseurs?? :smokin: (Bildnachweis: Universal Pictures)
  12. Man sollte zwar nicht alles immer "bierernst" nehmen, und das Datum des 1. April war ja dann klar deklariert worden, aber zunächst kam das bei uns komplett in den falschen Hals! Und hatte Folgen, denn eine Kopierung etwa des ersten, im Westeuropa und USA gelaufenen "Sovscope 70"-Films hätte aus meiner Sicht über eine spezielle CRI-65-mm-Kopierung durchaus einen bestimmten Vorteil gebracht, als daß das bei osteuropäischen und sowjetischen Produktionen oft sichtbare Helligkeitspumpen hierdurch hätte vermindert werden können, da die dortigen Printmaterialien noch steiler als das Negativ waren und das ohnehin im Negativ schon vorhandene Flackern nochmals dramatisch verstärkten. Jedenfalls haben die hier - auch wenn nur als Scherz - eingeführten Begriffe 65mm/70mm-CRI für Wellen der Verwirrung gesorgt, die über Herrn Krinke, den Produktmanager der deutschen Kodak, bis nach Rochester überschlugen. Aus Rochester kam heute ein Fax zurück, in dem sinngemäß mitgeteilt wird, das Kodak in der Anfangsphase der CRI-Austestung auch in 65mm eine 610-Meter-Rolle hergestellt hatte. Das Material kam nie zum Einsatz in die Produktion, und der Entwicklungstest wurde sofort abgebrochen, nachdem schwerwiegende Verstreifungen auftraten. Also: ich hab' den April-Scherz ja gut verdaut - und andere in diesem Forum wird das wenig interessieren - aber die Kollegen schauen mich seit Tagen böse an, nachdem ich (zu spät) auf die spezielle Jahreszeit hingewiesen habe ... :( Ehrlich gesagt, empfinde ich das Thema, auch "Star Wars", als relativ ernst. Da die in den beiden Threads "Bärenbrüder" angesprochenen Probleme nicht ganz ohne sind, war ich auf einen April-Scherz halt nicht vorbereitet, werde aber künftig genauer auf das Datum achten. :roll:
  13. Das ist da noch etwas anders, denn eine "Maske" existiert ja bei den Durchlaufprintern während der Herstellung der Serienkopien nicht. Negativ und Positiv (für Bild und Ton ) laufen über einen engen Kopierspalt jeweils an einer Kopftrommel entlang (ähnlich dem Capstan-Prinzip). Ein Maske käme nur bei der Herstellung des Dupnegativs auf einer Greiferkopriermaschine in Betracht. In beiden Fällen ist ein "Startband", wie es nur für die Lichtspielhäuser von Belang ist, nicht erforderlich, es genügt auf Blankfilm ein Startkreuz, das über den Kopierspalt eingelegt wird. Dennoch ist es überhaupt kein Mehraufwand, anstelle des Blankfilms einen ebensolchen mit Bildstrich anzukleben, nur denkt dort keiner daran (unc ich mische mich dort nicht ein). In jedem Falle: Beschwerde direkt an die Bundeszentrale des Verleihers!
  14. Ursache und Wirkung sind schon sehr eindeutig. Der Ärger in diesem Forum ist vollauf berechtigt. Mitunter wissen die Kopierwerke einfach nicht mehr, daß es unzumutbar ist, Werbefilme/Trailer ohne Bildstrichmarkierungen zu Beginn und Ende auszuliefern: wichtig ist ja nur, daß per RGB/FCC-Band bildgenau die Kopierlichter geschaltet werden, und das Kopierlicht ein- und wieder ausgeht, simpel ausgedrückt. Außerdem ist das Anfügen kompletter Start- und Endbänder eine teure Angelgenheit, für die Kopierung genügt ein Startkreuz oder ein Loch. Aber es kostet nichts, anstelle des Stückchens Vorlaufband ohne Bildstrich ein eben so langes MIT Bildstrich vorne und hinten ranzukleben. Kein Problem! Es tauchte ja schon einmal hier der Ausdruck "Sesselpupser" auf. Geht mal davon aus, daß die derzeitigen Aufsteigerkarrieristen bei den Verleihern i.d.R. Quereinsteiger sind und wenig Wissen von Film haben. Mein eindeutiger Hinweis: in jedem Fall hätte aber - das wurde oben bereits angesprochen - eine Inkenntnissetzung des jeweiligen Verleihs mit Sicherheit die erwünschte Wirkung. Die Anweisungen an das Kopierwerk ergehen von dort unmittelbar, es verursacht also keine Mehrkosten, anstelle des Stückes reinen Blankfilms ein gleich langes Stück Blankfilm MIT Bildstrich vor das Dupnegativ zu kleben. Viel Glück! :)
  15. Es könnte die europäische Edition der NTSC-Criterion Collection von 2001 sein. Diese ist eine Abtastung vom restaurierten 65mm-Interpositiv (währendessen die derzeitige detusche DVD dieser Version nur von 35mm-Scope gemastered wurde, ähnlich "Lawrence of Arabia", "Ben-Hur", "Khartoum", "Grösste Geschichte aller Zeiten", "Cleopatra" u.v.a. angeblich "formatgerechte" und angeblich "restaurierte" DVD-Editionen. Nur sieht bei "Spartacus" nun alles besonders ärmlich aus, identisch übrigens zu der von Roland Johannes stolz im WDR gezeigten Fassung seit 2002, einer PAL-MAZ der besagten Scope-Abtastung.) Generell alle "Spartacus"-Versionen seit 1991 sehen minderwertig aus, wohingegen kurz zuvor noch in der ARD gute MAZzen der alten europäischen Langfassung von CIC/UIP kursierten. Wer ältere 35mm-Kopien von "Spartacus" besitzt, egal ob auf Ferrania-, Eastman- oder Technicolor-Printmaterial kopiert) erkennt sofort den Unterschied zu allen Versionen der restaurierten Fassung. Während Schärfe, Farbraum, Gradation, Dichte und Halbtonwerte der alten Versionen superb sind, ergeben sich in der neuen Version flaue Eindrücke von ausgewaschenen Farben, "absaufenden" Details und poröser Bildstruktur. Die Criterion-DVD von 2001 entsprach dennoch aufgrund des hierfür immerhin verwendeten 65mm-I.P. in puncto Klarheit des Bildes eher dem Anspruch einer Großformat-Produktion als sämtliche alten und neuen Scope-Abtastungen, wurde aber fehlerhaft gemastered: "klatsch-gelb" die Farbe und leider auch viel zu hell (das läßt sich aber bei einigen Fernsehern und mit geübtem Auge deutlich mildern). Bleibt zu hoffen, das für den europäischen Markt nun ein echter PAL-Transfer vom 65mm-I.P. gemacht wurde (wie löblich bei "2001" geschehen, der auf PAL noch besser als auch NTSC aussieht, so wie es sich eigentlich gehört!). Die im Frankfurter Museum zu sehene Kopie dieser restaurierten Fassung von 1991 weist im 70mm-Format mehr Farbkontrast auf als die Criterion-Abtastung, obwohl - perplexerweise - gleiche Ausgangsmaterialien vorlagen. Da aber im Zuge der Restaurierung eine Dupkopierung stattfand, die der originalen Schärfe des Kameranegativs einiges genommen hat, ist die "neue" 70mm-Kopie (von 1991) etwas dunkler abgestimmt, um den Korneindruck zu unterdrücken (vgl. auch "Vertigo"). Ein Kompromiß somit, der langfristig an solchen Filmen Interessierten nicht die Mühe erspart, mehrere Versionsvergleiche anzustellen, wozu auch die öfter im Cineplex-Frankfurt gezeigte Uraufführungsversion von 1960 gehört, die trotz Color-Fading und Aufhellung viel vom "plastischen Relief" damaliger Todd-AO-Filme erahnen läßt und die dt. Synchronisation beinhaltet. Der Restaurations-Anhang in der Criteron-DVD-Version zeigt wenig, fast nichts über wiederverwendete Out-takes oder die Restaurationswege über angeblich zwei Technriama-Separationsauszüge, und er ist fachlich mit äußerster Vorsicht aufzunehmen. Verschiedene Darstellungen der Restaurateure zu bereits früheren Restaurierungen ("Vertigo", "Lawrence of Arabia", "My Fair Lady") haben sich letztlich als nicht haltbar erwiesen, und demonstrierte A/B-Vergleiche sind getürkt und kopierwerkstechnisch widerlegbar. Die am 1.5. im Frankfurter Museum gezeigte Version ist zwar durch den Regisseur autorisiert, der 1991 selbst noch Hilfestellungen zur Restaurierung der ihm traumatisch in Erinnerung verbliebenen Douglas-Produktion leistete, jedoch müßten sämtliche Großformat-Produktionen, die in den letzten 15 Jahren eine Neuauflage auf Film oder DVD erfuhren, m.E. komplett neu restauriert werden, da hierfür kopierwerks- und restaurationstechnisch ein praktikables Bearbeitungs-Know-how jederzeit gegeben ist. Dies aber halte ich aufgrund der bereits ausgereizten Kino- und DVD-Auswertungen für eher aussichtslos, sofern sich nicht mehrere Kinoketten zusammenschließen, die gewillt sind, ein derartiges Repertoire herumzureichen.
  16. Bevor's im Cineplex wohl bald wieder losgeht, gibt es als Vorgeschmack im Deutschen Filmmuseum Frankfurt/M. am Schaumainkai 42 den Monumentalfilm SPARTACUS zu sehen und zu hören: Am 1. Mai um 16.00 Uhr und um 20.00 Uhr. Die restaurierte Version von 1991 sieht und hört sich deutlich besser an als die deutsche DVD, die nur vom 35mm-Scope-Intermed abgetastet wurde. Diese 70mm-Kopie enthält eine bombastisch klingende Dolby-SR-Magnettonspur - die Museumsleitung versprach eine verschärfte Inspektion und Einmessung der dortigen Tonanlage und ein komplett unbeschnittenes und randscharfes Bild. Sämtliche Ouvertüren, Pausen- und Schlußmusiken werden zu hören sein. Obwohl die englischsprachige Originalversion gezeigt wird, enthält unsere Kopie deutsche Untertitel. Leichte Schrämmchen werden hoffentlich verziehen, und immerhin ist es die heute einzige Version, die sowohl in Farbqualität wie Schärfe vom Original einiges erhalten konnte. Diskussionstoff ist gegeben, da sich einige Breitwand-Cracks der deutschen Szene im Museum einfinden werden und sich eine schöne Gelegenheit ergibt, die von den Frankfurtern sensationell gestaltete Stanley-Kubrick-Ausstellung zu bewundern (zu der auch eine 65mm-Todd-AO-Kameras aus dem Nachlaß des Maestros gehört, die bereits bei "Cleopatra" umwerfende Shots einfing ... :hasi:
  17. Ja, erinnere mich noch gut an die extensive Führung 2002 durch ungeahnte Betriebsräume des 'International'! Vorführungen in fast allen Formaten (ausgenommen Superscope und 4-Kanal-Magnetton - obwohl auch das zur Ausstattung gehört) waren gegeben und der Chefvorführer seit Eröffnung des Hauses (noch nie von ihm ein unscharfes Bild gesehen - die "alte Garde"!) zeigte bereitwillig sein Handwerk. Sehr traurig sind viele über seinen überraschenden Schlaganfall und wünschen gute Besserung! :(
  18. ... bei "Star Wars" läßt sich jedoch auch nicht erkennen, weshalb man ihn als A-Produktion - vergleichbar mit anderen SF- und Fantasy-Klassikern dieser Zeit wie erwähnt - einordnen könnte. Ich erinnere mich bswp. an "The Blair Witch Project" (seinerzeit von mir in Spanien auf einem Festival gesehen, als niemand ahnte, was da noch kommt), der - das wäre ein extremes Gegenbeispiel - ebenfalls nach dem Überraschungsstart mit Massenkopien und Marketing eines Blockbusters verliehen wurde. Es fält mir noch die - für John-Carpenter-Verhältnisse - groß budgetierte Produktion "Big Trouble in little China" von 1986 ein, ebenfalls mit 70-mm-Massenstart und dennoch im Vergleich zu anderen Werken der Zeit eine B-Produktion. Ein vielleicht ähnlicher Grenzfall wie "Star Wars", nur daß Carpenter der Erfolg hiermit versagt blieb. Und auch in den 60-er Jahren erscheint mir etwa "Sheherazade" wie eine B-Produktion, gedreht in Super Panorama 70, für den auch in Deutschland ein gutes Dutzend 70mm-Kopien gezogen wurden. Ebenso "Herkules erobert Atlantis" und "Im Land der langen Schatten" (Super Technirama 70). Alle drei Beispiele zeigen im Produktionsbudget und in der Logistik einen großen Abstand zu "Cleopatra", "Lawrence von Arabien" oder "Ben-Hur" u.v.a. breitformatigen Monumentalfilmen. Noch kurioser vielleicht die HiFi-Stereo-70-Produktionen "Operation Taifun" sowie "Hexen bis aufs Blut gequält" (westdeutsche A-Produktionen, aber international Billig-Standards). Und Ende der 60-er Jahre: man erinnere sich an den Sensationserfolg von "Easy Rider" - der ebenfalls eine (gegenüber "Star Wars" sicher kleinere) 70-mm-Auswertung erfuhr. Die Übergänge sind da offenbar unscharf, manchmal auch - genrebedingt - fließend... aber der Abstand zu den zeitgenössischen Blockbustern läßt sich m.E. schon klar herauslesen. :look:
  19. Vorweg: Die Klassifikation der Billigproduktion bei "Star Wars" stammt keineswegs von mir, sondern entspricht dem Mainstream der Filmrezension. Wer wie Du den wissenschaftlichen "Beweis" sucht, wird also (das ist nur zu begrüßen) genauer als bisher recherchieren müssen. Zumindest ich wurde (über die Restzeit der Feiertage) leider nicht fündig, fand aber unter verschiedensten Budget-Angaben dennoch hochinteressante Querverweise für Fans und Gegner des "Lucas"-Evangeliums, die mir so großen Spaß bereiteten, daß ich sie hier in den Thread stelle: Der renommierte Filmhistoriker Georg Seeßlen spricht von 9 Mio. Dollars Produktionskosten und liefert eine zwar den Siebzigern naheliegende Rezension ab, die aber nachwievor nachdenklich stimmt: http://www.freitag.de/1999/35/99350301.htm Hier eine Petition der Fans an die Lucas-Production für eine Edition der alten Fassungen auf DVD (zum Unterschreiben): http://www.netzeitung.de/entertainment/...76803.html Wie "Star Wars" klug macht, beschreibt dieser brandaktuelle Report!: http://www.netzeitung.de/entertainment/...71956.html Eine Fanseite spricht hier von einem "charmanten B-Film": http://www.cyberkino.de/entertainment/k...lmkritiken Nochmals zum Etat: 8.5 Mio (um 3 Mio. Dollars überschritten) werden hier angegeben: http://heiko-jansen.de/film_tv_star_war...icle7.html Eine weitere Fan-Seite sieht ebenfalls ein Niedrigbudget gegeben: 9.5 Mio. Dollars: http://www.tzell.de/sw_teil1.htm Die Philosophin Dr. Gudrun Eussner zur "Star Wars"-Realpolitik: http://www.kalaschnikow.net/de/txt/2001/eussner21.html Der Soziologe David Fischer-Kerli zur Funktion des "Star Wars"-Films im Kalten Krieg: http://fischer.uni-hd.de/cp_sw.html Die Befürchtung, daß "Star Wars" im realen Leben eine reale Bedrohung einmal bilden könnte, versucht diese Petition zum Ausdruck zu bringen (zum Unterschreiben): http://archiv.greenpeace.de/GP_DOK_PT/O...01B009.HTM Dennoch ist trotz des Billig-Budgets für einen Blockbuster-Erfolg den Machern des "Star Wars"-Films Einfallsreichtum und visuelle Fantasie zu bescheinigen, weshalb der Film auch gewisse Wirkungen hatte. Trotzdem merkt man auch der technischen Durchführung das begrenzte Budget an. Ich hoffe hiermit einstweilen genützt (und irritiert) zu haben und wünsche viel Vergnügen (und bloß nicht wieder ärgern...) :wink:
  20. Kaum kommt man von der österlichen Dom-Predigt zurück, wird man schon von den "Clon-Kriegern" eingeholt und mit Zahlen und "Mahnungen" eingeäschert: @magentacine, auf der einen Seite präsentierst Du die Selbstverzückung der STAR WARS-Macher über ihre "gewaltige" (?!) Budgetaufstockung auf angeblich 13 Mio. Dollars (die Zahl findet sich nur leider nirgend woanders als in Deinem Zitat), und kurz vorher verweist Du (nach Manier der "Fröhlichen Wissenschaft") auf den Link http://www.the-numbers.com (dort ist einzugeben: Movie Star Wars - Box Office Data, News, Cast Information - The Numbers), wonach STAR WARS eben doch 11 Mio. Dollars kostete (eine meineserachtens verbreitetere Ziffer). Weder fällt Dir ein Widerspruch darin auf, noch hältst Du die Euphorie des Lucas-Drehbuchautors für kommentarwürdig (zumal auch keine andere Produktion, die zu den bekannten Mega-Erfolgen gehörte, einen auch nur annähernd so niedrigen Etat wie STAR WARS hatte: es stehen den 8,5 - 11 Mio. Dollars bei "Star Wars" etwa 38 Mio. Dollars bei "Apocalypse Now" gegenüber, 36 Mio. Dollars bei "Superman", 20 Mio. Dollars bei "King Kong" oder 40-44 Mio. Dollars bei "Star Trek" u.v.a., die im Umraum von zwei Jahren gedreht wurden.) STAR WARS war also aus meiner (zeitgenössischen!) Sicht für einen Blockbuster eine Billigproduktion, erst recht, wenn man ihn mit den 40 Mio. Dollars vergleicht, die anderthalb Jahrzehnte zuvor, 1963, für "Cleopatra" verpulvert wurden. Du selbst prädikatisiertest ja STAR WARS mit dem "eindeutigen Stempel eines B-Films" (s.o.). Damit wir nun nicht ins "wissenschaftliche" Paradoxon der spekulativen Mystik (Theologie) hineinrutschen, mögest Du mir bitte die von Dir "verantwortungsvoll" recherchierten Zahlen "beweisen" (ich wiederhole hier lediglich wortgetreu Deine selbstgestellten Maximen), um Deinen eigenen Maßstäben gerecht zu werden. Ich sehe leider mehrere Widersprüche in Deinen Argumenten, die in einer Wissenschaftsdebatte nur geringen Bestand hätten. Auf die ästhetischen und ideologischen "New Hope"- Verirrungen und Wirrungen in diesem Thread komme ich noch ausführlich zurück, sobald ich die schwere Dom-Predigt "verdaut" habe... :?
  21. Das verträgt sich eben absolut NICHT! Schaue Dir bitte die deutschen Dup-Kopien an, explizit von "Barry Lyndon", und dies spicht Bände! Offenbar kennst Du diese und andere zeitgenössichen Kopien kaum noch, um Dich immer wieder auf des "Meisters" verläßliche "Überprüfungen" zurückzuziehen.
  22. Das sind hier Kissenschlachten, die zu nichts führen und und auf diesem Niveau niemanden interessieren.
  23. Diese Filme habe ich in 23 Jahren bis zur Erschöpfung oft vorgeführt. Die "Verstümmelung hält sich" bei 1,85 : 1 bei "Barry Lyndon"keineswegs "im Rahmen", wie Du unbelehrbar wiederholst. Eigentlich war ich ausreichend deutlich und laut genug in meiner Aussage, aber dann bitte noch einmal: "Barry Lyndon" kann keinesfalls in 1,85 : 1 zumutbar vorgeführt werden, da der Regisseur hierauf leider NICHT ausreichend Rücksicht genommen hat. Dies zur Vorwarnung an etliche Nachspieler/Wiederaufführer dieses Films (verdiente Repertoire-Häuser oder auch Multiplexe, die nach solchen "Experten"-Threads noch glauben, sich getrost zur "Amerikanischen Breitwand" zurücklehnen zu können, zumal doch der Meister himself schon so viel "Rücksicht" genommen habe. Das ist bei "Barry Lyndon" NICHT gegeben, wie klare Bildanalysen zweifelsfrei ergeben. Bitte den Film nochmals durchgehen, bevor weiterhin der Regisseur als Alibi für künftige verstümmelte Barry-Lyndon-Freuden landesweit herhalten muß, der ja längst tot ist! Und für die wenigen, die sich dafür interessieren, sollte "auf die Schnelle" der knappe Hinweis genügen, den Film doch auf ihrem 16:9-Fernseher ( mit 1,78 : 1 immerhin breiter als das vorgesehene Projektionsformat vom 1,66 : 1) hoch zu zoomen und durch kapitelweises "Durchblättern" in 16 : 9 zu "genießen" - wonach man sich leicht vorstellen kann, wie viel schlimmer es noch am Ende in 1.85 : 1 "herauskäme". Letztmalig: der Regisseur Stanley Kubrick sowie sein Kameramann John Alcott haben bei "Barry Lyndon" auf 1,85 : 1 und auch auf 1,78 : 1 (als HD- oder TV-Format damals noch unbekannt) keine erkennbare Rücksicht genommen, dies wird so offensichtlich wie selten in einem Film und wird anscheinend nur vom (offenbar zum Zeitpunkt solcher "Allerweltsreden") überarbeiteten Regisseur und (in dessen Erbfolge) neuerdings von Dir (@magentacine) in unsinniger Weise relativiert. Eine Sackgasse, von der sich jeder Filmfreund wie dargelegt sehr einfach überzeugen kann. "Barry Lyndon" hat zudem auf der DVD ein Format von 1,59 : 1, sicher kein "genormtes Projektionsformat", aber in diesem Seitenverhältnis dem Original am nächsten kommend. Enttäuschend sind die extremem Bildstandsschwankungen einiger angeblich "digital restaurierter" Kubrick DVDs, "Clockwork Orange" sowie noch verdrießlicher eben auch bei "Barry Lyndon". Dies deutet auf fehlerhafte Kopierung der seinerzeitigen Interpositive der 1970-er Jahre hin (Durchlaufprinter, typisches "Schaukeln"), ein Fehler, der auch mir immer wieder in den Verleih-Dupkopien auffiel und die ehrenwerten Kubrick-Nachlaßverwalter nicht die Bohne interessiert. Zudem sind sowohl "Clockwork" wie "Barry Lyndon" unscharf abgetastet, letzterer ist auch viel zu hell. Es wäre mir jedenfalls neu, daß diese "Restaurationsergebenisse" auch in den Kameranegativen enthalten sind... :lol: P.S: Allein die "Shining"-DVD ist sehr gut, jedoch eigenartigerweise im Normalformat. Man kann sie aber auf 1,66 : 1 ohne störende Verluste sehr schön hochzoomen, auch 1.85 :1 wäre hier vertretbar! Soweit meine fachlich hoffentlich nicht wieder in Zweifel zu ziehende Aussage.
  24. Die oben angesprochenen Punkte sind nicht technischer Natur, haben rein nichts mit VistaVision, Spezialeffekten oder Bildformaten zu tun! Dennoch antworte ich auf den Vorwurf der Vorverurteilung besagter Science-Fiction-Filme der 70er durch kurze Einsprengsel zeitgenössischer und jüngerer Rezensionen der Filme, die tlws. nicht unberechtigt sind und die heutige "Verklärung" zu Klassikern etwas relativieren: CLOSE ENCOUNTERS OF THE THIRD KIND: "Spezial-Effekte und grandioser Kitsch" .... ein Riesenschinken, der neben spektakulären, kaum je erreichten Spezialeffekten eine Handlung hat, die sich zu den unglaubwürdigsten des Jahres zählen kann. (...) Die Schwäche von "Close Encounters" ist, daß der Film zu viel versucht. Er wil mehr als pure Unterhaltung sein, wie sein ungemein unterhaltsamer Vorgänger und Rivale "Star Wars", und verliert damit zu viel Zeit, eine wissenschaftlich glaubwürdige Basis zu schaffen. (...) Eine ganze Weltraumstation fliegt langsam heran und füllt den ganzen Himmel aus. (...) Die Szene, wie der ganze Film, ist eine Mischung aus glänzenden Kameratricks und grandiosem Kitsch. (...) Der Film ist aber voll von Entgleisungen, wie zum Beispiel die Szene, in der Roy Neary halb verrückt wird, bis er die Vorstellung von einer Naturinformation - eben jenem Devil's Tower -, die ihn seit seiner ersten Begegnung mit den UFOS plagt, in seinem Wohnzimmer aus Schalmm und Steinen nachbauen kann. [stephen Locke, TIP-Berlin, 1978] THE BIG LOUD MOVIES (abgek.: BLAM) Der Prototyp des (im kommerziellen System der Vor-STAR-WARS-Welt) in großem Maßstab arbeitenden Regisseurs, ist vermutlich David Lean. Um zu verstehen, wo wir uns befinden und was wir unterwegs aufgegeben haben, denken Sie an THE BRIDGE ON THE RIVER KWAI oder LAWRENCE OF ARABIA. Diese Filme haben einige ganz ordinäre, kommerzielle Absichten mit den Big Loud Movies (BLAMS) gemeinsam. Sie sind ganz offensichtlich in ihre eigene Technologie verliebt. Es sind laute und gewaltsame Monumentalfilme, die rigoros versuchen, die Dramatik auf Momente extremer physischer Gewalt zu reduzieren. (...) Aber Lean hat zwei Dinge beibehalten, die die meisten BLAMs - seit STAR WARS - unterdrückt, eliminiert oder überwunden haben: psychologische Komplexität und die Erfassung genauer sozialer und historischer Details. (...) Lean ist ein Gott für die heutigen BLAM-Hersteller. (...) Das ernste Action-Monumentalkino war etwas, dem Hollywood in den 60ern und 70ern verbunden blieb, in Projekten wie BEN-HUR und CLEOPATRA, in Projekten wie THE WILD BUNCH und schließlich in solchen Vietnam-Filmen wie Ciminos THE DEER HUNTER und APOCALYPSE NOW. (...) "2001: A SPACE ODYSSEY": (...) Erst einmal gibt es nicht einen einzigen Aspekt im BLAM, ob gut oder schlecht, der nicht wenigstens teilweise diesen Film als Ursprung hat. Zweitens ist Action alles in "2001".(...) Zu sagen, daß der Film die Liebe zur Technik in den Vordergrund stellt, die die Aufmerksamkeit des Publikums bannt und dabei jedes Interesse an einer erzählerischen Geschichte auslöscht, ist noch milde ausgedrückt. (...) Die Darsteller müssen die mörderische Arbeit einer super-begabten Maschien rückgägig machen, die von meschlichen Wesen nicht eben begeistert ist. Hört man da nicht die Hirnwindungen von Jim Cameron und Ridley Scott rotieren? (...) In Kubricks Augen sollte das Kino die Literatur völlig links liegen lassen, gänzlich mit dem rein Kinematographischen arbeiten (vielleicht sollte jeder große Revolutionär erst einmal ausarbeiten, wie die Perversion seiner Doktrin aussieht, bevor er sie vorträgt, selbst wenn er sie so brillant vorträgt wie Kubrick es tat). Kubrick hat damit zum Teil dazu beigetragen, eine kulturelle Entschuldigung für BLAMs zu artikulieren. "Formel neu verpackt: Die Einschränkung der erzählerischen Komplexität": STAR WARS ist als Kette von Verfolgungsjagden angelegt. (...) Das BLAM hat die Verinnerlichung dieser Doktrin immer wieder belegt: eine Jagd, eine Explosion etc. Zu dem Zeitpunkt, als die beiden (lucas und SPielberg) RAIDERS drehten, hatten sie die Verfolgungsstruktur so verfeinert, daß sie daß sie zehn bis zwölf in den Film einbauen konnten (...) Der erste STAR WARS-Film ist meiner Meinung nach eine superbe Verfilmung eines Comic-Buches. Aber wie sehr wir es uns auch wünschen: "Beowulf", Wagners Ring, "The Waste Land" oder Stravinskys "Frühlingserwachen" ist es einfach nicht. (...) Als Raumschiffe auf der Leinwand auftauchten (...), applaudierte Lucas' erstes Publikum. Was das Erzählerische angeht, hatten sie keine Ahnung, weshalb sie applaudierten, aber sie waren hocherfreut. Ebenso gewagt war es von Spielberg, daß er die letzten 15 Minuten von CLOSE ENCOUNTERS Menschen Menschen beim Betrachten betrachteten. (...) Diese Fähigkeit, durch visuelle Sensationen alle Fragen nach Sinn und Wert zu beantworten, macht Lucas und Spielberg zu den Filmemachern, wie sie die folgende Regisseurs-Generation von BLAMs sein wollte. Kubricks Beispiel folgend, gewinnt man mit Nahrung für die Augen (manche sagen, es sei Zucker) die Aufmerksamkeit des Publikums. (...) Was Spielberg und Lucas auf immer ehren wird, ist, daß sie die ersten waren, die all diese Elemente mit einem so hohen Maß an persönlicher Überzeugung zusammenbrachten, etwas, da so vielen der folgenden Formelerzeugnisse fehlte. Lucas hat STAR WARS eine halbes Jahrzehnt den Studios angeboten, bevor er ihn mit einem sehr bescheidenen Budget machte. Spielberg stellte eine geheime Untersuchung an, wieviele Leute an UFOs glaubten, was ihn vermuten ließ, dies sei das kleinste Publikum, mit dem er rechnen könnte, um die Kosten für den Film zu rechtfertigen. Der Erfolg der Filme, der viel größer war als erwartet, hat auf ewig die entsprechende Unschuld und Authentizität verdrängt, mit denen sie gemacht wurden. Seit 1981 ist die Institutionalisierung des BLAM zügig fortgeschritten. Es hat die kreative Atmosphäre in Hollywood wiederbelebt und die Produktionsliste der größeren Studios geprägt und beinahe das europäische Kunstkino zerstört. [Larry Gross, in "Sight & Sound". Übs.: Olga Pavlovic. 1996] Sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen! @cinerama 8)
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