Ich denke der 100€ Ansatz ist denjenigen gegenüber, die eine Kamerawartung noch durchführen können der falsche Ansatz.
Schmalfilmen ist mittlerweile halt wieder ein etwas elitäreres Hobby geworden (wenn man die Kosten sieht). Die 8mm Kameras, von denen in diesem Thread gesprochen wird und mit denen vor 50Jahren gefilmt wurden, wurden damals mit Film gefüttert, der auch nicht umsonst war. In einer Werbung aus einer Schmalfilmzeitung aus dem Jahr 1959 wird ein Film Zeiss Ikolor U 12 beworben für DM 18,50 (eine Spule 2x8mm Film inkl Entwicklung). Bei der Preisentwicklung bis heute erscheinen mir die Preise für die Filme heute in vergleichbarem Rahmen. Natürlich gab es auch die Zeit dazwischen, in der das Filmen deutlich billiger war. Aber das ist Geschichte.
Worauf ich hinaus will: Billige Kameras von Ebay etc. habe eine nicht bekannte Vorgeschichte. Wenn wir unser "elitäres Hobby" sinnvoll betreiben wollen, sollten wir versuchen, den mittlerweile teuer erscheinenden Film sinnvoll zu verwenden. Zumindest ich fühle mich da wohler mit einer gewarteten Kamera, auf die ich mich dann verlassen kann. Das ebay-Schnäppchen kann funktionieren, muss aber nicht. (Auch ich habe hier schon Lehrgeld bezahlt.)
Wenn ich jetzt ein ebay-Schnäppchen zur Kamera-Durchsicht bringe, muss ich halt auch den Stundenlohn an den Betrieb bezahlen, der so was noch warten kann. Denn dieser Betrieb muss für mein Schmalfilm-Hobby auch überleben. So wie der Betrieb im Norden Deutschlands, der mich auch heute noch mit Schmalfilm versorgt. Jeder von uns erwartet ja auch fairen Lohn für seine Arbeit!
Neueinsteigern sollte man nicht suggerieren, dass mit billigen und wahrscheinlich ungewarteten Kameras und nicht mehr so billigem Film auf Anhieb brauchbare Ergebnisse gelingen. Die Chance auf brauchbare Ergebnisse steigen mit einer gewarteten Kamera. Und das muss halt mit einkalkuliert werden beim Einstieg in dieses Hobby.
Ulrich