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cinerama

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  1. Nun ist aber gut - ich komm' Dir gleich was flüstern! Hier in Berlin ist bei "Playtime" nichts seitenverkehrt gelaufen, wir haben die alte 70mm-Mag-Kopie 1987 im 'Cinema Bundesallee' und ab 1992 in der 'Urania' immer seitenrichtig vorgeführt - auch einmal bei Euch in Frankfurt 1997 -, und die Berliner Gäste diskutierten lediglich über die Laufzeit von 114 Min., die auf 35mm zwar gleich sei, wobei dort aber eine Szene enthalten sei, die in der 70er-Fassung fehlte, und umgekehrt enthielte die 70er-Fassung eine Einstellung, die in der 35er-Fassung fehlte. Dann lief vor knapp einem Jahr in einem kommunalen Kino Berlins die restaurierte 70mm-Kopie, bei der allerdings seitenverkehrt eingelegt wurde, das Bild spiegel- und später auch aktverkehrt lief, und auch aufgrund seitenverkehrter DTS-Spurlage kein Ton zu hören war (mehrere Minuten lang ... es beschwerte sich kein Mensch, das Betreiberehepaar nahm's gelassen). Bei verkehrter Seitenlage einer Magnettonkopie wäre zumindest eine lautstärkenverringerte Tonwiedergabe denkbar gewesen. Das waren also Vorführfehler, zudem Programmheftfehler, da der Film dort mit 155 Min. angekündigt wurde, aber dann genauso lang war wie vorher. Eine Version, die seitenverkehrt kopierte Bildteile enthält, habe ich leider nicht nicht gesehen, wäre aber vorstellbar, da das 65mm-Bildnegativ seitenverkehrt eingelegt werden könnte, obwohl dann die Schaltkerben oder Folien inaktiv blieben und durch die veränderte Schichtlage eine gewisse Unschärfe auftreten kann. Allerdings ging das Gerücht, daß in Kinemathekenkreisen eine französische 35mm-Kopie im Scope-Format in Dtl. vor gut zehn Jahren tournierte. Was das bloß für eine widerwärtige, tückische Anamorphose sein mag?! Das raubt mir glatt den Schlaf. :drink:
  2. Meinte dunkel im Abspann Arri 765 gelesen zu haben (andererseits habe ich dort mit Sicherheit dort KEIN Arri-"Logo" gesehen). Leider keine Kopie parat, aber bei Gelegenheit nochmals der Überprüfung wert, danke. Bei "Far and away" wurde ja fast zeitgleich zu "Alien 3" auch gemischt gedreht mit Arri 765, Panavision Super 70, VistaVision, Panavision anamorphic u.a. Zumindest war Panavision Super 70 für Special Effect-Shots bei "Alien 3" ausfindig zu machen. Die Kamera Arri 765 gibt's schon seit 1989 (Pilotfilm: "BMW 850i"). "Playtime" war übrigens nie in 1.86 : 1, sondern ca. 1.7 : 1, sowohl bei den Premierenkopien wie in der restaurierten Fassung von 2001/02. Quelle: vor mir liegende "Playtime"-Filmrolle von 1967, im weiteren 2 Filmclips aus der restaurierten Fassung sowie Vergleichbares auch im Internet sichtbar: http://www.in70mm.com/news/2003/playtim...ration.htm Behauptung bitte gelegentlich korrigieren.
  3. Die genannten Bond-Streifen sind alle 2.35 anamorphic auf Panavision gedreht (ausgenommen "Leben und sterben lassen": spherical 1.85 : 1). "Alien 3" war in 2.35 anamorphic, etliche Trickeinstellungen und Planetenhintergünde aber in 65mm aufgenommen (Arri 765). Frage: ist mit dem nicht-anamorphotischen Teil ("Bilder aus der Sicht der der Aliens") evt. doch der in Super 35 gedrehte vierte Teil von J.-P. Jeunet gemeint? "Picasso" (Mystère Picasso, Le , von H.G. Clouzot) war beim Formatwechsel meist nur stümperhaft vorgeführt worden, vor allem in Studiokinos á la Lupe (Filmkunst Walter Kirchner): dort auf einer 1.85 : 1. Leinwand vorgeführt, wirkten weder die Normalbildakte noch der zweite Teil in Scope: entweder waren die Balken rechts und links oder unten und oben störend zu sehen, sofern der Kasch nicht funktionierte. Außerdem sah das Bild bei Wechsel zu Scope hernach flauer, körniger, verwaschener und zumeist auch dunkler aus als die Normalformat-Handlung. Der Scope-Trakt war original in 2.55 : 1 vorzuführen, nach späterer Umkopierung dann leider auf 2.35 : 1. "Der Pferdepflüsterer" war so weichzeichnerisch fotografiert und "ver-dupt" kopiert, daß andersformatige Einschnitte wie eine Erholung auf mich wirkten. Außer Annakins "Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten" hat übrigens auch Robert Wise in einigen seiner Breitwandwerke den Wechsel normalformatiger Wochenschauaufnahmen zur breitwandigen Haupthandlung dramaturgisch gut genutzt und kopierwerkstechnisch perfekt umgesetzt: in "Star!" (35mm s/w-Normalformat zu 65mm Todd-AO), und in "Die Hindenburg" von 35mm s/w-Normalformat zu 35mm anamorphic). "Vertigo" ist allerdings durchgängig auf 70mm in einem Bildformat vorzuführen: mit Bildfenster 41 x 22.8 mm (Aufnahme in VistaVision). "Playtime" ist auf 70mm mit Bildmaske 40.7 x 23 mm vorzuführen, besser aber ohne Maske, denn die Schlußeinstellung der Autobahnausfahrten aus Paris ist auf 70mm vollformatig in 2.2 : 1 kopiert, d.h. man könnte den Vorhang (ob von Tati gewollt oder nicht, ist heute egal) dann spaßeshalber etwas öffnen. "Projekt Brainstorm" indessen wechselt auf 70mm-Kopie beständig zwischen 65mm-Sequenzen auf 2.2 : 1 und 35mm-Partien, die in dieser Kopie auf 34,8 x 22,2 mm Bildformat kopiert sind. Die 35mm-Kopien von "Brainstorm" hatten dann den unangenehmen Nebeneffekt, daß auch die sphärisch aufgenommenen 35mm-Partien ebenfalls anamorphotisch auf der Kopie komprimiert waren und alles mit Anamorphot vorgeführt werden mußte, was das sphärische 35mm-Format doch degradierte. Das Thema ist so spannend, daß man es fortsetzen sollte, weil es zeigt, zu welcher Schaustellerkunst das Kino imstande ist. :hasi:
  4. Ja, ja - wieder nur die alte Anti-Berlinkult-Häme, @magentacine :lol: Besser nur einen Film als gar keinen ... (russische Revolutionsfilme kennen noch weniger, abgesehen von der kürzlichen Stummfilmreihe im Filmmuseum Frankfurt, die nicht einmal tournierte. Auch die Bonner Kinemathek kurbelt da viel zu isoliert vor sich hin. Und wie geschildert, will ja keiner das "Potemkin"-Negativ mehr anrühren, also müssen eben ungeniert prä-nationalsozialistische Monumentalfilme wieder ran. Wie hieß das noch? "Zäh wie Leder, hart wie Kruppstahl" - Unkraut vergeht nicht). Zumindest der hiesigen Kinemathek Lieblingsfetisch (Fritz Lang und Marlene) dient als devotionales Vehikel, das "nebenher" überhaupt noch die teure EU-gesponsorte C-Reality-Naßscan-Maschine am Laufen hält, bevor sie wieder eingemottet wird, oder sobald in Museumskinos Film nicht mehr als Original, sondern von der DVD gezeigt wird, wie oft genug schon angekündigt wurde (vgl. JVC-Beamer-Bericht im TV- und Filmkameramann über das KoKI in Freiburg oder die Rede des Berliner 'Arsenal'-Gründers auf dem Symposium zur "Zukunft des Kinos" 2002, doch in anbetracht der teuren Leihgeber und schlechten Kopien künftig alte Filme gleich auf DVD zu zeigen. :cry: "Metropolis"-Spott ist in anbetracht der schleichenden Wertezersetzung da der strategisch unzureichende Ansatz: nicht dieser Film ist schuld an der herrschenden Programmlangeweile in deutschen Kinos und der Repertorie-Desinteressiertheit in etlichen Museumskinos, sondern deren auteur-Theorie-verschulte Macher, die immer einen Aufhänger oder Vehikel zur eigenen Legitimation brauchen, sonst werden noch die Gelder gestrichen. :idea:
  5. http://www.alpha-omega.de/Deutsch/D_Rec...polis.html
  6. Zu "Bronenosez Potemkin" unternimmt Enno Patalas in den kommenden Monaten einen Rekonstruktionsversuch, der die gekürzte Gosfilmofond-Fassung, die bereits kurz nach der Premiere zweimal geschnitten wurde, unter Zuhilfenahme englischer und amerikanischer Versionen nach der von Kurt Meisel komponierten Musik in ein adäquates Schnittverhältnis restituiert. Leider mochte Gosfilmofond nicht das (wenn auch wie oben erwähnt geschnittene) Originalnegativ für eine Umkopierung dem Bundesarchiv zur Verfügung stellen. Auch die Fertigung zumindest eines ZwiPos in Moskau wurde abgelehnt mit Rücksicht auf mögliche Gefährdungen des alten Negativs bei Umkopierung auf dortigen neueren Kopiermaschinen. Somit leider keine "strahlende" "Metropolis"-Version zur nächsten Berlinale, sondern eine zumindest textuell korrigierte Version, die leider aus zahllos gedoubelten Umkopierungen besteht, inkl. Bildstrichfehler. Geld für eine Digitalisierung á la "Metropolis" stand hierfür nicht zur Verfügung.
  7. cinerama

    Berlinale

    Ein Segen sind durchaus Besuche des 'Berlinale Palast', sie haben unstreitig mit Kino und Event zu tun. Sowohl die Atmosphäre, das Ambiente und der Service sind gewiß professioneller als anderswo, und die Erinnerung an den 'Zoo Palast' 1999 als einstmals erstem Wettbewerbshaus schmerzt nicht mehr so wie kurz nach dem Umzug. Mit dort anderthalbtausend Plätzen und zwei Rängen läßt sich imaginieren, wie vergleichsweise bis Mitte der 1960-er Jahre der Wettbewerb der damaligen Berlinale in vergleichbar großen Kinozwecksälen wie der 'Lichtburg' am Gesundbrunnen oder im 'Titania'-Palast - mit ihren jeweils zweitausend Plätzen und ebenfalls Doppelrängen - gewirkt haben mag. Froh ist man, daß wenigstens das Mega-Festival Berlinale in seinem 1. Wettbewerbshaus auch 2004 noch erahnen läßt, daß großes Kino auch eindrucksvoller Säle bedarf. Heute im Berlinale-Palast der Debutfilm "Maria, llena eres de gracia" (Maria voller Gnaden): eine völlig störungs- und mängelfreie Darbietung. Die Tragik der Geschichte (Rauschgiftdrama um junge Frauen, die als "Maultiere" von kolumbianischen Drogendealern in die USA geschleust werden) packte das Publikum; vielleicht ein kommender Programmkinoerfolg. Diametral zu anderen Spielstätten ist hier erahnbar, daß der Level der technischen Revisionen höher liegen dürfte als anderswo in der Stadt. Es ist schön, daß hier an der "Königsdisziplin", dem 35-mm-Format, auch in diesem Jahr noch festgehalten wurde. Wieder ganz weit vorne sitzend, war meine Entscheidung zugunsten des natürlichen Filmkorns dann auch klar: bei einem Bildeindruck dieser Größe stünde selbst bei 2 k-DLP-Projektion ein festes Gitter an starren Pixeln vor meiner Nase. Schärfe und Bildstrich werden offenbar durch Testläufe vorher eingestellt, sodaß von Anfang an alles stimmte. Die Überblendungen hätte man vorführmäßig nicht gemerkt, wenngleich sie mir durch einen geringfügigen Wechsel der Leuchtdichte doch auffielen. Ob hier der Kolben erst mit Anziehen des Motorschützes zündet oder andererseits vielleicht die Farbtemperatur oder der Lichtstrom auf einem der beiden Projektoren eine ganz minimale Abweichung hat, weiß aber sicher @Uli genau. Rundherum ist man aber dankbar, daß inderart noch ein deutlicher Abstand zum Pantoffelkino gehalten werden kann. Weiter so! :D
  8. cinerama

    Berlinale

    Da sich die angesprochenen Kinoleute hier leider nicht mehr äußern mögen, erinnere ich als Besucher eben noch einmal daran, daß es sich bei dem zuletzt kritisierten Fall wie gesagt um ein Kino mit Kinoton-Projektoren der E-Serie (elektronisches Schrittschaltwerk anstelle eines Malterserkreuz-Getriebes) handelt. Die Ernemann 15-Vermutung trifft aber auf das von @TomCat vis-à-vis besuchte Kino (siehe bitte vorherige Beiträge in diesem Thread) zu. Hypothesen leite ich hieraus nicht ab, bevor nicht eine Visite und Besichtigung stattgefunden hat, falls man dort überhaupt einer auswärtigen Bewertung und Beratschlagung Offenheit entgegenbringt? :roll: :smokin:
  9. cinerama

    Berlinale

    Sorry, aber nochmal: jederzeit gehe ich dorthin und versuche die erwähnten Mängel mit positiver Absicht der Änderung vorzutragen. Ich bin nicht anonym, sondern man kann mich sofort und jederzeit sprechen, ich stelle mich immer. Nur bin ich nicht der Verursacher der beschriebenen Mängel, auch nicht der Pressereporter! Meine Kritik wurde hier exklusiv vorgetragen und nirgendwoanders bisher. War das deutlich? Aber daß im Rundfunk was darüber lief, wenn ich's richtig verstanden habe, da muß doch auch anderen etwas aufgefallen sein? Es geht somit nicht um Lästerung. In mein Kino kann man nicht kommen, ich bin vom Kopierwerk und ohne Rivalitätsdenken. Es geht auch nicht um gute und schlechte Vorführung, ich lobte doch die Vorführerleistung, kritiserte jedoch die Technik. Ich nehme aber entschuldigend zurück, Dich mißverständlichweise mit dieser Vorführung in Zusammenhang gebracht zu haben, da Du Dich eben hier meldest und eine Wertung abgibst. Daß ich Euch ALLE "kennenlernen" darf, erfreut mich doch. Jedoch diskutiere ich bitte nur mit betroffenen Leuten darüber (bringe Prüffilme und Kollegen mit), streite hier aber nicht mit denen, die etwas über Rundfunk aufgeschnappt haben und bitte hierfür um Verständnis. :wink:
  10. cinerama

    Berlinale

    Kennen wir uns? (Nicht das ich wüßte!*'~ Kenne wirklich niemanden dort, das bezeuge ich.) Ach ja: wie erklärt sich denn die gestern unter Beweis gestellte tolle Technologie in dem hochmodernen Kino? Das war nicht @BIG, sondern "small". Nichts dazu anzumerken? Wird ja seine Gründe haben... :drink: Sollte Erörterungsbedarf bestehen, komme ich gerne dorthin und diskutiere dies ruhig und auch ohne persönl. Ressentiments. Einfach PN hinterlassen, geantwortet wird umgehend, das ist Ehrensache. :)
  11. Das wäre schön und von allen Seiten her unterstützenswert, wenn Film als Premiummarke in Differenz zu den Monitormedien und anderen Freizeitaktivitäten endlich wieder verteidigt und perfektioniert würde: von den Filmemachern ebenso wie von den Branchenverbänden (HDF, Cineropa, Gilde, VdF, Produzentenverbände), Fördergremien (FFA, Filmboard, Filmstiftung NRW etc.) oder den Filmfestivals (Cannes, IFB, Mostra, Filmfest Hamburg, Sundance usw.). Leider ist dem nicht so. Mit Aufweichen des Kinomonopols seit den 50er Jahren drängten unabhängige Produktionen und Technologien auf den Markt, der Einbruch des Multimedia-Zeitalters schuf weitere Vertriebs- und Produktionsnetze, und das Kinofenster in Erstauswertung wird neuerdings immer öfter infrage gestellt (das Kinofenster wird zum DVD- und TV-Start wohl verkürzt werden). Das wird alle bestehenden Kinoformen tangieren: die Programmkinos (die derzeit mit Nischen- und Videoperformationen zwar Vielfalt gewährleisten, aber von digitalen Vertriebsnetzen und Sendern verdrängt werden könnten), aber auch den Mainstream-Bereich der Mittelstandkinos und Multiplexe, die infolge Overscreening, nicht immer perfekter Kopienangebote und Projektionsweisen sowie durch die Konkurrenz des Dumping-Vertriebs (One-Dollar-Kinos/bei DVD-Erscheinungen/bei Video-On-Demand usw.) ebenfalls den Status des Premium-Produkts verlieren. Zwar schließen im Moment nur selten Kinos, andersherum jedoch kann behauptet werden, daß es für Abwehrmaßnahmen der Branche gegen die zunehmende Fülle digitaler Programmangebote (sie werden "distribuiert" an diversen Örtlichkeiten und immer weniger lukrativ in teuren Filmtheatern) bereits "Fünf nach Zwölf" ist - auch wenn die "Sintflut" erst viel später ihr Ziel erreichte... Keine Panikmache somit, aber die klare Warnung an alle, die sich entspannt zurücklehnen, den marginalen Nachteilen einiger digitaler Projektionssysteme vertrauen und weiter so machen wie bisher. Wer die Potentiale des Laufbildfilms aber ausreizen will, sollte dies auch propagieren und nicht nur als selbstverständlich gegeben hinnehmen, wie es leider die Berlinale tut - und nebenher übrigens Digital Cinema als eigentliches Event des weltweit bedeutendesten Festivals manifestativ bewirbt: als neues Premiumprodukt. (Vgl. Progammmheft und Kataloge: 109 digitale Projektionen werden geboten, darunter 8 HD-Projektionen, die das Niveau der Furore gemachten DLP-Projektionen seit 2001 - "Star Wars - Attack of the Clones" u.a. - m.E. in den Schatten stellen, auch und gerade bei kleinereren Produktionen!.) Leider ist aber auch Hollwood oder großes Kino anderswo in der Welt nicht unbedingt am optischen Premium-Produkt Kino zwingend mehr interessiert, wenn für Produzenten und Distributoren andere Vertriebswege interessant und frei wählbar werden, die doch "unter dem Strich" ihre Einnahmen garantieren resp. diese sogar beschleunigen. Dieser Antagonismus, wie ich ihn nenne, sollte in diesem Forum einmal akribisch herausgearbeitet werden - es nützt m.E. da wenig, schwärmerisch zu verkünden: "Kinos wird es immer geben", "Die Menschen suchen kommunikative Treffs", "Ein tolles Filmtheater hat Atmosphäre, die kein Privathaushalt zu bieten vermag" etc. pp. Frage: WER garantiert denn dafür, das es weiterhin Kinos geben wird? Der Staat? Branchenverbände: aufgewacht! Eure Rivalitäten sind Schnee von gestern - wer da nicht zusammensteht, könnte eine Überraschung erleben. Hier nochmals für alle Ungläubigen das Credo der Berlinale, die immerhin einen Spiegel der Branche abgibt - und da fällt man doch glatt vom Stuhl:. http://www.berlinale.de/de/f_main_einst.html :idea:
  12. cinerama

    Berlinale

    Neues Spiel, neues Glück: gestern verirrt ins Sony-Gelände (falls meine Gesäßgeographie das auseinanderhalten kann). Landeplatz: Kino SuperStar 8 oder so. Das erhoffte 35mm-Highlight des Internationalen Forums in diesem Berlinale-Jahr: Ulrike Ottingers "Zwölf Stühle". Wie von Ottinger nicht anders erwartet, wieder in einer perfekt farb- und lichtbestimmten Kopie, gezogen vom Kameroriginal - kein sichtbares Korn, wie immer auch eine phantastische Photographie ruhiger, pittoresker Kontemplationen. Das moderne Kino zeigte eine perfekte Ausleuchtung und eine gute Vorführerleistung, perfekt-sauber ausgefeilte Bildfenstermasken und eine "proportional" stimmende Kaschierung für 1.66 : 1. Aber auch anderes: schwerwiegende Bildstandsschwankungen immer auf einem der Überblendungsprojektoren (Serie E von Kinoton ... Anm.: bitte hier keine gutgemeinten Ratschläge, daß dies mit Laptop nachstellbar gewesen wäre, denn das wäre hier vermutlich auf taube oder fehlende Ohren gestoßen), dann einigermaßen noch akzeptabler Bildstand auf dem zweiten Projektor und auf Projektor 1 wiedererum permanente Bildunschärfen. Beschwerde wurde vom Forum höflich angenommen, denn die Macher lieben ja ihre Filme -, und der Vorführer bemühte sich ehrlich: leider fast schon zuviel des Guten, denn das Gekurbele am Scharfstellknopf hörte 193 Min. nicht mehr auf. Klar erkennbar: selbst ungeachtet der bekannten Untertitelprobleme war das Gesamtbild entweder nur in der Mitte oder am Rand scharf zu kriegen, die Untertitel "pumpten" heftig in der Schärfe, und permanentes Blendenziehen zog alle hellen Bildpartien fahnenschweifartig in die dunklen Segmente. Dazu kam, daß 1.66 : 1 per se stark abgeschnitten war: angeschnittene Schuhe und leicht abgeplattete Schädel waren evident. Das kommende Überblendzeichen bestätigte um ein weiteres, daß zumindest die Bildkomposition von Frau Ottinger makellos war, nicht aber die Projektionsgüte dieses und anderer Kinos der Postmoderne. Der Ton war programmatisch zurückgehalten, ostentativ in Mono abgemscht. Mono-Ton kann sich überragend anhören, nur leider nicht in diesem Saal: dumpf und hohl (starke Dämpfung vermute ich als Ursache) und schade auch um die Tenor-Arie: sie klirrte deutlich in den Hochtonhörnern der J..-Lautpsrecher. Somit versank das von mir erhoffte Paradebeispiel für Tugenden des phototochemischen Films vs. Digital Cinema sang- und klanglos. Vielleicht mit ein Grund, daß angesichts der trüben Darbietung wenig Beifall aufkam, für einen (subjektiv von mir so beurteilten) doch wunderschönen Film. :?
  13. cinerama

    Berlinale

    Zeit für Probeläufe sollte immer sein - das kann auch jeder auf seine Zunft haltende Vorführer auf der IFB gegenüber der Saalbetreuung durchsetzen. Hernach wird auch klar, welches Format das Bessere ist, und wie die Schärfe sich verhält (evtl. auch Anlaß für entschuldigende Ansagen vor Beginn der Vorstellung). Und schließlich hätte man anstelle von BW vernünftigerweise von Anfang an in N spielen können. Nicht zuletzt gehört auch es zur Gewissenhaftigkeit von Produzent und Verleiher, auf eine korrekte Kopie zu achten: denn UT auf dem Bildstrich sind niemals der Normal- oder Wunschfall, sondern unverzeihlicher Ausschuß. Das nennt sich leider auch anno 2004 noch immer Dilettantismus. Dahingegen war nun das heutige Digital Cinema im Panorama beängstigend gut (beängstigend für die Protegisten des perforierten Streifens!). Ein Special-HD-Screening des Robert-Lepage-Films "La Face cacheé de la Lune" auf den neu seit einem halben Jahr eingebauten Kinoton/Barco-DLP-Projektoren des 'Zoo Palastes' war in unkomprimierter 24-p-Zuspielung und im vielleicht bislang besten, bist dato gehörten Digitalton (trotz der seit 1957 leider sehr problematischen Akustik im großen Saal des 'Zoo-Palast'-Kinos) ein Ereignis. Atmosphäre, Saalbeleuchtung und Vorführstil stimmen dort fast immer: offenbar ein nicht tot zu kriegender Traditions-Palast (im Gegensatz zu manchem Kaufhauskino). :D Betreffs des Defizite und Pannen sei gesagt, daß die IFB seit 2002 Einsparungen erlebten - auch auf der personellen Ebene. So waren 2001/02 die Leiter des Retrospektive, W. Jacobsen, und die Leiterin des Kinodefilmfestes, Renate Ziller, gegangen (worden). Die Retro gibt es seitdem in nur noch abgespeckter Version, wenngleich dieses Jahr das Zeughaus-Kino mit der Marshall-Reihe eine fast autonome Sektion parallel zur SDK implementieren konnte. Endgültig entfallen wird wohl auch in Zukunft wohl die Hommage (in den letzten Jahren Catherine Deneuve, Kirk Douglas oder Claudia Cardinale als Ehrengäste). Vielleicht ist ja auch der erhöhte Beschaffungs- und Rechercheaufwand der Archivkopien manchen ein Dorn im Auge? Und die Absage an das Filmband nebst Lancierung des Digital Cinema der neue Konsenz der Administration? :shock1:
  14. cinerama

    Berlinale

    Daß im 'Filmpalast Berlin' etwas getan wurde, war auch überfällig. Angesichts der Gerüchte, bei beginnenden Roten Zahlen würde der Konzernvorstand das zumindest wegen seiner bemerkenswerten Innenarchitektur (Gerhardt Fritzsche, 1949) bekanntgewordene Kurfürstendamm-Kino schließen (nach 'Gloria/Gloriette', 'Lupe'-Kinos Ende der 1990er Jahre und dem 'Astor' im Dez. 2002) ist dies eine positive Tat. Ob indessen die Begeisterung von Festspielintendant Kosslick (Zit. Berlinale-Journal: "Eine weitere neue Spielstätte ist der wunderschön restaurierte Film-Palast am Kurfürstendamm, wo neben der Retrospektive auch die Berlinale-Special-Filme laufen. Für diese Gala-Vorstellungen rollen wir extra den Teppich aus, um die Filmteams gebührend zu begrüßen") Wirklichkeit geworden ist, schauen wir uns gerne einmal an. An die wunderschöne Restaurierung mag ich weniger glauben, denn es bestand noch im Januar Renovierungsrückstand - im Grunde seit 1988. Kosslick ging es aber bei diesem und zwei anderen Kinos um Solidarität mit der City-West, als er im Oktober verlautbaren ließ: "Wir leben in einer Nach-Multiplex-Ära". (Zit. aus: "Kinosterben gefährdet die Berlinale", 17.10.03, Rundfunk Berlin Brandenburg: http://brandenburg.rbb-online.de/nachri...ews1210985 ) @TomCat: Mein Einwurf mit der (real existierenden) 34mm-Cinestage-Fassung war ebenfalls nur Ironie, da auch mir eine seitliche Bildstandsunruhe nur in seltensten Fällen von der Kopie her bekannt ist (z.B. fehlerhafte Greiferkopierung oder Perfoschäden im Negativ etc.) Was dann die ungenügend oder schlecht ausgefeilten Bildfenstermasken anbetrifft, bestätigt es meine Auffassung: das ist etwas, was mich in den letzten 20 Jahren des Festivals ziemlich enttäuscht hat, wofür aber keiner verantwortlich zeichnet: die Zuständigkeit wird irgendwie weitergeschoben. Das wurde aber schon auf S. 2 des Threads angesprochen) (Zur "Zensur"-Debatte: Ich zog es vor, mich namentlich bei den Moderatoren zu outen, allerdings möchten andere in der Branche incognito bleiben, was auch respektiert werden muß. Warum im Thread erneut der Name des OnemixX-Kinos 3 im Daimler-Gelände gelöscht wurde [diese ungewollte Namensveränderung dürfte weit eher als unsachliche Karikatur mißverstanden werden als die von mir präferierte offene Nennung in einer Diskussion, in der ja - übrigens unzensiert - auch die angesprochene Firma Gelegenheiten einer Darstellung wahrnimmt], wundert mich, da ich bei juridischen Anlässen jederzeit adressierbar bin.)
  15. Und da gibt es noch das "Zwischenreich der Zeichen", glaubt man den Poststrukturalisten: Die Verfremdung eines Videos, dem vorher eine filmische Aufnahme zugrunde lag, weil nur diese einen analog-unstetigen Effekt verspricht, den die digitale Bildbearbeitungsoftware offenbar nicht zustande bringt. Im Grund wäre es als Idee durchaus originell, dem Bild einen unverwechselbar atmosphärischen Eindruck verleihen zu wollen. Wenn nur nicht diese Arbeitsmethode mittlerweile derart epidemisch angestiegen wäre, daß fast jeder, der dies nachmacht, auf einen Festivalpreis hoffen darf. Nochmals hierzu der Leiter des Forums im Berlinale-Journal 2004 (es ließen sich auch die Leiter des Panoramas, des Kinderfilmfestes, der Retrospektive, des Wettbewerbs oder des Talente-Campus mit ähnlichen Auffassungen finden - ich griff mir einfachheitshalber das nächstliegende Zitat) auf die Frage "Gibt es neue Filmsprachen oder Stile zu entdecken?": Forums-Leiter Ch. Terhechte: "Dank zahlreicher Sponsoren können wir HD erstmals als reguläres Format in allen Kinos anbieten. Dadurch müssen wir kein digitales Ghetto für innovative Videoproduktionen schaffen, sondern können alle Filme direkt vergleichen. Das digitale Medium eröffnet die Möglichkeit, sehr private Film zu drehen." Zur Ehrenrettung des Forums sei aber gesagt, daß immerhin Ulrike Ottingers "Zwölf Stühle" in glänzender 35mm-Pracht zu sehen sein wird, eine Autoren-Regisseurin, die hervorragend zu photographieren weiß. Inbesondere endlose Details ihrer akribisch photographierten Landschaften stelle ich mir dementgegen in digitaler Projektion etwas fahl vor. Ob diesen Aufwand und Anspruch, einen reinen Ethno-Film auf 35 mm zu drehen und herauszubrigen, die jungen Festival-Macher überhaupt noch zu würdigen wissen, hätte ich schon gerne erfahren. Aufgegeben sollte man die Hoffnung aber nicht: im Vorjahr wurde Dominik Grafs "Der Felsen" - gedreht auf Mini DV - von der Kritik nicht belohnt: aufgrund auffällig plakativ-unscharfer, körnig-monochomer Bilder, die keiner mochte und mancher kriitiserte - was vielleicht auch am Inhalt gelegen haben könnte (?)
  16. cinerama

    Berlinale

    Die Spiegelung habe ich auch gesehen. Andere Symptome wundern mich schon nicht mehr. Die eigentlich durch nur wenig Inspektionsaufwand vermeidbaren Störungen gehören aber nach meinem Eindruck mittlerweile zum Guten Ton eines sich selbst so nennenden "A"-rbeitsfestivals. Schon im Vorjahr gab's ein paar Tonpannen im 'Berlinale Palast', die sogar in der Zeitung standen. Kosslick versrpach Beserung. Bei allem rheinischen Humor des neuen Intendanten hätte er aber mit Amtsantritt schon ein bißchen aufräumen sollen - stattdessen die freundliche Weiterbeschäftigung längst überfälliger Altlasten der De-Hadeln-Ära: wozu m.E. auch und gerade die technische Inspektionsweise der Projektionsanlagen gehört. Wichtig ist bei der Berlinale primär, daß die Mitarbeiter gut "miteinander können", nicht aber in jedem Fall verschäfte Kompetenz oder Überpenibilität bei der Betriebsüberwachung, das ist zumindest mein Eindruck seit 1984. Offenbar hat die Festival-Administration noch immer nicht durchschaut, daß sie hier ein personelles/technologisches Problem hat. Oder ich vermute doch, die Ästhetik einer gelungenen kinematographischen Darbietung ist als fundamentaler Wert nur wenigen dort noch bewußt (hierzu Anm. unter http://forum.filmvorfuehrer.de/viewtopi...9785#19785). Das Bildstandswackeln Aus rechtlichen Gründen gelöscht! T. J. im Daimler-Gelände wundert mich nicht. Zumindest in der Eröffnungsphase war es dort schon (vertikal) gegeben, ganz abgesehen von einer gewissen Unschärfe bei A.R. 1.85: aufgrund von multiplex-üblicher Steilprojektion. Allerdings gefällt mir dort das Scope-Bild: der übliche anamorphotische Randabfall kompensiert sich dort gewissermaßen von selber, bedingt durch die Steilprojektion - foglich ist Scope - zufällig - scharf. Ob aber eine ungenaue Schnittbreite für seitliche Bildstandfehler verantwortlich war, müßte doch das Filmlager beantworten können: films@berlinale.de (P.S.: Aber da hatte ich mal eine auf 34 mm geschnittene Kopie von 1957 [CineStage-Format], die sogar um einen weiteren Millimeter geschrumpft war - sie stand stets "ruhig wie ein Panzer" (allerdings nicht auf jeder 'Ernemann 15', möchte man mit Blick auf Multiplexe am Potsdamer Platz hinzufügen). Warum nun im Saal 3 CxX die Terminator-rote Neonröhre nicht leuchtet, weiß der Geier. Bestimmt ein vergessenes Requisit vom Schwarzenegger... (ironische Hinzufügung d. Verf.)
  17. Die Argumente in diesem Thread würde ich gerne sammeln und wäre weiterhin an stichhaltigen Beiträgen interessiert. In der Bewertung von Befürwortern und Gegnern von Digital Cinema ärgern mich etwas das Schweigen oder die Zurückhaltung der Fachleute (zumindest in Deutschland), wo ich vermute, daß ihre Funktion des technischen Dienstleisters ihnen vielleicht nicht immer gestattet, über den eigenen Schatten zu springen, d.h. sich einzumischen. Auf der anderen Seite stehen Filmautoren, Festival-Programmacher und Filmmuseen, die akademisch veralteten Theoremen der Filmwissenschaft verhaftet sind: es gibt dort seit der Apparatus-Diskussion und den auteur-Theorien seit der Nouvelle Vague "eingeimpfte" Abneigungen gegen aufwendige Filmtechnologien. Diese werden dort, denke ich, instinktiv als "Knechtung durch den Apparat" aufgefasst, die den auteur an der Entfaltung seiner Ideen hindert: also ihm kommerziell Schranken durch Unterwerfung unter Industriestandards etwa großer Filmgesellschaften aufbürdet. Eine Befreiung von teuren Kameras, Materialien und Distributionszwängen wird von dieser Seite seit Direct Cinema, Novelle Vague und neuerdings Dogma 95 als mutiger Schritt der finanziell gebeutelten Filmautoren gewürdigt. Bspw. zeigt die diesjährige Retrospektive der Berlinale rebellische Helden des "New Hollywood" ('Easy Rider' und 'Bonnie & Clyde'), die dem Zusammenbruch des Studiosystems durch "superteure Monumentalfilme wie 'Cleopatra'" [Zit. Elisabeth Bronfen, heute im Filmhaus Potsdamer Platz, 7.2.04] durch Ausbruch und Selbstfindung eine neue Filmästhetik haben folgen lassen. Zudem habe es einen "technologischen Fortschritt" in den 60er Jahren gegeben, der es erlaubte, sogar "auf 16mm zu drehen, vergleichbar mit heutigen Produktionsinstrumenten wie etwa der Video-Kamera" [Zit. H.H. Prinzler, Direktor Filmmuseum Berlin, 7.2.04, a.a.O.]. Digital Cinema verspricht demnach den Autoren und Programmkinos Unabhängigkeit von Distributionszwängen, andere Kinobetreiber indessen befürchten eher eine Abhängigkeit vom Leasing-Partner, der jeweiligen Major Company. Für die Filmfestivals aber bietet sich ein ungemein flexibles Mittel der Vorproduktion, Präsentation, Diskussion, Vermarktung - indessen perforierter Film, habe ich den Eindruck, gilt als zu sperrig, zu zeitraubend in der Postproduktion, unflexibel im Schnitt und in der fremdsprachigen Zuspielung und Untertitelung erscheint. Offenbar zeigt sich, daß Film als Medium eines überragenden und ausgefeilten Bildeindruck kaum mehr Bedeutung für Programmacher und unabhängige Filmautoren hat. Ja, es ließe sich erahnen, diese Art der kinematographischen Perfektion, die ein Relikt des alten Studiosystems und der Beherrschung des Weltfilmmarkts durch die Amerikaner aufgefasst wird, sei ein immenses Hindernis in der Entfaltung des unabhängigen Films. Und nur durch Akzeptanz des Mediums Video (Mini DV, Beta SP, Digi Beta, 24-p) - auch in der Projektion und künftig ohne Filmkopie - könne sich der unabhänigige Film des kleinsten Autoren behaupten. Eine neuerliche Perfektionierung kinematographischer Prozesse oder aufnahmetechnischer Tugenden des photochemischen Films bedeutet in der Quintessenz, daß angeblich kaum ein unabhängiger Film mit kleinem Budget wohl entstehen könnte, solches sei und bleibe die Domäne des Mainstreamkinos. Da aber andersherum gesehen immer öfter Zweifel an der photographischen/kinematographischen Intention auch und gerade des Mainstreamkinos aufkommen (Super 35 oder 24-p in der Aufnahme, digitale Distribution, oder im Sinne Jack Valentis künfitg sogar evtl. zeitgleicher Internetverleih zum Kinostart), fragt sich doch, wer sich überhaupt dann stark macht für eine tradierte Kinematographie? Die Filmmuseen nicht. Die Festivals wohl nicht. Die Verleiher auch nicht. Und die Kinomacher zurzeit auch nicht - angesichts der Overscreening-Situation. Wenn die Branche also nicht die Kraft hat, ihr Tafelsilber zusammenzuhalten, dann bliebe nur, Interessenverbände, Vereinigungen, Symposien, AGs und Publikationen ins Leben zu rufen, an denen eine offenbar mittlerweile eher kleine Minderheit, die sich gerne diese Tafelsilber (museal oder gewerblich) erhalten möchte, beteiligt. Sozusagen ein Institut des Kinofilms (ohne übrigens mit dem Karlsruher Institut verwechselt zu werden, daß so heißt, aber nur Digital Cinema-Projekte betreibt). Ich erkenne jedenfalls - auch in diesem Forum - das das Vertrauen in den photochemischen Film und eine tradierte Kinematographie nebst perfektioniertem Lichtspielwesen zu wenig Hoffnung erkennen läßt. Gefragt sind aber Akteure, die sagen können, was an positiven und maßstabsetzenden Dingen zu tun ist, und zwar auf bundesweiter Ebene.
  18. Die Unseriösität trifft jedoch nicht meine Formulierung, sondern die wortwörtliche Werbekampagne seitens der Festspiele und das für Berlin ("typische"!) Madig-Machen und Für-Tot-Erklären von analogem Film - und dies seit Jahren (siehe Symposien des Filmhauses zur "Zukunft des Kinos" seit dem Jahre 2001 und Publikationen selbst des Filmmuseums, die Film für eine Belastung halten, sich bereits im Cyber-Space-Zeitalter angekommen sehen. ENDLOS könnte ich dies repetieren und wünschte mir mal eine objektivere und fachkundigere Beurteilung der Entwicklungen. In meinem Thread zitiere ich nur originalgetreu und überlasse jedem eine individuelle - positive oders skeptische - Stellungnahme hierzu. Verschiedene Gerätehersteller präsentieren sich vor Ort, deren Projektionen wechselweise mit "Digital" oder "HD-Projektion" beworben werden. HD-Projektion ist die adäquate Wiedergabe von HDTV- oder 2 K-Videoquellen (24-p etc.), also Digital Cinema. Herkömmliches "Beta Digital" - unsere hochwertige Fernsehnorm - dürfte so nicht beworben werden, gilt aber dennoch als Digital Cinema. Somit ist nicht das Erstrebenswerte per definitionem Fakt, sondern der Substandard als Kraft des Faktischen. Aber der erhellende Verweis von @stefan2 zur Praxis vor Ort zeigt nichts anderes als eben Digital Cinema, und nicht das, was wir uns wünschen. Es sind u.a. professionelle Barco-Geräte im Einsatz, deren Chip (erst ab 1.31 Mio. Pix wäre der Vergleich mit den Christie/TI-DLP-Beamern gegeben) und nicht allein die Lichtquelle oder Größe des Standprojektors entscheidend ist. Dem Einwand an sich, zwischen hochwertiger Videoprojektion und "hochwertigem" Digital Cinema zu unterscheiden (für das aber leider keine Klassifikation existiert!), schließe ich mich an. Konkret aber betreiben einige amerikanische Ketten reine Digital-Kinocenter, die mit HDTV-Standards und Auflösungen weit unter dem von @OP als Richtwert angegebenen Christie/Texas-Instruments-DLP-Projektor opererien (ja, der blaue TI mit dem um 45 Grad verschobenen Projektorkopf ist hier gemeint, dies zur bildlichen Erinnerung für einige der Forumsleser. Dieser Standprojektor ist u.a. im Cinedom Köln, bei UCI in Düsseldorf und im Berliner Zoo-Palast installiert). Weitere Präsentationen des Digital Cinema bereits vor zwei Jahren präsentierten mit dem DLA-QX1G Beamer von JVC einen D-ILA-Projektor mit 2 K-Chip, also bei QXGA mit einer deutlich höheren Auflösung als auf dem seit 1999 auf den Messen als Inbegriff des Digital-Kinos bekanntgewordenem DLP-Projektor von Texas Instruments, geschweige denn einer SVGA und SXGA-Auflösung. Der JVC-QX1G-Projektor ist nun gar kein großes Standgerät: die maximale Ausleuchtung der Bildwandbreite wird mit 8 Metern angegeben, und das, was ich in den Mustervorführungen auch in Berlin 2001 von dieser D-ILA-Technik sah, übertraf an Auflösung, Kontrastumfang und Bild-"Rasterung" den dagegen konventionell wirkenden Christie/Texas Instruments (der "blaue" oben erwähnte Standprojektor) um Längen. Und das Erstaunliche: Eine Größe des "Kindersargs" genügt hierfür, zumal auch formatspezifisch mit 8 Metern Bildbreite (auf die nicht allzu breitwandige übliche Aspekt Ratio von 1.77 : 1 bezogen, 2.39 : 1 hier einmal ausgeklammert) eine adäquate Lösung der Digital Cinema-Frage für alle Festivalkinos gelöst zu sein scheint, ausgenommen für Bildwände im großen Zoo-Palast oder Royal-Palast wie auch im Berlinale-Palast, wo die D-ILA-Lichtleistung zu knapp wäre (dort empfiehlt sich ja auch die DLP-Technik aufgrund des "günstigereren" Wirkungsgrades eines DLP-Panels, auch "graue Maus" genannt, um wenigstens 15 Meter Breite zu erreichen). Warum in Berlin und mit der Kampagne in Manier des Paukenschlags derart optimistisch und undifferenziert das Digital Cinema lanciert wird, erklärt sich m.E. aus der Freude des Filmemachers, sein HD-Material ohne die Beeinträchtigung einer FAZ durchlaufen zu lassen, d.h. vom Original her zu projizieren, und ebenso mit dem PR-Wunsch der Festspiele, nunmehr nach Cannes ebenfalls voll für die digitale Zukunft gerüstet zu sein. Über eines aber sollte man sich einig sein: wer, wie es getan wurde, sich naiv hinstellt, und mit der Funktion des "Kinototengräbers" (ich spitze hier aus gegegenem Anlaß zu) unablässig dröhnt "Bits and bytes, Pixel und dpi, Beta und HD - die Zeit des Zelluloids läuft langsam ab", was übrigens - ich wiederhole mich - leider Berlin-typisch ist, der ist auch in meinen Augen unseriös. Nochmals der O-Ton "Digital Cinema" der Berlinale auf der Startseite ihrer Homepage: http://www.berlinale.de/de/f_main_einst.html). Ich finde es bemerkenswert, wie gering doch eigentlich das Handwerk einer guten Photographie, Ausleuchtung, Auflösung, der adäquaten Kontrastbearbeitung, Filmkopierung und einer perfekten 35mm-Vorführung (von HD-Formaten wie 70mm ganz zu schweigen) von den Hauptverantwortlichen des Films und der Festspiele immer wieder erachtet werden. Mein Eindruck: durch den Wandel der Wahrnehmung (und die Gewöhnung an durchschnittliche Dup-Kopien der Massenstarts vieler heutiger 35mm-Kopien) wird der Unterschied indertat ignoriert, das Vorteilhafte und Erhaltenswerte des photochemischen Film verschenkt, und die signifikanten Unterschiede werden selbst von Branchenprofis nicht mehr erkannt. Somit genügt ein beeindruckend "ruhiges" und "sauberes" Videobild (egal ob Digi Beta oder HD), um Film für "tot" zu erklären. Die wenigsten solcher "Fachleute" scheinen sich der Mühe unterzogen zu haben, auch heute noch als Maßstab geltende, klar nachweisbare phototechnische Parameter anzusetzen - man sieht es am "Erfolg" von "Star Wars - Attack of the Clones". Was ist da leichter, als zu sagen: "Interessant ist im Film der visuelle und dramaturgische 'Ausdruck', das künstlerische Moment" (Zit. eines führenden Programmkinobetreibers). Von diesen maßgeblich entscheidenden Filmleuten hörte ich dann aber bezgl. der Auflösungsfrage im gleichen Atemzug: "Das ist doch pure Erbsenzählerei". Insofern stimme ich dem Posting von @OP zu, was das Verständnis dessen angeht, was Digital Cinema sein sollte bzw. werden könnte (gemeint ist, wenn ich den Einwand richtig verstehe, sicher die neuere DLP-Generation der TI-Chips mit 2 k-Auflösung, Vergleichbares auch beim neuesten JVC-D-ILA-Projektor mit 3 k-Panel, dessen Fertigstellung mir von Peter Nicolaus, JVC Friedberg, bereits für letztes Jahr in Aussicht gestellt wurde), insofern nicht eher die Zukunft der Laserprojektion (dann mit einem Farbraum, der endlich den der photochemischen Aufnahme und Wiedergabe einmal übertreffen könnte) hoffentlich ganz andere "Maßstäbe" schafft. Ohnehin bräcuthe wir 4 - 6 k für eine halbwegs adäqaute Übertragung der Parameter eine ordentlich belichteten 35mm-Daylight-Negativs. Fakt aber ist: Digital Cinema ist da, umfaßt unterschiedlichste, noch immer nicht der Norm verpflichtete Fabrikate, und Vorreiter hierbei sind die Berliner Filmfestspiele, bei denen eine zumindest gleichberechtigte, für die Qualität und Brillanz zeugende Hochschätzung und Bewerbung eines noch perforierten Filmevents zumindest von mir in den letzten 30 Jahren nie zu vernehmen war. Was nicht die Verdienste und die enorme Programmfülle der Veranstaltung per se schmälern sollte, im Gegenteil - dies tut auch kein vernünftiger Mensch.
  19. >"Zelluloid und die Zeichen der Zeit: Digital Cinema bei der Berlinale auf dem Vormarsch": 6.2.2004: Bits and bytes, Pixel und dpi, Beta und HD - die Zeit des Zelluloids läuft langsam ab und auch die Berlinale muss dem Rechnung tragen: Gestern begannen die 54. Internationalen Filmfestspiele mit einer digitalen Ausstattung wie niemals zuvor. Zehn Festivalkinos sind mit digitalen Projektoren ausgerüstet, auf High Definition gedrehte Filme können nun im originären Format gezeigt werden. Auch der Berlinale Talent Campus ist großzügig mit neuester Technik versorgt.< Das eingangs zitierte Credo läutete heute die 54. Internationalen Filmfestspiele Berlin (Berlinale) ein (Originaltext: http://www.berlinale.de/de/f_main_einst.html). Hier die Berlinale-Erklärung zu Sponsoring und Projektmanagement: http://www.berlinale.de/de/presse/press..._main.html Bereits zur Berlinale 2003 gab Christoph Terhechte, Leiter der Festspielsektion Internationales Forum / Kino Arsenal, einen Vorgeschmack auf das schwere Geschütz, daß erst 2004 voll aufgefahren wurde: > [...] Durch das Medium Video können sich Filmemacher, die jenseits von staatlicher Kontrolle arbeiten, sehr viel leichter Ausdruck verschaffen. [...] Inzwischen entstehen zahlreiche Filme digital. Manche werden auf 35mm-Material transferiert, andere, meist aus wirtschaftlichen Gründen, eben nicht. Daher macht die Unterscheidung zwischen Film und Video kaum noch Sinn. So haben wir versucht, das Videoprogramm dem Filmprogramm so weit wie möglich gleichzustellen. Am Potsdamer Platz gibt es neben dem Kino Arsenal noch eine weitere große Leinwand für Videovorführungen, nämlich im CinemaxX Kino 3 [...].< (Zit. aus: Berlinale-Journal 2003.) Ein wenig weltfremd wirkte damals noch des Forumsleiters Einschätzung der eigenen Leinwandgröße: sie beträgt im "großen" Arsenal nur rund 11 Meter... Mit dem "Paukenschlag" 2004 aber - zehn Digital Cinemas für die Sony- und Daimler-City in Berlin-Mitte - möchte ich einige Fragen ins Forum stellen: - Besitzt Berlin somit die höchste Dichte an Digital Cinemas weltweit und wird Vorbild für das gesamte Bundesgebiet? - Ist der "alte" Standard einer photographisch "optimalen" 35mm-Kopie noch ein Wert oder kleinliches Erbsenzählen? - Ist Digital Cinema die Universal-Lösung für Kinos, wo Laufbildprojektion (auch auf der Berlinale?) selten noch penibel gewartet/perfektioniert wird? - Sind die technischen und geschäftlichen Hintergründe immer seriös diskutiert? Bleiben Filmkritiker, Festivalmacher und Produzenten alleinentscheidende "Fachleute", denen der Wechsel photochemisches Bild/digitale Halbleiterprojektion anvertraut werden kann? - Wird der heutige "Durchbruch" uns von endlosen Mißständen der analogen Technik befreien, oder gibt es irgend etwas, was zu verteidigen ist? Persönlich möchte ich an diesem Scheideweg eine kuriose Anekdote loswerden, formuliere es folgendermaßen: Die alte Welt wird postmodern, die neue Welt setzt noch auf Film. Konkret: Berlinale goes digital, the American Cinematheque in Los Angeles goes analogue: Letzteres Festival - in Hollywood ('Egyptian Theatre') - präsentiert neuerdings brandneue 3-D-Filme und auch 70mm-Kopien von noch altbacken und photochemisch in "High-Definition" gedrehten Laufbildfilmen (Sony/Columbia- und Fox-Distribution): analog und breit, scharf und laut. Wer also Spaß an den Wundern der Kinematographie hat, klicke doch einfach mal hier: http://www.3dfilmfest.com/ http://www.in70mm.com http://www.egyptiantheatre.com/archive1...4/70mm.htm http://www.nmpft.org.uk/film/widescreen/ http://www.seattlecinerama.com/special_events.asp http://www.arclightcinemas.com/do/detai...sp&path=cs Säuerliche Einsicht: Vermutlich ist ja der Dissenz zum "alten Europa" so biologisch, wie Filmleuten gerad' die Augen "gewachsen" sind: hier experimental, dort monumental? Allgemeine, weiterführende Anm. von Presse und Institutionen zu Digital Cinema: http://www.ffa.de (in der Maske "suche" den Stichpunkt "digital" eingeben) http://www.dcinema.fraunhofer.de/ http://www.taz.de/pt/2002/09/26/a0183.nf/text http://www.mpaa.org/dcinema/ http://www.barco.com/digitalcinema/ http://www.kodak.com/US/en/motion/digital/system.shtml http://www.ultrastarmovies.com/pdc.html http://www.ntt.co.jp/saiyo/e/rd/review/...f/pf08.pdf http://www.uemedia.com/CPC/digitalcinemamag/index.shtml Wer mal die Pauke schwingen möchte - am rechten Ort, nicht allein im Filmvorführer-Forum - und aus begründetem Anlaß postet, dem dürften hernach folgende Berlinale-Gremien auch Rede und Antwort nicht schuldig bleiben: info@berlinale.de (Zentrale) maier@kbberlin.de (Kaufmännische Geschäftsführung) berlinale@berlinale.de (Intendanz) techservice@berlinale.de (Technische Durchführung) info@berlinerfestspiele.de (Berliner Festspiele GmbH) Zur Verantwortungsträgerschaft: Das Kuratorium der Filmfestspiele ist unterstellt der Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch die Bundesregierung und das Staatssekretariat für Kultur. Dem Bürger, Wähler und Filmfreund sind Behörden jederzeit zur Auskunft verpflichtet. Die Ausrüstung der Kinos findet angeblich durch Sponsoring statt, wie hoch aber der steuerlich erbrachte Berlinale-Anteil ist, ist nicht erkennbar. Fazit: Existentiell wie ästhetisch werden wir alle von besagtem Wandel eingeholt und überholt werden. Man wird den Umbruch bejahen/ihn kritisieren, und jeder hat dennoch einen gewissen Anteil daran, ob Vielfalt oder Einfalt regiert: durch Desinteresse ebenso wie durch nützliche Hinweise auf Substandards (d.h.: "Belehrungen" - leider auch an die Berlinale, die von engagierten und streitbaren Filmtechnikern der "alten Schule" abgeschottet ist - sind bitternötig!). Die Schonphase der Blauäugigkeit der Kinoleute endet nunmehr in der Haupt- und Regierungsstadt, in der sich immerhin die Mächtigen der Branche ein feierliches Stelldichein geben, wo es m.E. weniger um die künftige Aufnahme- und Wiedergabe-Ästhethik, denn um alle anderen Dinge ("künstlerische" oder ökonomische) sich dreht, die das Filme- und Kinomachen "sehr viel leichter" machen - um nochmals dem oben zit. Leiter des Internationalen Forum die Ehre zu geben. Comments to the Berlin Filmfestival: info@berlinale.de Good luck! :oops:
  20. Ja, das ist mir nicht völlig unbekannt, daß gewisse Verluste durch Analogton-Überspielungen durch digitale Transfers ausgeschaltet werden konnten. Gleichwohl gibt es Verfechter der rein analogen Mischung, Umspielung und Kopierung. Ich möchte daher weiterhin Argumente herausarbeiten, die Zweifel daran wecken, daß alle Eigenschaften des Analogtons negativ zu bewerten sind oder vollständig und das gesamte Tonspektrum auf dem digitalen Wege transferierbar ist, resp. ein selbst komplett digitalisierter Weg von der Aufnahme bis zur Kopie alles bringt, was man sich wünscht. Vorerst aber zu meiner Legendenbildung der Reduzierung der analogen Lichttonspur-Breite bei Dolby-SR mit Einführung von dts. Zwar haben so einige launige Zeitgenossen aus der Synchron-Bude (man kennt ja auch die Vorführer-Ammenmärchen) mir dies aufgeschwatzt, nurmehr aber ist klar, daß dts von Anfang an nur einen Bereich außerhalb der analogen Spurbeite nutze. Wer sich für Details noch interessiert, dem sei noch berichtet, daß aber viele Lichttonkameras, etwa die Picot, oft übersteuerten, sodaß die Spitzenamplituden der Lichttonspur dann auf dem Lichttonnegativ beschnitten waren, da die Belichtungsbreite stets normgerecht vorgegeben ist und nur durch die BIAS-Mikrometer-Schräubchen verändert werden kann. Es gibt aber Fälle zu meinem eigenen Erstaunen, wo man aus der Not heraus und normwidrig die SR-Tonspur veränderte, nicht etwa vorsätzlich in der Amplitude beschränkte oder gar die Nulllinie der beiden Spuren näher zusammenrückte (wie man das bei der Norm für den Mono-Lichtton macht), sondern lateral verschob! Nun ist aus vielen Vorführungen vielleicht bekannt, daß etwa ein Klangpanorama bei SR- oder A-Lichtton oft schwankt, also aktweise (oder die ganze Kopie betreffend) nach links oder rechts von der Saalachse tendiert. Diese Tolerenzen ergeben sich auch in der Massenproduktion, und eine Verschiebung der Nulllinien der beiden Lichttonspuren zur Bildseite oder zur Filmkante hin ist sogar mit dem bloßen (geübten) Augenschein auf die umzurollende Kopie konstatierbar. Das bringt zur Erklärung, daß es nahezu unmöglich ist, hier Perfektion zu erzielen. Bereits in der Lichttonkamera ergeben sich unvorhergesehene Toleranzen bei der Belichtung des Tonnegativs, wenn die Schnittkante des Filmmaterials ungenau ist, und das kann in eklatantem Ausmaß auftreten. Wird das somit belichtete und freigegebene LT-Negativ dann (mit seiner von der Norm abweichenden Schnittkante) in einen Printer gespannt, addiert sich der Anlage-Fehler, übrigens nicht nur für den Analog-Ton, sondern empfindlich auch für den dts-Timecode. Ein absolut extremes Beispiel war einmal die Sicht auf die SR.D-Kopie "Jurassic Park II" von GEYER, wo man unglücklicherweise (vermutlich!) bereits ein aus England angeliefertes Lichttonnegativ erhielt, das jenseits von Gut und Böse lag. Dort war erkennbar, daß der dts-Timecode starke Lichthofbildungen aufwies, die bis in den Bereich der Analog-Tonspur hineingereicht hätten. Sie haben es aber defacto nicht, weil hier "verschlimmbessert" wurde. Somit fiel deutlichst auf, daß die Analogtonspur einfach seitlich verschoben (!) wurde, in einem Ausmaß, der mich rätseln läßt, ob das noch im Bereich der engeren Spalttoleranzen am Projektor im Safety Area-Bereich "auffangbar" gewesen wäre - ohne negativste Einflüsse auf die Decodierung der SR-Tonspur. Vielleicht erinnert sich daran hier jemand? Weitere Unwägbarkeiten der Ton-Kopierung allgemein und global liegen somit in der Vernachlässigung der Berechnung der exakten Dichten begründet. Der "überstrahlte" dts-Timecode hätte natürlich bei einer Reduzierung der Beleuchtungsstärke in der Lichttonkamera vermieden werden können: denn dort gibt es separat in ihrer Lichtintensität voneinander einstellbare Belichtungseinheiten für DD (LED-Dioden), SR-analog und dts. Durch Berechnung der Eigengradationen a. des Lichttonnegativs und b. der vorgesehen Printmaterialen wird die Dichte der unterschiedlichen optisch kopierbaren Tonformat-Spuren auf dem Lichttonegativ bestimmt. Dabei sollten (wäre vielleicht auch in meinem erwähnten worst-case-Szenario "Jurassic Park II" ratsam gewesen) die separat voneinander agierenden Belichtungseinheiten für dts und SR-Lichtton (hier: Halogen-Licht) genau aufeinander abgestimmt sein, da das kombinierte Lichttonnegativ später im Printer für diese beiden Tonformate ja von einer einheitlichen Belichtungseinheit durchleuchtet wird, an der keine separate Steuerung mehr möglich ist (ausgenommen beim DD-Ton, der auch auf dem Printer nochmals durch einen separaten Kopierkopf nachträgliche Änderungen zuläßt). Falsche dts-Dichten ergaben dann schwarze Lichthöfe in der Kopie, oft auf Kodak-Kopien der 90er Jahre von Technicolor Roma zu erkennen, und selbst die Abbildungsschärfe des dts-Timecodes ließ zu wünschen übrig. Soweit zu den Spurlagen-Problemen. Eine Verringerung der Lichtton-Spurbreite ist also durch Einführung von dts NICHT vorgesehen gewesen, jedoch bei der Mono-Lichttonspur gegeben und bei Dolby-Lichtton nur bei einer normwidrigen Abweichung zu erzielen. Zu den Vor- und Nachteilen von analog/digital oder SR-LT und DD respektive Magnetton würde ich eventuell noch ein separates Posting verfassen.
  21. Die Nacht muß man sich nun um die Ohren hauen... Zum Testbericht der Fernsehzeitschrift: sie widerlegt nicht meine Einschätzungen von Dolby-SR. Unbestritten zu jeder Zeit, daß Kanaltrennung und Dynamik besser bei digitalen Systemen sind, zudem der Surround-Kanal mehr Bandbreite erhielt. Vielleicht meint die Zeitschrift ja eben das mit den tolleren "Effekten" un der vermeintlich besseren Räumlichkeit. Allerdings beschleciht mich der schiefe gedankliche Hintergrund, ob man sich für solceh Promotiuon-Vorführungen noch allergrößte Mühe beim Dolby-SR-Ton gab, und was der jeweilige Journalist subjektiv gehört hat. Die Kanaltrennung ist ja unbestritten, aber der Enthusiasmus, der sich alleine auf die Surround-Aufwertung gründet, könnte ein tückischer Trugschluß bei der Gesamtbeurteilung sein. Für Dolby-SR-LT votierte ich stets wegen der analogen Klangcharakteristik der Frontlautsprecher und wg. dramatischer Verbesserungen zu Dolby-A-LT sowie der Annäherung an den 70mm-Magnetton, da @Christian Mueller mir generelles Schlechtmachen von Dolby etwas übelnahm. Die bekannte Distanz zu Digitalton war daher durch den Zeitungsausschnitte überhaupt nicht Thema der mir wichtigen Erörterung. So: ich holte gerade meine Ton-Akten mal aus dem Keller: Laut PR-Prospekt der Photokina Köln, 5.-11. Oktober 1988, wirbt Dolby wie folgt: "Ein direkter Vergleich zwischen einer 35mm Lichttonkopie mit SR und einer 70mm Magnettonkopie zeigt kaum Unterschiede. In Frequenzbandbreite und Lautstärkeumfang kann sich die 35mm SR-Kopie mit dem 70mm Filmton jederzeit vergleichen. 70mm-Kopien können eine bessere Kanaltrennung haben, da sie über sechs getrennte Spuren verfügen; aber im Vergleich zu gängigen Dolby A Lichttonkopien zeigen Dolby SR Kopien ebenfalls verbesserte Kanaltrennung, das Dolby SR das Übersprechen reduziert". Das halte ich zwar für eine Diskreditierung des 70mm-Magnettons, aber die Vorzüge zu allen anderen bisherigen Lichttönen sind dennoch unbestritten. Leider finde ich nicht mehr dazu das passende Datenblatt. Jetzt zu @Gunter, dem ich als vielleicht intimsten Dolby-Kenner halbwegs eine vernünftige Antwort schuldig bin: Deine Angabe der Lichtton-Spurbreite für den Abtastspalt am Projektor von 1.93 mm laut US-Norm anno 1967 deckt sich mit den 1.94 mm, die ich zunächst als Kenndaten für die von mir behauptete Verschmälerung der Lichttonspur angab. Bei nochmaliger Durchsicht dieses Datenblatts mit der torsohaften Überschrift "Stereo optical soundtrack dimensions" nehme ich an, daß ich hier die Spur-Norm für Dolby-Filme der 80er Jahre aufgriff. 1.94 mm deuten also auf keine Veränderung der Lichttonspur aufgrund der Einführung von dts hin. Ferner fand ich das Datenblatt "Optical Track Dimensions and Placement" von ARRI CONTRAST von etwa Ende der 80er Jahre bis Mitte der 90er Jahre wieder, mit der darüber handschriftlich vermerkten Rubrik "Lichttonkamera", ohne einen dts-Vermek. Dort werden unterschiedliche Spurbreiten für Mono- und Stereo-Lichtton angegeben, die ich noch nicht analysiert habe: Für die Distanz Filmkante zur Mitte der Lichttonspur 6.18mm. Die Spurbeschreibungen mit 0.42 + 0.33 für Stereo und 0.48 + 0.24 für Mono kann ich um die Uhrzeit nicht mehr interpretieren. Die Zusendung eines Schaubilders ist hier leider noch nicht möglich. Jedenfallsl besteht aufgund meiner Behauptung Nachlieferungsbedarf seitens früherer Mitarbeiter von ARRI, oder andere Teilnehmer hier klären die Frage. Mir ist aber noch immer in Erinnerung, daß es nicht etwa eine Verscheibung der Tonspur gegeben hat, sondern eine Verschmälerung.
  22. Das Knistern und Rauschen mußte ja vermindert werden, da bei Dolby-A hochsensible Decodierungs- und Matrix-Prozesse aus der begrenzten Auflösung einer Lichtonspur 4 Raumkanäle simultan und ohne Abschaltung der Surround-Lautsprecher zu bespeisen hatten (wie bei den 35mm-Magnettonkopien um 1953 und später in den 80er Jahren nochmals ohne Schleuse). Außerdem wurde ja das Frequenzband bei Dolby-A erweitert gegenüber dem Mono-Lichtton. Trotzdem waren Dolby-A-LT-Kopien nicht plötzlich hinsichtlich ihres Knisterns "unhörbar", wie Du sagtest, sondern es knisterte nachwievor deutlichst und störend. Das hat auch nichts mit Endlos-Telleranlagen zu tu (Du meinst eher Non-Rewind-Anlagen!), sondern mit Verstaubung, Verschrammung und nicht konstanten Zugverhältnissen bei der Ab- und Aufwicklung. [Non-rewind-Telleranlagen gibt es mindestens seit Mitte der 60er Jahre, Erfindung von Willy Burth. Ende der 70er Jahre waren sie in fast allen konzernbetriebenen großen Center- oder Roadshow-Kinos mit Sicherheit im Einsatz.] Selbst bei SR-Lichtton knisterte es noch etwas, jedoch deutlich verbessert. Zu keiner Zeit habe ich, was Du mir schon wieder unterschiebst, Dolby-SR-Lichtton verrissen, da haben wir uns komplett mißverstanden. Für die Fortentwicklung des analogen Lichttons hat wohl kaum eine Firma mehr Anstrengungen als Dolby unternommen. Daher war SR-Lichtton ja so ausgereift, da Übersprechdämpfung, Frequenzgang und Dynmamik sich stark dem 70mm-Magnetton angenähert hatten, was dieses dramatisch verbesserte Verfahren noch heute - würde es noch immer voll analog verarbeitet werden - zu einem überlegenen System aller optisch kopierten Tonspuren machten würde. Zu Werbefilmen und Knistern: Also pauschal prasselten die Werbefilme immer mehr als der Hauptfilm, so bis heute. Da brauchst da nicht das Gegenteil zu konstruieren. Selbst beim Wiedereinsatz einer alten Lichttonkopie war der Störanteil der "Würste" im Vorprogramm immer im allgemeinen höher. Es gibt ja kein "komplett neues" Werbefilmprogramm, wie Du meinst, sondern die Trailer werden sukzessive ein- und ausgeschaltet (wöchentliche Einschaltanweisungen). Daher immer viel Minderwertiges dabei. Zum im von mir obenstehend verlinkten Thread der nicht hörbaren Windgeräusche bei den Digitaltonspuren, wohingegen diese auf SR-Analog-LT hörbar gewesen sein sollen: Deine Konstruktion greift hier nicht durch - das merkst Du aber sicher selbst. Ich kann's mir jetzt zwar eventuell durch zwei Varianten erklären, warte aber noch etwas ab, was an Versionen im Thread noch erscheint. Andere sollen auch sich mal den Kopf zerbrechen. Zum "überflüssigen" Oberwellenspektrum: Das ist leider Dein Kardinalfehler. Darum wirst Du nie Vorteile im analogen Ton gegenüber den derzeitigen digitalen Filmtonsystemen erkennen. Wenn Du insistierst, das Oberwellenspektrum käme oberhalb von 20 kHz gar nicht mehr zur Geltung und sei auch sonst irrelevant, bleibe ruhig bei dieser Annahme. Für mich ist das nur noch einfachstes Grundpensum des Schulwissens. Was Deine Forderung höherer Schalldrücke bei digitaler Filmtonwiedergabe angeht, kann ich damit nicht viel anfangen, da in etlichen Häusern dieser Stadt so laut gefahren wird, daß einem die "Felle" reißen. Die haben hier THX oder 3-Wege-JBL oder sogar HPS-4000 - und trotzdem hört sich digitaler Filmton stumpf und flach an. Zur Klangfilmkurve und zur Mono-Lichttonqualität kann ich nicht in wenigen Zeilen antworten. Die beachtlichen Verbesserungen ebenso wie starke Schwankungen zwischen einzelnen Filmtiteln lassen überhaupt kein generelles Urteil über die von Dir unterstellte allgemeine Schlechtigkeit des Mono-Lichttons zu. Selten habe ich solche Verrisse wie von Dir gehört, obwohl Du gar nicht die Spitzenkopien auf diesem Gebiet kennst. Durch verschiedene Lichtonkameras von Westrex, Picot, Eurocord, Albrecht oder der neuen laserverwendenden Kamera traten welterschütternde Unterschiede auf, ebenso bei unterschiedlichen Emulsionen der Tonnegative, der Art der Eigengradation des Materials und der Bestimmung der Dichte des Tonnegativs und seiner Entwicklung. Dabei hat es in den 50er und 60er Jahren (zufällig oder auch in Auftrag) deutsche Filme gegeben, die über einen Mono-Lichtton verfügten, der mit kaum hörbaren Verlusten vom magnetischen Cordband gewonnen wurde und in einigen "musikalischen" Charakteristika bisweilen auch die heutigen Digitalton-Kinosysteme schlagen konnte. Ich weiß nicht, irgendwie stellst Du Dir die Zeit der Filmtechnik vor 1977 als sintflutlich vor. Wie komplex aber die Kopierung von Mono-Lichttonspuren, die für Dich alle nur verrauscht, dumpf und verknistert sind, solltest Du Dir bitte vergegenwärtigen. Dann würdest Du erkennen, das Dolby mit seinem Academy-Filter in seinen Prozessoren etwas geschaffen hat, was zutiefst entwürdigend ist. Eine Beleidigung und ein Affront gegen alle Kopierwerksmeister und Tonleute, die jahrelang an der Verbesserung der Mono-Lichttöne experimentierten, die Dich aber ohnehin nicht interessieren ... Ich verstehe sowieso nicht, warum alle im Forum im Avatar solche Firmenlogos tragen, dass ist irgendwie wie der moderne Kult um Ersatzgötter, die einem das ewige Leben verkünden. Aber da müßte ich auch selbstkritisch sein und mein "cinerama" enfternen, das ja auch irgendwie Schleichwerbung betreibt. Verabschiede mich vorläufig aus der Diskussion, da Filmfestspiele angelaufen. Ach so: Klangfilm is the best! :sex:
  23. Also die langjährig entwickelte Verbesserung fand, wenn ich versuche, ausnahmsweise Dolby gerecht zu werden, dann doch durch die Vorstellung des SR-Verfahrens statt, das über sechs Jahre die Nr. 1 der Branche war, während ja 1993 die digitale Ton-Kopierung noch ganz am Anfang stand! Zudem wurden ja die DD-Mischungen lange Zeit noch von analogen Zwischenstufen (Cordband!) gemacht, sodaß von echter Digitalisierung ohnehin keine Rede sein kann, und eher eine reine Analog-Mischung und Umspielung (etwa für 70mm-Magnetton oder SR-Lichtton) m.E. den hochwertigeren Tonträger auf Filmkopien ergab. :shock:
  24. Und Dank CinemaxX, THX und SDDS (bin gespannt, wann dort auch SDDS wieder abgeschafft wird) ergaben sich geniale Synergieeffekte, wonach nach Informationen der Zeitschrift Filmecho die Berliner Filmfestspiele den Ausbau von neun Studio-Kinos des CxX Potsdamer Patz bezahlten, wovon der Multiplexriese auch das Jahr über profitieren darf, wenn ich das richtig bewerte? Das bezahlt natürlich der Steuerzahler. Vielleicht zahlt er auch für den Abriß der Multiplexe, die mindestens zur Häfte als Investitionsruinen gelten, und schafft erneut "neue Arbeitsplätze". Das Berliner Stadtmagazin TIP schrieb sogar: "Multiplexe sind wie Atomkraftwerke" und zitierte damit den Produzenten und CinemaxX-Colosseum-Mitteilhaber Stefan Arndt (X-Filme). Diese architektonischen "Meisterwerke" kann man demnach gar nicht abreißen, und weder als Kindertagesstätten noch als Krankenhäuser lassen sie sich sinnvoll umwandeln. Sie stehen bald leer - oder sie werden, solange die Banken sie aufrecht erhalten (ansonsten wären die Investitionen "verbrannt") künstlich am Leben gehalten, während engagierte Betreiber von Einzel-, Traditions- oder Programmkinos, die nicht nur das Geld lieben, vor die Hunde gehen. Zumal sie weder 19 nicht ausgelastete Säle noch THX oder SDDS zu den primär filmischen und inhaltlichen Werten zählen, sondern Filme zeigen, die nicht "wie der Hammer" nachwirken, sondern innerlich berühren, am Filmerlebnis gefühlsmäßig und geistig teilhaben lassen. Aber auch beim Mainstream sei erinnert: "Vom Winde verweht" lief fast 50 Jahre ausschließlich im Kino mit Wiederaufführungszyklen alle zwei Jahre, Besucherpotential mehrfach so hoch wie "Titanic". In Normalformat und ohne 8-Kanal-Gedröhne von SDDS. SSDS bleibt, ebenso wie 70mm, reiner Rummelplatz-Ulk, wenn keine überlebensfähigen Filme damit produziert werden. Wer denkt denn heute noch an "Jursassic Park" (mit oder ohne dts)? Wie oft indessen liefen echte "Klassiker" auf 70mm-Magnetton imer wieder (zumindest im Fernsehen und jetzt in leider schlimm aussehender MAZ?): Ständig und in Hochkonjunktur zu den Festtagen. "Klassiker" etwa des dts-, Dolby-Digital- oder SDDS-Tonformats sehe ich kaum irgendwo mehr wieder, was doch aufzeigt, welcher Fast-food mit solchen "Programmangeboten" der Kaufhauskinos und Filmproduzenten einhergeht. Die Multiplex-Schwemme begründeten Politiker übrigens mit dem freien Wettbewerb und der Stärkung der bezirklichen Infrastruktur - ohne zu ahnen, daß einige Bezirke bald kinofrei sind (siehe Kurfürstendamm, Berlin), da Kaufhauskinos der Randbezirke zur Bedarfsdeckung angeblich ja ausreichen. Diese "Standortpolitiker" sind aus meiner Sicht Mafiosi (man vgl. italienische Verhältnisse unter Berlusconi), die vom Kino keine Ahnung hatten und nicht einmal die letzte Legislaturperiode überlebten, aber blauäugig den Investionsrechnungsverdrehern diverser Mischkonzerne (UCI, Warner Village) und Juppies (Kieft-Brothers, Flebbe HJ) auf den Leim krochen. Man kennt ja diese Bezirksverordneten mir ihrer Bilanzgeilheit zum Teil persönlich und kann sich ausrechnen, wo diese Stadt einmal endet.
  25. Dann bleibt zumindest die These unangefochten, daß Dolby SR-Lichtton seine Blüte zwischen 1987 und 1993 hatte, und auf den Frontkanälen ein besseres Klangbild als Dolby Digital, dts oder SDDS erzeugte, wenngleich es dem 70mm-Magnetton unterlegen war. (Ich rede erneut nicht von Dynamik, @Christian Mueller, da außerhalb dieser Steigerung durch neuere Digitalton-Systeme noch andere Kriterien zur Bewertung von Klangqualität in Betracht kommen) Dolby hat also sein eigenes, sehr aufwendig und genial entwickeltes Lichttonsystem kaputtgemacht, um Subwoofer- und Surround-bespeckten Digitaltonspuren den Weg freizuräumen, zumal man unbedingt dts etwas entgegensetzen mußte, selbst wenn es der letzte Dreck ist (sofern man den Vergleich mit analogem Cord-Band heranführt). Nebenbemerkung: es gibt ja noch die Abmischung für Kleinverleiher und Kunden ohne dicke Brieftasche, die auf analogen Dolby-SR-Lichtton (anstelle des DD) insistieren. Somit ist hier "billiger" auch besser, was bereits - aufgrund der geringen Zahl der Serienkopien - auch für die Filmkopierung vor Überhandnahme der Dup-Kopierung galt, als man Filme (explizit 70mm) vom Kameranegativ kopierte. First Class Quality also...
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