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Nach nun schon ca. einer Dekade begeisterter Beschäftigung mit dem Schmalfilm ist etwas eingetreten, was wohl einige beim Anschauen des Selbstgefilmten dann doch immer mal wieder vermissen: Filmtitel! Am Anfang war es irgendwie egal, da ich erstmal Erfahrungen mit dem Filmen an sich machen wollte und es reichte mir, nur die „nackten“ Filme durch den Projektor laufen zu lassen. Mein erstes Format war N8, später kam 16mm und ein wenig S8 dazu. Dafür habe ich Projektoren, Klebepressen, Filmbetrachter und andere nützliche Dinge angeschafft. Das Thema Filmtitel kam mir aber doch immer mal wieder in den Sinn und den ersten eigenen Titel habe ich dann mit dem „B&H Block Letter Titler Outfit“ für einen 16mm-Film angefertigt. Ich erstellte vor einiger Zeit hierzu im Forum einen Thread: „Titel mit B&H Block Letter Outfit und Bolsey Cine Fader“ Mittlerweile habe ich damit auch schon einige Zwischentitel für Filme im Format Doppel 8 gemacht. Nun möchte ich über eine andere schöne Entdeckung berichten! Ab 1930, also 7 Jahre nachdem die „Filmo Automatic Cine Camera“ von Bell & Howell auf den Markt kam, brachte selbige Firma auch die monatliche Zeitschrift „Filmo Topics“ mit vielfältigen Beiträgen zum Filmen im Allgemeinen und der Kamera im Besonderen heraus. Da ich einige dieser schönen 16mm-Kameras benutze, sind die Inhalte in den alten Zeitschriften fachlich und zeitgeschichtlich sehr interessanter, vergnüglicher Lesestoff und manches davon, wie man gleich sehen wird, auch heute noch erfolgreich nutzbar. Bei der Lektüre stieß ich auf Artikel zum Thema Titelfilmen mit dem Hinweis auf ein Gerät für den Filmo 70. Dieses scheint demnach das erste Titelgerät für den 16mm-Amateurfilm gewesen zu sein. Ich machte mich auf die Suche und erwarb eines: „B&H Character Title Writer“ von ca.1930 Zu meiner großen Freude deutete einiges darauf hin, daß es, wenn überhaupt, nur sehr selten in Benutzung war. Das Gerät befindet sich in einem schönen, mit grünem Samt ausgekleideten Koffer mit diversen Fächern für das Zubehör. Die Basisplatte ist aus hübschem Magnolienholz, das ich mit einem Pflegemittel behandelt habe, welches mir von einem Möbelrestaurator wärmstens empfohlen wurde und dieses alte Holz nun wieder in neuem Glanz erstrahlen läßt. Es heißt „Ruja-Möbelpfleger“. Die anderen Teile sind u.a. aus Stahl, Messing, Porzellan und Bakelit gefertigt. Es sind kaum Kratzer am Gerät und auch fast alles Zubehör in makellosem Zustand erhalten. Zum Zubehör gehören: 1 Focusadapter mit Prisma für Paralaxenausgleich, eine Ausrichtungskarte für das Bildfeld, 2 x12 schwarze Titelkarten, eine Schablone um das zu Schreibende gerade auszurichten, 2 Federn, 1 Federhalter, 1 ungeöffnetes(!) Fass weiße Tinte (Johnston’s „Snow White“ WHITE INK) mit Anleitung und Reinigungstuch, 2 GE Mazda Projektionslampen (110V/165W), das Netzverbindungskabel mit Schalter und ein Adapter, vermutlich zum Stromziehen aus einer damaligen Lampenfassung. Eine Bedienungsanleitung habe ich aus einem anderen Angebot bei Ebay herauskopiert. Meinem Kauf lag noch die Patentschrift als Kopie bei. Da die Glühbirnen mit 110V betrieben werden, habe ich sie von einem freundlichen Elektrofachmann in Reihe schalten und die Kabel und Verbindungen überprüfen lassen. Alles ist nun sicher! Einen Netzadapter Amerika/Europa musste ich auch noch anschaffen und nach dem ersten Einschalten stellte ich zu meiner großen Freude fest: Die alten Leuchtmittel funktionieren noch! Ich habe damit nun zwei Möglichkeiten das Bild auszuleuchten: 1. Benutzung der originalen Leuchtmittel in Kombination mit einem modernen Dimmer (ausgelegt bis 300W) 2. Modernes LED Video Light Die für scharfe Bilder erforderliche kurze Distanz (ca. 33cm) wurde ursprünglich mit dem zwischen damaligen Fixfocusobjektiv und Kamera geschraubten Focusadapter hergestellt, welcher auch ein eingebautes Prisma besitzt, das die Paralaxe des Seitensuchers ausgeglichen hat. Das ist für mich nicht mehr nötig, da an zwei meiner Filmo 70 eine Scharfstellhilfe (Critical Focuser) ist, die es beim Erscheinen des Titlers an den Kameras noch nicht gab. Damit kann ich auch mit anderen Objektiven direkt auf die Titelkarte scharfstellen. Mein TTH Cooke Ivotal Anastigmat 25/1,4 eignet sich mit seiner Naheinstellgrenze für die kurze Distanz perfekt. Die Ausrichtung der optischen Achse auf die Bildmitte ist durch einen Metallwinkel gewährleistet, auf den die Kamera geschraubt wird. Mit den Filmo 70-DL und -DR die am Durchsichtssucher einen Parallaxenausgleich besitzen, kann ich den gestalteten Titel zumindest horizontal im korrekten Bildausschnitt schon im Vorhinein begutachten. Die weiße Tinte habe ich geöffnet, um zu schauen, in welchem Zustand sie nach 95 Jahren noch ist. Sie hatte eine pulverähnliche Konsistenz und ein paar Tropfen Wasser machte sie tatsächlich wieder schreibfähig. Die originalen Federn sind durch leichte Verbiegung nicht mehr nutzbar, darum werden dafür eben neue benutzt. Ich kann natürlich auch mit einem modernen weißen Fineliner arbeiten. Mal schauen, was sich am besten eignet und gut aussieht. Die originalen schwarzen Titelkarten behalte ich als Sammlerobjekt und nutze da nun neuen schwarzen Karton. Hier das Gerät mit dem Filmo 70-DR: Es handelt sich bei diesem von mir erworbenen Gerät um die zweite Version. Vermutlich gab es insgesamt drei Versionen. Die erste und zweite Version sind sich mit ihren 110V/165W-Glühbirnen und starren Halterungen für diese sehr ähnlich. Die Reflektoren unterscheiden sich nur dahingehend, als daß die der ersten Version innen silberfarben beschichtet und außen grün lackiert sind, während die der zweiten Version innen und außen gleich beschichtet erscheinen. Die zweite Version hat überdies noch zwei senkrechte, ca. 3cm hohe Querschienen auf der Basis. Ob das funktionelle oder kosmetische Gründe hat, kann ich nicht sagen. Bei der dritten Version fehlen diese wieder, dafür hat sie bewegliche Halterungen, für nunmehr 110V/100W-Glühbirnen. Die Patentanmeldung für das Gerät erfolgte am 10.09.1926 und die Patenterteilung am 03.07.1928. Werbung von 1927: Werbebild der zweiten Version aus den „Filmo Topics“ Anfang 30-ger Jahre: Werbung für die dritte Version aus den „Filmo Topics“ 1938: B&H Character Title Writer mit Bolex H8 Für meine 16mm-Filme hatte ich nun eine schöne und stilechte Möglichkeit und plötzlich kam mir eine verrückt scheinende Idee: Wäre es vielleicht machbar, auch meine Bolex H8 an diesem Gerät zu verwenden? Mit einem Gewindeadapter in der Stativaufnahme der Bolex (Bolex 3/8 Zoll Kongressgewinde auf Filmo 70 1/4 Zoll) hätte ich die Kamera festschrauben können, aber leider war der originale Metallwinkel seitlich etwas zu knapp. Was also tun? Ich habe mir noch einen Title Writer (diesmal die erste Version) für sehr wenig Geld aus der Bucht gefischt, den Winkel abgeschraubt, zurechtgebogen und die Bolex sitzt nun, genau wie der Filmo, horizontal an der richtigen Stelle. An diesem Metallwinkel war, im Gegensatz zum anderen Writer, ein schwarzes Filzstück als Kratzschutz angebracht. Dieses wurde von mir durch ein Neues ersetzt und am anderen Writer auch noch angebracht. Zu guter Letzt war die optische Achse, u.a. auch durch den Gewindeadapter, vertikal noch ca. 4mm zu hoch. Also habe ich unter dem Titelkartenhalter Unterlegscheiben platziert, um die Karte um dieses Maß höher zu bekommen. Jetzt stimmte die komplette Ausrichtung auch mit der Bolex. Da es eine Non-Reflex ist, stelle ich einfach mit deren Genaueinstellsucher (Eye-Level Focus) auf die Karte ein. Als Objektiv kann ich das Switar 12,5/1,5 oder das Yvar 13/1,8 nehmen, welche sich aufgrund ihrer Naheinstellgrenzen für die kurze Distanz sehr gut eignen. Das Gerät habe ich wieder vom Elektrofachmann überprüfen lassen. Die Leuchtmittel wurden in Reihe geschaltet, aber diesmal mussten die alten Kabel durch neue ersetzt werden. Die drei originalen Glühbirnen (wieder GE Mazda Projektionslampen 110V/165W) dieses Kaufes funktionierten überraschenderweise auch noch. Neben dem Koffer war an Zubehör noch der Focusadapter mit Prisma für den Paralaxenausgleich, 10 schwarze Titelkarten und das Netzverbindungskabel mit Schalter dabei. Title Writer mit H8: Wie man auch in den Werbefotos teilweise sieht, kann sich der/die Filmende durch Schrägstellen der Konstruktion beim Titelschreiben auch selbst filmen! Da meine Frau auch Zwischentitel für das Filmtagebuch unseres Söhnchens anfertigen möchte, fängt sie jetzt schon mal an zu üben, wie man auf diesem Foto sehen kann 😃 Nun kann ich an diesem eigentlich für den Filmo 70 hergestellten Gerät auch die H8 benutzen und, wenn es passt, speziell für die 30,5m-Rollen schon vor geplanten Anlässen individuell gestaltete Zwischentitel erstellen, ohne sie im Nachgang hineinschneiden zu müssen. Dafür kommt es auf jeden Fall nun regelmäßig zum Einsatz und ich werde mich nun beim Erstellen von Titeln richtig „austoben“ können. Ich habe kürzlich 2 Filme (Fomapan 100R) in beiden Formaten „geopfert“ und Probeaufnahmen zur Kontrolle des Bildausschnitts gemacht und mit meinen zwei zur Verfügung stehenden Beleuchtungsvarianten Belichtungsreihen mit weißer Schrift auf dunklem Karton und schwarzer Schrift auf hellem Karton, Fades mit dem Dimmer und kleine Tricktitel angefertigt. Ich bin sehr gespannt, an welchen Stellen ich möglicherweise nachjustieren muss und denke, diese Vorarbeit verschafft mir Erkenntnisse für den sinnvollen Einsatz der beiden Geräte im Rahmen meiner Ansprüche und Möglichkeiten. Ganz besonders freue ich mich darauf, einige Titelideen aus den eingangs erwähnten „Filmo Topics“, die sich diverser Techniken aus den Pioniertagen der (Amateur)-Kinematographie bedienen, umzusetzen. Alles in allem sind diese alten Title Writer sehr kompakte, gut zu handhabende und darüberhinaus auch noch sehr schön aussehende Geräte. Und diese komplett analog - handwerkliche Verfahrensweise ist natürlich aufregend, hochinteressant und mit sehr viel Freude verbunden! Ich werde wieder berichten😃
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Ich kann es nicht lassen und möchte meine Freude hier teilen! 🙂 Kürzlich entdeckte ich bei Ebay Deutschland diese 16mm-Kamera ohne Objektive. Das Fehlen selbiger stellte aber kein Problem dar, da ich zum Glück nun schon eine erkleckliche Anzahl mein Eigen nennen darf. Der Zustand war allem Anschein nach sehr gut. Nun hatte ich ja schon 3 Filmo 70 aus unterschiedlichen Jahrzehnten. Filmo D (20-ger Jahre), Filmo E (30-ger Jahre) und Filmo DL (50-ger Jahre). Wie schon gesagt, ich kann es nicht lassen und jetzt kam mit dem Modell Filmo 70-DR (Baujahr 2. Hälfte 50-ger Jahre) der vierte Dauergast dieser Modellreihe in meinen Besitz. Von rechts nach links: 70-E, 70-D, 70-DL, 70-DR Er ist dem Filmo DL sehr ähnlich. Der Hauptunterschied ist, das der Objektivrevolver mit dem Sucherrevolver gekuppelt ist, damit die Brennweite des Aufnahmeobjektivs nach dem Eindrehen vor das Filmfenster mit der des kleinen Sucherobjektivs sofort übereinstimmt. Auch der Deckel ist mit optisch etwas anderen Verschlüssen versehen. Wie beim DL haben die Zahntrommeln eine Zahnreihe. Meine beiden frühen Modelle sind nur mit doppelt perforiertem Film zu betreiben, den es aber erfreulicherweise noch gibt. Irgendwie bin ich ein Fan dieser unverwüstlichen 16-mm-Kameras geworden, da sie in aller Regel, wie auch hier, schnell wieder zu zuverlässigem Laufen gebracht werden können. Mit den anderen Modellen des Filmo 70 habe ich ja in den letzten Jahren diese Erfahrungen machen dürfen. Auch sind sie (noch) relativ preiswert. Die Kamera kam in erstklassigem optischen Zustande bei mir an. Allerdings, auch wie erwartet, völlig trocken nach offensichtlich langem Lagern und Nichtbenutzen. Das nun folgende Vorgehen, quasi eine Art „Wiederbelebung“, finde ich bei diesen Geräten aber so praktisch wie faszinierend. Nachdem ich alle vorgeschriebenen Stellen geölt hatte, lief die Kamera wieder ganz ordentlich, aber noch nicht richtig rund im Vergleich zu den anderen Modellen. Der Geschwindigkeitsregler ließ sich zum Glück sehr gut bewegen, was allerdings beim Filmzähler auch nach dem Ölen nur sehr schwer möglich war. Ich habe mich in Geduld geübt, die Kamera in unterschiedlichen Positionen gelagert und einen Tag gewartet. Dann wiederholte ich das Ölen noch einmal großzügig und es war schon viel besser. Auch der Filmzähler ließ sich nun leicht bewegen und der Antrieb mit der Rückspulkurbel war wieder weich und rund. Ganz zufrieden war ich aber noch nicht, da in einer bestimmten Lage die Kameramechanik noch etwas lautere Geräusche machte. Nun habe ich, wie bei anderen Filmo 70 auch, den Fön benutzt. Mehrmaliges Erwärmen, ein paar mal aufziehen und ablaufen lassen und siehe da: die Geräusche waren weg und die Kamera läuft in allen Lagen ruhig und rund. Offensichtlich war nun alles Öl an die richtigen Stellen gelangt und schmiert wie erwünscht die Mechanik. Toll!!! Mit eingelegtem Probefilm laufen auch die höheren Geschwindigkeiten sauber ab. Die 2 kleinen Sucherobjektive (1 inch, 3 inch) und ein Bodycap saßen am Sucherrevolver so fest, daß ich mit Zange und Lederläppchen vorgehen musste, um sie zu lösen. Auch das spricht für eine lange Zeit der Nichtbenutzung. Den schönen Lederriemen habe ich zum Schluss mit Lederfett (Gutra) behandelt, damit er nicht brüchig wird. Mit eingelegtem Probefilm laufen auch die höheren Geschwindigkeiten sauber ab und die Kamera wird demnächst, vielleicht u.a. auch in Deidesheim, mit frischem Film „gefüttert“.
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Vom Album Hokushin X-500H
Elko oder Widerstand, das ist heir die Frage? Nichikon war eigentlich für Kondensatoren bekannt. Könnte auch ein Folienkondensator sein. Aber was bedeutet die Angabe 0,22K?- 3 Kommentare
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Vom Album Hokushin X-500H
Weiß einer, welches Bauteil was ist? Den Trafo und den Hochspannungsübertrager (?) kann ich erkennen. Aber was ist der rote Drops und das weiße Dings, was wie ein Leuchtstofflampenstarter aussieht?- 1 Kommentar
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Vom Album Hokushin X-500H
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Vom Album Hokushin X-500H
Die Relaisplatte gehört vermutlich zum Zündgerät. Dahinter hat man weitere Bauteile versteckt. U.a. den Hilfsphasen-Kondensator. -
Vom Album Hokushin X-500H
Der Motor ist ein Drehstrom-Asynchronmotor mit Hilfsphasen-Kondensator. -
Vom Album Hokushin X-500H
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Vom Album Hokushin X-500H
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Vom Album Hokushin X-500H
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Vom Album Hokushin X-500H
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Vom Album Hokushin X-500H
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Vom Album Hokushin X-500H
Hier die Anschlüsse des netzteils auf der Rückseite. Links der Netzeingang, ein dreipoliger Hirose-Stecker. Es könnte ein GX35-Typ sein. Rechts der Ausgang zum Projektor mit einem 16poligen JR(?)-Typ. -
Vom Album Hokushin X-500H
Dieser Kasten wiegt rund 20 kg und beinhaltet das Netzteil und einen Gleichrichter in konventioneller Lineartechnik. Also großer, schwerer Trafo, Gleichrichterdioden und große, fette Elektrolyt-Kondensatoren. Das Gerät ist für 120 Volt vorgesehen. Der Trafo ist so zugebaut, dass ich noch nicht erkennen konnte, ob man das Netzteil auf 230 Volt umrüsten kann. -
Vom Album Hokushin X-500H
Der Einspanndurchmesser für das Projektionsobjektiv beträgt untypische 45mm. Das eigentlich für Bauer-P Projektoren gedachte Objektiv passt nur mittels Adapterring an den Projektor. -
Vom Album Hokushin X-500H
Es handelt sich um ein Gerät für 120/110V. Baujahr 1983. -
Vom Album Hokushin X-500H
Hokushin X-500H 16mm Projektor mit 500 Watt Xenonlampe. -
Sie entsteht 1945-46, zur selben Zeit wie die 35er Caméflex von Eclair. Sie hat eines der besten Gehäuse aller Schmalfilmkameras. Wie ihr Vorbild, der Ciné-Kodak Special, steht die Pathé-WEBO M großflächig auf dem Stativ. Die optische Achse ist so tief wie nur möglich gelegt, wodurch man unglaublich dicht ans Objekt herankommen kann. Ein einfaches Objektiv und Zwischenringe genügen für fantastische Makrobilder. Für lange Brennweiten ist größte Stabilität gegeben. Die Feder zieht 980 Bilder durch. Der wie bei der Paillard-Bolex-H stehende Fliehkraftregler sorgt für einen weiten Bereich von Bildfrequenzen, nämlich von Tempo 8 bis 80. Filmrückwicklung ist möglich im Umfang eines Federaufzugs, also der genannten Anzahl Bilder. Zählwerke in Fuß, Metern und Bildern ermöglichen exaktes Arbeiten. Die WEBO M hat als einzige Schmalfilmkamera ohne Spiegelreflexsucher einen Verschluß in Schmetterlingausführung, d. h. mit zwei Flügeln bei halber Umdrehungsgeschwindigkeit. Als verstellbarer Umlaufverschluß läuft er unmittelbar vor der Bildfensterplatte, näher am Film geht es kaum. In der Geschlossenstellung wird ein kleines Blattfederchen mit einem Zahnrad zur Berührung gebracht, was ein schnarrendes Geräusch macht. Es soll einen daran mahnen, daß der Film unbelichtet bleibt. Diese Rätsche funktioniert auch rückwärts. In den Stellungen zu, ¾ geschlossen, halb geschlossen, ¼ geschlossen und offen rastet der Verstellhebel ein. Saubere Sache Der Filmkanal ist leider nicht auf der Höhe anderer Kameras. Die Filmseitenführung verursacht mir leichte Bauchkrämpfe, wenn ich an die Normen und ans Kopieren denke. Es ist schon eigenartig: In Frankreich setzt man sich immer wieder über wichtige technische Vereinbarungen hinweg. Sogar bei der 35-mm-Kamera Aaton Penelope ist die Filmseitenführung verkehrt gebaut. Die Federwirkung der Seitenbleche ist minimal. Der Reflexsucher der Pathé-WEBO M besteht aus einer Membrane im 45-Grad-Winkel zwischen Objektiv und Film, eine dünne Glasscheibe, und einem Linsen-Mattscheibe-System. Die einseitig entspiegelte Membrane wirft etwa fünf Prozent des von der Optik kommenden Lichts zur Seite. Im Gegensatz zum Prismenblock der Paillard-Bolex-H Reflex gibt es bei dieser Ausspiegelung keinen Fokusversatz, weshalb jedes Objektiv mit C-Fassung verwendet werden kann. Das C-Gewinde darf 3,8 Millimeter lang sein. Der Dreierrevolver der Pathé-WEBO kann auf einfache Weise blockiert und freigesetzt werden. Als ganz kleines Manko ist zu werten, daß man beim Revolverdrehen an die Objektive faßt. Das Filmeinspannen muß geübt werden, doch das ist Ehrensache für Filmer. Selbst die teuersten Berufskameras haben keine Einfädelautomatik. Nach zwei, drei Filmrollen macht man das ganz selbstverständlich. Nachdem man den Deckel aufgesetzt und verriegelt hat, erfährt man ein Gefühl der Sicherheit. Das habe ich bis heute nur bei dieser Kamera erlebt. Jüngere Modelle sind mit einer Einfädeleinrichtung ausgestattet. Für den Service-Techniker ist die Pathé-WEBO eine besondere Herausforderung. Im Schaltwerk gibt es gerne Verschleiß am Auslösebolzen. Eine kleine Rolle statt bloßer Stahlkante diesem gegenüber oder gehärteter Bolzen wäre kein Luxus gewesen. Dafür sind die Reglerlager von außen her zugänglich, ein Detail, das einzigartig ist. Das typische Merkmal der Pathé-WEBO ist ihre billige Machart. Zwischen Zahnrädern und Wellen gibt es zuweilen Luft und wenn der Techniker die Befestigungsschrauben ungleichmäßig festzieht, läuft das entsprechende Zahnrad unrund. Falls also ein solches Gerät im Lauf miaut, dann war die Montage nicht sorgfältig gemacht. Es gibt jedoch einige Punkte im Getriebe, die den Mechaniker vor die Entscheidung stellen: Kamera fertig bauen, weil die Konstruktion ein Bruch ist, oder die Waffen strecken. Da ist zum Beispiel einfach zu wenig Platz für das kombinierte Sperrklinken-Zahnrad des Aufzugs, welches entweder an den Lötaugen des Federhauses kratzt oder am Zählwerkgetriebe schleift. Man kann es auf der Welle positionieren, wie man will, man kann auch die Welle axial einstellen, so weit etwas zu holen ist, die zuoberst befestigte Antriebscheibe der Wickelpeese kommt nie in Flucht mit dem Rest ihres Weges. Zudem stimmen die Profile der Peesenscheiben mit ihrem Querschnitt nicht überein. Mangelhafte Filmaufwicklung, unrunder Lauf, Verschleiß und als Folge teure Reparaturen brandmarken die „M“ als ewiges Sorgenkind. Die Platine mit Lagern fürs Getriebe und der Wickeltrommel wird bloß mit drei Schrauben niedergehalten. Als Monteur kann ich sie mit etwa einem halben Millimeter Spiel nach vorne, oben, hinten und unten beliebig fixieren. Es gibt keine korrekte Position, ich kann nur die beste finden. Einzig die Federbüchse ist seriös im Gehäuse verankert. Irgendwann hat man bei Pathé auf die vielen Beschwerden über mangelhafte Filmaufwicklung reagiert und den Umschlingungswinkel an der treibenden Scheibe vergrößert: Ich schätze diese klassische Amateur-Kamera ins untere Mittelfeld ein. Sie steht besser auf dem Stativ als manche andere, bietet viele Möglichkeiten für Bildbeeinflussung und Tricks und verströmt mit ihren Gehäuserippen einen Charme von Zigarrenkiste. Altväterlich, französisch eigenwillig, viel stabiler als die Beaulieu Reflex, aber unsicher im Innern. Beim Modell BTL, Abkürzung von Behind The Lens, ist ein CdS-Fotowiderstand eingebaut, mit dem Messung des reflektierten Lichts erfolgt, und zwar des Lichts, das einerseits von einem hellen Lackring auf dem Verschluß abfällt und andererseits von der Filmoberfläche und heller Lackierung der objektivseitigen Bildfensterumgebung. Die Flächen sind aufeinander abgestimmt, damit im Lauf wie im Stillstand der gleiche Lichtstrom auf die Meßzelle fällt. Im Sucherrohr ist ein Drehspulinstrument angebracht, dessen Ausschlag mit der Objektivblende geregelt werden kann. Mit Blick durch den Sucher überwacht man den Ausschnitt, die Schärfeneinstellung und die letzte freie Variable der Filmbelichtung, die Irisblendenöffnung. Ältere Modelle haben die weiße Bemalung nicht. Die Pathé WEBO M sticht die Paillard-Bolex H beim Reflexsucher aus. Das Prinzip der Glasmembrane ist 1967 bei den Berufsfilmkameras von Mitchell eingeführt worden. Unsere französische Amateur-Kamera hatte es bereits 20 Jahre früher. Tatsächlich macht aber ein uralter Schaustellertrick mit teilweise spiegelnder Fläche, der schon vor der Französischen Revolution ausgewertet wurde, den Anfang. Während bei Paillard ein Doppelprisma von neun Millimetern Dicke eine gewisse optische Komplikation mit sich bringt, ist die Pathé-Membrane von gut einem Zehntel Millimeter Stärke optisch kein Problem, jedoch halt leicht zerbrechlich. Beim Reinigen ist allergrößte Sorgfalt geboten. Der Teufel steckt im Detail und so gibt es bei dieser Schmalfilmkamera noch einen Pferdefuß, die Befestigung der Reflex-Membrane. Angenommen, das Gläschen wäre an sich frei von inneren Spannungen, so müssen beim Befestigen desselben auf den vorgesehenen 45-Grad-Stützen der Frontplatte zwei gut ebene und miteinander fluchtende Oberflächen vorhanden sein. Schon ein Hundertstel Millimeter Abweichung bewirkt, daß die Membrane verbogen ist und in der Folge Verzerrung des Mattscheibenbildes besteht. Auch der Lichtweg durch die Membrane hindurch zum Film wird beeinflußt. Was bei der Beaulieu Reflex vom Spiel des Schwingspiegels als Abweichung besteht, daran trägt die Pathé WEBO M still und heimlich als Kreuz des Glases. Mit sorgfältiger Bearbeitung der Membranauflagen lassen sich die Verzerrungen aber auf wenige Tausendstel Millimeter verringern. Solche Abweichungen machen sich rechnerisch erst ab Blendenöffnung 1:1,12 bemerkbar. Die Kunst des Monteurs besteht darin, das Gläschen gleichzeitig im geforderten Winkel und frei von äußeren Spannungen zu befestigen. Ankleben ist dabei nur eine mögliche Methode. Ich möchte noch ein Wort über das Getriebe verlieren. Die Pathé-WEBO M hat Primzahlen-Zahnräder. Damit ist gleichmäßige Abnutzung eingerichtet. Sie hat aber auch zwei Schnecken auf dem Regler, eine sechsgängige, über die der Greifer angetrieben wird, und eine dreigängige, mit der die Verschlußwelle verbunden ist. Es ist wichtig, daß die Lagerzapfen und das Verstellgetriebe der langsamer bewegten Verschlußwelle gut geschmiert sind, denn wenn diese zu bremsen beginnt, wirkt sich das verhältnismäßig stark auf die Bildfrequenz aus, eben weil der Regler direkt davon betroffen ist. Dummerweise ist das vordere Lager der Verschlußwelle vom Kamerabenutzer für einen Tropfen Öl leicht erreichbar, das hintere hingegen nicht. Spricht die Pathé-WEBO M französisch? Gebrochen, denn auch sie kommt aus Amerika. Die Zugfeder hat die Höhe 0.65" und die Stärke 0.028". Weitere Zollmaße finden sich im Getriebe. Ein französischer feintechnischer Apparat, der nicht durchgehend metrisch hergestellt ist? Import aus den Vereinigten Staaten, der Entwurf und viele Teile! In Frankreich würde man nie eine Platine mit dem Sonnenrad des Federhauses vernieten. Der Federhaus-Zahnkranz hat den Diametral Pitch 36 (126 Zähne, Teilkreisdurchmesser 3½"). Das dritte Zahnrad hat DP 51 (85 Zähne, Tkd. 1⅔"). Weissbrodt und Broido haben nur Patente auf den verstellbaren Verschluß und die Streulichtmessung gehabt, z. B. US 2445288. Technischer Wert einer M ohne Objektive: € 180.
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Hello ! Sollte noch jemand 16 oder auch 35mm Einzelakte (ca. vor 1985) in dt. od. event. auch engl. herumliegen haben,so bitte melden bevor diese noch verrotten ! 📽️ Leichte Farbveränderungen sind lein Problem (nur sollte es nicht schon Essig sein) ! 👀 Genommen wird von A(bbA) bis Z(ombie) quer durch Alle Genres (bis auf HC) u. auch 3D !!! 😎 DANKE u. bitte per PN melden !!!
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- einzelakte
- 16mm
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Hat jemand noch einen Abendfüllenden 16mm Streifen rumliegen? SUCHE vorrangig Eastern, bin aber für alles offen.
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Heute mal wieder die Vorstellung eines bei mir gelandeten Neuzugangs. Vielleicht ist das für den einen oder anderen hier von Interesse. Auf der Suche nach einem originalen Handgriff für meine beiden Filmo 70, welche sich als schwieriger herausstellte als gedacht, stieß ich nach langer Zeit auf das Angebot dieser Kamera mit dem von mir gesuchten Griff. Ein Bell & Howell Filmo 70-E(conomy), die preiswerte, abgespeckte Version des Filmo 70 von damals. Kein Dauerlauf, keine Scharfstelllupe, keine Handkurbelwelle/ Rückspulmöglichkeit. Also aufziehen, Auslöser betätigen und losfilmen - mehr nicht. 😉 Gesehen, schwach geworden und gekauft stellte sich neben dem Handgriff der „Beifang“ aus Kamera und Objektiv (Cooke Ivotal Anastigmat 1:1,4/25mm) als kleiner Glücksfall dar. Das Modell ist m.W. nur ein paar Jahre (1933 - ca.1936?) gebaut worden und daher recht selten zu finden. Nachdem ich die Kamera gesäubert und „vorschriftsmäßig“ geölt hatte, lief sie gut, aber ein wenig unrund und der Schlüssel lief bei Ablauf noch mit. Bei diesem Klappschlüssel durfte das eigentlich nicht sein. Also habe ich sie vorsichtig mit dem Föhn erwärmt und danach konnte der Schlüssel bis zum Anschlag eingedrückt werden und er bleibt angeklappt stehen, wie es sein soll. Auch die Laufeigenschaften verbesserten sich nach mehrmaliger Wiederholung des Vorgangs merklich und seitdem läuft sie wieder ruhig. Die Tatsache von nur einer Sucherbrennweite (25mm) und einer Objektivaufnahme (C-Mount) bei diesem Modell sehe ich in diesem Fall nicht als Einschränkung, sondern als Möglichkeit zur Konzentration auf die vorteilhafteste Perspektive für die zu filmenden Szenen. Darüberhinaus macht dieser Umstand die Kamera im Verhältnis zu meinen anderen Filmo 70 noch etwas kompakter. Nachdem ich einen Film (Fomapan R100, doppelt perforiert) belichtet habe, bin ich auch von den scharfen und kontrastreichen Bildern des Objektivs beeindruckt. Ich erwarte in nächster Zeit noch ein Fixfocusobjektiv (Wollensak Cine Raptar 25 mm f/2,5) und dann ist der Seventy E quasi eine „Point & Shoot“-Kamera. Naja, fast. Blende muss noch eingestellt werden… 😉 Schöne Grüße in die Runde! Hier noch eine zeitgenössische Werbeanzeige
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Ich ersuche Euch um eine spezielle Beratung. Möchte gerne mit dem 16mm-Filmen anfangen, bin mir aber noch komplett unschlüssig, welche Kamera für den Einstieg am ratsamsten wäre. Inzwischen habe ich etliche Postings hier im Forum, obige Modelle betreffend, durchgelesen und tendiere langsam zu einer Krasnogorsk, obwohl mir die Eumig C16 auch sympathisch wäre. Bei der Krasnogorsk gibt es das Problem, dass sie meistens nur in der Ukraine erhältlich ist, obwohl, derzeit gibt es bei eBay auch in Deutschland was. Die Eumig C16 soll einen dunklen Sucher haben und sie besitzt keinen Reflexsucher, ist aber von der Mechanik her bestimmt ein sehr gutes Stück. Sehr viel Geld habe ich als Rentner auch nicht, also sollte der Einstieg in 16mm relativ günstig stattfinden. Vielleicht gibt es sogar hier im Forum jemanden, der sich unter Umständen von einer 16mm-Kamera trennen würde? Ich frage nur mal ganz unverbindlich , welche Optionen es so gäbe. Gruß, Gerhard
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Welches Objektiv für 16mm zeigt ein möglich großes Bild auf relativ kleiner Distanz an? Lichtstärke ist eher weniger relevant, da der Projektor mit einer 250W Lampe ausgestattet ist.
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Projektor flimmert bei 18 B/s ... Hat jemand eine Erklärung warum der Bauer P8 bei 18 B/s flimmert ? Meinen ersten Testfilm habe ich mit verschiedenen Geschwindigkeiten gedreht. 16 B/s - 18 B/s - 20 B/s - 24 B/s und ist in der Vorführung mit 18 B/s nicht flimmerfrei. Wenn ich hingegen auf 24 B/s umstelle ist das Bild ruhig und flimmerfrei bei allen Aufnahmen. Ich weiss nicht ob der Begriff "flimmerfrei" richtig ist, das Bild flimmert oder flackert unruhig, wie eine unsaubere / fehlerhafte Synchronisation, anders kann ich es nicht beschreiben. Der Effekt sieht ähnlich aus wie Super 8 von der Leinwand abgefilmt ...
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Hallo, Freunde, es ist Zeit, diesen Text zu veröffentlichen. Ich hoffe, er komme gut an. Der unübertroffene Filmo 70 von Bell & Howell.pdf
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